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Re: Deutsch Köhler
fauler armist - 17.11.2005, 16:34Deutsch Köhler
das ist eine variante, die 2. ist aber besser (die nächste meldung von mir weiter unten)
Klaus Mann: Mephisto. Roman einer Karriere
Inhalt:
Der Roman beginnt mit einer pompösen Feier in den Räumen des Berliner Opernhauses anlässlich des 43. Geburtstags des preußischen Ministerpräsidenten im Jahr 1936. Zwei junge Attachés ausländischer Botschaften schimpfen über den Prunk, der ihnen umso unangemessener erscheint, als sie wissen, dass in Deutschland die Löhne fallen und die Preise steigen. "Ekelhaft, dass man den Rummel mitmachen muss", sagt er eine. Als ein deutscher Offizier vorbeikommt, verbeugen sie sich und lächeln freundlich, und gegenüber einem Herrn von Auswärtigen Amt preisen sie die kolossale und geschmackvolle Saaldekoration.
Der Propagandaminister -- Herr über das geistige Leben eines Millionenvolkes -- humpelte behende durch die glänzende Menge, die sich vor ihm verneigte. Eine eisige Luft schien zu wehen, wo er vorbeiging. Es war, als sei eine böse, gefährliche, einsame und grausame Gottheit herniedergestiegen in den ordinären Trubel genusssüchtiger, feiger und erbärmlicher Sterblicher. Einige Sekunden lang war die ganze Gesellschaft wie gelähmt vor Entsetzen. Die Tanzenden erstarrten mitten in ihrer anmutigen Pose, und ihr scheuer Blick hing, zugleich demütig und hassvoll, an dem gefürchteten Zwerg. Der versuchte durch ein charmantes Lächeln, welches seinen mageren, scharfen Mund bis zu den Ohren hinaufzerrte, die schauerliche Wirkung, die von ihm ausging, ein wenig zu mildern; er gab sich Mühe, zu bezaubern, zu versöhnen und seine tief liegenden, schlauen Augen freundlich blicken zu lassen. Seinen Klumpfuß graziös hinter sich her ziehend, eilte er gewandt durch den Festsaal und zeigte dieser Gesellschaft von zweitausend Sklaven, Mitläufern, Betrügern, Betrogenen und Narren sein falsches, bedeutendes Raubvogelprofil.
Der Propagandaminister geht auf den 39-jährigen Staatstheaterintendanten Hendrik Höfgen zu und präsentiert sich den Pressefotografen im Gespräch mit ihm. Dabei hasst er Höfgen, dessen Berufung der Ministerpräsidenten gegen den Kandidaten des Propagandaministers durchgesetzt hatte.
Der Ministerpräsident zögert sein Erscheinen hinaus, um die Wirkung zu erhöhen. An seiner Seite tritt seine Gattin auf, die ehemalige Schauspielerin Lotte Lindenthal.
Sie war unberührbar, unangreifbar; denn sie war ahnungslos und sentimental. Sie glaubte sich umgeben von der "Liebe ihres Volkes", weil zweitausend Ehrgeizige, Käufliche und Snobs Lärm machten zu ihren Ehren. Sie schritt durch den Glanz und verschenkte Lächeln -- mehr verschenkte sie nie.
Oskar H. Kroge leitete nach dem Ersten Weltkrieg die Kammerspielbühne in Frankfurt am Main. Für ihn war das Theater eine moralische Anstalt. Er bekannte sich zu den Idealen der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens. Kroge fühlte sich als Vorkämpfer des dramaturigschen Expressionismus. Frank Wedekind, August Strindberg, Georg Kaiser, Carl Sternheim, Fritz von Unruh, Walter Hasenclever, Ernst Toller, Leo Tolstoi und Rabindranath Tagore standen bei ihm auf dem Spielplan. Als ihm 1923 die Direktion des Hamburger Künstlertheaters angetragen wurde, ließ er sich darauf ein, musste aber bald feststellen, dass die Hamburger für seine anspruchsvollen Experimenten weniger aufgeschlossen waren als die Frankfurter.
Das Künstlertheater blieb literarisch -- was seinen Einnahmen schädlich war.
Zum Ensemble des Hamburger Künstlertheaters gehört auch der aus Köln stammende Hendrik Höfgen, der eigentlich Heinz heißt, aber sogar von seinen Eltern und seiner Schwester Josy mit "Hendrik" angesprochen werden will und sich sehr darüber aufregt, wenn jemand das "d" in der Mitte des Vornamens übersieht. Hendrik Höfgen ist Regisseur und Schauspieler zugleich. Neben ihm gibt es da noch seinen Freund Otto Ulrichs, der ebenso wenig wie Höfgen seine kommunistische Gesinnung verhehlt. Hans Miklas dagegen hofft auf den "Führer" der Nationalsozialistischen Partei.
Otto Ulrichs und Hendrik Höfgen planen ein "Revolutionäres Theater", das aus einer Serie sonntäglicher Matinees bestehen soll. Doch Höfgen hält seinen Freund immer wieder hin.
Hendrik Höfgen arbeitet 16 Stunden am Tag und hat jede Woche mindestens einen Nervenzusammenbruch. Bei den Proben demonstriert er, dass er seinen Kollegen weit überlegen ist; als Regisseur setzt er sie herab und verhöhnt sie. Er leidet darunter, nur ein Provinzschauspieler zu sein; an etwas anderes kann er gar nicht denken. Bei einem Gastspiel der berühmten Charakterdarstellerin Dora Martin aus Berlin versteckt er sich in seiner Garderobe. Erst als sie aufbricht, drängt er sich in seinem abgenützten Bühnen-Smoking durch die Umstehenden, küsst ihr die Hand und schwärmt von ihrer Vorstellung. Sie weiß zwar, dass er gar nicht im Theater war, nimmt aber seine Ovation huldvoll entgegen.
Vor einiger Zeit sah er in einer Hamburger Hafenkneipe die junge schwarze Juliette Martens, die dort als "Prinzessin Tebab" einen erotischen Tanz aufführte. Danach sprach er sie an und erhält seither Tanzunterricht von ihr. Er bezahlt sie für die Stunden, aber sie ist nicht nur seine strenge Lehrerin, die ihn mit Peitschenhieben züchtigt, sondern auch seine Geliebte. Juliettes Mutter war eine Afrikanerin, ihr Vater ein Hamburger Ingenieur, aber die dunkle Hautfarbe setzte sich durch. Hendrik Höfgen fühlt sich zu ihr hingezogen.
Ihm imponierte das Exzentrische, abenteuerlich-Fragwürdige, da er selbst aus den bürgerlichsten Verhältnissen kam.
Durch seine Kollegin Nicoletta von Niebuhr lernt Hendrik Höfgen deren Freundin Barbara Bruckner kennen. Als Nicoletta dreizehn war, starb ihr Vater in Shanghai. Kurz vorher hatte er noch seinem Freund Bruckner in einem Brief gebeten, sich um das Mädchen zu kümmern. Der Geheimrat nahm sie auf, und Nicoletta freundete sich mit ihr an.
Nicoletta, die selbst in den verschrobenen Satiriker Theophil Marder verliebt ist, ermutigt Höfgen, Barbara den Hof zu machen. Die ist von seinem Antrag überrascht und zeigt deutlich, dass sie überhaupt nicht daran dachte, näher mit ihm in Beziehung zu treten. Da stürzt er theatralisch vor auf die Knie und bittet weinend um Erbarmen.
"Ohne dich muss ich ganz zugrunde gehen. Es ist so viel Schlechtes in mir. Allein bringe ich die Kraft nicht auf, es zu besiegen, du aber wirst das Bessere in mir stark machen!"
Zögernd lässt sie sich auf die Verlobung ein. Hendrik Höfgen setzt seinem zukünftigen Schwiegervater, dem liberal gesinnten, toleranten Geheimrat Bruckner, leidenschaftlich seine sozialistischen Anschauungen auseinander, flucht über den "ausbeuterischen Zynismus der Bourgeoisie" und zugleich über den "frevelhaften Irrsinn des Nationalismus".
Wenn er Publikum sein sollte, Mensch unter anderen, fühlte er sich befangen und oft verstört; seine Sicherheit kehrte wieder, und ward zur Siegesgewissheit, sowie er sich distanzieren, in ein grelleres Licht treten und dort schimmern durfte.
Bald darauf findet die Hochzeit statt. Die Flitterwochen verbringt das Paar mit Nicoletta auf deren Empfehlung in einem Hotel an einem der oberbayrischen Seen. Am anderen Ufer wohnt Theophil Marder, und den besucht Nicoletta fast täglich.
Einmal erzählt Hendrik Höfgen von einem Erlebnis, das er mit elf oder zwölf Jahren im Knabenchor des Gymnasiums hatte. Weil er glaubte, besser als die anderen zu sein, sang er bei der Probe für eine Veranstaltung eine Oktave höher als vorgesehen und hielt sich dabei für einen jubilierenden Engel, aber der Chorleiter sagte nur abfällig: "Sei doch still." Da stürzte er aus seinem Himmel und schämte sich.
In der altmodischen Villa der Witwe des Konsuls Mönkeberg in einem vornehmen Hamburger Viertel, wo Hendrik Höfgen bisher ein Einzelzimmer im Erdgeschoss bewohnte, mietet er jetzt auf Kosten seines Schwiegervaters das gesamte Parterre. Nicoletta dagegen ist es in der Villa zu spießig; sie zieht ein Hotel vor.
In Barbaras Armen ist Hendrik Höfgen impotent. Aber bereits in der zweiten Woche nach seiner Rückkehr aus den Flitterwochen beginnt er sich wieder regelmäßig mit Juliette zu treffen.
Am Tag nach der erfolgreichen Premiere eines neuen Stücks erhält Nicoletta von Niebuhr ein Telegramm von Theophil Marder:
"Verlange von dir, dass sofort zu mir kommst stopp verbiete dass dich länger als Schauspielerin prostituierst stopp männliches Ehrgefühl in mir protestiert gegen deine Erniedrigung stopp disziplinierte Frau hat bedingungslos total genialem Mann zu gehören, der sie zu sich hinaufziehen will stopp ..."
Unverzüglich gibt sie ihren Beruf auf und eilt zu dem mehr als dreißig Jahre älteren Kauz, um ihn zu heiraten.
Barbara unterhält sich gern mit Otto Ulrichs. Die Einfachheit und Unbedingtheit seiner Gesinnung imponieren ihr. Ihr Mann aber kritisiert sie:
"Der revolutionäre Glaube ist für dich ein interessantes psychologisches Phänomen. Für uns aber ist er heiligster Lebensinhalt."
Für Hans Miklas empfindet sie eher Mitleid, aber sie hört ihm zu und diskutiert mit ihm über seine politischen Ansichten. Als Hendrik Höfgen danach wieder mit ihr allein ist, tobt er:
"Man sitzt nicht mit einem Lumpen von Nationalsozialisten den ganzen Abend an einem Tisch! Alle Nazis sind Lumpen. Man beschmutzt sich, wenn man sich abgibt mit einem von ihnen. Die liberalistischen Traditionen deines Hauses haben dich verdorben. Du hast keine Gesinnung, sondern nur eine verspielte Neugierde."
Eines Abends bezeichnet Höfgen die Schauspielerin Lotte Lindenthal als "blöde Kuh". Hans Miklas verwahrt sich gegen die Beleidigung der Freundin eines führenden Nationalsozialisten. (Jeder weiß, dass Lotte Lindenthal die Geliebte eines ehemaligen Fliegeroffiziers ist, der in der Hierarchie der NSDAP ganz oben steht.) Nach dem heftigen Streit erzwingt Höfgen mit der Drohung, selbst das Ensemble des Hamburger Künstlertheaters zu verlassen, die Kündigung seines Gegners.
"Liebling eines provinziellen Publikums zu sein -- ich bedanke mich schön. Lieber fange ich in Berlin von vorne an, als dass ich diesen kleinstädtischen Betrieb länger mitmache."
Durch Fürsprache von Theophil Marder, Geheimrat Bruckner und Dora Martin wird "der Professor", der berühmte Regisseur und Theaterleiter in Berlin und Wien, auf Hendrik Höfgen aufmerksam. Durch sein Sekretariat lässt er ihm 1928 die Rolle eines geckenhaften Kavaliers in einem Lustspiel anbieten, das in Wien aufgeführt wird. Obwohl Hendrik Höfgen miserabel spielt, überredet Dora Martin den Professor, ihn ans Staatstheater in Berlin zu engagieren. Die Gage beträgt zwar weniger als die Hälfte dessen, was er in Hamburg erhielt, aber Hendrik Höfgen ergreift die Chance, in der Reichshauptstadt ganz von vorn anzufangen.
Für die Spielzeit 1929/30 wird seine Gage verdreifacht. Nach den Abendvorstellungen singt er noch Chansons in der Music-Hall. In dem Kriminalfilm "Haltet den Dieb!" steht erstmals vor der Kamera. Höfgen zieht aus der Zwei-Zimmer-Wohnung aus, die er in Berlin für sich und seine Frau mietete, und nimmt sich eine helle Wohnung am Reichskanzlerplatz. Auch das Autofahren erlernt er.
Geheimrat Bruckner kommt nicht mehr gern nach Berlin:
"Es bereiten sich hier Dinge vor, die mich entsetzen -- und das Schaurigste ist, dass die Menschen, mit denen ich Umgang habe, die Gefahren nicht zu bemerken scheinen. Man ist geschlagen mit Blindheit."
