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Re: Hoffnung Aquakultur
infoshark - 04.07.2007, 20:06Hoffnung Aquakultur
Hoffnung Aquakultur
Neue Wege in der Fischzucht
Durch Aufzucht von Fischen und Schalentieren im Käfig hofft man, sich in Zeiten schwindender Fischbestände von den Ressourcen des Meeres unabhängig zu machen. Doch die Fischzucht im großen Stil bringt Probleme mit sich, wie sie schon aus der Massentierhaltung an Land bekannt sind: Umweltbelastung, Krankheiten und die Suche nach dem geeigneten Futter.
Der Lachs hat eine besonders steile Karriere in der Aquakultur hinter sich: Wegen seiner fantastisch schnellen Gewichtszunahme ist er wie geschaffen als Eiweißlieferant. Doch um Raubfische wie den Lachs zu mästen, muss man sie fast permanent füttern. Jährlich werden dafür 30 Millionen Tonnen an Industriefischen gefangen, mit steigender Tendenz.
Ungünstiges Verhältnis
Der Fischereidruck auf diese Fische wird durch die Aquakultur also nicht verringert - im Gegenteil. Drei Kilo Kleinfische müssen verfüttert werden, um ein Kilo Lachs zu erhalten - ein für die Natur ungünstiges Verhältnis. Durch die steigende Nachfrage der boomenden Aquakultur florieren auch die Fischmehlfabriken. 35 Millionen Tonnen Fisch, rund ein Viertel aller im Meer gefangenen Fische, werden jährlich zu Fischöl und Fischmehl verarbeitet.
Aus dem proteinreichen Pulver wird Tierfutter hergestellt, das für die Landwirtschaft und die Fischzucht in alle Welt exportiert wird. Wissenschaftler suchen nun nach Wegen aus dem Überfischungsdilemma. Ihr Ziel ist, den Fischmehlanteil im Futter zu ersetzen. Zwar könnten Zuchtfische auch mit pflanzlicher Nahrung gemästet werden, diese ist aber immer noch teurer als Fischmehl.
Protein aus Bakterien
Eine innovative Lösung hofft man mit Mikroorganismen zu finden, die aus Methan reines Protein produzieren. In Norwegen werden solche Bakterienkulturen in biochemischen Reaktoren gezüchtet. Dabei wird Methangas, das zum Beispiel bei der Erdölförderung als Abfallprodukt anfällt, von den Bakterien in Proteinpulver verwandelt. So könnten jährlich in einem einzigen Betrieb 10.000 Tonnen künstliches Eiweiß hergestellt werden. Noch ist dieses Bakterienprotein allerdings nicht als Fischfutter zugelassen, es wird derzeit noch getestet.
Auch die Suche nach neuen Arten für die Zucht läuft auf Hochtouren. Der Star der Newcomer ist der Seeigel, dessen Produktion in den letzten Jahren um das Zweitausendfache gesteigert wurde. Mit immer raffinierteren Futterzusätzen will man zudem Tiere mit speziellen Eigenschaften produzieren. Farbe, Gewicht und Konsistenz der Meeresfrüchte sollen genau auf die Wünsche der Konsumenten zugeschnitten sein. Größte Abnehmer solcher exotischer Meeresfrüchte sind die Japaner.
Knifflige Aalzucht
Auch Aale sind eine gefragte Delikatesse. Aber in den letzten Jahren gingen die Wildbestände dramatisch zurück, und die Zucht von Aalen bereitet noch große Probleme. Die Aufzucht der erwachsenen Fische gelingt zwar gut, aber lange Zeit scheiterte man bei der Ernährung der Larven. In Japan forscht man deshalb an der Verbesserung der Zuchtmethoden. Die Aalbabys sind so klein, dass sie selbst winzigste Futterpillen nicht aufnehmen können.
Über die Ernährung der wild lebenden Larven im offenen Meer ist wenig bekannt, und so ähnelt die Suche nach geeignetem Mastfutter einem Geduldsspiel. Jede neue Zuchtart stellt besondere Ansprüche, deshalb müssen immer wieder neue Techniken und Futtermittel entwickelt werden. Bei den Aalen hat man als Lösung eine proteinreiche, fein pürierte Futterpaste gefunden. Doch noch gelingt es nicht gut, die erwachsenen Aale zum Ablaichen zu bringen. Bei Erfolg wäre den Züchtern ein Millionengeschäft sicher.
Die Zukunft der Aquakultur
Als zukunftsträchtig wird die Fischzucht in großen Tanks an Land eingeschätzt. Alle Faktoren sind hier leichter zu kontrollieren als auf dem offenen Meer, auch die Umweltprobleme wären besser in den Griff zu bekommen. Für die Zucht an Land eignen sich bodenlebende Fische am besten, weil sie in flachen Tanks gehalten werden können und nur wenig Bewegung brauchen. Seewölfe zum Beispiel haben eine große Karriere als Zuchtfische vor sich.
In den modernsten Aquakultur-Anlagen der Welt ist man vom Meer unabhängig. Das Wasser wird in einem geschlossenen Kreislaufsystem gefiltert und recycelt. Hier züchtet man zum Beispiel Steinbutte, aber auch viele andere gefragte Speisefischarten. Fütterungsroboter geben genau dosierte Futtermengen ab, die Wassertemperatur wird nach optimalen Wachstumsraten eingestellt. Alles wird vom Computer überwacht, Sensoren messen die Größe der Fische und zeigen an, wann die "Ernte" der Zuchttiere lukrativ ist. Diese hochtechnisierte Fischproduktion ist sehr kostenintensiv. Doch einfachere Lösungen, die schwindende Ressourcen der Meere zu ersetzen, sind derzeit nicht in Sicht.
Quelle: ZDF
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