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Re: Mein Weg zu Stella
Regina - 19.08.2007, 11:42Mein Weg zu Stella
Hallo,
Veronika schreib in ihrem Nachruf für Stella:
"Ich habe immer gedacht, das es Stella´s Aufgabe war, Regina den Weg zu zeigen wie man richtig Hunde aufspürt und "fängt" ".
Und wenn ich darüber nachdenke, war Stella in der Tat mit einer der Hunde, die ich suchte und einfangen durfte, die mich ganz besonders Geduld gelehrt hat und die Erkenntnis, dass man einen Hund nicht mal eben austrixen kann. Man muss sein Wesen studieren, damit man ihm helfen kann. Ihm helfen kann man aber nur, wenn er es auch will und zulässt.
Ich bekam als Vors. des hiesigen TV die Meldung, dass bei der Ahauser Mühle ein Dalmatiner rum irrte im Wald und zu scheu war, als dass die Menschen ihn hätten einfangen können. Auch ich bekam ihn zu sehen. Er ließ ich bis auf 20 Meter nah kommen, hörte meinen leisen Worten aufmerksam zu stellte vorsichtig die ohren auf Empfang... Doch beim nächsten Schritt, hatte ich die Distanz überschritten und augenblicklich war ein weißer Hund von der Bildfläche verschwunden. Ich könnte nicht einmal sagen, dass ich bemerkt habe, dass sie sich großartig bewegt hätte, nur eins hatte ich gesehen, es war kein Rüde.
Dieses Spiel spielten wir im Wald noch ein paar Mal und ich versuchte ihr zu signalisieren, dass ich sie nicht bedrohen wolle, dass sie sich Zeit nehmen könne, bis sie mir traut.
Ohne Hund fuhr ich heim. Von da an kamen immer wieder neue Anrufe mit Sichtungen. Aber sie bewegte sich zwischen Ahausen, Eversen, Rotenburg, Unterstedt. Mal im Wald, mal auf der Wiese an der Wümme, mal auf einem Baustoff Lagerplatz, oft auf dem Radweg entlang der B 75. Eigentlich immer fein um meinen Wohnsitz herum.
In der Zeitung bat ich die Presse um Meldungen mit der dringenden Bitte, nicht zu versuchen sie einzufangen, damit sie das Gebiet nicht wechselt.
Inzwischen wusste ich auch, dass sie einem älteren Herrn, blind und im Rollstuhl, in Fischerhude entlaufen war. Seine alte Hündin war gestorben und der Sohn hatte diese 2 jährige Dalmatinerin Stella aus einer Zuchtauflösung in DK gerettet, weil alle, die nicht verkauft würden, eingeschläfert werden sollten. Die Haushälterin des Besitzers hatte nun die Gartenpforte aufgelassen, weil sie von der Ankihnft des Hundes noch nichts wusste. Szella hatte in DK ihre 8 wöchigen Welpen zurück gelassen. Es war ein sehr nettes Herrchen hier und er sagte selbst, er sei zu alt für einen so jungen Hund auch wenn sein Sohn es gut gemeint hätte und wenn ich sie bekäme, sollre ich ihr ein schönes Zuhause suchen. (Wir hatten später bis zu seinem Tod öfter Kontakt).
Die Suche gestaltete sich aber weiter schwierig. Sehr schnell kannte sie das Geräusch meines Wagens und kaum hatte ich sie ca. 10 Meter überholt, um ihr Futter an den Weg zu stellen, war sie auch schon wieder vom Erdboden verschwunden. Ich lieh mir das Auto meiner Freundin, sollte sie sich nicht verfolgt fühlen und benutzte so im Wechsel unterschiedliche Fahrzeuge.
Selbst auf einer ausgedehnten grünen Wiese konnte Stella sich "in Luft auflösen".
Dann kam die Meldung (für diejenigen, die Rotenburg kennen), im Neubaugebiet Kleekamp würde morgens immer ein Dalmatiner aus einem Rohbau flitzen, wenn der Besitzer käme, um an seinem Haus weiter zu werkeln.
Die Chance, dachte ich. Offensichtlich hatte sie sich eine Glaswollmatte als Lagerplatz unter dem Treppenaufgang zum 1. Stock eingerichtet. Der gute Mann war bereit, einen Futterplatz einzurichten.