Der Geheimrat Bruckner entzieht sich einer Gesellschaft -- in welcher Hendrik Höfgen Triumphe feiert.
Barbara zieht sich von ihm zurück und kommt immer seltener nach Berlin. Hendrik Höfgen schickt Juliette Reisegeld und mietet ihr ein Zimmer in einer entlegenen Berliner Gegend, wo er sie jede Woche heimlich besucht.
Während Hendrik Höfgen von linken und links-bürgerlichen Blättern und jüdischen Feuilletonredakteuren gefeiert wird, verfolgen ihn die nationalistischen Dramatiker mit Hass, weil er ihre Stücke ablehnt. In seiner Wohnung bewirtet Höfgen mitunter junge Schriftsteller, denen er effektvoll seine Wut gegen den Kapitalismus und seine Hoffnung auf die Weltrevolution vorträgt. Otto Ulrichs lebt inzwischen auch in Berlin. Er leitet das politische Kabarett "Der Sturmvogel". Dort tritt Höfgen einmal als besondere Attraktion des Abends auf. Mit den Worten: "Nichts von Berühmtheit, nichts von Staatstheater!" springt er aus den Kulissen und ruft: "Ich bin euer Genosse Höfgen!"
Anlässlich von Johann Wolfgang von Goethes 100. Todestag wird in der Saison 1932/33 "Faust" ins Repertoire des Staatstheaters aufgenommen. Die Rolle des "Mephisto" wird zu Hendrik Höfgens größtem Erfolg. Nach der stürmisch gefeierten Premiere kommt Dora Martin zum ihm in die Garderobe. Sie lerne jetzt Englisch, verrät sie ihm, denn bevor die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernähmen, werde sie nach Amerika auswandern. Höfgen ist fassungslos. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Nationalsozialisten an die Regierung kommen.
Am 30. Januar 1933 hält er sich gerade zu Dreharbeiten in der Nähe von Madrid auf. Da wird Hitler zum Reichskanzler ernannt. Bekannte schreiben Höfgen aus Berlin, dass bereits schwarze Listen existieren. Darauf stehen auch die Namen des "Professors", Geheimrat Bruckners und seiner. Nach Abschluss der Filmaufnahmen wagt Höfgen es nicht, nach Deutschland zurückzukehren. Stattdessen reist er nach Paris. Dort erfährt er vom Reichstagsbrand und der Verhaftung seines Freundes Otto Ulrichs.
Seine frühere Hamburger Kollegin Angelika Siebert, die ihn anhimmelte, obwohl er sie ignorierte, schreibt ihm, sie habe für ihn ein gutes Wort eingelegt bei Lotte Lindenthal, die sie vor längerer Zeit bei gemeinsamen Bühnenauftritten kennen gelernt hatte. Die Lindenthal habe daraufhin ihren Fliegergeneral, der jetzt preußischer Ministerpräsident ist, erzählt, sie wünsche sich für ihr Debüt am Berliner Staatstheater in dem Lustspiel "Das Herz" Hendrik Höfgen als Partner. Er würde also unter der Protektion des Ministerpräsidenten stehen und nichts zu befürchten haben, wenn er nach Deutschland käme.
Höfgen hat die Schlafwagenkarte bereits in der Tasche, da sieht er zufällig vor dem Café du Dôme Barbara. Sie sitzt da mit Hedda Herzfeld, einer seiner Hamburger Kolleginnen, einer unbekannten Frau und zwei jungen Männern, von denen einer ihr Jugendfreund Sebastian ist. Zuerst will er hingehen, dann lässt er es, denn er fürchtet ihre Blicke, wenn sie erfahren, dass er zu den Leuten fährt, vor denen sie geflohen sind. (Auch Geheimrat Bruckner hat Deutschland verlassen. Er lebt jetzt an der Riviera, ganz in der Nähe übrigens von Theophil und Nicoletta Marder.)
Bei der ersten persönlichen Begegnung mit Lotte Lindenthal wundert Hendrik Höfgen sich darüber, warum der mächtige Ministerpräsident gerade diese unattraktive, affektierte Frau ausgesucht hat, die zudem eine schlechte Schauspielerin ist. Aber er weiß, dass er ohne sie bzw. die Protektion ihres Geliebten verloren wäre, denn er hat mächtige Feinde unter den Nationalsozialisten, zum Beispiel Staatsrat Cäsar von Muck, den neuen Staatstheaterintendanten, einen Protegé des Propagandaministers. Deshalb sagt er zu Lotte Lindenthal:
"Es bedeutet eine so große, große Freude für mich, mit Ihnen spielen zu dürfen. In den letzten Jahren habe ich gar zu viel unter den Manieriertheiten meiner Partnerinnen zu leiden gehabt. Dora Martin hat die deutschen Schauspielerinnen durch das schlechte Beispiel ihres krampfhaften Stils verdorben -- das war kein Theaterspielen mehr, sondern hysterisches Gemauschel. Und nun höre ich von Ihnen wieder einen klaren, einfachen, seelenvollen und warmen Ton."
Angelika Siebert hoffte vergeblich, er würde sich dankbar für ihre Hilfe zeigen. Seit sie ihn Lotte Lindenthal vorstellte, behandelt Höfgen sie wieder wie Luft. (Sie heiratet später einen jungen Filmregisseur.)
Während der Proben zu "Das Herz" erfährt Hendrik Höfgen, dass "Faust" wieder ins Repertoire des Staatstheaters aufgenommen werden soll. Allerdings hat Cäsar von Muck nicht ihn, sondern einen nationalsozialistischen Schauspieler für die Rolle des "Mephisto" ausgesucht. Wenn nicht er, sondern ein anderer den "Mephisto" spielen würde, wäre seine Karriere beendet und allen klar, dass seine Gegner stärker sind als er. Hilfesuchend wendet er sich an Lotte Lindenthal, und sie erreicht über den Ministerpräsidenten, dass Hendrik Höfgen für die Rolle engagiert wird. Intendant von Muck beherrscht sich, gratuliert höflich und beginnt auf eine günstige Gelegenheit zur Rache zu lauern.
Hans Miklas soll im "Faust" den Schüler spielen. Er ist am Staatstheater! Wird er verraten, dass Hendrik Höfgen Lotte Lindenthal in Hamburg eine "dumme Kuh" nannte?
Der Ministerpräsident und Lotte Lindenthal wohnen der "Faust"-Aufführung bei. In der Pause bestellt der Fliegergeneral den "Mephisto"-Darsteller in seine Loge. Alle im Publikum sehen, wie er sich 25 Minuten lang offenbar prächtig mit dem Schauspieler unterhält und ihm zum Abschied die Hand drückt.
Jetzt habe ich mich beschmutzt, war Hendriks bestürztes Gefühl. Jetzt habe ich einen Flecken auf meiner Hand, den bekomme ich nie mehr weg ... Jetzt habe ich mich verkauft ... Jetzt bin ich gezeichnet!
Bei einer Abendgesellschaft des Fliegergenerals "im kleinen Kreis" lässt nicht nur dieser, sondern auch der Propagandaminister sich mit dem erfolgreichen Staatsschauspieler zusammen fotografieren.
Hendrik Höfgen beichtet dem General, dass er früher sozialistisches Gedankengut vertreten habe. Der weiß das natürlich längst, aber er zeigt Verständnis für die Jugendsünden seines Protegés.
Im Lande musste eiserne Zucht herrschen, und möglichst viele sollten hingerichtet werden. Was seine engere Umgebung betraf, war der große Mann liberal.
Da bittet Hendrik Höfgen auch für Otto Ulrichs. Und tatsächlich lässt man seinen Freund frei, gibt ihm sogar ein kleines Engagement am Staatstheater. Otto Ulrichs sträubt sich zunächst dagegen, aber Höfgen erklärt ihm, man müsse das verhasste System unterwandern, um etwas für die kommunistische Sache zu erreichen.
Hans Miklas ist tief enttäuscht über die Entwicklung der Politik, fühlt sich von Hitler betrogen und hält sich mit seiner Kritik nicht zurück:
"Der Führer wollte die Macht, sonst gar nichts. Was hat sich denn in Deutschland gebessert, seitdem er sie hat? Die reichen Leute sind nur noch ärger geworden. Jetzt reden sie patriotischen Quatsch, während sie ihre Geschäfte machen -- das ist der einzige Unterschied. Die Intriganten sind immer noch obenauf."
Es dauert nicht lang, da wird Hans Miklas von zwei ehemaligen Kameraden abgeholt und im Wald erschossen. "Ein Autounfall", heißt es offiziell.
Aus Angst, die Nationalsozialisten könnten etwas über sein Verhältnis mit einer Schwarzen herausfinden, fordert Hendrik Höfgen seine Geliebte auf, sich nach Paris abzusetzen, aber sie weigert sich, denn sie fühlt sich als Deutsche und sieht keinen Grund, ins Exil zu gehen. Höfgen sieht keinen anderen Ausweg, als auch das seinem Gönner zu beichten. Der verspricht, das Problem aus der Welt zu schaffen, ohne Juliette etwas anzutun. Kurz darauf wird sie von zwei Herren abgeholt und in eine Einzelzelle gesperrt. Dann erscheint Höfgen bei Juliette im Gefängnis und sagt ihr, man werde sie nach Paris ausreisen lassen. Er verspricht ihr, monatlich etwas Geld zu schicken, aber sie dürfe auf keinen Fall etwas von ihrem Verhältnis mit ihm erzählen.
1934 schreibt Barbara aus Paris, sie wolle sich scheiden lassen. Rasch wird das Verfahren abgewickelt, denn man kann dem prominenten Staatsschauspieler und persönlichen Freund des Ministerpräsidenten ohnehin nicht zumuten, mit einer Dame verheiratet zu bleiben, die als Emigrantin im Ausland lebt und aus ihrer staatsfeindlichen Gesinnung kein Hehl macht.
Dora Martin hat ihre Karriere in Großbritannien und in den USA erfolgreich fortgesetzt. Als Anfang 1934 ein Film mit ihr nach Berlin kommt, ordnet der Propagandaminister "spontane Empörung" an. SA-Männer in Zivil mischen sich unter das Kinopublikum. Sie pfeifen, johlen und werfen Stinkbomben, bis das Licht angeht und der Film aus dem Programm genommen wird. Die liberal gesinnte deutsche Regierung habe den minderwerten Film tolerieren wollen, behauptet der Propagandaminister, aber das Berliner Publikum lasse sich so ein Machwerk nicht mehr bieten.
Eines Tages kommt Nicoletta Marder zurück und möchte wieder auf die Bühne. Sie lässt sich von ihrem Mann scheiden, der angesichts der Entwicklung in Deutschland resignierte. Mit Hendrik Höfgen als Partner tritt sie in Hamburg auf.
Als Höfgen wieder in Berlin ist, berichtet ihm Lotte Lindenthal von einer Auseinandersetzung des Ministerpräsidenten mit dem Propagandaminister. Es geht um die Neubesetzung des Staatstheaterintendanten-Postens. Der Ministerpräsident besteht auf einer Ablösung Cäsar von Mucks und setzt sich dafür ein, Hendrik Höfgen zum Nachfolger zu ernennen. Der Propagandaminister versucht, das zu verhindern und kämpft mit dem Ministerpräsidenten um die Kompetenz für das Staatstheater, doch am Ende setzt sich der General durch. Staatsrat Cäsar von Muck wird als Präsident der Dichterakademie fortgelobt.
Bei einem Aufenthalt in Paris findet von Muck heraus, dass es dort eine Schwarze gibt, die ein Verhältnis mit Höfgen hatte, und um sich zu rächen, sorgt er für die Verbreitung des Gerüchts. Sogar dem "Führer" kommt es zu Ohren, aber der zeigt sich nach einer kurzen Unterredung mit dem neuen Staatstheaterintendanten wieder beruhigt.
Hendrik Höfgen lässt seine Eltern und die Schwester Josy aus Köln nach Berlin kommen und bezieht mit ihnen eine schlossartige Villa im Grunewald, die er einem jüdischen Bankdirektor, der nach London emigrieren wollte, billig abkaufte. Seine Wohnung am Reichskanzlerplatz stellt er Nicoletta zur Verfügung. Schließlich heiratet er sie, um den Gerüchten über ein Verhältnis mit einer Schwarzen endgültig die Spitze zu nehmen.
Otto Ulrichs hilft weiterhin seinen kommunistischen Freunden im Untergrund, Flugblätter, Zeitungen, Broschüren zu verteilen und Sabotageakte in Fabriken vorzubereiten. Anfangs versuchte er Höfgen ins Vertrauen ziehen, doch der wollte von nichts wissen, obwohl er versicherte, sich weiterhin nur zu verstellen, um mitten im feindlichen Lager wirken zu können: "Von innen heraus unterhöhle ich seine Macht." Inzwischen durchschaut Ulrichs, dass es Höfgen um nichts anderes als Ruhm geht.
Als Hendrik Höfgen erfährt, dass Otto Ulrichs von der Gestapo abgeholt wurde, ruft er den Ministerpräsidenten an, aber der rät ihm unwirsch, sich nicht weiter darum zu kümmern. Lotte Lindenthal verrät ihm, Ulrichs habe angeblich Suizid begangen. Daraufhin sucht Höfgen den Ministerpräsidenten im Büro auf, doch der macht ihm unmissverständlich klar, dass er nicht weiter über den Fall sprechen wolle.
