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Re: Elizabeth I.
Adminette - 03.07.2007, 20:33Elizabeth I.
yay, neuer trailer zu Elizabeth - The Golden Age und zum vergleich noch mal der sehr viel besser geschnittene erste trailer
die musik riecht arg nach gladiator, der pathos is immernoch derselbe, aber die bilder sind ziemlich spektakulär. ich bin entschlossen, diesen film zu lieben :hurra:
von der madonna zu jeanne d'arc
Re: Elizabeth I.
Adminette - 13.07.2007, 12:23
wie schon bei marie antoinette scheinen sich hier die modezeitschriften stark fürs sujet zu interessieren... in der neuen (amerikanischen vogue) sind jedenfalls schonwieder ein paar nette fotos zu sehen:
auf costumerguide.com gibts ausserdem noch ein paar nette, neue stills
Re: Elizabeth I.
Adminette - 30.07.2007, 14:44
hier findet ihr eine offizielle britische seite zum film und das posterlayout. ich konnte mir die seite leider noch nicht zugemüte führen, weilmein rechner zu langsam ist :| .
Re: Elizabeth I.
Bruki - 30.07.2007, 16:42
Anna hat folgendes geschrieben: hier findet ihr eine offizielle britische seite zum film und das posterlayout. ich konnte mir die seite leider noch nicht zu gemüte führen, weil mein rechner zu langsam ist :| .
Kein Wunder, die ganze Seite besteht aus Flashs... das lädt sogar mit DSL schneckig :eek: ...
Hier ist ein Link zu dem Filmtagebuch bei Workingtitels...
Als "Release Date" steht auf der Website:
12. Oktober 2007: USA/Kanada
2. Nov. 2007: UK und
20. Dezember 2007: Deutschland
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Ulli - 10.08.2007, 10:22Virgin Queen
Ich habe mir gestern die ersten beiden Teile von Virgin Queen angesehen und bin bislang nicht so recht begeistert.
Die Hauptdarstellerin gefällt mir vom Äußeren sehr gut, sie kommt als Tochter von Heinrich VIII gut rüber. Auch spielt sie ohne Frage sehr gut, aber gerade im 2. Teil, wo sie ja nun immerhin schon ein paar Jahre Königin ist, wirkt sie für mich nicht glaubhaft. Da ist sie mehr eine gelegentlich emotional desorientierte Frau als respektheischende Königin. Und jenseits davon, habe ich immer noch das Gefühl, man habe sich Elisabeth mit Cate Blanchett ein paar Mal zu oft angesehen. Daß das Krönungskleid das Gleiche wie dort ist, ist dem entsprechenden Gemälde geschuldet. Aber warum muß sie nun schon wieder unter einem großen Baum vom Earl of Sussex als Königin anerkannt werden, der wiederum vom gleichen Typ Mann gespielt wird wie schon im Kinofilm. Und der Satz "Here ist no master" o. ä. kommt nun auch in beiden Filmen vor. Vielleicht ein Zitat von Elisabeth selbst? Gut gefällt mir die Beziehung zu Kat Ashley (die ganz anders als im Kinofilm ist), die interessante Musik sowie das Wiedersehen mit manch vertrautem Gesichter. Mal schauen, was die letzten beiden Teile bringen.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 11.08.2007, 11:24
auch im kinofilm war doch kat ashley (emily mortimer) eher eine zurückhaltende, aber umso ehrlichere gefährtin von elizabeth. nicht zu verwecheseln mit isabelle knollys (gespielt von kelly macdonald).
naja, es stimmt schon, wenn man elisabeth gesehen hat, ist die serie zunächst mal arg gewöhnungsbedürftig. aber allein die letzte folge war in meinen augen das ganze geld wert. essex nervt mich zwar, aber alles andere haut super hin. vor allem anne marie duffs (wenn ich nicht irre, die frau von james mcavoy) make up... :hurra: auch das gefühl dafür, wie elisabeth als nun alte frau ihre generation überlebt hat und gackerige gänse die letzten reste ihrer großen zeit plündern, finde ich (im anbetracht der vorhergehenden, mitunter eher pilcheresken szenen) recht gut gelungen. :ja:
zumindest war ich am ende der serie recht versöhnt mit dem ergebnis. ist sicher kein ganz großes kino, aber alle mal gut zum nebenherlaufen lassen. und die titelmusik finde ich spitze! sie basiert auf einem authentischen poem von elisabeth I, das auch in dem helen mirren film rezitiert wird.
kennst du die "elisabeth I" reihe mit helen mirren?
Re: Elizabeth I.
Ulli - 11.08.2007, 17:24
Im Kinofilm ist Kat Ashley eine hübsche junge Frau mit Humor. In der Serie ist sie mütterliche Freundin. Insofern unterscheiden sie sich jetzt weniger vom Temperament und ihrer Loyalität zu Elisabeth, als in Alter und Erscheinung.
Ich muß gestehen, beim 4. Teil gestern abgebrochen zu haben. Als Essex in Elisabeths Augen zu Dudley wurde, war mir diese Königin zu peinlich. Ich weiß jetzt auch, was mich an dieser Darstellung von Elisabeth stört: Sie erscheint nie als Königin, die eine Autorität ist und hat, sondern meist als verliebte Frau mit diesbezüglichen Konflikten und wenn sie mal öffentliche Auftritte hat, dann wird ihr Status nur behauptet, aber nie wirklich vermittelt. Die hist. Elisabeht dürfte einen schwierigen Charakter gehabt haben, sie hatte Charisma. Das fehlt mir in der Serie viel zu sehr. Werde mir aber den 4. Teil nochmal vornehmen und sei es auch nur wegen des oft gelobten Make up :wink: .
Nee, die Serie mit Mirren kenne ich nicht. Mir wurde gesagt, diese Serie sei nicht so gut, wenngleich Mirren wiederum sehr gut sei.
Re: Elizabeth I.
simone - 12.08.2007, 09:15
Ich fand die Serie sehr unterhaltsam, ok, der Schwerpunkt war natürlich auf diverse Liebeleien gelegt, aber Elizabeth war nicht nur Königin sondern auch eine Frau. Und für mich hat Anne-Marie Duff mehr Charisma als Cate Blanchett. Auch wenn manche Teile ein bißchen schwächeln, als Fazit finde ich es absolut sehenswert und die Musik finde ich auch grandios!
Re: Elizabeth I.
Adminette - 12.08.2007, 13:18
naja. ich nehme an, man mußte sich thematisch auch etwas reduzieren, damit man sich nicht andauernd wiederholt, weil viele filme den elizabeth-stoff aufgreifen.
über cate blanchett lasse ich nicht mit mir reden :wink: , aber ich fand, das anne marie duff ihr äusserlich wohl am nächsten kommt (die augen!!!). wenn man vielleicht von bette davis absieht. und dass sie richtig gut spielen kann, sieht man spätestens in der besagten letzten folge. auch wenn sonst eher ulli zustimme, dass in ihrer darstellung nicht wirklich viel majestätisches mitschwingt.
Re: Elizabeth I.
Ulli - 13.08.2007, 11:04
simone hat folgendes geschrieben: Ich fand die Serie sehr unterhaltsam, ok, der Schwerpunkt war natürlich auf diverse Liebeleien gelegt, aber Elizabeth war nicht nur Königin sondern auch eine Frau. Und für mich hat Anne-Marie Duff mehr Charisma als Cate Blanchett.
Blanchett hat ja nur eine junge, anfangs sich "einarbeitende" Königin gespielt, insofern erwarte ich da jetzt nicht soviel Charisma und in einigen Szenen blitzte im Spielfilm durchaus ihre Autorität und fast gelassene Selbstsicherheit auf.
Aber jenseits der Vergleiche von Film und Serie hätte ich es einfach schön gefunden, wenn Frau UND Königin, da ja beides kaum zu trennen ist, gezeigt worden wäre und beides glaubhaft. Die Frau wurde hier gezeigt, die Königin leider zu wenig. Nur ein paar Gespräche mit ihrem Rat und zweimal Abschreiten des roten Teppichs ist mir da zu wenig.
Und Aussehen her finde ich Duff sehr passend und ihr Spiel an sich ist auch nicht zu beanstanden (hätte nur das Drehbuch.....).
Aber ich muß die Serie ohnehin nochmal sehen, ich habe - anders als bei anderen engl. Originalfilmen - nur sehr wenig verstanden, möglicherweise hapert es auch daher mit der Sympathie meinerseits.
Re: Elizabeth I.
Ulli - 14.08.2007, 09:55
Ich habe mir gestern die Musik bestellt...
Re: Elizabeth I.
simone - 15.08.2007, 15:59
Ulli hat folgendes geschrieben: Ich habe mir gestern die Musik bestellt...
:soso: aber kann ich gut verstehen, die Musik ist mitunter das Beste an dem Film :wink:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 22.08.2007, 12:30
hier gibt es weitere - sehr ansehnliche - bilderchens zu "the golden age" :wink:
Re: Elizabeth I.
simone - 22.08.2007, 16:00
CB gefällt mir optisch besser als im ersten Teil.
Re: Elizabeth I.
Bruki - 22.08.2007, 18:50
simone hat folgendes geschrieben: CB gefällt mir optisch besser als im ersten Teil.
Bist Du sicher? Auf dem rechten Bild sieht sie wie eine Schaufensterpuppe aus...
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Ulli - 23.08.2007, 16:43
Ich finde die ...ähm...Kopfbedeckung im 2. Bild auch sehr apart. Bin noch am Grübeln, ob Elisabeth da irgendeine Aussage in Richtung "Bestäubt mich, bestäubt mich" trifft, aber sie ist ja nun eigentlich die Jungfräuliche :soso: .
Re: Elizabeth I.
simone - 23.08.2007, 21:15
Bruki hat folgendes geschrieben: simone hat folgendes geschrieben: CB gefällt mir optisch besser als im ersten Teil.
