Gedanken-Müll abladen

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    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 03.06.2008, 22:55

    Gedanken-Müll abladen
    Hab grad diese Rubrik entdeckt und will hier mal reinschreiben, was mir so im Kopf rumspukt.

    Leider ist es in meinem Kopf genauso chaotisch wie in meiner Wohnung... und ich bekomm es irgenwie nicht hin, beides zu ordnen.
    Man schiebt Dinge von A nach B, und genauso mach ich es mit meinen Sorgen, ich schiebe sie nach ganz hinten in meinen Kopf und versuche, sie zu verdrängen, aber sie kommen doch immer wieder zum Vorschein.

    Ich fühle mich mit meinem Leben überfordert und das macht mich traurig, aber auch ziemlich wütend. Ich hätte gern ein perfektes Leben, mit ordentlich gekleideten, höflichen, netten Kindern (die außer Haus auch so sind, aber zuhause eben nicht!!!) und einem liebevollen, netten, verständnisvollen Ehemann (den ich auch hab, zumindest meistens).
    Ich hätte gern ein schönes Haus (hab ich auch), das immer sauber, ordentlich aufgeräumt und nett eingerichtet ist (was ich aber nicht auf die Reihe bekomme). In meinen Gedanken ist der Garten traumhaft schön, mit sattem Rasen, vielen Blumen und ohne Unkraut (haha), in meinen Träumen ist mein Auto sauber, neu und glänzt im Sonnenlicht (lach - oder wein ?!?! ) Ich hätte gern keine Angst, wenn es an der Tür klingelt oder wenn der Briefträger die Post bringt. Ich würde gern an jedem Tag im Monat ohne zu überlegen Geld am Automaten ziehen können und gern mal shoppen gehn, mit der Gewissheit, in ein perfektes Leben nach Hause zurückzukommen.

    Auf mir lasten so viele Probleme und ich hab das Gefühl, damit erschlagen zu werden. Egal ob es die Hausaufgaben, Schule und Lehrer, lästige Bettelgespräche bei der Bank, beim Stromanbieter, Telefongesellschaft oder am Finanzamt sind, aber auch die Terminplanung aller Familienmitglieder, alles wird auf mich abgewälzt. Dabei hab ich mit den Haushaltsdingen den Kopf schon so voll, daß ich glaube, es läuft mir bald aus den Ohren. Immer überlege ich, was ich jetzt noch alles machen muss und wie ich mich am besten rausrede, wenn ich es wieder mal nicht geschafft habe....

    Das ewige Rechtfertigen vor anderen, warum es bei mir nicht so klappt wie bei "Normalos" raubt mir viel Kraft, die ich doch so dringend für andere Dinge brauche. Auch mein Mann, der eigentlich sehr viel Verständnis für meinen "bemittleidenswerten Zustand" hat, wirft mir ab und zu vor, ich sei zu nichts fähig. Das tut so weh. Nach solchen Gesprächen hab ich das Gefühl, es ihm beweisen zu müssen und bekomme dann promt "schlechte" Tage und schaffe gar nix mehr. Da resigniere ich dann total und liege schon morgens auf dem Sofa, die Gedanken kreisen um all die ungetanen Dinge und ungelösten Probleme und ich falle noch tiefer in das große Loch in meiner Seele. Es dauert dann Tage, bis ich den Weg nach oben finde. An diesen schlechten Tagen fällt es mir auch sehr schwer, allen die Aufmerksamkeit zu geben, die ihnen zusteht.
    Wenn ich dann endlich die Kraft aufbringe, meine tägliche Routine wieder aufzunehmen, meine ich, nachholen zu müssen, was die letzten Tage liegengelassen wurde und falle so in das andere Extrem und werde kurzzeitig zum Putzteufel (so wie die letzten Tage) und werde dann aber auch richtig sauer, wenn z.B. eines der Kids vom Pool rauskrabbelt und mit nassen Füßen über die Terasse oder durchs Wohnzimmer trabt. Da bekomm ich die Krise. (Hier kommt der Perfektionismus durch - es ist sauber, perfekt, und dann---- nicht mehr. Ich würde den perfekten Standart gerne behalten, aber hier leben eben 5 Menschen und 8 Tiere, und es wird NIE so sein, wie ich es haben will. Tief drinnen weiss ich das, aber ich hätte es trotzdem gerne anders). Ich fange an, zu schimpfen, mein Mann mischt sich ein, wir diskutieren, ein Wort gibt das andere und PENG!!! Ich resigniere sofort und falle wieder in das Loch.... Perfekt oder eben gar nicht!!! (Teufelskreis !?!)