In der nächsten Spielzeit übernimmt Hendrik Höfgen die Rolle des "Hamlet". Er macht daraus einen preußischen Leutnant mit neurasthenischen Zügen, weiß, dass er miserabel spielt und leidet darunter, obwohl die Kritiker ihn loben und die Premiere ein Erfolg ist.
Das neue Berliner Publikum beurteilte die Schauspieler weniger nach der Reinheit und Intensität ihrer künstlerischen Leistung als nach ihren Beziehungen zur Macht.
Am Ende bemitleidet er sich selbst und weint sich im Schoß seiner Mutter Bella aus.
Frau Bella war an die nervösen Zustände ihres Sohnes gewöhnt. Trotzdem erschrak sie. Ihr Instinkt begriff, dass dieses Schluchzen andere, tiefere und schlimmere Gründe hatte als die kleinen Zusammenbrüche, die er sich häufig gönnte.
Re: Deutsch Köhler
fauler armist - 17.11.2005, 16:35
das is besser
Oskar H. Kroge - Direktor d. Kammerspielbühnen in Frankfurt / Main : Theater als moral. Anstalt, von d. Bühne aus soll die neue Generation d. 20 Jahre erzogen werden nach Idealen d. Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden
Kroge übernimmt Hamburger Künstlertheater, Hamb. Publikum nicht so begeisterungsfähig wie Frankfurter P. , beklagt sich S 26 ( Vorausdeutung )
Gespräch über. Höfgen: Kroge: Provinzschauspieler, grundalberner Mensch, alles an ihm ist falsch, kein echter Kommunist, kein Künstler sond. Komödiant ( durchschaut ihn )
am Theater : Vorstellung am Abend, berühmte Schauspielerin Dora Martin spielt eine Gastrolle, um Hamburg. Publikum ins Theater zu locken, H: bekommt während Theaterspiel einen hysterischen Nervenanfall aus Angst, er würde nie so gut wie D.M.
nach d. Vorstellung treffen sich einige Schauspieler im H.K. - Kantine d. Hamb. Künstlertheaters
Micklas sagt, D.M. wäre eine Jüdin,
daraufhin strafen ihn viele angewiederte Blicke - Leser erfährt, dass die meisten am Theater entwed. nichts mit Politik zu tun haben od. mit d. Linken sympathisieren
nur Miklas gehört d. Nationalsozialisten an + der Gardarobier trägt verstecktes Hakenkreuz
dennoch: Gespräch: Ulrichs - Direktor: U. soll nicht mehr zu kommunist. Veranstaltungen gehen, weil Direktor Angst vor Boykot d . Nazis hat
Gespräch üb. Miklas: Ulrichs verteidigt ihn vor Direktor, obwohl grundverschied. Meinungen S 35
am späten Abend kommt H. aus seinem Versteck heraus , hat sich wied. beruhigt, geht ins H.K. und schmeichelt Dora Martin
danach: Ulrichs spricht v. Revolutionär. Theater, Bühne = polit. Instrument, zur Organisation d. Antifaschist. Bewegung, Direktor: skeptisch, will nichts damit zu tun haben, sondern dem Volk wahre Kunst d. Schauspiels darbieten,
am Ende: H. bemittleidet sein Dasein als ewiger Provinzschauspieler, träumt v. der Zukunft, deren Sinn es ist, ihn groß rauskommen zu lassen
II. Die Tanzstunde
Verhältnis: Höfgen - Schwarze Venus
Hendrik: schlechte Laune, Gereiztheit, tonlose Stimme,
Probe : Frühlings Erwachen, spielt Hauptpers. Moritz Stiefel, Miklas wollte diese Rolle spielen, ist sauer, inszeniert Theaterstück selbst S 50
H. bekommt bessere Laune, da alle unter seiner Tobsucht litten
beendet Probe zeitig, da er noch eine Verabredung hat und er spät dran ist
Juliette Martens, seine schwarze Venus aus dem Kongo, wartet in seiner Wohnung auf ihn
er wohnt in einer alten Villa, ärmlich eingerichtet, Problem d. Inflation - auch Vermieterin verarmt 54
Vermieterin Fr. Mönckeberg begegnet H. im Haus: deutet auf Hendriks Verabredung hin : Beeilen sie sich, lieber Hr. Höfgen, ihre Lehrerin erwartet sie schon seit einer halben Stunde!"
Vermieterin weiß üb. sein Privatleben bescheid - H. hat Angst u. groß. Respekt vor ihr, ihre vornehme Herkunft u. Vergangenheit schüchtern ihn ein
H. geht in Wohnung, wo Prinzessin Tebab ihn erwartet
diese wird in diesem Kapitel beschrieben: H. hat ebenfalls Angst vor ihr, da sie viele private Dinge üb. ihn weiß, z.Bsp. dass sein richtiger Vorname Heinz ist, was ihm sehr peinlich ist und den er hasst, Hendrik ist ein Künstlername ( näheres : S 57 )
Juliette: Farbige, stammt v. Kongo, ihr Vater stammt aus Dtl., sie lebte jahrelang mit ihrer Mutter am Kongo, diese tot - J. reiste nach Dtl, in der Hoffnung auf besseres Leben, höchst barbar. Haupt 59 zunächst arbeitete J. als Bar - u. Stepptänzerin in Hamburg ( St. Pauli ), dann aber: Entlassung, sozial. Abstieg, Strichmädchen S.60
H. lernte J. in Bar kennen und wollte bei ihr Tanzstunden nehmen S. 61
diesen Nachmittag: wider Tanzstunde :Kleidung/ Juliette: grüne Schaftstiefel, kurzer Rock, Pelzjäckchen, Reitpeitsche Kleidung / Hendrik: schwarze Halbschuhe, weiße Söckchen, kurzes schwarzes Höschen
Ablauf d. Tanzst.: er muß unter Peitschhieben und Schlägen und erniedrigend. Worten tanzen, lässt sich v. J. unterdrücken, demütigen, ergötzt sich an ihrer Grobheit S 63 verschafft ihn auf abnormale Weise Befriedigung, pervers, er: tanzt unter Qualen und Wonne aber ohne der Leichtigkeit wie auf der Bühne
gestärkt, erfrischt u. noch herrschsüchtiger geht er stets aus diesen anstrengend. Nachmittagsstund. hervor, versichert J. immer seine große Liebe zu ihr, sie darf aber nicht ins Theater kommen, da ihm dies peinlich ist
III. Knorke
H. gewinnt zusehens an Popularität u. Bedeutung f. d. Hamburg. Theater ( 1000DM Monatsgehalt, viele Neider am Theater )
jed. Woche: mind. 1 Nervenzusammenbruch,
Ulrichs drängt ihn, m. Revolutionär. Theater anzufangen S.71
H. schiebt Beginn d. Rev. Th. immer weiter hinaus
Komödie v. Theophil Marder soll gespielt werden, H . Hauptperson Knorke (Titel )
H. will gut werden, da er v. Marder zur Premiere entdeckt werden will, spielt sich selbst ( S 72 ), weshalb er Erfolg haben wird
Partnerin im Stück: Nicoletta v. Niebuhr ( Bekannte Marders, im Theater noch unerfahren, doch sehr selbstsicher u. unerfahren - " dämon. junge Dame " )
H. interessiert sich auch außerberufl. für sie ( bewundert ihre präzise Sprache, Exzentrisches, Abenteuerlich - Fragwürdiges )
Nicoletta: im Hause Bruckner aufgewachsen, da Eltern verstorben, ( Bruckner: berühmter Historiker, dem man intime u. einflussreiche Verbind. zu polit. Kreisen u. zur Reichswehr nachsagt )
Knorke - Premiere : erfolgreich, glänzend verlaufen
Barbara Bruckner, Tochter d. Geheimrat u. Freundin v. Nicoletta, ist zur Premiere gekommen
Marder ( Regisseur ) lädt Barbara, Nicoletta u. Hendrik in Restaurant ein, da sein Stück so gut dargeboten und vom Publikum fantast. angenommen wurde
dort: Hend. fühlt sich nicht wohl ( S. 79 ),
findet aber langsam Gefallen an Barbara, mag ihre jünglinghafte Statur + burschikose Koketterie ( Anspielung auf Homosexualität = Problem d. Weim . Zeit )
Unterhaltung üb. polit. Situation in Dtl. ( S. 83 )
Marder nennt H. einen weichen Kerl, da er nie gediehnt hat, dieser hätte keine Persönlichkeit u. keine Disziplin - kränkt H. u. prägt sein späteres Verhalten
H. : verliebt in Barbara ( das natürlichste Mädchen ), ähnliche Gesinnung, Beziehung entwickelt sich ( S 89 )
H. fleht B. an, ihn zu heiraten, spekuliert schon auf daraus hervorgehende Vorteile ( Geheimrat Bruckner = einflußreich, könnte d. Karriere nach oben nützlich sein ), sie liebt ihn nicht wirklich, aber sagt aus Neugierde u. Mitleid zu ( S. 91 )
IV. Barbara
Nicoletta unterstützt Heiratenden
Barbara ist sich unsicher u. auch ihr Vater Hr. Bruckner lässt Zweifel verlauten
vor Hochzeit: Hendrik stellt sich u. seine Fam. dem Geheimrat vor:
H: im Hause Bruckner: erfurchtsvoll / eingeschüchtert v. Prunk u. Reichtum S 96
wieder einmal: Gespräch üb. Politik - Bruckner marxist. angehaucht, vor allem geg. Faschismus S 98, Hendrik wiegt sich in Sicherheit: S 98
= selber Mitläufer, dreht seine Nase nach dem Wind
am nächsten Tag : Mutter Bella + Schwester Josy zu Gast beim Geheimrat (S 100 )
dann: Heirat, H. lernt Großmutter Barbaras kenn, die stolze u. ehrwürdig. Generalin
jetzt wird ihm u. d. Leser klar: er heiratet nicht aus Liebe sondern aus Berechnung ( Karriereleiter leichter emporklettern mit angesehner Verwandtschaft , Hendrik : geg. Kleinbürgertum, seine Herkunft war ihm peinlich ) S 106
bei Hochzeit: lernt Sebastian, Jugendfreund Barbaras kennen, dieser ist ihm sehr unsympathisch, H. fühlt sich in seiner Nähe unsicher ( anscheinend Geheimnisse m. Barbara, spöttische Liebenswürdigkeit )
H. leidet eindeutig an Minderwertigkeitskomplexen S 110
es folgt: Hochzeitsreise m. Nicoletta nach Oberbayern
es stellt sich heraus: Nic. vorausplanend dorthin gefahren - Theophil Marder besitzt dort ein Sommerhaus, diesen besucht sie immer häufiger, Beziehung Th. u. Nic.
noch während. d. Hochzeitsreise beginnt Hendrik, Barbara immer mehr um ihre unbekümmerte Kindheit u. noble Herkunft zu beneiden : sie: war stets gut behütet gewesen, er aber hatte einige schlechte Erfahrungen im Leben machen müssen
== Haßliebe ! ( S 118 )
V. Der Ehemann
Nicoletta: erfolgreich am Theater, weshalb Theophil Marder sie aus Eifersucht zurück nach Oberbayern ruft, wo er immer noch lebt
Nic. + Th. heiraten
Barbara verliehrt ihre beste Freundin
B. lebt m. Hendrik in Hamburg in groß Wohnung, sie bemerkt langsam aber sicher, dass er nicht lieben kann S 126
H. weiß, dass er als Ehemann versagt hat - seine anfangs ehrliche Selbstanklage wird aber bald zur Selbstrechtfertigung, sammelt im Inneren wütend Argumente geg. Barbaras Verhalten, psych. angekratzt, wieder sehr unselbstbewußt
trifft sich deshalb neuerdings wieder m. Juliette in irgendein. dunkl. Dachkammer S 129
beschwert sich bei Schwarzer Venus üb. Barbara, sagt, er liebt nur Julitte
H. hält B. vom Theater fern, da er fürchtet, diese könnte alle geg. ihn aufhetzen ( schlecht. Gewissen, nach Motto : was ich selb. denk und tu, trau ich auch dem andern zu ! )
auch Direktor Kroge will jetzt Revolut. Theater, doch H. redet sich wieder heraus ( muss sich erst noch beim Volk als Schauspieler beliebt machen ) S 137
H. sprach m. sein. Rede liberal gesinnte + marxist. revolution. junge Leute an - viel Beifall
braucht diese Bestätigung - Beginn d. Revolut. Th.
