Ein kleiner Anfang...

DIE SCHWARZE ROSE
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    Re: Ein kleiner Anfang...

    Tindómerel - 20.06.2007, 11:09

    Ein kleiner Anfang...
    Die Strahlen der untergehenden Sonne kündeten den Wechsel von den Stunden des Tages zu jenen der Dämmerung. Wo noch eben die Fassaden Sturmwinds vom leuchtenden Rot beherrscht waren, ergriffen nun länger werdenden Schatten die Vorherrschaft. Langsam begannen sie, wie von eigenem Leben beseelt, die Wände emporzuklettern. Schemen vermischten sich mit noch eben deutlichen Umrissen. Die Zeit der Schatten begann.
    Die Häuser der alten Stadt gaben sich den Schatten bereitwilliger hin als andere Teile Sturmwinds. Wie eine willige Geliebte sank sie in die liebkosende Umarmung der Nacht. Was kümmerte es, dass die Zinnen der Burg noch im Blutrot glimmten, mochten andere Teile wie das Handelsviertel noch immer von pulsierendem Leben erfüllt sein. Der Wind trug ab und an das Schreien und Lärmen über die Kanäle hinüber, doch das Geräusch verblasste rasch, wurde geschluckt von jenem dämpfenden Mantel der Stille, der sich hier auszubreiten begann. Vereinzelt waren noch Schritte auf dem Pflaster zu hören. Eine Wache, oder einer der Besucher der Taverne, die mit einladendem gedämpften Licht und dem Geruch nach warmen Essen lockte. Aus einer der Gassen begann sich ein Umriss aus den Schatten zu lösen. Glimmende Augen unter einer Kapuze beobachteten einen Moment die Gasse und den Eingang der Taverne, dann trat sie vollends aus dem Schutze der Gasse heraus und ging gemessenen Schrittes auf die Taverne zu. Ein aufmerksamer Beobachter hätte unter dem Mantel und der Kapuze vermutlich die grazilen Bewegungen einer Kaldorei bemerkt, doch es war niemand da, der hätte davon berichten können und so trat die Gestalt in die Taverne hinein. Leise gedämpfte Spielmannsmusik füllte den Raum, untermalt von dem Fluss des leisen Gemurmels gedämpfter Gespräche. Die Augen hielten einen Moment das Bild inne glitten über die Anwesende Gäste bis sie schließlich auf einer Gestalt auf der Empore haften blieben. Ein nervös hin und her blickender Mann, der die Höhe seiner Jahre bereits überschritten hatte, saß da die Augen auf den Eingang gerichtet, das Glas mit blutrotem Wein vor sich, doch unangetastet. Seine Augen weiteten sich einen Moment, als er die vermummte Gestalt bemerkte. Er verlagerte das Gewicht seines Körpers leicht, als überlegte er aufzustehen, die Hand glitt einen Moment an die Seite. Ohne Zweifel zu einem versteckten Dolch unter dem Gewand. Der Mann war besser als die meisten, das musste man ihm lassen, all das hatte lediglich den Bruchteil einer Sekunde gedauert, bevor er sich der Maske der Gelassenheit hingab. Doch den leuchtenden Augen blieb das nervöse Zucken des Auges nicht verborgen, als sie sich in den Platz gegenüber gleiten lies. „Seid gegrüßt, gehe ich recht in der Annahme, dass ihr etwas für mich habt?“ ertönte die melodische Stimme einer weiblichen Nachtelfe unter der Maske. Der Mann fixierte einen Moment die Augen, so als wollte er hinter die Maske blicken, doch dann senkte er den Blick rasch bevor er antwortete. „So ist es Nachtigall, doch es sind einige…Schwierigkeiten…aufgetreten. Wir trafen auf erheblichen Widerstand etliche meiner Leute sind tot und…“ Die vermummte Gestalt hob leicht eine Hand und der Mann verstummte. „Ich bin sicher, ihr habt euch um all die…Schwierigkeiten..gekümmert. Nehmt dies als Zeichen meiner…Dankbarkeit und um euch für die Unannehmlichkeiten zu entschädigen“. Unter dem silbrig hellen Klang der Stimme, die der Musik eines fröhlich plätschernden Baches glich, lag eine Härte wie von gefaltetem Stahl, die jegliche weiteren Ausführungen des Mannes erstickte. Er räusperte sich und richtete seinen Blick auf einen kleinen Lederbeutel, den die Vermummte in ihrer Hand hielt. Mit kaum verhohlener Gier griff er danach, doch die Gestalt zog den Beutel zurück. Gelassen wartete sie ab, bis der Mann aus einer Tasche einen kleinen, glitzernden Zylinder zog und ihn ihr entgegenstreckte. Sie ergriff ihn und der Mann wollte den Beutel an sich ziehen, doch die Gestalt hielt den Beutel sicher im Griff. Jeder Protest wurde im Keim erstickt, als die vermummte Gestalt sich nach vorne beugte. Rotglühende Augen bohrten sich für einen kurzen Moment in die des Mannes, der den Blick senkte. „Ich bin sicher, ihr wisst wie sehr in eurem eigenen Interesse Verschwiegenheit in dieser Sache ist, aye?“ Erneut tat der hell nur wenig die dahinter liegende Bedeutung zu verbergen, der Mann nickte und zog den Beutel rasch an sich. Die Maskierte erwiderte sein Nicken langsam und lies den Beutel los, Die Hand vollführte eine entlassende Geste. Der Mann quittierte dies mit der Andeutung einer Verbeugung, warf einen letzten, fast bedauernden Blick auf das unberührte Glas Wein, dann ging er so schnell es ihm seine gespielte Gelassenheit gestattete aus der Taverne. Die Gestalt sah ihm eine Weile hinterher, war einen letzten prüfenden Blick auf die übrigen Besucher der Taverne, legte einige Silbermünzen neben das Glas, dann verließ auch sie den Raum.
    Einige Zeit später in einem geschützten Raum der alten Stadt betrachtet Tindómerel den Zylinder unter dem sanft flackernden Licht einer Kerze. Ihre Augen ruhen einen Moment auf den Insignien die den Verschluß des Deckels verzierten. Ein mit Rosen umschlungenes zeitloses Gesicht. Sie seufzt und richtet einen Moment ihren Blick auf einen unbestimmten Punkt an einem anderen Ort, einer anderen Zeit. Für einen kurzen Moment verraten ihre Augen, die vielen Winter, die sie erblickten.Müde scheint sie und gebeugt unter der Last der Erinnerungen. Dann schüttelt sie leicht den Kopf, so als würde sie die Benommenheit abschütteln. Ihre Stimme gleicht einem Flüstern:“ Andu-falah-dor“ Die Umrisse des den Zylinder verzierenden Gesichtes leuchten kurz in silbrigem Licht auf. Sie lächelt, als sie sich der Bedeutung der Worte erinnert: Lasst das Gleichgewicht wieder hergestellt sein. Sie öffnet den Zylinder und als sie die Öffnung nach unten hält gleitet eine Rolle aus Pergament auf den Tisch. Sie breitet sie aus und ihre Augen mustern zufrieden den Inhalt. Es ist eine Karte des nördlichen Kalimdors, auf der eine gestrichelte Linie einen Weg zu markieren scheint. Mit fast ehrfürchtiger Stimme flüstert sie „Die Expedition der Wächterin, endlich nach all der Zeit haben wir einen Anhaltspunkt…"



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