    Genug für heute, meine Gedanken fahren schon wieder Achterbahn. Demnächst werd ich aber hier wieder abladen... :tonne:



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 04.06.2008, 11:14


    Mein "Werdegang"

    Wie es dazu kam, das ich ein Messi bin, weiß ich nicht. Wann es angefangen hat, kann ich auch nicht direkt sagen. Aber mein Leben war alles in allem genommen nicht unbedingt ein Musterbeispiel.

    Meine ersten Lebensjahre lebte ich nach außen in einer Musterfamilie. Vater, Mutter, 2 Kinder, Doppelhaushälfte, Vater ging arbeiten, Mutter machte Haushalt. Nach Außen wie im Bilderbuch. Aber intern ging es heiss her. Vater ging ständig fremd und schlug Frau und Kinder, Mutter war frustriert und unfähig, es zu ändern. Dann, ich war 5 Jahre alt, kam ein neuer Mann in das Leben meiner Mutter und sie zog mit meiner Schwester und mir zu ihm.
    Anfangs war es besser, aber mein Vater und meine Mutter standen im ewigen Streit und spielten sich auf Kosten von uns Kindern gegenseitig aus. Der Kontakt zu meinem Vater lies stetig nach, meine Mutter wurde psychisch krank und hatte Depressionen. Dazu muss ich nochmal zurück springen, sie hatte noch einen Sohn, der starb, bevor ich zur Welt kam. Über diesen Verlust kam sie nie weg. Dieser Umstand veranlasste sie dazu, mich in Watte zu packen, damit mir nichts passieren kann. Ihre Depressionen kam in Schüben, und je nach ihrem Zustand verpäppelte sie mich zum erdrücken oder schlug auf mich ein, sperrte mich in mein Zimmer und war wie eine Furie. Das änderte sich in Minuten und man konnte es sehr schwer einschätzen, wie sie grad so drauf war. Ich lernte im Laufe der Jahre, damit zu leben.
    Mein Stiefvater war ein A....loch, der mich genauso wenig leiden konnte wie ich ihn, wir gingen uns nur noch aus dem Weg, um uns nicht ständig in den Haaren zu liegen.
    Zu dieser Zeit, kann ich mich erinnern, wurde der Zustand meines Zimmers schon schlimmer, aber meine Mutter hat da regelmäßig ausgemistet, so daß es fast immer begehbar war. Ein Messi war meine Mama bestimmt nicht, im Gegenteil, sie war immer mit irgendwelchen Putzutensilien im Haus unterwegs.
    Schulisch lief es nur mässig, ich bin zwar nicht dumm und hielt anfangs auch meine Sachen tadellos in Ordnung, aber dann mit der Zeit verschusselte ich mal hier ein Blatt, dort ein Heft und da ein Buch. Theatergruppe interessierte mich mehr als Mathehausaufgaben und so kämpfte ich mit mehr Schlecht als Recht durch die Realschule.