schon nach d. 1. Probe d. Rev. Th. begann Hendrik zu kränkeln u. hatte schließlich angeblich 2 Wochen Gelbsucht - wieder Ausrede
Hans Micklas freut sich u. fühlt sich in seinen Ansichten bestätigt
manchmal unternahm Barbara etwas m. Micklas aus Neugierde u. Mitleid, obwohl beid. Ansichten weit auseinander klafften S 140
Micklas vertritt typ. Ansichten d. Nazis: Versailler Vertrag = Schandvertrag, dt. Nation müsse wieder wehrhaft werden S 140
Barbara versucht, Micklas die Grausamkeit sein. Worte klarzumachen, erfolglos S 141
Höfgen sieht Barbaras Interesse an Micklas gar nicht gern : Alle Nazis sind Lumpen, doch sie rechtfertigt Micklas S 143
H. sorgt dann für M.´s Entlassung; Anlass : Hendrik bezeichnet Lotte Lindenthal ( Schauspielerin an anderem Theater ) als blöde Kuh, diese : Freundin d. heroisch. Kampffliegers Göring, deshalb setzt sich Micklas für diese ein, legt sich m. Hendrik an S 145
H. droht mit seiner Kündigung : Theaterdirektor entlässt schweren Herzens Micklas ( Erpressung )
diese Begegnung macht Hendrik noch beliebter + bewundernswerter am Hamburg. Theater, alle Mitglieder vergöttern u. kuschen vor ihm, er : höhere Gage, regiert im H.K., im Theaterbüro + auf Bühne
nur Barbara mißtraut H. - Entfremdung beid. schreitet weiter fort S 149
VI. " Es ist doch nicht zu schildern "
inzwischen: H. = Erster am Hamburger Theater , aber will nach ganz oben, beneidet Dora Martin für ihre Erfolge am Berliner Staatstheater
auf Hendriks Bitten schlägt der Regisseur Theophil Marder einem gewiss. Professor vor, Hendrik doch eine kleine Rolle am Wiener Theater anzubieten ( Professor: Regisseur + österr. Theaterleiter v. legendärem Ruhm + ungeheurem internat. Ansehen )
Professor läßt - wenn auch nicht begeistert - Hendrik eine kleine Rolle neben der Hauptdarstellerin Dora Martin spielen, welche H. ´s Erzfeindin und ewige Konkurrentin ist
diese tadelt ihn nach der Aufführung d. Stückes , was H. nicht gewohnt ist S 156
trotzdem legt die Schauspielerin Martin ein gutes Wort für Hendrik beim Professor, dem Allmächtigen ein
daraufhin lässt der Professor Hendrik eine kleine Nebenrolle in Berlin spielen ( Dora M. zu liebe )
auch Barbara beeinflusst H´s steile Karriere, indem sie oft den Professor besucht und diesem von ihrem einflussreichen Vater Bruckner berichtet S 161
Hendrik war in Berlin gleich von Anfang an beliebt : die einflussreiche Sekretärin darf er beim Vornamen nennen ( Rose ) und mit dem Leiter der Berlin. Bühnen spielt er Karten
sobald H. den Bösen spielt, ist er in seinem Element + wird als Held gefeiert, so auch in Berlin S 163
erste Saison verläuft zu seiner vollkommenen Zufriedenheit, so dass er sich vom verhassten Kleinbürgertum absetzen kann und sich eine helle große Wohnung am Reichskanzlerplatz in Berlin mietet - sozialer Aufstieg
er gilt in Berlin als : aufsteigend. Stern, bedeutende Hoffnung
sogar Filmregiseure reißen sich um ihn und er macht sich provozierend rar
man bietet ihm gewaltige Gagen und es gibt viele Verhandlungen mit seinem Vorgesetzten in Berlin S 167
überall sieht man seinen Namen leuchten, in Zeitungen, Plakaten, sein Name ist nun immer richtig geschrieben
Zeit : 1929 / 30 Zitat S 168
alles verläuft nach seiner Zufriedenheit, nach seinen Träumen und Plänen
sogar Prinzessin Tebab ist ihm hinterhergereißt , sie treffen sich oft, aber: H.´s Angst, seine schmutzigen Privatorgien könnten herauskommen, steigt mehr und mehr
Barbara meidet Berlin, zum Geheimrat zurückgezogen
auch d. Geheimrat ist nicht mehr gern in Berlin S 170
bei seinem letzten Besuch muss er sich nationalsoz. Gerede anhören und führt viele polit. Konversationen mit ehemaligen Freunden S 171
Geheimrat entzieht sich einer Gesellschaft, in der H. Höfgen Triumphe feiert
H. : sehr beschäftigt ( Theater,singt Chancons in Music Hall, treffen m. reichen Bankiers, Schauspielern ... )
u.a. singt er Lied m. Refrain : S 172 ( Bezug Kapitelüberschrift, spielt allgemein auf Machtergreifung Hitlers, Verfall Dtl´s u. Entwicklung d. Nazi - regimes an, konkret aber bezieht sich dies. Refrain auf H´s steile Karriere, den daraus folgenden soz. Aufstieg u. moral. Abstieg , macht polit. Wandlung H´s deutlich, elend. Mitläufer, steht im Banne dieses Betriebes)
dennoch: H. hält Beziehungen zu kommunist. Kreisen aufrecht ( aus Berechnung ): Gründe: 1. Beruhigung d. Gewissens , 2. falls Revolutionäre doch an Macht kommen ( Rückversicherung, Angst vor Rache )
Beispiele : 1 . Ulrichs leitet inzw. kommunist. Berlin. Kabarett ( Sturmvogel), H. tritt eines Tages dort auf u. verschafft sich große Beliebtheit in Arbeiterschaft 2. spendet an kommunist. Organisationen Gelder
dann folgt Beschreibung d. Mitmenschen H.´s und deren Veränderungen aufgrund d. polit. gewandelt. Dtl´s:
Barbara: lebt zurückgezogen, polit. Sorgen, Intellektuellenkreise
Juliette: ihre Blicke werden immer dunkler
Vater Köbes: geschäftl. ruiniert
Marder: lebt in Sanatorium,
Nicoletta: pflegt diesen
Dora Martin: emigriert nach Amerika, will dort schauspielern
Ulrichs u. Micklas warten geduldig u. kämpferisch auf den Tag d. Entscheidung ( Revolution / Tag d. Führers )
S.182
H. kann diese ganz. Entwickl. nicht verstehen, da er einer derjenigen ist, die vom Brot d. Mörder essen u. sich am Emporsteigen d. Nationalsoz. laben!
Alles steht Kopf, alles aus Gleichgewicht geraten, Chaos wohin man blickt, Menschen verkraften die Entwicklung Dtl´s nicht ( psychisch, physisch, finanziell .. )
nur Hendrik verfolgt gerade seinen Weg ( auf Karriereleiter nach oben ), kümmert sich nicht um Geschehnisse um ihn herum , Einzelgänger, Egoist
H. bekommt in Saison 32 / 33 Rolle d. Mephisto ( für keine and. R. bringt er so viel Eifer auf )
-- wird sein größter Erfolg ( kann seine Persönlichkeit vollkommen ausleben )
Berliner Publikum liebt ihn, Faust Premiere großen Anklang
VII. Der Pakt mit dem Teufel
Lesen S 187
Hendrik glaubt nicht daran, dass d. Reichskanzler + Führer eine absolute Macht u. nationalsoz. Diktatur ausüben kann,
beruhigt innere Bestürtzung üb. plötzl. Machtwechsel so: 1: Deutschnationale würden Diktatur verhindern, 2. KPD und SPD würden Widerstand leisten
hat Angst vor ein. angehend. Naziherrschaft aufgrund sein. durchaus bolchewist. Vergangenheit
sucht wiedereinmal Argumente, die für ihn sprechen S 189
erfährt, dass auch er auf d. schwarzen Liste steht
Reichstagsbrand in Berlin, Otto Ulrichs verhaftet
H. geht nach Paris S 192
Einsamkeit wird ihm unerträglich, getraut sich nicht nach Dtl. zurück
die kleine Angelika Siebert macht Lotte Lindenthal auf diese Umstände aufmerksam
diese wiederum überzeugt ihren Freund, den Fliegergeneral von der Notwendigkeit, dass Hendrik mit ihr am Berliner Theater "Das Herz" spielen muß S 196
H. kehrt nach Dtl. zurück
währenddessen befinden sich Barbara + Fr Herzfeld in Paris ( emigriert ) --- symbol.: Krieg ist schrecklicher als jed. Feindschaft und macht aus dies. durch Verzweiflung Freundschaft
H. : auf Schutz d. Lindenthal angewiesen ( die er früher blöde Kuh nannte ) --- will von ihr geliebt werden , kämpft blind um deren Liebe, vergißt alles um sich herum S 202
Herr v. Muck = Leiter d. Staatstheaters, kann H. nicht leiden, trotzdem läßt er ihn den Mephisto wieder spielen ( bringt Geld in Kassen )
böse Überraschung: Hans Miklas wieder am Theater, spielt Schüler in Faust, H. = entsetzt
bei d. Faust - Premiere: L. Lindenthal + Göbbels nehmen teil
d. Fliegergeneral: entsückt v. d. Darstellung d. Bösen durch H.
lässt diesen während d. Pause zu sich in die Loge kommen S 217
scheint, als verstünden sie sich prächtig, doch keiner weiß was wirklich in H. vorgeht, S 217
--- Pakt m. d. Teufel = Fliegergeneral = Nazi - Regime
VIII. Über Leichen
Beschreibung v. Göring u. Göbbels S 220
H. passt ausgezeichnet in diese Welt d. Großen Bösen
der Dicke lässt ihn ganz groß rauskommen S 222
Propagandam. haßt H., zeigt es nicht
Fliegergeneral: Protektor, H. gesteht ihm sogar sein. bolschew. Vergangenheit u. tut dies als Künstlerthorheit ab
mit Hilfe v. Lotte Lindenthal erreicht H., dass deren Gemal O.Ullrichs aus dem KZ frei lässt
H.: besorgt ihm Wohnung + Stelle am Berliner Theater ---- beruhigt wieder sein Gewissen
H. will jetzt Juliette loswerden ( im Falle er würde v. Propagandaminister überwacht )
Juliette soll nach Paris, will aber nicht
H. organisiert, dass sie in Zelle gebracht wird, dort holte er sie eines Nachts ab
sie hat solche Angst, dass sie doch abreist S 239
--- wird seine lästige Vergangenheit los
Hans Micklas ist enttäuscht üb. das neue Dtl., seine Träume haben sich nicht erfüllt, er sagt: ( Der ( Höfgen ) geht üb. Leichen ", schimpft üb. Nazis, will sogar aus Partei austreten
Micklas derbe, wütende Reden hören viele am Theater, der Theaterleiter ( Muck ) S 240
schließlich wird Micklas von d. Nazis in einem Wald umgebracht
IX. In vielen Städten
1933: Jahr d. Triumphes f. H.
1934: wird ebenso erfolgreich sein
H: Hofnarr d. großen Dicken, dieser lässt ihn immer öfter privat zu sich kommen
H. lernt Dichter Pelz kennen , der ihm wunderliche Komplimente macht ( S 246 )
lässt sich v. Barbara scheiden
Beschreibung d. ehem. Mitmenschen Höfgens:
Barbara: m. Fr. Herzfeld u. Sebastian antifaschist. Zeitung ( jedoch Finanzierungsprobleme )
für B. ist Hendrik tot
Geheimrat Bruckner nach Frk. emigriert, lebt an Küste im Süden, ausgebürgert, lebt apathisch, sinnend, stumm, bekam Briefe v. Gleichgesinnten, die ihn versuchten, zu stärken S 254
Theophil: auch in Südfrk., verdrossen, müde, melancholisch, tatlos, grübelnd, zweifelnd
Nicoletta hält dies nicht länger aus u. geht zurück nach Dtl.
Dora Martin feierte inzw. Erfolge in NY, London
Kroge 260
Juliette 261
Hendrik kehrt als Gast nach Hamburg zurück
dort: am Theater : neuer Direktor ( Totenbach - Symbol - Einzug d. Krieges in alle Lebensbereiche )
neue Mitglieder: blone Mädels u. Jungs m. straffer militär. Disziplin
H. will Fr. Mönckeberg, ehem. Vermieterin in Hamburg, die ihn immer belächelt hatte, besuchen + mit seiner Popularität prahlen ----- Sarkasmus ! S 266
H. wird Intendant / Leiter d. Berliner Staatstheaters durch Görings Einfluss
Beziehung m. d. zurückgekehrten Nicoletta
X. Die Drohung
anfangs in mehrere Abschnitte gegliedert ( Anaphern) :
der Intendant war ....... 1. kahlköpfig ( wird langsam alt )
2. schön ( ironisch , da reell: grobe Hände, die er nur schön darzustellen wußte wie auch seinen dicken Bauch und seine aasig blickenden,schimmernden Augen )
3: sehr würdig ( Hornbrille, steife, aufrechte Haltung )
4. beliebt ( beinahe alle mochten ihn, S 272, Sarkasmus , hält sich Sekretät ( Johannes = Jude) - klingt wie hält sich Tier)
ließ als Intendant alte Possen u. frz. Komödien spielen - volle Kassen
S 277
lebt mit Fam in seiner Berliner Grunewald - Villa, lässt Fam. leiden und spühren, dass er sie finanziert
bekommt häufig Depressionen u. Mikräneanfälle ( macht sich wichtig, keine Juliette zum erfrischen )
Vater : niedergeschlagen, Schwester: reist viel ( viele Vorteile durch Bruder ) , Mutter Bella verstand sich mit ihm am besten
viele trafen sich in Hendrik Hall ( Halle in Villa ): Schauspieler, Generäle, Beamte,
nur Generalin d. Fam. Bruckner , O. Ulrichs und andere seiner ehem. Freunde kamen nicht
traf Führer persönlich S 296
Heirat m. Nicoletta ( S 301 )
Schilderung d. weiteren Entwicklung d. Nationalsozialismus ( 304 )
Ulrichs wurde v. d. Nazis zu tote gequält ( kommunist. Theater abschaffen ) --- da dessen Mutter arm, bezahlt H. das Grab ( S 310 )
in Berlin : Proben f. neues Stück : Hamlet ( H = Hamlet ), es folg imaginär. Gesräch zw. Hamlet + Hendrik - Streit um Hendriks schauspiel. Können, Hamlet : H. kann ihn nicht spielen, aber will ihn unbedingt spielen können S 311
Prinz verschwindet, zurück bleibt die Gewissheit:dass H. als Hamlet versagen wird, weil er sich nicht für die Vornehmheit, sondern f. d. Karriere entschieden hat
zwar wird die Hamlet Premiere Erfolg, doch H. weiß, dass er schlecht war S 316
denkt üb. Theater nach - zerfrisst ihn, lehnt sich erschöpft in Sessel zurück
plötzlich spricht ein Unbekannter v. dunklen Fenster zu ihm
bestellt H. viele Grüße v. toten Ulrichs, H. bekommt Angst,
es folgt: Drohung: 319
Hendrik zerfällt in Selbstmitleid , weint sich bei seiner Mutter aus S 322 / 323
Re: Deutsch Köhler
fauler armist - 17.11.2005, 23:27
In meinen heutigen Referat über Klaus Manns Roman „Mephisto – Roman einer Karriere“ will ich euch einen allgemeinen Überblick über das Werk und seinen Verfasser geben.
