Der Geschichten - Zug

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    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:01

    Der Geschichten - Zug
    Hallo!

    Im Internet gibt es viele wunderbare und schöne Geschichten und Texte. Hier soll der Platz sein, um solche reinzukoppieren. Bitte gibt immer den Autor und die Quelle an!

    Viel Spaß beim lesen :book


    Knuffelchen



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:07


    Das Märchen von der Traurigkeit

    Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

    Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.

    Das Wesen, das da im Staub des Weges sass, schien fast körperlos.

    Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

    Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: 'Wer bist du?'

    Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. 'Ich? Ich bin die Traurigkeit', flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

    'Ach, die Traurigkeit!' rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüssen.

    'Du kennst mich?' fragte die Traurigkeit misstrauisch.

    'Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.'

    'Ja, aber ...', argwöhnte die Traurigkeit, 'warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?'

    'Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weisst doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?'

    'Ich ... ich bin traurig', antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

    Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.

    'Traurig bist du also', sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. 'Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.'

    Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

    'Ach, weisst du,', begann sie zögernd und äusserst verwundert, 'es ist so, dass mich einfach niemand mag.

    Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.'

    Die Traurigkeit schluckte schwer. 'Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.

    Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen.

    Sie sagen: Man muss sich nur zusammen reissen. Und sie spüren das Reissen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.'

    'Oh ja', bestätigte die alte Frau, 'solche Menschen sind mir oft begegnet.'

    Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. 'Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen.

    Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.'

    Die Traurigkeit schwieg.

    Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schliesslich ganz verzweifelt.

    Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme.

    Wie weich und sanft sie sich anfühlt. dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

    'Weine nur, Traurigkeit', flüsterte sie liebevoll, 'ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.'

    Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.

    Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin:

    'Aber ... aber - wer bist eigentlich du?'

    'Ich?', sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. 'Ich bin die Hoffnung.´


    Autor steht nirgendwo dabei



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:15


    Das Bankkonto...............

    Stelle Dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:
    Jeden Morgen stehen 864 00 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch das Spiel hat auch Regeln, sowie jedes Spiel seine Regeln hat:

    Die erste Regel ist:
    Alles was Du nicht an einem Tag aufgebraucht hast, wird Dir wieder weggenommen, Du kannst das Geld nicht auf ein andres Konto überweisen, Du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen wenn Du erwachst eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit 864 00 Euro für den kommenden Tag.

    Zweite Regel:
    Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen es ist aus! Das Spiel ist vorbei! Sie kann das Konto schließen und Du bekommst kein neues mehr.

    Was würdest Du tun??? Du würdest Dir alles kaufen was Du möchtest? Nicht nur für Dich auch für alle andren die Du liebst...... Vielleicht sogar für Menschen die Du nicht kennst da Du das nie alles für Dich alleine ausgeben könntest..... Du würdest versuchen jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen, oder???

    Aber eigentlich ist genau dieses Spiel die Realität:
    Jeder von uns hat so eine ``magische Bank`` ... wir sehen das nur nicht... Die magische Bank ist nicht das Geld sondern die Zeit..... Jeden Morgen bekommen wir
    864 00 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesen Tag nicht gelebt haben ist verloren! Gestern ist vergangen.
    Jeden Morgen wird sich unser Konto wieder füllen aber die Bank kann es jederzeit auflösen,, ohne Vorwarnung`` .....

    Was machst Du also mit deinen täglichen 864 00 Sekunden???
    Sind sie nicht mehr Wert als die gleiche Menge in Euro?



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:17


    aus dem Buch "Farben der Wirklichkeit" Ein Märchenbuch Christian Morgenstern
    Die Schmuser-Geschichte von Claude Steiner / Heinz Körner



    Vor langer Zeit lebten die Menschen auf dieser Welt zufriedener und glücklicher als heute. Jedem wurde damals bei der Geburt ein kleiner und warmer Sack mit auf den Lebensweg gegeben. In diesem Sack befanden sich unzählige warme Schmuser, die jeder seinen Mitmenschen verschenken konnte, wann es ihm beliebte. Die Nachfrage nach diesen Schmusern war groß, denn wer einen geschenkt bekam, fühlte sich am ganzen Körper wohlig warm und liebkost. Wenn einer ausnahmsweise mal zu wenig Schmuser geschenkt bekam, lief er Gefahr, sich eine schlimme Krankheit einzuhandeln, die zu Verschrumpelung, Verhärtung und gar zum Tode führen konnte.
    Aber zum Glück war es damals leicht, Schmuser zu bekommen. Immer wenn einem danach war, konnte man auf einen andern zugehn und um einen Schmuser bitten. Der andere holte selbstverständlich einen aus seinem Sack, und sobald man sich diesen Schmuser zum Beispiel auf die Schulter gelegt hatte, fühlte man sich wohl und bekam ein rundum gutes Gefühl. Die Menschen erbaten oft Schmuser voneinander; und da sie auch freigiebig verteilt wurden, war es kein Problem, genügend davon zu bekommen. Alle Menschen fühlten sich die meiste Zeit wohl, glücklich und liebgehabt, bis eines Tages eine Hexe darüber sehr böse wurde. Sie hatte nämlich einen großen Vorrat an Tinkturen und Salben für diejenigen, die tatsächlich einmal krank wurden, doch brauchte kaum jemand ihre Mittel. Sie begann deshalb den Menschen einzureden, das ihnen die Schmuser bald ausgehen werden, wenn sie weiter damit so freigiebig sind. Und die Menschen glaubten ihr selsamerweise.
    Sie fingen an, über ihre Schmuser zu wachen und nicht mehr so großzügig damit umzugehen. Viele beobachteten neidisch ihre Mitmenschen, wenn diese anderen einmal einen Schmuser schenkten, wurden oft böse und machten ihnen Vorwürfe. Diese wollten ja ihren Eltern, Kindern und Partnern nicht wehtun und bemühten sich, anderen keine Schmuser mehr zukommen zulassen. Die Kinder lernten das schnell von ihren Eltern: Sie merkten, daß es scheinbar falsch ist, seine Schmuser all denen zu verschenken, die danach Lust hatten.
    Obwohl immer noch jeder in seinem Sack genügend Schmuser fand, holten die Menschen immer seltener einen hervor. Die Folgen waren schrecklich; immer weniger Menschen erhielten die Schmuser, die sie brauchten; immer mehr fühlten sich nicht mehr warm, glücklich und liebkost. Viele wurden krank und einige starben sogar an Schmusermangel. Die Hexe konnte jetzt viele Arzneien verkaufen, merkte aber bald, daß sie gar nicht zu helfen schienen. Natürlich wollte sie auch wieder nicht, das die Menschen starben; wer sollte denn dann ihre Mittelchen kaufen? Sie erfand also etwas Neues:Kalte Fröstler. Sie verkaufte jedem einen Sack mit kalten Fröstlern. Die Fröstler sahen genauso aus wie die Schmuser, nur gaben sie den Menschen kein warmes und liebkosendes Gefühl, sondern ein kaltes fröstelndes. Aber sie ließen immerhin die Menschen nicht mehr verschrumpeln und sterben.
    Wenn jetzt jemand einen warmen Schmuser haben wollte, konnnten ihm die Leute,die Angst um ihren Schmuservorrat hatten, stattdessen einen Fröstler anbieten. Oft gingen zwei Menschen aufeinander zu in der Hoffnung, vom andern einen Schmuser zu bekommen, doch dann überlegte der eine oder andere nochmal, und am Ende gaben sie sich nur kalte Fröstler. Zwar starben kaum noch Menschen an Schmusermangel, weil sie ihn einigermaßen mit Fröstlern ausgleichen konnten, aber die meisten fühlten sich nicht mehr wohl, liefen verbittert und enttäuscht vom Leben umher.
    Schmuser waren ungeheuer wertvoll geworden: Eltern ermahnten ihre Kinder, sich genau zu überlegen, wem sie einen Schmuser geben; Paare wachten eifersüchtig über den Schmuservorrat des anderen; Kinder neideten ihren Eltern die Schmuser, die sich diese gegenseitig gaben. Früher waren oft viele Menschen in Gruppen zusammengekommen, ohne sich darum zu kümmern, wer wem Schmuser schenkte. Jetzt schlossen sich alle zu Paaren zusammen und behielten mißtrauisch ihre Schmuser für sich. Wer versehentlich oder weil er grade Lust dazu hatte, einmal einem anderen einen Schmuser gab, fühlte sich gleich danach schuldig, weil er wußte, daß ihm sein Partner das übel nehmen würde. Und wer keinen freigiebigen Partner finden konnte, mußte sich Schmuser kaufen, wenn er welche wollte, und für das Geld Überstunden machen. Einige Leute wurden irgendwie beliebter als die anderen und bekamen eine Menge Schmuser, ohne selber welche dafür hergeben zu müssen. Sie verkauften dann ihre Schmuser zu hohen Preisen.
    Ein paar ganz raffinierte Menschen hatten eine Idee: Sie sammelten kalte Fröstler, die ja recht billig und in Mengen zu haben waren und verkauften sie für viel Geld als warme Schmuser. Diese scheinbar warmen und flauschigen Schmuser waren in Wirklichkeit nichts anderes als Plastikschnur oder Schmuserimitationen und schufen noch mehr Probleme. Sie hinterließen nach ihrem Gebrauch das Gefühl, etwas verpasst zu haben, machten regelrecht süchtig danach, immer wieder und immer mehr davon zu kaufen. Viele starben schließlich, weil sie einfach zuviel Plastikschnur verbraucht hatten. Über diese Süchtigen regten sich zwar die ,,normalen" Menschen furchtbar auf, aber sie konnten weder die Plastikschnur aus dem Weg schaffen noch das Bedürfnis danach. Allzuoft passierte es, daß sich zwei Menschen trafen, um warme Schmuser auszutauschen, und ein gutes Gefühl zu bekommen, benützten aber dafür Plastikschmuser. Nach den ersten Minuten oder Stunden spürten sie dann, daß ihnen nur ein kaltes, fröstelndes und leeres Gefühl geblieben war, das sie so schnell wie möglich wieder loswerden wollten. Deshalb kauften sie schnell neue und gerieten in einen Kreislauf, ausdem sie niemals alleine wieder herausfinden konnten.
    Überhaupt gab es in dieser Zeit viel Verwirrung unter den Menschen. Keiner fand sich mehr sozurecht, wie es früher gewesen war. Und alles nur, weil die Hexe ihnen eingeredet hatte, es gäbe nicht genug warme Schmuser!
    Vor kurzem kam nun eine Frau zu uns, die offentsichtlich noch nichts von der Hexe gehört zu haben scheint. Sie sorgt sich überhaupt nicht um ihren Schmuservorrat und verteilt sier so freigiebig, wie niemand sonst, sogar ohne um darum gebeten worden zu sein. Man nennt sie die Hippiefrau.
    Die Erwachsenen waren anfangs sehr verärgert, gibt doch diese Frau ihren Kindern die fixe Idee, es gäbe immer genügend Schmuser in ihren Säcken. Die Kinder mögen diese Frau sehr und lernen langsam wieder, daß es immer ausreichend Schmuser geben wird. Doch die Erwachsenen sind schon so verhärtet in ihren Vorstellungen, daß sie die Botschaft der Hippiefrau nicht begreifen. Jetzt wird sogar ein Gesetz erlassen, das den verschwenderischen Gebrauch von Schmusern unter Strafe stellt. Es soll die Kinder davor schützen, ihre Schmuser zu vergeuden.
    Zum Glück kümmern sich nicht alle Kinder um diese Gesetz, und wir können hoffen, daß auch die Erwachsenen sich langsam wieder an die Zeit erinnern, in der sich jeder wohl und liebgehabt fühlte, weil es warme Schmuser in Hülle und Fülle gab.
    Werden wir endlich wieder damit beginnen, soviele Schmuser zu verschenken, wie jeder braucht? Fangen wir doch schon heute damit an, sooft wie möglich in unseren Schmusersack zu greifen!



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:18


    Das große und das kleine NEIN (Gisela Braun)

    Das kleine Nein sitzt auf einer Bank im Park und isst Schokolade. Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz leise. Da kommt eine große, dicke Frau und fragt: "Darf ich mich zu dir setzen?" Das kleine Nein flüstert leise: "Nein, ich möchte lieber allein sitzen." Die große dicke Frau hört nicht hin und setzt sich auf die Bank.
    Da kommt ein Junge angerannt und fragt: "Darf ich deine Schokolade haben?" Das kleine Nein flüstert wieder: "Nein, ich möchte sie gerne selber essen." Aber der Junge hört nicht hin, nimmt dem kleinen Nein die Schokolade weg und beginnt, sie zu essen.
    Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine Nein schon oft im Park gesehen hat und sagt: "Hallo, Kleine. Du siehst nett aus, darf ich dir einen Kuss geben?" Das kleine Nein flüstert zum dritten Mal: "Nein. Ich will keinen Kuss!" Aber auch der Mann scheint nicht mehr zu verstehen, geht auf das kleine Nein zu und macht schon
    einen Kussmund.
    Nun verliert das kleine Nein aber endgültig die Geduld. Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem Hals: "Neiiin!" Und noch mal: "Nein, Nein, Nein! Ich will allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade selbst essen, und ich will nicht geküsst werden. Lasst mich sofort in Ruhe" Die große, dicke Frau, der Junge und der Mann machen große Augen: "Warum hast du das nicht gleich gesagt!" und gehen ihrer Wege.
    Und wer sitzt jetzt auf der Bank? Nein, nicht ein kleines Nein, sondern ein großes Nein. Es ist groß, stark und laut, und es denkt: " So ist das also. Wenn man immer leise und schüchtern Nein sagt, hören die Leute nicht hin. Man muss schon laut und deutlich Nein sagen."
    So ist aus dem kleinen Nein ein großes Nein geworden.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 03.07.2007, 21:24


    Arche Noah des 21. Jahrhundert
    Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer langer Zeit schon einmal getan hatte. Er sprach zu Noah: "Noah, baue mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals - 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazugelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken".

    Noah stöhnte auf, musste das denn schon wieder sein". Wieder 40 Tage Regen und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Nach sechs Monaten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche. "Noah", rief der Herr, "Noah, wo ist die Arche?

    Noah blickte zum Himmel und sprach: "Herr, sei mir gnädig." Gott fragte abermals "Wo ist die Arche, Noah?" Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: "Herr... was hast du mir angetan? Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben. Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen. Die Baugenehmigung wurde mir zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme. Im Moment geht es z. B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Nach dem Hinweis, ich hätte im Ernstfall rundherum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen. Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme noch in großen Mengen, und zwar viel mehr als ich zum Löschen benötigte, brachte mir das den Besuch eines Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Er wollte von mir wissen, was ein Schiffbau auf dem Trockenen, fernab von jedem Gewässer, solle. Die Bezirksregierung teilte mir daraufhin telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei. Dann rief mich noch ein anderer Beamter dieser Behörde an, der mir erklärte, sie seien inzwischen ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen und darum wolle er mich darauf hinweisen, dass ich bei der EU in Brüssel eine Werftbeihilfe beantragen könne, allerdings müsste der Antrag achtfach in den drei Amtssprachen eingereicht werden. Inzwischen ist beim Verwaltungsgericht ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren meines Nachbarn anhängig der einen Großhandel für Tierfutter betreibt. Der hält das Vorhaben für einen großen Werbegag - mein Schiffbau sei nur darauf angelegt, ihm Kunden abspenstig zu machen. Ich habe ihm schon zwei Mal erklärt, dass ich gar nichts verkaufen wolle. Er hört mir gar nicht zu und das Verwaltungsgericht hat offenbar auch viel Zeit.

    Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb hier im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Dies schädige den Naturhaushalt und das Klima. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. Mein Einwand, in Kürze werde es gar keine Natur mehr geben und das Pflanzen von Bäumen an anderer Stelle sei deshalb völlig sinnlos, brachte mir den zweiten Besuch des Arztes vom Landeskrankenhaus ein.

    Die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwendige Holz selbst zu sorgen. Sie wählten jedoch erst einmal einen Betriebsrat. Der wollte mit mir zunächst einen Tarifvertrag für den Holzschiffbau auf dem flachen Lande ohne Wasserkontakt aushandeln. Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute im Voraus verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen? Weil die Zeit drängte, fing ich schon einmal an, Tiere einzusammeln. Am Anfang ging das noch ganz gut, vor allem die beiden Ameisen sind noch immer wohlauf. Aber seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwidrige Haltung.

    Und mein Nachbar klagt auch schon wieder, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält. Herr, ist dir eigentlich klar, dass ich auch nach d. Europäischen Tierschutz-transportverordnung eine Genehmigung brauche? Ich bin schon auf Seite 22 des Formulars und grüble im Moment darüber, was ich als Transportziel angeben soll. Und wusstest du, dass z. B. Geweih tragende Tiere während der Brunftzeit überhaupt nicht transportiert werden dürfen? Und die Hirsche sind ständig am Schnackseln, wie Fürstin Gloria sagen würde und auch der gemeine Elch und der Stier denken an nichts anderes, besonders die südlicheren! Herr, wusstest du das?

    Übrigens, wo hast du eigentlich die Callipepla caliconica du weißt schon, die Schopfwachteln und den Lethamus Discolor versteckt? Den Schwalbensittich habe ich bisher auch nicht finden können. Dir ist natürlich auch bewusst, dass ich die 43 Vorschriften der Binnenmarkt –Tier-schutzverordnung bei dem Transport der Kaninchen strikt beachten muss. Meine Rechtsanwälte prüfen gerade, ob diese Vorschriften auch für Hasen gelten. Übrigens: wenn du es einrichten könntest, die Arche als fremdflaggiges Schiff zu deklarieren, das sich nur im

    Bereich des deutschen Küstenmeeres aufhält, bekäme ich die Genehmigung viel einfacher. Du könntest dich doch auch einmal für mich bemühen.

    Ein Umweltschützer von Greenpeace erklärte mir, dass ich Gülle, Jauche, Exkremente und Stallmist nicht im Wasser entsorgen darf. Wie stellst du dir das eigentlich vor? Damals ging es doch auch! Vor zwei Wochen hat sich das Oberkommando der Marine bei mir gemeldet und von mir eine Karte der künftig überfluteten Gebiete erbeten. Ich habe ihnen einen blau angemalten Globus geschickt.

    Und vor zehn Tagen erschien die Steuerfahndung; die haben den Verdacht, ich bereite meine Steuerflucht vor. Ich komme so nicht weiter Herr, ich bin verzweifelt! Soll ich nicht doch lieber meinen Rechtsanwalt mit auf die Arche nehmen?" Noah fing wieder an zu weinen.

    Da hörte der Regen auf, der Himmel wurde klar & die Sonne schien wieder. Und es zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Noah blickte auf und lächelte. "Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören" - Da sprach der Herr: "Darum sorge ich mich nicht mehr, das schafft schon eure Verwaltung!''



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 09:54


    Eine Kleinigkeit zum Nachdenken!

    Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen.
    Dann sagte sie zu den Schüler,sie sollten überlegen,was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen
    können und das sollten sie neben die Namen schreiben.

    Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.
    Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier
    und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste.
    Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?", hörte man sie flüstern .
    "Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen" ,waren die Kommentare.

    Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die
    Lehrerin wusste nicht,ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern
    diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen. Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt
    oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre.
    Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: "Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen." Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden
    versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas
    zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche.
    "Das wurde gefunden,als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen." Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden
    war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" ,sagte Marks Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."
    Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte
    ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch". Chucks Frau sagte: "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch
    noch", sagte Marilyn. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Vicki, eine
    andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer
    bei mir", sagte Vicki und meinte dann: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt."
    Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte.
    Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

    Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben
    eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird.
    Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind.
    Sag es ihnen,bevor es zu spät ist.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 09:57


    Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohner reduzieren würden, aber auf die Proportionen aller bestehenden Völker achten würden wäre dieses Dorf so zusammengestellt:
    - 57 Asiaten
    - 21 Europäer
    - 14 Amerikaner (nord u. süd)
    - 8 Afrikaner
    - 52 wären Frauen
    - 48 wären Männer
    - 70 nicht-weiße
    - 30 weiße
    - 70 nicht Christen
    - 30 Christen
    - 89 heterosexuelle
    - 11 homosexuelle
    - 6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen und alle 6 Personen kämen aus der USA.
    - 80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
    - 70 wären Analphabeten
    - 50 wären unterernährt
    - 1 würde sterben
    - 2 würden geboren
    - 1 hätte einen PC
    - 1 (nur einer) hätte einen akademischen Abschluss

    Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und Bildung notwendig ist. Denk auch darüber nach:
    Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.
    Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.
    Falls Du in die Kirche gehen kannst ohne die Angst, dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet oder Dich umbringt, bist Du glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt.
    Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.
    Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst Du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.
    Falls Du diese Nachricht ließt, bist Du doppelt gesegnet worden, denn:
    1. Jemand hat an Dich gedacht und
    2. Du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen, die nicht lesen können.
    Und... Du hast einen PC!

    Einer hat irgendwann mal gesagt:
    Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen, liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt, tanzt, als würde keiner hinschauen, singt, als würde keiner zuhören, lebt, als wäre das Paradies auf der Erde.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 09:59


    Der Gartenzaun

    Es war einmal ein Junge, der einen schlechten Charakter hatte. Sein Vater gab ihm einen Sack voll Nägel und sagte ihm, er müssen jedesmal, wenn er die Geduld mit jemanden verliert, einen Nagel in den Gartenzaun schlagen. Am ersten Tag schlug der Junge 37 Nägel in den Gartenzaun. In den folgenden Wochen lernte er, sich zu beherrschen. Die Anzahl Nägel im Gartenzaun wurde immer weniger. Er hatte herausgefunden, daß Nägel hinein schlagen mühsamer ist, als sich zu beherrschen. Endlich kam der Tag an dem der Junge keinen Nagel mehr schlagen musste. Also ging er zum Vater und sagte ihm das. Der Vater sagte ihm also, er solle jeden Tag einen Nagel aus dem Gartenzaun herausreißen, wenn er sich beherrscht. Endlich konnte der Junge dem Vater sagen, dass er alle Nägel aus dem Gartenzaun herausgezogen hatte. Der Vater brachte den Jungen vor den Gartenzaun und sagte ihm: "Mein Sohn, du hast dich gut benommen, doch schau dir den Gartenzaun an. Er ist voller Löcher. Der Gartenzaun wird nie mehr so sein wie früher. Wenn du mit jemandem streitest und du sagst ihm was Böses, dann lässt du ihm eine Wunde wie diese hier. Du kannst ein Messer in einen Menschen stecken, und du kannst es nachher herausnehmen, die Wunde bleibt. Es macht nichts aus wieviel mal du dich entschuldigst, die Wunde wird bleiben. Eine verbale Wunde, ist gleich schmerzhaft wie eine körperliche Wunde.
    Die Freunde sind rare Juwelen, sie bringen dich zum Lachen und sie geben dir Mut. Sie sind bereit dir zuzuhören, wenn du sie brauchst, sie unterstützen dich und sie öffnen ihr Herz."



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 10:00


    Nutze jeden Tag (eine traurige Geschichte)

    Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. "Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt acht oder neun Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen."
    Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahr nichts für einen besonderen Anlaß auf; jeder Tag, den du lebst, ist ein besonderer Anlaß."
    Ich denke immer noch an diese Worte ... sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft, ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, daß das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.
    Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben. Sätze wie z.B. "Eines Tages..." oder "An einem dieser Tage..." sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören, machen.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewußt hätte, daß sie morgen nicht mehr sein wird (ein "Morgen", das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, daß sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, daß sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
    Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüßte, daß meine Tage gezählt sind. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.
    Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, daß jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 10:02


    Fußschritte….Man kann nie vorsichtig genug sein!Quelle: Kinder Stadt – De.

    Das ist eine Geschichte über ein 14 jähriges Mädchen, aber auch Erwachsene, die zu leichtfertig sind…aber lest selbst:

    Shannon konnte die Fußschritte hinter sich hören, als sie nach Hause ging. Der Gedanke dass sie verfolgt wird, ließ ihr Herz schneller schlagen. „Du bist lächerlich, sagte sie sich selbst, „Niemand verfolgt dich.“ Um sicher zu gehen beschleunigte sie ihr Schritttempo, doch die Schritte glichen sich ihren an. Sie hatte Angst nach hinten zu schauen und sie war froh dass sie fast zuhause war. Erst mal drinnen, lehnte sie sich einen Moment gegen die Tür, erleichtert in den sicheren vier Wänden ihres Zuhauses zu sein. Sie sah aus dem Fenster um nach zu sehen, ob jemand da draußen war. Der Gehweg war leer. Nach dem durchblättern, ihrer Bücher, entschloss sie sich online zu gehen. Sie loggte sich unter ihren Niknamen By ANGEL213 ein und stellte fest, dass GoTo!“§ online ist. Sie schickte ihm eine Nachricht.

    ByAngel213: Hi, ich bin froh dass du online bist! Ich habe geglaubt, dass mich jemand nach Hause
    verfolgt hat. Es war total komisch!
    GoTo123: Wieso sollte dich jemand verfolgen? Wohnst du nicht in einer sicheren Gegend?

    ByAngel213: Natürlich wohne ich in einer sicheren Gegend. Ich nehme, an dass ich mir dass
    eingebildet habe, denn ich hab niemanden gesehen, als ich raus geschaut habe.
    GoTo123: Es sei denn, du hast deinen Namen übers Internet raus gegeben. Das hast du doch
    Nicht gemacht, oder?
    ByAngel213: Natürlich nicht. Ich bin doch nicht doof, weißt du?
    GoTo123: Hattest du ein Softball Spiel nach der Schule heute?
    ByAngel213: Ja, und wir haben gewonnen!
    GoTo123: Das ist klasse! Gegen wen habt ihr gespielt?
    ByAngel213: Wir haben gegen die Hornets gespielt. Der irren Uniformen sind total schrecklich! Sie
    sehen aus wie Bienen.
    GoTo123: In welchem Team spielst du?
    ByAngel213: Wir sind die Canton Cats. Wir haben Tigerpfoten auf unseren Uniformen. Die sind total cool. Ich spiele second Base. Ich muss weg. Meine Hausaufgaben müssen fertig sein bevor meine Eltern nach Hause kommen. CU!
    GOTo123: Bis dann. CU!

    Während dessen…
    GoTo123 ging zum Mitglieds- Menü und begann die Suche nach ihrem Profil. Als er es fand,makierte er es und druckte es aus. Er holte einen Stift heraus und schrieb auf, was er bis jetzt über Angel wusste:
    Ihr Name : Shannon
    Geburtsdatum: Jan.3.1985 Alter: 13
    Staat, in dem sie wohnt: North Carolina
    Hobbies: Softball, Skating und Shoppen

    Neben dieser Information, wusste er das sie in Canton wohnt, weil sie es ihm grad gesagt hat. Er weiß, dass sie bis 18:30 Uhr alleine war und dass jeden Nachmittag bis ihre Eltern von der Arbeit kommen. Er wusste, dass sie im Schulteam Donnerstag, Nachmittag Softball spielt. Und dass sich das Team Canton Cats nennt. Ihre Glückszahl 7 ist auf dem Rücken ihrer Uniform gedruckt. Er wusste, dass sie im siebten Schuljahr der Canton Junior High Scool war. Das hat sie ihm erzählt. All dies in einer Unterhaltung, die sie Online hatten. Er hatte jetzt genug Informationen um sie zu finden.
    Shannon erzählte ihren Eltern nichts von den Geschehen auf dem Weg nach Hause. Sie wollte nicht dass sie ihr eine Szene machen. Eltern übertreiben immer maßlos und ihre waren die schlimmsten. Bis Donnerstag hatte Shannon die Fußschritte längst vergessen. Sie war grad mitten im Spiel, als sie merkte, dass jemand sie an starrte. In dem Moment fielen ihr auch wieder die Schritte ein. Sie sah stellte fest, dass ein Mann sie genau beobachtete. Er lächelte als sie ihn an sah und sah überhaupt nicht Angst einflößend aus. Ihm fiel der Name auf dem Rücken ihres Trikots auf und er wusste, dass er sie gefunden hatte. Er ging mit einem sicheren Abstand hinter ihr her.
    Sie waren nur ein paar Häuser von Shannons zu Hause entfernt. Und als er wusste, wo sie wohnte, ging er schnell zurück zum Park um sein Auto zu holen.

    Shannon war in ihrem Zimmer als sie Stimmen im Wohnzimmer hörte. „Shannon, komm her“,“ ihr Vater rief. Er hörte sich besorgt an, und sie konnte sich keineswegs vorstellen warum. Sie ging ins Zimmer und sah den Mann vom Spielfeld auf dem Sofa sitzen sah. „Setz dich,“ fing ihr Vater an, „dieser Mann hat uns grad eine sehr interessante Geschichte über dich erzählt.“ Wie konnte er ihren Eltern überhaupt, irgendetwas erzählen? Sie hatte ihn bis heute noch nie zu vor, gesehen!

    „Weißt du wer ich bin?“, fragte der Mann sie. „Nein“, antwortete Shannon. „ Ich bin ein Polizist und dein Onlinefreund GoTo123.“ Shannon war erstaunt. „Das ist nicht möglich! GoTo, ist in meinem Alter! Er ist 14 und wohnt in Michigan!“ Der Mann lächelte.“ Ich weiß, dass ich dir das erzählt habe, aber es war nicht wahr. Siehst, du, Shannon, es gibt Menschen online, die nur so tun als wenn sie Kinder wären; ich war einer von denen. Doch während andere es machen um Kinder zu finden und ihnen weh zu tun, gehöre ich zu der Gruppe die es macht, um Kinder zu schützen. Ich bin her gekommen um dich zu finden und um dir beizubringen, wie gefährlich es sein kann zu viele Informationen herauszugeben, an Menschen übers Internet. Du hast mir genug erzählt, um es mir leicht zu machen dich zu finden. Dein Name, die Schule die du besuchst, der Name deines Ball Teams, und die Position in der du spielst. Die Nummer und der Name auf deinem Trikot machen das Finden nur noch einfacher.“
    Shannon war immer noch erstaunt. „Du wohnst nicht in Michigan?“ Er lachte. „Nein ich wohne in Raleigh. Es hat dir ein sicheres Gefühl gegeben zu glauben, dass ich so weit weg wohne, nicht wahr?“ Sie nickte. „Ich hatte Freunde, deren Tochter war genau wie du, nur hatte sie nicht soviel Glück.
    Der Mann fand sie und tötete sie während sie alleine zu Hause war. Kindern wird beigebracht es nie jemanden zu sagen, wenn sie alleine zu Hause sind, jedoch tun sie es ständig online. Manche Menschen tricksen dich aus, Informationen heraus zu geben, ein wenig hier, ein wenig da. Bevor du es merkst hast du ihnen genug erzählt damit sie dich finden können. Ich hoffe, dass du daraus etwas gelernt hast und demnächst vorsichtiger bist.“ „Das werde ich“ versprach Shannon.
    Wirst du anderen davon erzählen, damit sie auch sicher sind?“ Das verspreche ich!“

    Und dem Versprechen schloß ich mich an!



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 10:11


    WiE mAn SElBsT GeSuNd BlEiBt UnD dAbEi AnDeRe LeUtE In DeN WaHnSiNn TrEiBt....

    - Setz dich in der Mittagszeit in dein geparktes Auto und ziele mit einem Fön auf die vorbeifahrenden Autos, um zu sehen, ob sie langsamer fahren
    - Ruf dich selbst über die Sprechanlage. (Verstelle nicht deine Stimme.)
    - Finde heraus, wo dein Chef/deine Chefin einkauft und kaufe exakt die gleichen Klamotten. Trage sie immer eine Tag nachdem dein Chef/deine Chefin sie getragen hat. (Dies ist besonders effektiv, wenn der Chef vom anderen Geschlecht ist.)
    - Schicke eMails an die restlichen Leute in der Firma, um ihnen mitzuteilen, was du gerade tust. Zum Beispiel: 'Wenn mich jemand braucht, ich bin auf Toilette.'
    - Befestige Moskito-Netze rund um deinen Schreibtisch.
    - Bestehe darauf, daß du die eMail-Adresse Xena_Göttin_des_Feuers@firmenname.com oder Elvis_the_king@firmenname.com bekommst.
    - Jedesmal, wenn dich jemand bittet, etwas zu tun, frage, ob er Pommes-Frites dazu will.
    - Ermutige deine Kollegen, in ein wenig Synchronstuhltanzen einzustimmen.
    - Stelle deinen Mülleimer auf den Schreibtisch und beschrifte ihn mit 'Eingang'.
    - Entwickle eine unnatürliche Angst vor Tackern.
    - Fülle drei Wochen lang entkoffeinierten Kaffe in die Kaffeemaschine. Sobald alle ihre Koffeinsucht überwunden haben, gehe über zu Espresso.
    - Schreibe "Für sexuelle Gefälligkeiten" in die 'Verwendungszweck'-Zeile all deiner Überweisungen.
    - Antworte auf alles, was irgendwer sagt, mit "Das glaubst du vielleicht."
    - Beende alle deine Sätze mit "in Übereinstimmung mit der Prophezeiung."
    - Stelle deinen Monitor so ein, daß seine Helligkeit das komplette Büro erhellt. Bestehe gegenüber anderen darauf, daß du das so magst.
    - benutze weder punkt noch komma
    - So oft wie möglich hüpfe anstatt zu gehen.
    - Frage Leute, welchen Geschlechts sie sind.
    - Gib beim McDrive an, daß die Bestellung zum Mitnehmen ist.
    - Singe in der Oper mit.
    - Geh zu einer Dichterlesung und frag, warum sich die Gedichte nicht reimen.
    - Teile deinen Freunden fünf Tage im Voraus mit, daß du nicht zu ihrer Party kommen kannst, weil du nicht in der Stimmung bist.
    UnD DeR LeTzTe WeG, LeUtEn AuF dIe NeRvEn Zu GeHeN:
    - Schick diese eMail an jedem in deinem Adress-Buch, sogar wenn sie sie dir geschickt haben oder dich gebeten haben, dir keinen Schrott zu schicken.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 10:16


    Unbezahlbar

    Papa wacht morgens mit einem furchtbaren Kater auf.
    Er zwingt sich, die Augen zu öffnen u. blickt zuerst auf eine Packung Aspirin u. ein Glas Wasser auf dem Nachttisch.

    Er setzt sich auf u. schaut sich um.

    Auf einem Stuhl ist seine gesammte Kleidung, schön zusammengefaltet.

    Er sieht, dass im Schlafzimmer alles sauber u. ordentlich aufgeräumt ist.

    Und so sieht es in der ganzen Wohnung aus.

    Er nimmt die Aspirin u. bemerkt einen Zettel auf dem Tisch:

    "Liebling, das Frühstück steht in der Küche, ich bin schon früh raus, um einkaufen zu gehen. Ich liebe dich!"
    Also geht er in die Küche u. tatsächlich - da steht ein fertiges Frühstück u. die Morgenzeitung liegt auf dem Tisch.

    Außerdem sitzt da sein Sohn und isst.

    Papa fragt ihn: "Kleiner was ist gestern eigentlich passiert?"
    Sein Sohn sagt:
    "Tja Paps, du bist um drei Uhr früh heimgekommen, total besoffen u. eigentlich schon halb bewußtlos. Du hast ein paar Möbel demoliert, in den Flur gekotzt u. hast dir fast ein Auge ausgestochen, als du gegen einen Türgriff gelaufen bist"

    Verwirrt fragt Papa weiter:
    "Und warum ist dann alles hier so aufgeräumt, meine Klamotten sauber zusammengelegt, u. das Frühstück auf dem Tisch?"

    "Ach das" antwortet sein Sohn, "Mama hat dich ins Schlafzimmer geschleift u. auf´s Bett gewuchtet, aber als sie versuchte, dir die Hose auszuziehen, hast du gesagt:

    "Hände weg, Fräulein, ich bin glücklich verheiratet!"

    Fazit:

    Ein selbstverschuldeter Kater: 100 Euro

    Kaputte Möbel: 1250 Euro

    Frühstück: 10 Euro

    Im richtigen Moment, das Richtige sagen: Unbezahlbar!



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 04.07.2007, 10:18


    Danke für den Besuch!
    Hier endet das Internet.
    Es gibt keine weiteren Links mehr.
    Schalte den Rechner aus
    und genieße das Leben
    in der realen Welt.

    Sie wollen das Internet tatsächlich verlassen, aber sind noch etwas unsicher? Dann führen Sie nun bitte sorgfältig folgende Schritte durch, dann kann eigentlich nichts passieren:
    1. Schließen Sie alle offenen Seiten und beenden Sie Ihr Internetprogramm!
    2. Fahren Sie das Betriebssystem ihres Rechners ordnungsgemäß herunter!
    3. Schalten Sie Ihren Computer, Monitor, Drucker und Ihr Modem aus!
    4. Nehmen sie in mehreren Stufen Kontakt mit ihrer Außenwelt auf!

    Stufe 1 Öffnen sie ein Fenster und atmen Sie die frische Luft. Achtung, der Kontrast und die Helligkeit lassen sich nicht einstellen, auch auf die Lautstärke können sie keinen Einfluss nehmen! Nehmen Sie alles so wie es ist. Die Geräusche sind keine Simulation, sondern alles ist Live!

    Stufe 2 Gehen sie einige Schritte durch das Zimmer, was sich unter Ihnen bewegt, sind nur Ihre Beine, keine Angst, bisher läuft alles normal!

    Stufe 3 Schauen Sie sich um, ob noch jemand in ihrer Nähe ist, der sich bewegt. Gehen sie auf Ihn zu und sprechen Sie Ihn einfach an, eine Tastatur ist hierfür nicht erforderlich! Antwortet ihr Gesprächspartner? Wenn ja, dann sind sie jetzt bitte äußerst vorsichtig, das ist kein Forum und auch kein Chatroom. Überlegen Sie vorher genau was Sie sagen. Beleidigungen können jetzt für Sie zu körperlichen Schäden führen !

    Stufe 4 Versuchen Sie Nahrung zu sich zu nehmen, dazu öffnen sie bitte alle Schranktüren. Sollte in einem Schrank ein Licht angehen, dann haben Sie den Kühlschrank gefunden. Schauen Sie hinein, ist etwas Essbares vorhanden? Bevor Sie etwas verzehren, achten Sie bitte auf das Verfallsdatum des Produktes.

    Stufe 5 Verlassen des Hauses, um den Schrank mit dem Licht zu füllen! Achtung, wenn Ihnen alles fremd vor kommt, bitten Sie jemanden, Sie zum Lebensmittelgeschäft zu begleiten ! Schauen sie sich um, die Autos sind alle echt, überqueren Sie die Straße erst, wenn diese wirklich frei ist. So unwahrscheinlich es klingt, hier und jetzt haben Sie nur ein Leben. Ein Neustart des Spieles ist nicht möglich und Sie werden auch keinen Krämer finden, der Ihnen Heilgetränke verkauft!

    Stufe 6 Sollten Ihnen auf dem Rückweg kleine Kinder entgegen laufen und immer wieder Papa, Papa oder Mama, Mama rufen, kann es sich nur um Ihre eigenen Kinder handeln Tja, die kleinen Racker haben Sie wirklich nicht mehr so groß in Erinnerung, aber macht nichts, wenn ihnen erst mal die Namen wieder eingefallen sind, dann werden Sie sich schnell wieder an sie gewöhnen.

