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Re: Fressanfälle
Meritra - 15.04.2005, 18:25
Mietze hat folgendes geschrieben:
Was mir gerade auffällt, warum hast du eigentlich dauernd Schokolade im Haus (wo du doch Lebensmittel einkaufen ja eigentlich nicht magst :floet: ), wenn keine da ist, kann man auch keine essen ;)
Ich weiß jetzt nicht, wie das bei clubbi ist, aber bei uns ist es so, dass wir immer was an Schokolade da haben. Ich kaufe zwar keine normale, aber wenn ich dann so eine richtige Attacke habe, dann gehe ich auch schon mal an die Backkuvertüre oder Schokoflocken. Oder ich bettel die anderen im Haus an. Und wenn das alles nicht hilft, gehe ich an die nächste Tankstelle und kauf mir da etwas. Solche Attacken habe ich aber zum Glück nur an ganz bestimmten TAgen im Monat :D und ich hoffe, dass ich das jetzt auch austricksen kann, indem ich einfach täglich einen oder zwei Schokowürfel von Ritter Sport esse. Die haben nur einen Punkt pro Stück und das Gute an denen ist, dass die einzeln verpackt sind, so dass man auch nicht in Versuchung kommt, sowas zu sagen wie: "Ach, jetzt ist die Packung schon offen, jetzt esse ich sie auch auf." Vielleicht wäre das ja auch was für dich, Clubbi.
Re: Fressanfälle
Mietze - 15.04.2005, 18:42
Hört sich gut an Merit :ja:
Wie ist das eigentlich mit Jogurette, die ess ich im Sommer manchmal ganz gerne eisgekühlt, hat die viele Punkte :nixweiss: ? Auf jeden Fall wäre die auch einzeln verpackt, genauso wie Kinderschokolade ;)
Ich habe die Frage schon mal gestellt, ich weiss immer noch nicht, was bei so einem Fressanfall in euch vorgeht :nixweiss: ? Also wie ihr euch dann fühlt und warum ihr dann soviel essen müsst? Ist das so ein innerer Drang gegen man den nicht gegen ankommt oder wie :confused: ?
Re: Fressanfälle
Meritra - 15.04.2005, 18:57
Die Yogurette hat 1,5 Punkte. Hm, was geht in mir vor, wenn ich einen Fressanfall habe? Das ist eine sehr gute Frage, aber schwer zu erklären. Ich versuche das aber mal. Also erst spüre ich, wie ich immer nervöser werde. Das ist dann total heftig, dann renne ich ganz wirr durch die Wohnung und überlege, was ich machen kann. Ich spüre dann einfach, dass ich Schokolade oder ähnliches brauche. Das mit dem inneren Drang, was du erwähnt hast, kommt da schon ziemlich nahe. Ich hab das Gefühl, da ist etwas in mir drin, was mich dazu zwingt, in dem Moment Schokolade zu essen. Und dan fängt es an und ich laufe durch die Wohnung und suche alle Schränke ab, ob da irgendwo was drin ist. Und wenn ich dann etwas esse, fühle ich einfach eine totale Erleichterung. Aber glücklicherweise habe ich das ja nur während meiner Regel.
Re: Fressanfälle
Amarella - 15.04.2005, 19:37
Bei so einem Fressanfall schaltet die Vernunft aus.
Mir passiert es dann, dass ich das Essen, was eigentlich für das ganze Wochenende gedacht ist, weg putze.
Es ist nicht so, dass ich extra Essen da hab.
Ich hab dann natürlich das Problem für den Rest vom Wochenende noch was zu beißen zu finden.
Re: Fressanfälle
notion - 15.04.2005, 20:08
Ich habe selten so richtige Fressanfälle, ehr so etwas wie Rückfälle in alte (schlechte) Essgewohnheiten. Die passieren dann meist in Gesellschaft, wenn z.B. alle Pizza bestellen.