Den Roman möchte ich als gesellschaftskritisches und politisch – kämpferisches Werk vorstellen.
1.) Biographisches zu Klaus Mann :
Klaus Mann wurde am 18. November 1906 in Pringsheim, als zweites Kind von Thomas und Katia Mann geboren.
1925 veröffentlichte Klaus Mann sein Buch „Der fromme Tanz“, welches einer der ersten homosexuellen Romane in der deutschen Literatur war. Er bekennt sich zu seiner Homosexualität, obwohl es in der Weimarer Republik unter Strafe steht und verboten ist.
Klaus Mann stellt sich gegen die Nationalsozialisten, die ihren Einfluss seit 1930 stark vergrößern konnten.
Im Jahr 1932 erscheint mit „Kind der Zeit“ seine erste Autobiografie.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 emigrierte Klaus Mann nach Paris und 1934 wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Im Querido Verlag in Amsterdam erscheint 1936 Klaus Manns wahrscheinlich bestes und bekanntestes Werk: „Mephisto“.
Anhand einer Künstlerkarriere zeigt Mann die Verstrickung eines intelligenten Künstlers mit dem nationalsozialistischen Regime auf.
Dieser Künstler war sein „alter Freunde“ beziehungsweise „neuer Feind“ Gustaf Gründgens.
1937 wird Klaus Mann tschechischer Staatsbürger und 1938 wandert er in die USA aus.
1942 tritt Mann in die amerikanische Armee ein, um gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen und 1943 erlangt er die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1948 versucht sich Klaus Mann, aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten, umzubringen und am 22. Mai 1949 stirbt er in Cannes an einer Überdosis Schlaftabletten.
Nun noch etwas allgemeines zur Mann Familie, wie die bekanntesten „Manns“ untereinander verwandt sind:
Thomas Mann und Katia (Katharina) Mann sind die Eltern von sechs Kindern: Das erste Kind ist 1905 Erika, gefolgt von Klaus im Jahre 1906, danach kam Golo (Angelus Gottfried Thomas) 1909, Monika Mann 1910, Elisabeth 1918 und Michael Mann bildet 1919 den Abschluss.
Des Weiteren ist Heinrich Mann der Bruder von Thomas Mann und somit der Onkel von Klaus und den anderen.
2.) Inhaltsangabe von „Mephisto“ :
Am 11. Januar 1936, auf dem 43. Geburtstag des Fliegergenerals, tritt der Protagonist des Buches, Hendrik Höfgen zum ersten Mal für den Leser in Erscheinung.
Hendrik ist der Intendant des Berliner Staatstheaters und am Höhepunkt seiner Karriere angelangt: Er gehört zur obersten Schicht des Hitlerregimes.
Früher war Hendrik Höfgen an der Kammerspielbühne in Frankfurt am Main als Schauspieler engagiert, doch jetzt ist er der „Star“ indem nicht gut besuchten Hamburger Theater.
Zur Zeit gastiert auch Dora Martin am Hamburger Theater. Sie ist eine begnadete Schauspielerin, die in Berlin Karriere gemacht hat.
Nach der Theatervorstellung treffen sich die meisten Schauspieler im „H.K.“, das die Kantine des Theaters ist.
Hendrik begeistert (wie üblich) seine Schauspielkollegen und andere Anwesenden mit seinen Anekdoten, unter diesen auch sein Vorbild und seine Konkurrentin Dora Martin dabei ist.
Ein Projekt von Hendrik Höfgen und seinen kommunistischen Freund Otto Ulrichs wird angesprochen, nämlich das geplante kommunistische revolutionäre Theater. Ein revolutionäres Theater, ist ein Theater als Instrument kommunistischer Propaganda. Dieses wird allerdings nie eröffnet.
Bei den ersten Proben für das revolutionäre Theater geht Hendrik sehr streng mit seinen Darstellern um.
Während der Probe fällt ihm ein, dass er noch ein Rendezvous mit Juliette hat. Juliette ist seine dunkelhäutige Geliebte, bei der er auch noch Tanzen lernt. Allerdings darf aufgrund seines guten Rufs niemand etwas von diesen Verhältnis erfahren.
Am Theater wird ein neues Stück mit Namen „Knorke“ geprobt. Es ist das Werk eines sehr eingebildeten, sich für das“ Gewissen der Welt“ haltenden Schriftsteller und Weltkritiker mit Namen Theophil Marder.
Hendrik spielt mit Nicoletta von Niebuhr, eine Schauspielerin, die ihm sehr gut gefällt, zusammen.
Nach der Premiere von „Knorke“ hält Theophil Marder Hendrik für einen sehr begabten Schauspieler und er will ihn weiterempfehlen.
Die Begeisterung von Theophil ist ein erster Schritt zu einer großen Karriere für Hendrik.
Zur Premiere von „Knorke“ treffen auch Nicolettas beste Freundin Barbara und deren Vater der Geheimrat von Bruckner ein.
Während eines gemeinsamen Abendessens verliebt sich Hendrik zusehends mehr in Barbara und macht ihr schon nach einer kurzen „Kennen lern“ Phase einen Heiratsantrag.
Barbara hatte eigentlich nicht die Absicht Hendrik zu heiraten, aber als er ihr schmeichelt, dass nur sie das „Gute“ in ihm hervorbringen könnte, meint Barbara, dass man es einmal zusammen versuchen könnte.
Die Hochzeit soll im Hause von Geheimrat Bruckner abgehalten werden. Ein Geheimrat ist ein nichtakademischer Titel, der Bruckner verliehen wurde. Hendrik versteht sich gut mit Barbaras Vater und durch ihn bekommt er langsam Zugang zu den „höheren Kreisen“.
Nach der Hochzeitsfeier, der auch Hendriks Mutter Bella und seine Schwester Josy beiwohnten, geht es mit Nicoletta auf Hochzeitsreise nach Bayern.
Wenn Hendrik mit Barbara unzufrieden ist, geht er immer wieder zu Juliette zurück.
Barbara kommt manchmal zu Hendrik ins Theater und lernt dort den nationalsozialistischen Hans Miklas kennen. Hendrik lässt Hans Miklas wegen seiner Eifersucht und seinen nationalsozialistischen Äußerungen raus schmeißen.
Nicoletta tritt auch wieder im Hamburger Theater auf, bis sie nach einer erfolgreichen Premiere in einem Telegramm von Theophil aufgefordert wird, mit dem Theaterspielen aufzuhören und nur ihm zu gehören. Nicoletta reist sofort ab und heiratet Theophil.
Theophil Marder und der Geheimrat Bruckner machen ihren Einfluss beim „Professor“, den „Chef“ des Theaters in Wien, geltend und so bekommt Hendrik eine Stelle am Theater in Wien. Obwohl Hendrik in Wien schlecht schauspielert, bekommt er durch die Hilfe seiner einflussreichen Freunde, ein Engagement in Berlin, die Traumstadt eines jeden Schauspielers.
Er dreht seine ersten Filme und feiert den größten Erfolg als der Teufel Mephistopheles aus Goethes „Faust I“.
Durch die Arbeit an seiner Karriere bemerkt er nicht die Veränderungen in Deutschland. Er ist fest davon überzeugt, dass die Nationalsozialisten und ihr „Führer“ nie an die Macht kommen werden.
Als Hitler in Deutschland Reichskanzler wird, realisiert Hendrik sofort, dass man sich nicht zu schlecht über die Nazis äußern darf , wenn man seine Zukunft nicht gefährden will. Schließlich war er in Hamburger Theater Zeiten eindeutig kommunistisch gesinnt gewesen.
Hendrik geht nach Paris, wo er schon über eine neue Karriere als Stepptänzer nachdenkt, als ihn ein Brief von Lotte Lindenthal, der zukünftigen Gattin des Ministerpräsidenten, erreicht.
Lotte Lindenthal hatte von Hendriks Problematik von seiner alten Kollegin Angelika Siebert erfahren.
In den Brief steht, dass sie ein gutes Wort für Hendrik bei ihren Mann eingelegt hätte.
Hendrik geht den „Pakt mit dem Teufel“ ein und kehrt ins nationalsozialistische Deutschland zurück.
Er spielt am Berliner Theater erneut den „Mephisto“ aus Goethes „Faust I“.
Bei der Premiere von „Faust I“ ist auch der Ministerpräsident persönlich anwesend. Die Premiere ist ein großer Erfolg und der Fliegergeneral beglückwünscht Hendrik zu seiner Leistung als Mephisto.
Nun da sich der Fliegergeneral in das Schauspiel von Hendrik vernarrt hat, stehen Hendrik alle Türen nach oben offen und er kann sich vieles leisten.
Hendrik muss jedoch seine bolschewistische Vergangenheit seinem Protektor beichten, dieser sieht aber darüber hinweg.
Hendrik sagt Juliette, dass er sie nicht mehr sehen möchte, doch diese belästigt ihn und so erzählt er dem Ministerpräsident von ihr. Dieser lässt sie verhaften und in eine Einzelzelle einsperren.
Als Hendrik Juliette nach einer langen Zeit besucht, ist sie so eingeschüchtert, dass sie ihm gehorcht und nach Paris emigriert.
Um nicht aufzufallen, lässt sich Hendrik von Barbara, die eine antinationalsozialistische Zeitschrift in Paris herausgibt, scheiden.
Für seinen gefangen genommen kommunistischen Freund Otto Ulrichs legt er ein gutes Wort beim Fliegergeneral ein und Otto wird frei gelassen. Er erhält ein Engagement am Berliner Staatstheater, führt seine kommunistischen Geschäfte jedoch weiter.
Hans Miklas wird am Ende dieses Kapitels von uniformierten Männern abgeholt, in einen Wald gefahren und erschossen. Ob wohl er ein überzeugter Nationalsozialist gewesen war, konnte er sich nicht mit den immer radikaleren Methoden des Führers übereinbringen und stellte sich gegen den Nationalsozialismus.
Hendriks frühere Freunden, die sich nicht dem Nationalsozialismus ergeben haben, leben nun in vielen verschiedenen Städten.
Barbara und ihr Jugendfreund Sebastian, der sie vor der Hochzeit mit Hendrik warnte, leben in Paris und geben eine kleine Zeitschrift heraus, in der sie über die Missstände in Deutschland informieren.
Sein erster Förderer Theophil Marder und Nicoletta leben an der französischen Mittelmeerküste.
Theophil hält sich immer noch für das Gewissen der Welt und leidet unter den Zuständen in Deutschland, weil er glaubt, alle Schuld des Volkes auf sich nehmen zu müssen.
Darunter leidet seine jüngere Frau Nicoletta sehr. Juliette ist als exotische Tänzerin in Paris beschäftigt.
Nicoletta hält es letztendlich nicht mehr mit Theophil aus und lässt sich von ihm scheiden, um wieder Schauspielerin zu werden.
Sie spielt wieder zusammen mit Hendrik und als sie einen Gastauftritt in ihren alten Hamburger Theater haben, merken sie, dass sich vieles verändert hat: Alle bolschewistischen Schauspieler wurden entfernt.
Hendrik wird trotz der Einwänden des Propagandaministers zum Intendanten des Berliner Staatstheaters ernannt. Er steigt auf der Karriereleiter immer schneller und höher nach oben.
Der Ex-Intendant, der mit Hendrik als neuer Intendant, nicht einverstanden ist, verbreitet die Geschichte von Hendriks Beziehung zu Juliette in der Öffentlichkeit.
Der Führer, der jetzt auf den neunen Intendanten aufmerksam geworden ist, möchte nun persönlich mit Hendrik sprechen.
Hendrik ist sehr schüchtern bei der Audienz mit der „Macht“, aber genau das gefällt dem „Messias aller Germanen“ und so gewinnt er einen guten Eindruck von Hendrik.
Hendrik gewinnt immer mehr falsche als richtige Freunde, weil man glaubt, dass er seine schützende Hand auch über seine Freunde legt.
Hendrik steht noch in Kontakt mit seinen kommunistischen Freund Otto Ulrichs, aber er „darf“ nichts von Ottos Geschäften wissen, um nicht aufzufallen.