Bist Du sicher? Auf dem rechten Bild sieht sie wie eine Schaufensterpuppe aus...
Bruki :bruki:
Ich kann sie mir nach diesen Bildern eher als Elizabeth I. vorstellen, im ersten Film fand ich sie zwar toll, aber nicht überzeugend. Vielleicht sieht sie jetzt einfach reifer aus... :nixweiss:
Re: Elizabeth I.
Ulli - 24.08.2007, 10:15
Oder sie entspricht jetzt mehr den Bildern, die man von Elisabeth so kennt?
Re: Elizabeth I.
Adminette - 24.08.2007, 12:54
wie dem auch sei, gerade, dass sie auf dem besagten bild wie eine schaufensterpuppe aussieht, weist ja nur in konsequenter manier auf den ersten film zurück, indem sie sich zu einer art unantastbarer madonna/mutter gottes/heiligen jungfrau stilisiert und ihr äusseres den gängigen marienbildern (ergo eben auch statuen) anpasst.
dementsprechend nähert sie sich in diesem zweiten teil optisch wohl den gängigen bildern der jeanne d'arc. also der kämpferischen jungfer mit rüstung und wallehaar...
Re: Elizabeth I.
Bruki - 24.08.2007, 14:05
Anna hat folgendes geschrieben: ... dementsprechend nähert sie sich in diesem zweiten teil optisch wohl den gängigen bildern der jeanne d'arc. also der kämpferischen jungfer mit rüstung und wallehaar...
... genau Jeanne d'Arc... das hab ich auch gedacht, als ich den Trailer sah: "In mir ist ein Wind, so gewaltig ..." (schade, dass Mel Brooks keine Filme mehr macht - was hätte der aus dieser Szene gemacht! :prust:)
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 24.08.2007, 14:19
:lol: ist die "ich habe einen wind in mir" zeile aus dem synchroniserten trailer oder auf deinem eigenen nicht unerheblichen haufen mist gewachsen?
im ersten falle liesse das ja schonwieder so richtig hoffen... :roll: und im zweiten falle wüßte ich sowieso nicht, wann da zuletzt noch hopfen und malz bestanden hätten...;D
Re: Elizabeth I.
Adminette - 12.09.2007, 14:41
apropos marie stuart, der costumers guide hat übrigens wieder ein paar neue bilder von diversen fanseiten zusammengestoppelt. und die offizielle seite gilt auch als "eröffnet" bzw fertig, was, sofern man einen komplett schwarzen bildschirm denn als in höchstem maße fertig betrachtet, auch stimmt... :roll:
ich glaube, samantha morton wird sich in dieser rolle ausnehmend gut machen. :fies:
Re: Elizabeth I.
simone - 12.09.2007, 16:43
Anna hat folgendes geschrieben: und die offizielle seite gilt auch als "eröffnet" bzw fertig, was, sofern man einen komplett schwarzen bildschirm denn als in höchstem maße fertig betrachtet, auch stimmt... :roll:
bei mir läufts, ist eine ziemlich überladene Flashseite, mit einem riesengroßen Trailer als Intro, es gibt in den Rubriken "woman", "warrior" und "queen" noch mal kurze Ausschnitte in Extra-Large, braucht aber alles recht lange zum laden, sehr aufwändig gemacht.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 12.09.2007, 19:26
ja, ich hab nach gut 5 minuten laden auch gemerkt, dass da noch mehr kommt... :wink:
Re: Elizabeth I.
Ulli - 01.10.2007, 11:37
Ich habe mir am Wochenende Elisabeth I mit Helen Mirren ansehen können und der Zweiteiler hat mir ausgesprochen gut gefallen (zumal angesichts meiner gerade abgeschlossenen Lektüre). Im 2. Teil habe ich ein paar mal spulen müssen, ich bin etwas peinlichkeitsübersensibel, aber ich fand es richtig angenehm, daß die junge Elisabeth total auszuklammert wurde. Eine Liebesgeschichte mit Erwachsenen (auch wenn sie mal etwas außer Rand und Band geraten) hat einfach etwas. Helen Mirren hat ihren Emmy jedenfalls zu Recht bekommen, sie wickelt da eine Bandbreite von Menschsein ab, daß es eine Freude ist, ihr dabei zuzusehen. Und ihre Mitspieler sind auch wunderbar besetzt: Toby Jones und Patrick Malahide sah ich erstmals in einer ernsten bzw. nicht unsymphatischen Rolle; Jeremy Irons gefiel mir sehr gut als Dudley, hat mit Helen Mirren wunderbar harmoniert etc. Rund herum alles sehr gut gelungen.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 14.10.2007, 14:25
folgende ansammlung und zusammenfassung dirverser kritiken kommt zu dem schluss, dass der film "the golden age" eher mittelprächtig ist, und die geschichte, wie die figuren durch zu viel pomp und circumstance erschlagen werden. also quasi alles, wie befürchtet. :confused: ins kino werd ich wohl trotzdem gehen, und mich dann weiterhin meiner "alten" elizabeth-dvd erfreuen.
Zitat: Movie Reviews: 'Elizabeth: The Golden Age'
Critics are removing a bit of the sheen from Elizabeth: The Golden Age, starring Cate Blanchett in the title role, or as Manohla Dargis remarks in the New York Times, "as David Bowie in his Ziggy Stardust period." Dargis writes that the movie is "reductive, distorted and deliriously far-fetched, but the gowns are fabulous." Likewise, Joe Morgenstern comments in the Wall Street Journal,"When you see Cate Blanchett in one fantastical gown after another, you understand why Elizabeth's reign was golden." But that may be one of the problems of the film, Roger Ebert observes in the Chicago Sun-Times. The movie, he writes, "is weighed down by its splendor. There are scenes where the costumes are so sumptuous, the sets so vast, the music so insistent, that we lose sight of the humans behind the dazzle of the production." Still, Blanchett receives a polite round of applause from critics for her performance. As Carrie Rickey writes in the Philadelphia Inquirer: "Blanchett commands the screen as she commands the royal navy. Her unforced majesty makes a so-so film worth watching."
Re: Elizabeth I.
Adminette - 27.10.2007, 12:36
die produktinformationen sind zwar etwas mau, aber ich gehe mal davon aus, dass es sich hierbei um eine deutsche dvd-veröffentlichung der helen mirren dvd handelt.
Re: Elizabeth I.
simone - 01.11.2007, 19:16
zu "the golden age" gibts hier eine ausführliche Kritik von jemand der den Film schon gesehen hat.
Re: Elizabeth I.
Bruki - 01.11.2007, 20:17
Von Cate Blanchetts "Elizabeth" Hab ich gestern einen Trailer im Kino gesehen... Ich behaupte mal, jemand, dessen Motto "Carriages & Corsets" ist, wird sich von der Übermacht des Kostüm-Departments in der Crew des Films nicht abschrecken lassen?! :wink: Denk mal allein an den Fundus der prächtigen Kleider, die in den nächsten 10 Jahren in allen möglichen BBC-Verfilmungen receycelt werden können... ;D
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 01.11.2007, 20:50
nö. von guten kostümen lasse ich mich nicht abschrecken. aber da ja nunmal der erste teil so eine besondere position einnimmt, besteht doch trotzdem anlaß, eine herbe enttäuschung zu vermuten... zumal die kostüme bisweilen sehr nach science fiction aussehen. wie gesagt. wenns im kino läuft, sitze ich drin. und ich danke simone für den aufmunternden link zum livejournal :ja:
apropos. die autorin erwähnt eine tonspur mit kommentar des regisseurs auf der dvd des ersten films. habt ihr sowas auf eurer dvd? oder gabs diesen bonus wieder nur für die amerikaner? ich frag mich ehrlich, warum wir bei den dvd-extras immer so in die röhre gucken müssen :MM:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 19.11.2007, 19:00
hier gibt es einen über fünf minuten langen XXL-trailer, der auch im atonement-vorprogramm in den kinos läuft
Re: Elizabeth I.
Julia - 19.11.2007, 19:20
Tom Hollander! :cool: Wusste gar nicht, dass er mitspielt...
(Bei mir gabs im Atonement-Vorprogram den Trailer vom ersten Teil. :wink:)
Hier kann man übrigens noch einige Clips sehen.
Re: Elizabeth I.
bellybutton - 20.11.2007, 14:16
Cate Blanchetts Stimme ist ja der Hammer!! :shock:
Also ich finde, sie wirkt absolut glaubhaft als Elizabeth. Ich persönlich könnte mir keine bessere Besetzung vorstellen.
Ich freu mich schon riesig auf den Film.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 20.11.2007, 18:24
ja, ihre stimme ist mir auch aufgefallen. ich weiß nicht, in wieweit das an einer unperfekten bearbeitung der tonspur für den trailer liegt oder wirklich beabsichtigt ist. aber besonders bei ihrer ominösen rede vor dem heer wirkt ihre stimme genauso... sagen wir mal unmenschlich, oder übermenschlich, wie die ikone, die sie zu diesem zwecke darstellt (man vergleiche hier ihr aussehen mit der miniatur von jeanne d'arc eine seite weiter oben).
Re: Elizabeth I.
Julia - 20.11.2007, 20:16
Wo/wie klingt denn die Stimme anders als sonst?
Re: Elizabeth I.
Adminette - 20.11.2007, 23:32
ich finde sie geradezu jeglicher gefühlsregung und eines geschlechtsspezifischen untertones entledigt. ähnlich zum beispiel der verfremdung bei ihrem auftritt als versuchte galadriel in "die gefährten". nur dass dort die verfremdung nachträglich technisch eingespielt wurde, was ich hier nicht raushören kann. aber wie gesagt, vielleichts liegts an nicht nachbearbeitetem ton. würde aber schon ins konzept passen. oder zumindest in das repertoire schauspielerischer/filmischer stilmittel.