    Mehrmals war meine Mutter zu der Zeit "auf Kur" in psychatischen Kliniken für mehrere Wochen weg und in dieser Zeit vermüllte mein Zimmer regelmäßig total.
    Mit knapp 18 hielt ich die Zustände zuhause nicht mehr aus und zog in ein kleines Appartment, was ich auch meistens gut in Schuss halten konnte, da der Kontakt zu meiner Familie nur noch in unregelmäßigen Telefonaten mit meiner Mutter bestand. Der Kontakt zu Vater und Stiefvater war abgebrochen.
    Dann erkrankte meine Mutter an Krebs und ich musste meine Wohnung aufgeben, um wieder zu ihr zu ziehen und sie zu pflegen. Als ihr Zustand zusehends schlechter wurde und sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste, zog ich schnellstmöglich wieder aus, da ich mit meinem Stiefvater alleine nicht leben wollte.
    In dieser Zeit hatte ich gerade eine neue Lehre angefangen, da ich zuvor 3 Ausbilungen abgebrochen hatte.
    Eine Woche später starb meine Mutter und der Kontakt zu ihrer gesamten Verwandschaft brach ab. Ich war allein, meine Schwester war zwar in meiner Nähe, aber sie hatte erst ein Baby verloren, dann wieder eines bekommen und war durch den Tot meiner Mutter ziemlich überlastet.
    Mein leiblicher Vater nahm wieder Kontakt auf, um mich "endlich auf die Bahn zu bringen und mich richtig zu erziehen, da meine Mutter das ja offensichtlich versäumt hatte."
    Ich lernte ein Jahr später meinen jetzigen Mann kennen und hab mich krampfhaft an ihn geklammert. Mein Vater hasste meinen Freund und ich brach erneut den Kontakt zu ihm ab, was bis heute noch so ist.
    Schon 3 Monate später zogen mein Mann und ich in eine gemeinsame Wohnung. Den Zustand meiner damaligen Behausung kannte er nicht und ich kämpfte mich täglich durch den Haushalt, um ihm zu beweisen, wie gut ich das alles kann. Wir heirateten, ich wurde schwanger, hatte Zukunftsängste und fühlte mich überfordert, da ich ja noch mitten in der Lehrzeit steckte und mein Mann arbeitslos war. Da fing es wieder an, daß ich die Wohnung nicht mehr sauber halten konnte.
    Bevor es zu schlimm wurde, sind wir allerdings umgezogen und es ging wieder besser, mein Mann fand wieder Arbeit und die neue Wohnung war schön, so daß es anfangs Spaß machte, sie sauber zu halten.
    Doch mit dem Baby und dem Kaiserschnitt kam auch die Unordnug zurück, ich sollte mich schonen nach der OP und das Baby forderte mehr Aufmerksamkeit, als ich gedacht hatte.
    Nach 2 Jahren zogen wir erneut um, es ging wieder einige Zeit gut, bis ich wieder schwanger wurde... und mein Mann wieder arbeitslos. Erneut hatte ich Ängste auszustehen und wusste nicht, wie es weiter gehen soll.
    Baby 2 kam gesund zur Welt und mein Mann fand einen neuen Job. Alles war wieder gut, die Wohnung aber war nur manchmal sauber. Ich war überfordert mit der Aufgabe, deshalb schlug meine Schwiegermutter vor, in das Haus neben ihr zu ziehen, dann könnte sie mir die Kinder öfter abnehmen. Gesagt, getan. Da find das Chaos richtig an, ständig erklärte sie mir, wie ich was zu machen hätte, daß ich das und das falsch machen würde und überhaupt wär ich ja sowieso unfähig, einen Haushalt zu führen und Kinder zu erziehen.
    Dazu kam, daß ich schon wieder schwanger war, ich traute mich gar nicht, es irgendjemandem zu sagen. Aber es kam doch raus irgendwann und prompt kamen Vorwürfe, wie man sich noch ein 3. Kind anschaffen könne, wenn man doch mit 2 nicht fertig wird.
    Weiter 2 Jahre lebte ich mit der Vorstellung, ich sei unfähig, und jeden Tag wurden die Müllberge größer. Ich schaffte es nicht mal, die Windeln in die Tonne zu tragen. Wäsche hab ich auch kaum gewaschen. Aber sauber waren meine Kinder und ihre Wäsche und Zimmer immer. Dazu rang ich mich immer durch, denn sie sollten nicht darunter leiden.
    Vor 5 Jahren merkte auch mein Mann, wie sehr ich unter der ständigen Aufsicht meiner Schwiegermutter litt und suchte uns ein Haus etwas weiter weg, aber nicht zu weit. Besser wurde es auch da nicht. Im Gegenteil, wir zogen mit dem Chaos um, nahmen den Abfall mit und stapelten ihn in der Garage. Das Haus war größer, der Garten riesig und ich war noch überforderter als vorher. Auch weil die Kinder größer wurden, überall noch ihre Spielsachen dazu verteilten und ständig irgendwas anstellten.
    Vor 3 Jahren sah ich eine Talkshow, die mein Leben grundlegend veränderte, es ging um Messis. Sofort konnte ich mich damit identifizieren. Ich machte mich schlau und fand Hilfe. Ich änderte meine Einstellung zu mir selbst. Ich weiss jetzt, daß ich nicht unfähig bin, sondern "krank". Ich stellte meinen Mann vor die Wahl, entweder wir ziehen ganz weit weg oder ich verlasse ihn und seine Mutter...

