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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: rasor5fox Forum: Stray dog's hut Forenbeschreibung: ...There will be Grace again in this Tristesse... aus dem Unterforum: Kurzgeschichten Antworten: 1 Forum gestartet am: Freitag 11.05.2007 Sprache: englisch Link zum Originaltopic: -Tanz der Vampire- Letzte Antwort: vor 11 Jahren, 8 Monaten, 3 Tagen, 16 Stunden, 23 Minuten
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Re: -Tanz der Vampire-
rasor5fox - 26.07.2011, 08:06-Tanz der Vampire-
[b]Tanz der Vampire
Keiner kann je mit Bestimmtheit sagen, was die Faszination an einem Unsterblichen genau ist, jedoch weiß jeder, der einst einen Vampir aus der Nähe sah, welche graziöse, tiefe Erhabenheit ein solches Wesen ausstrahlt.
Es war das KUZ. Es war ein öder, langer Tag, der ein ebenso langweiliges Ende nicht verdiente. Also war es das KUZ, die letzte Flucht vor der aufkeimenden Gammelstimmung.
Viertel nach Elf standen wir gemeinsam im Eingang und stellten beinahe entrüstet fest, dass ein „Dark Awakening“ sich auf dem heutigen Nachtprogramm befand.
Nichts was ungewohnt wäre; viele Leute, großes Gedränge, Affen, Idioten, die ersten Sturzbetrunkenen, Gothiks und andere Freaks. Punks, wie uns, gab es nur wenige, weil dies ein „Dark Awakening“ war; das heißt, laute in pures Schwarz gekleidete Menschen mit silbernen Ketten, teils zerrissenen Netzstrumpfhosen, Latexanzügen, mittelalterlichen Gewändern mit überaus bleich geschminkten Gesichtern; lauter Verzierungen, klimpernde Ketten von unzähligen Anhängern und metallischen Halsbändern. Wir waren so fehl am Platz, wie ein verirrter Farbkleks inmitten schwarzer Tinte.
Viele von ihnen, ob mit Absicht oder nicht, strahlten förmlich die Worte „Mord“ und „Amok“ aus, sobald sie die Farbe an unserer Kleidung, als Farbe erkannten. Andere dagegen schienen ziellos und einsam im Chaos der Musik, andere wieder rum; meist irgendwelche oberflächlichen Gothik-Gören, standen hier und da schweigend, irgendwie verloren herum und suchten etwa nach Kundschaft? Die Frage lasse ich lieber offen. Wir wussten beide nicht, wieso es uns hierher verschlagen hatte. Die Meisten dieser Leute führten wohl ein finsteres Doppelleben, eine Art vorgetäuschte Normalität am Tage und wenn die Nacht hereinbrach, geschah einmal im Monat eine erstaunliche Mutation zum Vampir in Netzstrumpfhosen.
Maxime und ich hatten nicht viel übrig für den Unsterblichenclan. Wir bezeichneten uns selbst als Möchtegern- oder Royalpunks, Pausenclowns mit einem etwas zu komisch geratenen Sinn für Mode und mit Vorliebe für alle Tageszeiten.
Aber die Blicke aus der Hund-Frosch-Perspektive blieben nicht lange an einem Punkt hängen und so suchte man als Neuankömmling immer neue Konturen des eigenartigen Events, wo dürre und dicke Körper sich zur musikalischen Mischung reckten, die ein irrer Mix aus Rammsteins hartem Rhythmus, Trance und Techno, und der kratzigen Stimme von Marilyn Manson war.
Da wir, Maxime und ich, es fast bis zuletzt nicht schafften die Frage zu klären, wie man zu diesem originellem und ohrenbetäubendem Sound sich einigermaßen koordiniert bewegen sollte, saßen wir beide beinahe den ganzen Abend nur da und versuchten durch Studieren der Menschen in der dämmrigen Halle zu lernen. Manchmal fanden wir in der Menge jemanden, der uns zutiefst verblüffte und amüsierten uns heiter über die übereifrigen Verrenkungen; zugedröhnt von der Box, die direkt hinter uns platziert war und an unsere geregelten Herzschläge, (die sich allmählich anfingen dem Takt anzupassen), ihren Bass zum Besten gab.
Der Boden, die ausgefallene, punkige Kleidung, die Taschen auf dem Boden, unsere Haare, unsere Körper, alles vibrierte und versetzte uns gemeinsam in eine Art Rausch. Die künstlich vernebelte Halle, ihr grünes und blaues Licht, das durch den Nebel zuckte, die wilden Tänze einer wogenden Masse; all das trug seinen Teil dazu bei, dass ich anfing zu illusionieren, glaubte ich jedenfalls .