Re: Elizabeth I.
simone - 09.12.2007, 10:20
Am Die. 11.12 kommt auf BR ab 21.24 Uhr übrigens Elizabeth I. mit Helen Mirren.
Re: Elizabeth I.
Sefie - 11.12.2007, 18:25
Hier gibt es noch einen Artikel über Helen Mirrens bzw. Cate Blanchetts Elizabeth.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 11.12.2007, 18:57
hui. danke! vom spiegel. die sind ja doch meist etwas substanzieller, als die "super TV". und anderes stand mir am WE nicht zur verfügung...
naja. ich hab mich schon darauf gefreut, lizzie mirren mal in deutsch zu hören. zumal der film in den TV zeitungen und besprechungen so großartig beworben wird, wie gewöhnlich nur richtig dicke hollywood blockbuster. aber da ich immernoch brav tv-los bin, hoffe ich einfach mal auf weitere ausstrahlungen bei den dritten, wenn ich mal zu hause bin... und wünsche euch heute beim gucken viel spaß und sitzfleisch ;D
ich bin mal so frei, den text hier einzustellen, da die spiegelartikel ja nur temporär online sind
CHristian Buß hat folgendes geschrieben: ELIZABETH I. ALS FILMHELDIN
Die ewige Jungfrau
Von Christian Buß
Gleich zwei Großproduktionen nähern sich der legendenumwobenen "Virgin Queen" Elizabeth I.: Helen Mirren gibt die Potentatin heute im TV-Zweiteiler als lustvolle Pragmatikerin, Cate Blanchett spielt sie im Kino-Epos als sanfte Märtyrerin. Ein Erlebnis - in beiden Fällen.
Diskretion ist eine Eigenschaft, die am königlichen Hofe wenig geschätzt wird. "Virgo intacta!" rufen die unabhängigen Gutachter durch den Palast, nachdem sie zwischen die gespreizten Beine geschaut haben. Der Umstand, dass die Jungfräulichkeit der 43-jährigen Regentin noch intakt ist, besitzt durchaus staatspolitische Bedeutung. Denn gerade wurde um ihre Hand angehalten vom Herzog von Anjou, der nur eine unberührte Frau als Gemahlin akzeptieren kann.
England im Jahr 1579: Eine Verbindung mit dem Königshaus von Frankreich würde Großbritannien innen- wie außenpolitisch von großem Nutzen sein. Denn zum einen wird es langsam Zeit, dass die protestantische Elizabeth I. einen Thronfolger gebärt, weil bereits die katholische Cousine, Königin Maria Stuart von Schottland, Anspruch für sich und ihren Sohn erhebt. Zum anderen stocken die Spanier ihre Armada auf, um zum Sturm aufs reformierte und kaum gerüstete England zu blasen.
Es ist also eine vertrackte Lage, mit der sich die Queen (Helen Mirren) am Anfang des 200-Minuten-Intrigantenstadl "Elizabeth I." konfrontiert sieht. Mit lustvollem Pragmatismus begutachtet die Potentatin den Ehekandidaten, wehrt nebenbei die Eifersuchtsattacken ihres langjährigen Vertrauten, des Earl of Leicester (Jeremy Irons), ab – und spielt dann noch wortgewandt unterschiedliche geopolitische Bündnisse durch: "Die Holländer? Bitte nicht! Die haben keine Kultur, die haben Käse." Am Ende verweigert sie sich jedoch allen diplomatischen Überlegungen: "Das arme England steht jetzt allein da!"
Wer war Elizabeth I., die das Inselreich zwischen 1558 und 1603, also fast ein halbes Jahrhundert regiert hat? Historiker und Psychoanalytiker arbeiten sich an ihr gleichermaßen ab. Machtbewusstsein und Toleranz, Pflichtgefühl und Kunstbeflissenheit, Verzicht und Lebenslust – von der Monarchin, die gerne Gedichte schrieb, sind ganz unterschiedliche Eigenschaften überliefert.
Nun wurde die "Virgin Queen" binnen kürzester Zeit gleich von zwei der größten englischsprachigen Schauspielerinnen verkörpert: In dem TV-Zweiteiler "Elizabeth I." ist es Helen Mirren, die bereits für ihre virtuos gedrosselte Darstellung von Elizabeth II. in Stephen Frears "The Queen" mit dem Oscar geehrt wurde. Für das demnächst anlaufende Kino-Epos "Elizabeth I. – Das goldene Zeitalter" indes stand Cate Blanchett vor der Kamera – jene Australierin, die bereits 1998 für das royalistische Drama "Elizabeth" die Herrscherin als kindliche Königin darstellte. Dafür war sie damals für den Oscar nominiert, 2008 könnte sie die Trophäe tatsächlich gewinnen.
So traumwandlerisch sicher beide Schauspielerinnen agieren – ihre Spielarten könnten nicht unterschiedlicher sein: Während Helen Mirren das Innenleben der Monarchin mit trockener Tragikomik ausleuchtet, erhebt Cate Blanchett ihre Figur mit poetischer Anmut zur Königin der Sublimation, die für ihr Volk auf fast sämtliche irdische Vergnügen verzichtet und ihre Regierungsarbeit in eine höhere Kunstform verwandelt.
So wird das Kino-Drama "Elizabeth I. – Das goldene Zeitalter", das wie Blanchetts erster königlicher Auftritt vom Genre-Spezialisten Shekhar Kapur inszeniert worden ist, zur Hymne auf die Herrscherin. Blanchett spielt mit sicherem Gespür für die Tragik der machtlosen Machtfrau. Um sie herum aber versinkt das Drama leider in lautem Pulverdampf und fahlem Kerzenflimmern.
"Elizabeth I. – Das goldene Königreich" ist Ausstattungspomp pur - und dabei aufgeladen mit überhitzter Symbolik: Ein Seefahrer (Clive Owen) wirft der sanften Monarchin am Hofe glutvolle Blicke zu und jagt später vor der englischen Küste sein brennendes Schiff in die spanische Armada, um die eigentlich übermächtigen Feinde in die Flucht zu schlagen. Die Unberührbare schaut derweil in stolzer Eisenrüstung und hoch zu Ross von den Klippen zu. So viel Phallus und so wenig sexuelle Erfüllung sind selten in ein und derselben Szene zu sehen.
Der Fernsehzweiteiler "Elizabeth I" (Regie: Tom Hooper, Buch: Nigel Williams), der heute vom Bayerischen Rundfunk in einem Rutsch gesendet wird, setzt da weniger auf Bildgewalt denn auf psychologische Detailarbeit. Helen Mirren leuchtet gekonnt und gelegentlich auch mit grimmigem Witz die Paradoxien der jungfräulichen Potentatin aus. Ihre Elizabeth I. gibt sich ihrem Land hin – in späteren Jahren aber auch dem einen oder anderen hübschen Knaben.
Feinnervig spielt sie die Zerrissenheit der Queen aus, die im fortgeschrittenen Alter mit kalkweißer Gesichtsmaske sämtliche Spiegel aus ihren Gemächern verbannen lässt und durchaus ihren verpassten Liebeschancen hinter her trauert. Ihre Sehnsucht kleidet die alte Dame immer noch in poetische Sprache, sie weiß aber auch rustikale Unterhaltung wie illegale Schwertkämpfe zu schätzen und reibt den verletzten jungen Kerlen danach die Wunden genussvoll mit Alkohol ein.
Historische Rekonstruktion und psychologische Raffinesse wurden in der aufwendigen und mit acht Emmys ausgezeichneten Fernsehproduktion also in eine perfekte Balance gebracht: Ohne royalistische Gefühlsaufwallung gelingt es Helen Mirren das menschliche Antlitz hinter der königlichen Maske erstrahlen zu lassen.
Re: Elizabeth I.
simone - 13.12.2007, 11:41
Ich habe den ersten Teil der Helen Mirren Version geschaut und kann leider nicht gerade behaupten in Begeisterung ausgebrochen zu sein, ich fand es streckenweise sogar :gähn: . Vielleicht ertrag ich sowas auch einfach nicht auf deutsch, aber irgendwie fand ich alles ein wenig lieblos :nixweiss: . Helen Mirren ist eine großartige Schauspielerin, aber als Elizabeth hat sie mich nicht 100 % überzeugt, vielleicht hab ich da einfach zu sehr Cate Blanchett im Kopf. Und für die ältere Queen war sie zwar im richtigen Alter, aber Ann-Marie Duffs Altersmakeup sticht alles und alle anderen aus :lol: .
Re: Elizabeth I.
Adminette - 18.12.2007, 20:23
ja, wenn ich ehrlich bin. als ich über die ziemlich tollen kostüme hinweg war, hat mich diese elli-variante auch etwas angeödet, was zum teil daran liegt, dass ich das beziehungs gescharmützel anderer leute nur bedingt ertrage. aber bemerkenswert, dass alle kritiken sowas von begeistert sind wo sie britische tv-kunst sonst zum gähnen finden...
geht eigentlich übermorgen jemand ins kino zum 2. teil der anderen elli-variante??? ich habe keins in der nähe, dass den film schon zeigt (simone kennt das problem...) und würde mich über brühwarme details sehr freuen :ja:
Re: Elizabeth I.
Julia - 18.12.2007, 21:44
Ich hab vor, gleich am Donnerstag zu gehen. Spätestens Freitag. :hurra:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 18.12.2007, 22:01
au fein :ja: aber sei nicht ganz so hart, wenn du mir und meinen vorweihnachtlich geschwächten nerven erzählst, wie seelenlos und überladen das ganze war, ja? ;D
Re: Elizabeth I.
