Die Strassen von Dalaran

Der schneeweiße Pfad
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    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 20.08.2005, 11:12

    Die Strassen von Dalaran
    Der Geruch von gebratener Hammelkeule erfüllte das ganze Wirtshaus.
    Aneva hasste es, Hunger zu haben, und mit Abscheu betrachtete sie den dicken Mann ihr gegenüber, der ein Stück Fleisch nach dem Anderen in sich hineinschub. Es wäre ihr ein leichtes gewesen, ihm einen Teil seines Mahles einfach wegzustibitzen, doch gab es da ein Problem - Der Dicke war ein Auftraggeber.

    "Nun *schmatz* kommen wir zum *schmatz* Geschäft. Oh... Entschuldigung" Angewiedert sieht Aneva das angekaute Stück Fleisch an, was ihr der Dicke beim Reden auf die Tunika gespuckt hat. "Der hochrote Kopf des Dicken und das Entschuldigungsgemurmel lassen ihn noch lächerlicher erscheinen, als er eigentlich ist", denkt sich Aneva und muss breit grinsen.
    "*schmatz* Darf ich mitlachen?", fragt der Dicke, was ihm einen kühlen Blick von Aneva einbringt. "Ich denke nicht, das du auch über dein hässliches Gesicht lachen kannst.... Obwohl, dumm genug wärst du allemal."
    Die Dreistigkeit hat mal wieder ihr Wirkung getan. Dem Dicken hat es aufgrund der doppelten Unverschämtheit, das eine auf der Strasse lebende FRAU ihn mit "Du" anredet und ihn auch noch beleidigt, glatt Appetit und Sprache verschlagen.
    "Nun.... Der Grund unseres Treffens ist ja ein Auftrag. Den würde ich gerne erfahren jetzt. Ich habe nicht ewig Zeit."
    Mit funkelnden Augen stellt der Dicke seinen Teller beiseite.

    "Wir ihr wisst, gehöre ich einer.... Handelsgemeinschaft an. Gorek hat euch empfohlen, sonst würde ich euch das nicht erzählen. Nun...."

    "Sag einfach was ich machen soll", unterbricht ihn Aneva, "Ich bin nicht die Freundin grosser Worte."

    "Uns ist ein Leutnant der Gardisten auf die Schliche gekommen"

    "Was hat die Garde mit Schmuggel zu tun? Die patroullieren doch nur im Oberviertel."

    "Das ist egal. Er ist uns auf die Schliche gekommen und das reicht. Er muss beseitigt werden."

    Die Dummheit des Dicken wiedert Aneva immer mehr an. Wenn die Garde ihre Finger im Spiel hat, ist das nicht rein zufällig.

    "Was zahlst du?"

    "25 Goldmünzen"

    Aneva pfeift leise. "Ein netter Betrag. Und wer ist es?"

    "Ich habe die Daten auf ein Papier gebracht. Hier ist es" Der Dicke reicht Aneva einen schmutzigen Umschlag. "Eure Entscheidung will ich in 6 Stunden"

    Aneva nimmt den Umschlag und geht ohne ein weiteres Wort aus dem Gasthaus. Ein Gardeleutnant.... Das war doch eine Nummer grösser als die nicht zahlenden Händler oder ein Bandenrivale. In einer kleinen Ecke macht Aneva den Umschlag auf. Sie ist, trotz ihrer jungen Jahre, das harte Leben gewohnt. Es gibt nicht viel, das sie überrascht, doch bei den Zeilen auf dem Papier scheint ihr das Blut in den Adern zu gefrieren....


    "Name des Opfers: Nurion Neveravine
    Alter: 26
    Aussehen: Blondes Haar, mittellang. Kein Bart.
    Besonderheit: Leutnant der Garde der Wächter

    Mehr Informationen bei Annahme des Auftrags"

    Aneva muss sich den Wisch zwei Mal durchlesen, um es zu begreifen.
    Der Dicke will den Kopf ihres Bruders.



    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 24.08.2005, 14:43


    Aneva lief im Eilschritt die Gasse in das Handelsviertel ab. Bei einem unscheinbaren Laden blieb sie stehen. Ein kurzer, vergewissernder Blick auf das Schild "Goreks Gemischtwaren", und sie betrat das Geschäft.

