Parthien

Arabian Invasion - The Prophet's Heritage
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    Re: Parthien

    Anonymous - 11.07.2007, 20:59

    Parthien
    Geschichte Parthiens

    Ursprünge

    Die Parther waren wohl ursprünglich ein Teilstamm der Skythen mit dem Namen Parner (Parni), der an der Südostecke des Kaspischen Meeres ansässig war. Als sie in die Satrapie Parthia einwanderten, nahmen sie den davon abgeleiteten Namen Parther an. Zwischen 250 v. Chr. und 238 v. Chr. eroberten die Parther unter ihrem Anführer Arsakes einen Teil der iranischen Gebiete des Seleukidenreichs und knüpften so wenigstens indirekt an das Achämenidenreich an – auch wenn die Quellenlage insgesamt recht dünn ist, so auch für die Frühzeit des Reiches.

    Das von den Parthern eroberte Territorium war nur recht oberflächlich hellenisiert worden. Dennoch gab es Regionen, in denen ein relativ starker griechischer Einfluss bemerkbar war, vor allem in einigen Städten. Die Parther übernahmen bald die griechische Münzprägung, und Griechisch war wohl lange Zeit auch eine der Verwaltungssprachen. Überhaupt verbanden sich im Partherreich vielfach achämenidische und seleukidische Traditionen. Den letzten erfolgversprechenden Versuch der Seleukiden, ihre verlorenen Gebiete zurückzuerobern, stellte die so genannte Anabasis des Seleukidenkönigs Antiochos III. dar (209–206 v. Chr.); die Parther mussten vorübergehend erneut die seleukidische Oberherrschaft akzeptieren, doch wandte sich Antiochos anschließend dem Westen zu, so dass die Parther nach seiner Niederlage gegen Rom bald schon wieder ihre Expansionspolitik aufnehmen konnten. Im Osten musste sich die Parther des Graeco-baktrischen Reichs erwehren, doch zeigte dieses bald schon Auflösungserscheinungen – auch aufgrund des Einbruchs der Steppenvölker aus Mittelasien, die eine ständige Bedrohung darstellten; auch die Parther sollten später an dieser Grenze in teils schwere Abwehrkämpfe verwickelt sein.

    Expansion und Abwehrkampf

    Unter Mithridates I. fügten die Parther 141 v. Chr. auch Mesopotamien ihrem Reich hinzu, das den Seleukiden schließlich, nachdem Antiochos VII. den Parthern noch einmal mit kurzzeitigem Erfolg entgegentreten konnte, dauerhaft verloren ging; Ktesiphon wurde parthische Residenzstadt. Mithridates nahm als erster, nach den Achämeniden, die Titel šāhān šāh („König der Könige“) und "Großkönig" an. Unter dem erfolgreichen Partherkönig Mithridates II. (124/123–88/87 v. Chr.) wurde 115 v. Chr. die Seidenstraße "eröffnet": Eine Delegation des chinesischen Kaisers Wu Ti machte ihre Aufwartung.

    Bald nach dem ersten Zusammentreffen mit den Römern zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. unter Sulla (siehe Velleius Paterculus, 2,24,3; endgültig, als 64/63 v. Chr. die Reste des Seleukidenreichs zur römischen Provinz Syria umgewandelt wurden), wurde das Partherreich zum Rivalen Roms um die Macht im Osten, wobei es nicht zuletzt um Handelsinteressen ging. Zahlreiche militärische Auseinandersetzungen kennzeichneten hinfort das Verhältnis der beiden Staaten, wobei die Parther in der Regel (aber nicht immer) die Angegriffenen waren. Am bekanntesten ist sicher die römische Niederlage in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr., in der etwa 25.000 römische Soldaten ihr Leben verloren und 10.000 in parthische Gefangenschaft gerieten; etwa weitere 10.000 Mann erreichten nur mit Mühe Syrien. Anlass dieser Schlacht war der Bruch der 69 v. Chr. geschlossenen Verträge, die den Euphrat als Grenze festlegten, durch den römischen Statthalter Syriens, Crassus. Crassus selbst kam bei diesem Feldzug ums Leben, außerdem verlor seine Armee ihre Legionsadler, was für das aufstrebende Rom eine Demütigung darstellte. 40/39 v. Chr. drangen dann die Parther, unterstützt von dem römischen General und Republikaner Quintus Labienus, in Syrien und Kleinasien ein, konnten aber bald darauf vertrieben werden. Der Partherfeldzug des Marcus Antonius im Jahr 36 v. Chr. scheiterte: Das unwirtliche Klima und die steten Angriffe seitens der Parther dezimierten die Streitkräfte des Antonius stark. Dies wird in der modernen Forschung als ein möglicher Nebenfaktor für die spätere Niederlage des Antonius gegen Octavian/Augustus angesehen.

