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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: wüstenblume Forum: Kinder retten die Welt Forenbeschreibung: Welche Werte vermitteln wir aus dem Unterforum: Nachdenkliches Antworten: 2 Forum gestartet am: Freitag 03.06.2005 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Schuld sind immer nur die anderen! Letzte Antwort: vor 17 Jahren, 7 Monaten, 6 Tagen, 6 Stunden, 20 Minuten
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Re: Schuld sind immer nur die anderen!
wüstenblume - 23.08.2005, 16:56Schuld sind immer nur die anderen!
Schuld sind immer nur die anderen!
Versuch einer Fabel
Ein Eisbär saß auf seiner Eisscholle und fror. „Das ist kein Leben“, klagte er, „selbst für einen Eisbären nicht. Hier im Norden bläst der Wind so kalt, daß er sogar durch meinen dicken Pelz dringt. Und immer nur Robbenfleisch - man möchte ja auch mal etwas Abwechslung haben.“
„Komm mit uns nach Süden, komm mit uns nach Süden“, sagten die Schneegänse und schnatterten munter drauflos. „Im Süden ist es warm, Eis und Schnee kennt man dort nicht. Die Sonne wird dir deinen Pelz wärmen, und Nahrung gibt es reichlich.“
„Wir bevorzugen zwar Gras, Kräuter und zartes, junges Gemüse“, sagte eine alte, etwas hochmütige Gans. „Aber auch du als Fleischfresser wirst reichlich Nahrung finden“, fügte sie herablassend hinzu.
„Oh ja, nehmt mich mit“, rief der Eisbär begeistert.
„Du mußt dich beeilen, du mußt dich beeilen, wir fliegen noch heute, wir fliegen noch heute“, schwatzten die Schneegänse aufgeregt durcheinander.
Der Eisbär kratzte sich nachdenklich am Kopf. „Ich kann doch nicht fliegen“, meinte er etwas verlegen.
„Immer nach Süden, immer nach Süden, der Sonne entgegen, der Sonne entgegen“, rief die Schar ihm zu.
„Merke dir die Richtung, in die wir fliegen, und dann läufst du einfach hinterher“, ermunterte ihn eine junge Schneegans, die den Zug zum ersten Mal mitmachte, „auch ich fliege einfach nur hinter den anderen her.“ Dann erhob sich der ganze Schwarm in die Luft und verschwand bald am Horizont.
Der Eisbär beobachtete genau den Himmel. Er merkte sich den Weg, den die Vögel genommen hatten, gut, und trottete hinterher. Zuerst ging es noch eine Weile über Eis und Schnee. Er wurde ungeduldig und lief immer schneller, denn er konnte es nicht erwarten, im warmen, sonnigen Süden zu sein. Aber dann mußte er über steile, steinige Wege gehen. Er stolperte über Wurzeln und Tannenzapfen. Die Haare unter seinen Fußsohlen, die ihm das Laufen über Eis und Schnee leicht machten, weil sie seine Füße wärmten und ihn vor dem Ausgleiten bewahrten, schützten ihn hier nicht. Kleine spitze Steine bohrten sich in seine Haut, so daß seine Füße bluteten. Er kam immer langsamer vorwärts, aber er hielt tapfer durch. „Im Süden wird alles besser“, dachte er, „die Schneegänse haben es doch versprochen..“ Auch die Jagd wollte ihm nicht recht gelingen. Sein weißer Pelz warnte alle Tiere schon von weitem, und ehe er sie erreichen konnte, waren sie längst über alle Berge. Er mußte sich mit langsamen Kreaturen, wie Schnecken und Würmern, zufriedengeben. Es schmeckte ihm nicht, und er magerte ab. Wie sehnte er sich jetzt nach einem saftigen Stück Robbenfleisch! Trotzdem hielt er durch und verfolgte beharrlich seinen Weg. Inzwischen brannte die Sonne heiß vom Himmel. Er fing an zu schwitzen, und Schweißtropfen rannen in sein Fell. „Wie gut haben es die Tiere, die hier leben, daß sie nicht einen so dicken Pelz mit sich herumtragen müssen“, seufzte er. Ermattet von der Hitze setzte er sich in den Schatten eines Baumes und schlief ein. Er träumte vom Nordpol, von Eisbergen und Schneehöhlen, von frischem Fisch und Robbenfleisch. Wie leicht und sicher ging er in seinem Traum über Eis und Schnee, wie angenehm war ein Bad im kalten Meer.
„Ich kehre um, ich gehe wieder nach Hause“, beschloß er beim Aufwachen. „Die Schneegänse finde ich sowieso nicht mehr. Und was sie mir da erzählt haben - ich finde, es ist alles ganz anders.“ Aber in welche Richtung sollte er jetzt gehen? Er hatte Umwege gemacht, war manchmal kreuz und quer gelaufen.
„Nach Westen, nach Westen“, flötete eine Amsel, die auf einem Zweig über ihm saß.
„Nach Osten, nach Osten“, piepste eine Maus und verschwand schnell wieder in ihrem Loch.