Ostern war ganz schlimm! Alle aßen voll die leckeren Sachen und ich hatte so Appetit darauf und irgendwie habe ich auch immer gedacht, die wissen das gar nicht so zu schätzen wie ich. Ehrlich! Die schmeißen halbe Kuchen weg und so. Dann habe ich halt über mein Maß gegessen. Nicht Fressanfall-mäßig, aber schon 2000kcal oder mehr am Tag.
Ich habe mich danach sooo schlecht gefühlt, hatte sogar ganz schlimme Gedanken. Ich habe das auch ganz genau aufgeschrieben, wie wütend ich auf mich selber war etc.. Und wie enttäuscht über so viel mangelnde Selbstkontrolle! Das will ich echt nie wieder fühlen, das ist es nicht wert. Also wenn ich jetzt merke, ich könnte über die Stränge schlagen und die Vernunft lässt nach, lese ich mir das durch und das hilft dann dagegen.
Außer halt neulich mit den Honigwaffeln (insgesamt ca. 800kcal), da war ich halt an der Uni und mein Verstand wohl andersweitig beschäftigt...
Aber vielleicht musste das einfach passieren, so dass ich gemerkt habe, dass ich was anders machen muss bzw. nichts anders machen muss, dass mein mitgebrachtes Essen trotzdem reicht, auch wenn ich von halb acht bis viertel vor sieben Uni habe.
Mir fällt es aber gerade sehr schwer jetzt trotzdem meine 1000kcal am Tag zu essen, eine kleine Stimme flüstert mir ständig zu, ich müsse doch die 800kcal noch irgendwie einsparen...
Geht das bei WW denn mit dem Einsparen der Punkte, kommt da nicht die Sparflamme?
Re: Fressanfälle
aline - 15.04.2005, 21:04
Mietze hat folgendes geschrieben: Ich habe die Frage schon mal gestellt, ich weiss immer noch nicht, was bei so einem Fressanfall in euch vorgeht :nixweiss: ? Also wie ihr euch dann fühlt und warum ihr dann soviel essen müsst? Ist das so ein innerer Drang gegen man den nicht gegen ankommt oder wie :confused: ?
Bei mir ist es so, das ich dann einfach was Schokoladiges brauche. Ich tiger dann durch's Haus und such mir was oder geh einkaufen (meistens zuviel) worauf ich Hunger hab. Ich werd dann total nervös und irgendwie tut es "weh" (Ungefähr so, wenn jemand mit Fingernägel an die Tafel kommt, dann tut es zwar das Ohr nicht weh, aber irgendwie doch. Verstehst du?). Ich hab mir schonmal gedacht: "Du bist wie ein Junkie, der seinen Stoff braucht". Und so isses auch. :(
Der Verstand setzt vollkommen aus. Nach so einem Fressanfall denke ich mir, das ich das nächste Mal das und das essen kann und sorg auch immer dafür, das z.B. immer Obst da ist und es nicht so schlimm ist, wenn ich mal ein paar Punkte drüber bin. Aber in dem Moment hilft nur ganz viel Schokolade, Kekse und ewig viel Punkte drüber.
Re: Fressanfälle
Mietze - 15.04.2005, 21:45
Danke euch für eure Schilderungen :knuddel:
Ich muss da noch ein bisschen drüber nachdenken, vielleicht verstehe ich dann, was in so einem Moment in euch vorgeht.
@clubi
Soll ich für die letzten Posts einen Extra-Thread spendieren ;) ?
Re: Fressanfälle
notion - 15.04.2005, 22:08
Fänd ich gut, Mietze! :ja:
Bin ich eigentlich die Einzige, der das Essen in diesem Fall keine "Erleichterung" verschafft, sondern der es danach nur schlecht geht?
Re: Fressanfälle
Amarella - 16.04.2005, 10:43
notion hat folgendes geschrieben: Fänd ich gut, Mietze! :ja:
Bin ich eigentlich die Einzige, der das Essen in diesem Fall keine "Erleichterung" verschafft, sondern der es danach nur schlecht geht?
Bist du nicht.
Re: Fressanfälle
notion - 16.04.2005, 12:59
Ihr müsst nicht antworten, aber
bin ich die Einzige, die nach so etwas schon mal eine bulimische "Lösung" in Erwägung gezogen hat?
