My D.N.A Destiny

Forum ist umgezogen, das neue findest du unter: www.kokoronosenshi.de (bitte in Browser kopieren)
Verfügbare Informationen zu "My D.N.A Destiny"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Füchschen
  • Forum: Forum ist umgezogen, das neue findest du unter: www.kokoronosenshi.de (bitte in Browser kopieren)
  • Forenbeschreibung: Das neue Forum ist um weiten umfangreicher und größer!! Außerdem gibt es neue Funktionen!!
  • aus dem Unterforum: Fanstories
  • Antworten: 7
  • Forum gestartet am: Donnerstag 19.05.2005
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: My D.N.A Destiny
  • Letzte Antwort: vor 17 Jahren, 7 Monaten, 21 Tagen, 9 Stunden, 29 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "My D.N.A Destiny"

    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 10.06.2005, 21:58

    My D.N.A Destiny
    also, das hier ist die erste geschichte, die ich geschrieben habe ^^, ist aber noch lange nicht fertig ^^"
    die charas existieren zum teil auch in gezeichneter form, da dies eigenlich die story zu einem meiner doujins ist =^^=

    ...naja, genug geredet, hier ist mal ein teil davon (ich werde die geschichte relativ kontinuierlich weiterposten, damit es nicht zuviel auf einmal ist ^^), ich hoffe, es gefällt euch und freue mich auf eure kritik, egal ob positiv oder negativ ^^

    ---------------------

    Prolog

    Lyara – Die Reinkarnation der Erde. Vor vielen Jahrmillionen war der Untergang des blauen Planeten gekommen. Schuld daran waren die Menschen, die durch ihren selbstsüchtigen und egoistischen Lebensstil an den Kräften der Welt gezerrt hatten. So verdunkelte sich eines Tages der Himmel und veränderte alles auf der Erde. Die Menschen flüchteten in den Untergrund und verharrten dort so lange, bis die Oberfläche wieder einigermaßen bewohnbar wurde.
    Doch nun war der Planet wieder erwacht und es kam wie es kommen musste: Die menschliche Rasse hatte es geschafft, trotz der klimatischen Veränderungen zu überleben, auch wenn es nur eine Handvoll waren. Die meisten Tierrassen waren ausgestorben und langsam entwickelten sich unter den gegebenen Umständen neue Wesen und die Pflanzenwelt erholte sich Schritt für Schritt.
    Jedoch war nichts mehr, wie es auf der alten Erde gewesen war. Die natürlichen Ressourcen waren schon von Anfang an knapp, sodass man auf längere Sicht gesehen eine Lösung finden musste, um dem Ganzen entgegen zu wirken. Die technischen Errungenschaften waren durch die Katastrophe verloren gegangen und die Menschen waren geistig nicht mehr in der Lage, diese neu zu entwickeln.
    So hatten sich vor Jahrhunderten eine Gruppe von Gelehrten entschieden, die sechs wichtigsten Kräfte in Amulette zu versiegeln und anschließend deren Kräfte gezielt abrufen zu können – Feuer, Wasser, Wind, Erde, Donner und Psy.
    Doch schon bei der Erschaffung gab es Probleme: Die Mächte waren zu stark, um sie unter Kontrolle zu halten. Viele zerbrachen an ihnen und wurden zu geistigen Wracken, welche zu nichts mehr fähig waren. Deshalb entschloss man sich diese an verschiedenen Orten zu verstecken, damit sie nicht noch mehr Leben auf Spiel setzten. Königin Kasana hatte sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, egal auf welchen Weg, eine Möglichkeit zu finden, die Amulette dennoch zu nutzen. Sie bezog sich auf das gesammelte Wissen, dass ihre Vorfahren erlangt hatten, um herauszufinden, dass ein menschlicher Körper allein einfach nicht stabil und perfekt genug war, damit man die Mächte unter Kontrolle halten konnte. Sie fand schließlich heraus, dass die Kombination aus Mensch und Tier die einzige Lösung war, nur so wäre man in der Lage, den Kräften widerstand zu bieten und nicht daran elendig zu sterben.
    Unter einem Vorwand schaffte sie es, mehreren schwangeren Frauen die Gene von Füchsen, Katzen, Wölfen und Vögeln zu implantieren, ohne dass die Mütter Verdacht schöpfen konnten.
    Aber schon bei den Geburten erkannte sie, dass ihr heimliches Experiment mehrmals fehlgeschlagen war – manche Kinder kamen mit schlimmen Behinderungen zur Welt, andere waren so stark mutiert, dass sie nicht mehr lebensfähig waren. Nur vier waren geglückt und hatten eine 100%ige Anpassung an die fremden, tierischen Gene.
    Die Eltern sahen sich massiven Problemen gegenübergestellt, denn nirgendwo wurden sie oder ihre Kinder geduldet, geschweige denn akzeptiert, denn dafür unterschieden sie sich zu sehr von den anderen Menschen, die sich auf eine gewisse Weise vor diesen bizarren Wesen ängstigten. Sie fürchteten sich vor deren Fähigkeiten, die die Fähigkeiten eines durchschnittlichen Kindes weit überragten. So wuchsen die vier Auserwählten unter schwierigen Umständen heran und lernten von Anfang an, was es heißt, anders zu sein und von der Gesellschaft verstoßen zu werden.
    Doch der Königin war es egal, wie hart ihre Kindheit nun auch gewesen sein mag, Hauptsache sie machten sich auf die Suche nach den Amuletten und fanden diese auch. Es hatte sie viel Überredungskraft gekostet, sie dazu zubringen, sich auf die Reise zu begeben. Nur mit dem Versprechen, sie in Menschen verwandeln zu können, hatten sie sich auf die Suche gemacht, ohne zu ahnen, dass Kasana in dieser Beziehung nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte.
    Sie mochte nicht tatenlos zusehen, wie die Erde – oder Lyara – abermals unterging. Sie wollte ihr Königreich beschützen und wenn dies bedeutete, dass ein paar ihrer Untertanen ihr Schicksal in ihre Hände legten, musste dieses eben Opfer erbracht werden, zum Wohl der ganzen Welt .
    „Ja“, murmelte sie leise vor sich hin,“ Zum Wohl der Welt muss es sein...“



    Schweißgebadet und keuchend wachte Tsune* auf. Schon wieder hatte er denselben Albtraum wie jede Nacht durchlebt. Einen Moment blieb er noch liegen, um sich davon zu erholen, dann stand er zitternd auf und warf einen Blick auf die anderen, die seelenruhig weiterschliefen und anscheinend nichts bemerkt hatten. Seufzend drehte er sich um und ging zu einem nahe gelegenen Fluss. Dort angekommen setzte er sich auf die Knie und starrte voller Abscheu in sein Spiegelbild. Was er da sah machte ihm immer wieder bewusst, weshalb er seine Vergangenheit so sehr hasste. Aus seinen braunen Haaren ragten zwei ebenfalls braune Polarfuchsohren, er hatte einen Fuchsschwanz und seine grünen Augen waren alles andere als menschlich. Wütend tauchte er seine Hände ins Wasser und spritze sich das kühle Nass ins Gesicht. Plötzlich hörte er ein Rascheln, dass aus den Büschen drang. Blitzschnell stand er auf, streckte seine Hand aus und ließ einen rotglühenden Feuerball darin erscheinen. Da trat ein schwarzhaariges Mädchen zwischen den Bäumen hervor, dessen lebhaften violetten Augen erschrocken das Feuer fixierten.
    „Halt, ich bin’s doch nur!“ , rief Nekomi**, das Katzenmädchen aus. Erleichtert ließ Tsune den Feuerball wieder verschwinden. „ Entschuldige, ich dachte es wäre schon wieder eines dieser Viecher...“.
    Eine peinliche Schweigeminute entstand.
    „Jetzt sind wir schon fast zwei Monate unterwegs und noch immer keine Spur von den Amuletten, die wir der Königin über Lyara beschaffen sollen“, dachte Tsune. „Vielleicht hat sich Kasana geirrt und es gibt sie gar nicht mehr, aber wenn wir sie nicht finden, wird Kasana uns nicht das Gegenmittel geben...“ Gedankenverloren wie Tsune gerade war, hatte er gar nicht bemerkt, dass Nekomi ihn anscheinend etwas gefragt hatte. Schließlich fuchtelte sie mit den Armen vor seinem Gesicht herum, was ihn wieder in die Realität zurückholte. „ Was ist denn los, du wirkst so zerstreut. Seit wir losgegangen sind bist du schon so abweisend und seltsam...“, fragte sie besorgt. Ihr schwarzer Katzenschwanz wedelte unruhig hin und her. „ Ach lass mich in Ruhe, es gibt Dinge, die dich nichts angehen.“ , entgegnete er schroff und wandte seinen Blick von ihr ab.
    Nekomi hatte schon mit so einer Reaktion gerechnet und trotzdem verletzte sie diese sehr. Sie wünschte sich, dass er sich ihr ein wenig öffnen würde. Traurig starrte sie den Boden unter ihren Füßen an. „ Ich... entschuldige. Wahrscheinlich hast du recht, es geht mich wohl wirklich nichts an. Ich dachte nur...Ich habe bemerkt, wie du im Schlaf geschrieen hast und wollte nur wissen, ob alles in Ord...“ Tsune ließ sie den Satz nicht zu Ende führen. Wutentbrannt verengten sich trotz der Dunkelheit seine Pupillen zu Schlitzen und er schrie sie an: „Lass mich allein, lass mich einfach nur allein! Kann ich denn nie meine Ruhe haben? Ich brauche niemanden, der sich Sorgen um mich macht, verstanden?“ Erschrocken wich Nekomi von ihm zurück. Doch auf einmal veränderte sich sein Gesichtsausdruck, da war keine Wut mehr zu entdecken, nur noch Verzweiflung...“Geh...ich bitte dich...“. Langsam stand Nekomi auf, warf einen letzten traurigen Blick auf Tsune und schlich anschließend zurück zu den anderen.
    Sie konnte nicht verstehen, warum er jedes Mal so schroff reagierte, wenn man etwas über ihn erfahren wollte. Egal was sie tat , immer endete es so, dass er stinksauer auf sie war. Als sie wieder bei Takoya (der zur Hälfte ein Wolf war) und Laila, dem Vogelmädchen angekommen war, setzte sie sich seufzend auf den mit Blättern übersäten Boden. Nekomi zog die Knie an und versteckte ihr Gesicht. „Was ist denn los, Nekomi? Warst du bei Tsune?“, fragte Takoya, der mittlerweile auch aufgewacht war. Ein leichtes Nicken war aus Richtung des zusammengekauerten Mädchen zu erkennen. Seufzend schüttelte er den Kopf. Er konnte sich schon vorstellen, wie das Gespräch ausgegangen war. Er stand auf und ging auf Nekomi zu: „Mach dir nichts draus, er ist einfach ein Sturkopf, der über nichts reden will.“ Trotzig erwiderte sie: „Aber...ich versteh ihn nicht, erst beschützt er mich vor Kagamis Schergen und wenn ich ihm dann mal helfen will, weist er mich mit den Worten zurecht, dass ich ihn in Ruhe lassen soll.“ Lächelnd wuschelte Takoya ihr durchs Haar. „Versuch noch etwas zu schlafen, wir sollten ausgeruht sein, wenn uns der nächste Angriff bevorsteht.“ „Hmm ....ja, ich versuchs“, antwortete Nekomi, während sie sich wie eine Katze zusammenrollte und die Augen schloss.

    * von „Kitsune“, jap. bedeutet Fuchs
    ** von „Neko“, jap. Katze und „mi“, jap. bedeutet Schönheit



    Ganz in der Nähe des Lagerplatzes waren ein lautes Magenknurren und ein Seufzer zu hören.
    „Mensch, Noir, du hast doch erst eben was gefuttert“, sagte Oranjii genervt. „Sorry, nyan, du kennst mich ja, ich hab immer Hunger.“, murmelte Noir. Oranjii schüttelte den Kopf: „Ich glaube, ich werde nie verstehen, wie du so viel in dich reinstopfen kannst und dabei auch noch so dünn bleibst.“ Mit diesen Worten reichte sie Noir einen Apfel. „Damit musst du dich begnügen, ich gehe heute Nacht nicht mehr auf die Jagd“, sagte das Katzenfuchsmädchen. Sie hatte die Ohren einer orangetigerten Katze, doch ihr Schwanz entsprach dem eines Rotfuchses. Noir hingegen war wie Nekomi zur Hälfte eine schwarze Katze, die im Moment genüsslich ihren letzten Proviant verspeiste. „Nyo, warum haben wir bloß diesen Job angenommen? Von den Amuletten ist immer noch keine Spur, die vier machen sich brav auf die Suche danach, aber momentan sind sie nur gut darin, sich untereinander zu streiten und in Schwierigkeiten zu geraten. Schon zum zweiten Mal in dieser Woche wurden sie von Lailas Schwester Kagami angegriffen. Diese Spioniererei geht mir langsam auf die Nerven“, meckerte Oranjii, während sie Noir beim Essen zusah. Diese machte einen enttäuschten Eindruck, aber nicht wegen den Gründen, die Oranjii eben aufgezählt hatte, sondern, weil sie den Apfel schon verputzt hatte. „Kannst du auch mal an was anderes denken?“, lachte Oranjii, während sie in Richtung des Lagers schaute. „Ich glaub, wir können jetzt auch schlafen, da drüben scheint sich nichts mehr zu tun.“ Noir gähnte herzhaft und meinte: „Miau, ich denke du hast recht, ich bin furchtbar müde“. Nach diesen Worten kuschelten sich die zwei aneinander und schliefen ein.



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 21.06.2005, 19:44


    Am nächsten Morgen brach das Quartett so früh auf, dass Noir und Oranjii beinahe deren Aufbruch verschlafen hätten. Plötzlich blieb Oranjii wie versteinert stehen. „Oranjii, was ist denn....Oooh, nein, nicht schon wieder...“, flehte Noir. Doch da passierte es schon. Mit einem poff wurde das Mädchen in eine Rauchwolke gehüllt. Als sich diese wieder verzogen hatte, hockte neben Noir ein wütendes kleines Tier, welches den Körperbau einer Katze und den puscheligen Schwanz eines Fuchses hatte. Der orangegetigerte Katzenfuchs fauchte säuerlich. In dieser Gestalt konnte Oranjii nur in der Sprache der Tiere sprechen, doch Noir verstand sie trotzdem, das sie durch ihre Tiergene die Gabe besaß, den katzenähnlichen Teil von ihr zu verstehen. Stöhnend hob sie das zeternde Wesen hoch. „Was soll’s, wir können es nicht ändern. Du weißt genauso gut wie ich, dass wir keinen Einfluss auf deine Verwandlung haben. Wie kamen die eigentlich damals auf die Idee, dir die Gene von zwei verschiedenen Tieren einzupflanzen? Hätten sich doch denken können, dass das nur Probleme geben wird...“Als Noir ihren Satz beendet hatte, hopste Oranjii auf ihren bevorzugten Platz wenn sie ihre Tiergestalt hatte – Noirs Kopf. „Also gut, das soll uns nicht daran hindern, den anderen zu folgen. Machen wir uns auf den Weg, bevor wir sie komplett aus den Augen verloren haben.“






    Die Stimmung zwischen Tsune und Nekomi war immer noch recht frostig. Tsune würdigte sie keines Blickes und auch Nekomi mied seinen so gut sie konnte. Laila kehrte derweilen von einem Rundflug zurück und landete direkt vor Takoya. Während sie ihre Flügel zusammenfaltete, sagte sie: „Also, wenn wir weiter in diese Richtung laufen, kommen wir unweigerlich an einer Stadt vorbei. Einerseits müssten wir zwar dann wieder Vorbereitungen treffen, bevor wir in die Stadt gehen, andererseits könnten wir so mal wieder was anders essen als das, nach dem unsere tierische Hälfte verlangt und unseren Vorrat an Verbandsmaterial aufstocken. Die nächste Frage wäre dann, wenn wir in die Stadt gehen, wer sich verkleidet und die Besorgungen macht.“ Fragend schaute sie in die Runde. „ Wie wär’s mit dir, Flohsack?“. Mit „Flohsack“ meinte sie Nekomi. Jede Gelegenheit, die sich Laila bot, nutzte sie, um Nekomi zu triezen. Mit einem empörten „miau“ wollte Nekomi sie schon anfauchen, doch bevor sie etwas sagen konnte, unterbrach Tsune sie. „Hör mit diesem kindischen Getue auf, das nervt langsam gewaltig. Ihr Name ist Nekomi und nicht Flohsack, Fellknäuel, Katzenviech oder Mäusefresser.“, fuhr er sie an. Laila wollte erst noch etwas erwidern, ließ es aber lieber bleiben, als sie spürte, dass Tsune nicht wirklich in der Stimmung war, darüber zu diskutieren. Laila hatte die Fähigkeit die Gefühle und ansatzweise

    die Gedanken anderer zu verstehen, zu erkennen und mit ihrem Gesang diese sogar zu beeinflussen. So beließ sie es bei einem verächtlichen Schnaufen. „Das Problem haben wir immer noch nicht gelöst, also, was machen wir jetzt?“, fragte sie und stemmte die Hände in die Hüfte. „Ich würde sagen, dass wir in die Stadt gehen bzw. dass ich freiwillig gehen würde, um unsere Besorgungen zu erledigen.“ , erbarmte sich Takoya, „Nekomi war schon letztes Mal und du kannst deine Flügel nicht verstecken.“ Warum er Tsune nicht schicken wollte, behielt er für sich. Ihm war schon lange klar, dass er ein massives Problem mit Menschen hatte. Weshalb genau, wusste er zwar auch nicht, aber es musste irgendwas mit seinem Heimatort Mizuke zu tun haben, zumindest reagierte er immer ziemlich gereizt, wenn man diesen auch nur erwähnte. „Danke, Takoya“ , schnurrte Nekomi dankbar. Momentan hatte sie überhaupt keine Lust, die Einkäufe zu erledigen, sie wollte viel mehr etwas über Tsune herausfinden.
    Takoya versteckte seinen Wolfschwanz in der Hose und fragte Tsune: „Kann ich mir deinen Schal ausleihen, damit ich meine Ohren verbergen kann?“ Mit einem Nicken zog Tsune das besagte Kleidungsstück vom Hals und reichte es Takoya, der ihn sofort um den Kopf schlang. Jetzt sah er zwar etwas seltsam aus, aber anders war es ihm nicht möglich sich unter die Leute zu begeben, ohne unangenehm aufzufallen. „Gut, dann zeige ich dir den genauen Weg“, sagte Laila während sie in die Lüfte abhob und voraus flog, Takoya ihr hinterher rennend.