    Stufe 7 Wieder zu Hause angekommen, setzen Sie sich mal gemütlich in einen Sessel, aber nicht unbedingt in den Sessel vor Ihrem Computer!!! Klasse, bald haben Sie es geschafft. Nun lesen Sie mal einige Seiten in einem Buch. Bücher sind die dicken schweren Dinger, die man aufklappen kann. Manche haben sogar schöne bunte Bilder. Na, merken Sie wie es beim Lesen oben in Ihrer Birne arbeitet? Das sind die Gedanken, die Sie sich beim Lesen machen. Es nützt allerdings nichts, wenn sie mit dem Finger auf die Seite klicken, wenn Sie alles gelesen haben, Multimedia war gestern, nun wird von Hand umgeblättert.

    Stufe 8 Mehr als zehn Seiten sollten Sie am Anfang nicht lesen! Legen Sie das Buch wieder weg, aber nicht zu weit. Nun rufen Sie mal nach Ihrem Ehepartner, das ist die Person die sich kopfschüttelnd in eine Ecke drückt. Versichern sie Ihr, dass alles normal ist und Sie sich einfach nur ändern wollen. In den ersten Tagen wird das noch niemand glauben, aber halten Sie durch. Verkaufen Sie morgen sofort ihr Modem und schaffen Sie sich vielleicht ein Aquarium an, es funktioniert so ähnlich wie ein Bildschirmschoner, aber es ist das erste Anzeichen von Besserung.

    Sie haben es geschafft. Herzlich Willkommen im realen Leben!



    Re: Der Geschichten - Zug

    Xena - 04.07.2007, 13:34


    Wow, du warst ja super fleissig! Habe noch nicht alles gelesen, aber mal die Geschichte von traurigkeit, sie ist echt toll, oder auch das von der Bank, echt spitze. Auch"nutze jeden Tag" finde ich gut, aber am besten gefiel mir das vom PC das ganz am schluss steht. Dass ist echt ein :rofl

    Nun, ich kann da nur sagen zum glück weiss ich noch wie man :book oder in welchem schrank mein essen steht. :rofl Auch einkaufen kann ich noch wenn die beine nicht völlig spinnen wie gerade jetzt.
    na ja, du weisst ja, mein PC und ich wir liiiiiiiiiiiiiiiiieben uns sooooo sehr :pc

    lg Xena



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 05.07.2007, 19:21


    Der Wahnsinn

    Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn, seine Freunde zu einer Party einzuladen. Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu spielen. Verstecken? Was ist das? fragte die Unwissenheit. Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich und wird dann gesucht, erklärte die Schlauheit.

    Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit. Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit zu zählen. Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck. Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie.Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet.

    Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los. Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken. ..98, 99,100! zählte der Wahnsinn. Ich komme euch jetzt suchen! Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck. Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern nicht überhören. Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da. Doch dann fragte die Skepsis: Wo ist den die Liebe? Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen. Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenboden und auf den Bäumen. Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens. Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe. Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst. Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten und ihre Sehkraft zu werden. Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich.

    Seitdem ist die Liebe blind und wird vom Wahnsinn begleitet.



    Re: Der Geschichten - Zug

    Xena - 14.07.2007, 04:24


    Oh mensch das ist klasse :applaus ich bigrofl mich krank. So witzig und doch so wahr. :weglach



    Re: Der Geschichten - Zug

    Syriana - 14.07.2007, 12:56


    Au mann. was soll uns das wohl sagen?

    Aber Klasse :blume

    Syriana



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 16.07.2007, 16:19


    Warum Mami?

    Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.
    Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich
    keinen Alkohol.
    Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es
    vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts
    getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.
    Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer
    recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle
    fahren weg.
    Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil
    nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so
    verantwortungsvoll und fein.
    Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
    Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen
    traf mich mit voller Wucht.
    Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den
    Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich
    diejenige, die dafür büßen muss.
    Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm doch
    schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben
    zerplatzt wie ein Luftballon.
    Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.
    Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr
    für mich gibt.
    Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe
    wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die
    haben einfach nicht nachgedacht.
    Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
    Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich
    werde sterben.
    Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze
    Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie
    Messerstiche so scharf.
    Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum,
    und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm.
    Sag meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und
    Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin,
    Mami, schreibt “Papis Mädchen” auf meinen Grabstein.
    Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und
    dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde
    ich noch leben.
    Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte,
    weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich
    Dich brauchte.
    Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von
    hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken,
    warum bin ich diejenige, die sterben muss?

    Anmerkung: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:

    JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.



    Re: Der Geschichten - Zug

    Xena - 16.07.2007, 18:04


    Bin sehr berührt davon.
    Kann grad nicht viel dazu sagen.
    Nur soviel, es ist so verdammt wahr!

    Xena



    Re: Der Geschichten - Zug

    Syriana - 16.07.2007, 18:25


    Ist schon krass, was unter Alkoholeinfluss so alles passiert.

    Syriana



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 22:55


    Der 40 Euro Scheck

    Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck von 40 EURO hoch hielt.
    In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute.
    Er fragte: 'Wer möchte diesen Scheck haben?
    Alle Hände gingen hoch.
    Er sagte:
    Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun.'
    Er zerknitterte den Scheck. Dann fragte er, 'Möchte ihn immer noch einer haben? Die Hände waren immer noch alle oben.
    Also, erwiderte er: 'Was ist wenn ich das tue?'
    Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen am dreckigen Untergrund.
    Er hob ihn auf, den Scheck; er war zerknittert und völlig dreckig.
    Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?' Es waren immer noch alle Arme in der Luft.
    Dann sagte er: Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt.
    Was auch immer mit dem Geld geschah, ihr wolltet es haben, weil es nie an seinem Wert verloren hat. Es war immer noch und stets 40 EURO wert.
    Es passiert oft in unserem Leben, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden. Das sind Tatsachen aus dem alltäglichen Leben.
    Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren.
    Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer noch unbezahlbar für all jene, die dich über alles lieben.
    Der Wert unseres Lebens wird nicht durch das bewertet, was wir tun oder wen wir kennen, sondern dadurch WER DU BIST. 'Du bist was besonderes - Vergiss das NIEMALS!'
    Zähle deinen Segen, nicht deine Probleme.
    Fürchte nie, etwas Neues zu versuchen.
    Und denk daran: Einfache Leute haben die Arche gebaut - Fachmänner die Titanic.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 22:58


    Michael war so eine Art Typ, der Dich wirklich wahnsinnig machen konnte.

    Er war immer guter Laune und hatte immer was positives zu sagen.
    Wenn ihn jemand fragte, wie's ihm ginge,
    antwortete er: "Wenn's mir besser gehen würde, wäre ich zwei Mal vorhanden."

    Er war der geborene Optimist. Hatte einer seiner Angestellten mal einen schlechten Tag, meinte Michael zu ihm, er solle die positive Seite der Situation sehen.

    Seine Art machte mich wirklich derart neugierig, dass ich eines Tages auf ihn zuging und zu ihm sagte: "Das kann ich einfach nicht verstehen. Du kannst doch nicht ständig ein positiv denkender Mensch sein, wie machst Du denn das?"
    Michael entgegnete: "Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir: "Du hast zwei Möglichkeiten. Du kannst wählen, ob Du guter oder schlechter Laune sein willst.
    Und ich will eben guter Laune sein. Jedes Mal, wenn etwas passiert, kann ich selbst wählen, ob ich der Leidtragende einer Situation sein oder ob ich etwas daraus lernen will.
    Jedes Mal, wenn jemand zu mir kommt, um sich zu beklagen, kann ich entweder sein Klagen akzeptieren oder ich kann auf die positive Seite des Lebens hinweisen. Ich habe die positive Seite gewählt."
    "Ja, gut, aber das ist nicht so einfach", war mein Einwand.
    "Doch, es ist einfach", meinte Michael, "das Leben besteht aus lauter Auswahlmöglichkeiten.
    Du entscheidest, wie Du auf gewisse Situationen reagieren willst. Du kannst wählen, wie die Leute Deine Laune beeinflussen.
    Dein Motto ist: Du kannst darüber entscheiden, wie Du Dein leben führen willst."
    Ich dachte darüber nach, was Michael gesagt hatte.

    Kurze Zeit später verließ ich Tower Industry, um mich selbstständig zu machen. Wir verloren uns aus den Augen, aber ich dachte oft an ihn, wenn ich mich für das Leben entschied, statt darauf zu reagieren.

    Einige Jahre später erfuhr ich, dass Michael in einen schweren Unfall verwickelt war. Er stürzte etwa 18 m von einem Fernmeldeturm. Nach 18 Stunden im Operationssaal und Wochen intensiver Pflege, wurde Michael mit Metallstützen in seinem Rücken aus dem Krankenhaus entlassen. Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, erwiderte er: "Wenn es mir besser ginge, wäre ich zwei Mal vorhanden. Möchtest Du meine Operationsnarben sehen?"

    Ich verzichtete darauf, fragte ihn aber, was in ihm vorgegangen sei im Augenblick des Unfalls.
    "Nun das erste, was mir durch den Kopf ging war, ob es meiner Tochter, die bald darauf zur Welt kommen sollte, gut ginge. Als ich dann so am Boden lag, erinnerte ich mich, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: Ich konnte wählen, ob ich leben oder sterben wollte."

    "Hattest Du Angst? Hast Du das Bewusstsein verloren?" wollte ich wissen.
    Michael fuhr fort: "Die Sanitäter haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie hörten nicht auf, mir zu sagen, dass es mir gut ginge.

    Aber als sie mich in die Notaufnahme rollten, sah ich den Gesichtsausdruck der Ärzte und Schwestern, die sagten: ,Er ist ein toter Mann.' Und ich wusste, dass ich die Initiative ergreifen musste."

    "Was hast Du denn getan?" fragte ich ihn.
    "Nun, als mich so ein Ungetüm von Aufnahmeschwester mit lauter Stimme befragte und wissen wollte, ob ich auf irgendetwas allergisch sei, bejahte ich. Die Ärzte und Schwestern hielten inne und warteten auf meine Antwort.

    Ich atmete tief durch and brüllte zurück: ,Auf Schwerkraft!'
    Während das ganze Team lachte, erklärte ich ihm: Ich entscheide mich zu leben. "Also operieren Sie mich, als wäre ich lebendig und nicht tot."

    Michael überlebte dank der Fähigkeit seiner Ärzte, aber auch wegen seiner bewundernswerten Einstellung.
    Von ihm lernte ich, dass wir jeden Tag die Wahl haben, in vollen Zügen zu leben. Die Einstellung ist schließlich alles.

    Deshalb sorge Dich nicht um das, was morgen sein wird.
    Jeden Tag gibt es genug, um das man sich sorgen muss.
    Und das Heute ist das Morgen, über das Du Dir gestern Sorgen gemacht hast.

    GENIESSE DAS LEBEN, DENN ES IST DAS EINZIGE, DAS DU HAST



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:03


    Zu schnell gefahren
    Andi schaute kurz noch einmal auf sein Tacho, bevor er langsamer wurde: 79 innerhalb einer Ortschaft. Das vierte mal in gleicher Anzahl von Monaten. Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden? Als er sein Auto auf 10 km/h abbremste fuhr Andi rechts ran. Lass den Polizisten doch wieder einmal herummoppern über seinen Fahrstil. Vielleicht würde ein noch schnellerer Autofahrer an ihnen vorbeiflitzen, an dem der Bulle mehr Interesse hätte. Der Polizist stieg aus seinem Auto aus, mit einem dicken Notizbuch in der Hand. Der Polizist war Christian? Christian aus der Kirche? Andi sank tiefer in seinen Sitz. Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der etwas angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen, der morgen Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang erblickte er den Typen, den er jeden Sonntag in der Kirche sah.
    Er hatte erst nur den Mann in Uniform gesehen. "Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!" "Hallo Andi." Kein Lächeln. "Ich sehe Du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um meine Frau und Kinder zu sehen." "Ja, so ist das." Christian schien unsicher zu sein. "Ich bin die Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich denke auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen habe." Andi schoss einen Kieselstein an die Bordsteinkante. "Martina erwähnte etwas von Roast Beef und Kartoffeln heute Abend. Verstehst du?" "Ich weiß, was Du meinst. Ich weiß auch, dass Du ein Gesetz soeben gebrochen hast." Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern.
    "Bei wieviel hast Du mich erwischt ?" "Siebzig. Würdest Du Dich bitte wieder in Dein Auto setzen ?" "Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort gecheckt, als ich Dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h geschätzt!" Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.
    "Bitte Andi, setz Dich wieder in Dein Auto." Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Türe. Ein Knall. Türe zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian war fleißig am Schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Christian nicht Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würde einen Monat an Sonntagen vergehen, bis er sich in der Kirche wieder neben diesen Polizisten setzen würde. Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi öffnete das Fenster, maximal 5cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch. "Danke."
    Andi konnte die Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Christian setzte sich wieder ins Auto ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und schaute durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf. Was würde ihn dieser Spaß wieder kosten? Hey! Warte mal! War das ein Witz? Dies war kein Strafzettel.
    Andi las: "Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben. Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausend Mal habe ich versucht diesem Mann zu vergeben. Tausend Mal habe ich gedacht, ich hätte es geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muß immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe.
    Christian
    Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die Straße wieder runter. Andi schaute, bis er nicht mehr zu sehen war. Erst ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest. Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:05


    Die kleine Tanne


    Es war kurz vor Weihnachten, alle Tannen standen da und warteten auf ihren großen "Auftritt".
    Jede streckte sich so gut sie konnte um ihre Zweige zu zeigen.
    Nur eine kleine Tanne nicht, sie konnte sich nicht entfalten, denn die anderen Bäume drückten sie hinunter. Gewachsen ist sie all die Jahre auch kaum und anstatt grüne Tannenzweige zu haben, wurden sie braun und hässlich.
    Sie war ganz verzweifelt, aber niemand hörte sie oder nahm Rücksicht!
    Viele Leute kamen und suchten sich ihr Tannenbäumchen aus, aber sie wurde übersehen und manchmal so gar getreten.
    Nur die Tiere im Wald hatten sie bemerkt und wollten sie trösten. Es half aber nichts, die kleine Tanne wurde immer schwächer und alles Tiere wussten, wenn niemand half, musste sie sterben.
    Auch in diesem Jahr wurde viele Tannenbäume mitgenommen und sie wieder nicht beachtet.
    Der Schnee tat ihr weh, der sich mit ganzer Kraft auf sie legte. Die Bäumchen in ihrer Nähe, die noch da standen, weil sie noch ziemlich klein waren, hatten nun mehr Platz zum wachsen, ihnen machte der Schnee nichts aus, denn sie waren gesund und stark.
    Es wurde Frühling, die Sonne schien herrlich zu ihnen hinunter und die anderen Bäumchen streckten ihr ihre Zweige entgegen.
    Die Sonne sah die kleine Tanne und versuchte ihre Strahlen auf sie zu richten.
    Und wieder nahmen die größeren der kleinen Tanne ihr Licht, erdrückten sie beinahe.
    So ging es wieder bis zum Winter.
    Das die kleine Tanne noch lebte, verdankte sie ihren eisernen Willen, auch mal ein schönes Tannenbäumchen zu sein.
    Wieder kamen viele Leute und nahmen Bäumchen mit. Und da die anderen sehr gewachsen waren, stand die kleine Tanne plötzlich alleine da. Niemand sah sie, niemand wollte sie.
    Als der heilige Abend kam, hörte sie plötzlich am Nachmittag einige Kinder durch den Wald gehen, die noch vor der Bescherung den Tieren etwas bringen wollten.
    Diese wunderten sich, das alle Tannen fort waren und nur die eine hier noch stand.
    Sie fassten sich an die Hand und sangen viele Weihnachtslieder. Zum Schluss legten sie ihre Gaben für die Tiere unter das kleine Bäumchen und gingen heim.
    Die kleine Tanne war sehr glücklich und plötzlich fühlte sie wieder Leben in sich.
    In diesem Jahr wuchs sie heran, bekam auch grüne Zweige und streckte sie der Sonne entgegen.
    Die Sonne lächelte und schenkte ihr viel Licht.
    Der Winter brachte viel Schnee, aber der machte ihr nichts aus und als der Heilige Abend kam, war immer noch kein Mensch da.
    Die kleine Tanne war ganz durcheinander, was war passiert?
    So verging auch dieses Jahr und die kleine Tanne war nun einsam und allein. Im Frühjahr kamen Leute und sahen sie schon von weitem. Sie waren begeistert von solch einer prächtigen Tanne und beschlossen sie später mitzunehmen.
    Einige Tage danach gruben sie sie aus und pflanzten sie in einem schönen Garten.
    Die kleine Tanne fühlte sich sehr wohl, hatte viel Platz und Sonne zum wachsen.
    Zur Weihnachtszeit steckte man ihr Kerzen an den Zweigen und wenn es dunkel war, leuchtete sie schöner als alle anderen Tannen in der Umgebung!

    Inga Rothe



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:08


    DAS GEWICHT EINER SCHNEEFLOCKE



    „Sag mir, wie viel eine Schneeflocke wiegt“, fragte eine Tannenmeise eine Wildtaube.

    „Nicht mehr als nichts“ war die Antwort.

    „Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Tannenmeise.

    „Ich saß auf einem Tannenast, nahe am Baumstamm, als es zu schneien anfing – nicht sehr stark, kein Schneesturm, nein, wie in einem Traum, lautlos und sanft. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die sich auf den Zweigen und Nadeln meines Astes niederließen. Es waren genau 3.741.952.

    Als die 3.741.953te auf den Ast fiel – also nicht mehr als nichts, wie du sagst -, brach der Ast ab.“

    Nachdem die Tannenmeise das gesagt hatte, flog sie weg.