Julia - 18.12.2007, 22:07
Anna hat folgendes geschrieben: seelenlos und überladen
Erwartest Du das? :wink: Der Trailer wirkt zwar ziemlich bombastisch und ich glaube auch, das für die Armada ganz schön was aufgefahren wird ... aber Catie wirds schon schaukeln. :cool:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 18.12.2007, 22:10
ja, den bildern nach erwarte ich genau das. zumindest glaube ich nicht, dass er in klasse, subtilität und kraft an den ersten teil rankommt.
Re: Elizabeth I.
Julia - 18.12.2007, 22:17
Nein, das glaube ich auch nicht ... Der erste Teil war echt was besonderes.
Re: Elizabeth I.
Sefie - 19.12.2007, 19:25
Ich werde mir Elizabeth auch morgen im Kino anschauen. Hier mal noch ein Artikel aus der Zeit, die gleich eine ganze Reflexion des "Königinnenfilms" daraus machen:
Zitat: Hillarys starke Schwestern
Von Sabine Horst
Nicht nur die imperiale Cate Blanchett schwingt als »Elizabeth I.« das Zepter. Über die neue Macht der Film-Königinnen
Als Cate Blanchett 1998 zur Königin von England gekrönt wurde, war sie international kaum bekannt. Der Auftritt als jugendliche Elizabeth in Shekhar Kapurs überraschend gegenwärtigem Kostümdrama aber genügte, um die Australierin mit dem ohnehin feenhaften Teint praktisch zu entrücken. Bei den Oscar-Wettbewerben gehört sie seitdem zu den »Gesetzten«, die Presse wird nicht müde, ihr das innere Leuchten zu bescheinigen, das nur ganz große Stars haben. Und natürlich geht es dabei nicht ohne diesen Kurzschluss: Zum Start ihres zweiten Elizabeth-Films haben die Lifestyle-Magazine sie zur Queen von Hollywood ausgerufen.
Tatsächlich war der Part des gekrönten Haupts immer eine Art Königsdisziplin für Schauspielerinnen. Die meisten auf dramatische Rollen abonnierten weiblichen Stars haben einmal diese dünne Luft geatmet – da oben, wo sich auch für Frauen andere Fragen stellen als die nach der Leistungsfähigkeit eines herkömmlichen Haarsprays, dort, wo über Völkerschicksale, Krieg und Frieden entschieden wird, wo die Gesten überlebensgroß sind und Dialoge zu Sentenzen erstarren. Wenn Marlene Dietrich am Ende von Sternbergs Scharlachroter Kaiserin den Zarenhof aufräumte, Bette Davis als alte Elizabeth I. gut aussehende Höflinge herumkommandierte und Greta Garbos Königin Christina kühl ins Ungefähr schaute, ging es ums Ganze: darum, was eine Frau tun konnte, wie berufstätig sie sein durfte, wie erfolgreich, wie nah an der Politik – und wie weit weg vom Mann.
Der Rückgriff auf historisch verbürgte Größe verdankte sich in der Frühzeit Hollywoods sicherlich auch einem Bedürfnis nach Legitimation: Die Bedeutung der Stoffe, die Einzigartigkeit der Protagonisten sollten sich auf den Film und seine Stars übertragen und vergessen machen, dass sie doch nur Produkte der Massenkultur waren. Wenn das nicht gelang, dann bereicherten die Aufmärsche der Gesalbten das Kino immerhin um visuelle Pracht: Königinnen, mehr noch als Könige, stellen Ansprüche an die Ausstattung. Und es ist bezeichnend, dass das Ende der goldenen Ära Hollywoods gern mit Cleopatra angesetzt wird, dem überlangen, überteuerten, auf seine Hauptdarstellerin Elizabeth Taylor zugeschnittenen Breitwand-Epos, das beinahe das produzierende Studio 20th Century Fox ruinierte: Die Fallhöhe der Königin im Film war dem Sturz des Kinos gerade mal angemessen. Danach brachen in jeder Hinsicht demokratischere Zeiten an, die Pathosformeln der heroischen Biografie wurden auf andere Frauentypen – Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Sozialrevolutionärinnen – übertragen, und für die Filmkönigin begann ein langer Abstieg. Ein paar Hoheiten, Elizabeth, die trutschige Maria Theresia oder die sechs Frauen Heinrichs VIII., konnte man, unvorteilhaft ausgeleuchtet, im Fernsehen treffen, andere, wie Isabelle Adjanis Reine Margot, festigten das Klischee, dass Frauen und Politik sich vor allem im Bett treffen.
Seit der Jahrtausendwende hat auf breiter Front ein Restaurationsprozess eingesetzt. Mag sein, dass er etwas mit der Refeudalisierung der modernen Gesellschaften zu tun hat, von der die Soziologie seit Jahren spricht, mit der Entstehung einer neuen Plutokratie, die den sozialen Konsens der Sechziger und Siebziger aufgekündigt hat und ihren Reichtum hemmungslos konsumierend zur Schau stellt. Jedenfalls findet die Populärkultur Adel neuerdings wieder schick und aufgerüschte Damen beim Staatsempfang nicht mehr peinlich. Vorausgesetzt, sie zeigen nicht wirklich Zähne, sondern liefern den Medien diesen emotionalen Mehrwert zu, ohne den Öffentlichkeit heute nicht mehr zu haben ist. Filme wie Sofia Coppolas Marie Antoinette oder Stephen Frears’ The Queen über die Krise der englischen Royals nach dem Tod von Diana Spencer betrachteten ironisch, aber nicht ohne Faszination die Celebrity-Szene und das luxuriöse Leben einer von aller unangenehmen sozialen Erfahrung abgeschotteten Upperclass. Die milde Kritik an der schönen Oberflächlichkeit wurde ihrerseits umgehend wieder in realen Konsum überführt: Satinschläppchen, Pariser Makronen, sogar die gute alte Barbour-Jacke erlebten ein Comeback. Und Helen Mirren nahm den „Golden Globe“ für ihre Queen mit den Worten entgegen: „Sie haben sich in sie verliebt, nicht in mich.“ Das Fernsehen verlegte sich derweil darauf, Patriziersippen aller Zeitalter – prominent in den Serien Rom und The Tudors – ansprechend in Szene zu setzen.
Elizabeth I. aber, sowieso die Zäheste unter den Filmqueens, erlebt derzeit buchstäblich ein neues Goldenes Zeitalter. Neben dem Kino-Sequel mit Cate Blanchett war im deutschen Fernsehen gerade eine preisgekrönte TV-Produktion – wie Rom von HBO produziert – mit Helen Mirren zu sehen, die aus ihren Königinnendarstellungen offenbar so etwas wie eine Zweitlinie macht. Im Fall dieser besonderen Majestät kommt allerdings ein erfrischender Aspekt ins Drama um die Frau auf dem Thron. Elizabeth, Markenname »Virgin Queen«, war in ihren reiferen Jahren das, was man heute Kult nennen würde, sie war sich ihres Promistatus vollkommen bewusst und war sehr versiert in der Selbstinszenierung, denn: »Wir Souveräne, sage ich euch, werden auf Bühnen gestellt, im Angesicht und Blickfeld der ganzen Welt nach Gebühr beobachtet … ein Fleck auf unseren Gewändern wird bald erspäht.« Aber sie war auch eine Politikerin mit hervorragender Leistungsbilanz, vor allem auf dem Gebiet der Integration konkurrierender Interessen – und die Filme stellen die »gute«, die tolerante Königin Elizabeth heraus. Wohl um zur Abwechslung mal etwas anderes zu befeuern als das Bedürfnis nach Klatsch und Glamour: die wie immer trügerische Hoffnung nämlich, es möchte mit den großen Frauen so etwas wie Vernunft in die nachweislich von Männern ruinierte Geschichte einziehen. Mirren und Blanchett, Ausnahmeschauspielerinnen beide, können es sich leisten, unter ihren rot gelockten Perücken zu schmollen und zu zetern. Denn wenn die Tränen getrocknet und die begehrenswerten Höflinge aus den Augen sind – »Mylord, begone!« –, dann schicken die Ladys diese klaren Blicke über die Rampe, die den Zuschauer davon überzeugen, hier werde am Ende schon alles gerichtet.
Während Mirrens TV-Königin sich vor allem in flinken Wortgefechten mit ihren Beratern entfaltet, erscheint die Kino-Elizabeth geradezu entfesselt. Elizabeth – Das Goldene Zeitalter, wie der Vorgänger von Shekhar Kapur inszeniert, ist vom Virus des neuen kostümierten Spektakelkinos befallen. Mit dem historischen Detail, den Umständen des englischen Siegs über die spanische Armada etwa, nimmt es der Film nicht so genau, dafür kommt er buchstäblich mit wehenden Fahnen daher. Die Inszenierung der berühmten Rede, die Elizabeth auf dem Feld von Tilbury vor ihrem Heer hielt, lässt spontan an Blanchett-Plastik-Actionfiguren denken. Vieles an dieser Elizabeth wirkt gesucht, wenn nicht gespreizt, von den hypertrophen Kostümen über die Kameraeinstellungen aus dem Gebälk gotischer Kirchen bis hin zur Choreografie der Komparsen. Aber gerade das ist es, was den Reiz des Films ausmacht: wie er auf Teufel komm raus die männliche Energie des Effektkinos mit der weiblichen des Melodrams verschmilzt. Wie er versucht, das Bild der heroischen Frau wiederzubeleben und aus den Trümmern der Kino-Königinnen-Geschichte, die natürlich auch eine Geschichte des Kitschs ist, den modernen Funken zu schlagen. Wenn der Königinnenfilm etwas darüber sagt, welcher Frauentyp in einer Gesellschaft gerade gefragt ist, dann könnte das Comeback der Elizabeth bedeuten, dass für die »Königinnen der Herzen«, die allen gehören und keinem, für die Apanagen-Empfängerinnen und Medien-Darlings die Dämmerung angebrochen ist, dass der Trend in Richtung Di raus, Hillary rein läuft und eine gescheite Berufsbiografie die Dame so gut kleidet wie eine Balenciaga-Robe. Ob das schon ein politischer Fortschritt ist, lässt sich nicht sagen. Auf jeden Fall erzeugt es im Kino mehr Spannung – und hat überhaupt mehr Klasse.