    „Sie scheinen mal wieder einen Stadtbesuch zu planen“ , meinte Noir, während sie Takoya zuschaute, wie er sich verkleidete. „Was meinst du, sollen wir hinterher oder sollen wir Tsune und Nekomi weiter beschatten?“, fragte sie Oranjii, die immer noch in ihrer Tiergestalt auf ihrem Kopf thronte und die nun Noir miauend eine Antwort gab. “Du meinst wir sollten auch mal wieder neues Essen kaufen, weil ich alles leer gefuttert hab?“ Ein zustimmendes „nyo“ kam aus Richtung des Katzenfuchses. “Nyan, nyan, ok, uns bleibt wohl nichts anderes übrig. Hoffentlich fliegen wir nicht wieder auf, so wie das letzte Mal.“ Sie schauderte, als sie sich daran erinnerte. Mit allem, was die Dorfbewohner finden konnten, hatte man sie beworfen und attackiert, als Oranjii die Mütze vom Kopf gefallen war und zu allem Überfluss ihr Schwanz sich selbstständig gemacht hatte.
    Sie hob Oranjii (die dabei protestierte) von ihrem Lieblingsplatz herunter und kramte in ihrer Umhängetasche nach einer Kopfbedeckung und verstaute ihren Schwanz in ihrer Hüftbinde. „So müsste es funktionieren, oder was meinst du, Oranjii?“ Oranjii nickte leicht und trippelte an die Seite von Noir, die schon Takoya und Laila heimlich folgte.






    Als sie nah genug an der Stadt waren, flog Laila wieder zurück zu den anderen. Takoya schaute sich schnell um und lief dann in die Stadt.
    Diese Stadt unterschied fast gar nicht von den anderen. Die Wände der heruntergekommenen Häuser waren schmutzig und angefault, ein bestialischer Gestank stieg in Takoyas empfindliche Wolfsnase und setzte sich dort fest. Ihm wurde für einen Moment schwindelig von dem schimmeligen Geruch, doch er versuchte sich schnell wieder zu fassen, bevor die Leute auf ihn aufmerksam wurden.
    Die Menschen hier wohnten nur noch in Baracken, die gerade noch gut genug waren, um vor Regen zuschützen. Eine schreckliche Seuche hatte sie heimgesucht und die meisten der Bewohner dahingerafft. Vor manchen Häusern lagen halb verweste Leichen, die den Gestank verursachten und anscheinend niemand begraben oder verbrannt hatte. Andere schienen dem Tod so nahe zu sein, dass nur das Heben und Senken ihres Brustkorbes darauf hinwies, dass sie noch ein Funken Leben in sich hatten. Takoya mied den Blick der Leute, in der Befürchtung, dass ihn seine seltsamen gelben Augen verraten würden, doch scheinbar schien sich niemand um den Neuankömmling zu kümmern. Takoya suchte nach einem Laden, der noch nicht allzu mitgenommen aussah und ging hinein. Dort angekommen entdeckte er ein seltsames Mädchen, das gerade mit einem fast noch seltsamerem Wesen sprach, welches ihr die ganze Zeit hinterher trottete. Wüsste er es nicht besser, hätte er geglaubt, dass die zwei ebenfalls wie er zur Hälfte Tiere waren, zumindest glaubte er ein kleines Fellbüschel aus der grauen Hüftbinde des Mädchens zu sehen. Die Menschen starrte das Duo schon misstrauisch an und tuschelten miteinander, bis das passierte, was nicht hätte passieren dürfen: Das Mädchen bückte sich, die Mütze fiel zu Boden und offenbarte zwei schwarze Katzenohren. Plötzlich würde es mucksmäuschenstill in dem Raum. „Mist“, fluchte Noir verzweifelt und es kam, wie es kommen musste: Die Leute gerieten in Panik, andere rannten davon, die Mutigen unter ihnen schnappten sich Flaschen oder Lebensmittel, um Noir zu bewerfen, die mittlerweile schützend die Arme vor das Gesicht gehoben hatte. Das katzenähnliche orangene Wesen versuchte so gut es konnte, den Wurfgeschossen auszuweichen und gleichzeitig Noir vor den ankommenden Gegenständen mit einem „miau“ zu warnen. Takoya konnte dem ganzen Treiben nicht mehr tatenlos zusehen, riss den Schal vom Kopf und griff ein. Er packte Noir am Handgelenk und klemmte sich Oranjii unter den Arm und zerrte sie nach draußen, doch dort erwartete sie schon eine wütende Menschentraube. Takoya sah keine andere Möglichkeit und packte einen der Bewohner, bevor sie ihm mit Mistgabeln und Ähnlichem auf die Pelle rücken konnten. Er ließ die beiden los, zog die Frau an sich und legte ihr seine stählernen Eisenkrallen, die er kurz zuvor erscheinen lies, an die Kehle. Mit angsterfüllten Augen starrte die Frau keuchend Takoya verzweifelt an. “Lasst uns gehen und ich lasse die Frau wieder frei“, rief er knapp. Da bahnte sich ein Mann einen Weg durch die Menge und schrie: „ Ihr verdammten Biester, könnt ihr uns nicht einfach in Ruhe lassen? Mir möchten mit solchen niederen Wesen wie euch nichts zu tun haben!! Ihr seit an allem Schuld, ihr hetzt die Ratten auf unsere Lebensmittel und die Raben auf unsere Felder, die eh schon total unfruchtbar sind!“ Das Gesicht des Mannes hatte schon vor lauter Wut eine rote Färbung angenommen. „Dafür sind wir nicht verantwortlich, wir wollen nur in Ruhe gelassen werden. Also, lasst ihr uns nun durch oder muss ich vorher Gewalt anwenden?“ Mit diesen Worten drückte er die Krallen stärker an die Kehle der Frau, die mittlerweile ein ängstliches Wimmern von sich gab. Verächtlich spuckte der Mann auf den Boden. “ Tss, weißt dir wohl nicht mehr anders zu helfen oder wie? Ich hab schon immer gewusst, dass ihr miesen Viecher gewalttätig seit und den Geruch von frischem Blut mögt. Also gut, wir lassen euch gehen, aber zuerst musst du die Frau los lassen“ , knirschte er. Takoya ahnte schon, was der Mann bezweckte. Er wollte, sobald die Frau in Sicherheit war, die anderen angriffslustigen Menschen auf ihn hetzen, doch Takoya wusste ebenfalls, dass diese unorganisierte Meute keine Gefahr für ihn darstellten. Er kam der Aufforderung nach, ließ blitzschnell die Frau fallen, packte Noir und Oranjii und hetzte in die Richtung, aus der er ursprünglich gekommen war. Kreischend rannte die Menschenmasse ihm hinterher, doch sie konnten nicht Schritt halten und gaben die Verfolgung fast genauso schnell auf, wie sie sie begonnen hatten. Takoya verringerte trotzdem seine Geschwindigkeit nicht und rannte so schnell er konnte zusammen mit dem Katzenmädchen und dem seltsamen Wesen zurück zu den anderen.



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 21.06.2005, 19:44


    Seit Takoya und Laila losgegangen waren, hatten Tsune und Nekomi noch kein Wort miteinander geredet. Tsune saß angelehnt an einem Baum und starrte den leicht grauen Himmel an. Mit seiner rechten Hand rieb er gedankenverloren an der Wunde seiner Schulter , die er sich zugezogen hatte, als sie gegen Kagamis Monster gekämpft hatten und er schützend vor Nekomi gesprungen war, als diese angegriffen wurde. Nekomi sprang von dem Ast runter, auf dem sie gestanden hatte und schlich langsam zu Tsune, der sie erst gar nicht bemerkte. „Du solltest die Wunde besser in Ruhe lassen, sonst geht sie wieder auf“ , sagte Nekomi mit besorgtem Unterton. Tsune senkte den Kopf, starrte erst mit seltsam leeren Augen Nekomi kurz an und ließ die Hand schließlich sinken. „Hmm...“, murmelte er nur geistesabwesend. Seufzend kniete sie sich neben ihn hin. Man sah ihm an, dass er die letzten Wochen kaum geschlafen hatte. Seine Augen waren gerötet, sein Gesicht blass und er zitterte leicht am ganzen Körper. Wieso er genau den Schlaf mied, wusste sie nicht. Nekomi hatte nur als in den seltenen Nächten, in denen er schlief, bemerkt, wie er um sich schlug und schrie. Schließlich gewann ihre Neugier die Oberhand und sie fragte ihn danach. „Sag mal“ , fing sie an, „Was träumst du nachts eigentlich? Es müssen ja schreckliche Albträume sein...“ Tsune erschrak innerlich. Mit so einer Frage hatte er im Moment nicht gerechnet. Vor Aufregung sträubte sich sein Schwanz und er fing an zu stottern: „G...gar nichts...Wirklich.“ , fügte er hinzu, als sie ihn skeptisch ansah. Er stand langsam auf und entfernte sich von ihr, Nekomi jedoch ließ sich nicht so leicht abschütteln, lief ihm hinterher und packte sein Handgelenk, woraufhin er erschrocken zusammenzuckte. „Das glaube ich dir nicht. Du kannst ruhig mit mir reden, ich würde dir gerne
    einen Gefallen tun und dir helfen, immerhin..“ Er ließ sie nicht ausreden, stattdessen riss er seine Hand frei, schaute sie verstört an und wand anschließend den Blick ab. „Es ist nichts...Es ist nichts...“, nuschelte er leise vor sich hin. Dann sank er auf die Knie und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Geh...Lass mich allein....bitte...ich will allein sein..“. Nekomi konnte und wollte Tsune nicht allein lassen. Er wirkte so verzweifelt und hilflos, sie brachte es nicht übers Herz, ihn sich selbst zu überlassen. Sie streckte die Hand nach ihm aus, doch er schlug sie grob weg. „Verschwinde! VERSCHWINDE, sagte ich!“ , schrie er sie kalt an. Nekomi zuckte zusammen. Tsune bebte mittlerweile vor Wut, dann stand er auf und ließ einen Feuerball in seiner rechten Hand erscheinen. „Lass...mich....in...Ruhe...Verschwinde!!!“ Der Ausdruck in seinen Augen wurde immer verzweifelter. Nekomi starrte verwirrt den Feuerball an, als plötzlich Takoya mit Noir und Oranjii im Schlepptau auftauchte. Tsune ließ das Feuer wieder verschwinden und rannte ins Dickicht. Takoya schaute ihm verdutzt hinterher, stellte aber keine weiteren Fragen darüber, dafür jedoch Nekomi, die nun verdattert die zwei zerzausten Gestalten fixierte. „Wer seid ihr denn?“ , fragte sie. Noir schnappte von dem langen Lauf nach Luft und antwortete keuchend: „Ich heiße Noir und das da unten ist Oranjii. “ Sie deutete neben sich, woraufhin Oranjii Nekomi mit einem Miauen begrüßte. Bevor Nekomi noch weitere Fragen stellen konnte, wurde Oranjii abermals in eine Rauchwolke gehüllt. Mit einem lauten Knall verwandelte sie sich zurück und hatte wieder ihre ursprüngliche Gestalt angenommen. „Endlich“, schnurrte sie zufrieden. Jetzt waren Takoya und Nekomi gleichermaßen verwirrt. Oranjii ließ sich davon nicht beirren und fing an über ihre Hand zu schlecken. Sie schien es sehr zu genießen, keine Tiergestalt mehr zu haben. Noir schaute in die verdatterte Runde und sagte: „Nyan, ich glaube wir sind euch ein paar Erklärungen und ein Danke schön schuldig...“




    Er rannte, bis er zu einer Lichtung kam, erst dann blieb er stehen, stützte die Hände in die Knie und japste nach Luft. Vielleicht war es unüberlegt gewesen, einfach so abzuhauen, aber er hatte es nicht mehr ausgehalten. Dieser besorgte Blick von Nekomi....Er schauderte.
    Seine Schulter schmerzte nach dem Lauf. Er hob die Hand an die Wunde und spürte, wie Blut an seinen Fingern kleben blieb. Fluchend lehnte er sich an einen Baumstamm und rutschte daran herunter. Tsune schloss die Augen und holte tief Luft. Das Blut floss ihm langsam den Arm herunter. Kleine Regentropfen fielen auf sein Gesicht.
    Und schon wieder wäre er fast komplett durchgedreht. Er musste dafür sorgen, dass er seine Gefühle unter Kontrolle behielt, vor allem seine Wut. Er durfte nicht den selben Fehler begehen wie damals vor drei Jahren.
    Tsune öffnete die Augen wieder und starrte die tristen grauen Regenwolken an. Der Anblick beruhigte ihn auf eine gewisse Weise, als ihm plötzlich eine seltsame Müdigkeit befiel. Seine Lider wurden schwer, er versuchte dagegen anzukämpfen, gab schließlich auf und schlief ein.





    „Also, wenn ich das richtig verstanden habe, hat euch Königin Kasana uns hinterher geschickt, damit ihr uns beschatten könnt, um in Erfahrung zu bringen, ob wir ihrem Auftrag auch wirklich Folge leisten...“, fasste Takoya das Gespräch zusammen. Noir und Oranjii nickten. Nekomi hatte den Dialog schweigend verfolgt, doch jetzt mischte sie sich auch ein. „Warum seid ihr ebenfalls wie wir? Ich dachte, dass wir die einzigen Tiermenschen sind.“ „Es gibt noch mehr, doch nur bei euch sind die Experimente erfolgreich verlaufen. Oranjii beispielsweise kann ihre Donnermagie nicht kontrollieren bzw. ihre Kräfte nicht einteilen. Wie ihr ja schon gemerkt habt, verwandelt sie sich von Zeit zu Zeit in ein Tier. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich darin, dass man ihr die Gene einer Katze und eines Fuchses eingepflanzt hat“ , erklärte Noir. Oranjii fuhr fort: “Noir hat zwar durch die fremden Gene Psy-Kräfte erhalten, jedoch kann sie diese nicht immer abrufen. Manchmal sind sie wie verschwunden und sie kann ihre Magie nicht nutzen, was in einem Kampf zu einem fatalen ende führen kann. Tja und jetzt sind wir wohl aufgeflogen.“ Die beiden starrten peinlich berührt zu Boden, als ein Magenknurren aus Noirs Richtung drang, die sofort errötete. „Ups...“ Takoya konnte sich ein Lache nicht verkneifen. „Okay, gehen wir etwas zum Essen jagen, Noir. Oranjii du beleibst am besten bei Nekomi und ihr wartet auf Laila.“ Takoya erhob sich, winkte Noir zu sich, die schnell an seine Seite glitt. Zusammen verschwanden die Zwei im Wald. Als sie außer Hörweite waren, wandte sich Nekomi an und fragte diese: “Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dich alleine auf Laila warten ließe?“ Oranjii schüttelte den Kopf und erwiderte:“ Ach was, ist schon in Ordnung, geh du ruhig zu Tsune.“ Nekomi stutze und wurde rot. „Woher...?“ „Woher ich das weiß?“, fiel Oranjii ihr ins Wort, „Nya, du hast wohl vergessen, dass wir ursprünglich Spione waren.“ Oranjii grinste verschmitzt und Nekomi musst lachen. „Gut, vielen Dank jedenfalls, ich bin dann bald wieder zurück und hoffentlich mit Anhang.“ Mit diesen Worten verabschiedete sie sich von ihr und rannte in die Richtung, in die Tsune gelaufen war.






