Einbau einer Zentralverriegelung: Original oder Nachrüst-ZV

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    Re: Einbau einer Zentralverriegelung: Original oder Nachrüst-ZV

    xxdoubletriax - 22.06.2007, 13:49

    Einbau einer Zentralverriegelung: Original oder Nachrüst-ZV
    Eine Zentralverriegelung muss in den Bus! Eines Tages wird der ursprünglich als idiotisch erachtete Wunsch immer dringlicher und es dauert nicht mehr lange, bis der Pöstler ein Packet voller Kabel und Motoren liefert. Tja, jetzt hat man zwar eine Zentralverriegleung (ZV), aber eingebaut ist die damit noch lange nicht.

    Was vor 20 Jahren nur als teure Option und auf Wunsch in den VW Bus eingebaut wurde, gibt es heute ab und an auf ebay oder so zu ersteigern. Soll der ganze Bus zentral verriegelt werden können, braucht es ca. 4 Stellmotoren, 28km Kabel und viiiiiiel Gespühr und noch mehr Geduld.




    Als Vorbereitung auf das grosse Vorhaben empfehle ich die Lektüre zweier VW Bus Pages: thetony erklärt den Einbau so, dass man denkt, es sei zu erledigen, bevor das erste Bier schal werden könnte. Anders tönt es bei kilindo - hat man seine Anleitung gelesen, kauft man einen grossen Harass Bier und lässt den Sommer vorbeiziehen, ohne sich an den ZV-Einbau zu wagen.

    Wieso also noch eine Anleitung? Erstens, weil der Einbau machbar ist, aber Tücken birgt, die mit einer Anleitung umschifft werden können und Zweitens, weil wir so ein schönes Forum und die Rubrik 'Workshop' haben, wo solch eine Anleitung wunderbar rein passt.


    Als erstes sollte man sich klar werden, ob es unbedingt eine original VW ZV sein muss, oder ob auch ein Nachrüstmodell vom Noname-Chinaproduzenten oder von einem namhaften Hersteller wie Waeco die Wünsche erfüllen könnte.
    Beim VW Original ist im besten Falle alles für den Einbau notwendige mit dabei - also auch die Montagewinkel, Schrauben, Schiebetürkontakte und das spezielle ZV-Heckklappenschloss. Die Nachrüst-ZVs haben dafür häufig eine Funkbedienung und können eventuell mit einer Alarmanlage gekoppelt werden.
    So kam es, dass bei mir bevor ich mit dem Einbau auch nur begonnen hatte, bereits eine zweite ZV plus eine Alarmanlage zu Hause herumlag. Irgendwie war ich 'günstig' an eine Waeco ML-44 plus die passende Alarmanlage Waeco MS-650 gekommen.

    Die Stellmotoren unterscheiden sich ein wenig (hier bereits montiert auf den Haltewinkeln):

    Von der Grösse her sind sich die Motoren ähnlich - das Schaltprinzip ist aber unterschiedlich: Die original ZV hat KEIN Steuergerät und braucht für die vorderen Türen (Master-Stellmotoren) vier Kabel (Plus, Masse, geschaltetes Plus auf, geschaltetes Plus zu) und für die hinteren Türen (Slave-Stellmotoren) drei Kabel (Masse, geschaltetes Plus auf, geschaltetes Plus zu - ohne Gewähr).
    Die 'neuen' ZVs haben ein zentrales Steuergerät und fünf Kabel an den Master-Motoren sowie zwei an den Slave-Motoren.
    Alles klar? Wichtig ist einfach, original und nachrüst können wegen dem Arbeitsprinzip nicht gekoppelt werden.


    Am besten beginnt man mit dem Einbau bei den Vordertüren - das ist noch einigermassen einfach. Das Steuergerät (sofern vorhanden) wird irgendwo unter dem Armaturenbrett platziert, so dass die entsprechenden Kabel sowohl bis in die rechte als auch linke Türe reichen.
    Wie jedoch kommen die in die Türe rein? Durch den Lüftungskanal! AUF dem Lüftungskanal neben den A-Säulen ist ein Loch und innerhalb der Türe gibt es das entsprechende Loch wieder raus aus dem Kanal. Dieses ist meistens mit Tape abgeklebt und lackiert, lässt sich aber ertasten und öffnen. (Sorry, keine Bilder - hatte die Hände voll zu tun).
    Damit die Kabel beim Schliessen der Türe nicht gleich knicken, hat sich VW was schlaues einfallen lassen:

    Die Nummer vier nennt sich Faltenbalg mit der Teilenummer 255971916 zu haben für je 10 CHF. Ist auch ganz praktisch beim Einbau von Lautsprechern in den Türen oder beim nachrüsten der elektrischen Aussenspiegel oder Fensterheber. Die Kabel verlaufen darin geschützt und sicher. Kleiner Tipp: zuerst die Kabel durchziehen, dann den Faltenbalg in den Lüftungskanal bauen (aaaah, mühsame Kinderhändearbeit!)