Re: Elizabeth I.
Ulli - 20.12.2007, 11:04
@ Julia, Sefie
Es wäre super, wenn Ihr Eure Kritik, wenn Ihr es tatsächlich heute ins Kino schafft, heute oder morgen noch hier reinstellen könntet. Ich düse morgen nachmittag gen (internetlose) Heimat und will soviel Kino in Berlin kriegen, wie nur eben geht, u. a. natürlich auch "Ellie".
Re: Elizabeth I.
Sefie - 20.12.2007, 21:41
Ich komme gerade frisch aus dem Kino, war gleich in der Vorstellung am frühen Abend.
Der Film hat wunderbare Bilder, tolle Schauspieler, tolle Musik, exzentrische Kostüme (zumindest an Elizabeth) und man sollte sich das Ganze wirklich auf der großen Leinwand anschauen.
Aber, ja und jetzt kommt das "aber", je weiter der Film fortschreitet, übernehmen Pomp und Pathos das Zepter, hinter denen sich leider eine gähnende Leere auftut. Der Film ist leider nicht so "dicht" erzählt wie der erste Teil, die Erzählstränge laufen irgendwie so nebeneinander her und aneinander vorbei oder werden völlig fallen gelassen ohne einen gemeinsamen Nenner zu finden. Zumindest war das mein Eindruck.
Aber natürlich kann man sich den Film trotzdem anschauen. :engel:
Am Anfang war es ja teilweise ganz amüsant, es beginnt ja in Spanien bei Phillipp II, der auch den Beinamen der "O-Beinige" tragen könnte, achtet mal auf seinen Gang. :wink:
Der österreichische Heiratsanwärter mit seinen auswendig gelernten Sprüchen war klasse, hihi.
Rhys Ifans als Jesuit und fanatischer Attentäter war auch sehr gut, v. a. weil der ja sonst immer nur auf die Dödel abonniert zu sein scheint.
Clive Owens Charme als Walter Raleigh waren nicht nur die Königin und die ein oder andere Hofdame erlegen. :ohhhh:
Walsingham kam irgendwie ein bisschen zu kurz, fand ich.
Samantha Morton als Mary Stuart hat auch nur ein paar kurze, aber sehr prägnante Auftritte und anscheinend durfte sie hier gleich beim ersten Hieb mit dem Beil sterben...
Die Idee mit dem Raum, in welchem lauter kopflose Kleiderpuppen mit Elizabeths Gewändern stehen, fand ich sehr gut.
Re: Elizabeth I.
Julia - 20.12.2007, 21:57
Danke für den ersten Eindruck! Ich geh morgen abend ... *freu*
Re: Elizabeth I.
Ulli - 21.12.2007, 09:18
Danke, daß Du Dich gleich noch abends hingesetzt hast! Ich werde mir vermutlich am Sonntag die OmU-Fassung ansehen.
Re: Elizabeth I.
Bruki - 21.12.2007, 12:09
In meiner Zeitung wurde der Film verrissen... a) unter dem Gesichtspunkt des erdrückenden Dekorums, das zu sinnfrei aneinandergereihten Tableaus geronnen und b) dem Inhalt, der abgeschmackt und klischeebeladen sei: die ältere Frau, die von einem Jüngeren geliept werden wolle um ihrer selbst willen usw. - und zu den Dialogen der beiden sei den Drehbuchautoren auch nur das abgeschmackteste eingefallen... ausdrücklich wird in diesem Zusammenhang die alte Verfilmung "Herr der sieben Meere" erwähnt, dessen Gefechte zwischen der alten Königin und ihrem Piraten als funkensprühendes Beispiel, wie man es besser mache, angezogen wurde... also, wer mal richtig Fetzen fliegen sehen will, der schaue Errol Flynn und Flora Robson an...
Er bekam 2 von 5 Punkten - einen weniger als Til Schweigers neuer Film :wink:
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Sefie - 21.12.2007, 12:56
Ulli hat folgendes geschrieben: Ich werde mir vermutlich am Sonntag die OmU-Fassung ansehen.
Ui, toll. Da spricht sie doch glaube ich sogar mal deutsch mit dem österreichischen Heiratskandidaten. :lol:
Re: Elizabeth I.
Julia - 22.12.2007, 01:02
^Ja, sogar ziemlich viel. Und der "Österreicher" spricht schlechter Deutsch als sie. :wink: Aber sehr amüsant.
Anna hat folgendes geschrieben: aber sei nicht ganz so hart, wenn du mir und meinen vorweihnachtlich geschwächten nerven erzählst, wie seelenlos und überladen das ganze war, ja?
Dann breite ich bis Silvester wohl lieber den Mantel des Schweigens darüber. :cool:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 22.12.2007, 14:58
oha. na dann lass die katze doch besser gleich aus dem sack, dann kann ich noch würfeln ob ich nicht doch eher einlenken und den wunschfilm meiner begleitung angucken soll (hitman)... :wink:
Re: Elizabeth I.
Julia - 22.12.2007, 15:44
Ich hatte am Vorabend nochmal den ersten Teil gesehen, vielleicht war das ein Fehler.
Für meinen Geschmack war alles viel zu klischeeüberhäuft. Die Dialoge (schlimm teilweise!), die Einstellungen, etc. Gerade als es dann seeschlächterisch zur Sache ging, triefte es nur so vor Pathos, Heldenverklärung und Schnulz. Vorallem bildtechnisch. Held am Bug im Abendlicht hängend, Frau im wehenden Nachthemd auf Klippe, ... alle Register. Und so platt und peinlich, dass es nichtmal mehr nett anzuschauen war. Teilweise mussten wir spontan loslachen.
Gegen die Handlung selbst kann ich gar nicht soviel sagen (denn dann müsste man 90% der Filme verdammen), aber die Art wie es rübergebracht wurde war schlimmstes Hollywood-Mainstream-Action-Kitsch-Theater. Echt schade, denn der erste Teil kam so wunderbar ohne all diese Abgeschmacktheiten aus.
Es gab aber auch sehr schöne Sequenzen, immer wenn den Schauspielern Zeit gelassen wurde, zu spielen und sich zu entwickeln. Cate Blanchett war toll und auch Samantha Morton als Maria Stuart fand ich sehr überzeugend, obwohl sie nur sehr wenig Platz hatte. Ebenso Geoffrey R*rrrrr*ush - er am hier leider nicht so gut zur Geltung wie im ersten Teil. Ich glaube, er hatte gerademal 15 Sätze zu sagen.
Clive Owens glutäugige Mimik ist nicht so mein Fall gewesen, zu langweilig irgendwie.
Alles in allem lohnt es sich um Cate Blanchetts Willen und die Ausstattung ansich sowieso. Am Besten wohl im Original, allein schon wegen der Deutsch-Sequenz. :wink:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 22.12.2007, 17:46
also der typische zweite teil?? naja. jedenfalls dank an euch beide für die meinungskundgabe.
zu dem o-ton komme ich wohl demnächst nicht. mal ernsthaft, ich wüßte nicht, dass es in ganz M.-V. ein kino gibt, dass filme so vorspielt. wozu auch, wenn hier doch eh keiner übers hauptschulniveau hinaus kommt und es ergo schon (zu?) viel verlangt ist, einer filmhandlung in seiner muttersprache zu folgen... :tot:
Re: Elizabeth I.
Bruki - 22.12.2007, 19:03
Anna hat folgendes geschrieben: ... wenn hier doch eh keiner übers hauptschulniveau hinaus kommt und es ergo schon (zu?) viel verlangt ist, einer filmhandlung in seiner muttersprache zu folgen... :tot:
Na ja, kommt drauf an: Hast Du mal versucht, "Die verborgene Festung" im Original anzusehen, Du meckpommersche Haupschülerin? :wink:
Bruki :bruki:
PS: Ich bin recht froh, dass sich in Deutschland die Kunst der Synchronisation etabliert hat... und uns nicht alles im Original mit oder ohne UT vorgesetzt wird.
Re: Elizabeth I.
Julia - 22.12.2007, 22:38
Bruki hat folgendes geschrieben: dass sich die Kunst der Synchronisation etabliert hat
Schön wärs ... :roll: :cool:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 23.12.2007, 15:09
da muss ich julia mal zustimmen. ich weiß nicht, wie es mit dem filmkonsum zum beispiel in skandinavischen ländern aussieht, wo der o-ton mit untertiteln gang und gebe ist. dass heißt, ich weiß nicht, ob dort das verständnis der fremdsprache ganz natürlich mitwächst und man automatisch nicht solche schwierigkeiten damit hat, wie hier - ausländische filme sich also ähnlicher beliebtheit erfreuen, wie hierzulande, und kein nieschendasein im studiokino führen. ich könnte mir allerdings sehr gut vorstellen, dass dem so ist.
es ist schon sehr bequem, die filme mehrstimmig überarbeitet hier sehen zu können. sicher ist das so weit netter, als das zum beispiel in polen gängige "dubbing" wo dann alle szenen, vom gebrülle auf dem schlachtfeld über das zarte gesäusel in der schnulze bis zum fröhlichen kindergekicher in lassie und dem sing sang in musicals, von einem äusserst unanimierten und komplett humorfreien herren mit sonorer stimme übersprochen werden :tot: aber kunst ist es in den allerwenigsten fällen. wie gesagt, die schauspieler spielen nicht nur mit mimik und gestik sondern vor allem auch mit der stimme. und was da an elementaren zwischentöten flöten geht, braucht man wohl niemandem erklären... das ist im endeffekt ungefähr so, als würde man eine feine holzschnitzerei mit silikatfarbe und einem tapezierpinsel überstreichen.
eines der allerwenigsten beispiele für eine exzellente synchro, die mir jetzt einfallen wollen, ist "gefährliche liebschaften". und weils gerade erst lief: ich glaube, "der kleine lord" mit alec guinness ist auch ganz gut übertragen worden... naja. genug geseiert. ich will euch ja nicht langweilen, denn eigentlich haben wirs (ich) ja schon des öfteren durchdiskutiert :wink:
Re: Elizabeth I.