    Inzwischen hatte das Wetter total umgeschlagen. Ein Gewitter verdunkelte den Himmel, nur einzelne Blitze erhellten den Wald für kurze Zeit und der Donner grollte über die Landschaft. Es regnete in Strömen, sodass man kaum die Hand vor Augen sah. Der Regen hatte Kagamis Kleidung vollkommen durchnässt, doch dieser Umstand schien ihr gar nichts auszumachen, im Gegenteil, sie genoss es regelrecht. Langsam streckte sie ihren rechten Arm gen Himmel aus. Die Vogelgene, die man Laila und ihr implantiert hatte, hatten ihre rechte Hand in eine Vogelklaue verwandelt, ihre Flügel waren fluguntauglich und missgebildet. An den Stellen des Rückens aus denen sie ragten, empfand sie an solchen Tagen einen fast unerträglichen Schmerz, der ihren Hass gegen Kasana nährte. Wie sehr sie diese selbstsüchtige Weib verabscheute. Immerhin war sie an ihrem Schicksal schuld und so auch dafür verantwortlich, dass Kagami nie einen gesunden und starken Körper besitzen würde. Kasana hatte zwar diese vier Chaoten auf die Suche nach den Amuletten geschickt, die vor vielen Jahrhunderten erschaffen worden waren, doch sie schienen genauso erfolglos zu sein, wie sie. Bis jetzt hatten die Vier ihre Schöpfungen jedes Mal vernichtet, doch jetzt waren sie je zu zweit unterwegs und das war ihre Chance. Die zwei Neuen schienen den anderen durch ihre Schwächen nur ein Klotz am Bein zu sein.
    Nun streckte sie die linke Hand ebenfalls aus und schloss die Augen um sich besser konzentrieren zu können. Ihr Mund war zu einem stummen Schrei geöffnet. Kurz darauf schwebte eine schwarze, knisternde Kugel über ihrem Kopf. Schweißtropfen liefen ihr vor Anstrengung ins Gesicht. Plötzlich wurde die Kugel immer größer und es hatte den Anschein, als ob sie die Blitze in sich reinsaugen würde. Langsam veränderte sich ihre Form und nahm die Gestalt eines monströsen Wesen an, welches sich schließlich dreiteilte. Kagami öffnete erschöpft die Augen und musterte ihre Schöpfung zufrieden. Mit einer Handbewegung machte sie ihnen klar, was ihr Auftrag war. Diese ließen einen markerschütternden Schrei fahren, drehten sich um und verschwanden im Regen.



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 23.06.2005, 17:40


    Nekomi zitterte am ganzen Körper vor Kälte. Sie war pitschnass vom Regen, der ununterbrochen hinunterprasselte. Ihren Geruchsinn konnte sie vergessen um Tsune bei diesem Unwetter zu wittern, war selbst ihre empfindliche Katzennase nicht gut genug. Sie hatte keine Ahnung, ob sie in die richtige Richtung rannte, sie verlies sich darauf, dass ihr Orientierungssinn sie nicht im Stich ließ. Nekomi war jetzt schon eine gute Stunde unterwegs und immer noch hatte sie keine Spur von Tsune, bis sie plötzlich auf eine Lichtung kam. Sie entdeckte kleine Blutstropfen am Boden, die der Regen schon fast unkenntlich gemacht hatte und folgte diesen, bis sie schließlich an einen Baum ankam. Als Nekomi herunterschaute, sah sie Tsune schlafend daran angelehnt. Auf dem Boden hatte sich neben seinem Arm eine kleine Blutlache gebildet. Sie bückte sich zu ihm runter und stupste ihn leicht mit dem Finger an. Davon erwachte Tsune, öffnete die Augen und schaute Nekomi mit trübem Blick müde an. Nekomi reichte ihm die Hand um ihm aufzuhelfen, doch er schlug die Hand aus und versuchte wankend von alleine wieder auf die Beine zu kommen. Langsam riss Nekomi der Geduldsfaden, sie wollte ihm doch nur helfen, aber er wies sie immer ab. Sie hatte ihm doch überhaupt nichts getan, warum wurde er immer so schnell aggressiv? Wütend stand sie auf und schrie mit bebender Stimme: „Ich versteh dich nicht! Ich könnte absolut nicht sagen ob du mich magst oder nicht. Du sorgst dich um mich, du beschützt mich jedes Mal …doch wenn ich mich dir nähern will stößt du mich weg. Immer lehnst du mich ab! Ich will bei dir sein, aber du möchtest es nicht. Ich will dich lieben, aber du brauchst meine Liebe nicht. Vielleicht magst du mich, doch ich berühre dich nicht im Innersten. Niemand berührt dich im Innersten! Weißt du was? Du tust mir leid!“
    Verdattert schaute er ihr ins Gesicht. Er wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Er öffnete erst den Mund, um etwas zu erwidern, schloss ihn jedoch resigniert wieder. Einerseits hatte sie schon Recht, aber sie konnte nicht nachvollziehen und würde es auch nie verstehen, warum er so sein musste. Er machte das bestimmt nicht zum Vergnügen, aber nur so konnte er sich schützen.
    Ein lauter Schrei riss ihn aus seinen Gedanken. Kreischend flogen die Vögel aus den Bäumen und suchten das Weite. Ein paar Bäume bebten, als ein bizarres Ungetüm aus dem Dickicht kroch. Es war pechschwarz und verschmolz fast komplett mit der Umgebung. Einzelne gelbe blitze zuckten um seinen Körper. Auf dem Rücken ragten zwei gräuliche Schwingen, die er jedoch zusammengefaltet hatte. Seine gelbe Augen blitzten bedrohlich zu Tsune und Nekomi herüber. Es schüttelte seien braune Mähne und trottete auf sie zu. Mitten auf dem Weg beschleunigte es und stürmte nun zu ihnen. Blitzschnell zog Tsune sein Katana aus der Scheide, sprang mehrere Meter hoch und versuchte das Biest von oben anzugreifen, doch es wich mit einem Flügelschlag aus und Tsune landete unsanft auf dem Boden. Nekomi hatte derweilen ihren Stab gezückt und ihn in seine ursprüngliche Form, einen hellblauen Fächer, verwandelt, mit dem sie in der Lage war, über den Wind zu gebieten. Sie drehte sich um ihre eigene Achse, riss den Fächer hoch und anschließend wieder runter. Kurze Zeit später entstand ein Wirbelsturm, der auf das Monstrum zusteuerte. Das Biest öffnete sein Maul, sammelte einen riesigen Donnerenergieball und spie ihn in Richtung des Sturm. Als die zwei Kräfte aufeinander trafen, gab es eine gewaltige Explosion, die Nekomi gegen einen Felsen warf. “Bist du verletzt, Nekomi?“, schrie Tsune zu ihr rüber. Sie schüttelte nur den Kopf und setzte schon zum nächsten Angriff an, doch Tsune kam ihr zuvor. Diesmal ließ er in beiden Hände Feuerbälle erscheinen, die die Umgebung unheimlich erleuchteten. Er konzentrierte sich stärker und die Intensität des Feuers nahm zu. Dann verschmolz er die zwei miteinander um einen einzigen riesigen Feuerball zu erhalten, den er ohne zu zögern gegen das Monster schleuderte. Kaum hatte dieser sein Ziel gefunden, schleuderte er weitere auf seinen Gegner um ihm keine Möglichkeit zu bieten, sich davon zu erholen. Dann rannte Tsune auf ihn zu, holte mit dem Katana aus, bohrte es in den Rücken und schlitzte diesen auf. Das Ungeheuer schrie schmerzerfüllt aus und schlug mit seiner Pranke nach Tsune, der jedoch geschickt auswich. Wieder erzeugte das Wesen einen Donnerball und spie ihn in Richtung Nekomi. Diese hatte die Zeit genutzt, um durch Verbesserung der Konzentration einen stärkeren Sturm zu beschwören und merkte so gar nicht, in welcher Gefahr sie schwebte. „Nekomi, pass auf!!“, rief Tsune, sprintete zu ihr und stellte sich zwischen sie und den Donnerball, der ihn kurze Zeit später mit voller Wucht traf. Ein gellender schrei drang aus Tsunes Kehle und er sank zu Boden. Zitternd stützte er sich mit den Händen ab, spuckte Blut und versuchte sich wieder aufzurappeln. Diesmal ließ er Nekomis Hilfe zu und kam so wieder auf die Beine, wenn auch recht unsicher und wackelig. „Wir sollten versuchen, unsere Magie zu verbinden, vielleicht können wir ihm so den Garaus machen“, keuchte Tsune. Nekomi nickte und ließ mit einer Fächerbewegung einen orkanähnlichen Sturm auf das Monster zustürmen. Tsune sammelte seine letzten Kräfte, konzentrierte sich auf einen rotglühenden Feuerball, den er mit Nekomis Wind verband. So entstand ein Feuersturm, der unaufhaltsam auf das Ungetüm zusteuerte. Als er sein Ziel fand, gab es eine ohrenbetäubende Explosion, das Monster schrie markerschütternd im Zentrum des Sturms, während sein Körper von den Flammen zerfressen wurde. Nach kurzer Zeit war alles vorbei, das Monstrum bäumte sich ein letztes Mal auf, bis es tot auf den Boden aufschlug und anschließend zu Staub zerfiel, den der Regen fortspülte. Tsune fiel zitternd auf die Knie und stützte sich mit den Händen ab, während er sich übergab und dabei noch mehr Blut ausspuckte. Wenn er seine Feuermagie anwandte, entstanden jedes Mal gefährliche Dämpfe, vor denen er sich normalerweise mit seinem Schal als Atemschutz schützte, doch diesen hatte Takoya noch. Nekomi rannte schnell zu ihm, legte vorschichtig ihre Hand auf seinen verwundetet Rücken und schaute hilflos zu, wie er nach Atem rang. Er blutete stark aus den Wunden die ihm der Donnerball zugefügt hatte und seine Schulterwunde war wieder aufgegangen. „Ist dir auch nichts gesehen?“, fragte er schwach. Nekomi ging nicht auf seine Frage ein und erkundigte sich nach seinem Zustand. „Ich will wissen, ob du auch unverletzt bist.“ Seine Stimme wurde immer leiser. „Nyo, ich bin ok, mir ist nichts passiert...“, antwortete sie schnell. „Dann ist ja gut...“, nuschelte er undeutlich, als ihm schwarz vor Augen wurde, er das Bewusstsein verlor und in Nekomis Arme fiel.





    Takoya und Noir waren nun schon eine Zeit lang im Wald unterwegs, doch der Regen, der unaufhörlich auf sie niederprasselte und ihnen die Hoffnung nahm, irgendetwas zu erlegen. Bis jetzt hatten sie nur ein paar Früchte auftreiben können, überwiegend Äpfel. Die dunkelgrauen, ja fast schwarzen Wolken verdunkelten die Umgebung so, dass es den Anschein hatte, dass die Nacht schon angebrochen war. Noir seufzte enttäuscht und blickte zu Takoya. Sie hatte sich noch gar nicht richtig bei ihm für seine Hilfe bedankt. Wenn er ihnen nicht geholfen hätte, säße sie jetzt vermutlich zusammen mit Oranjii in einem Käfig und die Menschen würden sich darum streiten, wer sie töten dürfe. Schüchtern sagte sie zu ihm: „Noch vielen Dank, dass du uns vorhin geholfen hast. Das ist uns jetzt schon zum zweiten Mal passiert, wenn du nicht eingegriffen hättest, wären wir nun sonst wo.“ Takoya lächelte sie an und meinte: „Schon okay, wir Tiermenschen müssen doch zusammenhalten.“ Als sie sein Lächeln sah, wandte sie schnell ihren Kopf ab, um die Röte in ihrem Gesicht zu verbergen. Takoya hatte dies jedoch gar nicht bemerkt und wechselte das Thema. „Wir sollten zurück gehen, bei dem Unwetter macht es einfach keinen Sinn. Wenigstens konnten wir ein bisschen etwas essbares finden, das sollte für heute Abend reichen.“ Noir nickte zustimmend und drehte sich in die Richtung, aus der sie ursprünglich gekommen waren, als sie plötzlich mit dem Kopf gegen etwas hartes und schuppiges stieß. „Auuua...nyan, was ist denn das?“, rief sie erschrocken aus, als sie in die kalten, stahlblauen Augen eines zischenden, echsenartigen Wesen blickte. „Kagami...“, knirschte Takoya nur, während er und Noir zurücksprangen, um nicht Opfer eines direkten Angriffs zu werden und um ihren Gegner besser einschätzen zu können. Es besaß zwar nur zwei Klauen, die am vorderen Teil seines silberfarbenen und schlanken Körpers lagen, die jedoch dafür mörderisch funkelten, wenn Blitze für wenige Sekunden die Landschaft erhellten. Auf seinem Rücken ruhten vier durchlöcherte, rote Schwingen, die am meisten Ähnlichkeit mit den Flügeln einer Fledermaus hatten.
    Takoya zögerte keine weitere Sekunde mehr und entblößte seine langen Eisenkrallen. Noir machte sie ebenfalls zum Kampf bereit. Ihre Hände waren nun in rotes Licht gehüllt. Sie murmelte eine Formel, woraufhin ein nahe gelegener Baum in der Farbe ihrer Magie aufleuchtete, sich entwurzelte und nach einer Handbewegung von Noir auf das drachenähnliche Wesen zuschoss. Dieses schien das nicht weiter zu interessieren, der Baum prallte wirkungslos von ihm ab und hinterließ nicht einmal einen Kratzer auf seiner Schuppenschicht. Takoya hatte sich inzwischen von hinten an das Ungetüm herangeschlichen, da er bemerkt hatte, dass die schützende Schuppenschicht im Bereich der Flügel und an der Unterseite seines Körpers aufhörten und anscheinend die Schwachstelle darstellten. Takoya hob die Hand mit den Krallen und holte gerade zum Schlag aus, als das Monster sich umdrehte und in mit einem kraftvollen Schwanzhieb ihn gegen einen Felsen schleuderte. Er unterdrückte einen Schmerzensschrei und stand wieder auf. Noir hatte inzwischen die Zeit genutzt, um sich nach einem geeigneten Felsen umzusehen, als sie bemerkt hatte, dass Takoya anscheinend die Schwachstelle entdeckt hatte. Als sie einen angemessenen gefunden hatte, streckte sie ihre Hand in dessen Richtung aus und der Felsen löste sich vom Untergrund. Dann ließ sie einen Teil davon absplittern, sodass der Felsbrocken nun nach vorne hin spitz zulief. Doch anstatt ihn sofort auf den Drachen zu werfen, zögerte sie auf einmal und schaute sich hilflos um. Verzweifelt biss sie sich auf die Lippen, als ihre Hand anfing nervös zu zittern. Plötzlich jedoch kniff sie die Augen zusammen und schleuderte mit einem Schrei den Felsbrocken in Richtung des Ungeheuers. Mitten im Flug begann das Wurfgeschoss an zu trudeln, als es immer mehr an Geschwindigkeit verlor und schließlich auf den Boden aufprallte, ohne auch nur in die Nähe seines Zieles gekommen zu sein. Takoya schaute verwirrt zu Noir, doch diese starrte nur mit seltsam leeren Blick den feuchten Boden an. Bevor er sich nach dem Grund erkundigen konnte, schien der Drache einen Angriff vorzubereiten. Er spreizte alle vier Flügel, stieß sich kraftvoll vom Boden ab und flog in die Lüfte. Kreischend umkreiste es Noir und Takoya, während es in seinen Klauen Feuer sammelte und anschließend eine Art Feuerregen auf die beiden prasseln ließ. Takoya versuchte den Feuerbällen auszuweichen, konnte jedoch nicht verhindern, dass ihn dennoch einer streifte und einen Teil seines Shirts ankokelte. Noir hatte einen Schutzschild um sich errichtet, um sich davor zu schützen, hatte aber sichtlich Mühe, diesen aufrechtzuerhalten. Auf einmal stoppte es seine Attacke und flog stattdessen im Sturzflug direkt auf Noir zu, die immer noch verzweifelt versuchte, ihren Schild zu erhalten. Takoya suchte nach dem Felsen, den Noir kurz zuvor fallen hat lassen, schnappte sich diesen und warf ihn mit aller Kraft auf das Ungeheuer, welches den Angriff gar nicht bemerkte. Diesmal fand der Felsbrocken sein Ziel und bohrte sich tief in den Unterseite des Körpers. Mit wutverzerrten Augen schrie es markerschütternd und brach seine Attacke ab. Takoya wartete keine weitere Sekunde mehr, sprang so hoch er konnte und stieß seine Eisenkrallen in den Unterleib und schlitze diesen nun komplett auf. Blutüberströmt fiel der Drache zu Boden, der durch den Aufprall leicht erbebte. Dann tat es seinen letzten, röchelnden Atemzug, als es in Flammen aufging und nur noch ein Häufchen Achse zurückblieb.