Der Eisbär sah sich um: Wo war Westen, wo war Osten? Er war völlig verwirrt und fühlte sich schwach und elend. Seit Tagen hatte er nichts Vernünftiges gegessen. Sein Kopf schmerzte, als wolle er zerspringen, und seine Füße waren ganz wund. „Die Schneegänse sind an allem schuld!“ brummte er mißmutig und verärgert. „Wäre ich doch bloß nicht auf sie hereingefallen.“
Re: Schuld sind immer nur die anderen!
wüstenblume - 23.08.2005, 17:33
Die kleine Seele
Eine kleine Seele machte sich eines Tages auf zur Wanderung durch das Leben. In ihrem Gepäck hatte sie sehr viel Mut, Lachen, Freude und Lieder. Auf dem Weg des Lebens, der schön breit und sauber war, sah sie viele Dinge, die ihr Freude machten: lachende, spielende Kinder, Blumen, Felder, Wälder, Berge und die Sonne. Am liebsten hörte sie die vielen Lieder, die frohe Menschen bei ihrer Arbeit sangen. Sie dankte ihrem Schöpfer für dieses schöne Leben.
Leider neigte die kleine Seele dazu, beim Wandern durch das Leben zu träumen. Eines Tages träumte sie wieder vor sich hin und achtete nicht auf den Weg, der sich plötzlich gabelte. Ganz in Gedanken versunken, verließ sie den breiten Weg und gelangte auf einen sehr viel schlechteren und schmaleren.
Auf einmal stutzte sie. Was war jetzt los? Sie hörte keine Lieder mehr, kein frohes Lachen und keine Kinderstimmen. Sie sah die Blumen und die Sonne nicht mehr. Da waren nur noch weinende Menschen, Krieg, Mord und Todschlag, da war nur noch Hass, Neid und Eifersucht. Alles war grau in grau und versank in dichtem Nebel. Die kleine Seele wurde traurig. Sie verlor etwas von ihrem Mut, sie verlor ihr Lachen und ihre Lieder. Sie wurde immer trauriger und weinte. Der Lebensweg wurde immer schmaler.
Plötzlich lag ein riesiges Gebirge vor ihr. Sie konnte den Lebensweg nicht verlassen und es blieb ihr nichts anderes übrig, als weiter zu gehen. Nur ein niedriger Tunnel führte in den Berg hinein. Es war der Berg der Angst. Sie spürte sein ganzes Gewicht auf ihren schmalen Schultern.
Panik erfasste die kleine Seele und die Angst wurde immer stärker. Das kleine bisschen Freude und das bisschen Lachen, das sie noch besaß, wurden vom Berg verschluckt. Aber sie musste weiter. Nach einem endlos langen Weg durch den Berg der Angst erreichte sie eine große Höhle.
Es war kein Ton zu hören. Niemand sprach zu ihr. Niemand war da. Sie vermisste das Lachen und Singen, sie vermisste die fröhlichen Kinder. Und immer schmaler wurde der Weg. Doch sie musste weiter, der Weg zog sie mti sich fort. Als sie nach langer, langer Zeit die Höhle verlassen konnte, erreichte sie ein großes Meer.
Das war das Meer der Traurigkeit. Endlos erstreckte es sich bis über den Horizont. Sie sah kein Ufer mehr. Nur ein ganz schmaler Steg führte über das Wasser.
Die Seele vergoss bittere Tränen. Dadurch wurde das Meer noch größer. Doch sie konnte nicht aufhören zu weinen. Aber sie musste hinüber. Weit war der Weg bis ans andere Ufer. Als sie es erreichte, erblickte sie einen großen finsteren Wald. Es war der Wald der Todessehnsucht. Es war so dunkel, dass man den Weg nicht mehr sehen konnte, der immer schmaler wurde. Sie musste ganz vorsichtig gehen, um nicht daneben zu treten. Etwas Schlimmeres als diesen Wald hatte sie auf ihrem Weg durch den Berg der Angst, der Höhle der Einsamkeit und dem Meer der Traurigkeit nicht erlebt.
Sie flehte ihren Schöpfer an, sie zu sich zu holen. Immer und immer wieder musste sie das kleine bißchen Mut, das sie noch besaß, festhalten, um nicht einfach vom Weg herunter zu gehen, den sie dann niemals wieder hätte betreten können. Lange, lange Zeit musste sie durch diesen Wald laufen. Endlos war der Weg. Sie war mittlerweile so klein geworden, dass sie kaum noch zu sehen war. Aber ein ganz kleines bisschen von ihrem Mut hatte sie noch behalten und kam so langsam aus dem Wald heraus.
Was musste sie sehen? Ganz, ganz weit weg war ein winzig kleines Licht. Nicht größer als ein Glühwürmchen. Die kleine Seele machte einen kleine Sprung, wurde ein kleines bißchen größer und bekam wieder etwas mehr Mut. „Du musst zu diesem Licht“, dachte sie, „du musst dahin, du musst, du musst!“ und sprach sich selber noch etwas mehr Mut zu.
Den Blick fest auf das kleine Licht gerichtet, ging sie weiter und weiter. Und je weiter sie ging, umso breiter wurde der Weg des Lebens. Immer näher kam sie dem Licht. Sie wurde noch ein kleines bisschen größer und mutiger. Der Weg war weit, doch jetzt hatte sie ein Ziel vor Augen. Immer schneller lief sie auf das Licht zu, das heller und größer wurde.
Als sie das Licht fast erreicht hatte, was hörte sie da? Kinderlachen und Singen! Nun konnte sie nichts mehr halten. Obwohl sie noch sehr schwach und immernoch klein war, nahm sie allen Mut zusammen und lief hinaus ins Licht. Da war die Sonne, waren Blumen, Wiesen und Felder, herrlich grüne Wälder, fröhliche Kinderstimmen und Lachen.
Sie fand ihr Lachen und ihre Lieder wieder und breit war der Weg des Lebens.
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