Ich baute mich abends ab 19 Uhr mit Beginn der Dämmerung dort im Auto ca. 30 Meter entfernt auf und beobachtete den Rohbau. Wißt ihr, wie es aussieht, wenn Berge von Ytong Steinen anfangen, schwarzwe Tupfen zu bekommen? ....
Aber auch Stella kam, zielstrebig lief sie zu ihrem Rohbau, war ja niemand mehr in der Gegend, brauchte man sich nicht mehr verstecken und konnte geradewegs sein Ziel ansteuern.....
Die Chance, dachte ich und gab ihr am nächsten Tag nach Absprache mit dem TA ein Mittel ins Futter, könnte ich sie ja einsammeln, wenn sie schlief.
Ich lernte Lektion Nummer, weiß nicht wieviel.... Gib nie einem Hund, der flüchten könnte ein Schlafmittel ins Futter....
Stella nahm mich wahr, der Adrenalinschub war so groß, dass sie blitzartig hell wach war, die Treppe rauf raste und durch eine Fensteröffnun im 1. Stock flüchtete. Ich hatte nicht kontrolliert, dass dort noch keine Fenster eingesetzt waren, hatte auch diesen Fluchweg nicht einkalkuliert.
Ich suchte die halbe Nacht ergebnislos und machte mir bittere Vorwürfe. Wo fiel sie in Schlaf? Wie sehr musste sie frieren bei kalter Nacht ohne ihren gemütlichen Schlafplatz?
Der nächste Tag galt ihrer Ruhe und Sicherheit - nur beobachten und freuen, dass sie trotz allem wieder kam. Mit dem Hausbesitzer versperte ich den treppenaufgang mit einem riesigen Brett, um den Fluchtweg auszuschließen. Ihr Weg führte sie weiter durch die Garage des Hauses über den Hauswirtschaftseingang in den unteren Flur.
Leider hatten inzwischen auch andere Menschen gemeint, ich sei ja zu blöde, einen Hund einzufangen und nach dem motto, "den fang ich mal eben" hatten sie sich einen Polizisten mit Betäubungsgewehr angeheuert. Aber auch ihnen war der Hund entwischt und da riefen sie mich an, was sie denn nun tun sollten, es sei dunkel und sie fänden sie nicht mehr. Tja, was tun, nix halt und sich meine Schimpftiraden anhören.
Wieder verlor ich einen Tag, denn dass es ohne Schlafmittel nicht ging, war mir inzwischen auch klar, aber nicht täglich eine Dröhnung.
Es sollte und durfte nichts mehr schief gehen. Stella musste in absoluten Tiefschlaf. In Absprache mit der TÄ Hoschschule mischte ich ihr einen Mix für eine Kuh, kaufte mir ein Babyfon und ein 50 Meter langes Strick. Die untere Tür hatte zwar eine Klinke, aber noch kein Schloss. Also kam der Strick um die Klinke und führte bis zu meinem Auto.
Uiiiiii kann die Zeit in dunkler Nacht im Auto lang werden. Endlich klapperte der Futternapf in meinem Babyfon, mein Adrenalinpegel schlug Purzelbäume. ich wusste ja, nach dem Futtern verließ Stella das Haus nicht mehr, also konnte ich mich zur Ruhe zwingen. Noch ein Klappern des Napfs und ich riss blitzartig mit dem Strick die Tür zu.
Ich ließ mir nun Zeit. Nach 30 Min. ging ich, mich am gespannten Strick vorwärts hangelnd zum Haus, sicherte dort den Strick und peilte durch die Fenster. Kein Hund weit und breit..... Doch eine Katze? Aber ich hatte sie doch kommen sehen???
Ha... die Treppe???? Und richtig, im Haus angekommen, die Tür mit bereit gestelltem Pfosten gesichert, sah ich sie dort oben auf derobersten Stufe liegen. Sie hatte nicht weg gekonnt....
Stella brummte mich leise an.... Dank meiner DK Urlaube konnte ich zumindest in ihrer "Muttersprache" ein paar nette Worte von "feiner Hund" "lieber Hund" sagen und wieder ins Erdgeschoss gehen. Vorsorglich hatte ich mir auch meine Fangstange mitgenommen. Nach 15 Minuten wollte ich für uns beide dem Spuk ein Ende machen, ging beruhigend auf sie einredend die Treppe rauf, legte ihr die Schlinge der Fangstange um den Kopf und forderte sie auf, fein lieb mitzukommen.
