Verfügbare Informationen zu "Einzelgesprächstherapie"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Syriana Forum: Eternal Humanity aus dem Unterforum: Therapie Allgemein Antworten: 1 Forum gestartet am: Sonntag 01.07.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Einzelgesprächstherapie Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 8 Monaten, 25 Tagen, 4 Stunden, 8 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Einzelgesprächstherapie"
Re: Einzelgesprächstherapie
Syriana - 03.07.2007, 21:41Einzelgesprächstherapie
Eine Therapie ist oft sehr hilfreich und häufig auch notwendig um zu heilen. Es ist nicht mehr nötig, dass wir alles alleine machen. Wir können uns Hilfe holen und in Anspruch nehmen. Es gibt Möglichkeiten, auch wenn es nicht möglich ist eine Therapie ganz aus der eigenen Tasche zu finanzieren.
Die Grundversicherung übernimmt Therapien bei Psychiatern in Kliniken oder bei Therapeuten / Therapeutinnen die delegiert arbeiten, also im Auftrag und in der gleichen Praxis eines Psychiaters oder einer Psychiaterin.
Die Krankenkassen übernehmen häufig auch einen Teil der Kosten mit den Leistungen der Zusatzversicherung. Dafür müssen die Therapeutinnen und Therapeuten einen anerkannten Abschluss haben. Die Therapeutinnen und Therapeuten wissen darüber bescheid. Die verschiedenen Versicherungen zahlen unterschiedlich viel an die Therapie pro Jahr und prozentual. Es lohnt sich, sich zu erkundigen bei den Versicherungen und allenfalls auch zu versuchen, ob man bei einer Versicherung mit besseren Konditionen für die Psychotherapie eine Zusatzversicherung abschliessen könnte. Es ist leider nicht so leicht, die Zusatzversicherung zu wechseln oder wenn man keine hat, eine zu bekommen. Also sollte man besser nicht im Voraus kündigen, wenn man eine hat.
Anträge auf finanzielle Unterstützung der Therapiekosten kann man auch bei der Opferhilfe stellen. Die Beratungsstellen helfen einem unentgeltlich dabei und beraten auch.
Es gibt verschiedene Methoden in der Psychotherapie.
Es gibt auch andere Therapien, wie Gestalttherapie oder Maltherapie, die bei Missbrauchserfahrungen sich als erfolgreich gezeigt haben. Auch Körpertherapien können am besten zusätzlich und in Übereinstimmung mit der Psychotherapie eine sinnvolle Unterstützung sein.
Manchmal ist auch ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik nötig. Es ist vielleicht ratsam sich vorher mal Gedanken darüber zu machen, welche Klinik in Frage käme und dies mit der Therapeutin, dem Therapeuten zu besprechen.
Es ist oft nicht so leicht einen für sich guten Therapeuten oder eine für sich gute Therapeutin zu finden. Die Art und die Methode der Therapeutin, des Therapeuten sollte einem auch liegen. Vor allem aber muss es zwischenmenschlich harmonieren. Oftmals muss man mehrere Therapeutinnen, Therapeuten ausprobieren und das ist auch ratsam. Ein paar Dinge, auf die man achten kann, helfen einem vielleicht bei der Wahl.
Achten Sie darauf, ob eine Therapeutin, ein Therapeut Erfahrung hat mit sexuell traumatisierten Menschen, bzw. ob sie oder er in Traumatherapie ausgebildet ist.
Eine gute Therapeutin, ein guter Therapeut vereinbart ein paar Sitzungen, meistens so um die 5 Sitzungen bis Sie sich entscheiden müssten, ob Sie mit ihr oder ihm arbeiten können und auch umgekehrt.
Sie oder er erklärt Ihnen ihre oder seine Methode, wie sie oder er arbeitet. Sie oder er fragt Sie nach den Zielen, was Sie sich wünschen, vorstellen usw. und bespricht den Therapieverlauf. Sie oder er bespricht mit Ihnen das Finanzielle und sucht mit Ihnen nach Lösungen. Sie oder er ist hundertprozentig auf Ihrer Seite und spricht sich nicht für Täter aus.
Sie oder er sollte Ihnen sympathisch sein. Hören Sie auf Ihr Gefühl.
Eine gute Therapeutin, ein guter Therapeut kann Ihnen wenn Sie es wünschen auch weitere Adressen geben oder gibt Empfehlungen, wenn für sie oder ihn die Zusammenarbeit mit Ihnen aus irgendwelchen Gründen nicht geht.
