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Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
tommy c - 12.09.2007, 19:11Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Hallo Leute!
Die o.g. Frage beschäftigt mich.
Laut Jesus sollten wir nicht meinen, Gott erhöre unser Gebet *aufgrund* des vielen Redens.
Nun gibt's die gängige Ansicht, ein Anliegen immer & immer wieder "durchbeten" zu müssen.
Was meint Ihr :?: : Sollte man ein Anliegen Gott anbefehlen & dann bei Ihm lassen (!) & nicht weiter darum bitten, da es ja nun in Seiner Zuständigkeit steht? Oder sollte man wiederholt beten, um geistliche Mauern zu durchbrechen? (Wird sicherlich je nach Situation verschieden sein.)
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
trinity - 12.09.2007, 19:47
die Frage scheint zu sein:
Wie erziele ich das bestmögliche Ergebnis mit meinem Gebet bzw wie kriege ich Gott am effektivsten dazu, zu tun, was ich will?
Ich glaube, die Fragen beantworten sich von selbst.
Beten ist weniger für Gott wichtig, als für den Menschen.
Wenn mich etwas sehr belastet, ist es natürlich gut für mich, das wieder und wieder vor Gott zu bringen. Ich muss weder fürchten, dass er nichts tut, wenn ich nicht oft genug davon rede, noch dass er es vergisst, wenn ich er nur einmal erwähne und dann schweige, weil ich keinen schlechten Eindruck machen will.
Und vielleicht hilft Beten weniger dazu, Dinge zu verändern bzw durch den gebetsbewegten Gott bewegen zu lassen, als bereit zu sein, sich selbst verändern zu lassen (Jaja, hab ich mir natürlich nicht selbst ausgedacht, glaube ich aber fest).
Und die Frage, ob etwas biblisch ist, finde ich immer komisch.
Werden dadurch Sachen besser?
Biblisch heißt doch nur, dass Sachen in der Bibel stehen. Und da steht fast alles.
Geburt, Mord, Totschlag, Liebe, Familienkrach, Vergewaltigung, Mut, Hinterhältigkeit, gemeine Rätsel, Gebete, Zynismus, Taufe, Beschneidung, Tätowierung, Piercing, außergewöhnliche Naturereignisse, alles biblisch.
Und jetzt?
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Gabriel - 12.09.2007, 22:42
die frage danach ob etwas "biblisch" ist bedeutet eigentlich, ob es dem in der bibel empfohlenen/befohlenen weg entspricht.
@tommy
das von dir angesprochene zitat von Jesus bezieht sich grundsätzlich um ein "plappern" im gebet mit der intention die gottheit in richtung des eigenen willens zu manipulieren.
ansonsten denke ich, dass die bibel sowohl das vertrauen in Gott betont als auch Gottes aufforderung an uns beständig im gebet zu bleiben. ich halte die persönliche motivation für entscheidend: Gott lässt sich nicht von mir manipulieren - er will beziehung.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Shlomo - 13.09.2007, 09:56
@ Tommy: Gebet soll nicht "anbefehlt" werden, wir können Gott nichts befehlen. Ich halte auch nichts davon, irgendwelche "mauern" zu durchbrechen.
Gebet ist kommunikation. Und es kann sehr gut sein, das einige sachen länger und intersiver kommuniziert werden müssen. Jesus gibt ein interessantes beispiel in Lukas 18:1-8 mit einem ungerechten richter und einer aggressiven Witwe.....und nutzt das als grundlage für situationen, wo instensives gebet notwendig ist.
Die witwe ist sinnbild der abhängigkeit und hilflosigkeit. So sind wir. Der richter wird um schutz gebeten vor den widersachern. Die witwe belibt so hart und penetrant bei ihren forderungen, das der richter angst hat seinen guten ruf zu verlieren (oder ein blaues auge zu kassieren :wink: ), das er ihr endlich gewährt.
Jesus stellt Gott natürlich nicht als ungerecht da, vielmehr sagt er: Wenn ein korrumpierter gerichter auf energisches drängen eingeht, wie mehr wird Gott ein ernsthaftes anliegen erhören.