    Die Kabel wären nun also in den Türen. Bauen wir die Stellmotoren rein:

    Dazu gibt es je ein Winkelblech von VW (Nr. 2) : Rechts mit der Nummer 251862174, links 251862173 für je ca. 5 CHF. Alternativ lässt sich der Stellmotor aber auch einwandfrei mit 'Lochstreifenblech' montieren. ACHTUNG: nicht zu tief in die Türe einbauen, sonst geht das Fenster nicht mehr auf (siehe untenstehendes Bild)! Die Stellmotoren noch mit dem Gestänge des Schliessmechanismus verbinden et voilà!

    Ist das auf beiden Seiten erledigt und sind die Kabel korrrekt angeschlossen (Dauerplus, Masse oder bei neuen ZVs ans Steuergerät) ist jetzt ein erster Test angesagt: Plopp! Funktioniert! Wenden wir uns dem eingangs erwähnten Harass zu: Plopp! Pfssch ... glugg glugg ... aaah!


    War doch gar nicht soooo schwierig. Wird es nun aber.
    Weiter geht es mit neuem Mut an die Schiebetüre. Da tauchen die ersten Probleme auf:
    1. Die Kabelwege sind viel länger und weniger zugänglich.
    2. Wie kommt der Strom (das Signal, die Kabel) in die Schiebetüre?
    3. Wie wird der Stellmotor mit dem Schloss verbunden?

    Beginnen wir mit dem Strippenziehen: Die original ZV braucht drei, die Nachrüst-ZV zwei Kabel. Die müssen die A-Säule hoch, über die rechte Vordertüre nach hinten, irgendwie in die B-Säule und dort wieder runter.
    Als erstes empfiehlt es sich, die Länge der vorhanden Kabel zu überprüfen. Bei Waeco sind diese Kabel eher knapp - bei meinem Hochdach hätten sie wohl nicht bis unten in die B-Säule gereicht. Deshalb entschloss ich mich, anstelle der zwei Kabel gleich ein fünfpoliges zu verlegen - so habe ich für weitere Basteleien vorgesorgt und muss das doch eher mühsame Kabelziehen nicht noch einmal erledigen. Im Fachmark oder bei Jumbo gibt es entsprechende Kabel - ich entschloss mich für ein gummiertes, UV und Öl beständiges 5x1.5mm Kabel. Gibt wohl auch extra Fahrzeugkabel, habe ich aber nirgends gefunden. Wieso fünfpolig? 2x ZV, 1x Türkontakt für Alarmanlage, 2x Reserve (z.B. für einen Lautsprecher in der Schiebetüre).
    Das Kabel ist schon fast ein bisschen dick und dementsprechend schwierig zu verlegen.

    Um das Kabel zu verlegen baut man alles ab, was im Weg sein könnte. Als erstes bestimmt mal die Sicherung der Innenbeleuchtung oder gleich die ganze Batterie. Himmel habe ich zum Glück keinen, aber weg sollte (so vorhanden) die Lampe über der rechten Türe und der Angstgriff an der A-Säule (die Schrauben reichen tiiiiiief in die Säule rein). Eventuell auch der Umlenkpunkt des Sicherheitsgurtes.
    Ich warne euch vor, es ist eine Schweinearbeit in einer Scheissstellung - aber es geht. Der schwierigste Punkt ist der Übergang in die B-Säule. Also beginnen wir dort. Glückliche besitzen eine Einzugsspirale - ich nicht - alle andern fummeln, bis das Kabel irgendwann irgendwie da durch kommt. Nach zig Versuchen habe ich es folgendermassen gelöst:
    In der B-Säule ist bei mir bereits das Kabel des Türkontaktschalters der Schiebetüre (Zugang via Öffnung von der Vodertüre). Den Kabelschuh abschneiden und das Kabel mit einem 1.5mm Kabel und einer starken Schnur vercrimpen/verbinden. Unter dem Dach das Türkontakt-Kabel suchen und hochziehen, bis das neue Kabel und die Schnur irgendwo erscheint. Kabel trennen, Türkontakt-Kabel mit Hilfe der Schnur wieder nach unten ziehen. Am neuen 1.5mm Kabel unten das 5x1.5 Kabel ancrimpen und auch bis ans Dach hochziehen. Mit viel Geduld lugt es irgendwann aus der B-Säule raus. Ziehen, rupfen, grabbeln, fluchen ... ist halt eine Zangengeburt.
    Was jetzt noch kommt, ist im Vergleich nur noch Krabbelkiste. Von der B-Säule geht es ein Stück weit auf dem Holm über der Vordertür entlang, möglichst bald aber in den Holm. An der Lampe vorbei und die A-Säule runter. Hier hat sich ein dünner Draht als Einzugshilfe gut bewährt. Wieder nach dem Motto aus Alcatraz: Zuerst ein dünner Draht/eine dünne Schnur, dann ein starkes Kabel, dann das Kabel für den Ausbruch ... äh für die ZV. Kabel mit den entsprechenden Kabeln des Steuergeräts oder der ZV verbinden.