    Noir hatte dem Treiben schweigend zugesehen und schaute immer noch mit einem bizarren Blick den Boden an. Ihre Haare fielen ihr so in das Gesicht, dass man nicht ihren Ausdruck deuten konnte. Takoya wunderte sich immer noch über ihre Reaktion von vorhin. Warum hatte sie denn nicht sofort angegriffen, als sich ihr die Gelegenheit geboten hatte?
    Er entschloss sich, sie darauf anzusprechen, ging langsam auf sie zu und fragte sie mit ruhiger Stimme:“ Warum hast du ihm nicht den Gnadenstoß gegeben, bevor es noch mal angreifen konnte?“ Noir blickte betreten zu Boden: „Hast du es denn noch nicht bemerkt?“ „Was soll ich denn bemerkt haben?“ ,stutze Takoya. Ihr Blick wurde leer und es sah aus, als würde sie für das, was sie gleich sagen würde, tiefe Scham empfinden. „Ich kann nicht töten“, wisperte sie leise. Nach einem kurzen Augenblick des Schweigens wandte sich Takoya ihr zu. Er hob Noirs Kopf an und sah in ihr Gesicht, welches sie bis jetzt ihren Händen verborgen hatte. „Weshalb?...Was hindert dich am töten?“ Noir sah ihn auf einmal mit seltsamen Blick an. Takoya konnte ihn nicht so recht deuten. Dann begann sie zu sprechen: “Es ist mein Gewissen, das es mir nicht möglich macht andere Wesen zu töten...Der feste Glaube daran, dass es mir nicht zusteht jemanden das Leben zu nehmen. Wer bin ich, dass ich über Tod und Leben richte? Außerdem ertrage ich den Gedanken nicht, dass jemand um ein Wesen trauert, dessen Leben ich auf dem gewissen habe. Töten ist einfach falsch und ich denke mein Handeln ist richtig. Doch ich bin eine Närrin! Mein stolzer Glaube macht mich schwach, wenn ich diejenigen beschützen möchte, die ich liebe. Aber mein Herz ist mein Herz und ich kann nicht gegen meine Natur ankämpfen. In mir selbst zerreist es mich doch das ist vollkommen unwichtig...Ich schäme mich nur tief dafür, dass ich in der Vergangenheit und auch jetzt nie fähig war zu schützen, was mir wichtig ist. Ich bin nutzlos.“ Erneut gab es einen Moment der Stille. Takoya blickte Noir an, welche ihn immer noch mit diesen seltsamen Blick ansah. Nur konnte er nun ihn verstehen. Es war der Blick eines Mädchen voller Stolz auf die eigene gnadenlose Selbsterkennung. „Ich denke, dass ich deine Einstellung verstehe. Auch wenn ich nie nach ihr handeln könnte. Ich kann nicht tatenlos zu sehen, wie jemand Geliebtes verletzt oder gar getötet wird und ich würde so was nicht noch mal zu lassen, selbst wenn es einen Tod fordert, um die Geliebten zu beschützen. Ich musste einst zusehen, wie zwei mir wichtige Menschen elendig sterben mussten, obwohl sie die beiden letzten Menschen waren, die so einen grausigen Tod verdient hatten.“ Sanft strich er ihr eine Strähne ihres roten Haares zurück und schaute ihr tief in die Augen, während er hinzufügte: „Du hast eine sehr reife und schöne Einstellung gegenüber dem Tod und dem Leben, dass bewundere ich sehr. Das du dir derer auch noch so bewusst bist und dich bekennst, finde ich beeindruckend, sie zeigt einen wesentlichen Charakterzug von dir. Ich wünsche dir, dass du lernst damit umzugehen und sie noch besser zu akzeptieren. Sieh es nicht als Schwäche an, schöpfe daraus deinen Mut! Zu schützen, welches einem lieb und teuer ist, bedeutet nicht gleich, jemand anderem das Leben zu nehmen.“
    Ein kurzes Lächeln huschte über Noirs Gesicht. Irgendwie hatten seine Worte sie ein wenig aufgemuntert. Kurz bevor sie noch etwas erwidern konnte, zuckten ihre schwarzen Katzenohren in die Richtung, aus der sie Geräusche vernommen hatte. „Hört sich fast so an, als ob sich jemand auf uns zu bewegen würde...“, sagte Noir, während sie sich umschaute. Plötzlich entdeckte sie in einiger Entfernung eine Staubwolke, welche sich im rasenden Tempo ihnen näherte. Als sie nah genug war, erkannte Noir Oranjii wieder, die mit gehetzten Ausdruck schnell näher kam und verzweifelt schrie: „NOOOOIIIIIR!!! HILFEEEEE!!“ Oranjii stürmte mit bahnbrechender Geschwindigkeit auf die beiden zu, stolperte mitten im Lauf und fiel hin. Takoya hatte noch nicht den Grund für Oranjiis Eile entdeckt, doch mit seinen Wolfohren konnte er schon hören, dass anscheinend etwas hinter ihr her war. Noir rannte Oranjii entgegen und half ihr aufzustehen. „Was ist denn los, warum schreist du denn so?“, fragte Noir skeptisch, während sie ihr hoch half. Oranjii antwortete keuchend :“D..da ist ein riesiges Monster hinter mir her...nicht allein besiegen kann...so laut...Laila ist immer noch nicht zurück..“ Noir wollte noch etwas sagen, doch Takoya brachte sie mit einer Geste zum Schweigen und schaute konzentriert in die Richtung, aus der Oranjii gekommen war. „Es kommt...“, flüsterte er leise. Oranjii blickte sich zitternd um, griff langsam mit ihrer Hand hinter ihren Rücken, zog aus ihrer grauen Hüftbinde ihr Zambatou* und streckte es mit ängstlicher, aber dennoch entschlossener Miene vor sich. Der Boden fing leicht an zu beben, als das unbekannte Wesen auf sie zu kam. Plötzlich hörte das Beben fast genauso schnell auf, wie es begonnen hatte. „Warum kommt es denn nicht näher? Was geht da vor?“, hauchte Oranjii bibbernd, während sich ihre Hände fester um ihre Waffe schlossen. Eine unheimliche Still entstand, das einzige Geräusch, welches zu hören war, war Oranjiis stoßhaft gehender Atem.



    Auf einmal würde die Ruhe jäh durchbrochen, als mehrere Tiere aus dem Dickicht sprangen und augenscheinlich die Flucht ergriffen, vor dem, was da auch immer kommen würde. Dann folgte ein ohrenbetäubender Schrei, als es sie fast erreicht hatte. Oranjii legte ihre Katzenohren an, ließ ihr Zambatou fallen und presste mit aller Kraft ihre Hände gegen ihre empfindlichen Ohren. „So laut...viel zu laut...es tut so weh...“, wimmerte sie stockend vor sich hin. „Oranjii, was hast du denn?“, fragte Noir besorgt. Als sie eine riesige Schallwelle erreichte, wurde es selbst für Takoya und Noir zu laut, sodass sie gezwungen waren, ihre tierischen Ohren gegen den Lärm zu schützen.
    Oranjii war derweilen vollkommen weggetreten. Sie kniff verzweifelt ihre Augen zusammen und zitterte am ganzen Körper, als die Schallwellen bei ihr ankamen. Plötzlich verschwanden die Pupillen aus ihren hellblauen Augen, während sie einige Zentimeter vom Untergrund abhob und knisternde Blitze um ihren Körper zuckten. „Oranjii! Beruhige dich!“, rief Noir, streckte die Hand nach ihr aus, zog sie jedoch wieder hastig zurück, als sie von einem elektrischen Schlag getroffen wurde. „Verdammt“, fluchte Noir und rieb sich ihre gerötete Hand. Oranjii hatte dies überhaupt nicht registriert, legte ihren Kopf in den Nacken und schrie hell auf. Der Himmel begann sich zu verdunkeln, Donner grollte lautstark und das Wetter schlug abermals komplett um, jedoch war diesmal Oranjiis Magie für diese Veränderung verantwortlich.
    Kurz darauf konzentrierten sich die Blitze stärker um sie, Oranjii wurde nun von einem gleißend hellweißen Licht umhüllt, dass Takoya und Noir blendete, sodass sie schützend die Arme vor die Augen heben mussten.
    Dann gab es eine ohrenbetäubende Explosion, die alles in ihrer Umgebung verschlang.



    * Zambatou ist eine stabähnliche Waffe, an deren Ende eine Klinge angebracht ist



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 04.07.2005, 18:00


    Er war umgeben von Dunkelheit, schwärzer als die sternenloseste Nacht.
    „Nein“, dachte Tsune bitter, “Ich bin die Dunkelheit...“
    Jeden Schritt, den er tat, ließ ein dumpfes Geräusch entstehen, dass durch ein Echo mehrmals zurückgeworfen wurde. Langsam tastete er sich voran. Es war der selbe Traum wie immer. Er kannte jetzt schon das Ende und trotzdem fürchtete er sich davor auf eine gewisse Weise. Die Hoffnung, dass es einmal anders enden könnte, hatte er schon vor langer Zeit aufgegeben.
    Er spürte, wie sich etwas fasriges um seine Füße schloss und ihn nach unten zog. Tsune versuchte dagegen anzukämpfen, wand sich wild, doch dadurch beschleunigte er nur den Prozess. Sein Körper war nun schon bis zum Bauch in den schwarzen Massen verschwunden. Er senkte den Kopf und fing leise an zu lachen. „Ich Idiot, warum wehre ich mich überhaupt noch? Ich kann sowieso nichts daran ändern“, sagte er zu sich.
    Plötzlich packte eine Hand nach seinen Arm und zerrte daran. „Ich werde es aber nicht zu lassen!“, rief eine weibliche Stimme, die ihm bekannt vorkam, doch im Moment fiel ihm nicht ein, zu wem sie gehörte. Das Gesicht der Person konnte er nicht erkennen, ein seltsamer Schatten lag darüber und verdeckte es. Kaum hatte sie ihn befreit, kreischte das unbekannte Mädchen schrill, als mehrere schattenartige Gestalten nach ihr griffen und sie versuchten von ihm wegzuzerren. Er streckte seine Hand nach ihr aus, doch er war nicht schnell genug und er musste hilflos dabei zusehen, wie sie weggetragen wurde. Sie schrie die ganze Zeit seinen Namen und strampelte wie verrückt, konnte jedoch nichts gegen ihre Widersacher ausrichten. Tsune wollte ihr hinterher rennen, als auf einmal rostige Ketten aus dem Untergrund schossen und ihn fesselten. Er zerrte daran, doch die Ketten schlossen sich nur enger um ihn, je mehr er sich bewegte. Mittlerweile war das Mädchen von der Dunkelheit verschluckt worden, ihre Rufe konnte er aber immer noch hören.
    Dann kehrte von einer Sekunde auf die andere eine beunruhigende Stille ein.
    „Und wieder bin ich allein, wie immer...“, seufzte Tsune resigniert.
    Er hörte, wie jemand (oder waren es sogar mehrere Personen?) etwas vor sich hinmurmelte, er konnte aber nicht genau verstehen, was es war. Die Stimmen wurden schließlich immer lauter, sodass Tsune nun deren Inhalt verstehen konnte. „Bastard....wertlos...an allem Schuld... Mistvieh...verschwinde...“, wisperte es von allen Seiten. Er presste sich seine Hände auf seine Fuchsohren, in der Erwartung, so dem Ganzen entfliehen zu können. Die Worte dröhnten unbarmherzig in seinem Kopf, er hatte das Gefühl, als ob er gleich explodieren würde. „Hört auf!! Aufhören! Lasst mich in Ruhe!! Bitte....bitte...mehr verlange ich nicht!“, flehte Tsune verzweifelt. Die Ketten schlossen sich enger und enger um seinen Hals, sodass er kaum noch Luft bekam. Er rang nach Atem, röchelte und spürte, wie die Ketten sich in seine Haut einbrannten.
    Da tauchte eine blasse Frau aus der Dunkelheit auf. Ihre zu einem dicken Zopf geflochtenen hellbraunen Haare hingen ihr wirr im Gesicht. Die azurblauen Augen der Person waren hasserfüllt und starrten voller Abscheu zu Tsune herunter. „Verdammtes Biest, warum musstest du geboren werden? Ich wünschte, ich hätte nie so eine Missgeburt rausgedrückt! Du bist an all meinem Leid schuld, du allein! Ohne dich hätte ich ein schönes Leben führen können, aber nein, du musstest es mir ja zur Hölle machen! Deine Existenz hat deinen Vater gezwungen abzuhauen, wärst du nicht da, hätte ich mit ihm zusammen leben können und er würde mich immer noch lieben!“, zischte sie boshaft. Dann ging sie auf ihn zu, bückte sich, zog Tsunes Kopf an seinen Haaren hoch, der dabei gequält aufschrie und fauchte in sein Ohr: „Du bist nicht liebenswürdig, allen bringst du nur Unheil und Elend. Du bist es nicht wert, überhaupt zu leben, selbst der Tod ist für dich noch gut genug!!“ Sie ließ seine Haare los und sein Kopf knallte auf den harten Boden.
    „An allem Schuld...ich allein...nicht liebenswürdig“, murmelte er wie hypnotisiert mehrmals vor sich hin. Er wusste, dass sie recht hatte, ohne ihn wäre alles besser und schöner, niemand hätte leiden müssen. Sein Blick war auf den schwarzen Untergrund gerichtet und seine Augen hatten eine seltsam trübe grüne Farbe angenommen. „Wertlos? Oh ja, das bin ich wohl...Ich habe nichts anderes verdient...“, flüsterte er, während die Dunkelheit Besitz von ihm ergriff und ihn vollkommen einnahm.