Ich denke, die grundlage des gebets ist immer aufrichtigkeit und ehrlichkeit. Wie oft plappern wir irgend etwas daher ohne sinn und verstand und Gott sagt "Das meinst du doch nicht ernst, oder?". Es ist Gott lieber, das wir wenn notwendig mit Ihm kämpfen und unser herz zerschlagen, als eine fromme anbetungsfassade zu bewahren.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
trinity - 13.09.2007, 11:36
Zitat: die frage danach ob etwas "biblisch" ist bedeutet eigentlich, ob es dem in der bibel empfohlenen/befohlenen weg entspricht.
Die Bibel ist für mich kein Sammelsurium von Empfehlungen und Befehlen
(Abgesehen, dass das Doppelgebot der Liebe auch völlig ausreichend ist für ein ganzes Leben). Fragen danach, wie oft man Beten soll oder ob bestimmte Formen der Gemeinschaft (wie Zellgruppen) oder Taufe in Variationen etc. biblisch ist finde ich völlig unverständlich.
Die Bibel ist doch in weiten Teilen ein erzählendes Buch - sicherlich mit weitreichenden Konsequenzen für mein eigenes Leben, aber ich fühle ich
nicht verpflichtet "biblisch" zu handeln und kann auch nicht sehen, dass ein Kopieren von Gepflogenheiten, die in der bibel beschrieben werden, besonders gottgefällig sein sollen. Oder gar zu versuchen, Rezepte und Regelungen für Sachen wie Geisttaufen aus biblischen Zutaten zusammenzustellen.
Auch glaube ich nicht, dass Gott von mir verlangt, dass ich Paulus Maßregeln für die Gemeinde folgen soll.
Wer hält sich schon an die noachitischen Gebote?
Ist das notwendig?
Ich denke, viele Fragen ließen sich zufriedenstellend auch ohne die Bibel beantworten (es sind keine dogmatischen Fragen) - und wenn man sie zu Rate zieht, sollte man es zuerst mit Gottesliebe und Nächstenliebe versuchen. Ich glaube, dass sich damit alles beantworten lässt. Oder die Fragen zumindest ins richtige Licht gestellt werden.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Shlomo - 13.09.2007, 11:57
Zitat: Wer hält sich schon an die noachitischen Gebote?
Also sich nackt im zelt mit wein besinnungslos saufen mag ich auch hin und wieder gerne :lol: :wink:
Eine tolle geschichte....
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
trinity - 13.09.2007, 14:10
:D
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Gabriel - 13.09.2007, 15:37
Shlomo hat folgendes geschrieben: Also sich nackt im zelt mit wein besinnungslos saufen mag ich auch hin und wieder gerne :lol: :wink:
Eine tolle geschichte....
hör mir bloß auf damit! die stelle ist mir schon mehrfach in der uni unter gekommen - als dumme "biblischen" begründung oder rechtfertigung für einen sklavenhandel...
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Shlomo - 13.09.2007, 16:35
Ich sehe es bloss als begründung sich bessinungslos zu saufen wenn man mehrere monate mit ein haufen scheissende tiere eingesperrt wird :lol: :lol:
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
tommy c - 13.09.2007, 18:29
Meine Frage zu diesem Thema kam nicht aus manipulativem Hintergrund (jedenfalls meine ich das...).
Ein altes Beispiel wäre die Frage danach, ob wir noch um Vergebung beten müssten für die im Dritten Reich begangenen Verbrechen (Stichwort "Geschichtsbuch für Beter"). Denn in der Bibel sehe ich 2 Richtungen:
Einerseits heißt es in Hesekiel 18:20, daß der Sohn nicht an der Schuld des Vaters mittragen soll; jeder selbst muss die *eigene* Schuld tragen. In Klagelieder 5:7 heißt es dagegen: "Unsere Väter haben gesündigt ... Wir...tragen ihre Schuld."