    Er ging mit und wir zogen 30 km weg in den Ort, wo er arbeitet. Beim Umzug bestellten wir einen Kontainer und nahmen den Abfall nicht mehr mit. Beim Ausräumen des Hauses durfte ich nicht dabei sein, mein Mann entsorgte rigoros alles, was wir seiner Meinung nach nicht mehr brauchten. (das war auch gut so)
    Hier haben wir ein neues Leben angefangen, ohne Kontakt zu den meisten alten Freunden und der Familie.
    Mir ging es nie so gut wie hier, ich lernte neue Leute kennen, die nichts von meinem alten Leben wussten. Ich schaffte es, meinen Haushalt täglich zu erledigen und alles war toll.
    Dann nahm mein Mann wieder Kontakt auf zu seiner Mutter, weil sein Vater krank wurde. Das war vor 1 Jahr. Sie kam öfter zu Besuch, kontrollierte jede Ecke des Hauses und rieb mir jedes Staubkorn unter die Nase. Außerdem schickte sie regelmäßig Fresspakete, damit ich die Kinder nicht verhungern lasse. Von diesem Tag an ging es wieder bergab. Mein Mann machte mir hin und wieder Vorwürfe, ich könnte doch mal hier und da....
    Täglich kommen Anrufe mit Anschuldiungen, ich würde es doch auch hier wieder nicht schaffen, und mal schaun, wie lange ihr es in diesem Haus aushaltet, bis ihr es zugemüllt habt und wieder umzieht. Außerdem bin ich ja nicht fähig, meine Kinder zu erziehen, was für ein Vorbild bin ich denn. Es zieht mich wieder runter, obwohl ich mit aller Kraft dagegen kämpfe.
    Mittlerweile steht mein Mann hinter mir, da er selbst merkt, daß ich auf die Vorwürfe nicht mehr reagieren kann und resigniere.
    Das Loch in meiner Seele, daß ich so mühselig gestopft hatte, ist wieder aufgerissen...
    Aber ich kämpfe und lass mich diesmal nicht wieder so tief fallen. Diesmal wird sie es nicht schaffen, mich seelisch so niederzutrampeln.
    Aber der Kampf ist schwer und anstrengend, ich hoffe, ich breche nicht wieder ein.



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 04.06.2008, 14:14


    Hi :)

    da ich gerade Pause mache, wollte ich dir wenigstens sagen, dass ich deinen Text gelesen habe und er mich sehr gerührt hat, aber ansonsten gerade etwas sprachlos bin. Berühren können einen immer nur Dinge, in denen man sich selbst wiedererkennt, denke ich. An vielen Stellen deiner Gedanken habe ich das.

    Ok, schicke dir erstmal ganz viel Kraft rüber, obwohl du selbst eine unglaubliche Kraft in dir hast wie ich zwischen den Zeilen lesen kann. Nur oftmals erkennt man seine eigenen Kräfte und Fähigkeiten nicht, weil man nur das Negative sieht, wie es "die anderen" einem viele Jahre eingeredet haben.

    Machs gut und einen wunderschönen Tag ! ;)

    LG
    scrollinmoll



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 05.06.2008, 07:47


    Danke für deine geschickte Kraft, ich hoffe, ich kann sie nutzen :blume:

    Zur Zeit fehlt mir leider jegliche Kraft, ich bin oft sehr müde und niedergeschlagen, kann nachts schlecht einschlafen und wache dann oft auf. Tagsüber bin ich hundemüde und könnt oft im Stehen einschlafen.