    „...ne...une...Tsune? Bist du wach?“ Die Stimme kam ihm bekannt vor. Langsam öffnete Tsune seine Augen. Zuerst sah er alles nur verschwommen, blinzelte mehrmals und schaute schließlich mit klarem Blick in das Gesicht von Nekomi, die sich über ihn gebeugt hatte und ihn besorgt musterte. „Nyo, zum Glück, endlich bist du aufgewacht“, schnurrte sie erleichtert.
    Vorsichtig stützte Tsune sich auf seine Ellenbogen ab, verzog dabei sein Gesicht vor Schmerzen, als sein verwundeter Rücken gegen die Lageänderung protestierte. Er war noch etwas verwirrt von dem Traum. Er holte tief Luft und schaute sich kurz um. Anscheinend hatte es inzwischen aufgehört zu regnen und er nahm einen angenehm süßlichen Duft wahr. Ein zarter Wind wehte, ließ die letzten braunen Blätter von den kargen Bäumen fallen und wirbelte sie umher. Die Sonne ging allmählich unter und färbte die Landschaft leicht rötlich.
    Tsune seufzte und versuchte in eine aufrechte Sitzposition zu gelangen. Nekomi wollte ihm helfen, er zögerte erst, dann ließ er aber ihre Hilfe zu. Dann ging sie um ihn herum, damit sie seine Rückenwunde näher inspizieren konnte. „Hmm...Bevor wir zurück gehen sollten wir die Wunde so schnell es geht versorgen, sonst verlierst du zu viel Blut“, meinte sie mit einem kritischen Blick darauf. Dann schaute sie an sich herunter und riss sich anschließend mit entschlossener Miene Fetzen von ihren Ärmeln ab. „Was soll das, was tust du denn da?“, fragte Tsune entsetzt, während er sie dabei beobachtete, aber Nekomi erwiderte nur kühl: „Na was wohl, ich versuche Verbandsmaterial aufzutreiben. Mach schon mal deinen Oberkörper frei, sonst kann ich sie nicht richtig behandeln.“ Tsune errötete, rutschte ein wenig von Nekomi weg und starrte sie verwirrt an, die sich davon aber nicht beirren ließ. „Wa...Was?? Bist du noch ganz...?“ „Keine Widerrede, runter mit den Sachen, sonst gibt’s Ärger meinerseits!“, tadelte sie ihn mit einem Grinsen im Gesicht. „Ist ja gut, ich mach ja schon“, grummelte er leise, während er sich auszog. „Geht doch“, lachte Nekomi und fing an, die Stofffetzen um seinen Rücken zu binden. „Auuua, nicht so fest, bitte!“, protestierte Tsune, doch Nekomi erwiderte nur: “Jetzt stell dich nicht so an, wie soll ich denn die Blutung sonst stoppen?“
    Eine Zeit lang sagte niemand von beiden etwas, bis Nekomi fertig war und sprach:“ So, das wäre erledigt, fehlt nur noch deine Schulter.“ Mit einer Handbewegung wies sie ihn an, sich umzudrehen. Plötzlich wandte Tsune seinen Blick von ihr ab und fragte sie:“ Warum tust du das für mich? Ich meine, welcher Grund bewegt dich dazu, so freundlich zu mir zu sein?“ Nekomi hielt für einen Augenblick inne, und starrte ihn etwas verdutzt an. „Wieso fragst du so was? Kannst du dir das denn nicht denken? Wie ich schon einmal zu dir gesagt habe, ich mag dich, auch wenn du mich ziemlich oft vor den Kopf stößt. Ich bin dir dankbar, dass du mich immer beschützt und das mindeste was ich dann für dich tun kann, ist dir zu helfen. Das ist ja nichts ungewöhnliches“, antwortete sie und fuhr unbeirrt fort, seine Wunde zu versorgen.
    „Für dich vielleicht, aber nicht für mich...“, murmelte Tsune undeutlich. „Nyan? Wie meinst du das?“ “Ach, ist nicht so wichtig, vergiss am besten, was ich gesagt habe“, entgegnete er etwas schroff und mied immer noch den Blickkontakt mit Nekomi. „Jetzt schau mich doch mal an, warum weichst du mir aus?“, rief sie empört, packte ihn an seinen Fuchsohren und zerrte sein Gesicht in ihre Richtung, sodass er gezwungen war, sie direkt anzuschauen. „Lass das!“, fauchte er aufgebracht und stierte Nekomi mit funkelnden Augen an. „Wenigstens guckst du mich endlich wieder an, mehr wollte ich nicht erreichen“, kicherte sie amüsiert.
    Auf einmal legte Tsune seine Ohren an, stieß einen knurrenden Laut aus, sträubte seinen Schwanz und starrte geradewegs nach oben. Tiefschwarze Wolken zogen auf und verdunkelten den Himmel unnatürlich von einer Sekunde auf die andere. Donner grollte lautstark über ihren Köpfen und grellweiße Blitze zuckten wild umher. „Miau, was geht hier vor?“, fragte Nekomi verwirrt, den Blick ebenfalls zum Himmel gerichtet. „Ich weiß es nicht genau, aber ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache“, meinte Tsune beunruhigt. „Glaubst, dass Kagami dahinter steckt?“ „Nein, das bezweifle ich, sie müsste noch viel zu sehr geschwächt sein. Auch für sie ist es äußerst ermüdend, wenn sie ihre Magie nutzt, zumal sie drei Geschöpfe hintereinander erschaffen hat“, erwiderte er mit einem Kopf schütteln. „Wie kommst du gerade auf drei?“, stutze Nekomi, wandte ihren Blick von den düsteren Wolken ab und schaute zu Tsune, der immer noch den Himmel fixierte. „Ganz einfach. Wir sind jeweils zu zweit unterwegs, Kagami wäre dumm, wenn sie das nicht ausnützen würde. Ich bin mir fast sicher, dass nicht nur wir beide ihre Spielzeuge testen durften, bestimmt hat sie auch zu den anderen welche geschickt“, antwortete er, senkte den Kopf und blickte ihr direkt in ihre violetten Augen.
    Plötzlich bebte die ganze Erde so abrupt, dass Nekomi und Tsune mit einem Schmerzensschrei den Halt verloren und hinfielen. Die Blitze konzentrierten sich schließlich auf das Zentrum des Gewitters und kurze Zeit später konnten die beiden eine gleißend helle Lichtsäule erkennen. Dann explodierte sie, gefolgt von einer riesigen Schockwelle, die Nekomi und Tsune abermals zu Boden warf und alles in ihrer unmittelbaren Umgebung innerhalb kürzester Zeit in Schutt und Asche legte.
    Hustend und verdreckt rappelten sich Tsune und Nekomi vorsichtig wieder auf. Tsune verzog schmerzerfüllt sein Gesicht, versuchte jedoch trotzdem Nekomi aufzuhelfen. „Oh Gott, was war das eben?“, fragte sie entsetzt, während sie zitternd den immer heller werdenden Himmel betrachtete und sich an ihm festklammerte. „Ich habe keine Ahnung. Am besten wir gehen dorthin und sehen nach. Was besseres fällt mir momentan auch nicht ein“, antwortete Tsune mit einem Schultern zucken. „Bist du dir sicher, dass du schon in der Lage bist, so weit zu rennen?“, sagte sie mit besorgtem Unterton. „Ach, mach dir um mich keine Sorgen, das klappt schon irgendwie“, erwiderte er lächelnd und schaute sich um. An der Stelle, von der die Explosion ausgegangen war, stiegen leicht gräuliche Rauchschwaden auf. „Anscheinend hat sich dort drüben alles zugetragen“, sprach er und deutete in die besagte Richtung. Nekomi nickte leicht. „In Ordnung, dann lass uns aufbrechen“, meinte er und rannte langsam los, Nekomi direkt hinter ihm.




    Sie spürte, wie der telephatische Kontakt plötzlich abbrach. Kagami biss sich wütend auf ihre schmalen Lippen. Und schon wieder einmal hatten ihre Kreaturen kläglich versagt, dabei war sie sich so sicher gewesen, dass sie es dieses Mal schaffen würde. Andererseits hatte sie so gelernt, die Truppe nicht zu unterschätzen. Dem rothaarigen Mädchen schienen ihre aufrichtigen Gefühle im Weg zu stehen und das andere Mädchen war eine tickende Zeitbombe, die jederzeit hochgehen konnte. Kagami glaubte jetzt genug Schwachpunkte herausgefunden zu haben um bald einen finalen Schlag gegen die Gruppe führen zu können. Zumal Kagami nun auch wusste, wen genau sie mit ihrer Neuigkeit so schockieren konnte, dass derjenige die Drecksarbeit für sie zum größten Teil verrichten würde.
    Sie hatte von einem Gelehrten und gleichzeitig Untergebenen Kasanas herausgefunden, dass die Königin damals, als sie Nekomi, Tsune, Takoya und Laila ihren Auftrag erklärt hatte, ihnen nicht die ganze Wahrheit über ihr angebliches Gegenmittel erzählt. Der Clou an der Sache war, laut dem Mann, dass überhaupt keines existierte. Den Mutationsprozess konnte man nicht rückgängig machen, es existierten nicht genug technischen Aufzeichnungen über die Genforschung. Und selbst wenn diese Schriften erhalten geblieben wären, wahrscheinlich würde es nie etwas geben, welches den Prozess umkehren könnte.
    Sie verzog ihre Lippen zu einem verbitterten Lächeln. Kagami hatte nie wirklich an so ein „Gegenmittel“ geglaubt und diese Information interessierte sie nicht weiter, aber sie wusste genau, wen sie brennend interessieren dürfte und vor allem, dass derjenige nicht glücklich über diese Botschaft sein würde.
    Kagami schaute sich leicht beunruhigt um. Sie hatte das seltsame Gefühl, als ob sie jemand beobachten würde. Sie ging auf eine kleine Gruppe von Bäumen zu und schob mit ihrer Vogelklaue die Äste weg. Als sie die sich dahinter versteckte Person entdeckte, wurde ihr heiß und kalt zugleich. Mit dieser Begegnung hatte sie im Augenblick überhaupt nicht gerechnet.
    Vor ihr stand Laila, erschöpft und mit zerzausten Flügeln, als ob sie lange Zeit umher geflogen wäre. „Was willst du hier? Wie hast du mich überhaupt gefunden?“, fragte Kagami sie wie aus der Pistole geschossen. „Ka...Kagami...Ich habe dich so vermisst...“, stammelte Laila mit Freudentränen in den Augen. Sie ging auf Kagami zu und deutete eine Umarmung an, doch ihre Schwester schob sie grob von sich weg. „Ich habe dich etwas gefragt.“ Die anfängliche Freude in Lailas Gesicht wich einem enttäuschtem Blick. Sie hatte sich eine etwas schönere Begrüßung vorgestellt und kein Frage-Antwort-Spiel. „Ich habe dich schon lange gesucht und als ich die Möglichkeit hatte, mich von der Gruppe zu entfernen, habe ich diese genutzt, um die Suche nach dir fortzusetzen. Kagami, ich wollte dich unbedingt wieder sehen, wir haben uns jetzt schon seit so langer Zeit aus den Augen verloren und immerhin bist du meine einzige Schwester und zugleich auch meine einzige Familie “ , druckste Laila mit weinerlicher Stimme.
    Kagami lachte irre und zischte:“ Ja ja, jetzt kommt wieder die alte wir-sind-doch-Schwestern-Leier. Aber nicht mit mir, Schwesterchen. Solange du bei diesen Idioten bist und mit ihnen zusammen nach den Amuletten suchst, bist du alles andere als eine Blutsverwandte für mich. Damit unterstützt nur diese Schlampe von Königin, die mir das alles angetan hat“ Sie streckte ihren rechten Arm aus und entblößte ihre Vogelklaue. „Das werde ich Kasana nie verzeihen, wegen ihr wird jeder Tag für mich zur Qual. Und das alles nur wegen ihren selbstsüchtigen Zielen“ Kagami verzog angeekelt das Gesicht bei dem Gedanken an ihr. Laila blickte ihre Schwester verwundert an und hakte nach: „Warum denn selbstsüchtig? Sie will doch nur eine zweite Apokalypse verhindern. Kasana denkt die ganze Zeit ausschließlich an ihr Volk“ Kagami warf ihr einen verärgerten Blick zu. „Wenn du wüsstest, Schwesterherz, wenn du wüsstest. Genau das ist es, was ich meine. Ihr Trottel fallt auf noch auf ihre Lügen rein. Unsere tolle Königin ist nicht halb so unschuldig und am Wohl der Menschheit orientiert, wie ihr alle glaubt.“
    „Dann erzähle mir doch, was sie in Wirklichkeit vorhat!“, flehte Laila sie an, doch Kagami schüttelte den Kopf und entgegnete: „Nein, mein liebes Schwesterlein, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Ich will euch ja nicht die Spannung vermiesen. Außerdem bin ich auf eure Gesichter gespannt, wenn ihr endlich kapiert, was hier wirklich los ist. Und jetzt lass mich wieder allein, verstanden? Eine Schwester ist für mich nun mal keine Person, die sich gegen mich stellt, sondern zu mir hält.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und wollte weggehen, doch Laila packte sie an ihrer Schulter und hielt sie zurück. „Bitte geh noch nicht. Ich habe mich so sehr nach einem Treffen gesehnt, jetzt habe ich dich endlich gefunden und du willst gleich wieder verschwinden?“ Lailas Gesicht war mittlerweile rot vom Weinen und Tränen flossen ihr unaufhaltsam die Wange herunter. „Lass mich gefälligst los!“, schrie Kagami und riss sich los. Laila griff schnell nach hinten, schnappte sich ihren Bogen und einen Pfeil aus ihrem Köcher. Geschickt spannte sie die Sehne und zielte direkt auf ihre Schwester. „Du wirst schön hier bleiben! Ich lass dich noch nicht gehen, jetzt wo ich dich wieder gefunden habe!“ Die Hand, mit dem sie den Bogen hielt, zitterte vor Angst und Nervosität. Laila hatte keineswegs vor, Kagami wirklich etwas anzutun, doch wenn es sein musste, würde sie wohl dazu gezwungen sein, einen Pfeil auf ihre Schwester abzuschießen. Kagami fixierte mit ruhigen Blick die Pfeilspitze. „Du könntest mir nie weh tun und das weißt du ganz genau. Also lass diese Spielchen und steck den Bogen wieder weg“ Mit entschlossenen Schritten ging Kagami auf sie zu und packte den Pfeil. Die Jüngere der beiden kniff verzweifelt die Augen zusammen. Dann entriss Kagami Laila den Pfeil und zerbrach ihn in zwei Teile. Schluchzend fiel Laila auf die Knie und begrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Du bist so erbärmlich. Bevor ich gehe, merk´ dir eins: Hör auf nach mir zu suchen, wenn die Zeit gekommen ist, werde ich zu euch kommen. Aber es wird ganz bestimmt kein fröhliches Wiedersehen, darauf kannst du Gift nehmen.“ Kagami warf einen letzten verächtlichen Blick auf die zusammengekauerte Gestalt, drehte sich schließlich um und verschwand hinter den Büschen.
    „Kagami...“, wimmerte Laila leise vor sich hin, die Hand hoffnungsvoll auf die in der Dämmerung verschwindenden Frau gerichtet.



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 08.07.2005, 18:45


    --------------------------
    kleiner einschub:
    ich habe diese szene noch etwas ausgearbeitet und verändert..wäre nett, wenn ihr euch diese vrebesserte version nochmals durchlesen könnte ^^


