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Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 16.02.2008, 16:09isabella und caroline
Die sist der Anfang einer etwas längeren Geschichte, ich stelle mal prolog und 1. kapitel rein, weil de rprolog ja (fast) nichts aussagt...
Isabella starrte krampfhaft auf die E-Mail, die sie gerade bekommen hatte. Dort war... ihr Leben des letzten halben Jahres aufgeschrieben. Sie musste es noch einmal von vorne lesen:
Liebe Bella!
Wie ist es bei dir? Ist alles okay? Ich hoffe schon.
Bei mir ist alles wie immer... Hausaufgaben, Schule, Miro, Kira und die Anderen... alles normal.
Der Grund, warum ich eigentlich schreibe, ist der, dass ich mich endlich dazu entschlossen habe, alles aufzuschreiben für dich – alles, genau so, wie es für mich war. Es war nicht leicht für mich, weder das Leben, noch das Schreiben. Aber ich denke, du hast ein Recht darauf ALLES zu erfahren.
Du fehlst mir, hoffentlich kannst du bald wieder nach Hause zu mir kommen!?!
HDGGGGGGGGGGGGGGGGDL
Lina
PS: Viele Grüße von Großmama, Nina, Kira, Maria und Susie!!!
1. Teil
Rrrring! Endlich war die Schule aus. Bella und ich wollten noch unbedingt bei Megasack, einem Handtaschenladen, vorbei, aber dazu mussten wir uns beeilen. Blitzschnell rannten wir zu unseren Rädern und stiegen auf, die Helme sparten wir uns ausnahmsweise, obwohl wir genau wussten, dass Großmama uns dafür umbringen würde. Sobald wir aus der Stadt raus waren, traten wir kräftig in die Pedale. Jetzt kam nur noch ein Kreisel und dann konnten wir endlich die super Taschen kaufen, für die wir so lange gespart hatten! Ich fuhr voran und passte genau zwei Sekunden zwischen den Wägen ab, Bella hinter mir her. Doch der blaue Passat fuhr schneller als ich es erwartet hatte. Zunächst spürte ich nur, wie mein Hinterreifen weggerissen wurde und ich fiel, dann sah ich Bella stürzen. Ich wollte mich aufrichten, ihr helfen, aber ich konnte nichts tun. Der Wagen fuhr einfach weiter, als wäre nichts geschehen, aus dem Auto hinter ihm stieg eine Frau aus. Sie warf einen Blick auf die blutüberströmte Bella und zückte ihr Handy. Ich wollte mich übergeben, so übel sah Bella aus. Nachdem die Frau eine Weile aufgeregt telefoniert hatte, kam sie zu mir. Sie fragte mich nach meinem und Bellas Namen. Ich antwortete fast automatisch. Sie wiederholte alles in ihr Handy und dann legte sie auf. Kurze Zeit später hörte ich Sirenen. Es ging alles ziemlich schnell. Zuerst wurde Bella auf eine Bare gelegt und in den Krankenwagen getragen. Ich wurde in einen anderen Wagen gebracht. Die Frau sprach kurz mit einem Sanitäter und dann setzte sie sich zu mir. Ihren Wagen hatte sie geparkt. An die Fahrt kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass mein Bein langsam anfing zu schmerzen. Ich wurde in ein Zimmer gebracht und eine junge Ärztin untersuchte mich. Sie erklärte mir, dass ich nur ein paar Prellungen und eine leichte Gehirnerschütterung hatte. Sie fragte mich nach mehreren Dingen, auf die ich alle nicht antworten konnte, meine Kehle war wie zugeschnürt. Ich nickte nur abwesend. Dann gab sie mir ein paar Tabletten gegen den Schock, wie sie sagte. Mich interessierte eigentlich nur eins: Bella. Obwohl ich aufgeregt war und obwohl es erst 3 Uhr war, schlief ich ziemlich gleich, nachdem die Ärztin gegangen war, ein.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war alles genau wie in den vielen Romanen, die Bella immer las, man bekommt die Gewissheit darüber, das einem nicht wirklich etwas fehlte/ das man sehr krank/verletzt ist, und dann schläft man ein. Wenn man wieder aufwacht, sind die Eltern/Geschwister/Freunde da. So war es auch bei mir, ich wachte auf und neben mir saß Fr. Lieselhof, die Mutter von Kira, meiner besten Freundin - neben Bella, versteht sich. Sie sah mich an und lächelte. „Gut geschlafen?“, fragte sie. Es sollte wohl fröhlich und heiter klingen, aber ihre Stimme war schrecklich heiser und sie klang müde. Ich versuchte „Bella?“ zu sagen, aber meine Stimme war wie verschwunden. „Das ist der Schock“, erklärte Fr. Lieselhof. Vor meinen Augen tauchte Bella auf, wie sie am Boden lag, bewegungslos, blutüberströmt. Irgendwie war das Bild noch klarer als am Kreisel, intensiver. Es erschreckte mich so sehr, dass ich schrie. „Bella!“ Dann heulte ich los. Ich muss wirklich unter Schock gestanden haben. Normalerweise heule ich nicht. Ich konnte nicht einmal heulen als Mum und Paps gestorben waren. Aber in genau diesem Moment winselte ich erbärmlich, während Fr. Lieselhof mir über das tränenverschmierte Gesicht strich. „Ich weiß nicht, was mir ihr ist, deine Großmutter ist bei ihr.“ Ihre Stimme zitterte. „Ich bin nur froh, das es dir gut geht. Möchtest du etwas trinken?“ Ich nickte benommen. Das Bild von Bella wollte mir nicht aus dem Kopf, es war viel präsenter als alles um mich herum.
Die nächsten Stunden waren schrecklich für mich. Ich tat alles, was man mir sagte, wie ein Kleinkind, ohne nachzudenken. Denken tat weh. Denken brachte Bella in meinen Kopf. Denken war unnütz. Erst später am Tag kam meine Großmutter. Ihr Gesicht wirkte grau und müde. Das schneeweiße Haar, auf das wir alle so stolz waren, hing ihr verzottelt auf die Schultern. Meine Großmutter ging in krummer Haltung, schleifte sich eigentlich nur. Sie setzte sich zu mir und küsste mich auf die Stirn. „Mein Mädchen“, sagte sie. „Mein kleines Mädchen!“ Es war das erste Mal, das ich sie „mein Mädchen“ sagen hörte. Normalerweise gehört ich zu „meine Mädchen“. Aber daran dachte ich nicht. Ich dachte gar nichts. Ich wusste nur, dass ich nichts wusste. Nichts von Bedeutung. „Deine Schwester ist nicht mehr in Lebensgefahr“, sagte Großmutter. Ich realisierte nichts – das Denken war noch abgeschaltet. Erst als Großmutter sich über mich lehnte und anfing, wie ein kleines Kind zu weinen, begriff ich langsam: Bella ging es gut. Es war ein bisschen, als wachte ich auf. Ich fühlte mich frei und erleichtert. Es mag unpassend erscheinen, aber in dem Moment musste ich laut lachen. Ich musste diese Freiheit in alle Welt loswerden. Großmutter richtete sich auf und sah mich an. Ein kleines Lächeln zog über ihr müdes Gesicht, doch dann verdunkelte es sich wieder. Das alles klingt jetzt richtig poetisch – aber so war es. Es war auch nicht poetisch, sondern ganz normal. Einfach natürlich. „Geh nach Hause!“, sagte ich. „Geh nach Hause und ruh dich aus. Bella ist über den Berg, mir geht’s prima und Fr. Lieselhof ist erreichbar, hat sie mir gesagt.“ Ich weiß nicht warum ich so klar reden konnte, vielleicht hatte sich in meinem Gehirn durch das lange Nichts-Denken Denkenergie angestaut. Großmutter schüttelte den Kopf. „Dich darf ich heute mitnehmen, hat die Ärztin gesagt. Du musst nur noch mal untersucht werden, in einer halben Stunde, hat sie gesagt.“
Anderthalb Stunden später war ich zu Hause. Alles war, wie es immer war: ordentlich und praktisch eingerichtet. Alles war, wie es immer war, und doch war etwas anders. Ich brachte Großmutter in ihr Bett und versicherte ihr, das ich alles schaffen würde. Sie fügte sich nur widerwillig. Auch wenn ich mich noch etwas schwach fühlte, ging ich in die Küche und aß ein Brot. Es war still. Ich hörte die Uhr ticken, fast glaubte ich meinen eigenen Puls zu spüren. Ich zwang mich, an etwas normales zu denken. Warum eigentlich? Bella ging es gut und mir auch. Bald würden wir das alles wieder vergessen haben, nur noch an Filmstars und Fernsehen denken, an Freunde und Schule und uns über all die kleinen Dinge aufregen, die zu einem 13-Jährigen Leben dazugehören. Bald wäre alles wie immer, alles gut und normal. Aber „bald“ ist eben nicht jetzt. Jetzt war noch nichts in Ordnung. Bald, aber nicht jetzt. Ich seufzte und beschloss, mich auch hinzulegen. Es war zwar erst Nachmittag, aber ich war sehr müde und Fr. Lieselhof war bei Bella. „Eigentlich sollte ich bei Bella sein“, war mein letzter Gedanke bevor ich einschlief.
„...leider können wir uns nicht ganz erklären, warum sie noch nicht aufgewacht ist, aber ihre Werte sind normal. Ich würde mir keine Sorgen machen, sonst kann...“ Ich wollte nicht länger zuhören, wollte nicht denken. Es genügte mir völlig, bei Bella zu sein, ihr Gesicht zu sehen, ohne Blut. Trotzdem störte es mich, das sie noch nicht wach war. Wäre ich doch nur nicht so schnell und unüberlegt gefahren. Und hätte ich diesen hässlichen Helm aufgezogen! Und Bella auch! Und wenn das Auto nicht...! Zum ersten Mal dachte ich an die, die noch an dem Vorfall beteiligt gewesen waren. Der Fahrer war weitergefahren. Ohne sich umzusehen, ohne irgendetwas... einfach gefahren. Was wäre wohl passiert, wenn die Frau nicht gehalten hätte? Die Frau! Ich sollte mich bei ihr bedanken! Ohne sie, wer weiß, was passiert wäre...besser gar nicht dran denken. Aber jetzt würde ich mich auf Bella konzentrieren, ich streichelte ihre Hand, strich ihre Haare zurück, war einfach bei ihr.
Am nächsten Montag ging ich zurück zur Schule. Es war seltsam, alleine zu gehen, alles alleine zu machen. Wir zogen uns nie gleich an, aber es war für uns nicht begreiflich, wie andere Zwillinge sich separierten. Bella war ein Teil von mir. Ich war ein Teil von Bella. Ohne Bella war ich nur mein halbes Ich. Und jetzt sollte jeden Tag nur die Hälfte von mir rumlaufen? Die Ärzte waren sich einig, das Bella jede Minute aufwachen könnte, oder auch nie...Ich schauderte. - Mein Fahrrad war geliefert, deshalb fuhr ich mit dem Bus. Ich hätte mich auch nicht dazu bringen können, mit dem Rad zu fahren. Kira war mit dabei, ein paar Haltestellen weiter stieg Maria ein. Die Beiden wussten natürlich, was los war und reagierten völlig unterschiedlich: Kira plapperte munter drauf los, ein bisschen zu munter um normal zu klingen. Maria dagegen konnte mir nicht ins Gesicht sehen und starrte nur auf ihre Hände. Es war keine schöne Fahrt. Erst als wir nach einer halben Ewigkeit in den Bus umstiegen, der zu unserer Schule fuhr, und Nina und Susi mit von der Partie waren, konnten wir ein normales Gespräch führen. Ich beteiligte mich nicht großartig daran. Normalerweise führe ich das Wort, während Bella schweigend da sitzt. Normalerweise... aber jetzt? Es war alles ungewohnt, ein Teil von mir fehlte. Ohne Bella, die mich immer unterstützt hatte, konnte ich nichts sagen. Ich meine, es war nie so gewesen, als hätte sie sich großartig eingemischt, aber sie war da gewesen und ich stand nicht alleine mit meiner Meinung. Komisch, das einem so etwas nie auffällt, solange es so ist. Ich fragte mich, wann ich es wohl ohne den Unfall herausgefunden hätte. Wenn wir das erste Mal auseinander wären, beim ersten Date oder so. Es erschien mir grausam, uns das so plötzlich merken zu lassen – mich das so plötzlich merken zu lassen, dass ich Bella brauchte um so mitzureden, wie ich es tat. In der Schule war es allerdings genau andersherum, Bella war die aufgeweckte, die Intelligentere von uns Beiden. In allen Fächern war sie mir voraus, außer in Sport. Ich will nicht damit sagen, dass ich nicht gut war, außer in Mathe kam ich überall prächtig mit, aber Bella war eine echte Streberin, nur das sie nie lernte. Eigentlich ergänzten wir uns super, waren aber doch auch gleich, nicht nur das wir gleich aussahen – braunes, lockiges Haar, braune Augen, schlank und hoch gewachsen - wir hatten beide die gleiche, aufgeschlossene Art, den gleichen Sinn für Humor, waren engagiert und fleißig und konnten prima anderen helfen. Wir waren die besten Freundinnen und verstanden uns mit einem Blick. Streit kannten wir nicht. Jedenfalls nicht zwischen uns.
Ich hatte im Unterricht nicht viel verpasst, konnte aber doch nicht richtig mitmachen. Ich dachte daran, was ich heute Mittag machen würde, Bella besuchen, dort die Hausaufgaben machen, mit ihr reden, sie sehen, bei ihr sein. Ich unterhielt mich auch mit einer sympathischen Krankenschwester und sie erklärte mir den gesamten Aufbau des Krankenhauses. Außerdem sagte sie mir, ich sollte einen „Dauerpass“ für mich besorgen, damit ich jederzeit zu Bella könnte.
In den nächsten Wochen verging jeder Tag gleich: Schule, in der ich mich kaum anstrengte, dann ins Krankenhaus, wo ich Hausaufgaben machte und mit Schwester Lisa redete, wo ich bei Bella war, dann ging ich nach Hause und übte auf meinem Schlagzeug oder spielte Gitarre – Zeit für Freunde blieb nicht.
freu mich über jedes feedback!
Re: isabella und caroline
Nic - 16.02.2008, 17:51
wow. Ist ja richtig traurig...
Bin gespannt wies weitergeht, ob Bella wieder aufwacht. :)
Fand es gut geschrieben, vor allem ist der Schock von Isabelle (?) sehr gut dargestellt. Am Anfang komme ich nicht ganz draus, das mit dem E-Mail... aber das ist vielleicht absichtilich so, dass man es erst nach und nach begreift...
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 16.02.2008, 19:42
Bella=Isabella denk ma! Lina ist glaub ich die, die aus der ich-perspektive schreibt
Gut Geschichte! Ich finds nur ein bisschen so halt keine Ahnung... Bisschen komisch, schreib aber trotzdem ma weiter!
Re: isabella und caroline
Nic - 16.02.2008, 19:59
:licht: aha !
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 17.02.2008, 11:39
erst mal danke fürs durchlesen und für eure kommentare!
hier das nächste Kapitel:
2.Teil
In unserer Klasse gab es einen Jungen, der Miro hieß. Er war ein voll netter Typ und bei allen beliebt – besonders bei Bella. Eines Tages bat er mich, mit ins Krankenhaus gehen zu dürfen. Ich sah daran nichts Außergewöhnliches – Kira war schon dabei gewesen, Nina und Maria auch. Warum sollte nicht auch Miro mitkommen? Wir lachten auf dem Weg zum Krankenhaus - und noch immer tat das Lachen weh. Fröhlich betraten wir das Gebäude und ich ging automatisch zu Bellas Zimmer, im zweiten Stock. Während ich immer stiller wurde, gingen wir hinein und ich begrüßte meine Schwester wie immer mit einem Kuss auf die Wange. Ich drückte ihre Hand und sagte: „Miro ist hier. Er wollte dich besuchen kommen, Schwesterherz.“ Dann ging ich hinaus und setzte mich auf die Bank vor dem Zimmer, wo ich meine Hausaufgaben machte. Schwester Lisa brachte mir eine heiße Schokolade und fragte mich, wer der Junge sei. „Das ist Miro“, sagte ich, „Ein Junge aus der Klasse... Er wollte Bella besuchen, also hab ich ihn mitgebracht.“ „Ach so“, nickte Lisa. „Er ist aber schon lange da drin, oder? Willst du ihm nicht ein bisschen Gesellschaft leisten? Deine Hausaufgaben laufen nicht weg.“ Sie hatte Recht. Ich konnte mich auch mal ein paar Minuten mit Miro unterhalten. Leise betrat ich das Zimmer. Miro saß auf Bellas Bett und sah sie nur an. „Miro?“ Er dreht sich erschrocken um. “Ach, du bist’s Caroline!” Ich fuhr mir durch die Haare. „Sag Lina, bitte.“ Er lächelte. „Passt besser zu dir.“ Ich setzte mich auf Bellas andere Bettkante, strich unnötigerweise das Laken glatt und wusste nicht was ich sagen sollte. „Lina?“ Ich antwortete nicht. Es klang so zögernd, so bittend.