    Nach dem Gefummel braucht man eine lange Pause. Sehr lange. Aber dann, dann gibt es wieder richtige Arbeit:

    Diese schönen Kontaktplatten stellen bei geschlossener Schiebetüre den Kontakt für die ZV her. Das sind spezielle VW Bus Teile und scheinbar würden nur diese richtig passen. Haben aber ihren Preis. Teilenummern: 253959377 und 253959375 kosten zusammen neu über 30€ und auf ebay nicht wirklich weniger.
    Die müssen auf gleicher Höhe in die Schiebetüre und in die B-Säule eingearbeitet werden. Das Blech ist an diesen Stellen sehr stark. Ich habe schon Bilder gesehen, wo jemand die nötigen Löcher mit einem Dremel 'ritzen' wollte. Ich habe es mit der Bohrmaschine versucht und bin dann schnell auf die Stichsäge umgestiegen. Mit einem Metallsägeblatt geht das ruckzuck. Kanten entgraten und Rostschutz auftragen nicht vergessen. Einigermassen genau arbeiten, damit die Kontakte auch wirklich schliessen.

    Punkt 1 und 2 wären damit abgearbeitet. Kommen wir zu Punkt 3 - und da waren meine Hände dermassen Fett verschmiert, das ich keine eigenen Bilder davon habe.
    ACHTUNG: Es gibt verschiedene Schlösser. 1984/85 hat das Schloss gewechselt. Mein Bus hat Baujahr 1988 plus eine hohe Schiebetüre, was nochmals ein wenig anders aussieht. Im Grunde sind sich die Schlösser aber ähnlich.
    Als erstes einfach mal alle Schrauben, Knöpfe, Hebel und Zugseile lösen:

    Anschliessend das Schloss nach Oben schieben/drücken. Irgendwann flutscht es zwischen Türinnen- und Aussenblech raus. Ich bin daran fünf Minuten fast verzweifelt und plötzlich lag es in meinen Händen. Unterdessen habe ich es mehrmals ein- und ausgebaut, und weiss noch immer nicht, wieso es manchmal geht wie bei einer Sturzgeburt und manchmal gar nicht.

    Ist das Ding drausen, sind die Finger fettig und wir suchen den Angriffspunkt. Das Bild stammt mal wieder von kilindo.

    Für die Zugstange muss ein Loch gebohrt werden und die Zugstange möglichst horizontal nach hinten zum Stellmotor geführt werden. Dieser sollte relativ tief in der Tür sitzen, wie folgendes Bild zeigt:

    Ansonsten kommen sich die Stange und der Schliessmechanismus in die Quere.
    Bei der hohen Schiebetüre ist aber beides nicht möglich, weil dort bereits eine Verstärkung und die Seilzüge eingebaut sind. Dementsprechend ist eine kreative Zugstangenform gefragt. Probieren geht über studieren:

    Kabel anschliessen. ACHTUNG: Die Kabel müssen vertauscht werden, also Grün auf Blau, Blau auf Grün. Sonst schliesst die Türe hinten, wenn vorne geöffnet wird. Und jetzt testen testen testen. Geil, nicht!? 20 Jahre alt und solch ein Luxus. Wer hätte das Gedacht.


    Hier endet die Beschreibung erst mal. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Jetzt heisst es wieder Strippen ziehen bis zur Heckklappe.
    Die originale Kabelführung sieht folgendermassen aus: Vom Armaturenbrett die rechte A-Säule hoch, durch den Holm über der Türe, aus dem Holm raus in die B-Säule. Dort irgendwo trennen sie sich: drei Kabel gehen die B-Säule runter, drei Kabel im Dachholm auf die linke Seite und nach hinten zur Heckklappe.
    Ich ziehe die Kabel für die Heckklappe aber gleich die linke A-Säule hoch und nach hinten.

    Das Heckklappenschloss wird auch noch einige Fragen aufwerfen, denn dort soll es gar keinen Angriffspunkt für den Stellmotor geben. Ein original ZV-Heckklappenschloss ist aber bereits unterwegs zu mir - ebay sei dank. Ansonsten gibt es das Ding unter der Nummer 251829231F für 40€.


    PS. Das Teil Nr. 5 hat die Bestellnummer 251862173A und kostet 4€. Kann aber auch ganz gut durch ein Winkeleisen oder Stück Holz ersetzt werden

    Und so sieht das ZV-Heckklappenschloss im Vergleich zum 'Normalen' aus:


    Was sich bei der ganzen Arbeit gleich noch nebenbei erledigen lässt, ist das Reinigen der Schliesszylinder sowie der Einbau einer Alarmanlage. Ganz Verwegene bauen sogar alle Schlösser aus und öffnen ihren Bus nur noch per Fernbedienung. Soll angeblich Einbruchsicherer sein.



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