    Er war umgeben von Dunkelheit, schwärzer als die sternenloseste Nacht.
    „Nein“, dachte Tsune bitter, “Ich bin die Dunkelheit...“
    Jeden Schritt, den er tat, ließ ein dumpfes Geräusch entstehen, dass durch ein Echo mehrmals zurückgeworfen wurde. Langsam tastete er sich voran. Es war der selbe Traum wie immer. Er kannte jetzt schon das Ende und trotzdem fürchtete er sich davor auf eine gewisse Weise. Die Hoffnung, dass es einmal anders enden könnte, hatte er schon vor langer Zeit aufgegeben.
    Er spürte, wie sich etwas fasriges um seine Füße schloss und ihn nach unten zog. Tsune versuchte dagegen anzukämpfen, wand sich wild, doch dadurch beschleunigte er nur den Prozess. Sein Körper war nun schon bis zum Bauch in den schwarzen Massen verschwunden. Er senkte den Kopf und fing leise an zu lachen. „Ich Idiot, warum wehre ich mich überhaupt noch? Ich kann sowieso nichts daran ändern“, sagte er zu sich.
    Plötzlich packte eine Hand nach seinen Arm und zerrte daran. „Ich werde es aber nicht zu lassen!“, rief eine weibliche Stimme, die ihm bekannt vorkam, doch im Moment fiel ihm nicht ein, zu wem sie gehörte. Das Gesicht der Person konnte er nicht erkennen, ein seltsamer Schatten lag darüber und verdeckte es. Kaum hatte sie ihn befreit, kreischte das unbekannte Mädchen schrill, als mehrere schattenartige Gestalten nach ihr griffen und sie versuchten von ihm wegzuzerren. Er streckte seine Hand nach ihr aus, doch er war nicht schnell genug und er musste hilflos dabei zusehen, wie sie weggetragen wurde. Sie schrie die ganze Zeit seinen Namen und strampelte wie verrückt, konnte jedoch nichts gegen ihre Widersacher ausrichten. Tsune wollte ihr hinterher rennen, als auf einmal rostige Ketten aus dem Untergrund schossen und ihn fesselten. Er zerrte daran, doch die Ketten schlossen sich nur enger um ihn, je mehr er sich bewegte. Mittlerweile war das Mädchen von der Dunkelheit verschluckt worden, ihre Rufe konnte er aber immer noch hören.
    Dann kehrte von einer Sekunde auf die andere eine beunruhigende Stille ein.
    „Und wieder bin ich allein, wie immer...“, seufzte Tsune resigniert.
    Er hörte, wie jemand (oder waren es sogar mehrere Personen?) etwas vor sich hinmurmelte, er konnte aber nicht genau verstehen, was es war. Die Stimmen wurden schließlich immer lauter, sodass Tsune nun deren Inhalt verstehen konnte. „Bastard....wertlos...an allem Schuld... Mistvieh...verschwinde...“, wisperte es von allen Seiten. Er presste sich seine Hände auf seine Fuchsohren, in der Erwartung, so dem Ganzen entfliehen zu können. Die Worte dröhnten unbarmherzig in seinem Kopf, er hatte das Gefühl, als ob er gleich explodieren würde. „Hört auf!! Aufhören! Lasst mich in Ruhe!! Bitte....bitte...mehr verlange ich nicht!“, flehte Tsune verzweifelt. Die Ketten schlossen sich enger und enger um seinen Hals, sodass er kaum noch Luft bekam. Er rang nach Atem, röchelte und spürte, wie die Ketten sich in seine Haut einbrannten.
    Da tauchte eine blasse Frau aus der Dunkelheit auf. Ihre zu einem dicken Zopf geflochtenen hellbraunen Haare hingen ihr wirr im Gesicht. Die azurblauen Augen der Person waren hasserfüllt und starrten voller Abscheu zu Tsune herunter. „Verdammtes Biest, warum musstest du geboren werden? Ich wünschte, ich hätte nie so eine Missgeburt rausgedrückt! Du bist an all meinem Leid schuld, du allein! Ohne dich hätte ich ein schönes Leben führen können, aber nein, du musstest es mir ja zur Hölle machen! Deine Existenz hat deinen Vater gezwungen abzuhauen, wärst du nicht da, hätte ich mit ihm zusammen leben können und er würde mich immer noch lieben!“, zischte sie boshaft. Dann ging sie auf ihn zu, bückte sich, zog Tsunes Kopf an seinen Haaren hoch, der dabei gequält aufschrie und fauchte in sein Ohr: „Du bist nicht liebenswürdig, allen bringst du nur Unheil und Elend. Du bist es nicht wert, überhaupt zu leben, selbst der Tod ist für dich noch gut genug!!“ Sie ließ seine Haare los und sein Kopf knallte auf den harten Boden.
    Dann streckte die Frau Tsune ihre fast weißen Händen entgegen. An ihnen tropfte aus unsichtbaren Wunden dunkelrotes Blut herab. Tsune war durch diesen Anblick wie paralysiert und starrte unaufhörlich das herunterfließende Blut an.
    „Sieh nur. Alles deine Schuld. Es wird nie abgehen. Niemals...Es ist mein Blut, doch es wird für immer an dir haften“, wisperte sie fast lautlos.
    Mit diesen Worten presste sie ihre Hände gegen Tsune und schmierte ihm ihr Blut in sein erstarrtes Gesicht. „Für immer und ewig.. Es wird nie abgehen, egal was du tust...Das ist deine Strafe, mein Sohn...
    Tsune fing am ganzen Körper an zu zittern. Er wollte diese Kälte nicht spüren, nicht in die Augen seiner Mutter sehen und vor allem nicht diese Worte hören, doch er schaffte es nicht, sich von diesem Anblick zu lösen. Tsune fühlte, wie eine unheimliche Wut seinen Körper durchflutete, er konnte sie kaum noch unter Kontrolle halten. Ohne es zu wollen packte er ihre Arme und schrie laut aus: „Ich weiß es! Hör auf mich damit zu quälen! Ich weiß es alles, es ist alles meine Schuld, ich weiß es, verdammt noch mal!!“ An den Stellen der Arme, die er fest im Griff hatte, begannen sich Brandblasen zu bilden und kurze Zeit später war das Feuer, welches von Tsune ausging, vollkommen auf die Frau übergegangen. Diese schien das jedoch gar nichts auszumachen, stattdessen grinste sie Tsune bittersüß an und verbrannte schließlich mit einem wahnsinnigen Lachen vollständig. Keuchend starrte Tsune auf die verkohlte Leiche der Frau, welche langsam in der Dunkelheit verschwand.
    „Ich weiß es...ich weiß alles...“

    ------------------------------------------

    und so geht es eigentlich weiter (die kursiv gemachten abschnitte hat meine freundin geschrieben!):

    Ein ekliger Geruch hing in der Luft. Einzelne kleine Feuer brannten noch, während der Wind die Asche durch die Luft wirbelte. Mit einem einzigen gewaltigen Donnerschlag hatte Oranjii die Landschaft in eine fahlgraue Wüste verwandelt. In der Luft schwebten kleine schwarze Partikel, die alles verdunkelten und das Atmen erschwerten. Hustend stand Takoya wieder auf und klopfte sich den Schmutz von seinen Kleidern. Der Geruch nach verbranntem Holz vernebelte seine Sinne, doch er versuchte sich davon nicht täuschen zu lassen. Einige Meter entfernt entdeckte er Oranjii, die jedoch anscheinend bewusstlos war und sich in ihre Tiergestalt verwandelt hatte. Als er auf sie zugehen wollte, hörte plötzlich ein leises Stöhnen. Noir scheiterte gerade an dem Versuch, sich aufzurappeln und fluchte leise vor sich hin. Takoya lief zu ihr, kniete vor sie nieder und sah, dass ihr Fuß unter einem riesigen Stein eingeklemmt war. „Verdammt, er muss auf mich gefallen sein, als Oranjii die Beherrschung verloren hat“, wimmerte sie. Sie zog verzweifelt an ihrem Fuß, der mittlerweile rot wurde, doch sie war zu schwach um sie allein zu befreien und der Felsen war zu groß, um ihn mit ihrer Magie zu lösen. Ohne große Umschweife packte Takoya den Stein, hob ihn hoch und warf ihn kurzerhand weg. „Vielen Dank. Au...nyan, tut das weh“, sagte sie, als sie ihren geschwollenen Fuß betrachtete und vorsichtig versuchte, diesen zu bewegen. „Am besten versuchst du jede Bewegung zu vermeiden, dein Knöchel sieht nicht gut aus“, meinte er nachdem er einen genauren Blick darauf geworfen hatte. Noir nickte leicht und fragte ihn mit belegter Stimme: „Was ist mit Oranjii?“ Er deutete in die Richtung, in der sie lag. „Sie scheint sich so sehr verausgabt zu haben, dass sie wohl ihre menschliche Gestalt nicht halten konnte. Ob sie verletzt ist, kann ich dir jedoch noch nicht sagen“ Mit diesen Worten ging er zu Oranjii, hob sie hoch und trug sie zu Noir, die sie entgegen nahm. „Ach Oranjii, was machst du bloß?“, flüsterte sie, während sie durch ihr verkrustetes Fell strich. Sie seufzte innerlich. Sie wusste ja, dass Oranjii Lärm jeglicher Art verabscheute, aber das sie so sehr die Kontrolle über sich verlieren würde, hätte sie nicht mal in ihren Träumen geahnt. Takoya stand plötzlich auf und seine Ohren zuckten in die Richtung, aus der etwas vernommen hatte. „Tsune und Nekomi kommen zu uns, sie müssten gleich hier sein. Noir schaute dorthin und streichelte weiterhin geistesabwesend Oranjiis schmutziges Fell. Da kamen die beiden auch schon aus dem Dickicht gesprungen. Tsune keuchte und sah ziemlich mitgenommen aus, während Nekomi augenscheinlich unverletzt war, wenngleich ihre Kleider zerfetzt waren. Tsune taumelte benommen, doch Nekomi griff ihm unter die Arme und stütze ihn. „Na bei euch scheint ja auch ziemlich viel los gewesen zu sein“, sagte er mit einem seltsamen Grinsen im Gesicht. Seine provisorischen Bandagen waren blutgetränkt und er versuchte krampfhaft, sein Bewusstsein zu halten und nicht wieder umzukippen. „Nun, sagen wir es mal so: Oranjii hat uns die Arbeit abgenommen“, meinte Takoya mit einer Kopfbewegung zu Noir, welche Oranjii immer noch in ihren Armen hielt. „Aber du bist anscheinend nicht so glimpflich davon gekommen“, fügte er als Anspielung auf seine Verfassung hinzu. Tsune winkte jedoch nur ab, löste sich von Nekomi und wankte zu Noir und Oranjii. „Das hat deine Freundin aber echt klasse hinbekommen, bloß wären wir alle fast noch dabei draufgegangen!“, zischte er sarkastisch. „Tsune, was soll das, sei nicht so gemein, sie hat es bestimmt nicht absichtlich gemacht!“, rief Nekomi empört aus. Noir hob den Kopf, starrte ihn mit ihren rotfunkelnden Augen böse an und fauchte: „Ach, glaubst du etwa, dass es ihr Spaß gemacht hat, sich so zu verausgaben, dass sie fast ihre komplette Lebensenergie verbraucht hat?“ Tsune schüttelte den Kopf und rieb sich die Augen. „Nein, sicherlich nicht, entschuldige, das war nicht in Ordnung von mir.“ Er setzte sich erschöpft auf den ascheübersäten Boden. „Eigentlich können wir froh sein, dass sie es ganz allein geschafft hat“, meinte er nun, “Aber mal etwas anderes: Wo bleibt denn Laila solange?“ Takoya deutete ein Schulternzucken an und antwortete: „Oranjii hat nur mal vor sich hingestammelt, dass sie immer noch nicht gekommen sei, mehr wissen wir aber auch nicht. Vielleicht ist sei mittlerweile auch schon zurück und wartet auf uns“ „Dann sollten wir auf jeden Fall zu unserem Lagerplatz zurückkehren. Uns hält hier sowieso nichts mehr, würde ich behaupten“, sagte Nekomi, während sie sich umsah. Noir blickte leicht betreten zu Boden, da ihr bewusst war, dass sie im Moment nicht in Lage war, richtig zu laufen. Als hätte Takoya ihre Gedanken erraten, ging er auf sie zu, griff ihr unter die Beine und Arme und hob sie hoch. „So müsste es gehen, denke ich“ Noir wurde leicht rot im Gesicht und versuchte nicht in seine kühle gelben Augen zu blicken und konzentrierte sich weiterhin darauf, Oranjii zu halten und zu streicheln. “Nekomi du hilfst Tsune, allein schafft er es nicht mehr“, wies er sie an. Tsune murrte etwas vor sich hin, was sich stark nach Ich-brauche-keine-Hilfe anhörte, aber trotzdem lies er es ohne größeren Protest zu, dass Nekomi seinen Arm um ihre Schulter legte und sie sich so auf den Weg machten.




    Anstatt mit Takoya und Noir mitzugehen, schleppte sich Nekomi mit Tsune zu dem nahe gelegenen Fluss bei ihrem Lagerplatz. Sie hatten den ganzen Weg kein Wort miteinander gewechselt und waren nur schweigend nebenher gelaufen.
    Sie half ihm, sich neben sie an das Ufer zu setzen und begann, die bluttriefenden Verbände abzunehmen und vorsichtig seine Wunden, die durch die Stürzte verunreinigt waren, zu säubern. Sie tauchte ein schneeweißes Tuch in das eiskalte, klare Wasser und tupfte sanft die verwundeten Stellen ab. Als sie dann die neuen Verbände anlegen wollte, packte Tsune ihre Hand und schob sie von sich weg. Nekomi schaute ihn verwundert an und fragte: Was ist denn los...?“ „Geh zurück zu den anderen, ich komme allein klar.“ „Was?? Aber..“ setzte Nekomi an, doch Tsune unterbrach sie. „Du hast mich sicherlich verstanden. Ich brauche niemanden, der mich umsorgt, kapiert? Lauf zu Takoya und Noir und geh´ denen auf die Nerven“ Nekomi konnte nicht fassen, was er gerade zu ihr gesagt hatte. Sie schnappte empört nach Luft, während sie ihre Wangen vor unterdrückter Wut rosarot färbten. Ihr Katzenschwanz peitschte wild hin und her, als sie ihn anschrie:“ Pah! Wie du willst, du sturer Idiot! Sieh doch zu, wie du alleine zurecht kommst! Ich habe langsam von deinem Getue die Nase gestrichen voll! Du solltest dir bloß einmal darüber Gedanken machen, ob es so klug ist, seine Begleiter auf diese Weise zu behandeln!“ Schnaubend stand sie auf, schmiss die Binden auf den Erdboden und stapfte davon, ohne Tsune auch nur noch eines Blickes zu würdigen.
    Als sie hinter den Büschen verschwunden war, seufzte er erleichtert auf. Vielleicht war er eine Spur zu grob gewesen, aber wenigstens hatte er sein Ziel erreicht und zwar, dass Nekomi sauer auf ihn war und ihn wohl die nächste Zeit nicht beachten würde. Tsune wollte auf jeden fall vermeiden, dass sie sich ihm noch mehr näherte. Er hatte beschlossen, solange er noch kein Mensch war, ein Einzelgänger zu bleiben und alles und jeden von sich fern zu halten. Er kannte das Gefühl, unerwünscht und verstoßen zu werden und Tsune hatte Angst davor, so wie früher vor den Kopf gestoßen zu werden. Er wollte diese quälende Enttäuschung nie wieder fühlen, am liebsten würde er nie wieder irgendetwas empfinden. Nur die Hoffnung, dass sie noch alles ändern könnte, war das Einzige, was ihn davon abhielt, diesen Zustand ernsthaft anzustreben.
    Etwas unbeholfen wickelte er sich die Verbände um. Er hielt kurz inne, als er bemerkte, dass einzelne hellleuchtende Mondstrahlen durch die Wolken brachen und sein Gesicht sanft erhellten. Die Sterne funkelten verheißungsvoll am trostlosschwarzen Himmel und verstärkten nur das Gefühl von Einsamkeit. Tsune schüttelte seinen Kopf und löste sich von dem Anblick.
    Er musste in Zukunft darauf achten, dass Nekomi sich von ihm entfernte. Aber vielleicht war es doch nicht so falsch, sie an sich heran kommen zu lassen, eventuell würde es ihm sogar helfen und ihm geben, nach dem er sich sehnte, auch wenn er sich das nicht offen eingestehen wollte. Tsune schüttelte abermals den Kopf, diesmal um den Gedanken zu verwerfen. Er sollte es eigentlich besser wissen. Niemand, aber auch gar niemand, konnte ihn seiner Nähe glücklich werden, alle stürzte er nur ins Verderben und daran würde sich auch nie etwas ändern.
    „Tja, das ist wohl mein Schicksal...“




    „Ah, Nekomi, da bist du ja“, sagte Takoya, schaute sich leicht verdutzt um und fügte hinzu: “Wo hast du denn Tsune gelassen?“ „Wer soll das sein?“, fauchte sie verbissen, setzte sich hin und stierte mit eisigen Blick vor sich hin. „Okay, ich schätze zu wissen, was passiert ist...“, äußerte sich Takoya mit einem Räuspern. Nekomi ging darauf nicht ein, kramte in ihrer Tasche herum und zog ein neues, violettes Kleid hervor. „Ich gehe mich schnell umziehen“, meinte sie nur und huschte hinter die Bäume. Wie auf ein unsichtbares Zeichen tauchte Tsune erst auf, als Nekomi weg war. Takoya entschied sich dagegen, ihn nach näherem zu fragen und warf ihm stattdessen ohne Umschweife neue Kleidung und seinen Schal zu. „Damit du nicht weiterhin halb nackt rumlaufen musst“, sagte Takoya grinsend. Tsune schnitt ihm eine Grimasse und murmelte ein kurzes „Danke“ und zog sich erst ein schwarzes, langärmliges Oberteil und darüber ein feuerrotes, ärmelloses Shirt an. Zuletzt stülpte er sich ebenfalls rote Stulpen über die Unterarme und wickelte sich seinen grauen Schal um den Hals. Inzwischen kam Nekomi auch schon zurück, warf Tsune einen unheilvollen Blick zu und setzte sich soweit wie möglich von ihm weg. Noir schaute leicht verwirrt in die Runde. Sie kannte die beiden noch nicht lange genug, um nachvollziehen zu können, was geschehen war. Takoya bemerkte ihre Verwirrung und meinte mit abwinkender Miene: „Das ist vollkommen normal bei den zweien. Das machen sie mindestens einmal täglich.“ Nekomi und Tsune schauten gleichzeitig auf und riefen wie aus einem Munde aus: „Das ist nicht wahr!“ Peinlich berührt sahen sie die beiden an und drehten schließlich blitzschnell die Köpfe, um dem jeweils anderen nicht in die Augen sehen zu müssen.
    „Er fängt immer damit an!“, verteidigte sich Nekomi. „Ach ja? Da hat das Kätzchen wohl vergessen, wem sie andauernd hinterher rennt!“, protestierte er sogleich. „Nenn mich nicht Kätzchen!“, fauchte sie mit funkelnden Augen. „Und überhaupt, warum sollte ich jemanden wie dir hinterher laufen?“ „Woher soll ich das denn wissen? Ich mache so was ja nicht!“, zischte er, während sie sein Fuchsschwanz vor Aufregung sträubte. „RUHE!“, schrie Takoya und blitze sie mit seinen stechend gelben Augen mahnend an. „Hört mit diesen Kindereien auf, das wird ja langsam unerträglich! Ich will mich auch gar nicht in eure Problemchen einmischen, das ist allein eure Sache, aber löst diese bitte etwas gesitteter!“ Den Ton, den Takoya angeschlagen hatte, verschlug Tsune und Nekomi die Sprache und ließ beide verstummen.
    Doch die Ruhe währte nicht lange. Zum zweiten Mal an diesem Tag ertönte ein lauter Knall und Oranjii wurde ein eine gräuliche Rauchwolke gehüllt und verwandelte sich wieder zurück in ihre normale Gestalt. Oranjii schlug die Augen und schaute benommen Noir an. Sie hob müde den Kopf und stöhnte: “Nyo, was ist denn passiert? Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern...“ „Ach, nicht viel, du hast bloß die halbe Umgebung in die Luft gesprengt und uns in Gefahr gebracht, sonst nichts“, knurrte Tsune sarkastisch. Oranjii blickte erst irritiert zu Tsune und anschließend zu Noir, welche diesen bedrohlich anstierte. „Hör endlich auf sie so hinterhältig anzuschnauzen! Wenn du ein Problem hast, dann sag es mir offen ins Gesicht! Und außerdem hab ich dir schon einmal gesagt, dass sie nichts dafür kann, oder bist du einfach nur zu blöd, um das zu verstehen?“ „Das ist wiederum etwas, wofür er nichts kann. Er ist so veranlagt, andere anzuschreien, egal wie freundlich man ist“, mischte sich Nekomi in das Wortgefecht ein.
    Takoya ließ resigniert den Kopf sinken und seufzte laut. Sie würden wohl nie damit aufhören.
    Bevor noch einer der dreien etwas erwidern konnte, schritt Takoya ein. „Es reicht jetzt, ihr habt euch für heute genug gestritten. Wir haben alle einen anstrengenden Tag hinter uns und es ist verständlich, dass ihr gereizt seid, aber versucht wenigstens einigermaßen miteinander auszukommen!“ Tsune stand nach Takoyas Vortag wortlos auf und wandte sich zum Gehen.
    „Wo willst du hin?“ ,fragte er Tsune. „Ich schlafe woanders, hier hält man es ja nicht mehr aus“
    „Hau ruhig ab! Wer braucht dich schon?“, schrie Nekomi ihm hinterher. Tsune blieb kurz stehen, drehte sich zu Nekomi um und fixierte sie mit einem durchdringenden Blick. „Ich weiß, niemand braucht mich, das ist nichts neues für mich“ , stimmte er ihr zu und verschwand hinter den
    Bäumen. Nekomi senkte den Kopf und zog ihre Knie an den Köper, doch Oranjii konnte dennoch sehen, wie ihr kleine Tränen die Wange herunterliefen.