„Lina, warum willst du es nicht wahrhaben?“ „Was?“, keifte ich. Er zuckte zusammen, atmete tief ein und fuhr fort: „Das Isabella vielleicht nicht mehr zurückkehrt? Das sie im Moment praktisch ... tot ist?“ Wut stieg in mir hoch. „Sie ist nicht tot!!! Sie schläft nur... sie wacht wieder auf! Und ich will dabei sein, wenn sie wieder aufwacht! Was ist so falsch daran?“ Ich hatte ihn beinahe angeschrieen, aber er antwortete sachlich: „Nichts ist falsch daran. Nur... musst du dich deshalb so verkriechen?“ „Was geht dich das an?“ „Es geht die ganze Klasse was an. Wir alle brauchen dich. Du bist so verschlossen, machst nichts mehr mit... nichts. Wenn wir lachen, lachst du nicht mit, wenn wir eine Rettungsaktion für irgendetwas veranstalten wollen, fällt sie ins Wasser, weil du nicht mitmachst. Dich interessiert nicht einmal mehr, was wir als Abschlussfest machen sollen. Es reicht doch schon, wenn Bella fehlt, warum du auch noch?“ Ich hatte ihm zugehört und musste mir eingestehen, dass er Recht hatte. Aber so schnell gab ich nicht auf. „Du verstehst das nicht... sie ist meine Schwester und beste Freundin, ich brauche sie. Außer ihr habe ich niemanden mehr. Ohne sie ist das Laben sinnlos...“ So hatte ich das nicht sagen wollen, schon gar nicht zu Miro. Der war zwar total nett und alles, aber ich kannte ihn eigentlich nicht. „Ich verstehe dich schon...“ , flüsterte er. „Wie meinst du das?“, bohrte ich nach. „Also... ich habe zwar noch meine Eltern und meine kleine Schwester, aber...“ Ich sah ihn fragend an, ich wollte ihn nicht drängen und ich hatte das Gefühl, alles falsch zu machen. „Ich habe etwas mir Wertvolleres verloren – genau gleichzeitig mit dir. Zwei Dinge um genau zu sein – meinen besten Freund und meine...“ Er stockte. „Unser Hund ist gestorben, er war mein bester Freund... jahrelang. Aber er ist eben alt gewesen. Es war besser so... viel besser. Ich wusste erst nicht, was ich machen sollte. Aber ich dachte mir, ich habe jetzt andere Freunde und ich brauche ihn nicht mehr so wie früher. Obwohl ich ihn nie vergessen werde. Niemals! Diese Erkenntnis hat mir geholfen.“ Ich schluckte. Warum er mir das alles erzählte? Vielleicht spürte er, wie es mir ging. Er war wirklich gut darin, ich fühlt mich schuldig, weil ich nur an mich dachte. „Ich weiß was du meinst... ich kann es aber einfach nicht... Bella war immer da... wir waren immer zu zweit, unser ganzes Leben lang. Wir haben uns alles erzählt, alles. Ich brauche jemanden, dem ich alles anvertrauen kann. Denjenigen habe ich verloren. Ich muss alles in mich reinstecken, nirgendwo sonst kann ich es abladen...“ Wir sahen uns in die Augen. Es war ein magischer Moment. Er griff mein Hand und sagte: „So geht es mir auch. Meinst du, wir sollten mal versuchen, uns gegenseitig alles zu erzählen? ... ich will nicht aufdringlich sein, aber mir hilft es sicher und dir bestimmt auch... bitte?“ Ich hielt inne. Miro als Ersatz-Bella? Schaden konnte es nicht... aber wie sollte ich ihm alles erzählen:
· Ich kannte ihn nicht.
· Er kannte mich nicht.
· Das war das erste Mal, das wir uns außerhalb der Schule sahen.
· Er war ein Junge.
„Lina? Bitte? Ich brauche jemanden, dem ich alles erzählen kann.“ Ich war mir nicht sicher. „Was ist mit Nils und Lukas und denen? Sie sind doch deine Freunde, warum nicht sie?“ Warum gerade ich? , hätte ich am liebsten noch gesagt. Er lachte. „Die sind ganz okay, aber mit den meisten Jungen kann man nicht richtig reden, finde ich. Hätte ich ihnen von meinem Hund erzählt, wie ich es dir erzählt habe, sie hätten mich ausgelacht. Ich habe zu viele komische Gefühle für sie. Vielleicht will ich später mal Schriftsteller werden oder so etwas. Etwas bei dem ich meine Gefühle mit Menschen teilen kann. Alle meine Gefühle und Gedanken.“ Ich muss sagen, ich war ehrlich beeindruckt von Miro. Ich hätte nicht gedacht, dass er so über Gott und die Welt nachdachte – genau wie Bella. Vielleicht war es das, was mir den Anstoß gab, dass ich ihn mit Bella verglich. Ich brauchte ja schließlich eine Ersatz-Bella. Ich schluckte. „Weißt du, manchmal hasse ich mich dafür, das ich nur bei Bella sitze. ‚Reiß dich mal zusammen! Es gibt noch ein Leben außerhalb dieses Zimmers!’, sage ich mir dann. Aber...“ Ich blickte auf und sah, dass seine Augen leuchteten, er verstand.
Am Abend näherte ich mich Großmama, die in ihrem Schaukelstuhl saß und nähte – per Hand. Sie war auf einem Bauernhof aufgewachsen, irgendwo in der Pampa. Deshalb war sie in einigen Dingen angenehm altmodisch – wie die Großmutter in Heidi. Zum Beispiel verabscheute sie Fertiggerichte und wir mussten sie dazu überreden, eine Waschmaschine zu benutzen. Von einer Spülmaschine wollte sie immer noch nichts wissen. Seit dem Unfall hatte ich nicht mehr mit ihr gesprochen, als: ‚Reich mir mal bitte die Butter.’ oder ‚Heute Abend kommt ein guter Film mit Julia Roberts, wollen wir uns den ansehen?’ Aber jetzt wollte ich mit ihr reden – über das, was Lisa mir erklärt hatte und über die Tatsache, das Bellas Haare gewachsen waren. Großmama ging fast nicht mehr außer Haus und schon gar nicht ins Krankenhaus. Vielleicht erinnerte es sie zu sehr an die Zeit in der Mum im Sterben lag. Wahrscheinlich hatte sie Angst. Und als ich vor Tagen in ihr Zimmer gekommen war, hatte sie alle Bilder von Bella und mir weggeräumt. Nur ein Bild von mir als Kleinkind hatte sie noch. Es tat mir selber weh, in den Spiegel zu sehen.
„Großmama? Sollen wir am Wochenende zusammen was machen? Wir könnten picknicken gehen wenn es schönes Wetter hat und wenn es regnet, gehen wir ins Kino, ich lade dich ein. Es kommt eine Komödie, hast du Lust?“ Sie regte sich nicht, starrte nur geradeaus auf das Nachthemd, das sie für sich nähte. „Großmama? Hast du keine Lust? Wir können auch was anderes machen. Sonntag gehst du in die Kirche und danach gehen wir zusammen einkaufen oder du bringst mir Stricken bei. Wir könnten auch ins Museum gehen? Großmama?“ Sie nickte und nach einer halben Ewigkeit sagt sie: „Ach Mädchen. Ich möchte nicht. Ich bin schon seit Wochen nicht mehr in der Kirche gewesen. Aber Stricken bringe ich dir gerne bei.“ Allein ihr Ton tat mir weh. „Großmama? Bitte, lass uns reden? Du hast doch immer gesagt, über eine Sache reden, löst sie schon fast. Bitte, lass uns über alles reden.“ Keine Reaktion. „Lass uns über Bella reden, bitte.“ Sie richtete sich auf und sah mich zum ersten Mal seit Wochen an. „Du hast keine Ahnung, wie es sich anfühlt, in kurzer Zeit deinen Mann, deine Tochter und deine Enkelin zu verlieren, die alle jünger sind als du. Du verstehst das nicht.“ Das waren fast mein Worte zu Miro. „Großmama, das weiß ich nicht, aber ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man in kurzer Zeit seinen Großvater, seine Eltern, seine Zwillingsschwester und beste Freundin verliert und dabei ist, seine Großmutter zu verlieren, also sag mir nicht ich verstehe dich nicht. Dazu hast du kein Recht.“ Ihr Gesicht wirkte müde. Zu müde für Großmama. Ich sagte schon, sie war angenehm altmodisch-gemütlich. Einer ihrer alten Grundsätze war: Von nichts kommt nichts. Ihre Interpretation: Arbeite voll Freude denn ohne Trübsinn kann auch kein Trübsinn kommen. Was eigentlich nur heißt: Sei enthusiastisch! Großmama machte aus jedem Stück langweiliger Arbeit – Fenster putzen, Geschirr spülen, Kochen – ein Kunstwerk, einfach, wie es war. Und sie war nie müde bei der Arbeit – nie!!!
Sie seufzte. „Du hast Recht. Es ist nicht richtig von mir, so egoistisch zu sein. Ich frage mich nur manchmal, ob es fair ist, das ich lebe und sie nicht.“ Ihr Blick wanderte aus dem Fenster, fast möchte ich schreiben traumverloren. Ein Schauer glitt über das runzlige Gesicht. Großmama richtete sich auf und fuhr sich durch das lange, weiße Haar. „Wir fahren Freitag in die Berge, zur Almhütte. Mit dem Zug bis nach Pferdesheim und ich arrangiere etwas danach. Wir übernachten dort und wandern vielleicht ein bisschen. Sonntagnachmittag sind wir wieder zurück.“ Großmama kommt aus den Bergen. Die Almhütte gehört ihr. Dort hat sie schon als kleines Kind gelebt. Bis heute gibt es keinen Strom und kein fließendes Wasser. Geheizt wird nur mit einem großen Kamin. Bella und ich lieben die kleine Hütte und unsere Ausflüge dorthin. Es ist so schön altmodisch, genau wie Großmama. Die letzten Jahre haben wir immer unsere Ferien dort verbracht. Was anderes könnten wir uns gar nicht leisten. Die Leute da oben kennen uns alle. Es ist einfach wundervoll.
Samstagabend lag ich im Gras und genoss die Sonne. Ich nahm alle Gerüche in mich auf wie in einen Vorratsschrank, um sie herauszuholen, wenn ich sie brauchte. Das Gras roch, die Blumen rochen, die Vögel zwitscherten. Ich war mit der Welt zufrieden. Großmama und ich hatten uns ausgesprochen. Wir waren gewandert wie verrückt. Ich war geklettert. Großmama kann noch fast alles mitmachen mit ihren fast 70 Jahren. Sie ist so voller Energie und Optimismus. Die frische Luft tat uns beiden gut, glaube ich. Die Berge taten uns gut, die Stille und Ruhe um uns herum. Wenn ich das jetzt so schreibe, erscheint es mir alles zu einfach, als wäre es ein Märchen. Ich denke fast, ich hätte es wissen müssen. Hätte es wissen müssen, dass es nicht so leicht ist, aber ich glaubte wirklich, dass ich von nun an mit Miro und Großmama zufrieden sein würde, bis Bella aufwachen würde. In diesem Moment war ich wunschlos glücklich. Ich würde wieder ganz normal werden, mich in der Klasse „integrieren“, alles würde gut werden, Miro würde mir helfen, Bella würde bald wieder da sein. Ich war voller Optimismus.
Re: isabella und caroline
Ruth - 17.02.2008, 14:25
diese geschichte ist so schööön!!! bitte schreib schnell weiter!!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 18.02.2008, 21:31
danke!
Und schon folgt der nächste teil: (ihr müsst sagen, wenn icheuch zu schnell bin ^^)
3. Teil
Ich hatte keine Lust. Alles war doof; nichts klappte. In der Schule akzeptierten sie nicht, dass ich normal war. Wie denn auch, sie konnten es ja schließlich nicht riechen. Ich hatte Großmama nicht so weit, dass sie ins Krankenhaus ging. Ich selbst verbrachte zuviel Zeit dort. Die Anderen ließen mich machen. Zu meinen Hobbies konnte ich mich nicht bringen. Nur zur Musik; Bella spielt Klavier und Geige, ich Schlagzeug und Gitarre. Das ist so ziemlich das Einzige, was wir nicht gemeinsam machen. Ich wollte nichts tun, was mich an Bella erinnerte. Der magische Ausflug schien eine Ewigkeit her, dabei waren es nur 10 Tage. Und Miro? Irgendwie musste das ein Ausrutscher gewesen sein. Er war nicht da – nicht für mich da. Es war alles idiotisch. Und ich wusste nicht was ich tun sollte. Es gab nicht mal aufs und abs, sondern nur konstante Idiotie.
Morgens setzte ich mich ganz normal in den Bus. Zusammen mit Kira und Maria fuhr ich – wie immer - bis zum Bahnhof. Ich war, auch wie immer, übrig und setzte mich hinter die Anderen. Ich stopfte mir die Kopfhörer in die Ohren. Meine Freundinnen warfen mir Blicke zu. „Das geht nie im Leben! Sie wird nicht mitmachen. Und ohne Caro...“, hörte ich Nina. Sie redeten über mich. Sie hielten mich für anders. Sie behandelten mich anders. „Warum ist sie so verschlossen?“, fragte Maria. Kira lachte gehässig. „Madam hält sich eben für besonders tragisch.“ Nina milderte ab: „Sie trauert eben. Aber man kann es auch übertreiben.“ Am liebsten würde ich schreiben: eine Welt brach zusammen. Doch so war es nicht. Es war mehr so, dass ich das Gefühl hatte, einen Schlag ins Gesicht bekommen zu haben. Ich konnte nichts sagen. Alles war abgestumpft. Den ganzen Tag über hallten die Worte durch meinen Kopf.
In der großen Pause meldete ich mich freiwillig, die Tafel zu putzen. Dann darf man nämlich drinnen bleiben. Und ich brauchte dringend eine Auszeit. Während ich alles wegwischte, wünschte ich mir, mein Leben so säubern zu können. Alles wäre weg, verschwunden. Ich wäre auf eine angenehme Art leer. Nur leer sein – nichts fühlen, nichts denken. Nur leer sein. Nicht an doofe Möchtegern-Freunde denken, die einen nur verletzen. Ich schrubbte die Tafel immer kräftiger. Als ich fertig war, fühlte ich mich wirklich leer und verlassen. Ich fragte mich so langsam, was mit mir los war. Normalerweise heulte Bella, nicht ich. Trotzdem flossen mir die Tränen jetzt nur so über die Wangen. Miro kam ins Klassenzimmer. Ich wollte nicht gesehen werden und machte mich so klein wie möglich. Aber anstatt wieder zu verschwinden, rief Miro: „Lina? Bist du noch hier?“ Er suchte mich, fand mich, setzte sich zu mir. „Was ist los?“ Was bildete der sich ein?! „Geht dich gar nichts an!!!“, fauchte ich. Er zuckte zusammen. „OK.“ Und dann blieb er einfach sitzen. Ich weiß nicht, wie er so geduldig sein konnte. Er gab mir das Gefühl, schuldig zu sein. „Ich kann es dir nicht erklären, es ist zu viel“, schniefte ich um ihn loszuwerden. Ich versuchte, die Tränen zu schlucken, sie zurückzuhalten. Es klappte nicht, es klappte kein bisschen. Ich heulte wie ein Schlosshund. „Hey, ist es so schlimm? Mit mir kannst du doch darüber reden.“ „Ja, ja. Das hatten wir ja schon... Rede mit mir, ich bin für dich da. Ich brauche dich, du brauchst mich... bla, bla, bla“, spottete ich. Er sah aus, als hätte ich ihn ins Gesicht geschlagen. „Komm mit, wir müssen reden, Lina!“ Er stand auf, streckte mir die Hand hin. Er gab sich Mühe. Und schlimmer konnte es ja nicht werden. Ich überlegte nur kurz, dann stand ich auf. Was hätte schon passieren sollen? Ich folgte ihm aus dem Klassenzimmer und dem Schulgebäude heraus. Noch heute erscheint es mir wie ein Wunder, das uns keiner gesehen oder angesprochen hat. Wir gingen in den Park. Miro setzte sich auf eine Bank, ich genau an die andere Seite davon. Er sagte nichts, ich sagte nichts. Es lag eine komische, erwartungsvolle, aber unangenehme Stimmung zwischen uns. Er tat nichts – einfach nichts. Und ich auch nicht. Wir saßen lange einfach da, ohne ein Wort zu sagen. In Büchern schreiben sie immer so, als würden sie nichts reales mehr wahrnehmen in solchen Momenten. Bei mir war das nicht so. Ich fror und merkte bald, dass ich noch praktisch nichts gegessen hatte. Der Lärm einer nahen Straße drang zu uns. Irgendwann holten wir gleichzeitig Luft und: „Also ich...“ – „Was ist jetzt...“ Wir sahen uns an und ich bemerkte, wie schön dunkel seine Augen sind, fast schwarz. Er bedeutete mir, anzufangen. Ich atmete noch einmal tief ein und begann: „Es ist so: Ich will normal sein, aber man gibt mir nicht die Chance dazu. Ich vermisse Bella und kann mich ohne sie nicht wieder mit meinen Hobbies beschäftigen. Ich... Ich möchte, dass Großmama mit mir ins Krankenhaus kommt, aber sie will nicht. Meine Freundinnen sind sauer auf mich und lassen mich links liegen. Und ich brauche jemanden, der mich versteht, der für mich da ist, so wie Bella.“ Die Worte sprudelten nur so aus mir heraus. Danach fühlte ich mich etwas besser, wenn auch nicht viel. Tränen kamen auch keine mehr. Miro sah mich lange an. „Ich... ich bin doch für dich da...wir hatten doch...“ Ich schnitt ihm das Wort ab. „Du bist für mich da? Du hast mich doch praktisch ignoriert! Also komm mir nicht mit: Ich bin für dich da, das zieht nicht mehr.“ Er schwieg. Ich hatte Recht und das wusste er. Nach einer Weile begann er: „Hör zu, das ändert sich, versprochen. Und wir finden auch einen Weg, das du wieder normal leben kannst.“ „Ich weiß nicht so Recht...“ „Aber ich weiß“, sagte er bestimmt. „Ich kann dir nur versprechen, das es besser wird. Du musste mir vertrauen. Komm heute Nachmittag ins Eiscafé am Krankenhaus. Da ist nie viel los, schon gar nicht vorm Sommer.“ Ich schwieg. So sicher war ich mir nicht, ob ich ihm vertrauen könnte. Ich hatte ihm ja schon einmal vertraut. Er fasste mein Zögern richtig auf: „Du kannst es dir ja überlegen. Ich werde auf dich warten. Und jetzt gehen wir in die Schule zurück. Das wird schon alles wieder.“ Er stand auf und ich folgte ihm. Ich war müde und erschöpft, dabei hatten wir ja nur geredet und keinen Marathon hinter uns. Aber mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. Sollte ich gehen, oder nicht? Durfte ich Miro vertrauen? Er war wirklich nett und hatte mich nicht ausgelacht. Und er schien mich in vielem zu verstehen. Aber war das wirklich genug? Ich wusste es nicht. Ich wog die Pros und Kontras ab, den ganzen Weg zurück.