    Hierbei spielen bei mir wohl mehrere Faktoren eine Rolle, zB. meine Niedergeschlagenheit, die mich ermüdet; dazu der ewige Kampf mit dem Chaos in Kopf und Wohnung, die mir jegliche Kraft rauben. Mein niedriger Blutdruck (80/60 und weniger) spielt wohl auch eine Rolle. Außerdem hatte ich vor einigen Jahren eine Schilddrüsen-OP und mir wurde die komplette SD entfernt. Die Hormontabletten sollte ich regelmäßig morgens 30 Min. vor dem Frühstück einnehmen und genau damit hab ich massiv Probleme. 1. fühle ich mich total schlecht damit, 2. vergess ich das immer und denk erst beim Morgenkaffee dran und 3. weiss ich ja nicht, wann ich Zeit und Lust hab, mir Kaffee zu machen. Richtig frühstücken tu ich sowieso gar nicht. Durch diesen verkorksten Hormonhaushalt bin ich dann ständig müde und antriebslos, was dann dazu führt, daß ich meinen inneren Schweinehund bei jeder Kleinigkeit besiegen muss, um mich aufzurappeln und überhaupt irgendwas zu tun. Gibts für mich nicht irgendein "Hallowach" Mittelchen, daß ich dann nehmen kann, wenn ich halb im Stehen einschlafe? Das wär ja toll....
    Kaffee trinke ich schon Literweise, aber der macht mich nicht wach oder aufgekratzt oder kribbelig, im Gegenteil. Manche sagen, nach 15 Uhr kein Kaffee, sonst kann ich Nachts nicht schlafen... (haha) ich trink auch um 22 Uhr noch Kaffee, kann zwar auch nicht einschlafen, aber das liegt nich am Kaffee.............

    Apropos Kaffee, ich mach mir jetz erst mal einen......... :kaffee:



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 08.06.2008, 15:04


    Habe eben einen Kampf gekämpft und alles ging daneben, es geht mir grad ziemlich schlecht damit.

    Muss dazu ausholen: Mein Mann hat da einen "Onkel*", der ist alleinstehend, geht nicht arbeiten, hat Schulden, liegt uns immer auf der Tasche, aber er mag die Kinder gern und hat auch früher öfter aufgepasst, wenn wir mal weggehen wollten.
    Dafür hängt er aber auch jede freie Minute bei uns rum, und er hat viele freie Minuten.....
    Jeden Samstag, jeden Sonntag stand er um 9 Uhr auf der Matte und blieb den ganzen Tag hier, wochentags nachmittags war er immer da.
    Auch nach dem Umzug kam er immer mind. 2-3 mal die Woche zu "Besuch". Dann schleicht er so lange ums Haus, bis wir ihn bemerken und rein lassen....

    Mein Mann hat ihm öfter dafür heimlich Benzingeld zugesteckt. Auch finanziell haben wir ihn oft unterstützt, obwohl es uns selber kaum reicht.

    Mir gehen diese Besuche tierisch auf den Wecker, ich kann den Typen nicht leiden, mir ekelts total vor ihm, er wäscht sich nicht und richt ziemlich unangenehm.
    Und heute steht er wieder mal unangemeldet mitten im Garten. Hab ihn erst gar nicht bemerkt. Er hatte einen Erdbeerkuchen dabei. *schüttel*
    Mein Mann verdrehte schon die Augen, aber er schwieg mal wieder. Ich konnte mich aber nicht länger zurück halten, denn ich hatte mich so auf einen Familiennachmittag im Garten mit Kaffee und einem guten Buch auf meiner Liege gefreut. Wütend und enttäuscht fluchte ich vor mich hin und mein Mann fing mit MIR einen Streit an... Ein Wort gab das andere, feige wie mein Mann ist, traute er sich natürlich nicht zuzugeben, daß auch ihn die Spontanbesuch total abnerven. Er schob alles auf mich und flüchtete mit dem Auto.... Toll!!! Ich sagte dem "Onkel" nach nunmehr 14 Jahren endlich mal meine Meinung, er sagte, er würde gleich gehen, ist aber jetzt, 1 Stunde später, immer noch da!!! Dafür ist mein Mann jetzt weg.. prima....... Und ich kann nichtmal heulen, weil meine Kinder ständig an mir vorbei laufen und lesen kann ich auch nicht, weil der nette "Onkel" auf meiner Liege schläft!!!!

    (*Onkel = Lover meiner Schwiegermutter seit 36 Jahren, mutmasslicher Erzeuger meines Ehemanns)



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 08.06.2008, 21:49


    scrollinmoll hat folgendes geschrieben: Hi :)

    da ich gerade Pause mache, wollte ich dir wenigstens sagen, dass ich deinen Text gelesen habe und er mich sehr gerührt hat, aber ansonsten gerade etwas sprachlos bin. Berühren können einen immer nur Dinge, in denen man sich selbst wiedererkennt, denke ich. An vielen Stellen deiner Gedanken habe ich das.