    Im Innenraum war es düster und es roch vermodert. An einem kleinen Tisch saßen vier von Goreks Schlägern. "Gorek der Bulle". Aneva, die ja eine recht respektlose Person war von Natur aus, wusste, mit dem Bullen war nicht zu spaßen.

    Gorek war ein grauhaariger, sehniger Mann. Er hatte schon recht viele Jahre auf dem Buckel, Aneva war sich sicher, das er mindestens doppelt so viele Winter wie sie gesehen hat. Er trug Augenklappe und Holzbein, was ihn etwas wie einen Piraten aussehen ließ. Doch trotz seiner Verkrüpplungen war er ein ernstzunehmender Gegner, schnell mit dem Dolch. Den Namen "Bulle" hatte er der Eigenschaft von Arenabullen zu verdanken, die selbst schwer verwundet noch tödlich sind.

    Er war Anevas Lehrer und insgeheim ihr Idol. Gorek leitete ein kleines Netzwerk von Dieben und Meuchlern, die meist im Armenviertel tätig waren. Große Diebesgilden gab es nicht in Dalaran, die Garde, die Stadtmiliz und die Dämonenwächter waren kompromisslos, und Antonidas regierte mit strenger Hand.

    Als Aneva den Raum betrat, stand Gorek hinter einer Art Trese, das ganze Geschäft erinnerte Aneva auch mehr an eine Kneipe als an einen Laden.

    "Aneva.... Komm näher, Kindchen", begann Gorek mit einem warmen Lächeln. Er und Aneva hatten eine Vater - Tochterbeziehung, er deckte sie und sie meuchelte sich durch seine Gegner.

    "Gorek.... Gut das du hier bist. Wir müssen dringen reden...."

    "Verzeiht euch, Gesindel!" Gorek machte ein paar Handbewegungen zu den Spießgesellen, die an dem kleinen Tisch saßen.
    "Was liegt dir auf dem Herzen?", fragte er, als sie den Raum verlassen hatten.

    "Ich komme von dem Treffen, das du arrangiert hast."

    Gorek nickte zufrieden. "Was springt dabei raus?"

    "25 Goldstück, Gorek. Doch den Auftrag kann ich nicht annehmen."

    "Und warum nicht? Ist er dir zu schwer?" Gorek ließ ein spöttisches Lachen von sich " Das ich das noch erleben darf. Aneva, DER Aneva ist etwas zu schwer."

    "Hör auf zu gackern, Alter, und hör dir lieber an, was ich machen soll für die Summe."

    Gorek hörte mit dem Lachen auf, und schenkte sich etwas Wein in sein Glas.

    "Ich soll einen Gardeoffizier töten. Und dieser Offizier ist mein Bruder."

    Gorek war nicht sonderlich überrascht. Er trank sein Glas aus, und sah Aneva erst an. "Ich weiß...."

    "Du weißt es.... DU WEIßT ES?" Aneva spuckte aus. "Das soll wohl ein Witz sein."

    "Wenn du Skrupel hast, einen Nahestehenden zu töten, Aneva, dann hast du den Beruf verfehlt." Goreks Blick war nun kalt. "Ich würde meine eigene Großmutter erdolchen, wenn sie dem Geschäft gefährlich werden würde."

    "Gefährlich? Nurion ist dem Geschäft gefährlich?" Aneva lachte spöttisch. "Nurion ist vernagelt. Er hat zuviel damit zu tun, der Nichte Antonidas zu imponieren, als ernsthaft seiner Arbeit nachzugehen...."

    "Ist dem so?" Gorek grinste böse. "Wenn du wüsstest, wie eifrig dein harmloser Bruder doch war...."



    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 25.08.2005, 09:48


    "Wie darf ich das verstehen?". Aneva war ziemlich erbost. Es war nicht so, das sie ihren Bruder schützen wollte, weil sie ihn mochte, nein. Sie hatten ein sehr schlechtes Verhältnis. Nurion war seit dem Tod der Großeltern so etwas wie das Familienoberhaupt. Ihr Vater war ein Trinker, ihre Mutter war tot, ihr ganzen Tanten oder Onkels lebten in Lordaeron oder waren nicht anders gebunden. Ihr Bruder Balian, ein Jünger der silbernen Hand, war noch viel zu jung.