Re: Fressanfälle
Meritra - 16.04.2005, 13:08
notion hat folgendes geschrieben: Ihr müsst nicht antworten, aber
bin ich die Einzige, die nach so etwas schon mal eine bulimische "Lösung" in Erwägung gezogen hat?
Nein, das habe ich schon sehr oft (allerdings in letzter Zeit nicht mehr, dank meiner Thera). Allerdings hat es bei mir nie geklappt. Also ich konnte meine ganze Hand richtig tief in den Hals stecken und da kam nichts. Und auch lauwarmes Salzwasser zu trinken hat bei mir nicht den gewünschten Effekt ausgelöst. Bei mir funktioniert das einfach nicht. Selbst bei einer Lebensmittelvergiftung konnte ich damals nicht brechen.
Re: Fressanfälle
Rica - 16.04.2005, 13:13
Dazu neige ich glücklicherweise nicht.
Selbst wenn mir sehr schlecht ist und damit meine ich eine Magen-Darm-Verstimmung,
vermeide ich es solange es geht, mich zuerbrechen.
Mich schüttelts schon alleine bei dem Gedanken daran.
Re: Fressanfälle
aline - 16.04.2005, 13:17
notion hat folgendes geschrieben: Ihr müsst nicht antworten, aber
bin ich die Einzige, die nach so etwas schon mal eine bulimische "Lösung" in Erwägung gezogen hat?
Denken daran tu ich eigentlich immer, wird aber seltener. Vor WW hab ich es oft probiert, aber hat nur einmal geklappt. Ich bin aber froh, das ich es nicht kann! Ich hätte damit dann nicht aufhören können, das weiß ich.
Re: Fressanfälle
clubmed - 16.04.2005, 14:05
in Erwägung gezogen, ja
aber ich denke, ich bin so schon essens-gestört genug (das ist für mich übrigens nichts schlimmes, ich kenne ja meine Süchte und meine "negativen" Seiten - machen mich ja auch liebenswert)
da wollte ich nicht noch eine "Störung" antrainieren. :)
Re: Fressanfälle
notion - 16.04.2005, 19:56
Sehr vernünftige Einstellung, clubbi! Wenn ich bei klarem Verstand bin, denke ich auch so, trotzdem habe ich schon mal vor der Toilette gekniet. :oops:
Aber mir geht's wie Merle - ich kann's gar nicht erzwingen und dass obowhl ich mich bei Migräne immer übergeben muss. :roll:
Naja, gottseidank, dass ich's nicht erzwingen kann! Ich denk natürlich, es wäre bei dem einen Mal geblieben, aber wer weiß das schon... :nixweiss:
Re: Fressanfälle
Snowcrash - 16.04.2005, 23:30
Hm, also ich hatte noch nie einen Fressanfall und ich habe auch noch nie darüber nachgedacht, mir den Finger in den Hals zu stecken. Das mag vielleicht daran liegen das mich noch nie jemand wegen meines Aussehens dumm angemacht hat oder ausgelacht hat :nixweiss:
Seit wann seid ihr denn "dick"? Ich habe das extra in " " gesetzt, weil ich bei manchen hier nicht mehr weiß, ob da nicht mittlerweile ein Hang zur Magersucht da ist. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich finde das Verhältnis zum Essen hier schon nicht mehr normal. Essen soll Spass machen und besteht nicht nur aus Punkten.
Ich habe mir gerade das Rauchen abgewöhnt, daher kann ich die "Gier" nach Schoki, die zum Teil vorherrscht, nachvollziehen. Aber ich halte es auch aus, obwohl ich mich manchmal einfach hinsetzen und heulen könnte vor lauter Schmerz. Und das nach fast 6 Monaten - immer noch.
Re: Fressanfälle
notion - 17.04.2005, 07:45
Entschuldige, aber weißt Du, was Magersucht ist?
Ich kann nur für mich sprechen, nicht für die anderen, aber wenn überhaupt leide ich am Gegenteil nämlich (Fr)esssucht.