Wir kamen an, als es gerade zur kleinen Pause klingelte ( Okay, das es zur Pause klingelte wussten wir erst, als wir den Lärm hörten) und im Klassenzimmer herrschte die übliche schlechte Luft und das übliche Durcheinander. Die Jungs spielten Karten, die Mädchen hörten Musik oder redeten. Sobald wir rein kamen, riefen die Jungen aus der Ecke: „Liebespaa’, küsst euch ma’!“ Alle lachten. Mich traf es wie ein feuchter Lappen. Miro schien es schlimmer zu gehen. Ich fühlte richtig, wie er wütend wurde. Er ließ sich aber nichts anmerken und setzte sich ruhig auf seinen Platz. Gerade wollte ich das Selbe tun, da riefen sie: „Caro und Miro, verirrten sich im Busch...“ Miro platzte der Kragen, verständlich, finde ich. „Haltet die Klappe! Ihr habt doch keine Ahnung und was sollte ich mit“ – er warf mir einen Blick zu – „Trauerline?“ Das traf mich nun wirklich hart. Gerade war ich gewillt, ihm zu verzeihen, hatte mich entschlossen, zum Treffen zu gehen und dann so etwas. Ich wusste, ich hätte ihm nicht vertrauen dürfen. Hätte ich Miro noch einmal in die Augen gesehen, wahrscheinlich hätte ich eine Entschuldigung lesen können, aber ich wollte nichts mehr hören. Während die aus der Klasse brüllten vor Lachen, ging ich auf meinen Platz und lauschte den Klängen von SafriDuo. Wenn ich mich schon selbst nicht am Schlagzeug auslassen konnte... Die letzten beiden Stunden zogen sich in die Länge. Ich sah niemanden an, nicht einmal hoch guckte ich. Nein, ich starrte stur auf mein Heft.
Ich bekam den frühen Bus, nachdem ich aus der Klasse gerast war und verschwand zu Hause an meiner strickenden Großmama vorbei, in meinem Zimmer. Dort schmiss ich mich aufs Bett und heulte. Doofe Welt, doofe Klasse, doofer Miro! Ich wunderte mich so langsam, woher die ganzen Tränen kamen – hatten sich extra Tränensäcke gebildet seit dem Unfall? Jedenfalls lag ich lange Zeit nur da und weinte. Irgendwann beruhigte ich mich und starrte an die Decke. Bella hatte es in so einem Moment gut, dann las sie immer. Warum eigentlich nicht? Ich suchte mir eines der Bücher heraus, die Bella immer Seelentröster nannte. Sie hatte mal gesagt, das ihr diese Bücher halfen, die Gedanken zu ordnen, aber auch Abstand zu gewinnen und das ganze von außen zu betrachten. Es war nicht besonders dick und ich las es in einem Mal durch. Danach fühlte ich mich total schlecht. Was dese Hauptperson alles auszustehen hatte! Da waren meine Probleme ja lächerlich dagegen. Und eigentlich hatte ich selber die Schuld. Ja, ich hätte Miro nicht so vertrauen dürfen, ganz einfach. Pech gehabt, Mädchen. Er war eben doch nur ein Idiot in Tarnung, da konnte man nichts machen. Es war meine Schuld. Also beschloss ich, Hausaufgaben zu machen. Ich holte mein Matheheft raus und schlug es auf. Ein Zettel lag darin. Mein erster Reflex war, ihn zu zerknüllen und wegzuwerfen. Trotzdem zwang ich mich, ihn zu lesen. „Sorry!“, stand darauf. „Ich musste es tun, ich hab es nicht so gemeint. Erklärung um drei!!! Bitte komm, Miro“ Natürlich wusste ich nicht, was ich tun sollte. Welchen Grund hätte er, mich Trauerline zu nennen? Keinen!
Jetzt hatte ich keine Lust mehr auf Mathe. War ja sowieso nur ein Scheißfach in dieser beknackten Welt. Und ohne Bella verstand ich die binomischen Formeln so oder so nicht. Ich ging zu Großmama, die immer noch im Schaukelstuhl saß und strickte. „Möchtest du darüber reden?“, fragte sie. Ich zuckte die Schultern und lauschte dem gleichmäßigem Klappern der Stricknadel. „Warum nur kann mein Leben nicht so einfach sein, so ruhig und geordnet!“, murmelte ich zusammenhanglos. Großmama strickte weiter. „Was würdest du tun, wenn du einen... wenn eine Freundin dich verletzt hat, du ihr verzeihst und sie sich dann nur ein paar Minuten später wieder einfach idiotisch benimmt, sich dann aber mit dir treffen will?“ Die Stricknadeln machten eine Pause. „Ich glaube, ich würde hingehen. Ich meine, es gibt nichts zu verlieren und es kann nichts schaden sich auszusprechen. Auch beim zweiten Mal nicht. Und wenn man den Leuten die Meinung sagt, dann fühlt man sich danach oft viel besser.“ Ich wartete einen Moment, ob sie noch etwas sagen wollte, aber als Großmama wieder anfing, zu stricken, wusste ich das sie nichts mehr zu sagen hatte. Wenn Großmama so etwas sagte, meinte sie es auch und dann hatte sie Recht. Das haben Bella und ich schon vor Jahren herausgefunden. In solchen Angelegenheiten vertrauten wir ihr blind. Ich sah auf die Uhr, viertel vor drei. Wenn ich mich beeilte, würde ich es noch rechtzeitig schaffen.
Um drei Uhr stand ich unschlüssig vor der Eisdiele. Ob Miro wohl kommen würde? Was würde er sagen? Gerade hatte ich beschlossen, noch einmal bis 10 zu zählen und dann ins Krankenhaus zu gehen, als Miro um die Ecke kam, etwas außer Atem, aber fast pünktlich. „Hey Lina!“ Er sagte sonst nichts, aber ich spürte, dass er sich freute, mich zu sehen. Wir gingen rein. Ich bestellte einen Erdbeermilchshake, er einen Bananenbecher. Unsere Bestellung kam sofort, aber ich hatte keinen Appetit. Ich wünschte mir, er würde endlich anfangen, mich nicht so auf die Folter spannen. Ich sah mich um. Es war sehr leer im Café, aber für April doch gut besetzt. In einer Ecke saß eine Rentnerin vor einem Diätbecher, am Nebentisch aßen ein paar Achtjährige mit verklebten Mündern Schokoladeneis und ein paar Geschäftsleute tranken im Raucherbereich einen Eiscafé. Die Bedienungen tuschelten aufgeregt. In der einen erkannte ich eine Zehntklässlerin aus der Schule. Ob sie uns wohl für ein Paar hielten? Aber was sollten wir sonst sein? Mir wurde klar, das die aus der Klasse nichts anderes hatten denken können. Ich rührt ungeduldig in meinem Milchshake. „ähmmm...Lina?“, begann Miro zögerlich. „Heute morgen das, das war nicht so gemeint. Ich hab den Kopf verloren, aber ich denke es war vielleicht gar nicht so schlecht.“ Das überraschte mich. Er hatte es also doch gemeint. Er hatte sich nur nicht getraut die Wahrheit zu sagen. Ich öffnete den Mund, um etwas zu antworten. „Nicht was du jetzt denkst, Lina! Ich meine, so ein Spruch war schon lange fällig, aber jetzt wird er bald vorbei sein, und du kannst dich wieder normal in die Klasse einfügen. Und wir sind ja auch kein Paar, auch wenn wir jetzt öfters was zusammen machen werden.“ Ich nickte nur. Er hatte sich etwas dazu gedacht und für einen Jungen, war die Entschuldigung gar nicht schlecht gewesen. Ich muss zugeben, ich war fast beeindruckt. So etwas hatte ich nicht erwartet. „ So und jetzt arbeiten wir ein Konzept aus, wie du dich integrieren kannst in die Klasse. Wir fangen vielleicht mit Hobbies an...“ Noch am Tag davor wäre ich superglücklich über das gewesen, vor fünf Minuten hätte ich ihn angefahren, weil ich nichts mehr mit solchen Idioten zu tun haben wollte. Aber ich hatte eingesehen, das man uns für ein Paar halten könnte.
Miro erklärte mir, wie er sich das gedacht hatte, stellte mir eine Art Modell vor und unterbreitete mir eine Tabelle mit möglichen Beschäftigungen. Er erinnerte mich ein bisschen an die Versicherungsleute, die einmal mit Großmama diskutiert hatten. Zusammen entwickelten wir meinen Freizeitplan, an den ich mich vorläufig halten sollte. Einen Freizeitplan mit Sport und Lernzeit, Musikunterricht und freier Zeit. Mir kam es damals so vor, als sprächen wir über ein Unternehmen, nicht über mich. Aber ich glaube Miro hat genau das getan, was ich brauchte. Er hat mir etwas gegeben, an dem ich mich festhalten kann, eine Art Schablone, um aus dem Wirrwarr der letzten Wochen zurückzufinden. Er wusste was er tat, ich weiß bis heute nicht woher.
Re: isabella und caroline
Ruth - 18.02.2008, 21:42
sooo schön!!! bitte weiter!! :wink:
Re: isabella und caroline
süßemücke - 19.02.2008, 15:32
Ein großes Lob an dich! Dein Schreibstil ist total angenehm zu lesen und die Geschichte hört sich total interessant an, auch wenn ich nicht alles gelesen habe. Also mach weiter so.
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 19.02.2008, 16:13
danke! soviel positives Feedback hätte ich nicht erwartet! Vielen Dank!
Ich schreib jetzt erstmal nicht weiter, weil ich im moment kaum zeit habe... außerdem braucht ihr ja vllt auch eine Chance, alle szu lesen? ^^
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 19.02.2008, 16:34
NEEE!! Das hab ich in 5 mins durchgelesen (Ich hätte es zumindest geschafft, wenn meine Freundin mich nich in icq genervt hätt^^)
Also, ich finde du schreibst nich zu schnell! Weiter, isst nemlich schen^^ :!: :!: :!: :lol:
Re: isabella und caroline
Ruth - 19.02.2008, 17:09
ja, so schnell wie möglich den nächsten teil :D :roll:
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 19.02.2008, 17:18
KLAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!! WEITER *g* :lol: :lol: :lol:
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 20.02.2008, 17:03
ok.... hier kommt der nächste teil...:
4. Teil
Es war Mai. Die Sonne schien und es war zu schön um in der Schule zu sitzen. An mein Leben ohne Bella hatte ich mich gewöhnt. Ich ging zum Schwimmtraining, hatte Gitarren und Schlagzeugunterricht, arbeitete in der Schülerzeitung mit und betätigte mich als Babysitterin. In der Schule war ich mehr oder weniger wieder aufgenommen, ich hatte mich für ein paar Sachen engagiert und nachdem die letzten Trauerline-Witze vorüber waren, gehörte ich wieder richtig dazu. Ich witzelte wieder mit den Jungen, blödelte herum, war wieder Wortführerin. Aber es fiel mir viel Schwerer als mit Bella. Etwas hatte sich noch grundlegend verändert: Kira und ihr – meine! – Freundinnen konnten mir gestohlen bleiben. Stattdessen verbrachte ich viel Zeit mit Miro. Wir gingen ins Schwimmbad, ins Kino, besuchten Bella und spazierten viel. Er erinnerte mich wirklich sehr an Bella, ich konnte mit ihm über praktisch alles reden, er konnte sehr albern aber auch ernst sein. Es hört sich jetzt so einfach an, aber ich habe oft mit mir gekämpft, war nahe am verzweifeln. Wenn man mir Trauerline nachrief oder mich ignorierte, wenn mir Kira, Maria, Susie und Nina fehlten und vor allem, wenn mir Bella fehlte. Aber jetzt hatte ich Gleichgewicht gefunden. Ich hatte gelernt, ohne Bella zu leben, ohne mein früheres Leben zu leben. Selbst Mathe verstand ich jetzt ohne Bella – mit Miro. Großmama ging es ähnlich, glaube ich. Sie arbeitete wieder wie früher, sogar Bella hatte sie besucht. Es war alles perfekt, bis auf die Tatsache, das Bella fehlte.
Jetzt saß ich in der Schule, langweilte mich über einen Vortrag in Geschichte und guckte aus dem Fenster. Nachher wollten Miro und ich Blumen für Bella pflücken gehen. Die Ersten blühten ja schon. Es tat gut, zu wissen, dass ich etwas vor hatte. In der Klasse war es unruhig. Herr Diesel hatte keinerlei Kontrolle. Ein Zettel landete auf meinem Tisch. Ich öffnete ihn, aber statt einer Nachricht von Miro las ich: „K, denkst du auch, dass Miro und Caro etwas zu viel zusammen stecken? Gehen die Beiden jetzt zusammen? Weißt du etwas????????????? – S“ Es war eine Nachricht von Susie, für Kira. Kira würde am ehesten wissen, wenn etwas mit mir und Miro wäre. Sie wohnt schließlich über uns. Nur Pech für sie das eben nichts war. Ich musste lächeln wie über dreijährige Kinder. Den Zettel faltete ich wieder zusammen und ließ ihn auf Kiras Tisch fallen. Den Rest der Stunde kicherte ich in mich hinein. Nachmittags kam ich nach Hause, drückte Großmama einen Kuss auf die Wange und sagte aufgedreht: „Das riecht aber gut! Du bist die beste Köchin der Welt!“ Dann lief ich summend hin und her und deckte den Tisch. Wir aßen und überlegten, was wir zum Kirchentag beitragen könnten. Ich wollte mich bei Kinderschminken eintragen, Großmama beim Kuchenverkauf. Außerdem würden wir noch... – Es ist eigentlich egal, was wir noch alles machen wollten. Wir unterhielten uns lebhaft. Mittlerweile war uns das zum Alltag geworden. Ohne Bella konnten wir anfangs kaum miteinander reden. Jetzt hatten wir uns daran gewöhnt. Damit will ich nicht sagen, wir hätten Bella nicht mehr vermisst oder vergessen. Aber wir hatten gelernt ihr Fehlen sozusagen für eine Zeit auszublenden, einen Weg gefunden, normal zu sein. Es hatte immerhin mehr als 3 Monate gedauert, aber wir hatte es geschafft. Es tat auch immer noch weh, in den Spiegel zu sehen, es war aber normal, Bella zu vermissen.
