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Re: Der kopflose Reiter in der deutschen Volkssage
Anonymous - 05.07.2007, 13:20Der kopflose Reiter in der deutschen Volkssage
Halli hallo!
Habe mich mal etwas im Internet Kundig gemacht und bei Wikipedia einen bericht über den Kopflosen Reiter gefunden!
Der kopflose Reiter ist in den Volkssagen Westdeutschlands eine gefürchtete Gestalt, deren Erscheinen für denjenigen, der ihm begegnet, oft mit dem sofortigen oder baldigen Tod verbunden ist. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Sagen scheint das Rheinland gewesen zu sein, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die im 19. Jahrhundert aufgezeichneten Sagen, in deren Mittelpunkt der kopflose Reiter steht, nur noch einen Restbestand widerspiegeln und diese Gestalt in früheren Jahrhundert auch die Sagenwelt anderer Teile des deutschsprachigen Raumes bevölkerte.
Der kopflose Reiter wurde der Überlieferung nach zu nächtlicher Stunde gesichtet. In einigen Sagen ist die Rede davon, dass er wie aus dem Nichts erschien, während er in anderen Überlieferungen auf seinem Pferd aus einem Grab oder einer Gruft heraus galoppiert. Im Gegensatz zum "headless horseman" in Tim Burtons Verfilmung (2000) schlug der kopflose Reiter der west- und nordwestdeutschen Sagenwelt seinen Opfern nicht den Kopf ab, sondern tötete sie durch die Berührung mit der Hand. Der Volkskundler Will-Erich Peuckert gibt eine Sage aus Norddeutschland wieder, in der ein paar Jugendliche sich plötzlich einem Leichenzug gegenüber sehen. Sie erkennen sofort, dass es sich um Gespenster - oder besser: Wiedergänger- handelt, denn keiner der Menschen hat einen Kopf, und sogar die Pferde vor dem Leichenwagen sind kopflos. Einer der Knaben erhält eine heftige Ohrfeige, die ihn nach wenigen Tagen sterben lässt. Allein die Berührung des Untoten lässt den Lebenden ins Grab sinken. Dahinter steht offenbar die Überzeugung, dass der direkte Kontakt mit dem Wiedergänger zum Verlust der Lebenskraft führt. Damit ist aber auch klargestellt, dass es sich um einen in voller Körperlichkeit wiederkehrenden Untoten, einen "lebenden Leichnam", und nicht um einen materielosen Geist gehandelt haben muss.
Im Rheinland waren die kopflosen Reiter häufig Wiedergänger, die nach dem Glauben der Menschen für eine ganz bestimmte Sünde büßen mussten. Entweder waren sie Selbstmörder, deren Leichen bis ins 17. Jahrhundert vom Henker geköpft und an einem Kreuzweg oder einer anderen ungeweihten Stelle eingegraben wurden, wobei man sie oft mit einem langen Hagedornpfahl unter der Erde festnagelte (Eselsbegräbnis). Die andere Gruppe waren Grenzsteinversetzer, die sich am Ackerland ihrer Nachbarn bereichert hatten. Bei einem uralten, wenn auch nur selten vollzogenen Hinrichtungszeremoniell durfte der Geschädigte den Betrüger bis zum Hals an der Stelle, an der sich der Grenzstein ursprünglich befunden hatte, eingraben und den Pflug so oft über den Übeltäter lenken, bis von dessen Kopf nichts mehr übrig blieb. Nach seinem Tod musste der Kopflose nach Ansicht der Menschen in der Nacht umgehen, wobei er den Lebenden nicht mehr primär Schaden zufügte, sondern sie durch seine erschreckende Erscheinung davon abhielt, ebenfalls eine Todsünde zu begehen. Dieser Bedeutungswandel vom schädigenden zum büßenden Wiedergänger ist vermutlich auf den prägenden Einfluss des christlichen Fegefeuerglaubens zurückzuführen, wie der Glaube an wiederkehrende, in voller Körperlichkeit erscheinende Tote im westeuropäischen Raum insgesamt verchristlicht und in Richtung eines Glaubens an nicht körperliche Geisterwesen umgeformt worden ist.
Da der kopflose Reiter in seiner westdeutschen Ausprägung in erster Linie ein Büßer war, konnte er erlöst werden. Oft reichte ein Gebet oder ein Gruß, in dem Gott oder Christus genannt wurde. Dann verwandelte sich der meist in schwarzer Kleidung umgehende Kopflose, zeigte sich in einem weißen Leichentuch und bedankte sich bei dem Lebenden. Doch durfte dieser keinesfalls die Hand des Wiedergängers ergreifen, sondern ihm allenfalls einen Stock hinhalten. Dieser wurde durch die Berührung des Toten morsch, was bedeutete, dass der Lebende, der den Toten berührte, trotz seiner Erlösungstat hätte sterben müssen.