Ich freu mich für Dich, dass Du einfach spaßig mit dem Essen umgehen kannst und vielleicht isst, was Du magst, wann Du magst, aber täte ich das zum jetzigen Zeitpunkt, wäre es so, als ob Du ne Schachtel Kippen rauchst.
Ich bin noch nicht lange "dick", vielleicht 4 Jahre. Zwar wurde ich in der Schule gehänselt, aber trotzdem war ich nie dick, die Leute waren einfach nur doof. Eigentlich konnte ich immer essen, was ich wollte, ohne groß zuzulegen. Doch dann wurde ich älter und u.a. krank und daraufhin immer dicker.
Ich habe auch nicht das tollste Bindegewebe und der wenige Sport und das viele Essen haben das noch verschärft, bis ich schließlich einen Leistenbruch hatte. Und von da an, hat's dann trotzdem noch snderthalb Jahre oder so gedauert bis ich angefangen habe ab zu nehmen.
Natürlich hatte ich es auch satt, von der Verkäuferin im Kaufhaus in den Übergrößenladen nebenan geschickt zu werden oder aufgrund meiner Fülle von Menschen sofort charakterlich abgeurteilt zu werden, aber das war am Anfang kein Beweggrund abzunehmen.
Ich habe auch nicht beim Essen angefangen, sondern mit Bewegung. Gerade weil ich mein Gewebe straffen wollte. Irgendwann habe ich aber gemkert (haha, sehr clever), dass ich mich noch so viel bewegen kann, wen ich so'n Mist in mich reinschlinge (Kekse, Schokolade, Fertiggerichte, ständig Pizza und Nudeln mit Sahnesauce etc. und das mitten in der Nacht und so). Damit tut man seinem Körper ja auch keinen Gefallen, der bekommt ja kaum Vitamine und Mineralstoffe etc. Man sah es mir jedenfalls an Haut und Haar an.
Dann habe ich meine Ernährung umgestellt. Ganz langsam Sachen aus dem Speiseplan rausgenommen und durch andere ersetzt. Erst ging die Schokolade und es kam z.B. der Fisch, als letztes wurde wohl Creme Fraiche verbannt und dafür esse ich jetzt 0,1% Joghurt ohne Geschmack. Noch vor einem Jahr hätte ich das nie gedacht, dass ich mal so gesund essen könnte und es mir schmeckt - und Spaß macht.
Schau mal ,der Pubkt ist - ich bin durch eine esssüchtige Veranlagung einfach gezwungen darauf zu achten, was ich esse, kontrolliert zu essen. Ich esse alles, was mir schmeckt, auch mal Schokolade, aber in Maßen.
Nur manchmal setzt der Verstand aus, ich falle ins alte Schema und dann bekomme ich Panik, habe einfach Angst, dass ich jetzt für immer die Kontrolle verliere und auch Angst vor den zusätzlichen Pfunden, die mir den Sport dann wieder härter machen oder die Hose enger etc.
Wenn ich übrigens vor'm Klo kniee (und das ist nur einmal vorgekommen), dann habe ich wenn überhaupt eine Veranlagung zur Bulimie. Da ich mich aber nicht übergeben kann (und eigentlich auch weiß, wie schädlich das ist und seit dem einen Mal auch keinen vergleichbaren Fressanfall hatte), hat sich das auch erledigt.
Ich werde wohl mein Leben lang diszipliniert essen, mit der ein oder anderen Ausnahme bei Feierlichkeiten. Mir tut das gut. Die Disziplin beim Essen hat generell mehr Disziplin in meinen Alltag gebracht, beim Aufstehen und Zubettgehen, beim Lernen und Aufgaben erledigen. Ich kann nur sagen, so gut wie jetzt habe ich seit Jahren nicht funktioniert und war auch lange nicht mehr so glücklich.
So! Viel Text. Aber ich hatte das Gefühl, Snowcrash, Dir fehlen wichtige gedankliche Schritte, um das alles überhaupt auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können.
Vielleicht mag ja auch noch jemand anderes was dazu sagen. :)
Re: Fressanfälle
Meritra - 17.04.2005, 11:56
Also ich muss sagen, dass ich noch nie ein so gesundes Essverhalten hatte, wie in der letzten Zeit. Das wäre aber nicht so, wenn ich nicht jeden Tag mich genaustens mit dem Thema Ernährung auseinander setzen würde.
