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Re: Seleukiden
Anonymous - 11.07.2007, 21:02Seleukiden
Geschichte des Seleukidenreiches
Seleukos I. Nikator (321/312–281)
Seleukos I. Nikator war ein hoher Offizier während des Alexanderzuges gewesen. Auf der Konferenz von Triparadeisos 321 v. Chr. wurde ihm die Satrapie Babylon übertragen, wo er die lokalen Eliten für sich gewinnen konnte. Allerdings musste Seleukos 316 an den Hof Ptolemaios’ I. nach Ägypten fliehen, da Antigonos I. Monophthalmos seinen Einfluss auf das Zweistromland ausdehnte. Seleukos gelang 312 die Rückkehr nach Babylon und erklärte dieses Jahr zum offiziellen Beginn der seleukidischen Herrschaft. 305 nahm Seleukos I. schließlich wie die übrigen Diadochen den Königstitel an, woraufhin er Seleukeia am Tigris zu seiner Residenz machte. Er unternahm anschließend in Tradition zu Alexander eine Anabasis, welche die seleukidische Herrschaft auf den östlichen Teil des alten Perserreiches ausdehnte. Seleukos mied jedoch die Konfrontation mit dem indischen Maurya-Herrscher Chandragupta und überließ diesem die Provinzen Gedrosien und Arachosien im Tausch gegen 500 Elefanten.
Antigonos blieb durch seinen Anspruch auf das Gesamtreich Alexanders eine Bedrohung für die übrigen Diadochen. Daher verbündete sich Seleukos mit Lysimachos und besiegte 301 v. Chr. Antigonos in der Schlacht von Ipsos. Die Seleukiden gewannen Syrien als zweites Zentrum neben Babylon, mussten allerdings auf Koilesyrien verzichten, welches von Ptolemaios beansprucht wurde. Seleukos gründete mehrere griechische Städte in Syrien, von denen Antiocheia am Orontes als zweite Residenz fungierte. Dadurch gelang es ihm, sich eine eigene griechisch-makedonische Machtbasis zu verschaffen, dessen Potenzial für das seleukidische Heer genutzt werden konnte.
285 v. Chr. versuchte Antigonos’ Sohn Demetrios I. Poliorketes in Syrien einzufallen, wurde jedoch von Seleukos geschlagen und gefangengenommen. Nachdem es Lysimachos gelungen war, seine Macht auf Makedonien auszudehnen, wurde er zu einer Bedrohung für Seleukos. Dieser griff unter dem Vorwand, für die Rechte von Lysimachos’ vertriebener Schwiegertochter einzutreten, seinen Rivalen an und bezwang ihn 281 in der Schlacht von Kurupedion. Kleinasien fiel nun an Seleukos, so dass für einen kurzen Zeitraum wieder ein Großteil des Alexanderreiches (ohne Ägypten) in einer Hand war. Nachdem Seleukos jedoch den Hellespont überquert hatte, um seine Herrschaft auch in Makedonien durchzusetzen, wurde er von Ptolemaios Keraunos ermordet, der den makedonischen Thron für sich beanspruchte.
Stagnation und Instabilität (281–223)
Die Nachfolger des Dynastiebegründers Seleukos’ I. sahen sich drei dauerhaften außenpolitischen Konflikten gegenüber: Die Seleukiden erkannten niemals die ptolemaiische Herrschaft über Koilesyrien an, konnten aber ihren Anspruch in den ersten vier Syrischen Kriegen militärisch nicht durchsetzen. In Kleinasien erkämpften sich die kleineren hellenistischen Königreiche Pergamon, Bithynien, Pontos und Kappadokien ihre Autonomie, während sich die Ptolemaier in den meisten Küstengebieten festsetzen konnten. Im Osten des Reiches unterstanden zahlreiche Satrapien nur noch nominell der seleukidischen Oberhoheit, da sich zwei Konkurrenten etablierten: Zum einen das ehemals nomadische Volk der Parther unter den Arsakiden, welches sich südöstlich des Kaspischen Meeres niederließ, und zum anderen das Griechisch-Baktrische Reich unter Diodotos I., welches bis an die indische Grenze reichte. Zusätzlich kam es innerhalb des Seleukidenhauses zu Machtkämpfen, die sich mit den außenpolitischen Konflikten vermengten und das Reich schwächten.