Stella stand auf, trottete neben mir her zum Auto, ließ sich einGeschirr umlegen und Leine festmachen, sprang ins Auto, legte sich auf den Beifahrersitz und den Kopf auf meinen Oberschenkel, als würden wir seit Jahren so spazieren fahren.
Den Rest der Nacht verbrachte ich mit ihr in meinem Wintergarten, hoffend, ihr Kreislauf würde das alles gut verkraften. mein TA war in Rufbereitschaft. Stella hatte sich brav ins Körbchen gelegt und irgendwann überkam auch mich der Schlaf. Als ich um 8:30 Uhr am Morgen wach wurde, erschrak ich zunächst, hoffentlich nichts verschlafen zu haben....
Ich setzte den ersten Fuß vom Sofa und fröhlich mit dem Schwanz wedelnd sprang sie zu mir hoch frei nach dem Motto "bist du endlich wach".
Ja, sie wurde sogar vermittelt an die Freundin unserer stellvertr. Vereinsvors., die sich schon immer einen Dalmi gewünscht hatte.
Nach 1 Woche war sie wieder bei mir, denn sie sei für das neue frauchen zu sensibel und immer an der leine lassen wolle sie sie auch nicht, so wie ich gesagt hatte.
Nee, Stella und ich hatten das alles nicht miteinander erlebt, um uns zu trennen und so begann eine schöne zeit mit einem super lieben Begleiter.
Stella gewöhnte sich an Katzen, liebte den "ollen" Kater Grismo, den sie hatte aufwachsen sehen als Flaschenkind. Lernte meine beiden anderen Hunde zu lieben.
Eine Geschichte, die das Leben schrieb..... etwas lang, trotzdem hoffentlich für euch ein bischen interessant.
Für mich war es jetzt noch einmal ein schöner Rückblick auf ganz viele Gemeinsamkeiten und Begebenheiten, die diese wunderbare Hündin mit mir geteilt hat. Stella war eine wunderbare Lehrmeisterin....
(und meine Tipfehler, die ich bestimmt fabriziert habe, schenke ich euch jetzt als Belohnung für's Lesen :D )
Re: Mein Weg zu Stella
Anonymous - 19.08.2007, 16:09
Liebe Regina,
(Tippfehler ? Welche Tippfehler ?)
Diese Geschichte ist faszinierend. Und sie stimmt mich nachdenklich. Vielen Dank für die Niederschrift dieses Beitrages. Es gibt bestimmt unendlich viele Wege, auf denen unsere Tiere zu uns, oder wir zu ihnen, kamen.
Ich sehe im Nebel der Zukunft noch mehr Beiträge zu der Überschrift:
"Mein Weg zu..."
Wir werden sehen.
Viele Grüße
Re: Mein Weg zu Stella
Anne - 19.08.2007, 16:20
Regina eine wunderbare Geschichte, im Leben bewegt sich halt vieles aufeinander zu. Ich lese für mein Leben gerne solche Geschichten, das allerschönste ist, dass sie wahr sind und ein Happy End haben.
Wie schön!!
Danke für die Geschichte.
Re: Mein Weg zu Stella
Willemke - 19.08.2007, 23:48
wie das leben so manchmal spielt...unbewusst hat man im endeffekt nie eine andere wahl gehabt. und es ist mit das beste was passieren konnte :D mir ging es so bei ayak!
manche nennen es auch schicksal!
Re: Mein Weg zu Stella
Regina - 19.08.2007, 23:49
Willemke hat folgendes geschrieben: manche nennen es auch schicksal!
oder Fügung :)
Re: Mein Weg zu Stella
Gaby+Cavaliere - 20.08.2007, 08:18
Was für eine wunderschöne Geschichte!
Ja, es ist Fügung, wie manche unserer Hunde zu uns finden. :hearts:
Re: Mein Weg zu Stella
Hannelore - 20.08.2007, 15:11
Ganz herzlichen Dank für die wunderschöne Geschichte, liebe Regina. Stella habe ich ja nur gesehen, aber keinen Kontakt zu ihr gehabt, schade! Aber Stella ist mir sehr lebhaft in Erinnerung. Durch Deine Geschichte, wie Stella in Dein Leben kam, ist sie mir nun nachträglich noch präsenter.
Wie Peter hoffe auch ich auf noch ganz viele Geschichten mit dem Titel: "Mein Weg zu........".
Liebe Grüße
Hannelore
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