Ich war früher immer untergewichtig und zwar so, dass meine Mutter deshalb ständig mit mir zu Ärzten gerannt ist. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich auf die Waage beim Arzt gegangen bin. Als ich das Gewicht gesehen habe, bin ich in Tränen ausgebrochen. Es lag unter dem empfohlenen Gewicht für meine Größe und der Arzt sagte mir, dass ich auf keinen Fall weiter abnehmen dürfte. Ich fand es so schrecklich, da ich mich viel zu fett gefühlt habe. Ich kann mich auch noch an die Diskussionen mit meinen Exfreunden erinnern, wenn ich wieder mal überhaupt nichts gegessen habe und am nächsten Tag auch nur ein paar Gabeln Salat, oder ähnliches. Ich hatte zu der Zeit einfach eine Essstörung, die wahrscheinlich schon in Richtung Magersucht ging.
Dann ist etwas schreckliches passiert und ich wollte nur noch, dass ich diese Figur, die ich damals hatte, endlich verliere und so aussehe, dass mir keiner mehr etwas antun würde (das war mir damals allerdings nicht bewusst, dass es aus diesen Gründen so gekommen ist). Also habe ich angefangen zu fressen. Und das habe ich wirklich getan. Ich habe z. B. hintereinander zwei ganze Pizzen und dann noch einen Topf voll Nudeln gegessen. Das war überhaupt kein Problem mehr für mich. Ich habe allerdings zu der Zeit noch Leistungssport gemacht, so dass das damals nicht so angesetzt hat. Ich war dann einfach normalgewichtig. Irgendwann ging der Sport einfach nicht mehr und ich habe zugenommen. Durch mein jahrelanges Fressen habe ich das Sättigungsgefühl total verloren und bis heute nicht wiedergefunden. Ich könnte also theoretisch auch heute noch solche Mengen essen.
Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass die Fettschicht mich nicht schützen kann und wie schrecklich das aussieht. Das schlimmste war, als mir mein Freund gesagt hat (auf meine Frage), dass er mich zu dick findet. Also folgte eine Diät auf die andere und jede wurde wieder abgebrochen (klar, nach den Mengen, die ich gegessen habe, konnte ich nicht wieder auf meine Nichts-mehr-essen-Zeit zurück). Natürlich habe ich zu dieser Zeit auch oft an Erbrechen gedacht, aber das hat bei mir ja nicht geklappt. Ansonsten hätte ich garantiert Bulimie bekommen, da ich für sowas ja sehr anfällig bin.
Ohne meine Therapie hätte ich es bestimmt nicht fertig gebracht, mich überhaupt bei WW anzumelden und es auch durchzuhalten.
Du siehst also, ich bin extrem anfällig für Essstörung. Von daher ist es für mich essentiell, dass ich mich mit dem Thema Ernährung in diesem Maß auseinandersetze und mich rigoros daran halte. Wobei es leider immer mal wieder vorkommen kann, dass ich wirklich zu wenig esse, wie in der letzten Zeit (nicht mehr die letzten Tage). Ich merke das dann nicht und habe selbst dann noch das Gefühl, dass ich zu viel esse. Deshalb ist es auch gut für mich, wenn ihr mich dann drauf aufmerksam macht.
So, ich weiß jetzt nicht, ob das was ich geschrieben habe nicht total am Thema vorbei geht, aber ich wollte damit wirklich mal erklären, warum ich mich so mit diesem Thema beschäftige und warum ich manchmal solche Gedanken wie Finger-in-den-Hals-Stecken habe.