Antiochos I. Soter (281–261), Sohn Seleukos’ I., musste in Kleinasien die Unabhängigkeit Bithyniens hinnehmen, konnte aber den dort eingefallenen Galatern in der Elefantenschlacht 275 v. Chr. erfolgreich entgegentreten. Im Ersten Syrischen Krieg verbündete sich Antiochos mit dem ptolemaiischen Statthalter der Kyrene, Magas, gegen dessen Halbbruder Ptolemaios II. von Ägypten. Die Seleukiden konnten ihre Position allerdings weder in Koilesyrien noch in Kleinasien verbessern. 263 musste Antiochos schließlich nach der verlorenen Schlacht von Sardes die Unabhängigkeit Eumenes’ I. von Pergamon anerkennen. 261 fiel Antiochos I. im Kampf gegen die Galater.
Seinem Sohn Antiochos II. Theos (261–246) gelang es, im Zweiten Syrischen Krieg den Ptolemaiern einige Besitzungen in Ionien abzunehmen. Als Antiochos Frieden mit den Ptolemaiern schloss, heiratete er die ägyptische Prinzessin Berenike, mit der er einen Sohn hatte, und verstieß dafür seine erste Frau Laodike. Später kehrte Antiochos II. zu Laodike zurück, die ihn jedoch zusammen mit Berenike und deren Sohn ermorden ließ, um die Nachfolge ihrer eigenen Kinder zu sichern.
Unter Seleukos II. Kallinikos (246–226), dem ältesten Sohn Antiochos’ II. und der Laodike, verschlechterte sich die Lage des Seleukidenreiches erheblich. Ptolemaios III. nutzte die Ermordung seiner Schwester Berenike als Vorwand zur Eröffnung des Dritten Syrischen Krieges. Die ptolemaiischen Truppen konnten Syrien kurzzeitig erobern und drangen bis Mesopotamien vor, als ein Aufstand in Ägypten ihre Rückkehr erzwang. Seleukos konnte die verlorenen Gebiete zurückgewinnen, musste aber den Verlust einiger Gebiete in Ionien sowie der wichtigsten seleukidischen Hafenstadt Seleukeia in Pierien hinnehmen. Er setzte seinen Bruder Antiochos Hierax als Vizekönig in Kleinasien ein, wo sich dieser jedoch 240 selbständig machte. Seleukos musste die Herrschaft Hierax’, der sich mit den Galatern und Ptolemaiern verbündet hatte, hinnehmen. Als Hierax 228 durch Attalos I. von Pergamon aus Kleinasien vertrieben wurde, konnte Seleukos eine Invasion seines Bruders in Syrien abwehren. Die östlichen Satrapen Parthien und Baktrien nutzten die Schwäche der Zentrale und machten sich um 245 v. Chr.[1] unabhängig. Ein Rückeroberungsversuch des Seleukos blieb erfolglos.[2]
Der älteste Sohn Seleukos’ II., Seleukos III. Keraunos (226–223), unternahm 223 einen Feldzug zur Rückeroberung Kleinasiens. Das Unternehmen war militärisches erfolgreich, doch wurde Seleukos II. bei einem Söldneraufstand ermordet.