    Nurion war ein Oberhaupt, wie die Tradition es nicht besser hätte haben können. Aneva würde dies ohne Proteste zugeben. Nurion war in der Oberschicht Dalarans beliebt, aufgrund seiner strikten Haltung Ehre gegenüber. Er war mit seinen jungen Jahren schon Offizier, und ihm wurde eine steile Karriere vorrausgesagt, war er mit seinen jungen Jahren schon Leutnant. Da sein Erscheinungsbild auch sehr gut war, war es kein Wunder, das er auch in Frauenkreisen hoch gehandelt wurde. Und die Heirat mit der Nichte Antonidas wurde immer wahrscheinlicher.

    Ihre Großeltern wären unglaublich stolz auf ihn gewesen....

    Aber auf sie? Niemals. Aneva war schon immer das Sorgenkind gewesen. Sie hatte es GEWAGT, als elfjähriges Mädchen, auszureissen.
    Das ist eine Todsünde bei den ehrenhaften Nerevarines, wo die Frauen doch am besten stickend abends beim Kamin sitzen sollten.
    Und nachdem sie öfters ausgerissen war, beachteten sie die Großeltern garnicht mehr.

    Aneva hatte mit Dreizehn begonnen, für Gorek zu arbeiten. Taschendiebstähle, Spitzeleien und andere kleine Gaunereien waren ihre Aufgaben gewesen.
    Bis sie mit Fünfzehn ihren ersten Mord begang. Opfer war ein Matrose, der sie aus Gelüsten verfolgt hatte. Sie hatte ihm ihr kleines Taschenmesser mitten ins Herz gerammt. Danach, erinnerte sie sich, hatte sie furchtbare Angst vor Gorek gehabt, vor den Konsequenzen.
    Doch der reagierte anders..... Er sprach von ungeahnten Talenten, und trainierte sie im Verstecken, Schleichen und Meucheln.
    Ein Jahr Später beging sie ihren ersten Auftragsmord.

    Nurion, der davon Wind bekommen hatte, war zu dieser Zeit schon Feldwebel bei den Gardisten. Er ließ Aneva und ihren zwei Jahre älteren Geliebten, einem Strassenjungen namens Vittorio, von Gardisten verhaften.
    Vittorio wurde auf dem Richtplatz auf Nurions Befehl hingerichtet. Aneva kam an den Pranger, für einen ganzen Tag. Vittorio hatte gelogen, er hatte sich als den Mörder ausgegeben.
    Danach wurde Aneva offiziell aus der Familie verstossen.

    "Aneva! Hast du mir überhaupt zugehört?" Gorek funkelte sie wütend an.

    "Tut mir leid, Gorek. Ich war in Gedanken."



    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 26.08.2005, 14:49


    Gorek seufzte kurz. "Das klären wir später. Ich habe einen Auftrag für dich. Ein Händler hat nicht gezahlt."

    "So? Ist das nicht ein Auftrag für deine Prügelknaben?"

    "Nein. Diesmal nicht. Es wird nicht beim Scheibeneinfwurf bleiben. Der Mann hat mich gedemütigt. Er hat einen meiner.... Arbeiter der Garde übergeben, die ihn sofort gehenkt haben. Du wirst den Mann töten, Aneva"

    "Du willst einen Händler erdolchen lassen? Wegen einem verlorenen Schläger?"

    "Erdolchen ist auch nicht ganz richtig.... Du wirst ihn hinrichten. Er soll leiden." Gorek sagte das in dem Tonfall, als ob er einen Befehl zum Strassekehren aussprach.

    Aneva schauderte. DAS hasste sie an ihrem Beruf. Hinrichtungen.

    "Ich glaube wir hatten das Thema schon, Gorek. Ich sagte dir schon, das ich keine Hinrichtungen mehr machen will."

    "Aber, aber.... Nur keine Panik. Du sollst seinen Leibwächter erledigen.... Harris wird sich um das Schwein kümmern."

    Aus dem Schatten trat ein ungepflegt aussehender, vollbärtiger Mann und grinst dämlich.

    "Hallo Aneva", sagte Harris, "arbeiten wir also mal wieder zusammen".

    "Verpiss dich Harris. Ach und nebenbei.....Dir krabbeln da wieder diese Käfer im Haar...."