    Ok, schicke dir erstmal ganz viel Kraft rüber, obwohl du selbst eine unglaubliche Kraft in dir hast wie ich zwischen den Zeilen lesen kann. Nur oftmals erkennt man seine eigenen Kräfte und Fähigkeiten nicht, weil man nur das Negative sieht, wie es "die anderen" einem viele Jahre eingeredet haben.

    Machs gut und einen wunderschönen Tag ! ;)

    LG
    scrollinmoll

    Da schließe ich mich vollstens an!

    Zu deinem ungebetenen Dauergast:

    Da würde ich Dir dringend empfehlen mal in Ruhe mit deinem Mann zu sprechen. Es geht im ja selbst auf den Sender!Allerdings, so elegant aus der Affäre ziehen und wegfahren ist nicht fein! Er soll Dir dann beistehen!

    Sonst fällt mir an Tips nur ein:

    :arrow: wenn er wieder ums Haus schleicht
    a) garnicht reinlassen
    b) sagen das ihr gleich wegmüsst/was dringendes zu tun habt
    :arrow: Sagen, das die Besuche zu oft sind, das er "gerne" 1-2x die woche kommen kann, aber Du Zeit für Dich/Familie/Hobbys o.ä brauchst!
    :arrow: Ihm raten sich ein Hobby zuzulegen
    :arrow: mit ihm in Ruhe über das sprechen was Dich an ihm stört oder alternativ einen Brief schreiben.

    Mehr fällt mir jetzt dazu nicht ein, aber vielleicht findest Du einen der Tipps schon umsetzbar.

    Drücke Dir die Daumen!!! ;)



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 09.06.2008, 20:33


    Sonst fällt mir an Tips nur ein:

    wenn er wieder ums Haus schleicht
    a) garnicht reinlassen
    b) sagen das ihr gleich wegmüsst/was dringendes zu tun habt
    Sagen, das die Besuche zu oft sind, das er "gerne" 1-2x die woche kommen kann, aber Du Zeit für Dich/Familie/Hobbys o.ä brauchst!
    Ihm raten sich ein Hobby zuzulegen
    mit ihm in Ruhe über das sprechen was Dich an ihm stört oder alternativ einen Brief schreiben.

    hmmm danke für die Tips, hab ich alles schon probiert. Ich glaube, er ist einfach zu dumm, um es zu kappieren.... und für Hobbies ist er zu desinteressiert an allem....

    Aber trotzdem danke, daß du dir meinetwegen so viele Gedanken gemacht hast... :blume:



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Trockenfisch - 10.06.2008, 23:47


    Wenn er nicht versteht (verstehen will...) was du ihm sagst, dann schreib es ihm....einen Versuch ist es wert!

    Viel Kraft, ich schick auch in deine Richtung, was ich schicken kann....

    Ganz lieben Gruß vom Trockenfisch

    PS Mir kommt gerade noch ein Gedanke - manchmal tun die Leute, als würden sie einen nicht verstehen, weil man zwiegespalten ist...es ist richtig was man sagt, aber man hat ein schlechtes Gefühl dabei..und das schlechte Gefühl dabei wird vom anderen gespürt...dann kann man sagen, was man will, solange man vom Inneren her eine Unsicherheit ausstrahlt, wird das nicht ernst genommen..
    Wenn DAS der Grund ist, dass sich der Onkel stur stellt, könnte man überlegen, wie man es angeht! Lass dich nicht unterkriegen!



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Trockenfisch - 10.06.2008, 23:53


    Eins fällt mir noch nachträglich ein - DAS ist der lover deiner peniblen Schwiegermama, die dauernd ihre Nase in deinen Haushalt steckte?

    Sach ma, wäre das nicht eine Gelegenheit, wo sie 1 X (!!!) die Nase in deine Angelegenheiten stecken könnte, um dir den Heini von der Backe zu halten??

    Nur eine nachträgliche Idee
    vom Trockenfisch

    PS Und der Kampf, den du gekämpft hast...da hast du dich schlecht gefühlt, das ist keine gute Startposition...und der "Onkel" hat es erspürt....
    Aber nur Mut, auch wenn du deine Schwiegermama (was ich verstehen könnte nach der Vorgeschichte) ganz außen vor lassen willst, du wirst das wuppen, wenn du dich nach und nach innerlich aufrichtest.