Antiochos III. Megas (223–187)
Antiochos III. der Große, der jüngere Bruder Seleukos’ III., musste zu Beginn seiner Herrschaft den Abfall der östlichen Gebiete unter dem Vizekönig Molon hinnehmen, der das Zweistromland und den Iran kontrollierte. Erst 220 v. Chr. konnte Antiochos Molons Aufstand niederschlagen und brachte bei dieser Gelegenheit das nur noch formell dem Seleukidenreich zugehörige Atropatene unter seine Kontrolle. Zeitgleich machte sich sein Onkel Achaios, der als Vizekönig Kleinasiens fungierte, zum König. Antiochos griff allerdings zunächst die Ptolemaier in Koilesyrien an, da diese mit Achaios paktierten. Im Vierten Syrischen Krieg konnte Antiochos zunächst einen Großteil Koilesyriens erobern, bis er 217 in der Schlacht von Raphia dem Heer Ptolemaios’ IV. unterlag. Dennoch blieb das wiedereroberte Seleukeia in Pierien in seleukidischer Hand. Antiochos wandte sich nun gegen seinen Onkel Achaios, den er in dessen Hauptstadt Sardes einschloss und 213 schließlich besiegen konnte, wodurch Kleinasien wieder zum Seleukidenreich kam.
212 v. Chr. begann Antiochos einen ausgedehnten Feldzug gegen die unabhängig gewordenen östlichen Teile des Reiches. Nachdem Armenien wieder die seleukidische Oberhoheit anerkannt hatte, erkämpfte er sich in jahrelangen Kriegen auch die Anerkennung durch die Parther und das Griechisch-Baktrische Reich. Antiochos beließ es allerdings bei einer oberflächlichen Herstellung seiner Macht und beließ die regionalen Könige gegen Zahlung von Tributen im Amt. Wie sein Ururgroßvater Seleukos I. führte Antiochos III. seine Anabasis bis Indien, wo er ein Friedensabkommen mit dem Fürsten Subhagasena (Sophagasenos) schloss. Nach seiner Rückkehr in den Westen nutzte Antiochos im Bündnis mit dem Makedonenkönig Philipp V. die Schwäche des Ptolemaierreiches unter Ptolemaios V. aus und fiel 202 v. Chr. ein zweites Mal in Koilesyrien ein. In der siegreichen Schlacht von Panion 200 sicherten sich die Seleukiden im Fünften Syrischen Krieg die umstrittene Provinz endgültig.
Ab 196 v. Chr. baute Antiochos III. auch seine Position in Kleinasien erheblich aus, wo er die früheren Küstenregionen der Ptolemaier eroberte, den Hellespont überquerte und sich in Thrakien festsetze. Dadurch geriet er in Konkurrenz zu den Römern, die zeitgleich in Griechenland Fuß fassten und Philipp V. besiegen konnten. Jahrelange Verhandlungen zwischen Römern und Seleukiden über eine zukünftige Interessengrenze brachten keine Ergebnisse. Antiochos verbündete sich mit dem Aitolischen Bund und landete 192 auf dessen Einladung in Griechenland, wodurch er den Syrisch-Römischen Krieg auslöste. Zwar konnte er zunächst einige Gebiete in Mittelgriechenland für sich gewinnen, doch wurde er von den Römern am Thermopylenpass geschlagen. Nach mehreren Niederlagen zu See verlor er 190 v. Chr. auch die Entscheidungsschlacht beim kleinasiatischen Magnesia. Daraufhin musste Antiochos im Frieden von Apameia 188 alle seleukidischen Gebiete in Thrakien und Kleinasien außer Kilikien an römische Alliierte abtreten. Zusätzlich mussten die Seleukiden hohe Reparationen an Rom entrichten. Bei dem Versuch, einen Tempel in Elymais zu plündern, wurde Antiochos III. 187 erschlagen.
Mittelmacht im Niedergang (187–129)
Nach dem Tod Antiochos’ III. des Großen fielen Parthien, Baktrien und Armenien wieder vom Seleukidenreich ab, so dass sich dieses auf Syrien, Palästina, Kilikien, das Zweistromland und den westlichen Iran beschränkte. Die Seleukiden blieben zwar weiterhin die stärkste militärische Kraft im Nahen Osten, doch waren sie von nun an in ihrer Außenpolitik eingeschränkt und wagten nicht, gegen Roms Willen zu handeln. Im Osten nahm der Druck des aufstrebenden Partherreiches zu, während in Palästina sich die jüdischen Makkabäer gegen die Seleukidenherrschaft erhoben. Zudem schwächten permanente dynastische Streitigkeiten das Reich dauerhaft und führten schließlich zum Verlust aller außersyrischen Gebiete.