    Unter Augustus erkannten 20 v. Chr. beide Reiche den Euphrat mit der Stadt Dura Europos als Grenze an; die Parther gaben den Römern die erbeuteten Feldzeichen zurück, was die augusteische Propaganda ausgiebig feierte. Weitere römisch-parthische Kriege fanden unter den Kaisern Nero (in Bezug auf Armenien: 54–63; der Konflikt hatte sich bereits unter Claudius abgezeichnet), Trajan (114–117), Mark Aurel bzw. Lucius Verus (161–166), Septimius Severus (195 und 197/198) und Caracalla (216–18; der Krieg wurde erst nach seinem Tod unter Macrinus beendet) statt. Dabei scheinen die Parther lediglich 161 überraschend und unprovoziert angegriffen zu haben - und selbst dies ist in der Forschung jüngst bezweifelt worden, da es Hinweise darauf gibt, dass die Römer bereits seit 158 starke Truppenverbände in den Orient verlegt hatten.

    Besonders der Partherkrieg Trajans war offenbar auf Eroberung größerer Teile des Partherreiches angelegt gewesen, was freilich keinen Erfolg hatte, da die Kapazitäten Roms bereits an ihre Grenzen stießen; Hadrian gab denn auch folgerichtig den Großteil der Eroberungen wieder auf und bemühte sich um eine Normalisierung der Beziehungen zum Partherreich, dessen Herrscher die Römer nun offenbar den Titel rex regum ("König der Könige") zugestanden. Die letzte römisch-parthische Auseinandersetzung endete 218 mit einem arsakidischen Erfolg; Kaiser Macrinus musste den Frieden mit hohen Zahlungen erkaufen.

    Bei diesen Partherkriegen zeigte sich oft dasselbe Schema: Falls die Offensive (wie vermutlich 161) von den Arsakiden ausging, folgte einem parthischen Vorstoß, teils bis tief nach Syrien und Armenien hinein, nach Zusammenziehung entsprechend schlagkräftiger Verstärkungen (vexillationes) eine römische Gegenoffensive. Diese war zunächst meist erfolgreich, und die römischen Heere eroberten Mesopotamien und Armenien. Auch die Hauptstadt Ktesiphon wurde mehrfach besetzt (in parthischer Zeit dreimal: 116, 165 und Ende 197 [oder Anfang 198]). Doch gelang es den Römern nie, die gemachten Eroberungen auch zu behaupten, ein baldiger Rückzug stellte die Ausgangssituation wieder her. Griffen die Römer an, konnten die Parther oft erst nach einer Weile zurückschlagen, da sie über kein stehendes Heer verfügten und erst Adelsaufgebote im iranischen Hochland zusammenziehen mussten. Dabei erwies es sich, dass sich das Partherreich, obwohl es im Inneren oft von Bürgerkriegen heimgesucht wurde, gegen Invasoren doch recht erfolgreich zur Wehr setzen konnte, womöglich gerade aufgrund des dezentralen Aufbaus des Reiches (siehe unten). Die Euphratgrenze erwies sich angesichts der zahlreichen Kriege als erstaunlich dauerhaft und bestand bis zum Ende des Partherreiches im Wesentlichen unverändert fort – allerdings konnte spätestens Septimius Severus Gebiete in Nordmesopotamien erobern. Obwohl es unter Nero im Jahre 63 zu einem Kompromiss in Hinblick auf Armenien gekommen war, blieb das Land noch über Jahrhunderte umstritten; dies sollte sich auch später unter den Sassaniden nicht ändern, da das Land von großer strategischer Bedeutung war.



    Re: Parthien

    Anonymous - 12.07.2007, 18:04




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