Die Gemächer der Koenigin

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    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 03.06.2008, 21:47

    Die Gemächer der Koenigin
    Hier lebt und residiert die Ehefrau von Koenig Damian.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Lucan von Shoy'Rina - 03.06.2008, 22:11


    pp: Gänge

    Lucan fand mühelos zu den Gemächern seiner Mutter.
    Vor der Türe angekommen hielt er inne.
    Er holte tief Luft und klopfte dann laut und gut hörbar an.
    Er lauschte, hörte, wie er herein gerufen würde, und öffnete anschließend die Türe.
    Die Gemächer waren groß und geräumig, so wie seine auch, doch die Einrichtung war ganz anders.
    Da waren sehr viele Pflanzen und alles war sehr grün oder auch bunt.
    Überall hingen bunte Stoffe, verhüllten Schränke und verlieh den Zimmern ihren ganz eigenen Flair.
    Er trat langsam ein und blickte sich suchend nach ihr um.
    "Mutter? Seid Ihr... hier?"



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 03.06.2008, 22:16


    Menada hatte das Klopfen nicht gehoert, aber als sie eine Stimme im Raum vernahm, verließ sie ihre Schlafgemächer, um in einem Traum aus schwarzer Seide in das Empfangszimmer zu treten. Ihre Haare waren hochgesteckt und wertvolle Perlen schimmerten in ihm. Nichts ließ einen Schluss auf ihr Alter zu, aber wenn man sie neben Damian sah, glaubte man kaum, dass sie seine Frau war.

    "Guten Abend, Lucan." sagte sie mit ihrer dunklen, sinnlichen Stimme. "Komm herein, setz dich." Sie bedeutete auf den Sitzkissen Platz nehmen und tat es dann selbst.
    "Was führt dich hierher?" Ihre schwarzen Augen sahen ihn aufmerksam an.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Lucan von Shoy'Rina - 03.06.2008, 22:32


    Lucan nickte ihr zu.
    "Guten Abend." Erwiderte er, folgte ihr weiter in ihre Gemächer hinein und ließ sich dann in ihrer Nähe auf den weichen Sitzkissen wieder.
    Ja, wie sollte er denn am Besten anfangen?
    Also, wenn er seinem Vater glauben schenken durfte, dann hatte er sie verärgert und sie sich übergangen gefühlt.
    Er wusste nur nicht, ob das in erster Linie ihm oder Thayshanar gegolten hatte.
    Hatte es sie gestört, dass er den Mann gefragt oder dass dieser zugesagt hatte?
    "Mir... mir wurde zugetragen... dass ich dich verärgert habe. Bezüglich meines Wunsches Thayshanar betreffend." Lucan sah sie offen an, blickte in ihre tiefen, geheimnisvollen Augen, und wie immer, wenn er sie vor sich sah, fiel es ihm schwer zu glauben, dass sie tatsächlich die Frau war, die ihn geboren hatte.
    Sie hatte nie viel Interesse an ihm gezeigt, sondern dieses Interesse ihrem Mann überlassen.
    Lucan hatte sich nie daran gestört.
    "Das war nicht meine Absicht."



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 04.06.2008, 08:47


    "Ahhhh..." sagte die Koenigin gedehnt. "Der Rahja-Priester... nun..."
    Sie hatte nie wirkliches Interesse an ihm gehabt, vielleicht hatte sie es auch einfach nicht gewollt, weil sie wusste, dass jeglicher Kontakt intimer Natur ihn seiner Goettin näherbrachte... und ihn glücklich machte.

    Sie sah Lucan nachdenklich an und bemerkte auch das Glitzern in dessen Augen. Soso...
    In Al Anfa hätte ihr Sohn eine Zukunft gehabt... ja selbst hier hätte er eine gehabt, wenn er nicht gemeint hätte sich allzu sehr um die Sklaven zu kümmern.
    Und dann... benahm er sich doch wieder sehr einem Monarchensohn würdig. Natürlich war ihr die winzige Auseinandersetzung mit Thay nicht verborgen geblieben- sie hatte ihre Leute überall, er hatte ihr nicht einmal gestehen müssen.