Bruki - 23.12.2007, 19:58
Anna hat folgendes geschrieben: ... und weils gerade erst lief: ich glaube, "der kleine lord" mit alec guinness ist auch ganz gut übertragen worden... naja. genug geseiert. ich will euch ja nicht langweilen, denn eigentlich haben wirs (ich) ja schon des öfteren durchdiskutiert :wink:
... und das klassische Beispiel eine gelungenen Synchronisierung: "Die Zwei" - eine im englischen Mutterland ob der unterirdischen Qualität total vergessene Serie - im Deutschen (wegen der genialen "Verbesserung" der Dialoge im Zuge der Übertragung ins Deutsche) Kult!
Ansonsten kann ich nur noch mit "Ginger Snaps" aufwarten, wo es auf der DVD ein Special zur Synchronisation gab, worin mir nicht so schien, als hätten die beiden professionellen Schauspielerinnen/Synchronsprecherinnen das nicht ernst genommen, was sie taten...
Die "Feinheiten" bekommt ein des englischen (oder japanischen :wink:) nicht vollkommen mächtiger Deutscher eben auch im Original nicht mit... Da ziehe ich denn eine deutsche Übertragung allemal vor, ehe ich mir das Original antue - und nix mitschneide...
Bruki :bruki:
Re: Elizabeth I.
Julia - 24.12.2007, 11:26
Mir fehlen halt einfach oft die Feinheiten in der Aussprache ansich, mir gehts gar nicht so sehr um die gute/schlechte Übersetzung. Ich hab leider schon viel zu viele Filme gesehen, die so ruiniert wurden, weil die Synchronsprecher nicht "mitspielen". Das Gesprochene passt gar nicht zum Bild.
Oft empfindet man dann Filme oder Schauspieler als "schlecht", weil die Synchronisation so stümperhaft ist. Bei älteren Filmen (Hitchcock, z.B.) hat man sich da noch viel mehr Mühe gegeben, glaube ich. Zumindest schaue ich mir diese Art Filme gern auch als Synchronistation an.
Aber die Fließbandproduktion die mittlerweile daraus enstanden ist ... nee. :tot:
Und um auf den Thread zurückzukommen. Die verschiedenen Sprachen, die in "Elizabeth" gesprochen werden, sind einfach wichtig, um den Film in seiner Gänze zu verstehen, meine ich. Gerade die deutschsprechende Queen in diesem Fall.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 30.12.2007, 22:15
oh. eine frau, windumweht im ansehnlich flatternden gewand auf einem felsvorsprung... :suspekt:
ich habe heute "das goldene königreich" gesehen.
jeujeujeu. die briten haben wirklich sehr imposante kathedralbauten (ich sollte mal verreisen...) laurence fox sieht mit spitzbart und pluderhosen sehr gut aus. eigentlich sahen dort alle männer sehr gut aus ;D
elizabeth' büssergewand war das opulenteste solche, das ich wohl je sah.
und den namen des ausstatters sollte man sich unbedingt merken. entweder, weil man polizist und auf hehlerei spezialisiert ist, oder selbst ausstatter und unbedingt die namen von so guten kunsthandwerkern braucht, oder man diplomat in verhandlung mit diversen museen ist und lernen muss, wie man denen die dollsten stücke aus dem kreuz leiert...
vielleicht gebühren die lorbeeren aber auch dem kameramann und der postproduction/cgi abteilung.
auf jeden fall war es nett, mal schiffe ausserhalb des späten 18. jahrhunderts en detail zu sehen. bisweilen mußte ich auch über den bösen humor des regisseurs und dessen "mutige" statements zum thema reliogion schmunzeln.
alles andere. nunja. ich werde mir jetzt unbedingt noch mal "elizabeth" ansehen (ich glaube nachher ist heilsamer als vorher) und dann entscheiden, ob ichs nur verdauen oder auch verdrängen muss...
PS: bruki, vergiss die hausschweinkampagne. an deiner stelle würde ich auf weiße pferde umsatteln :ja:
PS2: ich werde doch erstmal in irgendeinem werk über farbsymbolik nachschlagen.
PS3: oder ich gucke königreich der himmel. in der langfassung.
EDIT: so, jetzt hab ich CBs kostümierungen farblich soweit entschlüsselt. dass man sich in ihrem aussehen allgemeinund in den farben besonders auf christliche symbolik stützt, die figur also weiterhin ikonisiert, finde ich gut. umso bemerkenswerter jedoch, dass den ganzen recht antikatholischen film hindurch die katholische (farb)ikonographie im besonderen an der hauptfigur anwendung findet... :roll:
Re: Elizabeth I.
Silke - 04.01.2008, 11:09
Musstet ihr auch so grinsen, als Elizabeth BARFUSS zu der Klippe ging?
In welchen film durfte Cate schon einmal barfuss durchs Gras laufen?! :D
Re: Elizabeth I.
Adminette - 04.01.2008, 13:19
ist das eine fangfrage?? :mhh: :D (ich tippe auf "the gift")
Re: Elizabeth I.
Silke - 04.01.2008, 16:27
Nee, ist keine Fangfrage :engel: Das war absolut identisch mit einer Szene aus HdR " Die Gefährten".
O.K, das waren nur ein paar Sekunden, aber trotzdem, ich hätte fast laut gelacht.
Re: Elizabeth I.
Ulli - 07.01.2008, 11:42
Anna hat folgendes geschrieben:
umso bemerkenswerter jedoch, dass den ganzen recht antikatholischen film hindurch die katholische (farb)ikonographie im besonderen an der hauptfigur anwendung findet... :roll:
Kannst Du da noch ein wenig Aufklärung leisten?
Mir hat der Film übrigens gut gefallen, die Klasse des Vorgängers hatte er freilich nicht, aber das ist ja meist so. Ich hatte mich auf einen Kostümrausch und gute Schauspieler eingestellt und genau das habe ich bekommen. Die Rollen waren wieder gut besetzt, unterhaltsam wars auch.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 07.01.2008, 14:34
Ulli hat folgendes geschrieben:
Kannst Du da noch ein wenig Aufklärung leisten?
sicher. religiöser oder eher farbberatungstechnischer natur?? ;D
Re: Elizabeth I.
Ulli - 07.01.2008, 16:02
Sowohl als auch :wink: .
Re: Elizabeth I.
Adminette - 07.01.2008, 20:46
na denn mal los.
:preach:
schon im letzten film stilisierte sich elizabeth finalement ja selbst zur "mutter gottes auf erden" - man rufe sich eines der denkwürdigsten zitate der filmgeschichte ("Kat, I have become a virgin!") in erinnerung - stilisiert, das zeigt unter anderem auch die sehr eindrucksvolle überblendung der wunderschönen madonnen-statue in der kapelle zu elizabeth, wie sie sich mit ihrer eitlen haarpracht auch ihrer leidenschaftlichen vergangenheit entledigt.
auch dort zeigte sich schon eine - etwas subtiler angebrachte - symbolik in der farbauswahl der kostüme. so ist dass letzte kostüm das einzig weiße, wobei weiß (das der summe aller farben entspricht, ähnlich dem prinzip des lichtes) die nähe zum göttlichen bekräftigt.
sicher wird euch nun also auch aufgefallen sein, dass die kostüme im 2. teil auffällig uni-farben gehalten sind. vor allem die von CB.
hier überwiegt, vor allem auch in raleighs anwesenheit oder in besonders enervierenden gelegenheiten bei hofe (das von seinem spielzeug weggerissene östereichische prinzchen) ein helles blau. aquamarine, besser gesagt, denn zurückgehend auf das blau des unendlich weiten ozeans steht es für fernweh und eine nicht zubefriedigende sehnsucht. kein wunder also auch, dass sich diese sehnsucht auf den seefahrer raleigh projeziert. sicher hat von euch auch schon wer von der "blauen blume" gehört, die seit den romantikern durch die kulturgeschichte geistert.
hier gibt es eine kleine, nicht unebdingt hochwissenschaftliche oder christliche aufzählung von farben und deren möglichen symbolgehalt, die aber über rot, gelb, grün und blau hinausgeht.
Re: Elizabeth I.