Miro und ich wollten uns am Spielplatz in der Begonienstraße treffen, doch als ich mich auf den Weg gemacht hatte, bekam ich eine SMS von ihm: „Lina, kann heute nicht. Mama krank. Muss auf Abby aufpassen. M.“ Na super!, dachte ich. Ich wollte schon umkehren, da gab ich mir einen Ruck. Jetzt brauchte Miro Hilfe und ich würde ihm helfen. So einfach war das. Ich lief zu seinem Haus und drückte auf die Klingel. Die Spechts wohnen nicht in einem Mehrfamilienhaus, sie leben im vornehmsten Teil der ganzen Umgebung und ihr Haus ist eigentlich schon fast eine Villa. Miros Vater ist Anwalt, das Haus hat er halb geerbt, aber er muss immer noch einiges abbezahlen. Deshalb ist Miros Mutter, die aus Tschechien kommt, immer zu Hause, alle anderen Leute in der Umgebung haben eine Haushaltshilfe, aber die können sie sich nun mal nicht leisten. Nur Mittwochs geht sie zur Volkshochschule und verbessert ihr Deutsch. Miro macht alle Einkäufe. Ich habe ihn schon öfters dabei geholfen und kenne deshalb auch Abby, seine kleine Schwester, gut. Sie ist gerade mal fünf Jahre alt und immer total lieb. Sie war es, die mir die Tür öffnete. „Hallo Lini!“ „Miro hat mir eine SMS geschickt. Ist deine Mutter krank?“, fragte ich sie. „Mama liegt im Bett!“, nickte die Kleine. „Aber Miro ist nicht hier. Er ist bei der Apo... Apotheke.“ Ich musste lächeln. Abby ist einfach zu niedlich. Sie ließ mich rein kommen und guckte etwas beschämt auf das Chaos, das im Wohnzimmer herrschte. Überall lagen Klamotten herum und auf dem Esstisch standen Teller, Tassen und Töpfe im heillosen Durcheinander. „Ich versuche, aufzuräumen. Miro hat es gesagt. Aber ich kann nicht!“ Ihre Augen waren so tieftraurig, ich musste einfach etwas tun. „Komm Abby, ich helfe dir“, sagte ich.
Gemeinsam sortierten wir die Sachen aus. Früher hatte ich mich vor Hausarbeit gedrückt, Bella machte sie fast Spaß. Ich bemerkte, dass ich plötzlich auch Gefallen daran fand, die Unordnung zu beseitigen. Weil Miro nicht kam, schufteten wir anderthalb Stunden. Auf die Idee, Miro anzurufen, kam ich nicht. Zum Glück blieben mir einige Zimmer erspart, das Bad war auch leidlich aufgeräumt und im Büro traute ich mich nicht, irgendetwas zu verändern. Ich beschränkte mich lieber auf die allgemeinen Räume. Hinterher war die Villa bestimmt nicht picobello aufgeräumt, aber man konnte darin wohnen. Ich saugte noch einmal durch alle Zimmer, dann ließ ich mich erschöpft aufs Sofa fallen. Abby hatte ich in ihr Reich geschickt. Ich wunderte mich, wo Miro blieb. Er konnte doch keine Fünfjährige stundenlang allein lassen! Und eine ziemlich kranke Frau auch nicht! Ich schlich mich in Frau Spechts Zimmer und fasste ihr auf die Stirn. Sie glüht und war ganz und gar verschwitzt. Ich wusste, was ich zu tun hatte, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, woher; Bella und ich sind selten krank. Ich schob die Frau auf die andere Hälfte des Doppelbetts, die zum Glück eine eigene Matratze hatte. Dann zog ich ihre Hälfte ab und fand nach einigem Suchen frische Bezüge. Den Schlafanzug zog ich Miros Mutter aus und wusch sie mit einem feuchten Waschlappen ab. Es ekelte mich zwar schon ein bisschen, aber irgendjemand musste es schließlich tun. Ich zog ihr ein neues Nachthemd an und legte sie ins Bett. Während der ganzen Prozedur war sie nicht aufgewacht. Frau Specht zitterte am ganzen Leib und hustete erbärmlich. Ich ging in die Küche und nahm ein paar Geschirrtücher heraus. Daraus machte ich Wadenwickel. Das hatte ich vor Jahren mal bei meiner Mum gesehen, aber ich wusste nicht mehr wie viel Essig und wie kalt das Wasser sein sollte, deshalb mischte ich einfach nach Gefühl. Dann legte ich ein Tuch auf die Stirn und wickelte einige um die Waden. Anschließend gab ich ihr noch von einer Mixtur, die wir bei Erkältung immer kriegen. Dafür musste ich sie wecken und hieß sie lutschen. Sie hat wahrscheinlich gar nicht realisiert, was los war, denn sie sagte nichts. Ich kochte ihr einen Kamillen-Erkältungstee und war richtig stolz auf mich. Während ich eine Thermoskanne suchte, kam ich auf die glorreiche Idee, Miro eine SMS zu schicken und dann noch mal nach Abby zu sehen. Die saß friedlich in ihrem Zimmer und fütterte ihre Baby Born. „War eigentlich der Onkel Doktor schon da?“, fragte ich sie. „Ja, Miro hat ihn geholt. Und dann ist er gegangen und ich sollte aufräumen.“ Ich lächelte sie an und sah auf die Uhr. Sechs Uhr, Abendbrotzeit. Ich machte den Kühlschrank auf und sah gähnende Leere. In einem Küchenschrank fand ich ein bisschen Knäckebrot, Tomatenmark, Parmesankäse und eine Dose Erbsen, sonst nichts. Große Ausbeute! Ich hatte keine Ahnung, was ich damit zaubern sollte. „Lini? Ich hab Hunger!“, rief Abby. „Ich bin schon dabei!“ Jetzt war Kreativität gefragt. Ich bestrich das Knäckebrot mit dem Tomatenmark und streute den Parmesankäse darüber. Das schob ich dann in den Backofen. Weil es mir etwas wenig vorkam, setzte ich Wasser auf und suchte nach Kräutern, die aus Erbsen, Wasser und Tomatenmark eine Suppe machen könnten. Den Tisch deckte ich in der Küche und fand noch etwas Apfelsaft. Mein Handy klingelte. Aber es war nicht Miro, es war Großmama. „Lina? Alles okay? Wo bist du?“, fragte sie mich. „Ich bin bei Miro“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Seine Mutter ist krank und er hat Abby im totalen Chaos allein gelassen. Ich habe aufgeräumt und Frau Specht versorgt. Jetzt versuche ich, mit den Resten hier ein Essen zu kochen.“ Beruhigt war Großmama aber noch lange nicht: „Bist du sicher, das alles in Ordnung ist? Hast du versucht, Miro zu erreichen?“ „Ja, aber er meldet sich nicht. Es sieht ihm gar nicht ähnlich, aber was soll ich denn machen? Upps, das Wasser kocht, ich muss Schluss machen! Ich ruf dich nachher noch mal an, oder ich komme, sobald Miro da ist!“ Dann habe ich aufgelegt und Abby geholt. Es war nicht besonders toll, was ich gemacht hatte, die Suppe schmeckte nach gar nichts und das Knäckebrot war angebrannt. Die Hälfte hab ich weggeworfen. Abby durfte ausnahmsweise eine ganze Packung Kekse essen. Danach ist sie brav ins Bett gegangen. Frau Specht ging es nicht viel besser. Ich wechselte ihr die Wickel und flößte ihr etwas Tee ein, aber mehr konnte ich nicht tun. Es klingelte. Ich wunderte mich, das Miro keinen Schlüssel dabei hatte und öffnete. Es war Großmama. Ich war wirklich froh, sie zu sehen. Sie übernahm die Kontrolle.
Eine halbe Stunde später saß ich am Küchentisch vor einem leckeren Auflauf. Frau Specht hatte Fieberhemmende Tabletten bekommen und Hustensaft. Großmama hatte die Betten im Gästezimmer gemacht und meinen Pyjama mitgebracht. Nachdem sie Miros Handy nicht erreichen konnte, hat sie auf der Polizei angerufen. Die wollten, das sie kommt, aber sie hat gesagt, das sie nicht könnte und ob die nicht einen Polizisten schicken könnten? Dann aßen wir zusammen. Ich war total entkräftet, aber der Auflauf half. Abby schlief tief und fest, sonst hätte sie auch etwas zu essen bekommen. Ich kann gar nicht sagen, wie gut es getan hatte, zu sehen, dass Großmama alles regelte. Es war ihr unheimlich vorgekommen, das ich so allein war, mit einer Kranken und alles machen musste. Mich beunruhigte eher, dass Miro nicht da war. Es passte einfach nicht zu ihm. Er war eigentlich vernünftig und zuverlässig. Ich kannte den Polizisten, der kam. Er hatte mich zu dem Unfall befragt. Ich erklärte ihm alles, was ich wusste, aber das war nicht viel, nur das, was Abby mir erzählt hatte. Er notierte alles. Großmama schickte mich danach sofort ins Bett. Ich war todmüde, konnte aber nicht schlafen. Ich musste an Miro denken, an die Art, wie er lachte, wie er sich um mich gekümmert hatte, an seine dunklen Haare und die unternehmungslustigen Augen. Dann sah ich Bella blutüberströmt vor mit liegen. Im nächsten Moment verwandelten sich ihre Locken, ihre Augen verdunkelten sich, das Gesicht war nicht mehr Bellas. Es war Miros Gesicht. Er lag da, blutüberströmt, hilflos. Ich wollte schreien, aber aus meiner Kehle kam kein Laut. Ich wurde immer weiter von dem leblosen Körper weggezogen. Ich wollte ihn nicht verlieren, nicht so wie Bella. Doch er war fort, einfach fort. Weinend ließ ich mich fallen und stürzte ins Nichts. Ich wachte schweißgebadet auf. Großmama lag neben mir. Sie schlief noch. Es war mitten in der Nacht. Ich ging in die Küche und trank einen Schluck Leitungswasser. Dann setzte ich mich hin und sah mich einfach nur um in der Nacht. Ich weiß nicht mehr, wie ich zurück ins Bett gekommen bin.
„Ja, ja ich verstehe. Meine Enkelin... Nein! Ja natürlich. Danke. Ok...“ Großmama telefonierte. Wir saßen beim Frühstück, Abby und ich. Großmama hatte eingekauft. Es gab Brötchen und Käse und Nutella und Butter, Frischkäse und Wurst. Das reinste Festmahl, nach dem, was Abby abends gekriegt hatte. Sie futterte eifrig, während ich mehr damit beschäftigt war, Großmamas Gesicht etwas abzulesen. Diese legte gerade auf. „Lina, sie haben ihn gefunden. Er ist im Krankenhaus. Nichts Gefährliches. Du sollst...“ Weiter kam sie nicht, ich fiel ihr um den Hals. „Ist ja gut, mein Mädchen!“, schmunzelte Großmama. „Du nimmst gleich Abby und besuchst ihn. Sie brauchen euch zur Identifizierung und so. Ich kümmere mich um Frau Specht und versuche herauszufinden, wo ihr Ehegatte ist. Die Schule fällt heute aus.“
Wenig später saß ich an Miros Bett und redete mit ihm. Abby saß bei Schwester Lisa im Büro und malte. Miro erzählte mir, was vorgefallen war: „Ich bin noch in den Supermarkt gefahren, wir hatten ja fast nichts mehr. Ich bin ausgerutscht und auf eine Ecke gefallen. Als ich wieder aufgewacht bin, war es dunkel um mich herum. Ich wusste erst gar nicht, wo ich war, aber bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, fiel mir alles wieder ein, auch das ich Abby und Mama im Chaos zurückgelassen hatte. Ich hab versucht aufzustehen. Es war so... Ich konnte es nicht. Nach einer halben Ewigkeit habe ich es geschafft, mich hinzusetzen. Mir war so kalt und ich hatte Angst. Die Nacht war schrecklich. Dumm, oder? Ich hätte ja einfach anrufen können. Mein Handy hatte ich dabei. Ich war einfach zu doof dazu.“ Ich lächelte. „Es ist ja alles okay. Abby war total lieb und deiner Mutter geht es auch wieder gut.“ Er grinste matt. „Danke, Lina! Ich bin so froh, das ich mich auf dich verlassen kann!“ Darauf war ich nicht gefasst gewesen. Ich drückte nur seine Hand. Nach einer Weile kicherte ich dann. „Was ist?“ „Denk mal darüber nach, was die jetzt in der Klasse wohl sagen. Es geht sowieso schon ein Gerücht...“ Ich erzählt ihm von dem Zettel und wir überlegten uns abstruse Theorien, die die Anderen sich gerade ausdenken konnten und lachten uns halb tot dabei.
(mir gefällt dieser teil allerdings nicht mehr so gut ^^)
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 20.02.2008, 17:44
weiter
Re: isabella und caroline
Hildi - 20.02.2008, 18:20
die geschichte ist wirklich sehr gut.du schreibs fast schon wie eine autorin.
eine frage habe ich allerdings: wie schafst du so gut zu schreiben und so viel fantasie zu haben???? ich bin nur schon froh wenn ich in der schule einen aufsatz schreibe den man lesen kann.
nochmal ein dickes lob!!!!
Re: isabella und caroline
Ruth - 20.02.2008, 19:19
mir gefällz der teil super gut, schreib bitte weiter!!!
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 22.02.2008, 15:51
sry, konnt letztes ma nich mehr schreibn als 'weiter' mei bruder hats inernet gekillt und für sich beanschlagt^^
Aber jez: WEITER
Re: isabella und caroline
süßemücke - 22.02.2008, 16:16
Ich find die Geschichte toll. Ich weiß zwar nicht, was dir an dem Teil nicht gefällt, aber mein Verbesserungsvorschlag wäre, Miros Verschwinden nicht so dramatisch zu machen, obwohl ich natürlich auch verstehen kann, dass Lina nach dem Vorfall mit ihrer Schwester extrem besorgt ist. Aber das ist nur Nebensache. Die Geschichte ist super toll und ich hoffe, du schreibst bald weiter.
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 22.02.2008, 16:28
ich find, dass es genauso gut ist
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 22.02.2008, 17:23
vielen vielen dank für eure lieben Kommentare... ich freu mich total, das meine geschichte so gut ankommt ^^
wie ich es schaffe, so gut zu schreibe`? erst mal danke für das Lob, ich finde an mienem Schreibstil immer total viele mäkel. 1. vieel übung. ich hab schon als kleines kind immer geschichten geschrieben, mit der zeit lernt man, sich auszudrücken und fließend zu schreiben 2. überarbeitung ich hab den text selber schon mind. 20 mal gelesen und immer wieder hier und da ein wort oder eine formulierung verbessert, selbst nach 100 mal würde ich wohl noch verbesserungsmöglichkeiten finden^^
und die fantasie? wenn ich das wüsste, übrigens sollte die Geschichte von einem Mädchen handeln, das durch eine Freundin zu gott findet - jetzt hat es nichts mehr damit zu tun, meine Geschichte macht sich mehr oder weniger selbstständig ^^
und, was mir an dem teil nicht so gut gefällt, ist, das es nicht wirklich was mit der eigentlichen handlung zu tun hat und auch i-wie weithergeholt wirkt.
und ich hab auch noch eine Frage: Zitat: mein Verbesserungsvorschlag wäre, Miros Verschwinden nicht so dramatisch zu machen
was meinst du damit, süßemücke? Das, was Lina ( mehr oder weniger) träumt?
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 22.02.2008, 17:29
ach so, jetzt hät ichs fast vergessen, hier der nächste Teil:
5.Teil
Natürlich hatten die in der Klasse nicht mal halb so viele oder halb so verworrene Geschichten wie wir. Und nachmittags wusste die Hälfte schon genauestens Bescheid. Ich denke, von Kira. Danach kursierten natürlich noch mehr Gerüchte über Miro und mich (verständlich, was hatte ich auch bei ihm zuhause zu suchen!), aber uns störte das herzlich wenig. Sollten die doch sagen und denken, was sie wollten. Als ich Großmama von meiner neuen, großartigen Erkenntnis erzählte, hat sie nur gelächelt und gesummt: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...“ Darüber musste ich dann lächeln.
Spechts hatten uns zum Abendessen eingeladen, als Dankeschön für unsere Hilfe. Als wir aßen, tat mir Frau Specht Leid, denn das Menü musste Ewigkeiten gedauert haben. Aber sie verstand sich super mit Großmama, sie hatten ähnliche Kindheiten gehabt und deshalb auch ähnliche Ansichten. Miro, Herr Specht und ich spielten Memory mit Abby. Miros Vater ist wirklich super. Er ist nur zu oft auf Reisen. Wäre er nicht fort gewesen, hätte die Situation bei den Spechts gar nicht erst so schlimm werden können, aber so... Nun ja, es tat Herr Specht wirklich Leid, doch er musste nun mal arbeiten. Und seine Arbeit verlangte, das er viel Unterwegs war. Seine Kanzlei betreut Deutsche im Ausland und steht ihnen für rechtliche Fragen zur Seite. Trotzdem gab Herr Specht sich die Schuld. Ich hätte ihn gerne als Vater. Aber meine Meinung zählt wohl nicht viel, was das anbelangt; ich hätte gerne einen Vater – doch Paps ist schon vor Jahren zusammen mit meiner Mum gestorben. Seitdem leben wir bei Großmama. Ich vermisse meine Eltern beide, aber Paps besonders, denn Großmama kann eine Mutter im Wesentlichen ersetzen.
