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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Tiggle - Velrok Rainfire Forum: Der schneeweiße Pfad Forenbeschreibung: Willkommen in unseren Schrifthallen aus dem Unterforum: Lagerfeuer Antworten: 5 Forum gestartet am: Mittwoch 01.06.2005 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark Letzte Antwort: vor 17 Jahren, 7 Monaten, 5 Tagen, 8 Stunden, 34 Minuten
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Re: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Tiggle - 28.07.2005, 20:24Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Dorna Speedfire saß am Feuer des kleinen Dorfes Brewnall und starrte ein wenig geistesabwesend in die prasselnden Flammen. Der scharfe Nachtwind Dun Moroghs rauschte in den uralten Bäumen, die das Lager umstehen, und fachte das Feuer immer wieder an. Hinter den Zelten Brewnalls jedoch lag das Land in mondloser Dunkelheit.
Doch die junge Dorna schreckte plötzlich auf, als sie ein seltsam grelles Licht bemerkte, das über dem Iceflow-See zu schweben schien. Irgendetwas bewegte sich sehr schnell über das dicke Eis und hielt direkt auf Brewnall zu. Erst leise, dann immer lauter schallte ein Rattern und Zischen über den See.
"Was ist das?" stieß die Zwergin den alten Barleybrew neben ihr an. "Das Licht da, was ist das?"
"Das, Mädel, sin' Gnome. Eine wandernde Gnomen-Familie. Fahrendes Volk. Sie ziehen durch die Siedlungen Azeroths, Khaz Modans und Lordearons und bieten ihre Dienste an. Sie arbeiten als Schausteller, Ingeneure, Spielzeugmacher, treiben allerhand Unfug und glauben, dass sie dafür Geld bekommen. Unangenehme Gesellschaft, wenn Ihr mich fragt. Aber sie sin' so harmlos, wie sie lächerlich sin', hehe."
"Merkwürdig..." murmelte Dorna.
Und merkwürdig war das Gefährt tatsächlich, das sich nun die verschneite Uferböschung des Sees hinaufbewegte. Es war eine metallene Halbkugel, hoch wie ein Raum in einem Haus der Menschen, doch waren auf ihrer Oberfläche zwei REihen von kreisrunden Fenstern übereinander zu sehen. Über den grell leuchtenden Scheinwerfern befand sich auf Höhe der oberen Fenster eine breite Windschutzscheibe, hinter der das Cockpit sein musste.
Doch das merkwürdigste an diesem Gerät war seine Fortbewegungsart. Sechs Robospinnenbeine setzten am unteren Rand der Halbkugel an und hielten sie eine gute Zwergenlänge über dem Boden. Sie waren kräftig gebaut und in ihren Bewegungen so gut aufeinander abgestimmt, dass das wandernde Haus der Gnomen-Familie - denn das war dieses Gefährt - nicht ins Wanken geriet. Es schien beinahe, als würde es schweben, so ruhig und gleichmäßig bewegte es sich die Uferböschung hinauf.
Oben hielt das Robohaus kurz inne und ließ seine Scheinwerfer über Brewnall streifen. Dorna bedeckte ihre Augen mit der Hand, um nicht geblendet zu werden. Während der alte Barleybrew einige Fluchworte in seinen Bart grummelte. Dampf strömte zischend aus der Unterseite des Gefährts, als es sich wieder in Bewegung setzte. Es steuerte auf eine freie Stelle im Kreis der Zwergenzelte zu und stellte sich dort auf. Es drehte seine Rückseite dem Feuer zu, sodass Dorna dort eine Tür sehen konnte, die in einen kleinen Vorbau und schließlich in die Halbkugel hineinführte. Mit lautem Zischen wurde die Maschine abgesetzt und ihre Beine legten sich eng an ihre Außenwand. Die Scheinwerfer, die nun in die tiefverschneite, nächtliche Landschaft geleuchtet hatten, erloschen und in Brewnall war es wieder so ruhig wie zuvor.
Ungläubig schüttelte Dorna ihren Kopf und starrte unverwandt auf den metallenen Iglu, der jetzt aussah, als hätte er schon immer unverrückbar an dieser Stelle gestanden.
"Die sin' nich' ganz richtig zwischen den Ohr'n, wenn Ihr mich fragt." brummelte der alte Barleybrew und leerte seinen Krug.
Re: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Tiggle - 07.08.2005, 18:59
Als am nächsten Morgen die Sonne über dem Berggrat im Osten Brewnalls auftauchte, schien der Hausbot der Gnomen-Falmilie nicht halb so bedrohlich wie in der Nacht zuvor, als er ratternd und zischend und dampfend in dem kleinen Zwergen-Dorf angekommen war. Die junge Jägerin Dorna hatte sich in der Nacht sehr verwundert über das merkwürdige Gefährt und als sie nun aus ihrem Zelt trat, schüttelte sie erneut den Kopf. In der Morgensonne Dun Moroghs leuchtete der Bot bunt. Jedes Segment seiner metallenen Außenhaut war mit einer anderen Farbe gestrichen: ein lachendes Mohnrot, ein gutmütiges Grasgrün, ein weites himmelblau, gelb und violett und orange und viele schillernde Farben waren dort zu sehen.