Hendrik beschließt Nicoletta zu heiraten, um alle Gerüchte über ihn und Juliette zu zerstreuen.
Die Hochzeit wird mit einen riesigen Ball in Hendriks Villa gefeiert.
Nach einer „Säuberungsaktion“ bei der der Führer alle inneren Widerstandskämpfer entfernen lässt, wird Hendrik zum Senator für alle kulturellen Angelegenheiten im Reich befördert.
Bei der „Säuberungsaktion“ wird auch Otto Ulrichs verhaftet und Hendrik bittet um Gnade für ihn beim Ministerpräsidenten. Dieser rät Hendrik, sich nicht in Angelegenheiten einzumischen, die seiner Karriere schaden könnten.
Otto Ulrichs wird von der SS zu Tode gequält bei dem Versuch aus ihm Informationen über die Kommunisten in Deutschland zu erhalten.
Hendrik, der wieder eine monumentale Rolle spielen möchte, versucht es mit Hamlet, aber ihm misslingt die Rolle, weil es sich nicht um einen „klassischen“ Bösewicht handelt.
Er wird trotzdem von der Presse bejubelt, weil ja alle wissen, dass er eine gute Beziehung zum Ministerpräsidenten hat.
Als Hendrik nach der Hamlet Premiere in seine Villa zurückkehrt, erwartet ihn in seinen Zimmer ein kommunistischer Widerstandskämpfer. Er überbringt die letzten Grüße von seinem verstorbenen Freund Otto Ulrichs.
Die harten, aber wahren Worte dieses Widerstandskämpfers treffen Hendrik sehr. Nachdem der Unbekannte verschwunden ist, ist Hendrik geschockt und von den Worten traurig gestimmt. Er verfällt in Selbstmitleid und weint sich bei seiner Mutter aus.
3.) Personen in Mephisto :
Die Personen im Buch weisen teilweise starke Parallelen mit Persönlichkeiten der Zeit und aus Klaus Manns Umgebung auf.
Genau aus diesen Grund musste Klaus Mann den Zusatz verfassen „Alle Personen dieses Buches stellen Typen dar, nicht Porträts“. Es sollte gegen den direkten Vergleich von Personen im 3. Reich und in der Realität wirken.
Person im Buch
Person in Wirklichkeit
Stellung
Hendrik Höfgen
Gustav Gründgens
Intendant des Berliner Staatstheaters
Ministerpräsident bzw. Fliegergeneral
Hermann Göring
Preußischer Ministerpräsident, Reichsluftfahrtminister und zweitwichtigster Mann im Staat
Propagandaminister bzw. der Hinkende oder Reklamezwerg
Joseph Goebbels
Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda
Theophil Marder
Carl Sternheim
Schriftsteller mit bedeutenden Einträgen zur deutschen Literatur vor dem 1. Weltkrieg
Dora Martin
Elisabeth Bergner
Österreichische Schauspielerin mit großen Erfolgen in den Zwanzigern
Nicoletta von Niebuhr
- Pamela Wedekind
- Ehemalige Verlobte von Klaus Mann, die später Carl Sternheim heiratete
Barbara Bruckner
Erika Mann
Schriftstellerin und Schwester von Klaus Mann
Otto Ulrichs
Hans Otto
Ein Schauspieler, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde
Lotte Lindenthal
Emmy Sonnemann Göring
Eine Schauspielerin, die Hermann Göring heiratete
„Der Professor“
Max Reinhardt
Berliner Theater Direktor bis er 1937 in die USA auswanderte.
1928 hatte Gründgens einen Vertrag mit seinen Theater
Der Führer bzw. „Messias aller Germanen“
Adolf Hitler
Diktator des deutschen Reiches
Sebastian
Klaus Mann
Schriftsteller und als Bruder gleichzeitig ein guter Freund von Erika Mann. Er warnte sie, genau wie Sebastian Barbara vor einer Heirat mit Gustav Gründgens bzw. Hendrik Höfgen
Geheimrat Bruckner
Thomas Mann
Wie der Geheimrat sah Thomas Mann die Gefahr für die Demokratie durch den Nationalsozialismus und ging wie er ins Exil
4.) Zur Entstehung von „Mephisto“ und die Problematik des Romans :
Klaus Manns Freund und Lektor Fritz Helmut Landshoff, der für die deutschsprachige Literatur in dem Amsterdamer Querido Verlag zuständig war, gab ihn nicht auf. Er unterbreitete ihm das Angebot, einen seiner Romane zu verlegen und ihm für die Zeit, in der er den Roman schreibe, genug Geld zum Leben zu Verfügung zu stellen.
Es war kein Thema vorgegeben und so grübelte Klaus Mann darüber nach, über was er schreiben könnte.
Ein Schriftsteller namens Kesten, meinte ein geeignetes Thema für Klaus Mann gefunden zu haben. Es ginge um einen homosexuellen Karrieristen im 3. Reich mit Bezug auf Gustav Gründgens. Der Titel des Buches sollte „Der Intendant“ sein und es sollte fast gänzlich unpolitisch sein.
Klaus Mann nahm den Vorschlag euphorisch an, allerdings wollte er ihn nicht unter den homosexuellen Standpunkt abhandeln, sondern unter einen politischen. Dazu ist zu sagen, dass Klaus Mann und Gustav Gründgens mal sehr gut befreundet waren. Im Jahr 1925 spielten Klaus Mann, Erika Mann, Pamela Wedekind und Gustav Gründgens in einen Stück zusammen, welches an den Hamburger und Münchner Kammerspielen aufgeführt wurde. Die Freundschaft zwischen Klaus Mann und Gustav Gründgens geht in den folgenden Jahren zum Bruch, weil sich Gründgens von Erika Mann scheiden liess und er später zum Mitläufer des nationalsozialistischen Regimes wurde und Klaus Mann strikt gegen das nationalsozialistische Regime war.
Um die Weihnachtszeit herum, beratschlagte er mit seiner Familie, wie der Protagonist der Handlung nun heißen sollte. Es wurde sich für Hendrik Höfgen entschieden, wegen der Verwandtschaft mit dem Begriff „Höfling“, der in Höfgen inbegriffen ist und damit den Schauspieler als Hofnarr oder „Affe der Macht“, wie es im Roman heißt, betitelt.
Der Titel entstand, weil Hendrik Höfgen einen Pakt mit dem Teufel schließt, indem er seine Seele an das nationalsozialistische Regime verkauft, nur um seine Karriere nicht beenden zu müssen. Ebenso enthält der Titel einen Bezug zu „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe, weil Hendrik, genau wie Faust, einen Bund mit dem Bösen, dem nationalsozialistische Regime, schließt und „Mephisto“ ist das „Böse“.
Doch ging Klaus Mann nicht jede Rolle leicht von der Hand. Er hatte Schwierigkeiten mit der Rolle von Barbara Bruckner, weil sie nicht zu sehr Erica werden sollte, aber natürlich doch Erica ist.
Im Oktober 1936 erscheint das Buch im Querido Verlag, doch der Verlag und der Autor werden mehrmals verklagt, weil das Buch angeblich nur Gustav Gründgens kränken und verhöhnen sollte.
1964 wollte ein Münchner Verlag den Roman in Deutschland veröffentlichen. Der Termin stand schon Jahre fest, allerdings starb Gründgens ein paar Tage vor der geplanten Veröffentlichung. Daraufhin klagte der Adoptivsohn von Gründgens, da der Roman ein schlechtes Licht auf den Verstorbenen werfen würde.
Die Klage wurde abgewiesen, allerdings musste nun in einen Vorwort darauf hingewiesen werden, dass es sich um fiktive Charaktere handele.
1966 wird das Buch komplett verboten, weil „die deutsche Öffentlichkeit kein Interesse hat, ein falsches Bild über die Theaterverhältnisse nach 1933 aus der Sicht eines Emigranten zu erhalten“.
1968 wurde das von einem Bundesverfassungsgericht bestätigt, aber es fügte die Klausel hinzu, dass der Roman erneut veröffentlicht werden könne, wenn das „Rechtschutzbedürfnis des verstorbenen Gründgens in dem Maß schwindet, in dem die Erinnerung an ihm verblasst“.
1982 wurde der Roman von Rowohlt Verlag veröffentlicht und es folgten keine weiteren rechtlich Schritte.
5.) Aufbau des Romans und Mephisto als Schlüsselroman der Exilliteratur :
„Mephisto“ ist in 10 Kapitel unterteilt, hat ein Vorspiel und ein Nachwort.
Im Prolog ist der Intendant und Senator Hendrik Höfgen bei der großen Geburtstagsfeier seines Protektors Göring.
In den restlichen 10 Kapiteln wird der Karriereweg Höfgens beschrieben.
Das erste Kapitel heißt „H.K.“ und da werden die Kollegen und Hendrik Höfgen selbst, als er noch Provinzschauspieler am Hamburgertheater war, beschrieben.
Die „Tanzstunde“ ist das zweite Kapitel des Romans. In ihm wird die Beziehung von Höfgen zu seiner „schwarzen Venus „Juliette“ darstellt, bei der er seine Lust befriedigt und noch dazu das Tanzen lernt.
Das dritte Kapitel heißt „Knorke“, weil Hendrik mit Dora Martin in einen Stück mit dem gleichen Titel spielt.
„Barbara“, so heißt das vierte Kapitel und in ihm wird die Ehe zwischen ihm und Barbara Bruckner dargestellt.
Das fünfte Kapitel „Der Ehemann“, beschreibt, wie der Titel schon sagt, Hendrik Höfgen als Ehemann.
„Es ist doch nicht zu schildern ...“, dass sechste Kapitel, beinhaltet den steilen Aufstieg Höfgens in Berlin.
Im siebten Kapitel schließt Höfgen den Pakt mit dem Teufel, dementsprechend lautet auch der Titel des Kapitels „Der Pakt mit dem Teufel“.
„Über Leichen“, so lautet der Name des 8. Kapitels. Es beschreibt, was Höfgen alles macht, um seine Karriere erfolgreich fortzuführen.
Im neunten Kapitel mit dem Titel „In vielen Städten“ wird beschrieben, wo und was Hendriks ehemalige Kollegen und Freunde nach der Machtergreifung machen.
Das zehnte und letzte Kapitel heißt „Die Drohung“ . Sie beschreibt das Versagen Höfgens als Hamlet, das Auftauchen des kommunistischen Widerstandskämpfers und Hendriks nervlichen Zusammenbruch.
Das Buch hat 415 Seiten. Vor dem Vorspiel steht das Zitat von Johann Wolfgang von Goethe aus Wilhelm Meisters Lehrjahre: „Alle Fehler verzeih’ ich dem Schauspieler, keine Fehler des Schauspielers verzeih’ ich dem Menschen“. Dieses Zitat sagt viel über Klaus Manns Beziehung zu Gustav Gründgens aus, denn auch Klaus Mann würde dem Schauspieler verzeihen, falls dieser z. B. schlecht gespielt hätte, aber er verzeiht keine persönlichen Fehler des Schauspielers.
Vor dem Nachwort steht das Kommentar von Klaus Mann: „Alle Personen dieses Buches stellen Typen dar, nicht Porträts“.
In einem Schlüsselroman geht es darum, dass der Autor zeitgenössische oder
historische Personen "verschlüsselt" darstellt. Allerdings so deutlich, dass der
Leser den Stoff leicht wieder entschlüsseln kann.
Die Parallelen, insbesondere zwischen Gründgens und Höfgen, springen ins Auge, also handelt es sich hier bei „Mephisto“ um einen Schlüsselroman.
Klaus Mann selbst hat das übrigens immer bestritten, da er ja große juristische
Probleme mit seinem Buch hatte. Er hat aber gesagt, dass es ihm nicht darum ging, einen bestimmten Menschen, sondern einen bestimmten Typus darzustellen.
Des Weiteren ist der Roman beispielhaft für die Exilliteratur, weil es eine wesentliche Stimmung dieses Umfelds widerspiegelt und Mann ein Zeitpanorama schuf, indem er anhand von bekannten Charakteren, die Situation in Hitlerdeutschland kritisch schildert.
6.) Biographisches zu Gustav Gründgens und Vergleich Hendrik Höfgen mit Gustav
Gründgens :
Gustav Gründgens wird am 22. Dezember 1899 in Düsseldorf geboren.
1918 wird er Mitglied einer Frontheatergruppe und beginnt mit dem Unterricht an der Hochschule für Bühnenkunst des Düsseldorfer Bühnenhauses.
1923 bis 1928 stellt er sein spielerisches Können bei den Kammerspielen in Hamburg unter Beweiß. Sein Repertoire umfasst vor allem zwielichtige Charaktere, wie Verführer, Lebemänner, Intriganten und Erpresser.
Im Juni 1926 heiratet Gustav Gründgens Erika Mann, welche Klaus Manns Schwester ist und bereits 1929 wird diese Ehe wieder geschieden. Danach zieht Gründgens nach Berlin.
1932 hat Gründgens mit dem ,,Mephisto" in Goethes ,,Faust I" die Rolle seines Lebens und wird ein Jahr später durch Hermann Göring zum Senator des Reichskulturamtes proklamiert.
1934 wird er von Hermann Göring zum Intendanten des Preußischen Staatstheaters ernannt.
Am 7.Oktober 1963 stirbt Gustav Gründgens in Manila, wahrscheinlich an einer Überdosis Schlaftabletten.