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 12.06.2008, 10:09


    Ich hab dieses Problem erst mal an meinen Mann abgegeben, er ist der Meinung, ganz aus dem Haus bekommen wir ihn sowieso nicht, aber 1x die Woche nach Absprache kann er kommen... er ist schon dran, das zu regeln...

    Aber heute gehn mir ganz andere Dinge durch den Kopf...
    Ich sagte gestern zu meinem Mann, er könnte mir ja mal was helfen, wenn ich schon dabei bin, hier alles auf Normalzustand zu bekommen. Und was sagt er? Ne, mach du mal alleine, ich kann es dir ja doch wieder nicht recht machen....

    Erst war ich furchtbar sauer, aber je länger ich darüber nachdenke, umso mehr muss ich ihm zustimmen. Ich bin in Punkto aufräumen wirklich schwer zufrieden zu stellen, obwohl es hier aussieht wie im Schweinestall. Das widerspricht sich doch total.... Das Thema spukt mir schon seit gestern durch den Kopf und ich verstehe mich selbst nicht mehr.
    Statt dankbar zu sein, daß mein Mann mir hilft, kontrolliere ich seine Arbeit und verbessere sie nach meinen Vorstellungen. Wenn er gesaugt hat, lauf ich rum und sag, gugg, da liegt noch ein Krümel... da noch ein Haar..... Wenn er das Geschirr in den Spüler räumt, geh ich hin und räum die Sachen wieder um, weil sie im "falschen" Fach sind.....
    klar, daß er mir da nicht mehr helfen will und er die Welt nicht mehr versteht... ich versteh es ja selber nicht!!! Ich denke, ich muss lernen, die Hilfe anzunehmen, ohne ihn zu bemängeln und zufrieden mit dem sein, was ich an Hilfe bekommen kann, aber es ist halt so schwer, wenn er doch in meinen Augen alles so schluderig macht... ich glaub ich bin total bescheuert....:doof:



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Trockenfisch - 12.06.2008, 16:59


    Kenn ich auch.
    Ist nicht mal ein Widerspruch, find ich...
    Wir haben ein Bild im Kopf, das wir optimal finden...egal wie es um uns rum aussieht....dann kommt jemand, will helfen, und MACHT DAS NICHT SO, WIE ES IN UNSEREM kOPF AUSSIEHT.....
    Dann denkt man, oh, bevor der das so macht, hätte er es ja lieber gleich lassen können....ich arbeite auch daran... 8)
    Lieben Gruß vom
    Trockenfisch



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 13.06.2008, 15:09


    Muss hier mal meinen Frust abladen und meine Wut loswerden, bevor in mir was zerspringt und ich die Kinder anschreie... da neige ich ja gern dazu, wenn sie mich zum Wahnsinn treiben....

    Gestern hab ich Wohnzimmer, Esszimmer und Bad sauber gemacht, das Bad war blitzblank geputzt... und heut sah es wieder aus, wie nach nem Bombenangriff. Überall Schuhe unterm Tisch und Spielsachen liegen rum, Schüsseln vom den Cornflakes im Wohnzimmer, eine Kaffeetasse auf dem Bügelbrett, mein Mann war beim Mittagessen zuhause und hat auch Brot und Wurst, Teller und Messer einfach im Esszimmer stehen lassen. Da ich hier gestern alles sauber hatte und heut den ganzen Vormittag und Mittag mit der Wäsche aus dem Schlafzimmer beschäftigt war, kam ich grad hier rein und war total entsetzt.... wie können 4 Personen in 1 Stunde 3 Räume in ein solches Chaos verwandeln? Bin ich :doof: oder wie? Seit Monaten rede ich auf die Kinder ein, sie sollen doch bitte ihre Sachen wieder weg räumen. Irgendwie nehmen mich die alle gar nicht für voll... Das gleiche ist mit den Kinderzimmern, da hab ich schon mehrere Stunden verbracht und Spielsachen in Kisten sortiert, die Kisten beschriftet und alles aufgeräumt. Trotzdem liegen hier immer alle Sachen durcheinander auf dem Boden rum, so daß man gar keine Chance hat, hier mal Betten zu machen oder zu saugen, man kommt ja kaum zum Kleiderschrank oder Fenster, ohne auf mind. 5 Legosteine zu treten....
    Auch wenn ich sie bitte, schimpfe, anschrei oder mit Hausarrest und Müllsäcken drohe, machen sie nicht wirklich was... nur so huschdibuschdi, bis sich die "Olle" wieder beruhigt hat. Ich glaube, unser Haushaltszustand liegt auch viel daran, daß meine Familie alles auf mich abwälzt, weil es meine Aufgabe als Mutter und Hausfrau ist. Ich räum also Kram von 5 Leuten weg und soll noch die normalen Aufgaben wie putzen, waschen und so weiter erledigen. Aber das ist einfach zuviel für mich. Ich bin mit der Sache überfordert... Hilfe beim Putzen will ich gar nicht, aber ist es zuviel verlangt, wenn jeder seine Schuhe wegräumt, seine Jacke aufhängt und seine Sachen wegräumt oder mit rauf nimmt, wenn sie auf der Treppe liegen?
    Leider bin ich zu Inkonsequent, um irgendwelche Androhungen in die Tat umzusetzten. Das wissen die auch ganz genau. Aber ich will das jetzt ändern, wie kann ich ihnen klar machen, daß ich es Ernst meine????