Unter den beiden Söhnen Antiochos’ III. blieb das Seleukidenreich relativ stabil: Die Herrschaft Seleukos' IV. Philopater (187–175) wurde vom Zwang der Reparationszahlungen an Rom überschattet. Sein jüngerer Bruder Antiochos IV. Epiphanes (175–164) kam im Sechsten Syrischen Krieg 170 v. Chr. einem ptolemaiischen Angriff auf Koilesyrien zuvor, eroberte einen Großteil Unterägyptens und zwang Ptolemaios VI., als seleukidische Marionette zu handeln. Am Tag von Eleusis 168 wurde Antiochos jedoch von einer römischen Gesandtschaft gezwungen, Ägypten wieder aufzugeben. Auf dem Rückweg ließ er 167 die Tempel Jerusalems plündern, da die dortige Orthodoxie den Ptolemaiern nahestand, wodurch Antiochos den Makkabäeraufstand auslöste. 165 brach Antiochos IV. zu einem Feldzug in die Ostgebiete seines Reiches auf, wo er jedoch starb, nachdem er zuvor noch Armenien in das Seleukidenreich zurückgezwungen hatte.
Antiochos V. Eupator (164–162), Sohn von Antiochos IV., war noch unmündig, als er den Thron bestieg. Der überlebende Sohn von Seleukos IV., Demetrios I. Soter (162–150), kehrte aus römischem Exil zurück und ließ seinen Cousin ermorden. Demetrios schlug zunächst erfolgreich 160 v. Chr. den durch Rom anerkannnten Usurpator Timarchos, der sich auf die iranischen Satrapien stützte. 150 baute Rom jedoch mit Alexander I. Balas (150–146) einen weiteren Thronprätendenten auf, der sich als unehelicher Sohn Antiochos’ IV. ausgab und Demetrios I. ermorden ließ. Dessen Sohn Demetrios II. Nikator (145–138; erste Regierung) einigte sich mit den Makkabäern und besiegte Alexander Balas. Da Demetrios II. in Syrien unbeliebt war, ließ der General Diodotos Tryphon (142–138) zunächst den unmündigen Sohn von Alexander Balas, Antiochos VI. Dionysos (145–142), zum König ausrufen. Dadurch wurde das Herrschaftsgebiet Demetrios’ II. auf das Zweistromland beschränkt. Diodotos Tryphon machte sich schließlich 142 nach der Ermordung Antiochos' VI. selbst zum König. Um seine Herrschaft zu sichern, suchte er ein Auskommen mit den Makkabäern und anerkannte die Autonomie und Steuerbefreiung Judäas an.
138 v. Chr. geriet Demetrios II. während eines Feldzuges gegen die Parther in Gefangenschaft, woraufhin auch Babylonien für die Seleukiden verlorenging. Sein jüngerer Bruder Antiochos VII. Sidetes (138–129) bestieg daraufhin den Thron und konnte Diodotos Tryphon besiegen. 134 eroberte Antiochos Jerusalem und erpresste Tribute. 130 zog er mit der letzten großen seleukidischen Armee der Geschichte gegen die Parther und eroberte Babylonien zurück. Damit konnte Antiochos VII. noch einmal Syrien und das gesamte Zweistromland in einer Hand vereinen. Als er 129 jedoch gegen Medien vorging, wurde er in Schlacht getötet und sein Heer aufgerieben. Die Seleukiden verloren damit endgültig die Herrschaft über das Zweistromland und den Iran.
Re: Seleukiden
Anonymous - 12.07.2007, 18:01
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