Auch wenn Klaus Mann über seinen Roman schreibt, es sei kein biographisches Werk, so haben Gustav Gründgens und Hendrik Höfgen einige prägnante Gemeinsamkeiten.
Gustav Gründgens Karriere beginnt als gebürtiger Rheinländer und nach seiner Fronttheaterspielzeit an norddeutschen Bühnen wechselt er zu den Kammerspielen in Hamburg und wird ein Provinzstar.
Höfgen, auch von Geburt aus blonder Rheinländer, fasst in Hamburg Fuß und wird zum Provinzstar der Hamburger Bühnen.
Mit seiner Vision ein ,,revolutionäres Theater" zu errichten stößt er zwar auf gewisse Gegenliebe bei den kommunistischen Vereinigungen, doch der karrierefördernde Schub bleibt aus.
So wie Höfgen im Roman, kündigt auch Gründgens noch in Hamburg an, ein ,,revolutionäres Theater" zu gründen. Dieses provoziert bei den Kommunisten nur höhnische Kommentare.
Mann lässt in seinem Roman Höfgen nur äußerst zwielichtige Charaktere spielen, für seine Spielweise dieser Personen war Gründgens bekannt.
Hendrik ist mit Barbara für einen gewissen Zeitraum verheiratet und Barbara ist ja zu vergleichen mit Erica Mann, welche mit Gründgens ungefähr 3 Jahre verheiratet war.
Nach seiner Umsiedlung nach Berlin, hat Gründgens seinen Durchbruch mit der Rolle seines Lebens. Als Goethes ,,Mephisto" im ,,Faust I" wird er zum Star in der Berliner Kulturszene und steht ab diesem Zeitpunkt unter der Gunst Hermann Görings, welcher ihm später die Leitung des preußischen Staatstheaters, das Senatorenamt und die Intendantenstelle verschafft.
Auch Höfgen steht unter der Gunst des Ministerpräsidenten durch seine glorreiche schauspielerische Fähigkeit den ,,Mephisto" darzustellen.
Hendrik legt großen Wert auf das „d“ in Hendrik, wie Gründgens auf das „f“ in Gustav.
Des Weiteren heißt Hendrik eigentlich Heinrich, wie Gründgens eigentlich Gustav mit „v“ heißt.
Abschließend kann man sagen, dass es unverkennbar ist, dass Gründgens die historische Vorlage für den Protagonisten Hendrik Höfgen war.
7.) Hendrik Höfgens Charakter unter dem Gesichtspunkt des Opportunismus :
Opportunismus ist die bereitwillige Anpassung an eine Lage um persönliche Vorteile zu erreichen.
Hendrik Höfgen der Protagonist des ,,Mephisto", ist ein Mensch, der versucht mit Hilfe seiner Karriere seine Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Ruhm und Erfolg stehen in seiner Werteliste über allen anderen Werten wie z.B. Treue, Verbundenheit und Aufrichtigkeit.
So kommt es, dass er es innerhalb kürzester Zeit, vom Hamburger Theater bis ins Ministerium schafft. Oft sind es Frauen, die ihm Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten verhelfen, z.B. Barbara Bruckner, Lotte Lindenthal, usw.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten verstärkt den Charakter Höfgens zum Negativen hin. Für sein Ziel die eigenen Schwächen zu kompensieren sieht sich Höfgen gezwungen Leute, wie Juliette, die den Rassevorstellungen der Machthaber widersprachen, oder politische Gegner zu verraten. Die Konzentration auf seine eigene Persönlichkeit verhindert es, dass er die Auswirkungen seines Tuns auf die anderen wahrnimmt oder fühlt.
Als die Nazis die Macht in Deutschland erobert haben, bekommt Hendrik Angst. Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll, denn seine kommunistische Vergangenheit belastet ihn stark, ebenso seine sexuellen Vorlieben. Höfgen behauptet nach Beendigung der Dreharbeiten eines Films nach Paris zu einer wichtigen Besprechung zu müssen. In Wahrheit wollte er nur Zeit gewinnen.
Als Lotte Lindenthal ein gutes Wort für Hendrik bei ihrem Lebensgefährten eingelegt und Hendrik beschließt nach Deutschland zurück zu kehren, ist der Pakt mit dem Teufel beschlossen.
Durch seinen Gönner begünstigt, konnte Höfgen machen, was er wollte. Seine Vergangenheit war vergessen und alle Probleme, die er hatte, wurden durch seinen Gönner beseitigt. Jeder, der versuchte die Vergangenheit des Hendrik Höfgen an die Öffentlichkeit zu bringen, wurde früher oder später aus dem Weg geschafft.
Höfgen hatte sich angepasst. Auch seine sexuelle Gespielin war aus dem Weg geschafft worden, als man bemerkte, dass sie zu einem größeren Problem werden könne.
Er hatte sich vollständig in das System eingegliedert und dies wiederum bekam seiner Karriere sehr gut. Er wurde nicht nur als Schauspieler gefeiert, sondern wurde auch zum Intendanten und später zum Senator für Kultur ernannt.
Diese beiden Karrieresprünge bis nach ganz oben hatte er seinem Gönner, dem Ministerpräsidenten und seiner nunmehr angetrauten Frau zu verdanken.
Es war ihm egal, welche Politik ihn nach oben bringt, denn Hendrik hatte nur seine Karriere vor Augen.
Durch seine Minderwertigkeitskomplexe angetrieben hat er eine Perfektion erreicht, die mit seinem Geist nicht zu vereinbaren war. Daraufhin betrieb Hendrik Gewissensbeschwichtigung durch Wohltätigkeit, weil auch er nicht ganz seine Augen vor den grausamen Taten seiner Gönner verschließen konnte.
Nachdem Hendrik seinen Freund Otto Ulrichs aus der Gefangenschaft, durch seine Überredungskunst, befreit hatte, versucht Höfgen an dieser Stelle seinem alten Freund klar zu machen, dass er in keinem Falle mit diesem Regime kooperiere, sondern versuche diese mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und eine Zerstörung von innen durch zu führen.
In Wahrheit lag Höfgen überhaupt nichts daran diese Macht zu zerstören, besser konnte es für ihn nicht laufen.
Doch nach einer weiteren Verhaftung Ullrichs kann auch Höfgen nichts mehr machen.
Höfgen sucht nach einer Ausrede für sein Gewissen, dass gegen Ullrichs Ermord rebelliert und ihn an seine frevelhafte Wendung zum Nationalsozialist erinnert.
Des Weiteren hat Höfgen zwar durch seine Macht gesiegt und Juliette aus dem Weg geschafft, doch sein Gewissen konnte dieses ihm nicht verzeihen, daher beginnt er mit monatlichen Zahlungen an sie.
Abschließend möchte ich über Hendrik Höfgen sagen:
Für Hendrik Höfgen gab es nur schlechte und gute Schauspieler und es gab ihn, der über allen stand. Es war die Person, die zählte, das Bild, nicht was er kann, sondern wer er ist.
Seine Karriere war sein wichtigstes Ziel in seinem Leben, es gab nichts anderes, was wichtiger war als Karriere.
Er verrät, durch seine politischen Wandel, zu Gunsten der Karriere das Künstlertum. Er wird zum Spielball der Macht und er könnte alles spielen, denn er bekäme aufgrund seiner Beziehungen positive Kritik.
8.) Mein Resümee :
Ich finde, dass der Roman „Mephisto – Roman einer Karriere“ von Klaus Mann eine gelungene Kritik am Nationalsozialismus und dem Mitläufertum ist.
Wer ein bisschen Ahnung vom 3. Reich, Gustav Gründgens und den Umfeld von Klaus Mann hat, der erkennt Hendrik Höfgen als Gustav Gründgens sehr schnell, wie auch die weiteren Charaktere.
Klaus Manns Einstellung zum Nationalsozialismus wird eindeutig klar, wo hingegen seine Beziehung zu Gustav Gründgens das nicht ist.
Er beschreibt ihm in seinen Roman sehr negativ, doch stellt er ihn auch menschlich dar und verschweigt einige schwerwiegende Fakten, wie z.B. Gründgens Homosexualität.
Durch negative Wörter lässt er Höfgen alias Gründgens und das Mitläufertum in einen schlechten Licht erscheinen, was auch ein Verbotsgrund war.
Ich meine, dass er damit den Leser in seiner Meinung über Gründgens stark beeinflusst.
Als ich mir das „Gründgensporträt“ am Ende der „Faust I“ Verfilmung auf DVD angesehen habe, fand ich, dass Gründgens eine interessante und eigentlich menschliche Person ist. Durch das Buch hat sich mein Blickwinkel über ihn zum Negativen verändert.
Manns Roman ist eigentlich leicht zu lesen und zu verstehen, obwohl mich die hohe Seitenzahl am Anfang etwas abgeschreckt hat. Doch ehe ich mich versah, hatte ich das Buch in 4 Tagen durchgelesen.
Zusätzlich zum Buch habe ich auch den Film zum Roman „Mephisto“ gesehen. Der Film ist von 1981 und eine deutsch-ungarisch-österreichische Produktion mit deutschen, ungarischen, polnischen, österreichischen, und tschechischen Schauspielern.
Hendrik Höfgen wird von dem berühmten österreichischen Schauspieler Klaus Maria Brandauer gespielt.
Ich persönlich fand den Film schlechter als das Buch, obwohl Klaus Maria Brandauer einen ausgezeichneten Hendrik Höfgen abgibt.
Der Film hat bei den ersten Kapiteln nur Kleinigkeiten verändert und ausgelassen, allerdings hat mir einiges gefehlt, was ich gerne umgesetzt gesehen hätte. Der Film fängt nicht mit dem Vorspiel an, sondern es ist das letzte Kapitel.
Des Weiteren endet der Film anders als das Buch und dieses Ende finde ich persönlich unverständlich und fehl am Platze. Auch bin ich der Meinung, dass man von dem Film nicht alles versteht ohne das Buch gelesen zu haben, weil es sehr schnelle Handlungssprünge gibt, die manchmal schwer nachzuvollziehen sind.
Re: Deutsch Köhler
Grünweißspecht - 12.12.2005, 23:05
Bertolt Brecht – Das Leben des Galilei
Personen
Galileo Galilei
Hauptfigur, genialer Wissenschafter
Wissbegierig, genau, Forscherdrang in sich, ungläubig, sozial, kritisch, „politisch blind“, ein Verbrecher an der Menschheit und ein Held der Wissenschaft
Will neues Entdecken, die Vernunft fördern
Andrea Sarti
Galileis Schüler seit erster Stunde
Wissbegierig, fleissig, begeisterungsfähig, hält an seinen Idealen fest, leidenschaftliche Hingabe
Hilft Galilei bei seinen Untersuchungen und rettet am Schluss die Discorsi
Frau Sarti
Mutter von Andrea
Gottgläubig, gutmütig, etwas konservativ, glaubt nicht an die Vernunft sondern an den Glauben
Sorgt für Galilei und Andrea, macht den Haushalt
Federzoni
Der ungebildete Linsenschleifer der Galilei bei seinen Forschungen hilft
Begeisterungsfähig, nicht immer so überzeugt von sich selbst, treu
Schleift Linsen für die Fernrohre und hilft bei den Forschungen.
Der kleine Mönch
Mönch der sich zu den Wissenschaften hinreissen lässt
Anfangs scheu, dann aber wissenschaftlich, glaubt an das Gute
Unterstützung bei den Forschungen, Mitglied der Untersuchungskommission von Clavius
Barberini
Kardial und Mathematiker der zum Papst ernannt wird
Befindet sich im Disput zwischen Wissenschaft und Kirche, Genussmensch
Lässt Inquisition freien Lauf, nach anfänglichem Wiederstand
Bellarmin
Freund von Barberini auch Kardinal
Wie Barberini
Gespräche mit Galilei und Barberini
Inquisitor (ein Kardinal)
Vertreter der alten Kirche
Ängstlich vor Neuerungen, konservativ
Sorgt dafür Barberini umzustimmen und Galilei zum Schweigen zu bringen
Virginia
Tochter von Galilei, Verlobte von Ludovico
Gläubig, nicht allzu intelligent nach Galileis Ansicht
Betet für Galilei, sorgt für ihn im Alter
Ludovico Marsili
Schüler Galileis und Verlobter Virginias
Glaubt eher an traditionelle Werte als an Wissenschaft
Ein schwerer Fall für Galilei, aber auch belehrbar
Cosmo de Medici
Wiedersacher Andreas zu Kindeszeiten, Grossherzog von Toscana -> Florenz
Stur, nicht sehr einsichtig
Verbricht mit Andrea zusammen das Holzmodell des geozentrischen Weltbildes
Herr Priulli
Kurator der Universität in Padua
Wäre gerne lieb, aber hat viele Sorgen
Sollte Galilei eine Lohnerhöhung geben, tut es dann auch
Clavius
Höchster Astronom des Vatikans
Wissenschaftlich
Bestätigt die Richigkeit Galileis Untersuchungen, was aber nichts bringt
Sagredo
Freund von Galilei
Wissbegierig, freundlich, kritisch aber aufgeschlossen
Hilft Galilei bei Forschung
Inhalt
Das Buch wurde um 1938/39 geschrieben, erzählt aber eine Geschichte die um 1609 begann. Das Leben des berühmten Galileo Galilei ist der Grundstein des Buches.
