Sehnsuchtsorte

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    Re: Sehnsuchtsorte

    Schattenwind - 06.08.2005, 22:54

    Sehnsuchtsorte
    Schimmerndes Schilfgras, kalter Kuss des Sommers, von den Halmen streichend die Tropfen aus Tau. Wortloser Wind, leuchtender Tanz der Gräser, endloses Wiegen, Aneinanderschmiegen. Wasserfarbene Sonne, blaue Pinselstriche am lavierten Himmel, Kleckse rot wie Blut, fließend ins Nichts und höher in das mit den ersten Sternen funkelnde Firmament. Wer lauscht den Sehnsüchten der Sterne? Was muss bei ihnen fallen, damit sie sich etwas wünschen dürfen?
    Sehnsuchtsrauschen. Abgründe, abgeschnitten der Fels, von einem göttlichen Messer abgetrennt vom Meer. Tief unten, einen ganzen Tod würde es kosten, hinabzuspringen, in das wogende Wasser, das im Sonnenschein nie grünlich, sondern immer marineblau scheint, sich nun zu schwerem Schwarz wandelt. Es peitscht gegen die Felsen, grollender Gott, keine Kraft ist geheimnissvoller. Weiß schäumen die gewaltigen Wellen. Keine Gnade, nur eine Möglichkeit.
    Tropfen wie Tränen im Gesicht, die Gischt schwebt, kalte Küsse des Sommers. Niederlegen im Gras, der Himmel, sternenvoll, der Blick nicht weit genug, um sie alle zu sehen, die Sterne.

    Ich will dich nehmen, an deiner Hand und ich will dich hinaufziehen, zwischen den Sternen wollen wir tanzen, so endlos und wunderschön wie das Gras. Ich will dich nehmen, mit hinter den Horizont, Blut in den Himmel malen und Pinselstriche über den Tag ziehen. Weiter und Weiter, bis die Erde nicht mehr ist, bis nichts mehr ist und deshalb alles, was war, wunderbar erscheint.

    Ich will den Wünschen der Sterne lauschen.

    ~

    Wo wollt ihr sein? Ein Ort, ein Land, nicht zwingend auch existent, nicht unbedingt so, wie ihr ihn beschreibt. Traumländer, Sehnsuchtsorte, dahin, wo die Gedanken einen tragen, wenn man sich ihnen überlässt.



    Re: Sehnsuchtsorte

    Elfenspiegel - 11.08.2005, 22:25


    Auf einer grünen Wiese... mit Blumen übersäht... Elfenspiegel.
    Bäume drumherum, in saftigem Grün. Vögel in den Ästen singen um die Wette und doch ist alles still. Keine Menschen nur ich ... tiere... alles.. nur nichts menschliches.
    Das Gras ist noch ganz leich feucht von der Nacht, die sonne ist grade aufgegangen. saftiges langes grünes Gras.
    Ichweiß dass hinter diesen Bäumen irgendwo weite Felder sind, weite Wiesen, Kornfelder im strahlenden Gold. irgendwo hinter diesen Wiesen beginnt das Moor. nirgends sind auch dort Menschen... ein Ort der Ruhe.
    denn er existiert nicht wirklich. Er schwebt auf einer Wolke im Himmel, in meinen Träumen.



    Re: Sehnsuchtsorte

    Carcas - 15.08.2005, 19:28


    Wohin zieht die Seele?


    Überall hin. Nur nicht hier.
    Überall und Nirgendwo. Die Welt ist groß und bunt, es gibt an jedem Ort etwas zu sehen.
    Allein und gemeinsam, und doch keines von beidem, denn Einsamkeit schlaucht, genau wie die vielen Menschen, nach einiger Zeit.

    Und... ich lauf'

    Überall. Davonlaufen. Fort von hier. Fort von den Wolken, von den Menschen, von dem heiligen Lächeln. Fort von Bedrängnis und schweren Gedanken. Es hält mich Nichts und Niemand und doch alles. Schwere Ketten.

    Tiefe Nacht und die Sterne singen in leisem hellblau. Blau ist die Farbe der Götter. Morgendämmerung, Seelen im Tau gefangen, fliegend. Menschen, innerlich leuchtend. Tausendfach vergrößerte Emotion, Tag und Nacht. Abendrot, Kreuze beugen sich dem keuchend lachenden Wind, rote Gräser, rote Herzen. Tosende Meere und tiefdunkle Wälder, bunte Blumen die Felder durchziehend.

    Ein Ort der Freiheit, der Farbe. Frieden, auch innerlich, oder der totale Krieg. Ich will nicht dazwischen stehen. Nie wieder beige-grau. Ein Ort der Vielseitigkeit. Mein Ort.

    Vielleicht einmal, irgendwann.


    Das Herz zieht mit



    Re: Sehnsuchtsorte

    Nenia - 18.08.2005, 14:58


    Nicht als Liebenden vermisse ich Dich. Als Freund. Ich würde gerne mit Dir in Aachen sitzen. Galoises rauchen und reden. Ich möchte den Elisenbrunnen riechen, mich erinnern und mich jung fühlen. Wie damals. Sehen, wie Du jetzt bist. Ich bin neugierig.
    Auch ohne Dich werde ich wiederkommen. Ich liebe diese Stadt. Ich weiß nicht, warum ich sie so liebe. Es können nicht nur Erinnerungen sein.



    Re: Sehnsuchtsorte

    Odessa - 19.08.2005, 01:48


    Der Gardasee. Weil ich dort war, an diesen Tagen, als Carl starb. Schon tot war. Und weil ich ihn immer bei mir hatte, bei jedem Schritt, bei jedem Foto das ich schoss.

    Dieser See mit den Bergen drumrum...die malerischen Fischerdörfchen... die alten Steinhäuser...das bunte Treiben der Fischer... und überall dieses Gefühl von "hier ist meine Seele" .... hier ist auch Carl.

    Seltsam, nicht zu erklären...aber der Gardasee ist einer der Orte, wo ich einfach hin muss, immer wieder. Wo ich mich auch in Gedanken hinflüchte.



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