Ab diesem Abend hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zur gesamten Familie Specht und durfte die Erwachsenen auch duzen (sie heißt Ilonka, er Ralph). Nach wie vor unternahm ich viel mit Miro und zusammen organisierten wir einen Ausflug an einen See, zum Boot fahren. Unsere Lehrerin ist nämlich der Meinung, Achtklässler könnten so etwas selbst organisieren. Während der Fahrt saß ich neben Miro, vor uns seine Freunde, hinter uns Kira und Susie. Kira hat sich an Miro rangemacht, aber so richtig! Er ließ sich nicht beeindrucken. Ich versuchte, das Ganze wie eine Außenstehende zu betrachten und musste über ihre kläglichen Versuche lächeln. Eigentlich – und das war mir erst da aufgefallen – hatten wir das Thema Liebe oder Verliebtsein bis dahin gemieden. Vielleicht unabsichtlich, vielleicht bewusst. Ich war mir nicht so ganz sicher. Die Fahrt war jedenfalls total lustig. Die Jungs vor uns, die mich als Miros Kumpelin anerkannt hatten, haben einen Witz nach dem anderen gerissen und ich pausenlos gelacht.
Der See war wunderschön und riesengroß. Und er glitzerte in der Sonne. Das Ufer war meist von Bäumen bestanden, aber es gab auch ein paar groteske Felsformen. Wir sollten immer zu zweit in ein Boot. Klar, das Miro und ich ein Team waren. Ich setzte mich zuerst ans Ruder. „Kannst du das?“ Ich lachte. „So schwer kann das ja nicht sein.“ War es aber doch. Meine Hand-Kopf-Koordination ist ja sonst ganz gut, aber zwei Händen auf einmal klar zu machen, das Ruder richtig zu halten UND es auch noch kraftvoll durchs Wasser zu ziehen, war gar nicht so einfach. Ich trieb ein bisschen hin und her und Miro grinste, aber nach einiger Zeit hatte ich das Boot einigermaßen unter Kontrolle. Ich schielte zu den Anderen, die größtenteils keinen professionellen Eindruck machten. Unter viel Kreischen, Brüllen und Gelächter trieben die Boote meist mehr, mal weniger schaukelnd dahin. Ich hatte mich unbewusst abgesondert. Mit kräftigen Zügen ruderte ich weiter weg, bis uns nur noch die Stille umgab. Einen Moment lang schloss ich die Augen und – Krrrrrrsch! , riss es mich aus meinen Tagträumen. Das Boot war weitergetrieben und steckte im Schilf fest. „Na super, jetzt sind wir gestrandete Seeleute!“, kicherte ich. Miro lachte und zeigte dabei seine wunderschönen, weißen Zähne. „Das haben wir gleich!“, sagte er, legte seine Hand auf meine und half mir, das Boot zu befreien. Er war dabei ziemlich konzentriert. Als er endlich fertig war, sah er mir tief in die Augen. Seine sahen verzweifelt aus, aber auch – ja wie? Beeindruckt? Fasziniert? Bewundernd? Es war eine Mischung aus alldem und noch vielem mehr.
Er öffnete den Mund und Krrrsch! Schon wieder saßen wir fest. Miro zuckte zusammen und nahm seine Hand vom Ruder. Erst da wurde mir bewusst, dass sie die ganze Zeit auf meiner gelegen hatte. Ich nahm meine Hand auch weg und – Platsch! Jetzt war auch noch das Ruder fort! Einen Moment sahen wir uns erschrocken an, dann prusteten wir los. Die Situation war einfach zu komisch. Miro sprang aus dem Boot und griff nach dem Ruder, was gar nicht so einfach war, da es immer wieder davon trieb. Als er es schließlich hatte, war er klatschnass. „Du siehst ja gut aus!“ Ich kam aus dem Kichern gar nicht mehr raus. Er packte mich um die Taille und zog mich aus dem, Boot, das danach Kiel über, also auf dem Kopf, davon trieb. Ich watete auf ihn zu und drückte ihn kurz Unterwasser, um dann blitzschnell aus der Reichweite zu verschwinden. Wir alberten eine Weile herum und ich fühlte mich wirklich gut.
Abends schrieb ich in mein Tagebuch:
Ich weiß nicht warum, aber wenn ich mit Miro zusammen bin, fühle ich mich so fröhlich, so leicht. Sobald ich ihn sehe, wird mir ganz warm und ich bekomme das Gefühl, das alles in Ordnung kommt mit Bella und so. Und ich fühle mich einfach super mit Miro. Wenn ich mich mal verliebe, hoffe ich, dass das genauso wird.
Als wir heute auf dem See waren, haben wir uns nass gespritzt und so, und ich hätte mit Bella nicht mehr Spaß haben, ich schwöre. Nur zwischendurch habe ich mich gefragt, was er wohl gesagt hätte, wenn uns das Boot nicht unterbrochen hätte... Na ja, ich werde es wohl bald erfahren, wir erzählen uns alles, und es schien wichtig zu sein.
Ich habe es bald erfahren.
Re: isabella und caroline
Ruth - 22.02.2008, 20:24
weiter, weiter, weiter!!!!!!!!!
es ist so schööön!!!!
Re: isabella und caroline
süßemücke - 23.02.2008, 12:42
Zitat: was meinst du damit, süßemücke? Das, was Lina ( mehr oder weniger) träumt?
Ja, ich denke schon. Aber nimm das nicht zu ernst. Wenn es dir gefällt ist das gut so, denn die Geschichte muss in erster Linie dir gefallen, finde ich. Also nimm das nicht zu ernst.
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 23.02.2008, 13:40
Mach mal schnell weiter, bitte!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 25.02.2008, 16:32
und hie rder nächste teil ( danach muss ich aber erst weiterschreiben, dann brauch ich noch ein bisschen ^^)
6. Teil
Nach diesem Ausflug habe ich mich noch oft über Kira lustig gemacht, auch mit Miro zusammen. Wie sie immer versuchte, in seiner Nähe zu sein, auf sich aufmerksam zu machen. Es war zum totlachen. Wahrscheinlich war es nicht fair, das zu tun, aber ich hatte noch immer so eine Wut auf sie. Und mich behandelte sie wie den letzten Dreck. Obwohl sie eigentlich wissen sollte, dass Miro das schon gar nicht mag.
Eines Tages kam sie aber zu mir nach Hause. „Lina, können wir reden?“, frug sie. Ich brachte sie in mein Zimmer. In unser Zimmer, sollte ich sagen, denn es war auch Bellas Zimmer. Sie setzte sich auf mein Bett, ich mich auf den Klavierhocker. Ich tat nichts, um ihr zu helfen. Heute denke ich, dass das fies war, aber so war es nun mal. Sie druckste herum und begann dann: „Also, ich weiß, ich war nicht gerecht zu dir in letzter Zeit. Du hast dich seit dem Umzug immer weiter zurückgezogen. Na ja, du hast dich um Bella gekümmert. Ok, aber... Es ist nicht so, dass...“, sie stockte. Ich hatte ihr die ganze Zeit aufmerksam zugehört. Auch jetzt sagte ich nichts. Sie musste sich nicht vor mir verantworten. Ich war schlecht auf sie zu sprechen, ja, aber es traf nicht nur sie die Schuld, ich hätte auch anders handeln können.
Kira hatte sich wieder gefangen: „Dann hast du dauernd was mit Miro unternommen und ich wurde...“ sie holte tief Luft. „eifersüchtig.“ Ich lachte innerlich, aber nach außen war ich steif. „Du hast sicher mitbekommen, dass ich Miro – gern mag. Schon etwas länger...“ Hilflos sah sie mich an. „Hör zu, Kira. Ich weiß nicht, was du dir hiervon versprichst.“ – empört riss sie den Mund auf – „Ich bin nicht sauer auf dich. Ich war es, aber nicht mehr. Ich glaube nicht, dass ich dir helfen kann, Miros Freundin zu werden. Er... es ist nicht so, dass er dich nicht mag, aber... verliebt ist er nicht in dich. Und ich glaube nicht, dass sich das ändern wird. Es tut mir Leid.“ Kira saß da, als wäre sie ein Luftballon ohne Luft. Ich hatte sie schlimmer getroffen, als ich gewollt hatte. Ihr Lippe zitterte, als sie flüsterte: „Also habt ihr doch was miteinander.“ „Nein“, antwortete ich. „Wir sind nur Kumpel. Daran liegt es nicht.“ Kiras Augen füllten sich mit Tränen. Ich setzte mich neben sie, ich wäre nicht so direkt gewesen, hätte ich gewusste, das es nicht nur eine kleine Schwärmerei war, sondern ... mehr. Ich streichelte meiner Ex-Freundin über den Rücken. Erst zuckte sie zusammen, dann schmiegte sie sich an mich.
Am nächsten Tag setzte Kira sich neben mich im Bus. Die Anderen wussten wohl Bescheid, denn sie sagten nichts. Ich hatte meine Freundinnen wieder. Plötzlich wurde ich auch Teil der Klassengemeinschaft. Trotzdem verbrachte ich die meiste Zeit mit Miro – und sie akzeptierten das. Wir hätten ja mal alle zusammen was machen können, aber da Kira das nicht vorschlug, wollte ich es auch nicht tun.
Meistens gingen Miro und ich nur spazieren. Obwohl es sehr warm war, hatten wir beide keine Lust, uns im überfüllten Freibad zu tummeln, sondern genossen die Ruhe eines nahen Wäldchens, wo wir für uns waren. Eines Tages entdeckten wir eine kleine Quelle und setzten uns dort auf die Steine. Es war ein sonniger Tag und um uns herum zwitscherten die Vögel um die Wette. Wir schwiegen. Ich glaube, man muss auch zusammen schweigen können, dann weiß man, dass man richtig befreundet ist.
„Lina, ich bin verliebt, glaube ich.“, brach Miro die Stille. Ich spitzte die Ohren. Nicht nur aus Neugierde, sondern vor allem, weil Kira mich genau das gefragt hatte... ob es eine Andere gab.
„Wer ist es?“, fragte ich und tat ganz natürlich, obwohl es schon komisch war, mit Miro darüber zu reden. Er war und blieb ein Junge. Ihm schien es ähnlich zu gehen.
„Ich kenne sie schon eine Weile und ich habe mich irgendwann in sie...“, flüsterte er. Ich glaube, wir waren uns beide nicht sicher, wie wir uns verhalten sollten. Und ich begriff gar nichts.
„Das Problem ist...?“ Er zögerte.
„Das Problem... Ich glaube nicht, dass sie auch... also sie mag mich schon, denke ich, aber mehr halt nicht.“ Ich hatte Angst, etwas Falsches, Lächerliches zu sagen. Wir hatten uns immer alles ohne Probleme erzählt. Nach den Anfangsschwierigkeiten jedenfalls. Es gab mir einen Stich, das er mir nicht vertraute. Und ich ihm auch nicht.
Ich gab mir einen Ruck und betete, dass es nicht das Falsche war:
„Kenn ich sie? Geht sie in unsere Schule?“ Es war mir, als zuckte Miro zusammen, aber er antwortete:
„Sie geht in unsere Klasse.“ Ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte. Deshalb schweigen wir beide. Es war aber keine angenehme Stille, sondern es war wie eine eiserne Klammer, die sich um uns legte.
Viel später dachte ich, ich hätte es wissen müssen. Aber ich war so naiv, irgendwie. Den ganzen Abend überlegte ich hin und her. Der nächste Tag war ein Samstag, also hatte ich ziemlich viel Zeit zu überlegen. Als ich nach Stunden des Grübelns zu Nina ging, um mich ein bisschen abzulenken, fragte sie mich, weshalb ich mir solche Sorgen machte.
„Du bist doch nicht etwa in Miro verknallt, oder?“ Ich lachte ihr ins Gesicht, als wäre es die lächerlichste Idee, die ich je gehört hatte. Trotzdem ging ich ziemlich schnell wieder. Zuhause holte ich mein Tagebuch heraus und las mir die letzten Einträge durch. Ein Außenstehender könnte schon denken, dass so etwas in der Art mit mir los war. Aber das war es nicht. Da war ich mir ganz sicher. Der Grund, warum ich so grübelte, war ein anderer. Ganz bestimmt. Es lag nur daran, dass er nicht mit mir darüber reden wollte. Das musste es sein. Oder vielleicht, weil Bella ja in ihn verliebt war. Mist, Bella - daran wollte ich nicht denken. Es hatten mich schon seit einer Weile Gewissensbisse gepackt, weil Bella ihn eben so gern mochte und ich so viel Zeit mit ihm verbrachte. Aber das war auch nicht anders, als seine Freunde. Und vielleicht war da ja auch ein höherer Wille im Spiel. Vielleicht wollte Gott oder so ja, dass ich Miro näher kam, damit Bella ihn für sich gewinnen konnte. Damit hatte ich mich die ganze Zeit immer wieder beruhigt. Mir viel einfach nichts anderes ein. Außer, dass ich ja auch nichts Schlimmes tat. Es war irgendwie alles total komisch. Das gesamte Wochenende dachte ich in einer Art Trance nach und hörte romantisch-verträumte Musik. Meine Laune war mies und entsprechend fiel auch der Mathetest am Montag aus. Hinzu kam noch, dass Miro mir aus dem Weg ging. Alles lief schlecht. Alles ging den Bach runter. Und ich konnte nichts dagegen tun. Ich fragte Miro, ob er was unternehmen wolle nachmittags, aber er murmelte etwas von seinen Freunden, die er vernachlässigt habe und dass er mal was anderes machen wolle. Seltsamerweise wurde ich nicht traurig, sondern wütend. Wie du mir, so ich dir, dachte ich und plante für die nächsten Wochen jede Menge mit meinen neuen, alten Freundinnen. Wenn ich jetzt zurückdenke, erinnere ich mich an ein trotziges Kind. Und das war ich tief drinnen auch.
Wie immer machte Miro den ersten Schritt. Nach einiger Zeit des Ignorierens kam er nach dem Unterricht zu mir und fragte zögerlich und ohne mir in die Augen zu sehen:
„Lina, kann ich dich einen Moment sprechen?“
„Wenn’s nicht zu lange dauert?“, sagte ich kühl. Meine Freundinnen gingen schon mal vor. Wir warteten, bis der Flur sich geleert hatte, dann setzte er an: „Ich, Lina, ich.... es tut mir Leid, wie ich in letzter Zeit war.“ Ich wollte ihn unterbrechen.
„Nein, lass mich ausreden... Bitte. Ich war nur einfach so überrascht und fühlte mich gedemütigt, weil ich dir so etwas Wichtiges anvertraut hatte. Und weil du nicht so richtig mit mir darüber gesprochen hast. Und weil es so wahnsinnig weh tut und so schwierig ist, verliebt zu sein... verliebt in jemanden, von der man weiß, dass sie nie das selbe für einen fühlen wird.“ Er schwieg. Und ich war nur noch verwirrter. Und zertrümmerte mein Hirn auf der Suche nach möglichen Kandidatinnen: Da waren meine Freundinnen, aber wenn es eine von ihnen wäre, dann hätte er ja mal versucht, was mit uns allen zu machen. Außerdem gab es in der Klasse noch Suzanna aus Spanien, Inger und die Außenseiterin Katharina. Bei Inger konnte ich es mir einfach nicht vorstellen. Sie war zu gemein, zu grob, zu zickig um für Miro je jemand zu sein. Also blieben noch Suzanna und Katharina. Suzi war die Schönheit der Klasse, ohne dabei arrogant zu sein. Sie war lieb, hilfsbereit und immer gut drauf. Ja, Suzi kam in Frage. Katharina war die „Streberin“. Ich fand sie eigentlich nur nett und halt intelligent. Auch sie konnte es sein. Er hatte mal etwas darüber gesagt, wie schön ihre Augen wären und wie lieb sie sei. Weil mir die Stille unheimlich wurde, fragte ich ihn einfach:
„Ist es Suzi oder Katharina?“ Er starrte mich überrascht an.
„Nein... keine von beiden...“, stammelte er und sah mir zum ersten Mal seit so langem in die Augen.
„Du bist es, Lina!“ Es traf mich wie eine Bombe. Ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit. Miro, verliebt – in mich? Nein... das konnte nicht sein. Ich fühlte seinen Blick, spürte, dass er eine Antwort brauchte.
„Lina?“ Ohne nachzudenken rannte ich raus aus der Schule, nach Hause, in mein Zimmer. Noch während ich lief, spürte ich, wie mir Tränen übers Gesicht liefen.