Auf der kleinen, messingbelegten Tür war in feinen Buchtstaben graviert: "Overspark - Tüftlerdienste aller Art" und darunter etwas kleiner: "Und ich meine ALLER Art".
Das Handrad, das sich unter dieser Gravur befand, drehte sich nun einmal herum, Die Tür öffnete sich und ein kleiner Gnomen-Junge steckte vorsichtig seinen Kopf heraus. Er trug ein kleines Bündel, das er scheinbar vor den durch das Lager stapfenden Zwergen verstecken wollte. Doch kaum einer von ihnen nahm Notiz von dem jungen Overspark. Er schloss leise die Tür des Hausbots, um seine schlafenden Eltern nicht zu wecken, sah sich um und schlich sich dann hinter eines der Zelte.
Dorna hatte den Jungen beobachtet und folgte ihm nun, da sie vermutete, dass er irgendeinen Streich im Kopf habe, den er den ehrlichen Zwergen Brewnalls spielen wollte. Sie schlich in das Zelt, hinter dem der rote Haarschpf des jungen Gnoms verschwunden war, und lugte durch ein kleines Loch hinaus. Der Tüftlersohn sah sich gerade noch einmal um, ob er auch unbeobachtet sei, und öffnete das Bündel, das er unter seinem Arm getragen hatte. Er verteilte viele kleine Zahnräder, Federn, Hebel und Wellen und allerlei Krimskram auf dem Tuch und kramte auch einige Werkzeuge hervor und begann zu basteln. "Das wird was!" freute er sich immer, wenn ein Teil seinen Platz gefunden hatte. Er baute mit viel Eifer und großem Spaß. "Und nun noch die Augen." sagte der kleine Gnom. "Wo hab ich sie nur?" murmelte er während er die vielen Taschen seiner Latzhose durchsuchte. "Sie müssen doch ... Ach, Schraubenschlüssel sei Dank! Da sind sie ja!" Zwei leuchtend grüne Malachiten lagen in der kleinen Hand des Jungen. Flink setzte er sie in das Gerät ein, das auf seinem Schoß entstanden war.
Jetzt erst erkannte Dorna die Form des kleinen Apparats: Der Gnom hatte ein kleines mechanisches Eichhörnchen gebaut. Noch leblos stand es nun vor ihm und stolz betrachtete er sein Werk.
"Das war's!" Der kleine klatschte vor Vergnügen in die Hände. Er nahm die Maschine auf und betätigte einen kleinen Schalter an ihrer Unterseite. Ein Funkeln trat in die grünen Malachitaugen, der Schwanz des Eichhorns streckte und bog sich kurz und mit den kleinen bronzenen Pfoten strich sich das mechanische Tier über den Kopf, wie um sich zu putzen. Vergnügt jauchzte der Kleine auf. "Es geht, hihi!"
Dorna sah, dass der Junge nichts Böses im Schilde führte. Er war dafür viel zu heiter und glücklich. Sie schlich wieder aus dem Zelt, sammelte ihre eigenen Sachen zusammen und verlies Brewnall, um auf einen ihrer langen Streifzüge durch die Berge ihrer Heimat zu gehen.
Re: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Velrok Rainfire - 08.08.2005, 16:24
ooc: schön und spannd geschrieben :)
Re: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Tiggle - 24.08.2005, 09:52
Wieder ist Nacht über Brewnall, doch sind inzwischen viele Jahre vergangen. Von der Stadt der Gnome her schimmert ein unruhiges grünes Leuchten herüber. Die Zerstörung, die der Kampf mit den Troggs angerichtet hat und die Bedrohung, die nun von den Ruinen Gnomeregans ausgeht, sind allgegenwärtig in dieser einst so friedlichen Gegend Dun Moroghs.
Doch einige der Hütten vor der Stadt sind seit kurzem wieder bewohnt. Einige mutige Gnome haben sich hier wieder angesiedelt, um die abenteuerlichen Expeditionen ins lebensfeindliche Innere Gnomeregans unterstützen zu können. Tüftler und Händler haben sich hier niedergelassen und versorgen diejenigen, die den Kampf gegen die Troggs und den Verräter Thermaplugg aufnehmen, mit Waren und der besten Ausrüstung. Viele hat schon der weise Einsatz der gnomischen Fernbedienung vor den mechanischen Schreitern gerettet. An der Tür einer der Werkstatt-Hütten hängen viele kleine Namensschilder. Tüftler, Erfinder, Ingeneure bieten ihre Dienste an. Eines von ihnen trägt die Aufschrift "Overspark - Tüftlerdienste aller Art" und darunter etwas kleiner: "Und ich meine ALLER Art!"
Aus dem Innern dieser Hütte fällt ein unregelmäßig zuckendes Licht nach draußen, das die Schatten der alten Bäume hier im Gebirg der Zwerge einen geheimnisvollen Tanz volführen lässt. Es zischt und rattert dort, man hört gnomisches Kichern und Lachen.