    Die Taube, die ja seit Noahs Zeiten über diese Dinge Bescheid weiß, dachte eine Weile über die Geschichte nach und sagte schließlich zu sich selbst: „Vielleicht fehlt nur noch die Stimme eines einzigen Menschen, damit Frieden in die Welt kommt.“



    (Kurt Kauer, aus New Fables, Thus spoke the Marabou)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:11


    Der glückliche Prinz

    Hoch über der Stadt stand auf einer schlanken Säule die Statue des glücklichen Prinzen. Er war über und über mit dünnen Blättern feinen Goldes vergoldet, er hatte zwei schimmernde Saphire als Augen, und an seinem Schwertknauf glühte ein großer roter Rubin.
    Alle Welt bewunderte ihn sehr. »Er ist so schön wie ein Wetterhahn«, meinte ein Ratsherr, der den Ruf eines Kunstkenners zu erlangen trachtete. »Nur nicht ganz so nützlich«, setzte er hinzu, denn er fürchtete, die Leute könnten ihn für unpraktisch halten, und das war er keineswegs.
    »Warum kannst du nicht sein wie der glückliche Prinz?« fragte eine empfindsame Mutter ihren kleinen Jungen, der weinend nach dem Mond verlangte. »Dem glücklichen Prinzen fällt's nun und nimmer ein, nach irgend etwas zu weinen.«
    »Ich bin froh, dass es in dieser Welt doch Einen gibt, der vollkommen glücklich ist«, flüsterte ein Enttäuschter vor sich hin, als er zu dem wundervollen Standbild emporschaute.
    »Er sieht ganz wie ein Engel aus«, sagten die Waisenkinder, wenn sie in ihren hellen scharlachroten Mänteln und den sauberen weißen Schürzchen aus der Kathedrale kamen.
    »Woher wollt ihr das wissen?« fragte der Rechenlehrer. »Ihr habt ja nie einen gesehen.«
    »O doch! In unseren Träumen«, antworteten die Kinder; und der Rechenlehrer runzelte die Stirn und machte ein sehr strenges Gesicht, denn er konnte es gar nicht leiden, dass Kinder träumten.
    Eines Nachts nun flog eine kleine Schwalbe über die Stadt, ein Schwalbenjüngling. Seine Gefährten waren schon vor sechs Wochen nach Ägypten gezogen, er aber hatte gesäumt, denn er war in das hübscheste aller Schilfrohre verliebt. Er hatte seine Schöne im jungen Frühling kennengelernt, als er hinter einem dicken gelben Falter her den Fluss entlangflog, und war von ihrer zarten Taille so betört gewesen, dass er in seinem Fluge eingehalten hatte, um mit ihr zu plaudern.
    »Soll ich dich lieben?« fragte der Schwalbenjüngling, der gern ohne viel Umschweife zur Hauptsache kam, und die Schöne neigte sich tief vor ihm. Da flog und kreiste er um sie her und streifte das Wasser leicht mit seinen Flügeln, dass es sich silbern kräuselte. Auf solche Art warb er, und es ging so den ganzen Sommer lang.
    »Das ist eine lächerliche Liebschaft«, zwitscherten die anderen Schwalben, »sie hat kein Geld und viel zuviel Verwandte« - und in der Tat war der Fluss ganz voller Röhricht. Dann, als der Herbst kam, flogen die Schwalben alle davon.
    Da sie nun fort waren, fühlte der kleine Vogel sich einsam und fing an, seiner Dame überdrüssig zu werden. »Man kann sich gar nicht mit ihr unterhalten«, sagte er, »und mir scheint fast, sie ist kokett, denn allzeit flirtet sie mit dem Wind.« Und wirklich, wann immer der Wind wehte, grüßte sie ihn mit den anmutvollsten Verneigungen. »Ich gebe zu, sie ist häuslich«, fuhr der Vogel fort, »aber ich liebe das Reisen, und folglich sollte meine Frau es auch lieben.«
    »Willst du mit mir kommen?« fragte er sie schließlich; aber sie schüttelte nur den Kopf, sie wurzelte allzu fest in ihrem Heim. »Du hast dein Spiel mit mir getrieben!« schrie er. »Ich mache mich davon nach den Pyramiden. Leb wohl!« Und er flog von dannen.
    Den ganzen Tag flog er, und im Abenddämmern kam er in der Stadt an. »Wo soll ich absteigen?« sagte er zu sich. »Hoffentlich haben sie hier ihre Zurüstungen getroffen.«
    Dann sah er das Standbild auf der hohen Säule.
    »Dort will ich absteigen«, rief er, »die Lage ist schön, und frische Luft gibt‘s da oben genug.« Damit ließ er sich just zwischen den Füßen des glücklichen Prinzen nieder.
    »Ich habe ein goldenes Schlafzimmer«, sagte der kleine Vogel träumerisch zu sich selber, als er um sich blickte, und machte sich zum Schlafengehen bereit; aber da er eben den Kopf unter den Flügel stecken wollte, fiel ein großer Tropfen Wasser auf ihn herab. »Wie sonderbar!« rief er, »nicht ein einziges Wölkchen steht am Himmel, die Sterne scheinen klar und hell, und dabei regnet es. Das Klima im nördlichen Europa ist wirklich schauderhaft. Das Schilfrohr schwärmte zwar für Regen, aber das war nichts als Egoismus.«
    Da fiel ein zweiter Tropfen.
    »Wozu nützt ein Standbild, wenn es nicht einmal den Regen abhalten kann?« sagte er, »ich muss mich nach einem soliden Schornsteinaufsatz umsehen «, und er beschloss weiterzufliegen.
    Doch ehe er seine Flügel ausgebreitet hatte, fiel ein dritter Tropfen, und er blickte auf und sah ... Ah, was sah er?
    Die Augen des glücklichen Prinzen waren voll Tränen, und Tränen strömten ihm über die goldenen Wangen. Sein Antlitz war so schön im Mondlicht, dass Mitleid die kleine Schwalbe erfüllte.
    »Wer bist du?« fragte sie.
    »Ich bin der glückliche Prinz.«
    »Warum weinst du dann?« fragte die Schwalbe, »ich bin davon ganz nass geworden.«
    »Als ich lebte und ein Menschenherz besaß«, erwiderte das Standbild, »wusste ich nicht, was Tränen sind, denn ich lebte im Schloss Sorgenlos, das kein Leid betreten darf. Am Tage spielte ich mit meinen Gespielen im Garten, und des Abends führte ich den Tanz im großen Saale an. Rings um den Garten lief eine sehr hohe Mauer; aber nie kam mir die Frage, was dahinter sein möge, denn alles um mich her war so schön. Die Herren vom Hofe nannten mich den glücklichen Prinzen, glücklich war ich fürwahr, wofern Freude Glück bedeutet. So lebte ich, so starb ich. Und nun, da ich tot bin, haben sie mich in solche Höhe hier heraufgestellt, dass ich alles sehen kann, was hässlich, alles, was jammervoll ist in meiner Stadt, und wenn ich auch ein bleiernes Herz habe - wie sollte ich nicht weinen?«
    »Was, er ist nicht aus massivem Gold?« fragte sich die Schwalbe im stillen. Sie war zu höflich, um irgendwelche anzüglichen Bemerkungen laut auszusprechen.
    »Weit entfernt von hier«, fuhr das Standbild mit leiser, melodischer Stimme fort, »weit entfernt von hier in einer kleinen Gasse steht ein ärmliches Haus. Eins der Fenster ist offen, und durch dieses Fenster kann ich eine Frau an einem Tische sitzen sehen. Ihr Gesicht ist mager und verhärmt, rauh und rot sind ihre Hände und ganz von der Nadel zerstochen, denn sie ist eine Näherin. Sie stickt Passionsblumen auf ein Atlaskleid, das die reizendste unter den Ehrendamen der Königin beim nächsten Hofball tragen will. In einer Ecke der Kammer liegt ihr kleiner Junge krank im Bett. Er fiebert und möchte so gerne Orangen. Seine Mutter aber hat nichts ihm zu geben als Wasser aus dem Fluss, und deshalb weint er. Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe, willst du ihr nicht den Rubin aus meinem Schwertknauf bringen? Meine Füße sind an dies Postament gefesselt, und ich kann nicht hinab.«
    »Ich werde in Ägypten erwartet«, sagte die Schwalbe. »Meine Freunde fliegen den Nil auf und nieder und plaudern mit den prangenden Lotosblumen. Bald werden sie im Grabmal des großen Königs schlafen gehen. Der König selbst liegt dort unten in seinem buntbemalten Sarge. Er ist in ein gelbes Leintuch gewickelt und mit Wohlgerüchen einbalsamiert. Um seinen Nacken schlingt sich eine Kette von blassgrüner Jade, und seine Hände sind wie welkes Laub.«
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »willst du nicht eine Nacht lang bei mir bleiben und mein Bote sein? Der Knabe verschmachtet, und der Mutter ist so bang.«
    »Ich kann Jungen eigentlich gar nicht leiden«, entgegnete die Schwalbe. »An dem Flusse, wo ich vorigen Sommer wohnte, waren zwei ungezogene Jungen, die Müllerssöhne; die warfen immerfort mit Steinen nach mir. Sie haben mich natürlich nie getroffen, wir Schwalben fliegen dafür viel zu gut, und überdies stamme ich aus einer Familie, die wegen ihrer Hurtigkeit berühmt ist; es war aber doch ein Zeichen von Nichtachtung.« Aber der glückliche Prinz sah so traurig aus, dass es die kleine Schwalbe jammerte. »Es ist sehr kalt hier«, sagte sie, »doch ich will eine Nacht lang bei dir bleiben und dein Bote sein.«
    »Danke, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz.
    Also pickte die Schwalbe den großen Rubin aus des Prinzen Schwert, und den Edelstein im Schnabel, flog sie davon, über die Dächer der Stadt.
    Sie kam am Turm der Kathedrale vorüber, von dem die weißen Marmorengel niederschauten. Sie kam am Schloss vorüber und hörte den Lärm des Balles. Ein schönes Mädchen trat mit seinem Anbeter auf den Altan hinaus. »Wie wunderreich die Sterne sind«, sagte er zu ihr, »und wie wunderreich ist die Macht der Liebe!«
    »Hoffentlich wird mein Kleid rechtzeitig für den Hofball fertig«, antwortete sie. »Ich habe Auftrag gegeben, dass Passionsblumen daraufgestickt werden; aber die Näherinnen sind so faul.«
    Die Schwalbe flog über den Fluss und sah die Laternen an den Masten der Schiffe hängen. Sie flog über das Getto und sah die alten Juden miteinander handeln und Geld auf kupfernen Waagschalen wägen. Endlich kam sie zu dem armen Häuschen und blickte hinein. Der Knabe warf sich fieberheiß im Bette hin und her, und die Mutter war eingeschlafen, sie war so müde. Durchs Fenster hinein hüpfte die Schwalbe und legte den großen Rubin auf den Tisch, neben den Fingerhut der Schlafenden. Dann umflog sie mit weichen Flügelschlägen das Bett, und ihre Schwingen fächelten des Knaben Stirn. »Wie kühl mir ist«, sagte der Knabe, »ich glaube, nun werde ich gesund.« Und er sank in einen erquickenden Schlummer.
    Darauf flog die Schwalbe zurück zu dem glücklichen Prinzen und erzählte ihm, was sie getan hatte. »Es ist sonderbar«, bemerkte sie, »aber mich friert jetzt gar nicht mehr, obwohl es so kalt ist.«
    »Das kommt, weil du eine gute Tat getan hast«, sagte der Prinz. Und die kleine Schwalbe begann darüber nachzudenken, und dann schlief sie ein. Denken machte sie immer schläfrig.
    Als es tagte, flog sie hinab zum Fluss und nahm ein Bad. »Welch bemerkenswertes Phänomen!« sagte der Professor der Ornithologie, der eben über die Brücke ging. »Eine Schwalbe im Winter!« Und er schrieb über diesen Gegenstand einen langen Artikel für die Lokalzeitung. Jedermann zitierte ihn, er war voll so vieler Wörter, die niemand verstand.
    »Heute abend reise ich nach Ägypten«, sagte der kleine Vogel, und er fühlte sich ganz angeregt von dieser Aussicht. Er besuchte alle Denkmäler und bedeutenden Bauten der Stadt und saß lange auf der Kirchturmspitze. Wo er auch hinkam, überall riefen die Spatzen zwitschernd einander zu: »Was für ein vornehmer Fremder!« So unterhielt sich die Schwalbe ganz ausgezeichnet.
    Als der Mond aufging, flog sie zurück zu dem glücklichen Prinzen. »Soll ich in Ägypten etwas für dich ausrichten?« rief sie. »Ich breche jetzt auf.«
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »willst du nicht diese eine Nacht noch bei mir bleiben?«
    »Ich werde in Ägypten erwartet«, antwortete die Schwalbe. »Morgen fliegen meine Freunde hinauf zum zweiten Katarakt. Das Nilpferd ruht dort zwischen den Binsen, und auf einem großen granitenen Throne sitzt der Gott Memnon. Die ganze Nacht hindurch schaut er nach den Sternen, und wenn das Morgengestirn aufgeht, stößt er einen einzigen tönenden Jubelschrei aus und schweigt dann wieder still. Zu Mittag kommen die gelben Löwen herab zum Ufersaum, um zu trinken. Sie haben Augen gleich grünen Beryllen, und ihr Gebrüll ist mächtiger als das Brüllen des Katarakts.«
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »weit entfernt von hier, am Ende der Stadt, sehe ich einen jungen Mann in einer Dachkammer. Er beugt sich über ein Schreibpult, das mit Papieren bedeckt ist, und ein Bund verdorrter Veilchen steht neben ihm in einem Wasserglas. Sein Haar ist braun und gelockt, und er hat große verträumte Augen, und seine Lippen sind wie ein Granatapfel rot. Er müht sich, ein Stück für den Theaterdirektor zu vollenden, aber er friert so sehr, dass er nicht weiterschreiben kann. Kein Feuer brennt in seinem Kamin, und der Hunger hat ihn entkräftet.«
    »Ich will diese eine Nacht noch bei dir bleiben«, sagte die Schwalbe, die wirklich ein gutes Herz hatte. »Soll ich ihm auch einen Rubin bringen?«
    »Ach nein, ich habe keinen Rubin mehr«, sagte der Prinz, »meine Augen sind alles, was mir geblieben ist. Sie sind aus köstlichen Saphiren gemacht, die man vor tausend Jahren aus Indien hergebracht hat. Reiß eines von ihnen aus und trag es zu ihm hin. Er wird den Edelstein zum Goldschmied bringen und Nahrung und Feuerholz kaufen und sein Stück vollenden.«
    »Lieber Prinz«, sagte die Schwalbe, »das kann ich nicht.« Und sie begann zu weinen.
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »tu, wie ich dich heiße.«
    Also riß die Schwalbe des Prinzen eines Auge aus und flog fort zur Dachkammer des Studenten. Es war leicht genug, hineinzugelangen, denn das Dach hatte ein Loch. Da hindurch schoss sie und kam in die Kammer. Der junge Mann hatte den Kopf in den Händen vergraben; so hörte er das Flattern der Vogelschwingen nicht, und als er aufsah, fand er den schönen Saphir, der auf den verdorrten Veilchen lag.
    »Man beginnt mich anzuerkennen«, rief er, »dies hier kommt gewiss von einem großen Bewunderer. Nun kann ich mein Stück vollenden«, und er sah ganz glücklich aus.
    Am nächsten Tage flog die Schwalbe hinunter zum Hafen. Sie saß auf dem Mast eines gewaltigen Schiffes und sah zu, wie die Matrosen schwere Kisten an Tauen aus dem Schiffsleib hochwanden. »Hievt, a-hoi! a-hoi!« schrien sie bei jeder Kiste, die sie aufhievten. »Ich reise nach Ägypten!« rief die Schwalbe; aber niemand beachtete sie, und als der Mond aufging, flog sie zurück zu dem glücklichen Prinzen.
    »Ich bin gekommen, dir Lebewohl zu sagen«, rief sie.
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »willst du nicht diese eine Nacht noch bei mir bleiben?«
    »Es ist Winter«, antwortete die Schwalbe, »und der eisige Schnee wird bald dasein. In Ägypten scheint die Sonne warm auf die grünen Palmenbäume, und die Krokodile liegen im Schlamm und blicken träge um sich. Meine Gefährten bauen ein Nest im Tempel von Baalbek, und die weiß- und rosenfarbenen Tauben sehen ihnen zu, und eine gurrt der andern Zärtlichkeiten. Lieber Prinz, ich muss Abschied nehmen, aber ich will dich nie vergessen, und im nächsten Frühling bringe ich dir zwei schöne Edelsteine statt derer, die du weggegeben hast.
    Der Rubin soll röter sein als eine rote Rose, und der Saphir so blau wie die weite See.«
    »Auf dem Platze unten«, sagte der glückliche Prinz, »steht ein kleines Mädchen und verkauft Streichhölzer. Sie hat ihre Hölzchen in die Gosse fallen lassen, und sie sind ganz verdorben.
    Ihr Vater wird sie schlagen, wenn sie kein Geld nach Hause bringt, und darum weint sie. Sie hat nicht Strümpfe noch Schuhe, und ihr Köpfchen ist bloß. Reiß mein anderes Auge aus und gib es ihr, und ihr Vater wird sie nicht schlagen.« »Ich will diese eine Nacht noch bei dir bleiben«, sagte die Schwalbe, »aber ich kann dir das Auge nicht ausreißen. Du wärest dann ja ganz blind.«
    »Schwalbe, Schwalbe, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »tu, wie ich dich heiße.«
    Da riß sie des Prinzen anderes Auge aus und stieß damit hinab auf den Platz. Sie schwirrte an dem Streichholzmädchen vorbei und ließ das Juwel in ihre Hand gleiten. »Was für ein hübsches Stückchen Glas!« rief die Kleine; und lachend lief sie heim.
    Dann kam die Schwalbe zurück zu dem Prinzen. »Du bist nun blind«, sagte sie, »so will ich immerdar bei dir bleiben.«
    »Nein, kleine Schwalbe«, sagte der arme Prinz, »du musst nach Ägypten reisen.«
    »Ich will immerdar bei dir bleiben«, sagte die Schwalbe, und zu Füßen des Prinzen schlief sie ein.
    Den ganzen folgenden Tag saß sie auf des Prinzen Schulter und erzählte ihm von allerlei Seltsamem, das sie in fremden Landen geschaut hatte. Sie erzählte ihm von den roten Ibissen, die in langen Reihen an den Ufern des Niles stehen und mit ihren Schnäbeln Goldfische fangen; von der Sphinx, die so alt ist wie die Welt und in der Wüste lebt und jedes Ding weiß; von den Kaufleuten, die gemessenen Schrittes zur Seite ihrer Kamele gehen und Rosenkränze aus Bernstein in den Händen tragen; von dem König der Mondberge, der schwarz ist wie Ebenholz und einen riesigen Kristall anbetet; von der großen grünen Schlange, die in einem Palmbaum schläft und zwanzig Priester um sich hat, ihr zu dienen und sie mit Honigkuchen zu füttern; und von den Pygmäen, die über einen großen See auf flachen breiten Blättern segeln und allzeit im Krieg liegen mit den Schmetterlingen.
    »Liebe kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »du erzählst mir von wundersamen Dingen, aber wundersamer als alles in der Welt ist das Menschenleid. Kein Wunder ist so tief wie die Wunden des Elends. Flieg über meine Stadt, kleine Schwalbe, und erzähl mir, was du dort siehst.«
    So flog die kleine Schwalbe über die große Stadt und sah, wie sich's die Reichen in ihren schönen Häusern wohl sein ließen, indes die Bettler draußen an den Toren saßen. Sie flog in dunkle Gassen und sah die weißen Gesichter hungernder Kinder, die unfroh auf die düsteren Straßen blickten. Unter einem Brückenbogen lagen zwei kleine Jungen, einer in des andern Arm geschmiegt, um sich zu wärmen. »Wir haben solchen Hunger!« sagten sie. »Ihr dürft hier nicht liegen!« brüllte der Wächter, und sie gingen hinaus in den Regen.
    Da flog die Schwalbe zurück und erzählte dem Prinzen, was sie gesehen hatte.
    »Ich bin mit feinem Golde bedeckt«, sagte der Prinz, »das sollst du abheben, Blatt um Blatt, und meinen Armen geben; die Lebenden meinen, dass Gold sie glücklich machen könne.« Blatt für Blatt des feinen Goldes pickte die Schwalbe ab, bis der glückliche Prinz ganz stumpf und grau aussah. Blatt für Blatt des feinen Goldes brachte sie den Armen, und die Wangen der Kinder erblühten, und sie lachten und spielten ihre Spiele auf den Straßen. »Nun haben wir Brot!« riefen sie.
    Dann kam der Schnee, und nach dem Schnee kam der Frost. Die Straßen sahen aus, als wären sie aus Silber geschmiedet, so hell glitzerten sie; lange Eiszapfen, kristallenen Dolchen gleich, hingen von den Dächern der Häuser, alle Welt ging in Pelzen einher, und die kleinen Jungen trugen rote Wollkappen und liefen Schlittschuh auf dem Eise.
    Die arme kleine Schwalbe fror und fror immer ärger, aber sie wollte den Prinzen nicht verlassen, dazu hatte sie ihn zu lieb. Sie pickte Krumen vor der Tür des Bäckers auf, wenn der Bäcker nicht hinsah, und suchte sich zu wärmen, indem sie mit den Flügeln schlug.
    Endlich aber erkannte sie, dass sie sterben müsse. Sie hatte gerade noch Kraft genug, sich noch einmal auf des Prinzen Schulter zu schwingen. »Leb wohl, lieber Prinz!« sagte sie leise, »darf ich deine Hand küssen?«
    »Ich freue mich, dass du endlich nach Ägypten reisest, kleine Schwalbe«, sagte der Prinz, »du bist schon viel zu lange hiergeblieben; aber du musst mich auf die Lippen küssen, denn ich liebe dich.«
    »Nicht nach Ägypten reise ich«, sagte die Schwalbe, »ich reise zum Haus des Todes. Der Tod ist der Bruder des Schlafes, ist's nicht so?«
    Und sie küsste den glücklichen Prinzen auf die Lippen und fiel tot zu seinen Füßen nieder.
    In diesem Augenblick tönte aus dem Innern des Standbildes ein seltsames Knacken, als ob etwas zerbrochen wäre. Und wirklich, das bleierne Herz war mitten entzweigesprungen. Es war ja auch eine grimmig kalte Nacht.
    Früh am nächsten Morgen ging der Bürgermeister mit den Ratsherren unten über den Platz. Als sie an der Säule vorbeikamen, blickte er hinauf zu dem Standbild. »Ach, du liebe Zeit! Wie armselig der glückliche Prinz aussieht!« sagte er. »Gewiss, wie armselig!« riefen die Ratsherren, die stets einer Meinung mit dem Bürgermeister waren; und sie stiegen hinauf, um den Schaden von der Nähe zu besehen.
    »Der Rubin ist aus seinem Schwert gefallen, die Augen sind weg, und er ist gar nicht mehr golden«, sagte der Bürgermeister. »Er sieht buchstäblich kaum besser aus als ein Bettler.«
    »Kaum besser als ein Bettler«, sagten die Ratsherren. »Und hier liegt wahrhaftig ein toter Vogel vor seinen Füßen!« fuhr der Bürgermeister fort. »Wir müssen tatsächlich eine Verordnung erlassen, dass es Vögeln verboten ist, hier zu sterben.« Und der Stadtschreiber notierte sich diesen Hinweis. Also wurde das Standbild des glücklichen Prinzen herabgeholt. »Da er nicht mehr schön ist, ist er nicht mehr nützlich«, sagte der Kunstprofessor der Universität.
    Darauf schmolzen sie das Standbild in einem Schmelzofen, und der Bürgermeister hielt eine Sitzung mit dem Stadtrat ab, um zu entscheiden, was mit dem Metall geschehen solle. »Wir
    müssen selbstverständlich ein neues Standbild haben«, sagte er, »und das soll mein eigenes Standbild sein.« »Mein eigenes«, sagte jeder der Ratsherren, und sie zankten sich und stritten. Als ich zuletzt von ihnen hörte, stritten sie sich noch immer.
    »Ist das aber merkwürdig!« sagte der Werkmeister in der Schmelzhütte. »Dieses zerbrochene Herz will im Ofen nicht schmelzen. Wir müssen es wegwerfen.« So warfen sie es auf einen Kehrichthaufen, auf dem auch die tote Schwalbe lag. »Bring mir die beiden kostbarsten Dinge dieser Stadt«, sagte Gott zu einem seiner Engel; und der Engel brachte ihm das bleierne Herz und den toten Vogel.
    »Du hast recht gewählt«, sagte Gott, »denn in meinem Paradiesgarten soll der kleine Vogel singen für und für, und in meiner goldenen Stadt soll der glückliche Prinz mich lobpreisen.«