Julia - 07.01.2008, 20:56
Mir fiel auch auf, dass sie und Bess oft/immer(?) gleichfarbig gekleidet waren, bzw. Bess in der Pastellversion.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 07.01.2008, 21:30
naja, bess war hier als elizabeths mündel gezeigt und quasi auch als ihre exekutive. so darf sie die gefühle zu raleigh ausleben, wo die königen sich zurückhalten muss... usw.
dementsprechend stehen die pastellenen farben, in denen bess gekleidet war auch für eben die jugendlichkeit, liebreiz und frische. ich nehme aber mal an, dass weitere in diesen farben versteckte symbolgehalte eher zur rokoko-zeit entwickelt wurden.
also weiter im kontext: weiterhin fällt noch auf, dass elizabeth in gelb gekleidet ist, wenn sie offiziell hof hält, die gesandten und ihre geschenke empfängt oder den spanischen ("north and south's" john boucher, wenn mich nicht alles täuscht) botschafter zur schnecke macht. gelb ist allerdings sehr zwiespältig belegt (was im prinzip auch passt), denn zum einen dient von der wertigkeit her auch als gold (kennt man ja von "unserer" fahne her), also als herrschaftliche farbe. zum anderen ist es eher negativ konnotiert, wie ja einfach aus der redewendung "gelb vor neid" deutlich wird...
dann gibt es auch im zweiten teil haufenweise weiße roben und eine grüne, wobei ich jetzt nicht mehr genau weiß, zu welchem anlaß diese gezeigt wurde. nur dass die zuordnung von hoffnung und aufkeimendem leben zu dem anlaß nicht wirklich passend wären. ebensowenig wie grün als DIE farbe des islam... :nixweiss:
und dann war da eben dass oben schon gezeigte büßergewand, dass sie nach der hinrichtung maria stuarts trägt. büßergewand, weil violett nicht nur als magisch oder als altjüngferlich gilt, sondern vor allem in der christlichen ikonographie als farbe der buße oder fastenzeit...
das wiederum ist eine sehr katholische angelegenheit, wie überhaupt die marienverehrung eher in dieser kirche verwurzelt ist.
achja. und die kämpferische jeanne d'arc, nach der elizabeth hier zur tilbury-rede (war der originalwortlaut etwa auch so schmalzig, oder hat sich da ein egomanischer schreiberling vergangen? weiß das jemand auf die schnelle?) zurechtgemacht ist, ist auch eine eifrige verfechterin des katholischen glaubens gewesen. daher meine verwunderung. allerdings ist der widerspruch so auffällig, dass sich der vorwurf des antikatholizismus hier vielleicht garnicht halten läßt. zumal der regisseur indisch ist und womöglich mit den christlichen kirchen garnichts am hut hat.
aber hier gibts noch eine christlichorientierte seite, die zu den farben gleich die passenden bibelverweise geben kann und somit vielleicht etwas erhellender, wenn auch von der palette her nicht so umfangreich ist. es ist halt keine statische, rein wissenschaftliche angelegenheit mit der farbsymbolik.
achja: und auch wenn ich noch nicht so ganz weiß, wass ich von den szenen am spanischen hofe halten soll, die kleine infantin isabella(=elizabeth) war klasse. besonders der blick mit dem sie ihren papa bedenkt, als diesem die niederlage bewußt wird. :aetsch:
Re: Elizabeth I.
Ulli - 09.01.2008, 14:54
Danke für Deine Erklärungen, da kann ich mir den Film mit dieser Symbolik ja dann nochmal ansehen.
Beim span. König kam ich etwas ins Grübeln, weil ich vermutet hatte, daß dies der Witwer der Bloody Mary war und nun sind zwar die Geschmäcker außerordentlich verschieden, aber wie dieses krummbeinige bleichgesichtige Wesen irgendein Frauenherz zum Überfließen bringen sollte, überstieg meine Vorstellungskraft denn doch bei weitem.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 09.01.2008, 16:17
ich fand jordi mollas dankenswerterweise recht unkommentierte gangart ganz gut. aber war er denn irgendwie als frauenheld gedacht??? schon im ersten teil saß der damalige darsteller ja doch eher bläßlich und geduckt in der gegend rum und wußte garnicht, wie er je zu den vaterehrn gekommen sein soll. er konnte es ja in der tat kaum erwarten seine frau wieder gen heimat verlassen zu dürfen. :nixweiss:
die britische import-dvd gibts übrigens schon ab dem 25. februar bei amazon.de
Re: Elizabeth I.
Klara - 09.01.2008, 18:32
Wisst ihr wieso die Verschwörer sich rote Klamotten gefärbt haben?
Klara
Re: Elizabeth I.
Adminette - 09.01.2008, 18:50
ja richtig, das hab ich schonwieder vergessen.
ich nehme mal an, dass das schlicht und einfach nochmal auf gefahr deuten soll. also rot als derartige signalfarbe.
ich weiß aber auch nicht, ob die jesuiten definitiv die klamotten rot färbten, oder sich einfach an so einem stinkigen ort wie einer färberei, die gerade "rot" auf dem plan stehen hatte, zwecks konspiration getroffen haben.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 12.01.2008, 13:14
der costumer's guide hat haufenweise sehr nette neue bilder, u.a. von regisseur shekar kapurs offizieller seite, auf der es auch das ein oder andere gimmick zu entdecken gibt.
ausserdem gibt es ein feature über die kostüme auf der working title seite - eines, dass ich mir hier momentan leider nicht angucken kann...
immerhin ist mal was tolles neues aus der korsagenabteilung für den forenheader dabei (die kutschen nehmen doch etwas überhand) :wink:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 03.02.2008, 20:44
ich habe mir "the golden age" nocheinmal angeschaut - elizabeth trägt die grünen robennach dem attentatsversuch und während sie über der hinrichtung mary stuarts grübelt, in einer phase also, in der ihre festigkeit soweit erschüttert ist, das sie halt bei dem salbadernden dr. dee sucht.
was mir weiterhin aufgefallen ist und mir an sich ganz gutgefallen hat, ist: es wird etwas weniger vordergründig gezeigt, dass phillip in spanien große grüne wälder abholzt, mondlandschaften hinterläßt um im namen des glaubens zum krieg zu rüsten, während in england emsig in an den tempeln/kathedralen, dem manifestierten glauben, gebaut wird.
ansonsten lobe ich mir ja monty python und jeglichen spaß über diverse religionen. die seitenhiebe hier waren mir allerdings etwas zu heftig.
so werden die von klara angesprochenen "roten klamotten" anfänglich gezeigt, gleich nachdem rhys ifans und dieser etwas debil aussehende junge mann - beides also jesuiten - einen weiteren herren zunächst blutig foltern und ihn dann erschiessen. so baden die jesuiten ihre hände und alles andere förmlich in blut usw.
wie gesagt, ich lobe mir den ersten teil und werde den zweiten wenn überhaupt, dann lieber unabhängig davon betrachten.
zumal auch die charakterzeichnungen in beiden filmen stark variieren. war walsingham im ersten ein cosmopolitischer, skrupelloser feingeist, der ketzerischen philosopheleien nachhing, sein zimmer mit jungen knaben zu teilen pflegte, kriegt er hier eindeutig ein paar stempel, die eher nach sir william cecil/lord burleigh riechen, aufgedrückt (was soll der autor auch anderes tun, nachdem er die altersdifferrenz von elizabeth zu burleigh so hoch ansetzte, dass letzterer schon im ersten teil in rente mußte... :roll: ) . er ist der verdiente, treuergebene gefährte der königin, ganz konservativ mit kind und kegel... von elizabeth selbst ganz zu schweigen...
Re: Elizabeth I.
Ulli - 15.10.2008, 11:49
Anna hat folgendes geschrieben:
... die eher nach sir william cecil/lord burleigh riechen, aufgedrückt (was soll der autor auch anderes tun, nachdem er die altersdifferrenz von elizabeth zu burleigh so hoch ansetzte, dass letzterer schon im ersten teil in rente mußte... :roll: )
Ich hatte daher im königl. Rat schon nach Robert Cecil Ausschau gehalten und vermutete ihn zunächst in Laurence Fox-Figur, die sich allerdings als Christopher Hatton entpuppte.
Habe mir den Film jetzt auch nochmal angesehen und stimme zu, daß man ihn einfach nicht zusammen mit "Elisabeth" ansehen darf. Das geht in die Hose.
Wobei ich gegrübelt habe, warum der zweite Film so deutlich schwächer rüberkommt. An den Schauspielern und der Ausstattung liegt es nicht.
Wahrscheinlich fehlen einfach die innen- und außenpolitischen Reibereien, denen sich die junge Elisabeth im ersten Film gegenübersieht. Hier stehen alle wie ein Mann hinter der Königin und es ist klar, was passieren muß. Dabei hätte man das Thema auch wieder kontrovers angehen können. Immerhin soll Burghley ja gegen den Krieg mit Spanien gewesen sein, wie Jahrhunderte später Lord Chamberlain. Ebenso wird der Konflikt mit Maria Stuart nur sehr oberflächlich angerissen, sei es in den Szenen mit Maria Stuart direkt, sei in den Bedenken Elisabeths. Diese leidet kurz und malerisch im grünen Gewand und Thema abgehackt. Beide Themen hätten jeweils für sich einen ganzen Film gefüllt, zusammengeklatscht kann man sich aber auch nicht recht entscheiden und bleibt daher lieber an der Oberfläche.
Ähnlich die (einseitige) Liebesgeschichte: Während die ins zweite Glied versetzte Geschichte des jungen Paares gerade durch die Zurückhaltung von Bess gut funktioniert, ist die Geschichte von Raleigh und Elisabeth auch wieder ein bißchen Wischiwaschi. Obwohl Cate Blanchett wieder angemessen leidet und Clive Owen einen sehr ordentlichen (jungen) Raleigh abgibt.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 06.12.2009, 13:56
ich habe mir zur weiterführung der kleinen, mit den bathorys begonnenen reihe über frauen am scheideweg von mittelalter zur aufklärung noch einmal "the golden age" angeschaut. vorneweg ein paar anmerkungen:
Silke hat folgendes geschrieben: Das war absolut identisch mit einer Szene aus HdR " Die Gefährten".
ja, und die barfüßige königin war nicht das einzige, was eindeutig von peter jacksons trilogie beeinflußt war. so erinnert die umsetzung der rede in tilbury sehr an theodens kampfansage in "die rückkehr des königs". und auch die signalfeuer an der küste hat man dort gesehen. der ganze film erstrahlt in einem ähnlich fantastisch bombastischen duktus, wie "der herr der ringe". nur das finde ich doch sehr störend, da man uns ja eigentlich eher ein historien-irgendwas zeigen wollte, als einen fantasy-film.