Kapitel 1
Schauplatz: Studierzimmer in Padua (Republik Venedig)
Galilei lehrt Andrea das kopernikanische Weltbild (heliozentrisch), das nicht in Einklang mit der kirchlichen Meinung gebracht werden kann (geozentrisches Weltbild). Galilei legt aufklärerisches Denken zutage, will neues entdecken. Frau Sarti beklagt sich bei Galilei, da er ihrem Jungen (Andrea) das nicht kirchliche Weltbild erklärte. Galilei hat Geldprobleme.
Ludovico will Galileis Schüler werden, Galilei sagt zu und erfährt von einem Fernrohr, welches in Holland verkauft werde. Er baut auch eines.
Der Kurator lehnt Galileis Gesuch um eine Gehaltserhöhung ab, weil seine Wissenschaft unnütz sei. Er will praktische Ergebnisse.
Motive
Forscherdrang, Neugier, Anbruch der Neuzeit, geozentrisches Weltbild und fester Glauben an die Kirche wandeln sich in heliozentrisches Weltbild
Kapitel 2
Galilei überreicht dem Kurator etc. die angeblich neue Erfindung. Das Fernrohr ist zwar verbessert, jedoch ist die Idee gestohlen. Galilei interessiert aber nicht der Verkauf des Instruments sondern die neuen Forschungsmöglichkeiten in der Astronomie
Motive
Menschlichkeit des Galilei, Diebstahl geistigen Eigentums (evt. berechtigt? Ween der Forschung?)
Kapitel 3
Sagredo und Galilei forschen in der Nacht und finden Beweise für das heliozentrische Weltbild (Jupitermonde die hinter dem Jupiter verschwinden). Der Betrug mit dem Fernrohr fliegt auf, da im Hafen ein Schiff voller Fernrohre eintrifft. Da kommt der Kurator vorbei und ist wütend, Galilei eine Lohnerhöhung gewährt zu haben.
Obwohl ihm das Sagredo abrät will Galilei nach Florenz ziehen und die Mönche da mit Hilfe ihrer eigenen Vernunft vom neuen Weltbild überzeugen.
Motive
Zählt nur praktische Verwertbarkeit?, Kommerzialisierung der Forschung, Verstand der Menschen (ist der Stärker als der Glaube?), die „unbelehrbare“ Kirche
Kapitel 4
Galilei ist nun in Florenz. Cosmo und Andrea streiten sich um Modelle der zwei Weltbilder. Das ptolemäische (geozentrische) Modell geht in Brüche (Symbolisch für den Zerfall dieses Weltbildes). Die Wissenschafter kommen vorbei, aber sie wollen nicht durch das Fernrohr gucken. Sie diskutieren nur darüber und nach einem heftigen Disput gehen sie.
Motive
Beschränktheit der Aristokraten, Glaube an die Vernunft seitens Galileis
Kapitel 5
Die Pest bricht aus. Frau Sarti wird krank. Andrea und Virginia fahren mit der Kutsche aus der Stadt. Galilei will in der Stadt beleiben, um seine Untersuchungen zu beendigen. Andrea springt ab der Kutsche und nach 3 Tagen ist er wieder zurück in der Stadt. Galilei hat weitere Argumente gesammelt und will nach Rom um den Geistlichen seine Arbeit zu zeigen.
Motive
Umgang mit der Bevölkerung bei Katastrophen, Hartnäckigkeit von Andrea und Galilei -> Wissensdurst
Kapitel 6
Galilei geht zum Vatikan um seine Entdeckungen zu zeigen. Viele Wissenschafter und Geistliche spotten über ihn, bis der höchste Astronom aus dem Zimmer kommt und die Theorie als richtig erklärt. Galilei spricht von einem Sieg der Vernunft.
Motive
Ist der Mensch die Krone der Schöpfung?, Sturheit der Kirche, Handeln nach Vernunft?
Kapitel 7
Die Szene spielt auf einem Ball in Rom. Virginia und Ludovico haben sich frisch verlobt und gehen auch hin. Galilei führt ein Gespräch mit den beiden Kardinälen Bellarmin und Barberini. Sie werfen sich gegenseitig Zitate an den Kopf während dem Disput über die Astronomie. Die Inquisition hat die Lehre von Kopernikus verboten und ihn als Ketzer abgestempelt.
Motive
Ist der Glaube an die Vernunft berechtigt?, Hat Gott alles so eingefädelt das wir nichts begreifen können?
Kapitel 8
Galilei spricht mit dem kleinen Mönch. Dieser weiss nicht, ob er der Kirche oder der Wissenschaft glauben soll. Sie sprechen auch über die Gefahren, neues Gedankengut zu verbreiten.
Motive
Unfreiheit der einfachen Menschen, Macht der Inquisition
Kapitel 9
Virginia und Ludovico sind in den letzten Hochzeitsvorbereitungen. Galilei, Federzoni, Andrea und der kleine Mönch forschen an Eisstückchen in Wasser. Da erfahren sie, dass der Papst im sterben liegt, und Barberini der Mathematiker als Nachfolger gut im Rennen liegt. Galilei hat sich 8 Jahre aus der Diskussion über die Weltbilder rausgehalten, nach seiner Verwarnung von der Inquisition, doch jetzt will er sich wieder mit dem neuen Gedankengut befassen, da er glaubt, mit dem neuen Papst wieder daran forschen dürfe. In ganz Europa ist eine Diskussion über Sonnenflecken entflammt, und Galilei findet darin einen Beweis, dass sich die Sonne dreht, und somit nicht auf einer Kristallschale liegen kann.
Motive
Forschung statt blindem Glauben, Abhängigkeit der Forschung von der Kirche (Forschung ist Erlaubnisabhängig)
Kapitel 10
Es ist Fasnacht in Florenz und Galilei mit seinen Theorien ist das Lieblingsmotiv. Es werden Gesänge und Figuren über ihn erfunden.
Motive
Galilei als Bibelzertrümmerer?
Kapitel 11
Galileis Augen werden immer schlechter. Er geht mit Virginia zum Grossherzog, um ihm ein Buch zu bringen und um eine Audienz zu bitten. Da treffen sie Vanni den Eisengiesser der ihm die Unterstützung anderer Regionen versichert und ihm rät Florenz zu verlassen. Galilei geht aber doch zum Hof, wo er nach Rom zur Inquisition geordert wird.
Motive
Galilei gläubig, auch wenn andere das Gegenteil behaupten?, Wer stellt sich auf welche Seite?
Kapitel 12
Gespräch zwischen Papst Urban VIII (Barberini) und dem Inquisitor. Der Inquisitor versucht mit einer langen Rede den Papst dazu zu bewegen, die Lehre Galileis zu verbieten. Der Papst will aber anfänglich der Rechentafel vertrauen, bis ihm der Inquisitor erzählt, dass in Galileis Buch die Kirche als dumm dargestellt wird. Nun gibt er dem Inquisitor nach und lässt die Lehre Galileis verbieten. Die Kirche befindet sich in einem Dilemma: Einerseits wollen sie die neue Lehre verbieten, aber die neuen Sternkarten für die Schifffahrt von Galilei interessiert sie doch (Seekarten Ja/Erkenntnisse Nein) -> Seekarten: Wertvoll
Motive
Wer hat die Macht im Vatikan?, Was will der Papst wirklich?
Kapitel 13
Nach 23 Tagen im Kerker wiederruft Galilei und schwört ab, dass sich die Erde um die Sonne dreht etc. Die Schüler sind alle enttäuscht von ihm, da sie dachten er würde der Gewalt der Kirche wiederstehen können. Andrea wiederholt Galileis Zitat: Wer die Wahrheit nicht weiss ist bloss ein Dummkopf, aber wer sie weiss und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ Also er hinauskommt ist er sehr geschwächt. Virginia hat die ganze Zeit gebetet, dass er wiederrufen wird.
Motive
Widerrufen oder sterben - was soll er machen? Was bringt der Wissenschaft mehr? Hat Galilei richtig gehandelt?, Kirche als Machtinstanz, Vertrauen seiner Anhänger/Schüler
Kapitel 14
Galilei lebt in einem Landhaus in der Nähe von Florenz. Virginia sorgt sich um ihn. Er wird von einem Mönch überwacht, als scheinbar Gefangener der Inquisition. Doch er darf noch ein wenig forschen. Im Hintergrund hat er die Discorsi (Buch über Mechanik und Fallgesetzt -> sein Lebenswerk) fertiggeschrieben und eine Abschrift gemacht. Das Original wurde von der Kirche konfisziert, und die Abschrift übergibt er Andrea als er auf Besuch kommt. Die beiden haben sich wieder versöhnt. Andrea wandert nach Holland aus, um dort frei zu forschen. Er nimmt die Discorsi dahin mit.
Motive
Verbotene Forschung geht im Verborgenen weiter, wieso hat Galilei wiederrufen (war es List oder Schwäche), Forscherdrang, Macht der Wissenschaft
Kapitel 15
Nach nur oberflächlicher Überprüfung an der Grenze kann der passieren und er erzählt zum Schluss einem Jungen, dass man stets die Augen aufmachen soll, und dass die Menschen noch viel zu wenig wissen.
Motive
Die Wissenschaft lebt weiter (in Andrea), grosser Nachholbedarf in der Bildung (Kinder)
Themen
• Verantwortung übernehmen
• Vernunft ist das Mass aller Dinge
• Kampf zwischen Religion und Wissenschaft
• Verhalten der Kirche bei Erklärungsnotstand
• Soziale Verhältnisse zur Zeit Galileis
Die Wichtigsten Textstellen liegen wohl am Anfang und am Ende des Buches. Aber es gibt nicht so einfach DIE Klassiker wie bei Binders Lektüren oder bei Faust. Auch von den Themen her ist das Buch nicht so kompliziert und man hat ziemlich schnell raus was gemeint ist. Bei einer Textstelle ist alles einfach zu erkennen, da sicher eine kommen wird, wo Galilei oder Andrea beteiligt ist, nehme ich zumindest an. Die Story verläuft ziemlich linear und ist auch von dem her recht überichtlich.
Form
Man spricht hier von einem epischen Theater. Dies ist eine Bezeichnung für eine v.a. von B. Brecht im Gegensatz zum klassischen Drama formulierten und in der Praxis entwickelten Form des modernen Theaters und Dramas. Brecht geht es um eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse im marxistischen Sinn. Der Zuschauer soll mit einer veränderlichen Welt konfrontiert werden und daraus Konsequenzen für die eigene politische Entscheidung ziehen. Das „epische Theater" verzichtet auf dramatische Zuspitzung der Handlung. Aus der streng gebauten Form des klassischen Dramas mit seinen drei oder fünf Akten wird eine lockere Reihung von selbständigen Einzelszenen. Durch dieses Vorgehen wird nach Brecht eine kritische Distanz zwischen Zuschauer und Handlung erreicht, die eine Identifizierung des Zuschauers mit den Bühnenfiguren verhindert.
Ziel des „epischen Theaters" ist die gesellschaftliche Aktivierung des Zuschauers. Er soll zum Stück kritisch Stellung nehmen. Gegenstand der „Lehrstücke" ist, dass Welt, Mensch und Gesellschaft veränderlich sind und verändert werden müssen.
In diesem Buch wird jede der 15 Szenen mit einer Zusammenfassung und einem Vers eingeleitet. Die ZV ist immer sehr sachlich. Die Verse enthalten oft Lehren oder zentrale Aspekte der folgenden Handlung.
Epoche
Das Buch wurde 1938/39 geschrieben als während dem in Europa der Nationalsozialismus herrschte. Die Epoche wird im Buch (Seite 165ff) „Literatur zwischen den Weltkriegen“ genannt. Es gibt 3 Fassungen unseres Buches. Wir haben die erste gelesen. In den 2 weiteren Fassungen klagt er sich selber an als Wissenschafter versagt zu haben. Dies ändert Brecht ab, als Reaktion auf die Atombombenabwürfe der USA über Japan. Brecht meint: „Man darf blosses Wissen nicht einfach so weitergeben, wenn daraus eine Gefahr entstehen kann, die Wissenschaft muss auch Verantwortung übernehmen.“
Galilei war eigentlich ein Aufklärer, deshalb könnte man das Buch auch als Buch der Aufklärung ansehen (meine Theorie). Er glaubt an Vernunft etc und Wissen ist im sehr wichtig.
Vieles aus dem wirklichen Lebens Galilei wurde übernommen. So hiess zum Beispiel Galileis Tochter wirklich Virginia etc.
Autor
Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 als Eugen Bertolt Friedrich Brecht in Augsburg geboren.
Sein unsystematisches Studium der Naturwissenschaften, der Medizin und vor allem der Literatur wurde 1918 durch seinen Dienst als Sanitätssoldat in einem Lazarett unterbrochen, eine Zeit, die ihn zum erbitterten Kriegsgegner machte. Er studierte intensiv den Marxismus.
Er floh bei der Machtübernahme von Hitler 1933 ins Exil und wechselte sein Land/Aufenthaltsort wie seine Unterhosen. Zuerst hielt er sich noch in Nordeuropa auf, dann floh er aber endgültig nach Amerika. Seine Zeit im Exil war die grösste Schaffensperiode, da schrieb er auch „Leben des Galilei“. Brecht entwickelte das Epische Theater und schrieb auch zahlreiche Gedichte. Erst 1947 kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Er starb am 14. August 1956 in Berlin.
Re: Deutsch Köhler
KAJD - 14.12.2005, 16:09
danke erik für deutsch
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