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:15


    Interview mit Gott

    Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott.
    "Du möchtest also ein Gespräch mit mir?" fragte Gott.
    "Wenn Du die Zeit hast", sagte ich.
    Gott lächelte.
    "Meine Zeit ist die Ewigkeit"
    "Welche Fragen würdest Du mir gerne stellen?"
    "Was erstaunt Dich am meisten an den Menschen?"
    Gott antwortete.....
    "Dass sie der Kindheit überdrüssig werden.
    Sich beeilen, erwachsen zu werden, um sich dann danach zu sehen, wieder Kinder sein zu können."
    "Dass sie um Geld zu verdienen ihre Gesundheit auf's Spiel setzen und dann ihr Geld ausgeben um wieder gesund zu werden."
    "Dass sie durch die ängstlichen Blicke in ihre Zukunft das jetzt vergessen, so dass sie weder in der Gegenwart, noch in der Zukunft leben."
    "Dass sie leben, als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie nie gelebt."

    Gott nahm meine Hand und wir schwiegen gemeinsam eine Weile. Dann wollte ich wissen....

    "Was möchtest Du, dass Deine Kinder lernen?"
    Gott antwortete mit einem Lächeln.
    "Dass man niemanden veranlassen kann, jemanden zu lieben, sondern zulassen darf, geliebt zu werden."
    "Dass es nicht förderlich ist, sich mit anderen zu vergleichen."
    "Dass eine reiche Person nicht jemand ist, der/die das meiste hat, sondern vielleicht das wenigste braucht."
    "Dass es nur einige Sekunden braucht, einem Menschen tiefe Wunden zuzufügen, jedoch viele Jahre, diese wieder zu heilen."
    "Dass Vergebung durch gelebtes Vergeben geschieht."
    "Dass es Mensch gibt, die sie tief und innig lieben, jedoch nicht wissen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können."
    "Dass zwei Menschen dasselbe betrachten können und es unterschiedlich sehen."
    "Dass es manchmal nicht genug ist, Vergebung zu erhalten, sondern sich selbst zu vergeben,"

    "Und dass ich hier bin......immer."

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:19


    Mittagessen mit Gott


    Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte.
    Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war.

    Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise. Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

    Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

    Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an. Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor.

    Der kleine Junge war selig. Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola - aber sprachen kein Wort.

    Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen.

    Nach einigen Schritte hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

    Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln. Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: "Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?"
    Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und sie hat ein wundervolles Lächeln!"

    Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

    Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er ist viel jünger, als ich gedacht habe."

    (Autor unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:32


    Spuren im Sand

    Eines Nachts hatte ich einen Traum:
    Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
    Von dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
    Streiflichter gleich, Bilder aus meinem Leben.
    Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
    meine eigene und die meines Herrn.

    Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war,
    blickte ich zurück.
    Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges
    nur eine Spur zu sehen war.
    Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

    Besorgt fragte ich den Herrn:
    "Herr, als ich anfing, Dir nachzufolgen,
    da hast Du mir versprochen,
    auf allen meinen Wegen bei mir zu sein.
    Aber, jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
    nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
    Warum hast Du mich alleine gelassen,
    als ich Dich am meisten brauchte?
    Da antwortete er:
    "Mein liebes Kind",
    ich liebe Dich und werde Dich nie alleine lassen,
    erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort, wo Du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich Dich getragen".
    "Spuren im Sand" von: Margaret Fishback Powers
    Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers
    Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen.
    www.brunnen-verlag.de



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:34


    Vertrauen



    Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke. Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden: “Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?“ – „Aber gewiss“, antwortete der Gefragte fröhlich, und auch mehrere andere der Umstehenden stimmten der Frage sofort zu.
    “Würden Sie sich dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?“ fragte der Schausteller weiter.
    Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich. Nein, dazu hatten sie keinen Mut! Nein, das trauen sie sich und ihm nicht zu. Plötzlich meldete sich ein Junge. “Ich setze mich in die Karre“, rief er, kletterte hinauf und unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil. Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall.
    Einer aber fragte den Jungen: “Sag, hattest du keine Angst da oben?“
    “O nein“, lachte der, „es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!“

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:37


    Wer bist Du


    Eine Frau lag im Koma.

    Plötzlich schien es ihr, als sei sie schon tot, wäre im Himmel und stände nun vor einem Richterstuhl.

    "Wer bist du?" fragte eine Stimme.

    "Ich bin die Frau des Bürgermeisters" antwortete die Frau.

    "Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern, wer du bist."

    "Ich bin die Mutter von vier Kindern." war nun ihre Antwort.

    "Ich habe nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist."

    "Ich bin Lehrerin."

    "Ich habe auch nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist."

    "Ich bin Christin."

    "Ich habe nicht nach deiner Religion gefragt, sondern wer du bist."
    .
    Und so ging es immer weiter Alles, was die Frau erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage "Wer bist du?" zu sein.

    Irgendwann erwachte die Frau aus ihrem Koma und wurde wieder gesund. Sie beschloss nun herauszufinden, wer sie war.

    Und darin lag der ganze Unterschied.


    (nach Anthony de Mello, gefunden in:
    Gelassenwerden. - Herder, 1996)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:39


    Der Pfad der Weisheit



    Meine Mutter war eine gute Frau. Für mich war sie die weiseste Person auf der ganzen Welt. Also fragte ich sie eines Tages - ich war vielleicht sechs oder sieben -, wie ich so weise wie sie werden könne. Sie brach in Lachen aus und meinte, ich sei noch reichlich jung für eine solche Frage. Aber, sagte sie, da ich nun gefragt hätte, würde sie auch antworten.
    Das Leben ist wie ein Pfad, sagte sie und lächelte zu mir herunter, und wir müssen alle diesen Pfad entlangwandern.

    Wenn wir uns hinlegen, liegen wir sogar auf dem Pfad. Und jeden Morgen müssen wir aufstehen und unseren Weg auf diesem Pfad fortsetzen.

    Beim Gehen werden wir immer wieder Erfahrungen wie kleine Papierschnipsel vor uns liegen sehen. Wir müssen diese Papierschnipsel aufheben und in die Tasche stecken. Jedes Stück Papier, auf das wir stoßen, sollte in die Tasche gesteckt werden. Dann eines Tages können wir diese Stücke zusammensetzen, und wenn wir schon genügend davon haben, ergeben sie einen Sinn. Lies die Information und bewahre sie im Herzen. Dann stecke die Papierschnipsel wieder in die Tasche und gehe weiter, denn es werden noch mehr auf dem Weg liegen.

    Später kannst du sie dann wieder herausnehmen und vielleicht ein wenig mehr lernen. Wenn wir das unser ganzes Leben lang tun, wissen wir, zu welcher Zeit wir die Schnipsel herausnehmen und mehr der Botschaft lesen sollen. Je mehr wir lesen, desto mehr begreifen wir den Sinn des Lebens. Wir können weise werden - oder zumindest weiser als wir zuvor waren. Aber wenn wir nie diese Papierschnipsel aufheben und sie nie lesen, werden wir nie weiser werden. Das Leben wird uns immer ein Rätsel bleiben, und wir werden nie die Weisungen des Schöpfers erfahren. Doch vergiss eines nicht: selbst wenn wir alle diese Schnipsel aufheben, haben wir nicht ausgelernt. Niemand kennt alle Antworten....

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 29.07.2007, 23:41


    Du brauchst einen Freund



    Manchmal, wenn Du ganz tief unten bist,
    wenn die Einsamkeit über Dir zusammenschlägt....,
    dann brauchst Du einen Freund,
    der Dich bei der Hand nimmt und Dich ins Leben zurückführt.
    *
    Manchmal, wenn Du vor Tatendrang sprühst,
    wenn Du Dich im Trubel des Alltags verlierst...,
    dann brauchst Du einen Freund,
    der Dich zurückführt in die Stille und in das Schweigen.
    *
    Manchmal, wenn Du sehr krank bist,
    wenn Du glaubst, nicht mehr gesund
    zu werden...,
    dann brauchst du einen Freund,
    der Dir sagt, dass es ein Morgen gibt.
    *
    Manchmal, wenn Dir die Tränen im
    Halse stecken,
    wenn du daran zerbrichst, dass niemand
    Dich versteht...,
    dann braucht Du einen Freund,
    der seinen Arm um Dich legt und
    Dich weinen lässt.
    *
    Manchmal, wenn Du gerade
    Streit hattest,
    wenn Du noch sehr böse auf
    jemanden bist...,
    dann brauchst Du einen Freund,
    der Dir sagt, wie schön
    verzeihen sein kann.
    *
    Manchmal, wenn Du vor Freude hüpfst,
    wenn Du die ganze Welt vor Glück
    umarmen willst...,
    dann brauchst Du einen Freund,

    der Deine Freude wiederspiegelt und mit
    Dir lachen kann.
    *
    Manchmal, wenn Du fragst und fragst,
    wenn Du keine Antwort findest
    auf der Suche nach dem Sinn...,
    dann brauchst Du einen Freund,
    der Dir den Weg zeigt und Dir
    Glauben schenkt.
    *
    Manchmal, wenn Du alleine
    sein willst,
    wenn Dir Ruhe und Stille wichtig sind,
    um Dich zu finden...,
    dann brauchst du einen Freund,
    der sich nicht aufdrängt und
    geduldig wartet.
    *
    Manchmal... nein,
    immer brauchst Du einen Freund,
    der Dich annimmt, wie Du bist,
    vor dem Du Dein Leben ohne

    Maske
    leben darfst.
    *
    Aber vergiss nicht:
    Der einzige Weg einen Freund zu haben ist;
    selbst einer zu sein.

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    Anonymous - 29.07.2007, 23:45


    boarr das gedicht iss wunder schön wie auch deine anderen texte leider bin ich ein schlechter leser aber das gedicht habe ich ganz geschafft :)

    :applaus :applaus :applaus :applaus :applaus :applaus



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:48


    Michi, die sind nicht von mir... Die sind alle ausm Internet gezogen...



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:49


    Ein Platz am Fenster...



    Zwei Männer, beide schwer krank, lagen in einem gemeinsamen Krankenzimmer. Der eine durfte sich jeden Tag in seinem Bett eine Stunde lang aufsetzen, um die Flüssigkeit aus seiner Lunge zu entleeren. Sein Bett stand direkt am Fenster. Der andere Mann musste den ganzen Tag flach auf seinem Rücken liegen.
    Die Männer plauderten Stunden lang, ohne Ende. Sie sprachen über ihre Frauen, ihre Familien, ihre Berufe, was sie während des Militärdienstes gemacht hatten und wo sie in ihren Ferien waren.

    Jeden Nachmittag, wenn der Mann in dem Bett beim Fenster sich aufsetzen durfte, verbrachte er seine Zeit indem er dem Zimmerkameraden alle Dinge beschrieb, die er außerhalb des Fensters sehen konnte. Der Mann in dem anderen Bett begann geradezu, für diese Ein-Stunden-Intervalle zu leben, in denen seine Welt erweitert und belebt wurde durch Vorgänge und Farben der Welt da draußen!

    Das Fenster überblickte einen Park mit einem reizvollen See. Enten und Schwäne spielten auf dem Wasser und Kinder ließen ihre Modellbote segeln. Junge Verliebte spazierten Arm in Arm zwischen den Blumen aller Farben und eine tolle Silhouette der Stadt war in der Ferne zu sehen. Als der Mann am Fenster all diese Dinge in wunderbaren Einzelheiten schilderte, schloss der Mann auf der anderen Seite des Zimmers seine Augen und stellte sich das malerische Bild vor.

    An einem warmen Nachmittag beschrieb der Mann am Fenster eine Parade einer Blaskapelle, die gerade vorbeimarschierte. Obwohl der andere Mann die Kapelle nicht hören konnte, konnte er sie richtiggehend sehen - mit seinem geistigen Auge, da der Mann am Fenster sie mit solch eindrucksvollen Worten beschrieb.

    Tage und Wochen vergingen. Eines Morgens, als die Schwester gerade kam, um die beiden Männer zu waschen, fand sie den Mann am Fenster leblos vor - er war friedlich im Schlaf gestorben. Sie war traurig und holte den Spitalsdiener, damit er den Toten wegbringen würde.

    Sobald es passend erschien, fragte der andere Mann, ob er jetzt in das Bett am Fenster wechseln könnte. Die Schwester erlaubte das gerne und sobald er bequem schien, ließ sie ihn allein. Langsam und schmerzvoll stützte er sich mühevoll auf seinen Ellbogen um einen ersten Blick auf die Welt da draußen zu werfen. Er strengte sich an und drehte sich zur Seite um aus dem Fenster neben dem Bett zu sehen. Gegenüber dem Fenster war eine nackte Wand. Der Mann rief die Schwester und fragte sie, was seinen Zimmerkameraden dazu bewegt haben könnte, so wunderbare Dinge außerhalb des Fensters zu beschreiben?

    Die Schwester antwortete, dass der Mann blind war und nicht einmal die Wand gegenüber sehen konnte. Sie sagte: "Vielleicht wollte er sie aufmuntern."

    Nachwort: Man kann großes Glück fühlen, wenn man andere glücklich macht, sogar wenn es einem selber nicht gut geht. Geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteiltes Glück wird verdoppelt! Wenn du dich gut fühlen willst, dann zähle alle Dinge, die du hast, die du nicht kaufen kannst. Jeder Tag ist ein Geschenk, deswegen nennt man die Gegenwart auch "Präsent".

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:56


    Das Vater unser mal anders



    "Vater unser, der du bist im Himmel..."

    "Ja?"

    "Unterbricht mich nicht, ich bete."

    "Aber du hast mich doch angesprochen!"

    "Ich dich angesprochen? äh... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser, der du bist im Himmel."

    "Da, schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also, worum geht's"

    "Geheiligt werde dein Name..."

    "Meinst du das ernst?"

    "Was soll ich ernst meinen?"

    "Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?"

    "Es bedeutet... es bedeutet... meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet! Woher soll ich das wissen?"

    "Es heißt, dass du mich ehren willst, dass ich dir einzigartig wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist."

    "Aha. Hm. Ja, das verstehe ich. Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden..."

    "Tust du was dafür?"

    "Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, ich zahle Gemeindebeitrag und Missionsopfer."

    "Ich will mehr: dass dein Leben in Ordnung kommt, dass deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden; dass du von anderen her und für andere denken lernst; dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch dein Vermieter und dein Chef. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden; denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich."

    "Warum hältst du das ausgerechnet mir vor? Was meinst du, wie viele stinkreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau die doch an!"

    "Entschuldige! Ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du ein Botschafter meines Reiches sein."

    "Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiterbeten? Unser tägliches Brot gib uns heute..."

    "Du hast übergewicht, Mann! Deine bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen."

    "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..."

    "Und Heinz?"

    "Heinz? Jetzt fang auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert hat, dass er mir jedes Mal dermaßen arrogant gegenübertritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen äußert. Und das weiß er auch! Er nimmt mich als Mitarbeiter nicht ernst, er tanzt mir auf dem Kopf herum, dieser Typ..."

    "Ich weiß, ich weiß. Und dein Gebet?"

    "Ich meinte es nicht so."

    "Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit soviel Bitterkeit und Abneigung im Bauch herumzulaufen?"

    "Es macht mich krank!"

    "Ich will dich heilen. Vergib Heinz, und ich vergebe dir. Dann ist Arroganz und Hass Heinz Sünde und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld; ganz sicher verlierst du ein Stück Image, aber es wird dir Frieden ins Herz bringen."

    "Hm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann."

    "Ich helfe dir dabei."

    "Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen..."

    "Nichts lieber als das! Meide bitte Personen oder Situationen, durch die du versucht wirst."

    "Wie meinst du das?"

    "Du kennst doch deine schwachen Punkte. Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chancen!"

    "Ich glaube, dies ist das schwierigste Vaterunser, das ich je betete. Aber es hat zum ersten Mal etwas mit meinem alltäglichen Leben zu tun."

    "Schön! Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende."

    "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."

    "Weißt du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen, mich ernst zu nehmen, echt zu beten, mir nachzufolgen und dann das tun, was mein Wille ist; wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letztlich selbst glücklich macht."

    (Autor unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:57


    ZWEI REISENDE ENGEL



    Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden

    Familie zu verbringen.

    Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des

    Haupthauses auszuruhen.

    Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.

    Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in

    der Wand und reparierte es.

    Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel:

    "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

    In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber

    gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.

    Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie

    die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen.

    Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den

    Bauern und seine Frau in Tränen.

    Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

    Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe

    geschehen lassen können?

    Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du Ihm, meinte er anklagend.

    Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben.

    "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.

    "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem

    Loch in der Wand steckte.

    Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht

    teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.

    Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des

    Todes, um seine Frau zu holen.

    Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

    Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

    Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das

    entpuppen, was sie sollten.

    Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis

    zu deinem Vorteil ist.

    Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...


    (Autor unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:58


    Der Unterschied


    Ein Mann traf ein kleines Mädchen, das am Strand auf und ab lief. Der Sturm hatte über Nacht mit den tosenden Wellen tausende von Seesternen ans Ufer getrieben. Da lagen sie, auf dem schwarzen Kies.

    Das Mädchen hob immer wieder welche auf und warf sie zurück ins Meer.
    Der Mann fragte sie: "Warum tust du das? Du wirst damit nie fertig werden. Hier liegen tausende von Seesternen herum. Sie werden sterben. Und es macht doch sowieso keinen Unterschied."



    "Vielleicht stimmt das, was du sagst", antwortete das Mädchen. "Aber für diesen einen macht es einen Unterschied."

    nacherzählt aus einem durchaus sehenswerten Film:
    "Der Guru", US-Komödie 1998 mit Eddie Murphy und Jeff Gold



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 09:59


    Sag nicht Vater


    Sag nicht VATER, wenn du dich nicht jeden Tag wie ein Sohn benimmst!
    Sag nicht UNSER, wenn du nur an dich selbst denkst!
    Sag nicht IM HIMMEL, wenn du nur an Erdendinge denkst!
    Sag nicht GEHEILIGT WERDE DEIN NAME, wenn du ihn nicht lobpreist!
    Sag nicht DEIN REICH KOMME, wenn du es mit persönlichem Erfolg verwechselst!
    Sag nicht DEIN WILLE GESCHEHE, wenn du nicht auch Leiden annimmst!
    Sag nicht GIB UNS UNSER TÄGLICHES BROT, wenn du nicht mit anderen teilst!
    Sag nicht VERGIB UNS UNSERE SCHULD, wenn du mit anderen streitest!
    Sag nicht FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, wenn du deine guten Vorsätze nicht ausführst!
    Sag nicht ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN, wenn du nicht für das Gute eintrittst.
    Sag nicht AMEN, wenn du die Worte dieses Gebetes nicht ernst nimmst!

    Alex Angoti



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:00


    Gottes eingreifen


    Ein Pfarrer ist auf Wanderschaft in einer abgelegenen Sumpflandschaft, als er vom Weg abkommt und im Morast stecken bleibt. Schnell versucht er wieder auf den Weg zu kommen, doch er schafft es nicht alleine. Als er bereits bis zu den Knien im Schlamm steckt, ruft er verzweifelt zu Gott um Hilfe. Da kommt plötzlich ein Wanderer des Weges und sieht den armen Pfarrer im Sumpf stecken. Sofort will er ihm helfen und aus dem Schlamm ziehen. Doch der Pfarrer wehrt ab; "Nein, ich brauche ihre Hilfe nicht. Gott wird mir schon helfen."
    Als der Pfarrer bereits bis zu den Hüften im Morast steckt, schreit er noch lauter zu Gott, dass er ihm doch helfen soll. Da kommt ein Reiter auf einem Pferd an ihm vorbei. Ganz betroffen sieht der Reiter den Mann im Schlamm stecken. Auch er bietet ihm seine Hilfe an, doch der Pfarrer beharrt darauf, dass Gott ihn aus seiner Situation befreien wird und lehnt die Hilfe ab.
    Als der Pfarrer nun bis zum Hals im Schlamm steckt, ist er bereits heiser vom vielen Schreien. Immer wieder erinnert er Gott an seine Verheißungen, dass er ihn nie verlassen wird und bittet ihn um sein übernatürliches Eingreifen, damit er nicht sterben muss. Da hält neben ihm ein alter grüner Wagen an und ein ältere Herr steigt aus dem Auto. Er probiert den Pfarrer aus dem Sumpf zu ziehen, doch der schüttelt nur mit seinem Kopf. Er braucht keine Menschliche Hilfe, da er doch auf Gott vertraut.
    Als der Pfarrer vor Gott steht, fragt er Gott, warum Er ihn nicht retten wollte. Doch Gott antwortete ihm nur; "Ich habe dir dreimal jemanden vorbei geschickt, der dich aus dem Schlamm ziehen sollte, doch du hast jedes Mal die Hilfe abgelehnt."

    Wir sollten unsere Augen öffnen und schauen wie Gott handelt.

    Verfasser unbekannt



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:01


    Die richtige Wahl



    Ein Segelschiff geriet in einen heftigen Sturm. Der Mast knickte wie ein Streichholz entzwei. Das Steuerruder zerbrach. Schiff und Mannschaft trieben hilflos auf die Klippen einer kleinen Insel zu. Das Schiff zerbarst an einem Felsen, aber die Mannschaft konnte sich retten. Die Lebensmittelvorräte konnten die Männer mit auf die kleine, einsame Insel bringen, darunter auch einen Sack Weizen.

    Notdürftig rodeten die Männer ein Stückchen Land, um einen Teil des Weizens auszusäen, damit sie überleben konnten. Als sie die Erde umgruben, fanden sie einen Goldschatz. Das Saatgut war vergessen. Alle gruben wie bessesen nach dem Gold. Sie waren reich und wohlhabend. Erst als die Lebensmittel aufgebraucht waren, merkten sie, dass sie von dem Gold nicht leben konnten. Angesichts ihres Todes erkannten sie die Wertlosigkeit des Reichtums und den Fluch ihrer Begierde.
    Die Insel ist die Welt. Das Saatgut ist Gottes Wort. Die Schiffbrüchigen sind wir. Uns locken Reichtum und Habsucht mehr als Gottes Heil. So müssen wir entdecken, dass man von Gold und Reichtum nicht überleben kann.


    Verfasser unbekannt


    «Denn was gewinnt ein Mensch, selbst wenn ihm die ganze Welt zufällt und er dabei das ewige Leben verliert?»
    (Matthäus 16,26)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:02


    Der wirkliche Reichtum



    Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Zimmer mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bett mehr, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stück Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiger Mensch geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf Gott hinaus.

    Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: «Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.» Das Mädchen reichte ihm das ganze Stück Brot und sagte: «Gott segne dir's», und ging weiter.
    Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: «Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.» Da nahm das Mädchen seine Mütze ab und gab sie ihm.
    Und als das Mädchen noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte keinen Pullover an und fror: da gab es ihm seinen; und noch weiter, da bat ein Kind um einen Rock, den gab es auch von sich hin.
    Endlich gelangte das Mädchen in einen Wald, und es war schon dunkel geworden. Da kam noch ein Kind und bat um ein Hemd, und das Mädchen dachte: 'Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben', und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie das Mädchen so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter silberne Taler. Und ob das Mädchen gleich sein Hemd weggegeben hatte, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es die Taler hinein und reich für sein Lebtag.

    (Brüder Grimm)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:03


    Der entscheidende Faden




    Es war einmal eine Spinne. Sie lebte in ihrem Netz herrlich und in Freuden. Alles war gut, bis sie einer Einladung zu einem gelehrten Vortrag bei einer Spinnenversammlung folgte. Aufmerksam hörte sie zu, bis der Redner sagte: "Die Welt ist anders geworden. Ihr müßt euch anpassen und mit Altem aufhören. Und vor allen Dingen müßt ihr rationalisieren!"

    Der Vorwurf, rückständig zu sein, machte die Spinne unruhig. Als sie nach Hause kam, sah sie sich sofort ihr ganzes Netz an. Aber kein Faden war überflüssig. Jeder schien für ihre Arbeit dringend notwendig. Sie entdeckte kein Loch im Netz. Die Spinne war ganz verzweifelt und wurde vor Angst fast krank. Schließlich aber fand sie einen Faden, der gerade nach oben lief. In diesem Faden hatte sich noch nie eine Fliege gefangen. Er war also unrationell. Weg damit! Die Spinne biß den scheinbar unnützen Faden ab - und das Netz fiel in sich zusammen. Es war der Faden, an dem das ganze Netz aufgehängt war.

    Haben Menschen uns nicht auch schon erzählt: "Ohne Gott geht alles besser". "Wir brauchen Gott nicht!"? Aber von diesem Faden hängt alles ab. Ohne ihn fällt unser Leben zusammen.

    Verfasser unbekannt



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:04


    Geliebt und unantastbar


    «Als ich zehn Jahre alt war, hatten wir in unserer Klasse einen Jungen, den wir gar nicht leiden mochten. Er war ein Streber, ein Angeber und Versager bei unseren heftigen Prügeleien. Eines Tages hatten wir - grausam und bedenkenlos, wie Kinder sind - beschlossen, ihm zu seiner Abhärtung eine Tracht Klassenhiebe zu verpassen. Als wir an dem betreffenden Morgen vor dem Schultor auf Einlass warteten, sahen wir, wie der Vater mit dem Jungen kam.

    Beide hatten an diesem Morgen offenbar den gleichen Weg. Der Vater war einer der angesehensten Männer meiner Heimatstadt, und auch wir Jungen hatten grossen Respekt vor ihm. Vor dem Schultor verabschiedeten sich beide voneinander. Der Vater streichelte die Wange des Jungen, strich ihm liebevoll über die Haare, sagte ihm gute Worte und drehte sich dann winkend noch mehrmals nach dem Jungen um. Bei uns, die wir das beobachteten, trat eine eigentümliche Wirkung ein. Die geplanten Klassenhiebe unterblieben. Sicher nicht aus Angst vor dem Vater. Aber uns überkam eine merkwürdige Scheu, die uns bremste. Der Junge wurde von diesem Vater so geliebt. Da konnten wir uns nicht an ihm vergreifen. -
    Damals habe ich zum ersten Mal die Macht der Liebe erkannt und geahnt, was Gott mit dem Gebot der Liebe gemeint hat. Der letzte Grund dafür, dass wir unsere Mitmenschen lieben sollen, dass wir uns nicht an ihnen vergreifen, sie hindern oder ausnützen dürfen, ist, dass Gott sie liebt. Die Liebe Gottes zu den Menschen macht sie für unseren Hass unantastbar. Man würde sich an Gott selbst vergreifen, wollte man seinen Menschen schaden. Wir sind von Gott geliebt. Darum sind wir unantastbar. Von Gott Geliebte stehen auch unter seinem Schutz.»

    (Helmut Thielicke)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:06


    Gott kommt zu besuch



    Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. „Zu mir?" schrie er. „In mein Haus?" Er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er kletterte zum Estrich hinauf, er stieg in den Keller hinunter. Er sah sein Haus mit anderen Augen. „Unmöglich!", schrie er. „In diesem Dreckstall kann man keinen Besuch empfangen. Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen."
    Er riss Fenster und Türen auf. „Brüder! Freunde!", rief er. „Helft mir aufräumen - irgendeiner! Aber schnell!" Er begann, sein Haus zu putzen. Durch dicke Staubwolken sah er, dass ihm einer zu Hilfe gekommen war. Sie schleppten das Gerümpel vors Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Treppen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken und Enden. „Das schaffen wir nie!", schnaufte der Mann. „Das schaffen wir", sagte der andere. Sie plagten sich den ganzen Tag. Als es Abend geworden war, gingen sie in die Küche und deckten den Tisch. „So", sagte der Mann, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. „Wo er nur bleibt?" „Aber ich bin ja da", sagte der andere und setzte sich an den Tisch.
    „Komm, und iss mit mir."

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:07


    Die wirklich wichtigen Dinge im Leben



    Wenn die Dinge in deinem Leben immer schwieriger werden, wenn 24 Stunden am Tag nicht genug sind, erinnere dich an den "Blumentopf und das Bier".

    Ein Professor stand vor seiner Philosophie-Klasse und hatte einige Gegenstände vor sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen sehr großen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei.

    Sie bejahten es.
    Dann nahm der Professor ein Behältnis mit Kieselsteinen und schüttete diese In den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.

    Sie stimmten zu.
    Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei.


    Die Studenten antworteten einstimmig "ja".
    Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor und schüttete. Den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus.

    Die Studenten lachten.
    "Nun", sagte der Professor, als das Lachen langsam nachließ, "Ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben
    alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch erfüllend wäre."

    "Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten. Falls Sie Den Sand zuerst in den Topf geben", fuhr der Professor fort, "hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die
    Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche Ihr Glück gefährden.

    Spielen Sie mit den Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische Untersuchung. Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch Zeit bleiben um das Haus zu reinigen oder Pflichten zu erledigen."

    "Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand." Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte: "Ich bin froh, dass Sie
    das fragen. Es ist dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei Bierchen."

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:08


    Stärke und Schwäche


    Manchmal kann unsere größte Schwäche auch unsere größte Stärke sein. So war es bei jenem Jungen, der im Alter von 10 Jahren beschloss, Judo zu lernen obwohl er bei einem Verkehrsunfall seinen linken Arm verloren hatte.
    Der Junge nahm Judo-Unterricht bei einem Judo-Meister. Er lernte schnell, verstand aber nicht, warum ihm der Meister nach 3 Monaten nur einen einzigen Griff beigebracht hatte.
    "Meister", sagte er, "sollte ich nicht mehr Griffe lernen?"
    Der Meister antwortete: "Das ist der einzige Griff, den du kennen musst". Der Junge verstand den Meister nicht, aber er trainierte diesen einen Griff weiter.
    Monate später nahm der Junge das erste Mal an einem Turnier teil. Zu seinem Erstaunen gewann er die ersten beiden Kämpfe ohne große Mühe. Beim dritten Kampf hatte er etwas mehr Mühe, aber schließlich gewann er auch diesen mit seinem einzigen Griff, den er kannte. Er hatte es bis in die Endrunde geschafft.
    Hier traf er auf einen Gegner, der sehr viel größer, stärker und erfahrener war als er. Zunächst schien es, als habe er keine Chance. Der Schiedsrichter hatte sogar Angst, dass sich der Junge verletzen könnte und wollte den Kampf absagen. Der Meister aber beharrte darauf, dass der Junge weiterkämpfen sollte.
    Kurz nach Wiederaufnahme des Kampfes machte der Gegner einen Fehler, den der Junge nutzte, um seinen Griff anzubringen. Der Junge gewann das Turnier.
    Auf dem Nachhauseweg gingen der Meister und der Junge nochmals alle Kämpfe durch und analysierten sie. Der Junge nahm all seinen Mut zusammen und fragte den Meister:
    "Meister, wie konnte ich das Turnier nur mit einem einzigen Griff gewinnen?"
    "Aus 2 Gründen" antwortete der Meister. "Erstens beherrscht du einen der schwierigsten Würfe des Judo meisterhaft. Und zweitens besteht die einzige Verteidigung gegen diesen Griff darin, dass dein Gegner deinen linken Arm fassen kann."
    Die größte Schwäche des Jungen war zugleich
    seine größte Stärke.
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:10


    Eine Engelsgeschichte



    Es war einmal ein kleiner Engel im Himmel, der die Menschen mit solcher Nähe und Zärtlichkeit begleitete, dass er den unwiderstehlichen Wunsch empfand, nicht nur mit seinem Flügeln über die Erde zu schweben und schützend die Menschen zu achten, sondern er wollte selbst auf ihren Strassen gehen, einer von ihnen werden.

    Eines Tages sah er auf der Erde eine eben erblühte Mohnblume. Da schien dem kleinen Engel, als habe er im Himmel noch nie ein solches Rot empfunden und seine Sehnsucht, zur Erde zu gehören, wuchs.

    So trat er vor Gottes Angesicht und bat: “Lass mich auf die Erde, lass mich ein Mensch unter Menschen werden.“

    Da trat ein erhabener, weiser Engel dazu und sagte: „ Weißt du auch, dass es auf der Erde nicht nur Sonne und Blumen gibt? Es gibt Stürme und Unwetter und allerlei Ungemütliches.“ „Ja“, erwiderte der kleine Engel,“ das weiß ich. „Doch sah ich auch einen Menschen, der hatte die Kraft, einen großen Schirm aufzuspannen, so dass zwei Menschen darunter Platz hatten.“ Es schien mir, den Beiden könnte kein Unwetter etwas anhaben.“

    Da lächelte Gott dem kleinen Engel zu.

    Die Zeit verging, und eines Tages erschien der kleine Engel wieder vor Gottes Angesicht und sprach.
    „ Ich habe mir noch mehr angesehen von der Welt. Es zieht mich mehr und mehr hinunter.“

    Da trat der erhabene, weise Engel wieder hinzu und entgegnete: „Weißt du auch, dass es Nebel und Frost und eine Menge verschiedene Arten von Glatteis gibt auf der Welt?“

    Da antwortete der kleine Engel: „ ja ich weiß um manche Gefahren, doch sah ich auch Menschen, die teilten ihre warmen Mäntel. Und andere Menschen, die gingen bei Glatteis Arm in Arm.“

    Da lächelte Gott dem kleinen Engel erneut zu.

    Als wieder einige Zeit vergangen war, trat der kleine Engel zum dritten mal vor Gottes Angesicht und bat: „Lass mich ein Mensch werden. So rot blüht der Mohn auf der Erde. Mein Herz ist voll Sehnsucht, etwas zu diesem Blühen beizutragen.“

    Da trat der erhabene, weise Engel ganz nah zu dem kleinen Engel und fragte mit ernster Stimme: „Hast du wirklich genug hingesehen, das Leid und das Elend geschaut, die Tränen und Ängste, die Krankheiten, Sünde und den Tod geschaut“

    Mit fester Stimme erwiderte der kleine Engel: „Wohl habe ich auch das Düstere, Traurige und Schreckliche gesehen. Doch ich sah auch einen Menschen der trocknete einem anderen die Tränen, der vergab einem Schuldigen und der reichte einem Sterbenden die Hand. Ich sah eine Mutter, die wiegte ihr krankes, ausgemergeltes Kind durch viele Nächte und wurde nicht müde, die alte leise Melodie der Hoffnung zu summen. Solch ein Mensch möchte ich werden.“

    Da trat der erhabene, weise Engel zurück und Gott schenkte dem kleinen Engel seinen Segen und gab ihm viel Himmelslicht mit auf die lange Reise.

    Bevor der kleine Engel zur Erde niederstieg, nahm ihm der erhabene, weise Engel einen Flügel ab und der andere Flügel wurde unsichtbar. Da fragte der kleine Engel: „Mein Gott, wie soll ich vorwärts kommen und wie zurück finden ohne Flügel?“

    „Das herauszufinden wird deine Lebensaufgabe sein“, hörte er Gottes Stimme zärtlich sagen.

    In dieser Nacht kam ein kleines Kind zur Welt. Seine Mutter, noch vor Schmerz und Anstrengung betäubt, nahm das Kind in die Arme, sah das Himmelslicht wie einen Lockenkranz um das Köpfchen des Kindes leuchten und flüsterte: „ Sei willkommen unter uns, mein kleiner Engel.“

    Noch lange sah man das Himmelslicht um das Kind. Doch wie das Leben so ist, es beschmutzt auch die reinsten und hellsten Lichter. All die vielen Einflüsse, die Härte und der Kampf taten ein übriges. Bald sah niemand mehr, dass der Mensch himmlisches Licht in sich trug.

    Zwar machte sich der unsichtbare Flügel hier und da bemerkbar, doch was bei dem Kind als träumerischer, schwebender Schritt wahrgenommen wurde, das wirkte bei dem Heranwachsenden eher als unsicheres Schwanken und dann beim Erwachsenen dann nur noch als Hinken und Stolpern.