"Weißt du, Taggle, es ist wirklich wie früher, als wir uns in Vaters Werkstatt geschlichen haben, um zu basteln."
"Hihi, ja, kleiner Bruder. Nur dass wir damals so viel Sprengstoff auf der Werkbank hatten. Jedenfalls nicht genug, um Ironforge aus dem Berg zu sprengen, hihi."
"Meinst du, das bisschen hier könnte Ironforge zerstören?" Der jüngere der beiden rotschöpfigen Gnome deutete auf ein kleines Päckchen.
"Nun, im Prinzip schon. Richtig platziert und ins Wasser geworfen: KABUUUM! Schon ist die Eisenschmelze der Zwerge an der frischen Luft, hihi. Aber dafür haben wir uns das Zeug ja nicht besorgt. Wie weit bist du mit dem nächsten Schaf?"
"Ich bin so gut wie fertig. Hier diese Schweißnaht sieht noch etwas wackelig aus." Taggle deutete auf den Bauch des Geräts auf seiner Werkbank.
"Mach das ja gut, kleiner!" Der ältere der beiden Gnome lüpfte seinen Hut und krazte sich an der schon sehr hohen Stirn während er die Arbeit seines jüngeren Bruders inspizierte. Rot leuchtete sein Haarkranz darunter hervor. "Sonst haben wir ein Problem, wenn das Wasser aus dem Zünder ausläuft, bevor wir das wollen, hihi. Dann fliegt glatt das Eis vom Iceflow-See, hihi."
"Hihi, das gäb' Ärger mit den Zwergen!" lachte Taggle und versiegelte die schadhafte Naht. "So: Fertig! Hast du den Sprengstoff abgewogen, Tiggle?"
"Jep, halt das Fach auf, dann tu ich ihn rein." Tiggle und Taggle beugten sich über den Bauch des explosiven Schafes und brachten die Sprengladung darin unter. "So, kleiner Bruder: Schicht im Schacht. Genug für heute. Wir haben genug Schafe für die nächste Woche! Lass uns ins Bett gehen. Morgen müssten wir wieder ein paar Ernteschnitter nachbauen, die werden langsam knapp!" Tiggle stieg schon die Stufen zum Schlafzimmer hinauf.
"Das ist gut! Ich habe mir neulich überlegt, man könnte die auch noch mit Sprengstoff versorgen. Sollen sie doch in dei Luft gehen, statt einfach nur auseinander fallen!" Die Augen des jungen Gnoms leuchteten.
"Hihi, wir schaun mal. Vielleicht lässt sich da ja was machen." gähnte Tiggle und löschte das Licht in der Werkstatt. Beide tasteten sich zu Ihren Betten unter dem Dach der kleinen Hütte und fielen sofort in den Schlaf der hart Arbeitenden.
Kaum war das Licht in der Werkstatt erloschen, schlichen sich aus den Schatten der mondlosen Nacht zwei dunkle Gestalten zur Hütte hinüber. Sie waren größer als die Gnome und um einiges kräftiger gebaut. Beide hatten aschgraue Haut und ihre ungepflegten Bärte waren so schwarz wie ihre Seelen. In ihren Augen stand das Schimmern des Wahnsinns.
"Die wer'n sich wundern, hehe, wenn se morgen die leere Werkstatt seh'n!" sagte der eine.
"Halt's Maul, du tramp'liger Idiot! Weißt wohl nich', wie 'n echter Dunkeleisen sich bewegt, hä?" zischte der andere zurück und stemmte die Tür der Werkstatt mit einem Brecheisen auf. "Absolut leise!"
"Is' ja gut! Lass uns die Schafe schnappen und dann nix wie weg!" Der Zwerg griff nach einer der Kisten, in denen die explosiven Schafe gelagert wurden und drehte sich um, um die Hütte wieder zu verlassen. Dabei rannte er genau in seinen Komplizen und stieß ihm im Dunkeln die Kiste gegen den Bauch.
"Au! Pass doch auf, du dämlicher Zottelbart!" schrie der und krümmte sich vor Schmerz. Die Kiste entglitt den beiden und stürzte zu Boden. Rattern drang daraus hervor und es schien, als bewegte sich darin etwas. "Du hast die Schafe scharf gemacht, bei meinem Barte! Raus!"
Die Explosion soll man noch in den Hallen Ironforges gehört haben.
Von der Hütte hat man nicht ein einziges Teil gefunden. Jahre später fand ein Abenteurer in den Sümpfen vor Menethil ein Messingschild: "Overspark - Tüftlerdienste aller Art"
Von den Overspark-Brüdern Tiggle und Taggle hat man nie wieder etwas gehört.
Re: Die Geschichte eines Gnoms - von Tiggle Overspark
Velrok Rainfire - 24.08.2005, 15:16
ooc: sag nicht du hast auch deinen Char aufgegeben? Das fände ich extram schade.
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