Re: Fressanfälle
timira - 17.04.2005, 17:33
Snowcrash hat folgendes geschrieben: Essen soll Spass machen und besteht nicht nur aus Punkten.
und weil das essen mir soviel spaß macht, esse ich den ganzen tag. das ergebnis sieht man dann auf der waage.
ich war schon immer ein gerne-esser (auch wenn sich das nur auf bestimmte produkte bezieht) und schlage dann immer entsprechend zu. ich habe wie merit auch kein sättigungsgefühl und könnte, wenn ich mich nicht selbst stoppen würde, das dreifache von dem essen, was ich gerade zu mir genommen habe.
mit 14 bin ich regelmäßig aufs klo. das ging wunderbar, ich hab 5 kilo abgenommen und mir ging es prächtig.
dann hat meine oma meinen lieblingskuchen gebacken und den wollte ich mir "gönnen". ich habe ihn nicht bei mir behalten und war so sauer darüber, dass ich versucht habe, den gang aufs klo zu unterdrücken. es hat zwar ein paar wochen gedauert, ich habe dauernd gewürgt, aber am ende hab ich es geschafft. heute bin ich froh darüber.
Re: Fressanfälle
clubmed - 17.04.2005, 17:47
ich finde Fresssucht ein ganz schreckliches Wort
eigentlich dachte ich immer, ich bin "normal", ich merke aber, wie sich tatsächlich momentan meine Gedanken permanent um Punkte, Essen, Einkaufen drehen und das nervt mich. Wenn ich das aber nicht tue, esse ich zuviel und nehme zu.
Vor dem 1.1.2005 als ich noch geraucht habe, war dies leichter, da habe ich das Punktezählen als total angenehm empfunden, jedenfalls im Rückblick - momentan muss ich sehr kämpfen und meine Gedanken kreisen wirklich ums Essen.
Unsere Leiterin hat am Dienstag von "Lernen" gesprochen, am Beispiel von irgendwelchen Fingerübungen, einige machen wir automatisch, einige lernen wir nur durch tägliches Üben, so sollte diese Ernährungsumstellung gesehen werden.
Mit dem Beschäftigen lernen wir, sonst hätten wir ja kein Übergewicht. Übergewicht gefällt mir besser als Essstörung :nixweiss:
Ich hoffe, dass es sich in einigen Monaten automatisiert und leichter wird, momentan brauche ich diese Punkte-Zähl-Krücke dringend, so wie anderen einen Trainingsplan um es zu lernen.
Re: Fressanfälle
Meritra - 17.04.2005, 17:53
Ich denke auch nicht, dass jeder, der Übergewicht hat, eine Essstörung hat. Genausowenig, wie jeder Untergewichtige gleich magersüchtig ist.
Re: Fressanfälle
Rica - 17.04.2005, 18:42
Snowcrash hat folgendes geschrieben:
Seit wann seid ihr denn "dick"? Ich habe das extra in " " gesetzt, weil ich bei manchen hier nicht mehr weiß, ob da nicht mittlerweile ein Hang zur Magersucht da ist. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich finde das Verhältnis zum Essen hier schon nicht mehr normal. Essen soll Spass machen und besteht nicht nur aus Punkten.
Seit wann ich dick bin? Ich schätze mal seit 17 bis 18 Jahren, zumindest habe ich seit diesem Zeitraum immer stetig zugenommen.
Angefangen hat es in der Prüfungsphase vor Beendigung meiner Ausbildung. Ich habe Schokolade ohne Ende in mich reingestopft.
Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder versucht abzunehmen, mit dem Ergebins, dass ich hinterher immer mehr wog als vorher.
Ich habe immer gegessen. Wenn mir langweilig war, wenn ich traurig war, wenn ich glücklich war, wenn ich mich geärgert habe. Es mußte mir schon sehr schlecht gegen, um nichts mehr essen zu können.
Ehrlich gesagt, ich empfinde mein Essverhalten heute normaler, als in den letzten 18 Jahren.
Wenn ich dazu Punkte zählen muß, ist das für mich in Ordnung.
Vielleicht habe ich in ein paar Jahren ein Gefühl dafür, wieviel und was ich essen darf, ohne mir tagsüber und am Abend die Punkte zusammenzählen zu müssen.
