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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: ~Knuffelchen~ Forum: Eternal Humanity aus dem Unterforum: Sonnenschein Antworten: 1 Forum gestartet am: Sonntag 01.07.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Barfuss und völlig Nackt Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 7 Monaten, 12 Tagen, 15 Stunden, 40 Minuten
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Re: Barfuss und völlig Nackt
~Knuffelchen~ - 16.08.2007, 19:11Barfuss und völlig Nackt
Habe diesen Text für das Häfftmäg geschrieben, aber ich möchte euch auch daran teilhaben lassen:
Barfuss und völlig Nackt
Ich bin barfuss und völlig Nackt. Der Körper in seinen "Rohzustand". Das ist keineswegs ekelig. Die Menschen sind es nur nicht gewohnt so herum zu laufen und sich so zu zeigen... Natürlich, denn wir habens es ganz anders in unserer Gesellschaft gelernt. Aber keine Angst, hier geht es nicht um die Nackthei... Hier geht es um das fühle und spüren... Um Sinneswahrnehmungen.
Barfuss und völlig nackt erwache ich am frühen Morgen. Die Sonne klettert gerade über die Horizontal, um aufzu gehen. Während ich in meinem warmen Schlafsack liege, sehe ich die ersten Tautropfen auf dem feuchten Gras liegen. Der Ruf des Tages dringt zu mir und so quäle ich mich aus meinem Schlafsacke und stelle mich auf die Wiese. Meine Fußsohle wird von den Grashalmen gekitzelt und kleine Tautropfen springen auf meine Zehen, während meinem Körpere mit einen kühlen Lufthauch der letzte Schlaf ausgetrieben wird. Ohne lange zu zögen, laufe ich los. Durch das Gras, dessen Tautropfen immer wieder auf meine Haut hängen bleiben. Die einzelnen Tropfen nehme ich gar nicht wahr, doch die Wiese fühlt sich nass an und nach einer Weile habe ich auch das Gefühl, das meine Füße nass sind.
Und schon stehe ich auf einem Trampelpfad. Die Erde unter mir ist durch die Schritte so vieler Menschen schon festgetreten und das Gras ist zurück gewichen. Ich betreten den Trampelpfad und merke, das es sich so richtig schön weich anfühlt, und kühl von dem Morgengrauen. Ich achte nicht weiter auf den Weg, außer den Signalen, die ich von meinen Fußsohlen bekomme, sondern schaue mir meine Umgebung an. Links von mir ein Fluss, schnell strömend und reißend fließt er dahin. Davor die Wiese, auf der vereinzelt einige Bäume stehen, bevor sie dem Weg platz machen muss. Auf der anderen Seite, der Rechten seite, stehen auch Bäume, dahinter ein paar Häuser und blickt man in die Ferne, so kann man die Silouetten der Berge sehen.
Was ist das? Fragt sich mein Gehirn, bevor ich schnell meinen Blick zurück auf die Wiese und den Weg werfe. So eben habe ich den Weg verlassen. Der erdige Boden, der so schön weich war, ist weg. Dafür liegen nun unter meinen Füßen spitze und stumpfe Kieselsteine und ein rest der Erde hat sich an meinen Füßen festgesetzt. Vorsichtig und langsam setze ich meinen Weg fort. Trotzdem trete ich immer wieder auf einem spitzen Stein und ein kurzer Schmerz zieht durch mein Bein und meldet es an mein Gehirn. "Nicht aufgeben" sagt mein Kopf und mein Bauchgefühl und ich laufen diesen Weg weiter, der meinen Füßen so gar nicht gefällt. Ein Schritt vor den nächsten Schritt setze ich vorsichtig, bis ich irgendwann den Fußweg erreicht habe. Warmer Asphalt, der meinen schmerzenden Füßen richtig heiß vorkommt... Ohje, denke ich mir, doch ich will immer noch nicht aufgeben. Ich laufe und laufe und lauf. Über Steine, Asphalt und einmal über fast kochenden Teer. Den ganzen Tag laufe ich. Spüre den Wind in meinen Haaren, die Sonne auf meinem Gesicht, fremde Blicke auf meinen Körper. Und irgendwann kommen die kleinen Regentropfen die meinen Körper überall berühren. Welche Sehnsucht die danach haben... Und ich werde nass und nässer, bis ich völlig durchweicht bin. Einen Unterschlupf suchen? Nein, ich bin nur nass und völlig nackt, habe zerschunde und schmerzende Füße und möchte eigentlich nur noch an den Fluß. Und genau das tu ich. Dem Regen zum trotz. Laufe ich zu diesem Fluß, quäle mich nochmal über einen Kiesweg, bevor das weiche, kitzlende und manchmal auch kratzende Gras untern meinem Füßen ist.
Und irgendwann, es kommt mir so ewig lang vor... Berühren meine Zehnspitzen Wasser. Wasser, schreit es in mir. Auch wenn ein sehnsüchtiges Gefühl da ist, das mich drängt sofort ins Wasser zu springen, so stelle ich mich einfach in das Wasser. Meine Füß werden vom Wasser umspült. Ufersand nimmt ihre Abdrücke auf, doch das Wasser spült sie gleich wieder fort. Was für eine Erholung für meine Füße, kommt da als Botschaft in mein Gehirn und so bleibe ich weiter mit meinen Füßen im Wasser. Irgendwann stelle ich fast, dass dieses Wasser nicht mehr so kalt ist, wie am Anfang. Meine Füße haben sich an die etwas kältere Wassertemperatur gewöhnt und sind der Meinung, alles was wärmer oder kälter ist, dass geht.
Und irgendwann, als meine Füße sich gut ausgeruht haben, meine ganzen Körperteile so viel wahrgenommen und in sich aufgenommen habe, dann schlüpfe ich in meinen Schlafsack und verfalle in einen tiefen Tag, wo alles nocheinmall Revue passiert.
© regen-bogen
Original Titel
Knuffelchen
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