    Je länger der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, auf den staubigen und steinigen Wegen des Lebens ging, die mühsamen Treppen bestieg, die steil abfallenden dornigen Hänge hinunter strauchelte, desto mehr hatte er vergessen, woher er kam und weshalb er hier wanderte. Einzig die große Liebe zu den kleinen roten Mohnblumen, die an Wegrändern und Magerwiesen blühten, war ihm geblieben.

    Viel Leidvolles begegnete dem Menschen auf seinem Lebensweg. Zwar konnte er manchmal eine Träne trocknen, zwar reichte er ab und zu einem schwankenden Mitmenschen die Hand, zwar brach er zuweilen sein Brot mit einem Hungernden, doch die meisten Rätsel blieben und er merkte mehr und mehr, wie wenig er tun konnte und wie vieles er unerledigt zurücklassen musste.

    Seine Kraft reicht nur für ganz wenig, und oft schien es ihm als bewirkte sein Leben nichts.

    Jeden Frühling aber blühte der Mohn an den Straßenrändern und erfreute des Menschen Herz. Nach einem besonders langen kalten Winter, in dem der Mensch kaum genug Wärme und Schutz, Raum und Nahrung, Freundschaft und Brot gefunden hatte, konnte er sich nur noch langsam und mühsam fortbewegen. Er musste viele Pausen machen und schlief vor Erschöpfung am Wegrand ein.

    Da erblickte er weit über sich auf einem unerreichbar hohen Felsen eine kleine Wiese voll roten Mohn.

    Der Mensch rieb sich die Augen. So rot, so rot erblühte der Mohn! Beim Anblick dieser Blumen wünschte er so sehr, dass er allen Menschen, denen er begegnete und allen Tieren, die um ihn waren, eine solche Blume und so ein klares, inniges Rot als Zeichen der Liebe schenken dürfe.

    Da bemerkte er neben sich einen Wanderer, genauso müde, genauso gezeichnet von der langen Strasse wie er. „Wohin schaust du so voller Sehnsucht und voller Wehmut?“ fragte dieser. „Dort auf die Mohnblüten. So müsste die Farbe unserer Liebe sein.“ „Weißt du denn nicht, wie schnell diese Art Blumen welken, wie wunderbar sie sind?“ kam die Frage des Wanderers. Der Mensch, der einst ein Engel gewesen war flüsterte: „Ich weiß um ihre Sterblichkeit.

    Trotzdem ist kein roteres Rot in der Welt und in meinem Herzen. „Diese Blumen sind wie die Liebe, mag das Äußere auch welken, ihr Rot bleibt in der Seele“: Da schauten sich die beiden Menschen ins Gesicht und erkannten den letzten Funken Himmelslicht in den Augen des Anderen. Sie sahen, woher sie kamen, wozu sie gewandert waren und wohin sie noch unterwegs waren.

    Und sie sahen an sich jeweils einen Flügel.

    Voller Freude umarmten sie sich. Da geschah das Wunder. Sie erreichten das Mohnfeld, gemeinsam konnten sie fliegen, denn...

    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel –
    Um Fliegen zu können müssen sie sich umarmen.

    Zu dieser Stunde sagte Gott im Himmel. „Du hast herausgefunden, wozu du unterwegs warst und ich dich aussandte. Dein Mohn blüht jetzt im Himmel, komm heim!“

    Verfasser unbekannt.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:11


    Das Zündholz und die Kerze


    "Halt!", rief die Kerze, als das Zündholz sie anstecken wollte, "wenn du mich anzündest, bin ich bald dahin!"
    "Es ist meine Aufgabe, dich anzuzünden, und es ist deine Bestimmung, zu leuchten und Wärme zu verbreiten", antwortete das Zündholz.
    "Aber das Brennen tut sehr weh, und wenn ich leuchte, schwinden meine Kräfte und meine Größe verliert sich", entgegnete die Kerze.
    "Du willst doch wohl nicht sinnlos überbleiben, den Menschen deines Hauses das Licht und die Freude verweigern und irgendwo kaltgestellt und unbeachtet bleiben. Und denke einmal an mich, mein Leben verlischt noch viel schneller, wenn ich dich anzünde, aber es ist meine einzige Aufgabe, und die will ich auch leben! Im Brennen findest du erst deine Schönheit und einen wunderbaren Glanz und dein Leben wird ja nicht vernichtet, nur verwandelt und vermehrt", warf das Zündholz ein.
    Die Kerze schaute sich im weihnachtlich geschmückten Zimmer um, besann sich einen Augenblick und sagte dann voller Erwartung: "Zünde mich bitte an!"

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:12


    Ein König hatte zwei Söhne ...


    Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger einsetzen. Er gab jedem der beiden Söhne fünf Silberstücke und sagte: «Geht und füllt die Halle unseres Schlosses. Was ihr für das Geld besorgt, um damit die Schlosshalle zu füllen, das ist eure Sache!»
    Da ging der älteste Sohn hin und brachte ausgedroschenes Zuckerrohr in die Halle und füllte sie damit bis oben hin. Bald darauf kam auch der Jüngere.
    Er liess all das Stroh aus der Halle entfernen, stellte mitten in die grosse Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte den Raum bis in den letzten Winkel. Da sagte der König zu ihm: «Du sollst mein Nachfolger sein. Denn du hast die Halle nicht mit nutzlosem Stroh gefüllt, sondern mit dem, was die Menschen brauchen, dem lebendigen Licht!» Jeden Tag dürfen wir uns vom Wertlosen zum Lebendigen umwenden. Immer wieder müssen wir uns vom Vergänglichen zum Bleibenden hinwenden. Das ganze Leben ist eine Verwandlung vom wertlosen Stroh zum lebendigen Licht.

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:14


    Die Geschichte von den drei kleinen Bäumen



    Es war einmal vor über 2000 Jahren in Galiläa. Da standen auf einem Hügel drei kleine Bäume und wiegten sich im Wind. Und neben Ihnen stand der große Mutterbaum, der über sie wachte. Jeder der drei kleinen Bäume hatte einen Lebenstraum.

    Der erste Baum sagte: "Wenn ich einmal groß bin, möchte ich etwas ganz besonderes werden. Ich möchte ein Bett für einen König sein. In einem riesigen Schlafzimmer stehen, mit Elfenbeineinlagen und weichen Daunendecken. Ja, dann wäre ich etwas ganz besonderes." "Was willst du einmal sein, wenn du groß bist?" fragte er den zweiten Baum.

    "Ich möchte etwas erleben. Ich möchte ein großes Schiff sein, dem der Wind in die Segeln bläst und das die ganzen Meere umsegelt. Ich möchte Menschen über das Wasser tragen und die große weite Welt sehen." "Und was ist dein Lebenstraum?" fragte er den dritten Baum.

    "Ich möchte mit meinem Wipfel auf Gott hinweisen." war die schlichte Antwort.

    Die Jahre vergingen, und die Bäume wuchsen. Jeder von ihnen wurde ein großer, stattlicher Baum. Eines Tages kamen Männer mit Äxten und besahen sich die Bäume.

    Der erste Baum erzitterte vor lauter Vorfreude. "Jetzt werde ich ein schönes Bett." dachte er sich, bevor ihn die Männer umhieben und ihn zu großen Klötzen verarbeiteten. Sie nahmen das Holz und bauten eine Krippe die in einem armseligen Stall stand. Da weinte der Baum und schluchzte: "Ein schönes Bett für einen König wollte ich sein, und nun bin ich eine Futterkrippe." Aber Gott, der seine kleinen Bäume liebte, sagte: "Paß gut auf, ich werde dir etwas zeigen." Und in diesem Moment ging die Stalltür auf, und ein junger Mann kam herein. Er hatte seine junge, hochschwangere Frau bei sich, die in diesem Stall ihr Kind gebar. Und da sie nicht wußte, wohin sie das Kind legen sollte, legte sie es in die Futterkrippe. Auf einmal ging die Türe auf, und drei wunderschön prächtige Könige kamen herein, knieten vor dem Kind nieder und huldigten ihm. Da freute sich der Baum, dass er es sein durfte, der einem kleinen Menschen Wärme geben durfte, und dass er derjenige sein durfte, der den Menschen beherbergte, dem sogar Könige huldigten. Und sein Lebenstraum hatte sich erfüllt.

    Und wieder gingen die Jahre ins Land, und die beiden anderen Bäume wuchsen und wuchsen. Da kamen eines Tages wieder die Männer, und der zweite Baum erzitterte vor Vorfreude. "Jetzt werde ich ein großes Schiff und kann um die Welt segeln." dachte er sich als ihn die Männer umhieben. Sie schlugen lange Latten aus ihm und bauten daraus ein Boot. Dieses Boot wurde von einem wenig erfolgreichen Fischer namens Petrus gekauft. Da weinte der Baum und sagte: "Ich wollte ein großes Schiff werden und nun bin ich ein Boot für einen armseligen Fischer." Aber Gott, der seine kleinen Bäume liebte, sagte: "Paß gut auf, ich werde dir etwas zeigen." Und das Schiff, dass einmal der Baum war, sah eines Tages eine große Menschenmenge auf den See von Galiläa zugehen. Sie hörten alle einem Mann zu, der von Gott sprach. Und weil die Menge immer mehr zu ihm hindrängte, sagte der Mann: "Petrus, laß mich in dein Boot." Und das Boot freute sich, dass ausgerechnet es diesen Mann tragen durfte, dem die ganzen Menschen zuhörten. Und sein Lebenstraum war in Erfüllung gegangen.

    Und wieder gingen die Jahre ins Land und der dritte Baum wuchs heran und zeigte mit seinem Wipfel auf Gott. Eines Tages kamen wieder die Männer mit ihren Äxten und der Baum erzitterte vor Angst. "Bitte laßt mich stehen. Ich will mit meinem Wipfel auf Gott zeigen." Aber die Menschen huben den Baum um und schlugen zwei Balken aus ihm, die sie zu einem Kreuz zusammennagelten. Da weinte der Baum: "Ich wollte doch mit meinem Wipfel auf Gott zeigen, und nun bin ich ein Folterwerkzeug, ein Todesinstrument." Und er vergoß bittere Tränen. Aber Gott, der seine kleinen Bäume liebte, sagte: "Paß gut auf, ich werde dir etwas zeigen." Und das Kreuz, das einmal ein Baum war, wurde von menschlichen Händen liebevoll entgegengenommen, durch Jerusalem auf den Berg Golgota getragen, wo Er an das Kreuz geschlagen wurde. Es trug nun die Last desjenigen, der die Last der Welt trug und zeigte damit auf Gott. So war auch sein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:15


    Als die Farben der Welt zu streiten

    Vor langer Zeit begannen die Farben dieser Welt zu streiten. Jede behauptete von sich, sie sei die Beste, die Wichtigste, die Nützlichste, die Beliebteste!

    GRÜN sagte:
    Klar bin ich die Wichtigste! Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung. Ich wurde gewählt für das Gras, für die Bäume und die Blätter. Ohne mich würden alle Tiere sterben. Schaut euch doch in der Landschaft um und ihr werdet sehen, dass ich in der Mehrheit bin!

    BLAU unterbrach:
    Du denkst nur an die Erde! Aber betrachte doch den Himmel und das Meer! Es ist das Wasser, das die Basis für alles Leben ist und von den Tiefen des Meeres in die Wolken hinaufgezogen wird. Der Himmel gibt Raum, Frieden und Unendlichkeit. Ohne meinen Frieden wärt ihr alle nichts!

    GELB lachte in sich hinein:
    Ihr seid alle so ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb ... Eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keinen Spass!

    Als nächste begann ORANGE ihr Lob zu singen:
    Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich mag rar sein, aber kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich überbringe die wichtigsten Vitamine. Denkt an Karotten, Kürbis, Mangos und Papayas. Ich hänge nicht ständig herum, aber wenn ich den Himmel zum Sonnenauf- oder -untergang färbe, ist meine Schönheit so eindrucksvoll, dass niemand einen Gedanken an einen von euch verschwendet.

    ROT konnte es nicht länger aushalten und rief aus:
    Ich bin der Herrscher von allen! Ich bin das Blut - Lebensblut! Ich bin die Farbe der Gefahr und der Tapferkeit. Ich bin bereit für etwas zu kämpfen. Ich bringe Feuer ins Blut. Ohne mich wäre die Erde so leer wie der Mond. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, der roten Rose und der Mohnblume.

    PURPUR erhob sich zu ihrer vollen Größe: Sie war sehr groß und sprach mit Pomp:
    Ich bin die Farbe der Fürsten und der Macht. Könige, Häuptlinge und Bischöfe haben immer meine Farbe gewählt, weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin. Niemand zweifelt an mir, man hört und gehorcht.

    Schließlich sprach INDIGO, viel leiser als all die anderen, aber mit ebensolcher Bestimmtheit:
    Denkt an mich. Ich bin die Farbe der Stille. Ihr nehmt mich kaum wahr, aber ohne mich würdet ihr alle oberflächlich werden. Ich repräsentiere Gedanken und Betrachtung, Zwielicht und tiefes Wasser. Ihr braucht mich für das Gleichgewicht und für den Kontrast, für das Gebet und den inneren Frieden.

    Und so fuhren die Farben fort zu prahlen, jede von ihrer eigenen Erhabenheit überzeugt. Ihr Streit wurde lauter und lauter. Plötzlich war da ein heller Blitz und grollender Donner. Regen prasselte schonungslos auf sie nieder. Die Farben drückten sich voll Furcht einer an den anderen, um sich zu schützen.

    Inmitten des Lärms begann der REGEN zu sprechen:
    "Ihr dummen Farben streitet untereinander und versucht den anderen zu übertrumpfen!
    Wisst ihr nicht, dass jeder von euch für einen ganz bestimmten Zweck geschaffen wurde, einzigartig und besonders? Reicht euch die Hände und kommt zu mir."

    Sie taten wie ihnen geheißen wurde, sie kamen zusammen und reichten sich die Hände.

    Der Regen fuhr fort:
    Von nun an, wenn es regnet, erstreckt sich jede von euch in einem großen Bogen über den Himmel, um daran zu erinnern, dass ihr alle in Frieden miteinander leben könnt. Der Regenbogen ist ein Zeichen der Hoffnung auf ein Morgen. Daher, immer wenn ein guter Regen die Welt wäscht und ein Regenbogen am Himmel erscheint, erinnern wir uns daran, einer den anderen zu würdigen.

    Freundschaft ist wie ein Regenbogen:

    Rot, wie ein Apfel, süß bis ins Innerste.

    Orange, wie eine brennende Flamme, die niemals auslöscht.

    Gelb, wie die Sonne, die deinen Tag erhellt.

    Grün, wie eine Pflanze, die nicht aufhört zu wachsen.

    Blau, wie das Wasser, das so rein ist.

    Purpur, wie eine Blume, die bereit ist, aufzublühen.

    Indigo, wie die Träume, die dein Herz erfüllen.

    Mögen wir alle Freundschaften finden, die dieser Schönheit gleichen.
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:17


    Die drei Siebe


    Ganz aufgeregt kam einer zum weisen Sokrates gelaufen: «Höre, Sokrates, dass muss ich dir erzählen, wie dein Freund...» «Halt ein!» unterbrach ihn der Weise. «Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?» «Drei Siebe?» fragte der andere verwundert. «Ja, drei Siebe. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?»

    «Nein, ich hörte es erzählen.» «So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist die Güte. Ist, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, so doch wenigstens gut?» «Nein, das ist es nicht, im Gegenteil.» Der Weise unterbrach ihn: «Lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden und fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.» «Notwendig nun gerade nicht.» «Also», lächelte der Weise, «wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!»
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:18


    Das Leben danach

    Es geschah, daß Zwillingsbrüder in einem Schoß empfangen wurden. Die Wochen vergingen, und die Knaben wuchsen heran. In dem Maß, in dem ihr Bewußtsein wuchs, steigerte sich ihre Freude: "Sag’, ist es nicht großartig, daß wir empfangen wurden? Ist es nicht wunderbar, daß wir leben?"

    Die Zwillinge begannen, ihre Welt zu entdecken. Als sie aber die Schnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband, und die ihnen die Nahrung gab, sangen sie vor Freude: "Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, daß sie ihr eigenes Leben mit uns teilt." Als aber die Wochen vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie sehr sie sich verändert hatten.

    "Was soll das heißen?", fragt der eine. "Das heißt", antwortete der andere, "daß unser Aufenthalt in dieser Welt bald seinem Ende zugeht." - "Aber ich will gar nicht gehen", erwiderte der eine, "ich möchte für immer hier bleiben." - "Wir haben keine andere Wahl", entgegnete der andere, "aber vielleicht gibt es ein Leben nach der Geburt." - "wie könnte dies sein?", fragte zweifelnd der erste, "wir werden unsere Lebensschnur verlieren, und wie sollten wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß hier verlassen, und niemand von ihnen ist zurückgekommen und hat uns versichert, daß es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende."

    So fiel der eine von ihnen in tiefen Kummer und sagte: "Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Schoß? Es ist sinnlos. Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter allem." -
    "Aber sie muß doch existieren", protestierte der andere, "wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?"
    "Hast du je unsere Mutter gesehen?", fragte der eine. "Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können."
    Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großer Angst.

    Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen. Sie schrien. Was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume.
    (von Tucholsky)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:19


    Ein alter Mann und ein kleiner Junge



    Dies ist die Geschichte von einem alten Mann und einem kleinen Jungen, die vor vielen Jahren lebten. Der alte Mann hieß Sartebus und der Junge Kim. Kim war ein Waisenkind und lebte ganz für sich allein. Er zog von Dorf zu Dorf, auf der Suche nach Essen und einem Dach über dem Kopf. Doch es gab noch etwas, nach dem er suchte, etwas, das viel wichtiger war als ein voller Bauch und ein bequemes, trockenes Nachtlager - Kim suchte nach einer Einsicht. "Warum", fragte er sich, "sind wir ein Leben lang auf der Suche nach etwas, das wir nicht finden können? Warum muss alles so schwer sein? Machen wir es uns selbst schwer, oder soll es einfach so sein, dass wir uns so plagen?"

    Das waren weise Gedanken für einen Jungen in Kims Alter. Doch gerade weil er so dachte, traf er auf seinem Weg eines Tages einen alten Mann, der den gleichen Weg ging, und der, so hoffte Kim, ihm vielleicht die eine Antwort geben konnte. Der alte Mann trug auf seinem Rücken einen großen, zugedeckten, geflochtenen Korb, der sehr schwer zu sein schien, besonders für einen solch alten und müden Mann. Eines Tages machten sie Rast an einem Bach, der neben dem Weg entlangfloss. Der alte Mann stellte erschöpft seinen Korb auf den Boden. Kim hatte den Eindruck, als trage der Mann alle seine irdischen Güter in diesem einen Korb mit sich herum. Er schien so schwer zu sein, dass selbst ein viel jüngerer und stärkerer Mann ihn wahrscheinlich nicht sehr lange hätte tragen können. "Weshalb ist denn dein Korb so schwer?" fragte Kim Sartebus. "Ich würde ihn gerne für dich tragen. Schließlich bin ich jung und stark, und du bist müde." "Nein, den kannst du nicht für mich tragen", antwortete der alte Mann. "Den muss ich ganz alleine tragen." Dann fügte er hinzu: "Eines Tages wirst du deine eigenen Wege gehen und einen Korb tragen, der genauso schwer ist wie dieser hier."