Auch mit Punktezählen kann Essen noch Spaß machen. ;)
Re: Fressanfälle
Mietze - 27.04.2005, 22:07
Meritra hat folgendes geschrieben: Ich bin heute richtig stolz auf mich. Ich war so extrem frustriert, weil ich mich gestern mit meiner Mutter mal wieder gezofft habe und dann heute die Englischprüfung total versaut habe, dass ich Frustfressen machen wollte. Ich musste dann auch noch ein paar Stunden auf meinen Freund warten (oder Zug fahren und das wollte ich nicht) und hatte also in der Stadt reichlich Zeit mir Süßkram zu kaufen und eine Fressorgie zu veranstalten. Ich bin aber an allem vorbei gegangen und hab dann doch eine Ich-kaufe-ganz-viel-zu-lesen-Orgie vorgezogen. Und das war wirklich eine super Idee. Zum Einen, kann ich jetzt mal wieder ein bisschen Schmökern (sehr abwechslungsreich, ein Buch von Richard North Patterson, dann das Buch die Mütter-Mafia, einmal Logik-Trainer von PM, dann noch noch das Logical Teil von PM und noch ein lustiges Taschenbuch :D - die Dinger liebe ich nämlich). Naja, dann konnte ich mir damit die Zeit vertreiben, bis bei meinem Freund die Berufsschule aus war. Und ich muss sagen, das Buch die Mütter-Mafia ist einfach nur toll. Ich hab richtig gelacht und jetzt geht es mir viel viel besser.
Ich hab das mal hier rüber kopiert, weil es hier sehr schön hinpasst ;)
Eine Super-Idee um einen aufkommenden Fressanfall zu bekämpfen :d:
Re: Fressanfälle
Mietze - 27.04.2005, 22:27
Ansonsten habe ich nach einigen Google-Orgien beschlossen, das ich mich beim Thema Fressanfälle raushalten werde. Als Auslöser für sowas werden häufig unverarbeitete Konflikte, starke seelische Belastungen und andere psychische Faktoren genannt. Das ist für mich als Nicht-Psychologe einfach eine Nummer zu hoch, ich hoffe ihr versteht das
Dies erklärt für mich allerdings auch, warum einige Menschen diese Anfälle haben und andere überhaupt nicht.
Zitat: Mögliche psychische Hintergründe
* Unzufriedenheit mit Körper und Figur
* Geringes Selbstwertgefühl
* Familiäre Faktoren
* Diätverhalten
* "Fressen" als Ventil
Ein Fressanfall kann emotionale Erleichterung verschaffen, kann angstmindernd wirken und eine Ersatzbefriedigung für unerfüllte Bedürfnisse darstellen.
Erlebte, drohende oder vorgestellte Kränkungen, die sich vor allem auf Aussehen und Gewicht der Betroffenen beziehen, stehen oft in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn der Erkrankung und können als Auslöser gewertet werden. Auch Trennungen vom Elternhaus, Verluste nahestehender Menschen oder enttäuschende Erfahrungen in sexuellen oder erotischen Beziehungen können Auslöser der Erkrankung sein.
Quelle
Und hier hab ich noch ein paar Tips gefunden :)
Zitat: 1. Beginnen Sie damit, sich immer die Frage zu stellen: Wie würde sich ein natürlich dünner Mensch jetzt in meiner Situation verhalten? Ahmen Sie sein Verhalten nach. Sie müssen zunächst so denken und handeln wie ein natürlichdünner Mensch, um ein natürlichdünner Mensch zu werden.
2. Lernen Sie wieder auf den Körper zu hören: was möchte er, wieviel? Braucht er etwas anderes als Essen?
Wenn Sie Ihr körperliches Drängen wahrnehmen, fragen Sie sich:
"Bin ich wirklich körperlich hungrig oder habe ich nur Frusthunger?"
Wenn Sie hungrig sind, dann fragen Sie weiter:
"Will ich essen oder trinken?
Will ich etwas Heißes oder Kaltes?
Will ich etwas Knuspriges, Weiches, Knackiges?
Will ich etwas Salziges, Süßes, Saures oder Herzhaftes?"
Dann geben Sie Ihrem Körper genau das, was er haben möchte, und genießen es Bissen für Bissen oder Schluck für Schluck, bis der Körper meldet: "Jetzt könntest du aufhören".