Wie finde ich die richtige Therapeutin / den richtigen Therapeuten für mich?
Wenn du dich auf die Suche nach einem Therapieplatz machst, solltest du dir Zeit dafür nehmen, und nicht der Einfachheit halber den erst-besten nehmen, der dir angeboten wird. In vielen Städten gibt es psychosoziale Beratungsstellen, die dir für die TherapeutInnen-Suche in deiner Stadt wichtige Informationen geben können.
Wenn du einen Termin bei einr Therapeutin / einem Therapeuten bekommen hast, trefft ihr euch erstmal zu "Erstgesprächen".
Die Erstgespräche (sogenannte probatorische Sitzungen) sind dazu da, dass du dir ein erstes Bild von einer Therapeutin / einem Therapeuten machen und dein Anliegen persönlich besprechen kannst. Wenn du in einer gesetzlichen Krankenkasse bist, werden in der Regel je fünf Erstgespräche bei beliebig vielen kassenzugelassenen PsychotherapeutInnen bezahlt. Erst danach muss die Therapeutin / der Therapeut einen Antrag auf Finanzierung einer Therapie stellen. Bei Privatkassen sind die Bedingungen für die Erstattung von Erstgesprächen unterschiedlich. Es lohnt sich, vorher Informationen darüber einzuholen. Bei TherapeutInnen ohne Kassenzulassung solltest du bereits telefonisch klären, wie viele probatorische Sitzungen dir zu welchem Preis angeboten werden.
Diese Fragen solltest du dir nach einem Erstgespräch ehrlich beantworten:
- Hatte ich ein gutes Gefühl beim ersten Gespräch und kann ich mir
vorstellen, diesem Menschen auch sehr persönliche Dinge mitzuteilen?
- Ist mir eine Frau oder ein Mann wichtig und spielt das Alter eine Rolle?
- Hat mein Gegenüber mir zugehört, hatte ich das Gefühl, verstanden
worden zu sein?
- Wie hat die Therapeutin / der Therapeut reagiert, als ich anderer
Meinung war als sie / er? Stand Verärgerung oder stand eher Interesse
im Vordergrund?
- Wurden meine Gefühle respektiert?
- Fühle ich mich eher ermutigt und unterstützt oder eher verunsichert?
- Wurde ich gedrängt, über Dinge zu sprechen, über die ich noch gar nicht
reden wollte?
- Fühlte ich mich durch vorschnelle Deutungen überrumpelt?
- Fühlte ich mich herabgesetzt und / oder abgestempelt? Wurde meine
Lebensweise in Frage gestellt?
- Ist mir klar geworden, nach welchen Methoden die Therapeutin / der
Therapeut arbeitet? Kennt sie / er sich aus mit meinem Problem?
- Hat sich die Therapeutin / der Therapeut Zeit genommen? Sind wir im
Gespräch ungestört von Telefonaten und Unterbrechungen geblieben?
Es ist sinnvoll, sich diese Punkte schon vorher klar zu machen. Hilfreich ist, wenn du dir vor Beginn der Erstgespräche überlegst, wie detailliert du etwas über dich mitteilen willst. Du musst nicht gleich beim ersten Kennenlernen alles erzählen.
Trau dir ruhig zu, Fragen zu stellen. Vertrau auf dein inneres Gefühl. Wenn du dich bei einer Therapeutin / einem Therapeuten gut aufgehoben fühlst, ist eine der wichtigsten Voraussetzung für den Therapieerfolg schon gegeben. Stellt sich in den ersten Sitzungen aber kein Vertrauensverhältnis ein und du fühlst dich vor den Stunden übermäßig bedrückt, solltest du weiter suchen.
Was sagen Berufstitel von TherapeutInnen?
Seit 1999 gibt es ein neues Psychotherapeutengesetz, das zum einen regelt, wer sich auf dem Psychomarkt wie nennen darf, auf der anderen Seite aber auch die TherapeutInnensuche erschwert und die Methodenwahl stark einschränkt.
Die Berufsbezeichnung "PsychiaterIn" ist für Menschen reserviert, die Medizin studiert und eine psychiatrische Facharztausbildung absolviert haben. Erst seit 1992 schließt diese eine psychotherapeutische Ausbildung ein. PsychiaterInnen sind vorrangig zuständig für schwere Psychosen und "Persönlichkeitsstörungen". Da sie eine mehr medizinische Sicht auf Ursachen und Heilungsmöglichkeiten von psychischen Problemen haben, stehen meist medikamentöse Behandlungen im Vordergrund (Psychopharmaka).