Ich schmiss mich auf mein Bett und heulte. Ich kam mir dabei so gemein vor. Ich hatte Miro einfach stehen lassen. Ohne eine Antwort. Nicht mal ein Nein. Aber ich war so unvorbereitet gewesen. Und ich war so unerfahren. Das bisschen, das ich über Liebe wusste, wusste ich aus Filmen und Büchern... allenfalls noch aus der Musik. Ich konnte einfach nicht anders. Und ich konnte ihm nicht ins Gesicht sagen, dass ich ihn nicht liebte. Weil es ihm so weh tun würde und weil er das nicht verdient hatte. Ich stellte ihn mir vor, wie er in seinem Zimmer lag, am Boden zerstört, weil ich nichts gesagt hatte. Und plötzlich sah ich all die wichtigen Momente, die ich mit Miro gehabt hatte. Sah sein Gesicht, sein Lächeln, die Art, wie er die Augen rollte. Zum ersten Mal im Leben spürte ich das, was man normalerweise „Schmetterlinge im Bauch“ nennt.
Re: isabella und caroline
Ruth - 29.02.2008, 19:57
schnell weiiter!!!
Re: isabella und caroline
Hildi - 29.02.2008, 21:01
ja weita weita ...
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 01.03.2008, 15:52
hab ich noch keinen komi hierein geschiebn :o muss ich jez aba schnell machen... so, jetzt schreib ich mal etwas, was eigentlich hinter dieser geschichte IMMER steht (also nix neues):
SCHNELL WEITER
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 03.03.2008, 16:33
na gut... ich habs zwar erst dreimal überarbeitet, aber hie rist der nächste Teil:
7. Teil
Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße... da hab ich mir was eingebrockt. Aber ich kann Miro nicht lieben... ich kann einfach nicht. Bella wäre enttäuscht von mir. Und sie ist mir wichtiger. Ich muss mich von ihm lösen, muss ihn vergessen – allein der Gedanke tut weh. Ob so etwas normal ist? Ob dieser Schmerz einen immer auseinander reißt? Bella wüsste die Antwort. Sie hat schon so viele Bücher über alles gelesen. Sie weiß so was. Warum so viel passieren muss, während sie nicht da ist? Mit ihr wäre alles so einfach... dann hätte ich mich nie in Miro verliebt und würde mich jetzt nicht so dreckig fühlen. Es ist alles Bellas Schuld. Und die vom lieben Gott. Wie ich es hasse!!! Wenn ich wenigstens mit jemandem reden könnte. Aber Bella ist nicht da, Kira würde mich hassen (obwohl sie das so oder so wird, wenn ich irgendwas mit Miro anfange), mit Großmama kann man über so etwas nicht sprechen. Und Miro – wie soll ich mit Miro darüber reden? Er hat versucht, mich anzurufen und hat mir E-Mails geschrieben. Ich hab sie gleich wieder gelöscht. Ich halte es einfach nicht aus. Wenn ich mit Miro gehe, dann verliere ich meine Freundinnen wieder und Bella wird es mir auch übel nehmen. Und wenn ich es ihm nicht sage... dann muss ich ihn völlig verlassen. Dann würde ich ihn verlieren und dieses komische Gefühl würde mich umbringen. Es sei denn, ich verlasse die Schule, die Stadt oder - noch besser: das Land.
Ich hab Großmama gefragt, ob wir nach Australien ziehen könnten. Sie hat gesagt, dass wir es nicht tun. Mann, warum muss mir so was immer passieren??? Na ja, immer ist ein bisschen übertrieben. Genau genommen ist das ja das erste Mal. Trotzdem. Mir bleibt nichts erspart. Wenn ich nur wüsste, was ich machen soll. Was wäre ideal? Ich kann nichts tun... nicht mal heulen. Bekloppte, bescheuerte, scheiß Welt...
Das ist der Tagebucheintrag von diesem Tag gewesen. Ich bin danach zu Bella gefahren und habe es mit ihr besprochen. Schwester Lisa war auf eine andere Station verlegt worden. Ich hatte sie schon seit einer Weile nicht mehr gesehen. Und die neue Schwester war mürrisch und hielt sich genau an die Vorschriften. Das hieß: es war mir verboten, länger als eine halbe Stunde bei Bella zu sein, es sei denn, ich hatte einen triftigen Grund. So konnte ich ihr nur alles erzählen, aber nicht auf eine Antwort vertrauen. Ich schloss mich in mein Zimmer ein und spielte Schlagzeug, so laut ich nur konnte. Als dann Kira anrief, um mich zu fragen, was Miro gewollt hatte, lenkte ich vom Thema ab. Erst ließ sie es sich gefallen, dann sagte sie:
„Lina, er ist in dich verliebt, nicht?“ Und sie begann bitterlich zu heulen. Ich wusste nicht, was ich dagegen tun sollte. Sie tat mir so Leid. Ich tat mir so Leid. Miro tat mir Leid. Und ich hasste ihn fast dafür, dass er uns in eine so schreckliche Situation gebracht hatte. Ich konnte mir irgendwann Kiras Schluchzen nicht mehr anhören und legte auf. Miro rief an. Ich erkannte seine Nummer, drückte auf den roten Knopf. Ich wollte ihn nicht hören. Auch als er später an der Tür klingelte, ließ ich ihn nicht rein. Es war ein Glück, das Großmama bei einer Freundin war. Sie hätte mich sonst bestimmt ausgequetscht. Der Nachmittag erschien mir ewig. Und das Telefon klingelte so lange, bis ich bei mir selber anrief und es dann sozusagen besetzt war. Die Stille tat gut. Gegen 7 Uhr aß ich etwas und legte mich dann ins Bett. Und ich fragte mich, warum ich nicht glücklich war, wie die anderen Verliebten immer. Diese Verliebtheit beruhte ja sogar auf Gegenseitigkeit. Meine Gedanken drehten sich im Kreis.
„Ich liebe Miro. Wenn ich mit ihm ausgehe, ist Kira verletzt und ich verrate Bella. Sage ich ihm, dass ich ihn nicht liebe, lüge ich und verletze ihn. Um ihn nicht zu verletzen, muss ich mit ihm ausgehen. Gehe ich mit ihm aus, verletze ich Kira und Bella. Tue ich es nicht, muss ich mit einer ewigen Lüge leben.“
Am nächsten Morgen hatte ich einen Entschluss gefasst. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man sich im Schlaf noch mit Dingen beschäftigt, die man direkt davor getan hat. Es war also kein Wunder. Ich wusste genau, was zu tun war. Ich rief bei Kira an und sagte ihrer Mutter, dass ich mich nicht wohl fühle und nicht in die Schule gehen würde. Sie bot mir sofort ihre Hilfe an, auf die ich natürlich verzichtete. Kira würde für mich in der Schule Bescheid sagen. Großmama kam erst in ein paar Stunden zurück. Ihr würde nichts auffallen. Ich packte meine Reisetasche und nahm das ganze Geld aus meinem Sparschwein. Zum Schluss steckte ich noch ein Foto von Bella und mir ein.
„Es tut mir Leid...“, flüsterte ich in Richtung Schaukelstuhl bevor ich ging. Es war genau 10:19, als ich unsere Wohnung verließ. Ich hatte nie gedacht, dass ich das einmal tun würde – die Vergangenheit hinter mir lassen, ganz neu beginnen. Um es tun zu können, verabschiedete ich mich von Bella und warf einen Brief bei Miro ein. Und wie in den Filmen klangen mir meine Worte noch nach, als ich an die Quelle ging, um ganz genau zu planen, wohin ich gehen würde:
Lieber Miro!
Es tut mir Leid, wie ich dich behandelt habe. Es war nicht fair, dich so stehen zu lassen. Ich mag dich wirklich sehr. - Ich glaub, ich liebe dich sogar. Aber ich kann einfach nicht mit dir ausgehen. Ich werde immer an dich denken.
Du musst mich vergessen, Miro. Bitte!!!
Lina
Heute erscheint mir dieser Text ziemlich dramatisch. Und auch, dass ich abhauen wollte. Aber ich habe mich wirklich so gefühlt. Ich wollte nicht, dass er weiterhin an mich denkt. Ich wollte ihm nicht weh tun. Und während ich so an der Quelle saß, fühlte ich mich frei. Es gab kein Zurück mehr. Ich hatte getan, was ich tun musste. Und jetzt würde ich gehen. In gegebener Zeit würde ich bei Großmama anrufen und sie beruhigen. Damit es auch für sie nicht allzu schwer würde. Ich ging beschwingt an die Bushaltestelle. Irgendwie schwebte ich über den Dingen. Die Leute um mich herum gingen zum Einkaufen oder sonst wohin. Ich sah Mütter mit Kleinkindern in Kinderwägen. Ein etwa 5-jähriger Junge lachte, während er über die Straße fuhr. Und er sah das Auto nicht, das da auf ihn zu raste. Der Autofahrer sah ihn nicht. Ich dachte nicht nach, rannte einfach auf den Jungen zu, schubste ihn von der Straße. Ich war nicht mutig. Ich wusste einfach nicht, was ich tat. Das Auto traf mich mit voller Wucht. Dann war alles Schwarz.
Re: isabella und caroline
sälä - 03.03.2008, 20:40
weeeeidaaaaaaaa!!!
die geschichte ist echt der hamma!!! ich hätte nie genug fantasie und ausdauer um so was zu schreiben.....
ein riieesen lob!!!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 04.03.2008, 15:51
Danke!
ihr müsst euch aber leider ein wenig gedulden, bis der nächste Teil kommt, der ist noch in Arbeit ^^
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 04.03.2008, 16:33
huch? ich hab hier noch gar nichts rein geschriebn, obwohl ichs schon gestern gelesn hatt! stimmt mei bro war im i-net xD
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 04.03.2008, 16:34
hab ga kein kommi zur geschichte geschriben xD:
WEITER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 11.03.2008, 07:56
ich hab den nächsten Teil fertig bekommen:
8. Teil
Ich hörte Frauen kreischen und fühlte, wie mir etwas gegen die Seite drückte. Es tat weh. Es tat sehr weh. Mein Rücken schmerzte so stark, dass ich nicht wusste, was ich tat.
„Lina!“, rief jemand. Doch ich konnte nicht antworten. Ich versank wieder im schwarzen Nichts.
Alles um mich herum war strahlend weiß. Ich spürte nichts. Neben mir war Bella. Und sie war wach. Hellwach.
„Lina!“ Meine Kehle schnürte sich zu.
„Ich hab dich so vermisst, Bella.“, sagte ich.
„Ich war doch immer bei dir, Lina.“ Sie machte eine lange Pause. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. „Ich weiß von deinen Problemen. Und alles, was ich will, ist, dass du glücklich bist. Und das kannst du nur mit Miro.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Ich brauche dich, um glücklich zu sein. Bitte, Bella. Komm wieder!“ Sie lächelte. Und schien älter zu sein als ich, weiser.
„Es dauert noch. Ich werde wiederkommen. Aber es dauert.“ Ich wollte sie umarmen, doch sie verblasste. Und ich war allein mit dem Weiß um mich herum.
„Bella!“, schrie ich. „Bella!!!“
Mein Kopf pochte. Ein monotones Piepsen war neben mir. Auf meinem Bein spürte ich einen leichten Druck. Ich wollte die Augen öffnen, doch meine Lider waren schwer wie Blei. Mit großer Anstrengung schaffte ich es. Großmama lag auf meinem Bein. Sie schlief. Ich war im Krankenhaus. Ich versuchte, mich aufzurichten. Es blieb ein Versuch. Großmama wachte auf. Sie umarmte mich, streichelte mir übers Gesicht und weinte. Ich wollte sie trösten, aber meine Augen schlossen sich wieder.
Als ich das nächste Mal aufwachte, war ich allein. Ich spürte Schläuche in meinem Arm. Eine ganze Weile saß ich nur da und dachte über Bella nach. Sie war mir erschienen. Ob im Traum oder in Wirklichkeit, das wusste ich nicht. Aber sie hatte sich angehört wie Bella. Nicht nur die Stimme, nein ihre Wortwahl und der leise Singsang, der immer mitschwang, wenn sie mit mir sprach. Und das, was sie sagte, war logisch und genau das, was Bella gesagt hätte. Das wusste ich instinktiv. Na ja, vielleicht nicht instinktiv, aber ich wusste es, ohne nachzudenken. Ich wusste nicht, ob Großmama und Miro und den Anderen, ob es ihnen klar war, dass ich weglaufen wollte. Ich weiß es bis heute nicht, obwohl ich glaube, dass Großmama es weiß. Sie hat ein Gespür für so etwas. Und genau dieses Gespür ließ sie auch in dem Moment reinkommen. „Ich habe ihnen doch gesagt, dass sie wach ist!“ Sie ging schnurstracks auf mich zu. „Caroline, mein Mädchen. Wie geht’s dir? Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Brauchst du etwas?“ Ich schüttelte benommen den Kopf. Nein, ich brauchte nichts. Mir tat auch nichts mehr weh. Nicht mehr richtig jedenfalls. Ein leichtes Stechen war noch im Rücken, aber auch das würde vorbei gehen. Eine Schwester kam herein und wechselte den Tropfer, an dem ich hing. Großmama redete mit mir, über belanglose Dinge. Sie stellte keine Fragen, nicht, warum ich nicht in der Schule gewesen war, nicht warum ich meine Reisetasche dabei hatte, nichts... als wüsste sie alles. Und ihre Augen lächelten, während sie sprach.
Ich wurde eine Woche später entlassen, allerdings mit dem Vorbehalt, dass ich noch ein paar Tage das Bett hüten würde. Großmama brachte mich vorsichtig rauf und ich legte mich wieder hin. Bis jetzt hatte ich keine Besucher empfangen, um Miro so lange wie möglich aus dem Weg zu gehen. Doch schon an diesem Nachmittag sollte der kleine Junge mit seiner Mutter kommen. Und danach würde es wohl auch kein gutes Argument mehr geben, dass niemand sonst mich besuchen könne. Es hatte mich so oder so gewundert, warum Großmama mir das hat durchgehen lassen.
Der Junge war sehr niedlich. Er hieß Kevin. Seine Mutter brachte mir einen Blumenstrauß und Pralinen mit. Er hatte ein großes Bild gemalt, mit einem Mädchen, das wohl ich sein sollte, das einen Jungen rettete. Das Mädchen trug einen roten Umhang mit einem S darauf, wie Supermann. Ich habe mich sehr gefreut. Und nachdem Kevin aufgetaut war, plauderten wir eine ganze Weile. Ich hatte nicht oft Kontakt zu kleinen Kindern gehabt, da wir weder Geschwister noch Cousins oder Cousinen hatten. Erst durch Miro bekam ich engeren Kontakt, zu Abby. Kevin war ganz anders, ein kleiner Rabauke und voll von witzigen Ideen, aber nicht minder charmant. Zum ersten Mal, seit ich aufgewacht war, dachte ich nicht an Bella oder Miro. Als er ging, umarmte er mich und bedankte sich noch einmal. Auch seine Mutter verabschiedete sich herzlich. Anschließend kam Großmama rein und setzte sich an mein Bett.
„Es scheint dir sehr gut getan zu haben, dass Kevin gekommen ist. Ich rufe nachher Miro an, ob er morgen kommen möchte. Oder lieber Kira?“ Ich seufzte. „Ich rufe nachher selber bei Kira an, okay, Großmama?“ Sie sah mich fragend an, nickte dann aber und ging raus.
Am nächsten Tag kam Kira. Ich war total aufgeregt, denn ich hatte ja, als ich das letzte Mal mit ihr gesprochen hatte, sie einfach sitzen lassen. Ihr schien es auch nicht gerade angenehm zu sein, zu mir zu kommen. Sie gab mir eine Schachtel mit Schokolade und setzte sich dann auf den Stuhl, den wir in mein Zimmer gestellt hatten. Wir redeten nur über das Alltägliche, darüber, dass die Englischarbeit, die ich verpasst hatte, ein totaler Flop war und über den neuen Anstrich der Schule. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus:
„Kira, es tut mir so Leid. Ich wollte dich nie verletzen und schon gar nicht...“ – „Es ist nicht deine Schuld. Und wir reden nicht mehr darüber, okay?“ Ich war total verdutzt.
„Aber... du, du… ich hab mich doch total daneben benommen.“ Und sie unterbrach mich abermals.
„Hör auf! Ich bin darüber hinweg. Es ist viel wichtiger, dass es dir gut geht.“ Dann nahm sie mich in die Arme und ich war einfach dankbar, dass ich eine Freundin wie sie hatte. Es war ein wundervolles Gefühl, so gehalten zu werden, einfach sich wohl zu fühlen. Und mir war eine schwere Last vom Herzen genommen, auch wenn sich mein Magen beim Gedanken an Miro immer noch zusammenzog. Wir redeten nicht mehr darüber, aber als Kira ging, warf sie mir einen Blick zu, der eindeutig sagte:
„Tu es! Bring’s hinter dich!“ Und ich tat meiner Freundin den Gefallen und rief bei Miro an. Doch als sich seine Mutter meldete, legte ich ohne ein Wort auf. Ich konnte es einfach nicht.