    Benommen schlug Nekomi die Augen auf und musste feststellen, dass es noch mitten in der Nacht war. Ihr Kopf fühlte sich schwer an und ihr Kreislauf spielte verrückt. Sie musste sich wohl in den Schlaf geweint haben. Nekomis Beine zitterten noch ein wenig und sie konnte kaum stehen aber ihr Entschluss stand fest: Egal wie Tsune sich auch ihr gegenüber verhielt... Sie musste ihn einfach suchen um ihn um Verzeihung für ihre Worte zu bitten. Ihr Stolz war ihr auf einmal gleichgültig. Nekomi liebte Tsune mehr als sich selbst und konnte nicht zulassen, dass er da lag und dachte niemand würde ihn brauchen. Was auch immer Nekomi tat, sie konnte ihm nicht ernsthaft weh tun, denn etwas in ihr wehrte sich heftigst dagegen und dieses Gefühl war stärker als alles andere. Also begab sie sich, ein wenig verärgert über ihre eigene Liebe, auf die Suche nach Tsune. Nach dem Nekomi seine Witterung aufgenommen hatte und ca. 20 Minuten gelaufen war fand sie ihn ganz verlassen im Gras liegend. Tief schlafend lag er da, zusammengerollt und mit geballten Fäusten. Schüchtern huschte das helle Mondlicht über sein Gesicht und ließ seine normalerweise harten Züge fast ein wenig zart erscheinen. Gerade als Nekomi ihre Finger hob um über seine Wange zu streicheln schlug er ruckartig die Augen auf. Seine eben noch zart gewesenen Züge verzogen sich zu einer verärgerten Fratze:" Was zum Teufel willst du denn hier? Kannst du mich nicht einmal in Ruhe lassen? Du nervst gewaltig!" Ein wenig eingeschüchtert blickte Nekomi zu Boden, sie war mal wieder den Tränen nahe. Das lag nicht etwa daran, dass Nekomi eine Heulsuse war. Nur tun Worte dann am meisten weh wenn man sie von einer Person hört die man liebt und sie liebte Tsune sehr. Das war ja irgendwie das Problem. Wenn Nekomi ihm etwas Böses sagte fügte es ihr mehr Schmerz zu als ihm. Für ihr junges Herz ziemlich viele Schmerzen. Zaghaft erwiderte sie:" Ich...ich wollte mich bei dir entschuldigen." "Weshalb denn das?", fragte er verächtlich. Aber man merkte, dass er genau wusste was sie meinte... oder war Nekomi ihm tatsächlich so wenig wert und er hatte alles schon wieder vergessen? "Das was ich vorhin zu dir gesagt hatte tut mir leid. Dass dich niemand braucht, ist nicht wahr. Ich war nur so wütend." "Meine Güte, du glaubst aber auch dich für jeden Scheiß entschuldigen zu müssen. Du bist echt bescheuert!" "Ich dachte nur ich hätte dich vielleicht verletzt" "Warum sollte mich irgendetwas was du sagst verletzen? Deine Worte sind mir genauso wenig wert wie du", fauchte Tsune. Dies versetzte Nekomis Herz einen gewaltigen Hieb, dennoch ließ sie sich nicht entmutigen:" Es tut mir leid...es kann auch sein, dass ich mich meinetwegen bei dir entschuldigt habe um mein Gewissen zu beruhigen." Nun blickte sie auf und sah im direkt in die Augen: "Aber vielleicht auch weil es mir Schmerz bereitet dir weh zu tun." Tsune schaute sie entgeistert an und fragte:" Warum sollte es dir weh tun, wenn du doch mir irgendwelche Sachen an den Kopf wirfst?" Nekomi nahm all ihren Mut zusammen: "Weil ich dich liebe Tsune...deswegen.
    Auf einmal war alles ruhig. Nekomi hatte das Gefühl an dem Schweigen zu ersticken. Plötzlich hob Tsune den Kopf. In seinem Blick lag so viel Verachtung wie er Nekomi nur entgegen bringen konnte:" Das ist ja schön für dich...aber ich kann mit deiner Liebe nichts anfangen."
    Nekomi antwortete: " Tsune das ist vollkommen in Ordnung. Ich erwarte nicht, dass du meine Liebe erwiderst!" " Du verstehst nicht... ich will einfach nicht, dass du mich liebst." " Aber was ist denn so schlimm daran?", fragte sie verzweifelt. "Ich mache mir einfach nichts aus deiner Liebe...deine Liebe nervt nur...dann muss ich immer aufpassen was ich sage um dich nicht zu verletzen. Ich steh nicht auf ein schlechtes Gewissen. Alles nur verdammt lästig." Nekomi begann sich wertlos vorzukommen und zitterte schon leicht...aber sie sprach dennoch: "Ich werde schon damit fertig wenn du mir weh tust." Innerlich dachte sie: "Schlimmer als das was du mir gerade antust kann es sowieso nicht sein."
    "Es geht mir eher um mich als um dich. Ich habe echt keine Lust daran Schuld zu sein wenn du dir noch was antust!"
    Tsune hatte die Absicht ihr diese absurde Liebe ein für alle mal auszutreiben. Es tat ihm sogar ein wenig leid all dies zu ihr zu sagen, doch es war besser so. Etwas derart bescheuertes hatte Nekomi noch nie gehört. Sie würde zwar für ihn sterben, aber sich doch nicht umbringen nur weil er ihre Liebe nicht erwiderte. Für wie selbstsüchtig hielt er sie eigentlich? Unfassbar..."Tsune...es macht mir nichts aus, dass du mir keine Liebe entgegenbringst. Ich möchte nur, dass du mir meine Liebe lässt!" Er verzog das Gesicht, denn die nächsten Worte die er sagen würde taten selbst ihm ein wenig weh: " Deine Liebe ist mir scheißegal...tu was du willst, aber lass MICH mit deiner Liebe in Ruhe." Nekomi hatte das Gefühl irgendetwas stürbe in ihr. Ihr kompletter Körper begann zu beben. Tsune starrte sie ratlos an, doch sie konnte ihn nur noch mit leeren Augen anblicken. Konnte man das überhaupt noch Blick nennen? Eine Weile verging...beide standen ruhig da, abgesehen von Nekomis Zittern. Plötzlich begann sie zu lächeln. Dies wirkte , wenn man ihren Blick dazu sah, fast ein wenig bizarr, ja sogar skurril oder abstrakt. " Gut, ich werde dich in Ruhe lassen." Noch immer lächelte sie ihr eisernes Lächeln welches fast wie eine Selbstverleugnung schien. Tsune konnte ihren leeren und schmerzverzerrten Blick kaum ertragen. Nekomi drehte sich um und lief langsam fort. "Bis später dann!", sagte sie wie beiläufig. Zurück gelassen hatte sie einen verdatterten Tsune, der sich erst mal hinsetzen musste. An einen Stein gelehnt und den Mond betrachtend dachte er über das Geschehene nach. Währenddessen entfernte Nekomi sich so weit von Tsune wie sie nur konnte, oder besser gesagt wie weit ihre Beine sie noch trugen. Als sie sich sicher fühlte brach Nekomi zusammen. Tränen liefen ihr unaufhaltsam die Wangen runter und ihr Mund formte sich pausenlos zu stummen Schreien. Immer wieder stellte sie sich die Frage:" Warum tut das so weh?...Warum?" Sie kippte zu Seite weg, nun lag sie da... in peinlichem Elend und krümmte sich heulend auf dem Boden. Was war nur aus ihrem Stolz geworden...? Nekomi schämte sich vor sich selbst...vielleicht schämte sie sich für ihre ganze Existenz...sie war sich nicht ganz sicher.



    Re: My D.N.A Destiny

    Füchschen - 08.08.2005, 14:47


    Laila flog langsam zu den anderen. Es fiel ihr schwer, sich auf das Fliegen zu konzentrieren und so verlor sie zeitweise unkontrolliert immer mehr an Höhe. Gedankenverloren dachte sie über das Geschehene nach.
    Warum hatte Kagami sich so abweisend ihr gegenüber benommen? Sie war doch ihre Schwester, aber im Moment kam sich Laila nur wie eine Fremde für sie vor.
    Und was genau hatte sie mit ihren Seitenbemerkungen gegen Kasana gemeint?
    „Unsere tolle Königin ist nicht halb so unschuldig und am Wohl der Menschheit orientiert, wie ihr alle glaubt...“
    Diese Worte hallten ihr immer und immer wieder in ihrem Kopf und ließen sie nicht los.
    Was hatte das zu bedeuten? Was steckte wirklich hinter ihrem Auftrag?
    Langsam zweifelte Laila an dem Wahrheitsgehalt der Worte von Kasana. Es schien um etwas anderes zu gehen, als die augenscheinliche Rettung von Lyara.
    Aber wenn es gar nicht darum ging, was hatten sie und die anderen dann eigentlich mit der ganzen Sache zu tun? Welche Rolle spielten sie in diesem unbekannten Spiel?
    Laila fielen immer mehr Fragen ein, doch keine einzige Antwort.
    „....wenn die Zeit gekommen ist, werde ich zu euch kommen...“
    Sie murmelte diesen Satz mehrmals vor sich hin. Aber was genau musste geschehen, damit Kagami zurückkam? Laila wollte nicht schon wieder solange auf ihre Schwester warten, um sie wieder zu sehen. Aber anscheinend hatte sie gar keine andere Wahl, als sich in Geduld zu üben.
    Laila blickte auf und bemerkte, dass sie sich direkt über dem Rastplatz der anderen befand.
    Beinahe lautlos ließ sie sich auf einem Ast nieder und faltete die vom Fliegen müde gewordenen braunen Flügel zusammen. Doch Takoya hatte ihre Ankunft nicht überhört und fuhr sie sogleich an: „Wo bist du verdammt noch mal so lange geblieben? Oranjii musste ganz allein gegen diese Kreatur kämpfen, die uns deine Schwester geschickt hat!“
    Laila schnaufte nur verächtlich und zischte: „Pah! Das ist mir doch egal! Und überhaupt geht es weder dich noch die anderen etwas an, wo ich hingehe. Oder muss ich jetzt jedes mal Rechenschaft ablegen, wenn ich für ein paar Stunden weg bin?“ Takoya blitzte sie wütend an und knurrte sie warnend an: „Wir haben uns auf dich verlassen! Warum glaubst du, ist die ganze Umgebung hier fast vollkommen zerstört?“ Mit einer ausladenden Handgeste zeigte er auf die immer noch aschebedeckte Landschaft hinter sich.
    Laila schaute nicht wirklich hin und drehte stattdessen hochmütig den Kopf zur Seite.
    „Was kann ich dafür, wenn die Kleine ihre Kräfte nicht unter Kotrolle hat? Und jetzt lass mich gefälligst in Ruhe, ich habe echt keine Nerven für irgendwelche dummen Anmachen.“
    „Och, konntest du deine geliebte Schwester wieder einmal nicht finden?“, knirschte Takoya verbissen. Laila wirbelte um ihre eigene Achse und starrte Takoya mit ihren braunen Augen bedrohlich an, dieser lies sich jedoch davon keineswegs einschüchtern. „Stell dir vor, du irrst dich gewaltig, ich habe sie gefunden und ich habe einige interessante Informationen von ihr erhalten.“ Laila wollte gegenüber Takoya im Moment nicht zugeben, dass ihre so genannten „Informationen“ nichts anderes als Gedankenanstöße waren, die nur eine Vielzahl an Fragen hervorriefen.
    Takoya rollte genervt mit den Augen und hakte nach: „Und was genau hast du erfahren? Oder geht mich das auch nichts an?“ Sie grinste hämisch und antwortete schnippisch: „Erraten!“ Als Antwort schüttelte Takoya nur mit dem Kopf. Er hatte keine Lust sich Lailas arrogante Antworten weiterhin anhören zu müssen und so lehnte er sich gegen einen Baumstamm und versuchte wieder einzuschlafen. Laila war erleichtert, dass er auf diese Weise das Gespräch beendet hatte. Sie wollte sich im Moment nicht mit dem Thema „Kagami“ befassen, da es ihn nur Schmerzen bereitete, wenn sie sich bewusst machte, dass es vorerst das letzte Mal war, dass sie sich über den Weg gelaufen waren.





    Nekomi lag nun schon fast eine Stunde nur da und weinte. So langsam konnte sie wieder einigermaßen klare Gedanken fassen. Es war als hätte ihr jemand eine neue Dimension des Schmerzes eröffnet. Sie musste in ihrem Leben schon viel ertragen...Doch dieser Schmerz war so heftig und seltsam, dass Nekomi sich kaum dagegen wehren konnte. "Ist meine Liebe denn so wertlos? So wertlos, dass niemand sie haben will?" Sie legte sich die Hand auf die linke Brust. Nekomi hatte das Gefühl, dass dort, wo ihr Herz eigentlich hätte sein müssen, ein großes, schwarzes Loch klaffen würde. Es war als zöge irgendetwas daran, um es in eine tiefe Schlucht zu ziehen. War sie denn wirklich so widerlich? Nekomi wollte ja nicht einmal, dass er ihre Liebe erwidert sondern nur, dass er diese akzeptiert. Weshalb fand er sie nur so abstoßend? Hatte sie es nicht verdient gesagt zu bekommen: "Ich mag dich. Deine Liebe ehrt mich zwar und ich freue mich darüber, aber ich kann sie leider nicht erwidern." "Ist meine Liebe denn so wertlos?" Schweren Herzens schaute Nekomi gen Sternenhimmel. Irgendwann zwischen dem Mondlicht, dem feuchten, wohlriechenden Gras und unzähligen Tränen schlief sie ein.