ÄrztInnen und Diplom-PsychologInnen, die eine mehrjährige Psychotherapieausbildung (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie oder Psychoanalyse) absolviert haben, können eine kassenzulassung erhalten. Sie heißen dann "ärztliche PsychotherapeutInnen" bzw. "psychologische PsychotherapeutInnen".
"Andere PsychotherapeutInnen" sind entweder PsychologInnen oder HeilpraktikerInnen mit Ausbildungen in alternativen (humanistischen) Psychotherapiemethoden (z.B. systemische Therapie, Gestalttherapie, Körperpsychotherapie, Psychodrama, etc.). Dazu zählen auch Angehörige pädagogischer oder sozialer Berufsgruppen, die eine psychotherapeutische Ausbildung gemacht haben.
Welche Therapieverfahren werden von den Krankenkassen bezahlt?
Im Augenblick werden von den gesetzlichen Krankenkassen lediglich drei Therapieformen bezahlt:
- Verhaltenstherapie (VT),
- tiefenpsychologische Therapie und
- Psychoanalyse.
Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass die Therapien von ärztlichen oder psychologischen PsychotherapeutInnen durchgeführt werden. Behandlungen bei anderen PsychotherapeutInnen oder mit anderen Therapieverfahren werden in der Regel von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. Manche privaten Kassen machen aber Ausnahmen. Es lohnt sich ggf. nachzufragen.
Die Krankenkassen übernehmen allerdings nur dann die gesamten Behandlungskosten, wenn es sich um eine diagnostizierte psychische „Störung“ mit "Krankheitswert" handelt. Also z.B. bei Angststörungen, Depressionen, Ess-Störungen, psychosomatische Störungen, sog. "Persönlichkeitssörungen" etc.- Krisenintervention oder allgemeine Lebensberatung dagegen bezahlen die Krankenkassen nicht.
Traumatherapie wird zur Zeit noch nicht als abrechnungsfähiges Verfahren von den Kassen anerkannt. Das macht die Suche nach einer Traumatherapie schwierig. Du musst nach eineR kassenzugelassenen TherapeutIn suchen, die eine verhaltenstherapeutiusche oder tiefenpsychologische Grundausbildung hat und zusätzlich eine mehrjährige Weiterbildung in Traumatherapie.
Wie läuft eine Therapie ab? Wie lange dauert sie?
Bei den kassenzugelassenen TherapeutInnen gibt es je nach Region und Zusatzausbildungen lange Wartezeiten, besonders z.B. bei solchen, die auch Traumatherapie anbieten. In der Regel aber liegt darin ein großes Problem. Denn du bist ja auf TherapeutInnensuche gegangen, weil du jetzt Unterstützung brauchst. Erkundige dich ggf. nach Möglichkeiten der Überbrückung. Verschiedene psychologische Beratungsstellen z.B. bieten überbrückende psychologische Unterstützung oder auch Krisenintervention an, bis du einen Therapieplatz bekommst.
Nach der ersten Phase des Kennenlernens kommt die Arbeitsphase, in der deine Veränderungsbereitschaft, Motivation und ganz sicher auch deine Geduld gefordert sind. Meist ist eine Therapie ein Prozess der kleinen Schritte. Das große AHA-Erlebnis, durch das sich plötzlich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen, gibt es in der Realität eher selten. Auch Krisen sind normal.
Grundsätzlich kannst du selbst bestimmen, wann du deine Therapie beendest. Wenn du das Gefühl hast, dein Therapieziel erreicht zu haben und es dir merklich besser geht, kann der Zeitpunkt gekommen sein.
Einen Richtwert für die Dauer einer Therapie gibt es nicht. Eine Kurzzeit-Psychotherapie dauert in der Regel bis zu 25 Sitzungen. Sind die Probleme tief liegender oder komplexer, ist eine Langzeit-Therapie notwendig. Deren Dauer muss jedoch nicht am Anfang festgelegt werden. Verlängerungen sind auf umfangreichen schriftlichen Antrag hin möglich. (Keine Sorge, den Antrag stellt die Therapuetin / der Therapuet). Der Stundenumfang, den die Krankenkassen übernehmen, ist je nach Therapieform unterschiedlich.
Quelle: sexuellermissbrauch.ch
Syriana
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum Eternal Humanity
Liebe Grüsse vom Family Portrait - gepostet von Anonymous am Dienstag 25.09.2007
Ähnliche Beiträge wie "Einzelgesprächstherapie"