In der Nacht hatte ich Albträume und obwohl ich mich nicht mehr an sie erinnern kann, wusste ich am nächsten Morgen, dass ich mich trauen musste. Sonst würde ich mir ewig Vorwürfe machen. Die Frist, die mir noch blieb, weil Miro in der Schule war, kam mir gerade recht. Nachmittags rief ich dann an. Nach mehrmaligem Tuten ging Abby ans Telefon.
„Hallo?“
„Hi Abby, hier ist Lina. Gibst du mir mal Miro, bitte?” „Ja, gleich!“ Ich wartete. „Miro will nicht kommen.“ Mir wurde ganz heiß und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, mich übergeben zu müssen. „Er sagt, er kennt dich nicht.“ ‚Nein, Miro, bitte tu mir das nicht an! Tu uns das nicht an!’ Laut sagte ich:
„Abby, halt ihm mal bitte das Telefon ans Ohr. Machst du das für mich?“ „Ja!“ Ich hörte, wie es raschelte und nach einiger Zeit sagte ich: „Miro, ich kann dich nicht zwingen mir zuzuhören, aber ich bitte dich, komm zu mir. Ich will es dir wenigstens erklären. Bitte!“ Ich legte auf. Mehr konnte ich nicht tun. Ich dachte, er würde nicht kommen. Ich hoffte es, aber ich glaubte es nicht. Alles in mir krampfte sich zusammen, als ich daran dachte, wie sehr ich ihm wehgetan hatte. Und wie gerecht es wäre, wenn er jetzt nicht kommen würde, nachdem ich ihn abgeblockt hatte. Und wenn meine Gedanken zum ersten Schultag wanderten, wurde mir schwindelig. Plötzlich stand er in meinem Zimmer. Ich war völlig perplex, musste wohl das Klingeln überhört haben. Und jetzt, da ich ihm gegenüberstand, war ich mir vollkommen sicher, dass ich verliebt war. Meine Beine schienen aus Wackelpudding zu bestehen und es war sehr gut, das ich schon lag, sonst wäre ich bestimmt umgekippt. Er war... einfach perfekt.
„Hey!“, sagte Miro. Ich konnte nur nicken. Ich hatte ihn zwar nur ein paar Tage nicht gesehen, trotzdem schien mir sein Gesicht, seine Anwesenheit wie ein lang vermisster Wertgegenstand.
„Wie geht’s?“, er schien unsicher, was er mir sagen sollte.
„Okay...“ Meine Kehle war wie zugeschnürt und es lief mir eiskalt den Rücken hinunter. Er setzte sich. Lange Zeit schwiegen wir beide. Ich betrachtete sein Gesicht, seine langen Wimpern und die schönen braunen Augen, seine Lippen, die so weich aussahen, und seine wundervollen Ohren, die ein bisschen abstanden. Er sah nur auf seine Hände.
„Miro, ich... als du...“ Ich stockte. Er sah mich interessiert an, aber mit verschlossener Miene. Ich zwang mich, auf meinen Teppich zu sehen und begann erneut: „Als du es mir gesagt hast, also, dass du... in mich verliebt bist, da war ich total überrascht. Ich weiß, es war nicht fair von mir, wegzulaufen. Ich...“ Mein Blick streifte ganz kurz seine tieftraurigen Augen und ich konnte nicht mehr weiterreden. Keine Worte der Welt schienen gut genug, um wieder gut zu machen, was ich getan hatte.
Betreten schaute ich weg. Ich konnte nichts mehr sagen. Es ging einfach nicht. Tränen stiegen mir in die Augen. In meinem Kopf pochte es. Ich hatte alles verloren. Wie sollte ich es nur aushalten, in der Schule? Ich würde Miro ansehen müssen. Und er würde mich hassen. Ich schluchzte. Die erste Träne rollte mir übers Gesicht. Ich hörte, wie er aufstand. Wie peinlich das alles war! Es war nur gut, dass er von alleine ging. Plötzlich streichelte er mir über den Kopf. Ganz sacht, als hätte er Angst davor. Ich sah in an. In seinen Augen glitzerte es. „Nicht weinen, Lina! Es kann alles so werden wie früher. Ich dachte nicht, das du auch so für mich fühlst. Ich... Ich musste es einfach sagen. Wollen wir nicht wieder Freunde sein, so wie früher?“ Ich schniefte.
„Nein, nein das will ich nicht... Miro, hast du meinen Brief denn nicht bekommen?“
„Doch habe ich.“ Er kramte in seiner Tasche. „Hier!“ Er zeigte mir ein verknittertes, abgerissenes Stück Papier. Es war kleiner, als ich es in Erinnerung hatte. Du musst mich vergessen, Miro. Bitte!!! Lina stand darauf. Mehr nicht. „Miro... das... das ist nicht mein Brief. Das ist nur ein Teil davon.“ Ganz verwirrt fragte er:
„Was? Lina, was... was stand denn noch darauf?“ Tief atmete ich ein. Ich konnte mich noch haargenau an die Zeilen erinnern:
„Lieber Miro! Es tut mir Leid, wie ich dich behandelt habe. Es war nicht fair von mir, dich so stehen zu lassen. Ich mag dich wirklich sehr. Ich glaube, ich liebe dich sogar. Aber ich kann einfach nicht mit dir gehen. Ich werde immer an dich denken. Du musst mich vergessen. Bitte!!! Lina. – das war mein Brief. Das, und keine Zeile weniger.“ Ich sah keinerlei Reaktionen auf seinem Gesicht. Seine Augen waren weiterhin starr aufgerissen.
„Ich liebe dich immer noch, Miro. Und ich denke jetzt auch anders... im Koma hatte ich...“ – ich schluckte schwer – „Der Unfall hat Vieles verändert. Ich – ich sehe die Dinge anders. Mit Bella, mit dir, mit mir.“ Er heulte jetzt wirklich. Und ich durfte seine Tränen sehen, er verbarg sie nicht vor mir, versuchte es nicht einmal. Irgendwie fühlte ich mich hilflos, er durfte nicht heulen. Ich hatte das nicht erwartet, Betroffenheit, Spott, ja sogar Hass hätten mich nicht überrascht, aber diese einfachen Tränen zerstörten eine Menge in mir. Ich spürte deutlich, das uns mehr band als nur eine Teenie-Liebe, mehr als einfache Freundschaft. Ich brauchte Miro. Er brauchte mich. So einfach war es. Und so kompliziert.
Langsam wischte ich ihm eine Träne von der Wange.
„Miro – willst du, willst du mit mir gehen?“, wisperte ich und hörte doch, wie meine Stimme die Stille füllte. Er antwortete nicht. Stattdessen beugte er seinen Kopf vor und küsste mich sanft auf die Lippen.
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 11.03.2008, 18:20
sry, noch nich ganz gelesn, les nahher weiter, schreibe aber schon mal 'weiter'
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 11.03.2008, 20:46
jetzt hab ichs gelesen (hat lange gedauert, weiß ich) Iss tollll=)))) WEITER!!!
Re: isabella und caroline
Hildi - 11.03.2008, 21:11
ja schreib weiter
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 11.03.2008, 21:30
sry, mit dem nächsten teil hab ich noch nicht mal angefangen.... aber vielen, vielen dank für das lob!
Habt ihr denn verbesserungsvorschläge?
Re: isabella und caroline
Ruth - 11.03.2008, 21:34
jaaaaaaaaaaaaa! weiter!!!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 11.03.2008, 22:08
ist nemlich echt gut geschrieben=)
Re: isabella und caroline
Hildi - 14.03.2008, 19:42
alle sind einer meinung WEITER
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 14.03.2008, 23:09
jip^^
Re: isabella und caroline
sessany - 14.03.2008, 23:56
boahh...soo guut geschrieben und so spannend armer Miro...
WEITER!!! :shock:
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 15.03.2008, 10:29
warum armer Miro? der hat doch am ende glück *nicht check*
Re: isabella und caroline
sessany - 15.03.2008, 14:26
jaa das sie ihn so verletzt hat und das er weint...°auchnichtcheck°
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 15.03.2008, 14:28
willkommen im clun^^
Schreib bitte weiter!!!!! :D
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 18.03.2008, 12:51
Weil ihr alle so lieb gebeten habt: hier der 9. Teil - gerade vor 2 Minuten fertig geworden ^^
9.Teil
„Komm mit, Lina!“ Wir standen am See. Miro wartete nicht auf eine Antwort, er zog mich einfach mit sich ins Wasser. Wir bespritzten uns gegenseitig und genossen die Kühle des Nass. Noch gehörte der See uns, es war früh morgens. Plötzlich hörte Miro auf zu lachen und watete weiter in den See. Immer tiefer, bis er untertauchte. Ich ging ihm nach, schnappte nach Luft und tauchte dort unter, wo er verschwunden war. Die Kälte umschloss mich wohltuend. Es war ein heißer Sonntag Anfang August. Während ich noch Miro suchte, schoss etwas von hinten auf mich zu und drehte mich zu sich um. Ich lachte, doch es stiegen nur kleine Luftbläschen an die Wasseroberfläche. Dann küssten wir uns. Es war ein tolles und aufregendes Gefühl – obwohl wir schon seit mehreren Wochen zusammen waren. Als wir wieder auftauchten um Luft zu holen, lachten wir uns an. Hand in Hand versanken wir erneut in der Tiefe des Sees.
Einige Zeit später lag ich mit Miro auf meinem Badetuch im Schatten und las. In den letzten paar Wochen hatte ich viel über Zwillinge und Trennung von Zwillingen gelesen. Mir war klar geworden, wie unendlich viel Glück ich gehabt hatte. Manche Zwillinge wurden verrückt, wenn ihr Zwilling starb – andere brachten sich gleich selbst um. Nicht das Bella schon gestorben war, ich glaube, dass wäre noch mal ein viel tieferer Schock gewesen, von dem ich mich nicht so leicht erholt hätte, aber es war trotzdem eine Trennung. Ich meine, es war schrecklich, aber es hat sich doch etwas Gutes daraus entwickelt. Mit Miro und der neuen Lina. Der neuen, nachdenklichen Lina.
Mein Handy klingelte.
„Lina?“ Es war Großmama. „Lina? Es ist... Bella, ihre Werte, sie verändern sich... am Besten kommst du sofort. – Lina? Was ist los? Lina?“
„Nichts. Ich... ich komme. Bis gleich!“ Miro starrte mich an.
„Was ist?“, fragte er, mit einem besorgten Ausdruck. Ich musste wohl eine sehr verblüffte, besorgte, vielleicht auch ängstliche Mine gemacht haben.
„Bella. Ich muss sofort zu ihr!“
Ohne ein weiteres Wort sprang Miro auf und packte unsere Sachen, während ich mir meine Jeans und ein Top überzog. Dann schwangen wir uns auf unsere Räder und fuhren so schnell wie möglich zum Krankenhaus.
Drinnen rannte ich zu Bellas Zimmer, ohne darauf zu achten, ob Miro hinter mir war. Nur ein Gedanke beschäftigte mich: Was war mit Bella?
Als ich in das mir so vertraute Krankenzimmer gestürmt kam, war Großmama schon da, auch eine Krankenschwester und der Arzt. Man hörte unregelmäßiges Piepsen. Ich stürzte sofort ans Bett meiner Schwester und hielt ihre Hand. „Bella! Halt durch! Bella!“, schrie ich und als die Schwester mich sanft wegziehen wollte, trat und schlug ich um mich. Immer wieder schrie ich den Namen meines Zwillings. Ich hielt ihre Hand, strich ihr übers Gesicht, schüttelte sie. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was passierte, ich weiß nur noch, dass ich irgendwann den Kopf von Bellas Brust hob, das Gesicht steif vor getrockneter Tränen, weil mir eine Hand übers Haar strich.
„Was ist denn los?“
Träumte ich? Es war Bellas Stimme. Ich blickte auf und sah in ihr lächelndes Gesicht.
„Was hast du denn? Ist doch alles in Ordnung!“
„Bella! Bella... Bella!” Ich schluchzte. Sekunden später lagen wir uns in den Armen, ich weinte, sie lachte.
„Was ist denn überhaupt los?“, fragte sie mich nach einigen Minuten. Ich wusste nicht, wie ich es ihr erklären sollte. Oder ob ich es überhaupt durfte. Auf der anderen Seite war sie meine Schwester.
„Weißt du es denn nicht mehr – kannst du dich an gar nichts erinnern?“
„Doch, na klar. Wir sind mit dem Fahrrad gefahren und du bist über die Straße gefahren und ich hinterher und dann... da war ein Auto und du hast geschrieen.“ Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie so wenig wusste, dass sie praktisch keine Ahnung hatte.
„Bella – ich weiß jetzt nicht, wie ich dir das sagen soll – das alles ist schon mehrere Monate her. Du...“ Ihre Augen waren weit aufgerissen.
„Was?“
„Du lagst im Koma – fast 5 Monate lang.“
„Wwwas? Das kann doch nicht sein – so lange? Nein, nein, nein, nein!!!! Ich will nicht! Das geht doch nicht! Nein!“ Meine Schwester stieß mich zu Boden. Durch die lauten Stimmen aufgeschreckt kamen Großmama und eine Schwester rein und verabreichten Bella ein Beruhigungsmittel. Kurze Zeit später lag sie teilnahmslos auf ihrem Bett. Es tat mir richtig weh, sie so zu sehen. Die Schwester schickte mich und Großmama nach Hause. Auch wenn wir uns erst sträubten, mussten wir uns schließlich fügen. Großmama musste noch einige Formulare ausfüllen und deshalb ging ich allein nach draußen.
Vor der Tür saß Miro. Ich hatte vollkommen vergessen, dass er mitgekommen war, dass es ihn überhaupt gab in meinem Leben. Sobald er mich sah, sprang er auf und umarmte mich.
„Hey? Alles in Ordnung?“ Ich habe wirklich den besten Freund, den es gibt.
„Nein. Bella steht total unter Schock –Sie hat mich weg gestoßen. Als - als würde sie mich hassen.“ Er blickte mich einen Moment verdutzt an.
„Sie ist wieder wach? Aber das ist doch großartig... wundervoll! Ich freu mich total für dich.“
„Du verstehst das nicht... ich ... sie...“
„Was?“
„Ach, vergiss es!“
„Also gut... komm, ich bring dich nach Hause.“ Es muss schwer gewesen sein für Miro, mich einfach so in Ruhe zu lassen. Er war einfach der perfekte Freund. Ich spürte das in diesem Augenblick auch, konnte es aber nicht ganz zuordnen. Es wäre so vieles einfacher gewesen, hätte ich ihm einfach vertraut. Aber so war es nun einmal und ich kann es nicht mehr ändern.
Am nächsten Tag war ich schon frühmorgens im Krankenhaus. Die Schwestern ließen mich zwar noch nicht zu Bella, aber ich musste einfach warten. Großmama hatte mir erlaubt, nicht zur Schule zu gehen, zumal so kurz vor den Ferien eh nichts mehr gemacht wurde.
Aber meine Schwester war unverändert. Sie stieß mich zur Seite, als ich ihr nahe kam. Deshalb blieb ich nur vor der Tür sitzen, den ganzen Tag. Abends war ich so frustriert, dass ich nicht einmal mehr auf Miros SMS antwortete. Am Tag darauf besuchte ich meine Schwester erneut. Auch wenn ich diesmal nicht mehr in ihr Zimmer ging, sah sie mich, als die Tür geöffnet wurde und begann zu schreien. Ich konnte es mir wirklich nicht erklären, denn ich hatte ihr keinen Grund gegeben, mich zu verabscheuen.
Die ganze Woche lang verbrachte ich damit, in die Schule zu gehen und vor Bellas Tür zu hocken. Ich glaube, dass Miro mir ein paar Mal eine SMS schickte, aber genau kann ich mich nicht erinnern. Ich antwortete nicht. Er stand in den Pausen immer mit mir zusammen rum, aber wir redeten nicht miteinander. Ich war wie versunken in der Trauer um meine Schwester. Sie hasste mich, sie hasste mich, sie hasste mich.
Am Ende der Woche bekamen wir unsere Zeugnisse. Ich teilte nicht die Freude der Anderen über die Ferien, ich nahm nicht einmal wahr, dass sie begonnen hatten. Ich verbrachte weiterhin meine ganze freie Zeit bei Bella. Ich versuchte nicht mehr, sie zu sehen, sondern versteckte mich sogar vor ihr. Ich war wie in einer Art Trance.
In der ersten Woche war Miro mit seinem Vater unterwegs, sie machten eine Rucksackreise quer durch Norwegen. Als er wieder da war, hatte sich noch immer nichts geändert, aber er begleitete mich. Eines Tages war er sogar vor mir da und unterhielt sich mit Bella. Ich sah ihn nicht, aber ich hörte seine Stimme ganz deutlich. Genauso wie sein Lachen.
„Hat Kira das echt gemacht? Wie peinlich!“, kicherte Bella. Ich konnte es nicht fassen, wie sie so normal sein konnte. Sie hasste mich, warum belastete sie das nicht?