    Kasana stand auf dem Balkon ihres prachtvollen Schlosses und schaute mit verträumten Blick in die dunkle Nacht hinaus. Ihre langen blonden Haare fielen ihr über ihre schlanken Schultern und ihre hellblauen, klaren Augen waren mit kleinen Tränen gefüllt.
    Sie sehnte sich so sehr nach ihrem Geliebten. Wo blieb er nur solange? Kasana wartete schon eine Ewigkeit auf ihn. Seit ihrer Reinkarnation hatte sie ihn weder gesehen noch gehört oder sonst irgendein Lebenszeichen von ihm entdeckt. Sie seufzte tief und ging wieder in ihr Gemach. Sie lief auf ihren bis zum Boden reichenden Spiegel zu und betrachtete sich eingehend darin. Oder besser gesagt, sie betrachtete die Person, die sich darin spiegelte. Die Frau, die Kasana erblickte, hatte äußerlich nur wenige Gemeinsamkeiten mit ihr. Ihr Spiegelbild war schlank und nackt. Ihr Haut schien zu leuchten und von einen sanften, silbernen Glanz umgeben zu sein. Die Augen waren leer und hellblau, fast weiß. Die Haare der Frau waren silberweiß und reichten ihr bis zu den Knöcheln. Ihr Gesicht hatte zarte, fast schon zerbrechliche Züge und war erfüllt von Traurigkeit.
    Mittlerweile rannen die Tränen von Kasana unaufhaltsam ihre Wangen herunter. Sie hob die zitternd Hand und presste sie gegen den Spiegel. Ihr Ebenbild tat es ihr gleich.
    „Oh meine Dunkelheit...Ich vermisse dich so sehr. Lass mich nicht länger auf dich warten. Ohne dich kann ich nicht mehr lange existieren. Es vergeht keine Minute, keine Sekunde, in der ich nicht an dich denken muss“, flüsterte sie voller Liebe.
    Kasana strich vorsichtig mit ihren Finger über die verspiegelte Fläche.
    „Und wo sind meine Kinder bloß? Ich lasse ja sogar nach euch suchen, meine geliebten Kinder, aber sie können euch wohl nicht finden. Warum habt ihr mich verlassen? Kommt wieder zu mir zurück, ich bitte euch“
    Sie sackte auf die Knie und ballte ihre Hände zu Fäusten.
    „Warum? Ich brauche euch doch so dringend, ohne euch ist mein neues Leben sinnlos.
    Wo bist du, meine Dunkelheit, nach der mein Herz qualvoll schreit? Lass mich nicht solange auf dich warten und in Liebe vergehen“
    Die Frau im Spiegel schaute mitleidig auf Kasana hinab und streckte hoffnungsvoll ihre Hand entgegen, ließ sie jedoch wieder resigniert sinken, da ihr bewusst war, dass sie Kasana nie erreichen würde.
    Auch wenn das Spiegelbild Kasana nicht sehr ähnelte, hatte sie mit ihr mehr gemein mit ihr, als ihr jetziges Aussehen. Es war ihr wahres Ich – Lucia.






    So gegen fünf Uhr morgens wachte Nekomi auf... Ihr Haar hing ihr wirr ins Gesicht. Durch ihre Tränen die sie vergossen hatte klebten die Haare überall fest. Kurz gesagt: Sie sah elend aus. So fühlte sie sich auch. In ihrem Herzen herrschte immer noch ein unermesslicher Schmerz. Genau wie vorher fühlte es sich an, als wäre das klaffende Loch an Stelle ihres Herzens. Eine tiefe Dunkelheit nährte es. Doch während all der Zeit die vergangen war, war Nekomi zu einem Resultat gekommen: Ihre Liebe musste wirklich wertlos sein. Sie war anscheinend ein schrecklicher Mensch, doch das musste sie wohl akzeptieren.... sich eben damit abfinden. Nekomi sagte sich selbst:" Ich muss mich einfach damit abfinden, dass meine Liebe wertlos ist...dann wird alles wieder gut!" Zu dem Zeitpunkt war sich Nekomi der Absurdität ihrer Worte noch nicht gewusst. In ihrer Verbitterung ging sie zurück zu den andern. Im Bezug auf Tsune würde sie sich so verhalten als sei nichts geschehen aber würde ihm dennoch ein wenig die kalte Schulter zeigen...dies war ihr klar. Das musste sie auch tun, aus verschiedenen Gründen. Als sie am Rastplatz angekommen war, fand sie die anderen schlafend vor. Tsune war noch nicht da worüber sie zugegebenermaßen auch froh war. Nach dem Nekomi eine Weile einfach nur dagesessen war rollte sie sich auf dem Boden zusammen und fiel erneut in einen tiefen Schlaf. In der ganzen Zeit hatte sie sich unbeobachtet gefühlt. Doch den Augen von Noir entging nichts. Sie hatte Nekomi genau beobachtet. Noir ahnte nur im Entferntesten was passiert sein könnte. Geistesabwesend streichelte sie der schlafenden Oranjii übers Haar. " Wenn wir mit dieser Gruppe reisen wird uns sicher nie langweilig werden!", flüsterte sie. Oranjii nickte im Schlaf kaum merklich mit dem Kopf. " Wie niedlich!", dachte Noir." Als hätte sie zugehört und würde mir zustimmen." Dann schloss auch sie die Augen.

    Das junge Mädchen versteckte sich hinter einem verfallenden Verschlag. Sie beobachtete mit ihren aufmerksamen gelben Augen das Treiben der Menschen in diesem Dorf. Sie wartete auf einen günstigen Moment, um zu zuschlagen. Sharline, das weiße Wolfsmädchen, hatte schon einige Zeit nichts mehr zwischen die Fangzähne bekommen und so war sie mal wieder auf ihren mittlerweile schon fast berühmt- berüchtigten Beutezügen. Bisher war sie noch kein einziges geschnappt worden, die Dorfbewohner waren nicht einmal in ihre Reichweite gekommen, da Sharline viel zu flink und geschickt für sie war.
    Vor etwa zwei Jahr hatte sie ihren Heimatort Mizuke verlassen, da ihr Leben dort nur noch einer einzigen Folter geglichen hatte. Nachdem ihre geliebten Eltern von den Leuten aus dem Dorf brutal umgebracht worden waren, war sie nur noch dort geblieben, weil sie mit ihren zarten fünf Jahren noch zu jung gewesen war, um sich ganz allein durchs Leben zu schlagen. Seit Sharline 13 Jahre war, hatte sie den Mut aufgebracht den einzigen ihr bekannten Ort zu verlassen und nun fortan als kleine Diebin ihr Unwesen zu treiben.
    Sie verlagerte lautlos ihr Gewicht, damit ihre Beine nicht einschliefen. Das letzte was sie jetzt noch gebrauchen konnte, wären steife Beine, wenn sie wegrennen musste.
    Als nur noch wenige Menschen auf der Straße waren, huschte Sharline hinter einen der Marktstände und duckte sich, damit ein Mann mittleren Alters sie nicht erspähen konnte.
    Sie drückte sich mit dem Rücken gegen die Holzbretter und griff von hinten nach dem vermutlichen Standort des angebotenen Essen, um sich etwas davon zu nehmen.
    Doch plötzlich entdeckte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen anderen Stand, deren leckere Düfte sie anlockten. Sharline hielt inne und spielte mit dem Gedanken, vielleicht auf die anderen Seite zu huschen und von den angebotenen Essen etwas zu stehlen.
    Der Speck, der dort angepriesen wurde, duftete herrlich und setzte sich in ihrer empfindlichen Wolfsnase fest. Sharline fuhr sich mit der Zunge über die Lippen – so etwas köstliches konnte sie sich einfach nicht entgehen lassen. Das Wolfsmädchen blickte sich schnell um und wuselte leichtfüßig rüber. Sie vergewisserte sich ein letztes Mal, dass sie auch wirklich niemand gesehen hatte und schnappte gierig nach dem Fleisch. Plötzlich griff jemand nach ihrem Handgelenk und hielt sie fest. „Na Fräulein, ich hoffe du hast vor, das hier zu bezahlen!“, sagte ein älterer Herr grimmig und verstärkte seinen Griff. Als sein Blick auf ihre weißen Ohren und ihren Wolfschwanz fielen, begann er laut loszulachen und rief aus: „Sieh an, sieh an, was haben wir denn da? Wieder so ein dreckiges Mistvieh und diesmal will es sogar unser Essen stehlen! Kommt alle her und seht, was ich da erwischt habe!“ Sharline wand sich wie wild, konnte sich jedoch nicht losreißen. Mit ihrer freien Hand hob sie ihren Rock leicht an und zog einen ihrer zwei Dolche hervor, die sie einst von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte und ihr letztes Familienandenken war. Ohne lange zu Zögern stach sie in den Oberarm des Mannes, aber nicht zu tief, da sie ihn nicht ernsthaft verletzten wollte. Dieser schrie schmerzerfüllt auf und lief Sharline prompt los. Sie nutze die diesen Augenblick, um sich schnell noch mehr Speck zu holen, dann rannte sie ohne weitere Zeit zu vergeuden los. „Haltet sie! Dieses Biest ist ein Dieb!“ , kreischte der Alte beinahe schon hysterisch und hielt sich den blutenden Arm. Eine ganze Menschentraube setzte an, Sharline hinterher zu jagen, weniger um die gestohlene Ware zurück zu erobern, sondern um einfach eines dieser „Mistviecher“ wenigstens einmal zu fassen zu kriegen. Mit lautem Gebrüll hechteten sie ihr nach, aber Sharline baute ihren Vorsprung weiter aus. Sie drehte sich mitten im Lauf um und grinste ihre Verfolger überlegen an, doch genau das wurde ihr zum Verhängnis. Sie vergaß auf den Weg zu achten und stolperte kurzerhand über eine Baumwurzel. Sharline fiel hin und verlor so den wertvollen Vorsprung. Einer der Dorfbewohner war mit Pfeil und Bogen bewaffnet und nutzte die Gelegenheit, um sogleich einen auf das Wolfsmädchen zu schießen. Sharline sprang mit einem Satz in die Höhe, doch der Pfeil streifte ihr Bein und fügte ihr eine kleine blutende Wunde zu, die ihr das Laufen erschwerte. Sharline erschrak, als sie bemerkte, dass sie nur noch wenige Meter von der wütenden Meute trennte. Als die Menschen bei ihr angekommen waren, begannen sie grölend auf Sharline einzuschlagen und sie zu treten. Sharline hob schützend die Arme vor ihr Gesicht und rollte sich wie ein Kugel zusammen, um sich wenigstens ein bisschen vor den Angriffen zu schützen. Gleichzeitig versuchte sie die Dorfbewohner mit ihren Dolchen vom Leib zu halten, doch es waren einfach zu viele für sie. Plötzlich schrie einer der Leute gellend auf. Die Anderen hielten mit ihren Attacken inne, als immer mehr Leute anfingen zu kreischen. Sharline schaute sich fragend nach dem Grund um und entdeckte, dass einige von ihnen lichterloh brannten und verzweifelt versuchten, die Flammen zu ersticken, in dem sie sich über den erdigen Boden rollten. Andere wurden von gelben grellen Blitzen heimgesucht, ein paar schwebten mehrere Meter in der Luft und der Rest wurde von Windböen weggeschleudert.
    Ein Junge rannte auf die wenig verbliebenen Menschen zu und verfehlte sie erst mit seinen Feuerbällen absichtlich, um sie zum Aufgeben zu zwingen, die Hartnäckigen unter ihnen machten jedoch Bekanntschaft mit der tödlichen Kraft seines Feuers. Schlussendlich flüchteten die Verbliebenen fluchend und halfen den Verletzten, sich in Sicherheit zu bringen.
    Tsune blickte sich zufrieden um und ging anschließend auf Sharline zu, die ihn erstaunt musterte.
    „Ich hoffe, dir ist nichts passiert und...“, fing er den Satz an. “Moment mal, ich kenne dich doch!“, rief Tsune aus, nach dem er sie sich näher betrachtet hatte . Sharline strahlte auf einmal über das ganze Gesicht und sagte: „Tsune! Du bist es, nicht wahr? Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen!“ Tsune guckte sie leicht verwirrt an , doch dann schien er sich zu erinnern. „Ah, du bist Sharline! Die Kleine aus dem Dorf, stimmt, es ist lange her, seit wir uns das letzte Mal über den Weg gelaufen sind“
    Oranjii und die anderen waren nun auch zu den beiden gestoßen und fragte Tsune verwundert: “Ihr kennt euch?“ Er nickte und antwortete: „Ja, sie ist in dem selben Dorf aufgewachsen wie ich, in Mizuke. Seit ich vor drei Jahren dort abgehauen bin, haben wir uns nicht mehr gesehen.“
    Er reichte Sharline die Hand und half ihr beim Aufstehen. Wankend hob sie sich an ihm fest, da sie durch die Angriffe der Dorfbewohner ziemlich mitgenommen worden war. „Oh je, das sieht aber nicht gut aus“, meinte Oranjii besorgt, als sie ihre Wunden, Schürfungen und blauen Flecken entdeckte. „Das war das erste Mal, dass ich erwischt worden bin. Sonst war ich immer zu schnell für sie, aber diesmal war ich wohl etwas zu unachtsam. Vielen Dank für eure Hilfe, allein wäre ich nicht mit diesen Menschen fertig geworden“, bedankte sich Sharline erleichtert. „Da hast du aber echt verdammt viel Glück gehabt, dass wir gerade in der Nähe gewesen sind“, mischte sich Tsune ein und betrachtete ihre Verletzungen, die sie sich zugezogen hatte. „Wir sollten von hier aber so schnell wie möglich verschwinden, wer weiß, ob die noch mal zurückkommen und auf ein Wiedersehen bin zumindest ich nicht scharf“, schlug Oranjii leicht nervös vor. Noir stimmte ihr mit einem Nicken zu und auch Takoya war dem Vorschlag nicht abgeneigt: Nekomi schien sich nicht weiter dafür zu interessieren und stand mit verschränkten Armen in einiger Entfernung da.
    „In Ordnung, verschwinden wir von hier“, sagte Tsune in die Runde, griff Sharline unter Arme und Beine und hob das leicht verdutzte Mädchen hoch. Tsune spürte, wie Schmerzen durch seinen Körper schossen. Er hatte fast schon vergessen, dass er verletzt war, aber er ignorierte diesen Umstand und trug Sharline trotzdem. Diese war durch die für sich unvorgehrsehbare Tat seitens Tsune leicht erschrocken, genoss es jedoch auch, in seinen Armen zu liegen und schmiegte sich an ihn. Nekomi war dies nicht entgangen, drehte jedoch nur den Kopf weg und lief neben Takoya und Laila hinterher.
    Oranjii gab Noir ein Zeichen, dass sie sich ein wenig zurückfallen lassen sollte, damit sie mit ihr reden konnte. Als sie vermeintlich außer Hörweite waren, flüsterte Oranjii zu Noir: „Hast du eine Ahnung, was mit Nekomi los ist? Sie ist so seltsam ruhig...“ „Das ist mir auch schon aufgefallen. Aber eine wirklich plausible Erklärung habe ich nicht für ihr Verhalten. Gestern hat sie ja sogar geweint, nach dem Tsune verschwunden ist. Vielleicht war sie noch mal bei ihm. Ich habe zumindest gemerkt, wie sie früh morgens zurückkam, eine Zeitlang vor sich hingestarrt hat und schließlich eingeschlafen ist“ , erwiderte Noir mit leiser Stimme. „Ominös..“, murmelte Oranjii geistesabwesend. „Mit mir ist alles in Ordnung, ihr braucht euch keine Sorgen zu machen“ Noir und Oranjii zuckten erschrocken zusammen und drehten sich langsam um. Vor ihnen stand Nekomi, die ein fast schon unheimlich ausgelassenes Lächeln hatte. Als sie in ihre peinlich berührten Gesichter erblickte, meinte sie mit einem Augenzwinkern: „Ihr habt wohl vergessen, wie gut Katzen hören können. Aber Spaß beiseite. Mir geht es gut, alles ist bestens“, versicherte sie den beiden. Noir und Oranjii nickten nur, doch im Inneren wussten sie, das rein gar nichts in Ordnung war.



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Forum ist umgezogen, das neue findest du unter: www.kokoronosenshi.de (bitte in Browser kopieren)



    Ähnliche Beiträge wie "My D.N.A Destiny"

    Destiny - z3Ro (Freitag 30.09.2005)
    Wir sind das Volk - schon vergessen? - Bonsaipanther (Dienstag 11.03.2008)
    Devil May Cry - Vergils Destiny - Bl4cK | F!5T (Mittwoch 26.07.2006)
    destíny - Mindcontroll (Dienstag 05.12.2006)
    *Cornerstone of Destiny* [18.11.07] - Germanwing (Sonntag 18.11.2007)
    Gundam Seed Destiny Moble - Surver Admin (Montag 24.04.2006)
    Axxis - Doom Of Destiny - Ozzy (Montag 26.11.2007)
    destiny will happen ... - Ethan O'Leary (Sonntag 08.07.2007)
    Tenacious D: The Pick of Destiny - metalhead55 (Samstag 10.02.2007)
    Talking cats and dogs - Eve_Pablo (Montag 07.04.2008)