    "Es war selbstverständlich nicht deine Schuld," fuhr sie nachdenklich und mit weicher Stimme fort. "Ich habe nichts dagegen, dass du ihn tanzen sehen willst... aber der Mann wird in Zukunft diese Entscheidungen nicht mehr alleine fällen. Das habe ich ihm heute klar gemacht. Es steht ihm nicht zu!"
    Sie nickte kurz.
    "Weißt du... nach Nia'Tze gibt es zwei Gruppen. Jene mit der Herrenmoral und jene mit der Sklavenmoral... und da jene mit der Sklavenmoral immer die verdorbeneren sind, werden sie eines Tages gewinnen... um ihnen eine solche Grundlage zu entziehen, sind die meisten Sklaven ungebildet... und solche, die es nicht sind, müssen erkennen und akzeptieren, dass ihr Platz dennoch unter den Herren ist. Dumme Menschen bedürfen der Führung... sie sehnen sich danach und du machst ihnen das Leben schwer, wenn du ihnen Entscheidungen aufbürdest... Jene, die die Intelligenz besitzen welche zu fällen- alleine- sind gefährlich... und gerade deswegen sollte man zu ihnen nur noch strenger sein und ihnen nicht eine einzige lassen. Verstehst du das?"
    Sie lächelte ein wenig.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Lucan von Shoy'Rina - 04.06.2008, 19:15


    Lucan hörte seiner Mutter aufmerksam zu und dachte gleichzeitig über das nach, was sie sagte.
    Er wusste, dass sie aus Al'Anfa stammte, und hatte auch gesehen, dass die Sklaven dort ein wenig anders gehandhabt wurden als hier in Mirham.
    Strenger.
    Ein Sklavenleben war dort kaum etwas wert - ein toter Sklave entsprach daher einem kalkulierbaren materiellen Verlust.
    Damian wiederum behandelte seine Sklaven meist sorgfältiger, und daher war es nicht verwunderlich, dass Lucan es ähnlich hielt.
    Er ließ sich die Worte seiner Mutter daher ganz ausführlich durch den Kopf gehen.
    Es gab also von Natur jene die dienten und jene die herrschten.
    Und wenn die herrschenden den dienenden zu viele Freiheiten ließen, würden die dienenden die Oberhand gewinnen und versuchen, die Macht an sich zu reißen - was allein aufgrund ihrer Masse kein Problem für sie sein würde.
    Deswegen versuchte man zu verhindern, dass die Sklaven überhaupt Zeit hatten, auf derlei Gedanken zu kommen.
    Man hinderte sie am Denken. Je dümmer, desto besser.
    Lucan runzelte die Stirn.
    Eigentlich war Al'Anfa selbst doch ein ganz hervorragendes Beispiel dafür.
    Der Patriarch und seine Granden hatten den Königen Al'Anfas in früheren Zeiten unterstanden, dann aber aufbegehrt, die Herrschenden entmachtet, und selbst die Macht an sich gerissen...
    Was aber war mit jenen Menschen, die nicht als Sklaven geboren worden waren?
    Was war mit jenen, die in höheren Stand geboren wurden, und sich im Laufe ihres Lebens in Sklaverei oder Leibeigenschaft begeben mussten?
    Er konnte sich die Antwort seiner Mutter darauf schon denken:
    Es geschah ihnen recht, hatten sie sich doch durch ihre eigene Dummheit in diese Lage gebracht.
    Und er musste ja zugeben, so dumm war die Theorie gar nicht, die sie das vorstellte, wie das Beispiel Al'Anfa deutlich zeigte.
    "Ja, ich denke, ich verstehe." Antwortete er, und als er sie ansah, hatte er plötzlich irgendwie das Gefühl, dass sie nicht nur von ihrem Gespräch im Garten wusste, sondern womöglich auch von der kleinen Szene in seinen Gemächern.
    Was sie von ihm erwartete, dass er klare Befehle gab und Wünsche äußerte, und er nicht versuchte, Entscheidungen und Wünsche von Sklaven zu erzwingen.
    Wahrscheinlich hatte sie damit sogar recht...
    Man musste sich nehmen, was man wollte, oder man wurde übergangen.
    "Ich werde mich bemühen, mir diesen Rat in Zukunft zu Herzen zu nehmen." Sagte er ernsthaft und das Lächeln war von seinen Zügen gewichen.
    Und er würde davon absehen, weiterhin zu versuchen, jenen Entscheidungen abzuringen, die keine Entscheidungen zu treffen vermochten.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 04.06.2008, 19:25