„Sag mal Miro, warum bist du eigentlich hier? Nicht das ich es nicht cool finde, aber... wir hatten doch nie viel miteinander zu tun?“
„Ja, weißt du Bella... ich bin doch jetzt mit Lina zusammen. Und sie ist total deprimiert, sitzt den ganzen Tag nur vor deiner Tür rum und spricht nicht.“
„Aber warum denn?“ Bellas Stimme hatte einen besorgten, fürsorglichen Ton, es schien ihr nichts auszumachen, dass Miro und ich zusammen waren. Und dabei war sie doch total in ihn verknallt gewesen!
„Ich weiß es nicht... aber sie wollte nicht hier reinkommen, selbst dann nicht, als man ihr gesagt hatte, dass deine anfänglichen na ja... Wutausbrüche Schockbedingt waren.“
Was sagte Miro da? Ich konnte mich echt nicht daran erinnern, dass mir jemand so etwas gesagt hatte. Ich nahm mir keine Zeit, diese Nachricht zu verdauen, da Miro gleich fortfuhr:
„Ich wollte dich nur bitten, ihr zu sagen, dass ich ihr nicht im Weg stehen will.“
„Aber sie redet doch gar nicht mehr mit mir, wie soll ich es ihr dann sagen?“
„Ich weiß es nicht, aber da sie auch nicht mehr mit mir redet, muss ich ja irgendeinen anderen Weg finden. Bitte sag ihr, dass ich es verstehe, wenn sie... Schluss machen will. Ich glaub nämlich, dass sie Angst hat, mich zu verletzen, wenn sie jetzt weniger mit mir unternimmt und mehr mit dir. Ich will ihr nicht im Weg stehen, echt nicht.“ Ich öffnete die Tür und betrat das Zimmer.
„Lina!“
„Miro! – Bella!” Und dann lagen wir uns in den Armen, alle drei, und lachten.
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 18.03.2008, 14:05
weiter
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 18.03.2008, 14:30
jez habe ich alles gelesen und da kann ich nur sagen, dass du richtig gut schreibst! Was ich nicht verstehe ist, dass Bella nicht richtig wahrnimmt, dass Miro und Lina zusammen sind... :lol: schreib trotzdem weiter, ist nämlich x-trem gut geschrieben
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 18.03.2008, 18:16
Si enimmt es wahr, es stört si enur nicht... ich hab mal gelesen, dass Leute, die aus dem Koma aufwachen, danach "Avstand" zu vielem haben und erst wieder ins Leben zurückkommen müssen... abe rich schreib da später noch was zu ^^
Vielen Dank für dein Kommentar!
Re: isabella und caroline
Hildi - 18.03.2008, 20:00
ja du schreibst wircklich sehr gut. weiter so.
von woh hast du eigentlich diese fantasie?
hast du so etwas ähnliches mal erlebt oder hat das nichts mit deinem leben zu tun?
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 18.03.2008, 20:08
eigetlich hat das null mit meienm leben zu tun... ich hab keine Zwillingsschwester und meine ganze Familie lebt noch... ich habe keinen Freund, spiele nicht Schlagzeug oder Gitarre... es gibt nicht viele Parallelen.
Und ursprünglich sollte die Geschichte sich auch um etwas komplett anderes drehen, aber sie hat sich i-wie selbstständig gemacht ^^
Vielen lieben Dank für das Lob!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 19.03.2008, 10:09
sie hat sich selbstständig gemacht? ich habe meine gschichte versucht zu planen und als ichs letzte mal spazieren gegangen bin, hatte ich plötzliich einen geistesblitz und nu weißte ja, wie sie sich entwicket hat xD
aber bitte, bitte, bitte, bitte,... schreib weiter :n178:
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 20.03.2008, 12:02
tja - ich muss erst mal sehen, wies weitergeht... abe rich fahre jetzt über Ostern nach Paris und da hab ich eine lange autofahrt um zu schreiben und noch eine Rückfahrt, vllt kommt da ja was bei raus ^^
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 20.03.2008, 12:04
*JIPIEEEE* *ganzdollfreuz*
Re: isabella und caroline
LillyRose - 20.03.2008, 20:23
oh wie cool ich finde die Geschichte echt toll!!!!!!! :shock: :D
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 20.03.2008, 21:15
DANKE!!!!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 20.03.2008, 22:26
immer wenn du hier reinschreibst und ich sehe das, dann denke ich immer, du hast weitergeschrieben =( naja, dann wünsch ich dir noch viel spaß in frankreich (?) und schöne ferien ;)
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 25.03.2008, 12:09
ich schreib auch bald weiter - muss den Text nur noch abtippen ^^
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 25.03.2008, 14:33
gut ;)
Re: isabella und caroline
Mary - 25.03.2008, 15:14
ja, bitte schreib weiter!!! ich hab jetzt alles gelesen, bin ja noch net so lang im forum, aber ich finde die geschichte echt toll!!! freu mich wenns weitergeht!!!
Re: isabella und caroline
Hildi - 25.03.2008, 15:41
weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 25.03.2008, 19:49
ich freu mich auch, wenns weitergeht ;) ;D
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 26.03.2008, 09:11
so viel hab ich jetzt nicht geschrieben--- ist nur ein bissl, aber was solls:
10. Teil
Liebste Bella!
Es fällt mir so unendlich schwer, den Rest nicht direkt an dich zu richten. Du wunderst dich vermutlich ohnehin schon, warum ich geschrieben habe, als seiest du eine Fremde. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich das selbst nicht. Vielleicht fällt es mir leichter, mich jemand Fremden zu offenbaren. Obwohl es eigentlich einfacher ist mit dir zu reden – oder mit Miro.
Miro, ja, vielleicht liegt es an ihm. Ich wollte, dass du ganz genau weißt, wie es dazu gekommen ist. Und vielleicht wollte ich nicht, dass es do klingt, als würde ich mich verantworten wollen. Aber du verstehst das doch mit mir und Miro, oder? Es tut mir ja Leid, dass du auch in ihn verliebt warst. Ich hab’s ja nicht darauf angelegt.
Merkst du’s? Sobald ich an dich schreibe, fange ich an , mich zu entschuldigen.
Die letzten Ferienwochen waren toll, irgendwie. Miro, du, ich. Wir haben so viel unternommen. Nur geredet haben wir nicht. Nicht wirklich. Vielleicht war das ein Fehler. Vielleicht hätten wir reden sollen. Aber es schien alles okay. Und du hast keine Fragen gestellt – bis zum letzten Donnerstag. Wir sind an den See gegangen an dem Miro und ich auch gewesen waren, bevor du aufgewacht bist. Miro hat ein paar Freunde getroffen und alberte mit Ihnen herum. Und du hast einfach nur zugeguckt. Du hattest so einen Blick in den Augen – sehnsüchtig, traurig.
Nicht, dass es mir aufgefallen wäre. Ich selbst war zu entspannt und zu glücklich, um mir Sorgen zu machen. Ich wollte die letzten paar Ferientage genießen, bevor die Schule wieder anfing. Ich war so egoistisch.
Vielleicht war es auch nicht Egoismus. Ich habe nur einfach nicht aufgepasst. Nicht genug jedenfalls.
Irgendwann hat Miro uns dann gefragt, ob wir nicht Lust hätten, uns ein Eis zu holen – seine Kumpel würden uns die Fahrräder leihen. Und ob wir Lust hatten! Ich jedenfalls. Ich hätte deinen Blick sehen müssen, diese Angst. Ich hätte auch daran denken müssen, aber ich tat es nicht.
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 26.03.2008, 11:32
weiter ;) schon wieder ein Fahrrad... :o
Re: isabella und caroline
Mary - 26.03.2008, 12:12
JA,WEITER!!!
Re: isabella und caroline
LillyRose - 26.03.2008, 13:34
jaaaaaaaaa weiter das ist sooo spannend!!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 26.03.2008, 15:46
das es spannend ist, hab ich vergessen ;)
Re: isabella und caroline
Mary - 01.04.2008, 06:45
wann gehts endlich weiter? WWWEEEIIITTTEEERRR
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 01.04.2008, 14:15
sry, im moment hab ich total viel stress - schreibe bald eine lateinklausur und auch sonst ist viel zu tun. ich hoffe, ihr haltet es noch ein weilchen aus ^^
Re: isabella und caroline
LillyRose - 01.04.2008, 17:52
ist ok aber hauptsache du schreibst möglichst bald weiter :wink:
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 04.04.2008, 16:22
genau, wennde nich weiterschreibst, dann schreib ich weiter :D
Re: isabella und caroline
Hildi - 05.04.2008, 13:47
mach dir kein stress. aber schreib sobald du kannst weiter "ungeduldig".
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 05.04.2008, 17:10
ich auch ;)
Re: isabella und caroline
Lollypop=DD - 05.04.2008, 17:42
bitte weiterschreiben =)
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 07.04.2008, 15:44
So jetzt ein weiteres (zugegebenermßen winziges) Stück:
Wir nahmen uns je ein Rad und dann ging’s los. Wir fuhren erst durch das kleine Wäldchen, das den See umgab. Irgendetwas sagte mir, das etwas nicht stimmte. Etwas war falsch. Aber ich achtete nicht darauf. Ich wollte einfach nicht mehr. Es sollte einfach nichts mehr falsch sein. Wir fuhren über einen Kreisel und da passierte es. Du schriest auf, ich hörte ein Scheppern und als ich mich umsah, lagst du auf dem Boden und schriest. Immer wieder hast du das eine Wort gebrüllt: „Nein!“ Ich wollte dir aufhelfen, aber du stießt mich zur Seite. Also nahm ich nur das Fahrrad weg. Miro, der mittlerweile auch wieder umgedreht hatte, kam auf uns zu. Er versuchte auch, dich zum Aufstehen zu bewegen. Vergeblich. Wir blieben ein paar Minuten ratlos stehen, während dein Schreien in ein leises Wimmern überging. Dann standst du plötzlich auf. Und sahst ganz normal aus.
„Was ist los?“, fragte ich.
„Ich... ich weiß es nicht. Warum lag ich auf dem Boden?“
„Ich hab’s nicht gesehen. Wieso wolltest du nicht mehr aufstehen?“
„Wollte ich das nicht?“ du schienst ernstlich verwirrt. „Wieso sollte ich nicht aufstehen wollen?“
„Du hast geschrieen. ‚nein’ hast du geschrieen. Immer und immer wieder. Und du hast uns weggestoßen, als wir dir aufhelfen wollten.“, erklärte Miro.
Du hast geschwiegen. Und geschwiegen. Wahrscheinlich hast du angestrengt nachgedacht und versucht, dich zu erinnern. Wir fuhren wieder zurück und verzichteten auf ein Eis. Miro sprach kurz mit seinen Freunden, sie stellten keine Fragen. Dann setzten wir uns alle zusammen hin. Die Anderen alberten bald wieder herum, aber wir konnten es einfach nicht fassen. Immer wieder umschloss eine eisige Hand mein Herz und ich hatte Angst, dass du wieder so einen Anfall haben würde. Auch Miro warf dir besorgte Blicke zu. Der Tag war für uns gelaufen.
Abends lagen wir früh in unseren Betten. Keine von uns beiden konnte einschlafen.
„Lina? Was ist eigentlich alles passiert? Ich meine, wie seid ihr zusammen gekommen, du und Miro? Und was war, nachdem ich nicht mehr aufgewacht bin? Wer hat uns angefahren?“
„Ich weiß es nicht...“
„Aber du warst doch dabei...?“
„Ich weiß es trotzdem nicht. Es ist so viel passiert.“
„Warum hab ich geschrieen vorhin? Was passiert mit mir?“
„Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Ich würde dir gerne antworten aber... ich kann es mir selber nicht erklären, du warst, wie... du hattest eine Art Anfall. Ach, ich weiß nicht.“ Ich seufzte. Es war alles so kompliziert. Ich wusste ja selber nicht, was passiert war. Weder an diesem Tag, noch am Tag des Unfalls. Es hatte zwar Ermittlungen gegen den Fahrer gegeben, aber die hatten zu keinem Ergebnis geführt. Auch die nette Frau im Wagen danach hatte sich das Kennzeichen nicht gemerkt.
Ich starrte an die Decke. Die Raufasertapete war mit Leuchtsternen beklebt. Schon als ich klein war, hatte ich versucht, Formen und Muster im Wirrwarr zu finden. Es hatte mich schon immer beruhigt und entspannt. Wenig später schlief ich ein.
Am nächsten Morgen stand ich früh auf, um Brötchen holen zu gehen. Als ich zurückkam, warst du schon weg. Einfach so, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Im nächsten Moment fiel mir ein, das ich das auch nicht getan hatte. Ich versuchte, dich anzurufen, aber du hattest dein Handy zu Hause gelassen. Ziemlich ratlos frühstückte ich erstmal. Das Telefon klingelte. Wie von einer Tarantel gestochen, stürzte ich hin.
„Hallo?“
„Caroline? Hier ist Schwester Lisa. Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass Bella hier ist. Und ich wollte dich und deine Großmutter herbitten. Es gibt noch etwas, was wir besprechen sollten. Etwas sehr Wichtiges. Könntet ihr kommen?“
„Meine Großmutter ist nicht da... sie ist bei einer Freundin, wie jeden Freitag. Aber ich komme sofort.“
„Gut.“
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 07.04.2008, 17:01
schreibt sie des jetzt in irgendeinem brief, oder so? weil des ist ein bisschen umständlich ;) trotzdem wie immer: Du schreibst echt super, also WEITERSCHREIBEN!!!
Re: isabella und caroline
Mary - 07.04.2008, 18:13
ja, bitte, bitte weiter!!!!
Re: isabella und caroline
LillyRose - 08.04.2008, 18:06
weiter!!!!!!!!!!!! :shock: :D
Re: isabella und caroline
Hildi - 08.04.2008, 20:42
WEITER SCHREIBEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 09.04.2008, 15:37
@ teiger: guck mal in dem teil davor, da sollte eine Erklärung drin stehen, warum das jetzt an bell aselbst gerichtet ist! außerdem ist ja der ganze Text mehr oder weniger ein brief...
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 09.04.2008, 20:05
ah, achso ;)
Re: isabella und caroline
Hildi - 12.04.2008, 17:51
schreib schnell weiter!!!!!!!!!!!!!!!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 12.04.2008, 21:12
sag ich ihr auch schon die ganze zeit, aber sie machts nicht! ;( SCHREIB WEITER!
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 13.04.2008, 15:48
sry, ich hab im moment eine ziemliche schreibblockkade... tut mir echt leid...
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 14.04.2008, 21:29
ich hab für zwei geschichten ne schreibblockade und für die drtte, die niemand liest, keine :lol:
Re: isabella und caroline
süßemücke - 03.06.2008, 16:32
He, warum gehts nicht weiter?
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 03.06.2008, 18:02
schätzungsweise schreibblockade (eine sehr üble krankheit...)
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 03.06.2008, 21:03
ja teiger, ziemlich üble schreibblockkade... zumindest bei der geschichte...
aber mich freuts, dass sich überhaupt noch jemand für meine geschichte interessiert - danke!
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 04.06.2008, 17:28
ich will unbedingt wissen wies weitergeht, wenn du weiterschriebst, schreib ich auch weiter :lol:
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 04.06.2008, 19:53
vllt schaff ich das ja auch jetzt bald mal, wnen ich wieder mehr zeit habe. in letzter zeit hab ich nur jeden 3. tag klausur geschrieben, da war fürs schreiben nicht mehr so viel übrig.... abe rich weiß schon, wies ausgeht ^^
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 05.06.2008, 21:23
okaay... dann fass daS mal in buchstaben, sätze, kapitel,... xD wir ham morgen notenschluss und nächste woche ist projektwoche =)
Re: isabella und caroline
sweetbibbel - 06.06.2008, 18:24
ich geb mir mühe^^
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 06.06.2008, 19:24
okay, dann hoffe ich, das der nexte teil soon kommt xD (jetzt fang ich schon an, halb auf english zu labern...)
Re: isabella und caroline
claudi - 31.10.2008, 17:41
:lol: :lol: :lol: :lol:
Re: isabella und caroline
mayamausi96 - 30.04.2009, 13:35
ich hab grad die geschichte gelesen, sie ist echt megesuper....gut... :respekt: :respekt: :respekt: :respekt: ...
schreib doch bitte bittebitte weiter wenn du deine schreibblockade überwunden hast :wink: ...
kannst ja auch ne fortsetzung oder sowas schreiben...
:D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
Re: isabella und caroline
claudi - 06.05.2009, 13:57
ja.. teiger war ewig ncih da.
Re: isabella und caroline
xXxTeigerxXx - 30.05.2009, 00:25
was hat das jez mit mir zu tun o_o"
Re: isabella und caroline
mayamausi96 - 30.05.2009, 18:34
ach bittebitte sweetbibel schreib weiter!!!
ich mag die geschicht voll... *fleh*
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