3. Wenn Sie keinen wirklichen Hunger haben, sondern damit andere Bedürfnisse befriedigen, dann überlegen Sie sich, wie Sie Ihre anderen Bedürfnisse befriedigen können.
Wirklichen Hunger haben Sie dann, wenn Sie selbst Ihre meist gehassteste Speise essen würden.
Suchen Sie nach der im Augenblick noch zweitbesten Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen. Für Sie ist es im Augenblick immer noch leichter, sich etwas in den Mund zu schieben, als eine Entspannungsübung zu machen, radzufahren, einen Brief zu schreiben, Ärger auszudrücken, etc.
4. Erwarten Sie, dass Ihr Körper Ihnen zunächst weismachen will, dass er jetzt sofort etwas zu essen braucht. Sie haben es ihm so lange antrainiert, dass er jetzt auf sein Recht pocht.
Während der Zeit des Umlernens spielt sich Folgendes in Ihnen ab: In den Situationen, in denen Sie bis jetzt gegessen haben (bei Langeweile, nach der Arbeit, bei Ärger, bei Enttäuschung, bei Anspannung) wird Ihr Körper Ihnen signalisieren: "Jetzt brauche ich etwas". Es wird Ihnen vorkommen, als ob tausende kleiner Männchen in Ihnen Amok laufen und etwas zu essen haben wollen. Es gibt heiße Diskussionen in Ihrem Kopf. Eine Stimme wird sagen: "Aber da steht doch noch die Schachtel Pralinen im Kühlschrank, mmhh, lecker". Die andere Stimme wird dagegenhalten: "Du hast jetzt keinen Hunger, sondern nur Gelüste. Schau, was du sonst Gutes für dich tun kannst". Mal wird die eine Stimme siegen, mal die andere. Wichtig ist, dass die Stimme, die Ihnen alles zu essen erlaubt, wenn Sie wirklich Hunger haben, siegt. Es ist auch schon ein Sieg, wenn Sie weniger in sich hineinstopfen wie früher, wenn Sie bewusster essen und mehr genießen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Rückfälle kommen. Jede Situation, in der Sie anders denken und sich anders verhalten, zählt - auch wenn von 10 Situationen 5 Rückfälle waren.
5. Entwickeln Sie neue positive Lebenseinstellungen zu sich und den Situationen, so dass Sie sich selbst mehr annehmen können, und sich mehr trauen, Ihre Wünsche zu äußern sowie Grenzen zu ziehen.
Psychotipps gegen Fressanfälle
Zitat:
ein ähnliches Problem habe ich auch, Fressanfälle aus Langeweile und ähnlichen Gründen.
Darüber habe ich vor kurzem ein interessantes Buch gelesen "Essen als Ersatz" von Geneen Roth .
Das Problem selber konnte ich damit zwar noch nicht lösen, aber es ist wirklich interessant wenn man selber plötzlich klar erkennt warum man sich das antut.
Bei mir hat das Buch auf jeden Fal zu einem besseren Verständnis für mich und meinen Körper geführt.
Besonders was dieses Gefühl angeht wenn man unbedingt aufhören will zu essen, es aber einfach nicht kannt.
Das war mitunter ein Gefühl als wäre ich von einem Dämon besessen .
Quelle
Re: Fressanfälle
Meritra - 28.04.2005, 20:55
Mietze hat folgendes geschrieben: Ansonsten habe ich nach einigen Google-Orgien beschlossen, das ich mich beim Thema Fressanfälle raushalten werde. Als Auslöser für sowas werden häufig unverarbeitete Konflikte, starke seelische Belastungen und andere psychische Faktoren genannt. Das ist für mich als Nicht-Psychologe einfach eine Nummer zu hoch, ich hoffe ihr versteht das
Hm, ich denke schon, dass es bei manchen auch psychische Ursachen hat, aber meiner Meinung nach nicht bei allen. Viele haben bestimmt auch einfach nur deshalb solche Anfälle, weil es ihnen einfach schmeckt und sie nicht widerstehen können. :nixweiss:
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