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Re: Lehmanns «Elfer-Zettel» im Haus der Geschichte
Felidae - 21.06.2007, 02:07Lehmanns «Elfer-Zettel» im Haus der Geschichte
Bonn - Der legendäre «Elfer-Zettel» von Fußball-Nationaltorwart Jens Lehmann ist jetzt im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen.
Das kleine Stück Papier aus dem Viertelfinale der deutschen Mannschaft gegen Argentinien sei ein «greifbarer symbolischer Gegenstand» der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, sagte Lehmann bei der Präsentation des Zettels in dem zeitgeschichtlichen Museum. «Er steht auch für die große emotionale Stimmung, die damals in Deutschland herrschte.»
Er sei aber dennoch erstaunt, welche Bedeutung und Mystik sich nach wie vor mit dem Zettel verbinde. Der Zettel sei zu einem «Teil des kollektiven Gedächtnisses der deutschen Sportgeschichte» geworden, sagte der Direktor des Museums, Hans Walter Hütter.
Wären seine Teamkameraden beim Elfmeterschießen nicht so erfolgreich gewesen, «wäre der Zettel vielleicht irgendwo in der Versenkung verschwunden», sagte Lehmann. Ihm selbst habe der Zettel nicht richtig geholfen, zumal er auch schwer zu lesen gewesen sei. «Zwei Argentinier haben ja auch in die andere Ecke geschossen und nicht dorthin, wohin ich geflogen bin.»
Vor dem Spiel gegen die Argentinier habe er im Hotel mit Torwarttrainer Andreas Köpke über die möglichen Elfmeterschützen gesprochen, sagte Lehmann. Auf dem kleinen Zettel eines Schreibblocks des Schlosshotels Grunewald notierte Köpke dann mit Bleistift mehrere Namen von argentinischen Spielern wie Ayala, Crespo oder Heinze. Bevor ihn Köpke dann nach der Verlängerung an Lehmann gab, strich er einige Spieler wie Riquelme, Crespo oder Messi mit schwarzem Stift durch, weil sie für einen Elfer nicht mehr in Frage kamen. Bei den anderen Namen stand die Trikotnummer und die bevorzugte Ecke - wie etwa bei Ayala - «lange warten, langer Anlauf, rechts».
Lehmann parierte zwei Elfmeter und Deutschland gewann das Spiel mit 5:3 Toren. Dabei holte er den Zettel vor Schüssen der Argentinier aus seinem rechten Stutzen. Der Energiekonzern EnBW hatte den Zettel während der TV-Spendengala «Ein Herz für Kinder» im Dezember 2006 für eine Million Euro ersteigert und dem Haus der Geschichte als Dauerleihgabe überlassen.
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