    "Schluss jetzt. Harris mag dreckig sein, aber er ist fähig....." Gorek grinste böse. "Macht euch an die Arbeit. Und solltet ihr den Job versauen, weil ihr euch mal wieder in die", Gorek warf einen Blick auf das Getier auf Harris Kopf,"Haare bekommt, dann betet....Betet das euch die Garde findet."

    Das Opfer war ein etwas älterer Schneider, der im Armenviertel tätig war. Es war ein kleiner Mann mit schütternem Haar. Sein Leibwächter war gut 2 Köpfe größer als Aneva, und war sehr tüchtig.

    "Ganz einfach, Süße....Die Angestellte im Laden müssen wir zuerst loswerden." Harris holte einen kleinen Streitkolben, der mit spitzen Nieten besetzt war, unter seinem Mantel hervor. "Das werde ich übernehmen."

    "Das wird sie töten...." Aneva betrachtete die junge Frau durch das Fenster. "Du kannst auch einfach den Holzknüppel nehmen, dann ist sie für eine Weile ruhig."

    "Kein Risiko", sprach Harris mit einem vorfreudigen Grinsen.

    "Wenn du unbedingt deinem abartigen Tötungsverlangen nachgehen willst, dann zieh dir dieses Stachelmonstrum am Besten selber über deinen Schädel. Damit tust du uns allen einen Gefallen."

    Harris grunzte kurz eine Antwort, aber Aneva achtete nicht auf ihn. Sie benetzte ihr Klinge mit Gift und wartete darauf, das Harris bereit war.



    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 27.08.2005, 11:42


    Der Laden war klein wie alle Läden im Armenviertel. Aber er war sauber und beinahe liebevoll eingerichtet, das hatte sie in der Gegend noch nie gesehen.

    Während Harris durch ein kleines Fenster in den Keller eingestiegen war und sich auf dem Weg nach oben machte, sah sich Aneva, die hinter einem Regal sich versteckt hatte, im Laden um.

    Die junge Frau saß auf einem Stuhl und nähte an einem Kleid, als Harris hinter ihr auftauchte, und sie mit einem leisen, aber harten Schlag auf den Hinterkopf bewusstlos schlug.
    "Ist sie tot?" fragte Aneva leise, die mittlerweile neben Harris stand.
    "Glaube nicht. Kann aber sein" Harris grinste sie mit seinen faulen Zähnen geradezu herausfordernd an.
    "Du bist ein Tier, Harris. Du widerst mich an!"
    "Immer mit der Ruhe, Süße. Ich hab jetzt keine Zeit mich mit dir zu streiten.... Der Händler wartet."
    Sie schlichen die kleine Holztreppe hoch. Der "Leibwächter", wie Gorek ihn genannt hatte, war nichts anderes als ein kleiner, schmächtiger Mann, der wie der Buchhalter aussah.
    "Ahhh.... Ein würdiges Opfer für dich, was, Süße? Soll ja auch nicht zu schwer werden" Harris meckerte leise und dumm über seinen Witz, was ihm einen wütenden Blick von Aneva einbrachte.....
    "Du.... Ich...."
    "Na red schon, Süße.... Was ist mit uns beiden?"
    "Wenn dieser Auftrag vorrüber ist, dann kannst du was erleben, du Bastard."
    Aneva schlich sich in das Zimmer, wo der Buchhalter saß und sich wohl die Bilanzen durchlas. Er hatte mehrere Zettel mit Zahlen vor sich liegen.
    Aneva schlug ihm, fast lautlos, mit der Handkante auf den Hinterkopf. Der Mann sank mit einem Geräusch, das wie ein seufzen klang, nach vorne und war bewusstlos.
    Harris tat so, als würde er applaudieren und setzte dabei wohl seinen dämlichsten Gesichtsausdruck auf, den er parat hatte. Dann holte er ein ein Stahlband mit Nägel aus der Tasche. Aneva kannte dieses Werkzeug. Harris würde sich von hinten an den Mann heranschleichen und ihm mit dem Gerät erwürgen, was aufgrund der vielen spitzen Nägel sehr blutig und schmerzhaft war.