    Medana nickte und lächelte ein wenig.
    "Das ist gut... und sollte es das nicht sein, kannst du es immer noch anders machen."
    Sie war nicht dumm und auch nicht fanatisch. Mendana hatte keine Probleme damit ihre Handlungsweisen zu revidieren, wenn es sein musste.
    Sie hatte auch ihre Sichtweise über Sklaven verändert, seitdem sie hier war, wenn auch die Grundsätze geblieben waren.

    "Also gut... dann wird Thayshanar tanzen. Das wird sicherlich interessant für die Zuschauer werden. Freust du dich denn schon auf die Festlichkeiten?" hakte sie nach und verlagerte ihr Gewicht ein wenig.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Lucan von Shoy'Rina - 04.06.2008, 19:33


    "Ich denke, die Gäste werden seinen Tanz mögen." Erwiderte Lucan.
    Er für seinen Teil konnte dem Säbeltänzer stundenlang zusehen, ohne dessen müde zu werden.
    Zwar teilte nicht jeder seinen Geschmack, aber es würde wohl auch niemand wagen, ernsthaft etwas schlechtes über den Tanz oder den Tänzer sagen, solange dieser in seiner Gunst stand.
    So war es mit gehobenen Gesellschaft Mirhams.

    Der junge Mann hakte kurz nach und horchte in sich hinein.
    Freute er sich auf die Feierlichkeiten?
    Er wusste es nicht genau.
    Es würden sehr viele Menschen kommen.
    Die ganzen Exilierten Adeligen Mirhams zum Beispiel.
    Auf die er im Grunde nicht ganz so viel Wert legte.
    Diejenige Person, auf die er sich am meisten gefreut hatte, würde aber womöglich nicht da sein, und das stimmte ihn traurig.
    "Es wird sicher ein schönes Fest." Erwiderte er daher ein wenig ausweichend.
    "Wie könnte ich mich da nicht darauf freuen?"
    Er freute sich tatsächlich auf Thayshanars Tanz - aber Savertins Abwesenheit machte das dennoch nicht wett.
    Zwar war in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen, aber Lucan ging nicht davon aus, dass Salpikon vorher gefunden wurde - oder, falls doch, in der Verfassung oder Stimmung sein würde, an dem Fest teilzunehmen.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 04.06.2008, 19:44


    Die Koenigin sah ihn an und bemerkte wohl die Nachdenklichkeit in seiner Miene. Sie wusste, dass ihr Sohn nicht allzu viel Wert auf all die abgeschobenen Adligen Mirhams legte und sie konnte es ihm nicht verdenken. Sie waren Schmarotzer und einige von ihnen darüber hinaus hoechst gefährlich. Nicht für das Koenigshaus, eher für sich selbst.
    "Es wird sicherlich schoen werden." sagte sie leise und lächelte ein wenig. "Zumindest werden wir alles versuchen damit das der Fall sein wird."
    Mendana wollte noch etwas hinzusetzen, als sie glaubte Geräusche zu hoeren. Sie legte den Kopf auf die Seite und sah ihren Sohn fragend an. Draußen war Wind aufgekommen, aber unzweifelhaft waren Stimmen zu hoeren.
    Um diese Zeit? In ihrem Palast? Wie seltsam...!