Die Atmosphäre war greifbar, was auch nur durch den Nebeleffekt möglich erscheinen könnte, man konnte die Kraft der Bewegung, einer nicht vereinbarten Einheit riechen und ließ sich fallen in endlose Steppen von unbekannten Sphären mit schwarzem, steinigem Boden...wenn man dachte, dann waren es keine nüchternen Gedanken mehr; diese waren verzehrt und umgestaltet worden.
In einem dieser Momente tauchte er plötzlich auf.
Langer, schwarzer Rock, sein seidiges, aber volles, dunkles Haar reichte bis zu den Oberarmen und war glatt nach hinten gekämmt, weißes Hemd mit sich windenden Rüschen an der Brust und Ärmelenden, ein bleiches, ernstes Gesicht und dunklen, schmalen Lippen, sowie finster umrandeten Augen. Die Augenbrauen schienen ein buschiges Eigenleben zu führen, so sehr wie sie sich von dem restlichen blutleeren Gesicht absetzten.
Seine Statur, im kurzen Augenblick des Vorübergehens, schien übermächtig hoch gewachsen, massiv wie eine Steinstatue, der Gang war ruhig, gelassen und erhaben. Er ging zielstrebig in Richtung DJ und schaute sich nach niemandem suchend um, während sich andere zu kleinen Grüppchen zusammenballten um sich gemeinsam zu amüsieren, verschwand dann kurzerhand in dem Menschenauflauf.
Ich stieß Maxime mit dem Ellenbogen in die Seite und winkte dem Möchtegernvampir mit dem Daumen nach. „Hast du den gesehen?!“, schrie ich, um den Lärm der Bassbox zu übertönen. Sie nickte eifrig.
Maxime und ich spielten schmunzelnd mit dem Gedanken, dass seine mittelalterischen Rüschen, die offensichtlich etwas an Abnutzungserscheinungen litten, durchaus auf seine geheimnisumwobene Vergangenheit und Herkunft deuten könnten. In dieser kleinen Ebene war der Gedanke so korrekt und real, wie die Tatsache in der großen weiten Welt, dass Toast immer auf der Marmeladenseite landet.
Er war wohl einer dieser Persönlichkeiten, die nicht oft zu finden waren; wenn es überhaupt eine Ähnliche auf der Welt gab.
Kaum dachte ich, dass es schade sei in aus den Augen verloren zu haben, sah ich ihn tanzen.
Angezogen von diesem unmöglich zu beschreibenden „Etwas“, was in seiner Grundbewegung unterschwellig mitschwang, war ich augenblicklich dabei ihn gründlich zu mustern, suchte vergeblich nach einer Möglichkeit ihn zu beschreiben, ohne das Wort göttlich zu gebrauchen und blieb weit entfernt von der Realität in Gedanken versunken., bis mir plötzlich das blau-violette Licht ins Gesicht funkte und ich einige Momente nur noch Konturen aller Dinge im schallerfüllten Raum erkennen konnte, die allesamt blau waren auf einer undurchsichtig schwarzen Leinwand. Geblendet sah ich nur noch sein Profil, dass im ureignen Rhythmus in einer einzigen wellenartigen Senkung, die insbesondere die Arme mit einschloss auf seltsame Weise durchsichtiger wurde und es kam mir vor als würde meine visuelle Wahrnehmung beginnen nachzulassen;
und er verschwand inmitten seines Tanzes innerhalb einer Millionstel Sekunde, wie ein Geist, von der Bildfläche. Hinterließ nicht die kleinste Spur seiner vorigen Anwesenheit.
Der violette Strahl war längst weg und ich hatte ungläubig die Augen aufgerissen, blickte zu der leeren Stelle, warf ein Blick zu Maxime, die in ihrer eigenen Welt herumirrte und schaute überrascht und geschockt zurück zu der Stelle, wo er sein sollte – wo er aber nicht war.
Wirre Lichtflecken tanzten vor meinen Augen. Ich konnte nicht aufhören zu blinzeln.
Wichtig zu bedenken ist; sogar in diesem Dunkel hätte ich ihm folgen können, wenn er weggegangen wäre, denn das Licht des DJ-Pults fiel erhöht direkt auf ihn und seine Umgebenden - dass er sich also unbemerkt aus dem Staub machen konnte war unmöglich, komme was wolle.
Ich verspürte Furcht und Neugierde gleichermaßen - Furcht vor allem, weil das auserkorene Spiel, gar kein Spiel zu sein vorgab.
Oder wohin sollte er verschwunden sein? Etwa zu einem Blutfest durch seine Teleportähnlichen Fähigkeiten als Verdammter? Unsinn!
Ich griff den Faden des Spiels, den ich vor Schreck hab fallen lassen, wieder auf.
Du hast einfach nicht aufgepasst, sagte ich mir im Stillen, aber mein Blick kehrte immer wieder zu der Stelle zurück an der entfleucht war.
Ich wollte oder konnte es nicht so richtig fassen.
FoX
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