    Harris öffnete leise die Tür und schlüpfte durch den Spalt in das Zimmer.
    Auf das scheussliche Geräusch wartend, verharrte Aneva bei dem bewusstlosen "Leibwächter". Doch anstatt des Würgegeräusches hörte sie einen verdutzen Aufschrei Harris. Dann wurde ein Befehl gesprochen, anderssprachig aber trotzdem verständlich. Das letzte was sie von Harris hörte war das Röcheln, als die lange Klinge seinen Hals durchbohrte.



    Re: Die Strassen von Dalaran

    Aneva - 04.09.2005, 20:10


    Nun war der Zeitpunkt da, vor dem Aneva sich seit Beginn ihrer Kariere gefürchtet hatte. Es gab gewisse Regeln unter Attentätern, die man befolgen konnte. Tat man es, konnte alles schiefgehen, tat man es nicht, ging alles schief. Eine dieser Regeln war, so simpel und trivial sie auch klingen möge: Mache keine Fehler!
    Wenn der Mordpartner beim Auftrag starb oder gefangen wurde, war das solch ein Fehler.
    Aneva nahm ihre beiden Dolche und machte sich kampfbereit. Flucht war unmöglich, ebenso wie verstecken. Sich ergeben? Eine dumme Idee, da wenn es eine rivalisierende Bande war, man trotzdem getötet wurde. War es die Miliz oder gar die Garde, dann konnte man hingerichtet oder sogar freigelassen werden, nur um danach durch die Hand von Gorek zu sterben, der sicher nicht erbaut über den Vorgang wäre.
    Das einzige, worauf sie hoffen konnte, war, das die, die Harris gerichtet hatten, zu dumm waren, nach weiteren Attentätern zu suchen.
    Während Aneva über all das nachdachte, hörte sie aus dem Nebenzimmer kein einziges Wort. Kein Aufschreien und Befehle erteilen. Nur ein Geräusch, als ob eine Klinge Fleisch durchtrennt.
    Gespannt wartete sie, wann der Feind sich blicken lassen würde. Doch es kam niemand.
    Schon keimte ein wenig Hoffnung auf, als durch die Türschwelle ein hochgewachsener Mann in silberner Plattenrüstung trat. Das Gesicht hinter einem Helm verborgen, und das dunkle, lilafarbene Wams des Antonidas, das er trug, ließen keine Zweifel übrig. Es war ein Gardist.
    Er trug einen langen, silbernen zweihänder in der rechten Hand und mit der linken hielt er den dunkellilanen Umhang von dem Bündel an seinem Gürtel fern.
    Aneva warf einen Blick auf das Bündel und stellte angewidert fest, das es der Kopf von Harris war, dessen Augen offen waren und gen Himmel blickten.
    Der Gardist, offensichtlich ein höherrangiger, da er kein Schild trug, sah Aneva ungewöhnlich lange an. Mit einer schwungvollen Bewegung nahm er der Zweihänder in beide Hände.
    Aneva wusste, das es nun soweit war. Der Gardist hatte sich kampfbereit gemacht. Sie wandte ihren Blick nicht von ihm ab, und zog ihre beiden Dolche, die im Vergleich zum gewaltigem Schwert des Gegenübers recht lächerlich wirkten.
    Doch sie kannte auch ihre Stärken. Schnelligkeit und Präzision waren ihre einzige Chance. Und ohne auf die nächste Reaktion des Gardisten zu warten, sprang sie ein Stück nach vorne, um den Gardisten keine Zeit zu lassen, mit dem Zweihänder auszuholen.
    Doch anstatt das der Gardist auswich, wie sie es vermutet hatte, blieb er einfach stehn. Das unvermeidlich passierte. Ihr, ansonsten gut geplanter, Sprung endete in einem Zusammenprall mit dem Gardisten. Der hatte das Schwert gehoben, sodass sie nicht direkt in die Klinge lief, aber mit dem Kinn gegen den Knauf des Schwertes.
    Der Aufprall kam so unerwartet und war äußerst Schmerzhaft. Aneva wurde kurz schwarz vor Augen, und torkelte vor dem Gardisten umher, betäubt vom Schmerz. Mit einem Hieb mit dem Schwertknauf in Anevas Magengrube beendete der Gardist den kurzen Kampf. Das letzte, was Aneva sah, bevor ihr schwarz vor Augen wurde, war die Spitze des Schwertes, die nun gegen ihren Hals gerichtet war.



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