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 16.08.2009, 22:55


    Chaosweib hat folgendes geschrieben:

    Aber heute gehn mir ganz andere Dinge durch den Kopf...
    Ich sagte gestern zu meinem Mann, er könnte mir ja mal was helfen, wenn ich schon dabei bin, hier alles auf Normalzustand zu bekommen. Und was sagt er? Ne, mach du mal alleine, ich kann es dir ja doch wieder nicht recht machen....

    Erst war ich furchtbar sauer, aber je länger ich darüber nachdenke, umso mehr muss ich ihm zustimmen. Ich bin in Punkto aufräumen wirklich schwer zufrieden zu stellen, obwohl es hier aussieht wie im Schweinestall. Das widerspricht sich doch total.... Das Thema spukt mir schon seit gestern durch den Kopf und ich verstehe mich selbst nicht mehr.
    Statt dankbar zu sein, daß mein Mann mir hilft, kontrolliere ich seine Arbeit und verbessere sie nach meinen Vorstellungen. Wenn er gesaugt hat, lauf ich rum und sag, gugg, da liegt noch ein Krümel... da noch ein Haar..... Wenn er das Geschirr in den Spüler räumt, geh ich hin und räum die Sachen wieder um, weil sie im "falschen" Fach sind.....
    klar, daß er mir da nicht mehr helfen will und er die Welt nicht mehr versteht... ich versteh es ja selber nicht!!! Ich denke, ich muss lernen, die Hilfe anzunehmen, ohne ihn zu bemängeln und zufrieden mit dem sein, was ich an Hilfe bekommen kann, aber es ist halt so schwer, wenn er doch in meinen Augen alles so schluderig macht... ich glaub ich bin total bescheuert....:doof:

    Ich bin sooooo froh, hier rein geklickt zu haben...
    Die ganze Seite...ich erkenn micht in vielem wieder...
    Und endlich die Erkenntnis...
    ICH bin nicht allein so...

    DANKE!!!

    Mummy



    Re: Gedanken-Müll abladen

    Anonymous - 30.08.2009, 21:07


    Hallo Chaosweib!

    Oh mann, Du hattest es wahrlich nicht leicht im Leben...

    Bzgl. Deiner Kinder ein Vorschlag:
    Pack doch tatsächlich mal alles was rumliegt in nen Müllsack. Beim ersten Mal vielleicht vor ihren Augen - das schockt schon mal und sollte ne Warnung sein (beim nächsten Mal fliegt alles raus, so drohst du).

    Wenn sie wieder nicht spuren, dann pack alles weg wenn sie nicht da sind und stell's z.B. in den Keller - Hauptsache sie denken, es wär wirklich alles weg (wirkt vielleicht besonders gut, wenn du's an dem Tag machst, wenn die Müllabfuhr kommt).

    Oder schmeiß wahllos alles in ihr Zimmer, so dass sie selber kaum noch aus und ein kommen. Oder wirf es auf's Bett - dann müssen sie erst mal aufräumen, wenn sie schlafen gehen wollen.

    Das mit dem Müllsack wirkt aber wahrscheinlich abschreckender.

    Liebe Grüße und alles Gute!



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