Sollte letzteres gelten frage ich mich, wann man "genug" um Vergebung gebetet hat... Ziemlich schwierig auszumachen.
Mag sein, daß beide Bibelstellen nicht konträr gehen; ich ahne sowas.. (na Gabriel, was meinst Du? :wink: )
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Gabriel - 13.09.2007, 19:42
schuld kann man individuell (einzelperson) oder kollektiv (volk israel) sehen.
ein sohn darf vor gericht nicht für die (persönliche) schuld seines vaters zur rechenschaft gezogen werden. andererseits kann es aber gut sein, dass der sohn trotzdem mit den konsequenzen der schuld seines vaters klarkommen muss. es könnte z.b. sein, dass der sohn ohne vater (also bettelarm) aufwachsen muss.
die stelle in klagelieder verstehe ich so: das volk israel hat in seiner mehrheit sich über generationen von Gottes bund abgewandt. irgendwann ist deshalb der fluch des bundes über sie gekommen. jeremia erleidet die daraus resultierende verbannung aus dem land israel, obwohl er diese nicht persönlich verschuldet hat.
auf deutschland übertragen könnte man es so sehen: unsere großeltern haben mehrheitlich hitler gewählt und sind ihm in den untergang gefolgt. ihre kinder mussten deshalb mit 40 jahren deutscher teilung klarkommen - ohne dass sie schuldig waren. auch heute noch müssen wir als dritte generation an den folgen knabbern: verlust der ostgebiete, kosten für aufbau ost etc.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Shlomo - 14.09.2007, 08:42
Zitat: Sollte letzteres gelten frage ich mich, wann man "genug" um Vergebung gebetet hat... Ziemlich schwierig auszumachen.
Einfache antwort: Es ist nie genug. Gott freut sich über ein bussbereites herz.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Gestaltwandler - 14.09.2007, 10:34
Shlomo hat folgendes geschrieben: Einfache antwort: Es ist nie genug. Gott freut sich über ein bussbereites herz.
Erinnert mich gerade zwangsläufig an Indiana Jones ;)
"Nur der bussfertige Mann wird bestehen" :lol:
Spass bei Seite ... ob wiederholtes beten "biblisch" ist, ist mal wieder relativ ;)
Denn die Bibel ist was du daraus machst... da stimme ich trinity zu.
Ich kann für mich sagen, dass ich z.B. oft dafür bete, dass meine Familie gesund bleibt... Gott wird das also schon etwas länger wissen .. ich bitte trotzdem darum ;)
Wie bei so vielen Bibelfragen muss ich deine Frage mit dem Wort "Glaubenssache" beantworten ;)
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
tommy c - 14.09.2007, 17:36
@Gabriel; apropos Auswirkungen: Bzgl der geistlich-geistigen Nachwirkungen der Hitlerzeit ahne ich nix Gutes. Eigentlich hat es doch kaum bis nie eine *echte* Gesundung von den nationalsozialistischen Einflüssen gegeben. Nur Gott kann komplett heilen, aber kein Wirtschaftswunder.
Vielleicht spüren deswegen in diesem Land noch dieses Misstrauen zu diversen Autoritäten; zudem wird von verschiedenen Seiten her gesagt, auf Deutschland laste eine Atmosphäre des Drucks (merke ich am meisten im Straßenverkehr...).
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
Shlomo - 14.09.2007, 19:38
Es ist eigentlich unfassbar, das Deutschland überhaupt noch existiert. Andere nationen, die das volk israel unterdrückt und verfolgt haben, sind in der geschichte verschwunden oder haben ein sehr hartes urteil kassiert.
Re: Ist wiederholtes Gebet biblisch?
tommy c - 18.09.2007, 18:51
Ja, so weit ich weiß war Adenauer pro-Israel. Zudem rannten die Leute nach dem 2. Weltkrieg in die Kirchen. Unser heutiger Bundespräsident macht seine Arbeit - Gott sei's gedankt - sehr gut, das meint zumindest die überwiegende Mehrheit der Deutschen.
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