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Lucan von Shoy'Rina - 04.06.2008, 19:51


    "Ja ich bin mir..." Begann Lucan, aber er bemerkte, wie seine Mutter plötzlich aufhorchte und realisierte ebenso wie sie dass da Geräusche waren, von den Gängen her kommend.
    Stimmen.
    Lucan erhob sich, neugierig wie er war, nickte seiner Mutter kurz zu, und bewegte sich auf den Ausgang ihrer Gemächer hin.
    "Ich sehe nur schnell... nach." Erklärte er ihr und lief zur Türe.
    Solche Geräusche im Palast zu dieser Zeit waren ungewöhnlich.
    Was also konnte es wohl sein, das diese Geräusche verursachte?
    Lucan dachte wie immer nicht daran, dass er nicht einmal einen Säbel dabei hatte um sich zu verteidigen.
    Geschweige denn dass er über die Fähigkeiten verfügte, sich entsprechend zu verteidigen.
    Schnell trat er auf die Gänge...

    tbc. Gänge



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 06.06.2008, 20:34


    Die Koenigin wartete einige Zeit, aber ihr Sohn kehrte nicht zurück. Bald schon aber trugen ihre Spitzel ihr zu, was geschehen war und sie nickte sachte. Unter diesen Umständen würde Lucan auch nicht wiederkommen. Dann konnte sie sich ja wieder gewissen anderen Dingen widmen. Sie gab einen kurzen Befehl und nach einiger Zeit, kehrte ihre Zofe mit Thayshanar zurück.
    Oh, wie wütend er aussah, wie zornig seine stolzen Augen dreinblickten. Das gefiel ihr! Sie lächelte.
    Es wunderte sie nicht, dass Lucan nicht misstrauisch geworden war. Wenn sein Vater sagte, er habe etwas mit Sklaven geklärt, handelte es sich dabei tatsächlich um ein Gespräch. Das war bei ihr anders.
    "Hast du meinen Punkt nun verstanden, Thayshanar?" fragte sie, während ihre Dienerin ihn in eine knieende Position zu zwingen versuchte, aber Thay schüttelte sie nur wütend ab.
    "Ich habe verstanden, dass Ihr mich gefügig machen wollt! Das wollt Ihr bereits, seitdem ich hier bin! Was habe ich Euch getan, dass ich Euren Zorn verdiene?"
    Mendena lachte nur leise. Er wollte Erklärungen? Er war noch arroganter, als sie gedacht hatte.
    "Wer sagt denn, dass ich zornig auf dich bin? Nein, ganz im Gegenteil... ich wünsche, dass du jetzt bei mir bleibst... und mir Gesellschaft leistest..."
    Thay verschränkte die Arme vor der Brust.
    "Nein."
    Amüsiert sah sie ihn an. "Willst du lieber dorthin zurück, wo du gerade hergekommen bist?"
    Wütend funkelte er sie an.
    "Ja!"
    Wieder lachte sie perlend auf und gab zwei Wachen einen Wink.
    "Dann wünsche ich dir viel Spaß... ich bin mir sicher, dass wir uns wiedersehen werden und dann wirst du, teurer Rahjapriester, mir zu Füßen liegen und mich anbetteln bei mir bleiben zu dürfen..."
    Thay sah sie an.
    "Niemals!" sagte er leise, aber entschlossen. Dann wurde er aus dem Zimmer geführt, während die Koenigin ihm lachend nachsah.



    Re: Die Gemächer der Koenigin

    Das Schicksal - 09.06.2008, 09:55


    Die Koenigin hob den Kopf, als ihre beiden Bediensteten eintraten. Wie immer sah Thay unverschämt gut aus und sie lächelte ein schmales Lächeln. Am Anfang hatte es sie nur aufgeregt, dass sie diesen Mann nicht nach ihren Vorstellungen formen konnte, doch inzwischen war es eine Herausforderung für sie geworden.
    "Da seid ihr ja." sagte sie und erhob sich. "Wir werden heute einen kleinen Ausflug machen... meine Entourage und ich."
    Das Palastgelände war schließlich groß genug, dass man da über Stunden ausreiten konnte, ohne dass es einem langweilig wurde.

    In diesem Sinne marschierte sie voraus in die Palastgärten, wo bereits die Stallknechte und Pferde auf sie warteten.

    tbc: Palastgärten



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