Klara hat folgendes geschrieben: Wisst ihr wieso die Verschwörer sich rote Klamotten gefärbt haben?
mir ist aufgefallen, dass die gesamte römisch-katholische welt in rot-schwarze farben gehüllt war (die spanischen schiffsmannschaften, die roten kardinäle und der schwarzgekleidete spanische könig und - ganz dramatisch und ausnahmsweise historisch überliefert - maria stuart auf dem schafott). somit haben die attentäter in ihrer rotfärberei auch im quasi chromatographischen sinne den weg für den offenen katholischen großangriff bereitet. politisch taten sie es, weil sie durch das gefakete attentat (es war ja keine kugel im schießeisen, wie schütze eddie redmayne dummerweise nicht bemerkte) die aburteilung maria stuarts evozierten. damit wurde eine gesalbte königin gerichtet und phillipp II hatte einen guten grund, england zu überennen und sich gleich zweier herrscherinnen zu entledigen.
übrigens ziehen die spanischen katholiken mit einem roten kreuz (eine mischung aus dem "gekürzten" griechischen kreuz und einem erweiterten prankenkreuz - die serifen des prankenkreuzes wachsen sich zu lilienartigen enden aus) auf weißem grund in den heiligen krieg. das wurde in dieser farbkombination vor allem von den templern verwendet, um die es ja auch die schönsten (welt-)verschwörungstheorien gibt. dieses ist aber dem schon vorher von den kreuzfahrern verwendeten georgskreuz so ähnlich, dass es wohl einfach nochmal auf genau den kreuzfahrercharakter des spanischen handelns hinweisen soll. in diesem sinne auch passend die heiligenikonen ausgerechnet auf den kanonenklappen der spanischen "vessels" = u.a. kriegschiff aber auch blutgefäß. also wieder die verbindung zum roten blut und der blutsverbundenheit der christlich-katholischen theologie (dracula ist ein urschöner auswuchs des ganzen). könige wurden darauf zurückgreifend auch als "god's chosen vessels" bezeichnet, weshalb man den thron ja auch über die blutsverandschaft erbt.
Anna hat folgendes geschrieben: haufenweise weiße roben und eine grüne, wobei ich jetzt nicht mehr genau weiß, zu welchem anlaß diese gezeigt wurde. nur dass die zuordnung von hoffnung und aufkeimendem leben zu dem anlaß nicht wirklich passend wären. ebensowenig wie grün als DIE farbe des islam... :nixweiss:
Ulli hat folgendes geschrieben: Ebenso wird der Konflikt mit Maria Stuart nur sehr oberflächlich angerissen, sei es in den Szenen mit Maria Stuart direkt, sei in den Bedenken Elisabeths. Diese leidet kurz und malerisch im grünen Gewand und Thema abgehackt.
habe gesehen, dass elizabeth das große grüne noch mal anzog, als sie dr. dee zum ersten mal aufsucht. da grün nun wie gesagt in den konnotationen nach christlicher farblehre (auferstehung, leben, frühling) nicht wirklich sinn macht, aber so ausdrücklich DIE farbe des islams (einer anderen weltreligion) ist, könnte ich mir höchstens folgende zuordnung vorstellen: elizabeth zeigt sich immer dann grün, wenn sie von ihrem glauben abzufallen droht, und sich vom regisser unkommentiert händeringend anderen wegweisern zuwendet.
Anna hat folgendes geschrieben: was mir weiterhin aufgefallen ist und mir an sich ganz gutgefallen hat, ist: es wird etwas weniger vordergründig gezeigt, dass phillip in spanien große grüne wälder abholzt, mondlandschaften hinterläßt um im namen des glaubens zum krieg zu rüsten, während es in england grünt wie eh und je und außerdem emsig in an den tempeln/kathedralen (ergo:dem manifestierten glauben) gebaut wird.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 06.12.2009, 19:21elizabeth - the golden age
was den vergleich von erstem zum zweiten teil angeht: elizabeth wohnt immer noch in einer kirche, nicht in einem schloss. macht jetzt, da sie sich am ende des letzten teils zur mutter gottes bzw. zur übermutter ihres volkes ausrief, auch noch mehr sinn. das hat zwar zur folge, dass betten vergnüglicherweise an den unüblichsten stellen stehen (auch das sterbebett des getreuen, auf privatleben weitestgehend verzichtenden walsingham steht ganz unprivat und exponiert mitten in der eingangshalle seines anwesens). seis drum.
elizabeth's hof ist jedenfalls in den gezeigten jahren ihrer vorangeschrittenen regierung bemerkenswert hell und lichtdurchflutet (das "licht der aufklärung"?). man vergleiche die dunklen aufnahmen aus teil eins oder die bilder vom spanischen hof, die zwar den flirrenden glanz der güldenen katholisch-prächtigen kirchenausstattung wiederspiegeln, aber gerade dadurch merkwürdig verfremdet erscheinen. mal ganz zu schweigen vom hofe marie stuarts (übrigens nicht unbedingt eine glanzleistung von frau samantha morton). diese dame sitzt merklich in einem düsteren, feuchten loch, dass mit allerlei kissen, decken und stickarbeit (genug freizeit für handarbeit dürfte ja vorhanden gewesen sein) vollgestopft ist, um einen wohnlicheren eindruck vorzublenden.
leider hat man david hirschfelder, der war zuständig für die musikalische "unter"malung des ersten teils, ersetzt. hier erwecken die sphärischen klänge in den langen kameraeinstellungen nur einen etwas salbadernden eindruck. so richtig laune macht es nur, wenn die musikstücken des ersten teils (beim bankett für den österreichischen brautwerber und der tanzsstunde für bess throckmorton und raleigh) wieder angespielt werden. in die tanzszene wurden auch bilder aus dem ersten teil geschnitten. das macht aufgrund der gänzlich anderen darstellungsart aber einen eher plumpen eindruck.
dem alten, charismatischen walsingham hab ich ja schon beim zweiten gucken hinterhergetrauert. aber auch alle anderen extra von namhaften schauspielern dargestellten figuren verkommen eigentlich zu willkürlich ersetzbaren kleiderständern. zugegebener maßen sahen die herren in pluderhose, cape und bartmode aber selten SO gut aus, wie in diesem film vorgestellt.
zum schluß immerhin noch zwei positive bemerkungen: die idee mit den multiplen elizabeth's finde ich nett, auch wenn ich ihr nicht in gänze folgen kann. zum einen ist da die über-elizabeth (- tudor), dann ihre emotionale exekutive elizabeth (- throckmorton). zum wortlosen dritten: die spanische infantin elizabeth (- clara eugenia de austria y valois ), die papa nach der niederlage mit einem eiskalten "ich habs dir ja gleich gesagt"-blick bedenkt. und zu guter letzt die puppe der spanischen infantin elizabeth :wink:
und richtig launig fand ich bei jedem anschauen die hofhaltung elizabeth's. sei es, wenn sie raleighs gastgeschenke probiert (oder besser den ergebenen walsingham probieren läßt, was der etepetete christopher hatton nur mit gespreizten fingern anrühren wollte :rofl: ) oder wenn sie dem vor aufregung komplett hibbeligen österreicher mütterlich zur seite springt, während sie ihre maritalen felle endgültig davon schwimmen sieht.
alles in allem bleibt ein äußerst zwiespältiges konstrukt, das einerseits durch kunstvolle, symbolische gestaltung, wie man sie sonst nur in independentfilmen mit viel zu wenig geld zu sehen bekommt, unterhält und zum anderen durch das niveaulose, charakterfreie 0815 drehbuch mit hollywoodschmalzzulage abschreckt. so entsteht und bleibt natürlich der eindruck von unnötig und ärgerlich überproduziertem schmodder :-( und ich hab jetzt leider den ersten teil nicht bei der hand, um mich wieder abzuregen.
Re: Elizabeth I.
Adminette - 12.02.2013, 23:23v&a portrait
schaut mal, was die herrschaften des londoner victoria & albert museums anläßlich der ausstellung zum thema "tudors, stuarts und die zaren" (und der zusammenhang in diesem dreiklang?) aus dem kabuff gezaubert haben:
klein elli im offiziellen werbe-modus. ein idealportrait, das also elizabeth vor allem als begehrenswerte braut mit ebensolcher mitgift zeigt. man beachte mal den reichen garten neben dem goldgewirkten thronaufbau. peaches and strawberries, peaches and straberries... oder die tatsache, dass die dame neben einem verheißungsvoll zu füllenden throne der freier zu harren scheint, statt sich selber drauf zu setzen. huh. der ganze film in einem bild...
PS: hach. des pefekte lunch-date. fliegen müßte man können. noch dazu, wenn natürlich (?) alles happy endet, was ja gewöhnlich eher nich zum thema in der "großen" kunst geworden ist...
Re: Elizabeth I.
Tinka - 02.03.2013, 00:47
Ganz tolles Portrait, wo haben die das so lange versteckt? Habe das wirklich noch nie gesehen! :suspekt:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 06.03.2013, 19:56
how apropos. will sagen: wir sind wohl nicht die einzigen, die die machenschaften des V&A verfolgen. auch wenn ich mir fest vorgenommen habe, lieber an zufälle zu glauben, als nicht, das kann keiner sein. :wink:
Re: Elizabeth I.
Adminette - 21.05.2013, 17:42"Elizabeth I" - kostüme von michele carragher
hier gibt es den bildlichen beweis dafür, dass die kostüme für die HBO serie "elizabeth I" mit helen mirren nicht nur auf 10 meter entfernung spektakulär aussehen, sondern auch näheren blicken standhalten. chefstickerin michele carragher hat nämlich ganze, im physischen sinne hervorragende arbeit geleistet. derzeit ist sie übrigens damit beschäftigt, zierliche vögelchen auf die seidenen roben des drachen cersei lannister zu sticken. sowas schickes.
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