Verwandt mit dem kopflosen Reiter ist der kopflose Junker, der sowohl im Gebiet zwischen Rhein und Ruhr als auch in Böhmen umging. Ihm wurde nachgesagt, dass er sich jungen Frauen oder Mädchen, die in der Nacht auf dem Heimweg waren, in den Weg stellte und sie an der Brust berührte, wobei er ihnen die Lebenskraft raubte. Nach wenigen Tagen starben die Opfer, und in ihrer Todesstunde sahen sie den Kopflosen als dämonischen Bräutigam, unsichtbar für alle anderen Anwesenden, an ihrem Bett stehen. Hier fließen offenbar verschiedene Sagentypen mit ein, so etwa das Motiv des toten Bräutigams in der Lenoren-Sage. Die Figur des kopflosen Junkers wurde im Volksmund als ein wiederkehrender Vergewaltiger gedeutet, der zu Lebzeiten der gerechten Strafe entgangen war und nun ohne Kopf umgehen musste, als ob ihm nach seinem Tod die Strafe widerfahren wäre, die ihm aufgrund seiner Verbrechen zugestanden hätte. Hier haben wir es mit dem Motiv der "spiegelnden Strafe" zu tun. Motivgeschichtlich ist die Nähe zum schädigenden Wiedergänger vom Typ des Vampirs nicht zu übersehen, denn beide rauben ihren Opfern die Lebenskraft. Zuweilen verschmilzt der Kopflose mit der Figur des Feuermanns, eines Wiedergängers, der von Flammen umhüllt ist - sozusagen ein wandelndes Fegefeuer, das den Lebenden als Warnung dienen soll.
Der fehlende Kopf dieses Wiedergängers wurde in jüngerer Zeit als Zeichen für die gerechte Strafe gedeutet, die der Sünder im Fegefeuer erhalten habe, wie etwa der kopflose Junker. Diese Deutung ist nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, dass die Enthauptung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit die am meisten bei Männern vollstreckte Hinrichtungsart war. Tatsächlich verbirgt sich aber hinter der Figur des Kopflosen die tief in die Menschheitsgeschichte zurückreichende Auffassung, dass der Kopf der Sitz der Lebenskraft oder - christlich, wenngleich nicht ganz korrekt ausgedrückt - der Seele darstellte. In der verchristlichten Sicht des Mittelalters und der frühen Neuzeit bedeutete dies: Während die Seele - und damit der Kopf - im Fegefeuer blieb, war es dem Sünder gestattet, für eine kurze Zeitspanne auf die Erde zurückzukehren, um die Lebenden zu warnen.
Weitere infos gibts unter dem Link.
Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfloser_Reiter
Re: Der kopflose Reiter in der deutschen Volkssage
RUPPU - 01.10.2007, 10:26
Sehr geehrte User.
Heerscharen von Reitern ohne Kopf sind an einer Wegkreuzung in der Silvesternacht in meinen Heimatort im Jahre 1913 zu 1914 gesichtet worden. Dazu gibt es eine Überlieferung, die man sich auch heutzutage noch im Dorf erzählt.
Nach Überlieferungen über gewisse Bräuche und Rituale die in der Silvesternacht durchgeführt werden um die Zukunft vorauszusehen gehört auch das Sichten von Reiterscharen ohne Kopf. 1913 soll sich an einer Wegekreuzung in meinen Heimatort ein derartiges Ereignis zugetragen haben.
Ein im Dorf bekannter junger Mann einer lustigen Freundesrunde am Silvesterabend soll sehr an alten Bräuchen Interessiert gewesen sein und begab sich der Überlieferung nach an eine Wegekreuzung um Mitternacht. Es ereignete sich ein merkwürdiges Geschehen, der junge Mann sah Menschen hoch zu Pferde in geordneten Zwölferreihen daherreiten kommen, die allesamt keinen Kopf auf den Schultern trugen. Diese Sichtung berichtete er später der Freundesrunde die noch tüchtig am Feiern war und das Neue Jahr bejubelte, die Freundesrunde soll nach dem Bericht ihres Freundes plötzlich sehr still geworden sein und sich zurückgezogen haben. Es soll einer unter Ihnen gewesen sein, der den Bericht des Freundes zu deuten wusste. So berichtete man später, das sehr großes Unheil im folgenden Neuen Jahr geschehen wird. Da das sehen von Reiterscharen ohne Kopf, Krieg bedeuten sollen. Im Neuen Jahr bewahrheitete sich leider was man in der Silvesternacht diskutierte und der junge Mann hatte somit recht mit der Deutung des schlimmen Unheils. Im Jahre 1914 brach dann der erste Weltkrieg aus der großes Unheil und Leid über viele Völker brachte, mit ca 20 Millionen Toten .
Diese seltsamen Sichtungen werden nur von ganz wenigen Menschen bemerkt und wir sollten derartige Berichte nie als Unglaubhaftes Geschwätz und als Hirngespinste abtun, denn es sind immer wieder nach derartigen Sichtungen Ereignisse eingetreten, die großes Leid und Veränderungen im Zusammenleben unter die Menschen gebracht haben.
Ich selbst lehne Rituale ab welche zum Inhalt haben die Zukunft Vorauszusehen. Demgegenüber sollte man auch die Vergangenheit lassen wie sie war, sie ist Vorbei und findet keine Wiederholung.
Liebe Grüße RUPPU
Re: Der kopflose Reiter in der deutschen Volkssage
Moondance - 01.10.2007, 10:34
Auch in meiner Heimat gibt es die Geschichte vom kopflosen Reiter – noch bekannter ist allerdings die Geschichte vom kopflosen Schimmel:
an mein Heimatdorf grenzt ein größeres Waldgebiet – das "Gebücke".
Dort soll immer dann auftauchen, wenn etwas Schreckliches passiert. Habe die Geschichte oft noch von meibnen Großeltern gehört.
Generell gibt es um diesen Wald einige Geschichten – ich selbst kann nur sagen, dass er auf mich auch eine seltsame Ausstrahlung hat.
LG
Moony
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