    Viele Tage und Wege gingen Kim und der alte Mann viele Meilen zusammen. Und obwohl Kim dem alten Sartebus viele Fragen darüber, warum Menschen sich so plagen müssen, stellte, bekam er keine Antworten. So sehr er sich auch bemühte, er konnte nicht herausfinden, was für ein schwerer Schatz sich wohl in dem Korb befand, den der alte Mann mit sich führte. Spät in der Nacht, am Ende ihrer langen Tagesreise lag Kim manchmal still da und tat so, als schliefe er. Er lauschte dem alten Mann, der im flackernden Licht des kleinen Feuers in seinem Korb kramte und leise mit sich selbst redete. Doch am nächsten Morgen sagte er, wie immer, kein Wort. Erst als Sartebus nicht mehr weitergehen konnte und sich ein letztes Mal zur Ruhe legte, erzählte er dem jungen Kim sein Geheimnis. Während der letzten gemeinsamen Stunden gab er Kim nicht nur die Antwort darauf, was es mit dem Korb auf sich hatte, sondern auch, warum die Menschen sich so plagen. "In diesem Korb", sagte Sartebus, "sind all die Dinge, die ich von mir selbst glaubte und die nicht stimmten. Es sind die Steine, die meine Reise erschwerten. Auf meinem Rücken habe ich die Last jedes Kieselsteines des Zweifels, jedes Sandkorns der Unsicherheit und jedes Mühlsteines des Irrweges getragen, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Ohne sie hätte ich so viel weiter gehen können. Ich hätte die Träume verwirklichen können, die ich mir so oft ausgemalt habe. Aber mit Ihnen bin ich hier am Ende meiner Reise angelangt".

    Ohne die geflochtenen Kordeln zu öffnen, mit denen der Korb an ihm festgebunden war, schloss der alte Mann die Augen und schlief ruhig zum letzten Mal ein.

    Bevor Kim in jener Nacht selbst schlafen ging, löste er jede der Kordeln, die den Korb an den alten Mann banden und stellte den Korb vorsichtig auf den Boden. Danach löste er genauso vorsichtig die Lederriemen, die den geflochtenen Deckel festgehalten hatten, und öffnete den Korb. Vielleicht, weil er nach einer Antwort auf seine Frage gesucht hatte, war er überhaupt nicht erstaunt darüber, was er in dem Korb vorfand. Der Korb, der den alten Sartebus so lange niedergedrückt hatte, war leer.

    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:21


    Wegweiser


    Ein junger Mann hatte das Herumsitzen satt und wollte sich auf den Weg machen. Er hatte davon gehört, dass in einem fernen Land das Glück höchstpersönlich zu finden sei. Ein alter Mann, der behauptete, aus diesem Land zu stammen, hatte ihm davon erzählt. "Es ist ganz leicht, dieses Land zu finden", hatte er gesagt, "benutze einfach die Kirchtürme als Wegweiser. Sie zeigen dir, wo es lang geht."

    «Nun, wenn dies so einfach ist», sagte sich der junge Mann, «dann will ich mich nicht länger mit Nichtstun aufhalten.» Er machte sich auf den Weg und hielt dabei nach dem erstem Kirchturm Ausschau. Und tatsächlich, nach einer kurzen Strecke, sah er weit entfernt vor sich einen Kirchturm hoch in der Landschaft aufragen. Ohne zu Zögern ging er diesem Kirchturm entgegen. Nach einigen Stunden hatte er das Dorf, in dem der Kirchturm stand, erreicht. Und als er diesen Kirchturm nur ein wenig bestieg, sah er bereits den Turm der Kirche aus dem Nachbarort. Von diesem aus zeigte sich wiederum der nächste Turm, und so ging seine Reise sehr zügig von Ort zu Ort, immer den Kirchtürmen folgend, die wie riesige Wegweiser weithin sichtbar in der Landschaft standen.

    Der junge Mann kam auf diese Weise in fremde Länder, die er zuvor noch nie gesehen hatte, die Kirchtürme hatten dort andere Formen und Gestalten, aber immer waren sie hoch aufgerichtet und von weitem zu sehen. Doch in das Land, in dem das Glück höchstpersönlich wohnen sollte, kam er nicht. Nach und nach bekam der junge Mann Zweifel, ob das wirklich der richtige Weg war, um das Glück zu finden.

    Und wie der Zufall es wollte, gerade, als er die Reise aufgeben wollte, begegnete ihm wieder der alte Mann, der ihm zu dieser Suche Mut gemacht hatte. Der junge Mann klagte ihm sein Leid und die Vergeblichkeit seiner Reise, bei der ihm die Kirchtürme als Wegweiser dienten. Doch der alte Mann lächelte und sagte: «Du willst eine Reise unternehmen und weißt nicht einmal, wie man Wegweiser benutzt? Nun, du bist zwar von Kirchturm zu Kirchturm gegangen, aber du hast nicht den Weg benutzt, den dir die Türme gewiesen haben: Schau hin! Alle Wegweiser-Kirchtürme zeigen - nach oben!»
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:22


    Spuren am Weg


    Es war einmal ein Vater, der zwei Söhne hatte. Je älter und gebrechlicher er wurde, desto mehr dachte er über sein Leben nach. Und manchmal kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen wohl das Wichtigste für ihr Leben weitergegeben hatte.

    Weil ihm diese Frage nicht losließ, beschloss der Vater seine Söhne mit einem besonderen Auftrag auf eine Reise zu schicken. Er ließ sie zu sich kommen und sagte: "Ich bin alt und gebrechlich geworden. Meine Spuren und Zeichen werden bald verblassen. Nun möchte ich, dass Ihr in die Welt hinaus geht und dort Eure ganz persönlichen Spuren und Zeichen hinterlasst."

    Die Söhne taten, wie ihnen geheißen und zogen hinaus in die Welt.

    Der Ältere begann sogleich eifrig damit, Grasbüschel zusammenzubinden, Zeichen in Bäume zu schnitzen, Äste zu knicken und Löcher zu graben, um seinen Weg zu kennzeichnen.

    Der jüngere Sohn jedoch sprach mit den Leuten, denen er begegnete, er ging in die Dörfer und feierte, tanzte und spielte mit den Bewohnern.

    Da wurde der ältere Sohn zornig und dachte bei sich: "Ich arbeite die ganze Zeit und hinterlasse meine Zeichen, mein Bruder aber tut nichts."

    Nach einiger Zeit kehrten sie zum Vater zurück.

    Der nahm dann gemeinsam mit seinen Söhnen seine letzte und beschwerliche Reise auf sich, um ihre Zeichen zu sehen.

    Sie kamen zu den gebundenen Grasbüscheln. Der Wind hatte sie verweht und sie waren kaum noch zu erkennen. Die gekennzeichneten Bäume waren gefällt worden und die Löcher, die der ältere der beiden Söhne gegraben hatte, waren fast alle bereits wieder zugeschüttet.

    Aber wo immer sie auf ihrer Reise hinkamen, liefen Kinder und Erwachsene auf den jüngeren Sohn zu und freuten sich, dass sie ihn wiedersahen und luden ihn zum Essen und zum Feiern ein.

    Am Ende der Reise sagte der Vater zu seinen Söhnen: "Ihr habt beide versucht, meinen Auftrag, Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, zu erfüllen. Du, mein älterer, hast viel geleistet und gearbeitet, aber deine Zeichen sind verblichen. Du, mein jüngerer, hast Zeichen und Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Diese bleiben und leben weiter."
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:23


    Die üble Nachrede


    Ein Nachbar hatte über Künzelmann schlecht geredet und die Gerüchte waren bis zu Künzelmann gekommen. Künzelmann stellte den Nachbarn zur Rede.

    "Ich werde es bestimmt nicht wieder tun", versprach der Nachbar. "Ich nehme alles zurück, was ich über Sie erzählt habe".

    Künzelmann sah den anderen ernst an. "Ich habe keinen Grund, Ihnen nicht zu verzeihen" erwiderte er. "Jedoch verlangt jede böse Tat ihre Sühne."

    "Ich bin gerne zu allem bereit." sagte der Nachbar zerknirscht.

    Künzelmann erhob sich, ging ins sein Schlafzimmer und kam mit einem großen Kopfkissen zurück.

    "Tragen Sie dieses Kissen in Ihr Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht." sagte er.

    "Dann schneiden Sie ein Loch in das Kissen und kommen wieder zurück, indem Sie unterwegs immer eine Feder nach rechts, eine Feder nach links werfen. Dies ist der Sühne erster Teil."

    Der Nachbar tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor Künzelmann stand und ihm die leere Kissenhülle überreichte, fragte er: "Und der zweite Teil meiner Buße?"

    "Gehen jetzt wieder den Weg zu Ihrem Haus zurück und sammeln Sie alle Federn wieder ein."

    Der Nachbar stammelte verwirrt: "Ich kann doch unmöglich all die Federn wieder einsammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?"

    Künzelmann nickte ernst: "Das wollte ich hören! Genau so ist es mit der üblen Nachrede und den Verleumdungen. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?"
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:25


    Brot der Hoffnung



    Ein Professor der Medizin stirbt, und seine drei Söhne lösen seinen Haushalt auf. Die Mutter war schon lange vorher gestorben, und der Vater hatte mit einer langjährigen Haushälterin allein gelebt. Im Arbeitszimmer des Vaters fanden die Söhne neben vielen wertvollen Dingen in einem Schrank ein steinhartes, vertrocknetes, halbes Brot. Die Haushälterin wusste, was es damit auf sich hatte.

    In den ersten Jahren nach dem Krieg war der Professor todkrank. Da schickte ihm ein guter Freund ein halbes Brot, damit der Professor etwas zu essen hatte. Der aber dachte an die viel jüngere Tochter eines Nachbarn und liess dem Mädchen das Brot schicken. Die Nachbarsfamilie aber mochte das wertvolle Brot nicht für sich behalten und gab es weiter an eine arme alte Witwe, die oben im Haus in einer kleinen Dachkammer hauste. Die alte Frau aber brachte das Brot ihrer Tochter, die mit zwei kleinen Kindern ein paar Häuser weiter wohnte und nichts zu essen hatte für die Kinder. Die Mutter dachte, als sie das Brot bekam, an den Medizinprofessor, der todkrank lag. Sie sagte sich, dass er ihrem Jungen das Leben gerettet und kein Geld dafür genommen hatte. Nun hatte sie eine gute Gelegenheit, es ihm zu danken, und liess das Brot zum Professor bringen.
    «Wir haben das Brot sofort wiedererkannt», sagte die Haushälterin, «unter dem Brot klebte immer noch das kleine Papierstückchen.» Als der Professor sein Brot wieder in der Hand hielt, sagte er: «Solange noch Menschen unter uns leben, die so handeln, braucht uns um unsere Zukunft nicht bange zu sein. Dies Brot hat viele satt gemacht, obwohl keiner davon gegessen hat. Dies Brot ist heilig. Es gehört Gott!» So legte er es in den Schrank. Er wollte es immer wieder ansehen, wenn er mal nicht weiterwusste und die Hoffnung verlor. Es war das Brot der Hoffnung.



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:26


    Das Licht im Fenster


    Ein kalter, feuchter Tag zog herauf, es war der 24. Dezember 1966.
    Der Heilige Abend war in greifbare Nähe gerückt.

    Die Geschenke lagen verpackt und mit schönen Schleifen und Bändern versehen noch am geheimen Ort.

    Der Duft vom Gänsebraten durchzog das ganze Haus; aber dieser Tag bedeutet für mich nicht nur schenken und beschenkt werden. Gerade heute muss ich an die vielen einsamen und armen Menschen denken.

    Am Abend stelle ich eine große Kerze auf die Fensterbank. "Warum tust du das?" hatte vor vielen Jahren meine kleine Tochter gefragt, und ich hatte geantwortet: "Vielleicht sucht ein armer Mensch nach einem Licht in der Heiligen Nacht.

    Gegen zehn Uhr klingelte es an der Haustür, ich öffnete, vor mir stand ein junger Mann, seine Schultern hatte er hochgezogen, als friere er.

    Er löste eine Hand von der verdrehten Mütze und fuhr sich damit über die Stirn.
    "Entschuldigen Sie bitte, aber das Licht in Ihrem Fenster."

    Er stockte und ich sah die Gefangenenträne auf seiner linken Wange. Ein entlassener Häftling stand vor mir. Er räusperte sich, wollte weitersprechen, ich sah ihn freundlich an, weil ich merkte, dass es ihm schwer fiel, was er sagen wollte.

    "Kommen Sie herein, und dann sagen Sie mir, was Sie für einen Wunsch haben," forderte ich ihn auf.

    "Oh - ich möchte Ihnen keine Ungelegenheiten machen,
    aber die Kerze im Fenster hat mir Mut gegeben.
    Ich bin sehr hungrig".

    Diese Not traf mich wie ein Schlag. "Kommen Sie mit" forderte ich ihn auf und erfasste seine Hand. "Ich werde Ihnen Kaffee kochen, und essen sollen Sie, soviel Sie mögen, inzwischen können Sie sich im Badezimmer frisch machen".

    "Aber ich mache Ihnen nur Arbeit, kam es zaghaft von seinen Lippen.
    "Ach was" antwortete ich, "denken Sie, die Kerze steht umsonst im Fenster?"

    Als er wiederkam, hielt ich ihm den Brotkorb hin, er sog den Duft ein und sagte nur: "Wunderbar".

    "Aus welchem Gefängnis kommen Sie", fragte ich. Er starrte mich an und stotterte: "Woher wissen Sie das?".

    Ich sagte, "bitte beruhigen Sie sich, ich betreue schon seit 20 Jahren Strafgefangene, während der Haft und danach.

    Ich weiß, dass die Strafe nicht aufhört, wenn sich die Tore der Anstalten geöffnet haben und die sogenannte Freiheit endlich da ist. Die Familien wollen mit dem Hilflosen nichts mehr zu tun haben und die Gesellschaft ist gnadenlos, überall erlebt man Ablehnung".
    "Ich bin wegen... " "Halt - halt", stoppte ich ihn und sagte: "heute ist der Tag im Jahr, an dem die Menschen zusammen kommen, um die Freude miteinander zu teilen. Nach den Feiertagen können Sie mir dann alles erzählen."

    Plötzlich legte er die Hände auf den Tisch, sah zur Zimmerdecke und sagte: "Mein Gott, du hast mich nicht verlassen."

    Große Tränen liefen über seine Wangen und zitternd kamen die Worte: "Danke, danke, für das Licht im Fenster".

    Ein Jahr später am Heiligen Abend hatte ich diesen jungen Mann eingeladen, der damals mutlos, gedemütigt und arm an Leib und Seele, vor meiner Tür um eine Scheibe Brot gebeten hatte.

    Er hatte mich nicht enttäuscht, der Mann aus dem grauen Heer der Heimatlosen und Verzweifelten.

    Wie wenig braucht man doch, um einem Menschen zu helfen, manchmal nur ein Licht im Fenster!

    (von Erika Scheffe)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:27


    Du wirst deinen Engel Mama nennen

    Es war einmal ein Kind, das bereit war geboren zu werden.
    Das Kind fragte Gott: "Sie sagen mir, dass Du mich morgen auf die Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?
    Gott antwortete: "Von all den vielen Engeln suche ich einen für Dich aus.
    Dein Engel wird auf Dich warten und auf Dich aufpassen."
    Das Kind erkundigte sich weiter: "Aber sag, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, außer singen und lachen, um fröhlich zu sein."
    Gott sagte: "Dein Engel wird für Dich singen und auch für Dich lachen, jeden Tag.
    Und Du wirst die Liebe Deines Engels fühlen und sehr glücklich sein."
    Wieder fragte das Kind: " Und wie werde ich in der Lage sein die Leute zu verstehen wenn sie zu mir sprechen und ich die Sprache nicht kenne?"
    Gott sagte: "Dein Engel wird Dir die schönsten und süßesten Worte sagen,
    die Du jemals hören wirst, und mit viel Ruhe und Geduld wird Dein Engel Dich lehren zu sprechen."
    "Und was werde ich tun, wenn ich mit Dir reden möchte?"
    Gott sagte: "Dein Engel wird Deine Hände aneinanderlegen und Dich lehren zu beten."
    "Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt.
    Wer wird mich beschützen?"
    Gott sagte: "Dein Engel wird Dich verteidigen, auch wenn er dabei sein Leben riskiert."
    "Aber ich werde immer traurig sein, weil ich Dich niemals wieder sehe."
    Gott sagte: "Dein Engel wird mit Dir über mich sprechen und Dir den Weg zeigen, auf dem Du immer wieder zu mir zurückkommen kannst.
    Dadurch werde ich immer in Deiner Nähe sein."
    In diesem Moment herrschte viel Frieden im Himmel, aber man konnte schon Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte schnell:
    "Gott, bevor ich Dich jetzt verlasse, bitte sage mir den Namen meines Engels."
    "Ihr Name ist nicht wichtig. Du wirst Sie einfach 'Mama' nennen."
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 30.07.2007, 10:28


    Ein kleiner Faden


    Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, „dass es nicht ausreiche“, so wie er war. „Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach,“ sagte er sich, „und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, dazu habe ich zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos… Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid.
    Aber so!? Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich. Und ich mich selbst am wenigsten.“ So sprach der kleine Baumwollfaden und legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.
    Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: „Lass dich doch nicht so hängen, Baumwollfaden. Ich weiss etwas, ich habe eine Idee: Wir tun uns zusammen! Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz, und ich habe dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal! Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu schimpfen und zu jammern.“
    Da war der Baumwollfaden ganz glücklich und tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte: „Nun hat mein Dasein doch noch einen Sinn.“ Und wer weiss, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Fäden und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun und leuchten.
    (Verfasser unbekannt)



    Re: Der Geschichten - Zug

    ~Knuffelchen~ - 02.08.2007, 15:46


    Die Geschichte zum Nachdenken



    Im Chat entdeckte ich mein neues Leben,
    begeistert war ich, so etwas hatte es noch nie gegeben.

    Viele Freunde und immer Spaß, Lebensfreude im Übermaß.
    Hundert bunte, lustige Namen von Leuten,
    die immer wieder kamen.

    "bussi" hier und "knuddel" da, hier herrscht Liebe, das war mir klar.
    Hier hab ich seither viel Zeit verbracht,
    viele Stunden so manche Nacht.

    Die Chatfreunde wurden täglich mehr
    und die waren immer lieb und nett !!!
    Meine Chatfreunde, ja die liebte ich sehr !!!

    Dann kam der Tag, wo mir schlimmes geschah,
    und ich traurig zu Hause war,
    verzweifelt, verstört und ganz allein,
    da fielen mir meine "Chatfreunde" ein.

    Ich dachte: "Ich muß jetzt zu Freunden gehn,
    ich mach den PC an dort werd ich sie sehen."
    Doch was ich sah, das waren die Namen
    von Leuten, die jeden Abend kamen.
    Sie warfen Worte und Sätze in den Raum
    doch, was ich fühlte, das ahnten sie kaum.

    Sie riefen "hallo" und "lol" und "komm doch herein
    wir sind deine Freunde, hier bist du daheim."
    Ich sah mich um, ich "kannte" jeden
    ich dachte: "jetzt endlich kann ich mit jemanden reden."
    Ich flüsterte hier und flüsterte dort
    es kam auch zurück mal ein nettes Wort.

    Doch bald merkte ich: das kann es nicht sein,
    die netten Worte sind alle nur Schein,
    ohne Gefühle und Emotionen, leere Phrasen, der blanke Hohn !!!!!!
    Ich war zwischen Freunden und doch so allein!!
    Jetzt wußte ich: Das kann mein Leben nicht sein.

    Plötzlich wurde mir grausam klar,
    was dies doch für eine Traumwelt war.
    und wenn du das Gegenteil beweisen kannst schreib mir ruhig
    vielleicht finde ich den Glauben wieder das hinter jedem Pc ein Mensch sitzt !!!

    (Verfasser unbekannt)



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