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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: angela Forum: Viva Colonia Forenbeschreibung: Das Forum für meine Lieblingsstadt aus dem Unterforum: Hotels & Gaststätten Antworten: 1 Forum gestartet am: Mittwoch 27.06.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Das Päffgen Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 8 Monaten, 29 Tagen, 22 Stunden, 59 Minuten
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Re: Das Päffgen
angela - 27.06.2007, 21:35Das Päffgen
Der Nabel der Welt ist Köln. Der Mittelpunkt von Köln ist das Brauhaus Päffgen, und der Nabel der Gaststätte ist der Beichtstuhl mit seinem Thekenschaf. Von seinem Beichtstuhl aus hat das Thekenschaf den Überblick, der darin besteht, für die Gäste ansprechbar zu sein, die Köbesse unter Kontrolle zu halten und den Bierausschank zu kontrollieren. Der Blick zwischen dem Thekenschaf und den Fässern muss daher immer frei sein. (Also bitte nicht zwischen dem Beichtstuhl und den Fässern stehen bleiben!) Links neben dem Beichtstuhl befindet sich der große Gastraum, eine der sechs Räumlichkeiten, die das Brauhaus zu bieten hat. Der vordere Teil ist der älteste Teil des Brauhauses.
Im hinteren Teil befand sich nach der Eröffnung im Jahre 1883 noch die Küche. Die Schänke, auch Bierschwämme genannt liegt rechter Hand vom Beichtstuhl und übernimmt die Funktion der Theke, die es traditionell in einem Brauhaus nicht gibt. Dort kann man an kleinen Tischen die Köbesse beim Zapfen des Kölsches beobachten oder auch das eine oder andere Glas im Stehen trinken. Das Kölsch kommt immer direkt vom Fass im Anstich. Das bedeutet, es gibt keine Zapfanlage, die in ihren Leitungen dem Kölsch noch Kohlensäure dazugibt. Die Fässer werden direkt aus dem Kühlhaus der Brauerei nach vorne gebracht und mit Hilfe eines kleinen Flaschenzugs auf den Fassbock gestellt. Die Schänke wurde bis 1955 gleichzeitig als Anfahrtsweg für die Lieferungen der Brauerei genutzt, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Anfahrt hatte. Das bedeutete, daß zum Beispiel die Malz-Fuhrwerke inklusive Pferdegespann durch die Schänke fuhren. Noch heute kann man die Tische dort seitlich hochklappen und feststellen, um den damals benötigten Platz zu schaffen.
1934 wurde das Brauhaus zum ersten Mal erweitert, in dem es mit dem Nachbarhaus, der so genannten "Villa", zusammengelegt wurde. Dadurch entstanden zwei weitere Räumlichkeiten, die von der Schänke erreichbar sind. Das Kabäusgen ist ein kleiner, zum Teil abgetrennter Raum direkt hinter dem Fassbock, der ca. 20 Plätze bietet. Das Sälchen ist ein eigener Raum mit ca. 40 Plätzen und nur durch ein großes Fenster mit der Aula verbunden. Dieses Fenster integriert das etwas ruhiger Sälchen wiederum in die Stimmung des gesamten Brauhauses. Zur selben Zeit wurde die Küche in den ersten Stock verlegt und der Gastraum um den hinteren Teil vergrößert.
Im Krieg wurde das Haus im letzten großen Angriff auf Köln fast komplett zerstört. Die Räumlichkeiten des Brauhauses mussten neu aufgebaut werde. Im großen Gastraum stand nur noch die Säule und der Blick in den Himmel war frei. Der Wiederaufbau dauerte drei Jahre, so das erst 1948 wieder geöffnet worden konnte. Dank Gambrinus, dem Schutzheiligen der Brauer, blieb die Brauerei selber ohne größere Schäden.
In den 50iger Jahren wurden die Räumlichkeiten dann mit der Aula erneut vergrößert. Sie ist ein großer, heller und hoher Raum, der ca. 80 Plätze bietet. Das besondere ist das im Jahr 2000 wieder instand gesetzte Glasdach, das bei gutem Wetter geöffnet werden kann und dann den Blick auf die Kronen der Kastanienbäume des Biergartens ermöglicht. Der Biergarten mit seinen ca. 100 Plätzen liegt im Innenhof zwischen dem Brauhaus und der Brauerei. Im Winter wird er durch eine komplette Überdachung zu einem beheizbaren Wintergarten. Diese mobile Überdachung war die letzte Vergrößerung, die sich aber nur im Winter bemerkbar macht.
So hat sich das Brauhaus seit seiner Gründung ständig verändert, bis es zu dem wurde, was es heute ist.
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