Die Kripo bei mir

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    Re: Die Kripo bei mir

    antonia - 08.10.2005, 10:21

    Die Kripo bei mir
    Ich hatte das erst offen auf der Hp.... dann wurde mir von den Betroffenen gesagt, dass es nicht fair sei, wenn es da steht, da es ja jeder lebes kann... ich hab das nicht so ganz verstanden, aber deswegen stelle ich es nun hier rein... ich habe zu dem Thema alles gesagt, die die noch was zu schreiben wollen, können dieses gerne tun!

    03.10.2005

    Ich denke es ist notwendig hier einiges klar zustellen und zu erklären... diesen Teil geht letzendlich nur die Menschen etwas an, die näheren Kontakt mit mir haben und da es sich schwierig und anscheindend unmöglich erweist einfach zu reden, setze ich es hier als extra Part...

    Ich bin in den letzten Tag sehr schwierig... das weiß ich wohl und es gefällt mir selber nicht. Ich hatte einen Selbsthass den man kaum zügeln konnte. Der Selbsthass kam überall dort an, wo er nicht ankommen sollte. Dies tut mir leid! Ich habe zu keiner Zeit den Satz gesagt: ich bringe mich um, oder ich habe es vor. Gestern Nacht um 1 stand aufeinmal die Polizei vor meiner Tür. Bevor sie bei mir waren, fragten sie Nachts um 1 meine Nachbarin aus, ob die denn das Gefühl hätte dass ich Suizidgefährdet sei... die die mich einmal in 8 Wochen sieht... wo es mir nun total unangenehm ist, dass sie da mit reingezogen wurde... ich war völlig schockiert, weil ich es erstens nicht vorhatte und schon gar nicht damit rechnetete das die Polizei vor meiner Tür steht... vorallem auch weil ich sehr getriggert werden durch die Polizei... weil ich nicht gesagt oder geschrieben habe, dass ich mich umbringen will. Ich würde soetwas nie sagen, nie im Leben, selbst wenn es so wäre würde ich einen Freitod nie ankündigen, nie... einfach weil ich weiß, wie belastend es sein kann, wenn man soetwas gesagt bekommt. Ich war im ersten Moment überrascht und flakste dann mit dem Beamten rum... die beiden Beamten waren sehr nett und auch sichtlich erleichtert als sie sahen, dass ich mich nicht umbringen will, immer hin lag ich schon im Bett und war gerade eingeschlafen. Als die beiden gingen war es dann noch um einiges später... ich kann es nicht verstehen... wenn sich wer angeblich solche Sorgen macht... wieso fragt man nicht einfach: Tony, willst Du Dich umbringen... wieso redet man nicht mit mir... wieso? Nun kann natürlich der Einwand kommen, na Du gehst ja nicht ans Tele ran... eine Nachricht auf dem Ab, das man sich solche Sorgen macht... eine Sms oder Email und ich wäre die letzte gewesen, die das nicht aufklärt. Dann erfahre ich auch noch, dass alle Welt sich über mich unterhält, aber niemand hat es nötig sich mit mir über mich zu unterhalten... auch wenn ich nicht ans Telefon gehe... per Email bin ich immer zu erreichen... und würde jedem die Angst nehmen... wenn man sich solche Sorgen macht, wieso sagt man mir das nicht einfach... auch wenn ich nicht leicht bin, es ist mir doch nicht egal, wenn andere sich Sorgen machen und Angst haben, dass ich mich umbringe. Ich habe mich aus dem Internet verabschiedet... und das aus mehreren Gründen... und nicht aus meinem Leben... ich mache doch nicht am Samstag die "letzte" Chemo um mich Sonntag umzubringen... ich bin im Moment sehr angeschlagen... mir geht mir nicht gut... das stimmt wohl alles und ich stehe auch oft da und frage mich wieso noch das alles... ich war auch schon oft davor und ganz knapp einfach zu springen, ja das war ich... selbst wenn ich es tun würde... kein Mensch könnte es mir übel nehmen... ich verlange nichts mehr... von keinem Menschen mehr... die Aktion mit der Polizei hat mich zu tiefst getroffen und enttäuscht... enttäuscht aus dem Grunde, weil einfach niemand ehrlich ist... niemand der fähig ist, mit mir offen und ehrlich zu reden... es tut weh... es tut weh so unverstanden zu werden, es tut weh, gar kein Vertrauen entgegen gebracht zu bekommen... dann wird auch noch meine Ziehmama angerufen... weil sich alle ja solche Sorgen machen... meine Ziehmama die mich belügt und mir das noch nicht mal sagt... bin ich es nicht wert... bin ich es nicht mal nur ein Fünkchen wert, dass man mir ein bisschen Ehrlichkeit und nur ein minimales Vertrauen entgegen bringt... mir fällt es sehr schwer, Vertrauen zu fassen... und nachdem ich heut auch noch erfahren habe, was alles hinter meinem Rücken gelaufen ist, merke ich, dass ich niemandem mehr vertraue... ich kann es einfach nicht verstehen... Ich verstehe auch diesen ganzen Zusammenhang nicht... am Mittwochabend oder Donnerstag werden alle Pferde scheu gemacht, da wird meine Ziehmama angerufen... da wird Anie vermutlich vorgeschickt, um rauszufinden ob ich mir nun was antue...das ich mich umbringen will und Sonntag Abend bzw. Nachts wird dann die Polizei eingeschlatet... ich verstehe diesen ganzen Zusammenhang nicht... ich kann das nicht verstehen, zu allem male ich am Sonntag auch ans Telefon ging... mein Handy war an.... ich war sogar im Chat.... und ich habe zu keiner Zeit gesagt ich bringe mich um... wieso das ganze also...??? Irgendwie verstehe ich nichts von alledem...

    Nun noch mal ein paar kleine Infos, wieso ich so bin in der letzten Zeit... Seit einigen Tagen rieche und schmecke ich nichts mehr, die Chemotherapie hat all meine Schleimhäute "abgetötet" das ist ein ziemlich unangenehmes Gefühl. Das Antibiotikum, das ich gegen meine Zahlreichen Infektionen bekomme, löst Brechreitz und Magenkrämpfe aus... obwohl ich meinen Mund mindestens 10 mal am Tag ausspüle, ist es eine reine Wunde... manchmal leier und nuschle ich, weil mir jedes gesprochene Wort weh tut. Durch die Chemotherapie ist mein Immunsystem ziemlich am Ende, eigentlich sollte ich in der Klinik sein... die ganzen Behandlungen sind eine reine Quälerei... es rüttelt alles an meinen schwachen Nervengerüst.. dennoch versuche ich weiterhin meinen Job gut zu machen, ich versuche nach außen hin, mir nichts anmerken zu lassen... nicht meine Schmerzen, nicht meine Sorgen.. nichts.. vom Tod bedroht bin ich in die Chemotherapien gerannt und damit fing das noch größere Elend an. Kein Mensch kann sich vorstellen wie ansterengend solche Behandlungen sind. Wie anstregend es ist das alles auszuhalten... wie anstrengend es ist, dabei nicht die Ziele aus den Augen zu verlieren und obwohl man das Ziel oft aus den Augen verliert, kämpft man irgendwie weiter. Ich bin in die Chemo gerannt und damit hinein in die noch größeren Schmerzen.... hinein in die Übelkeit.... hinein in den Notstand des Ausgeliefert seins... nach der Hälfte machte ich schlapp... wollte meine Ausbildung machen... dann begann ich jedoch wieder in diesen Horrorfilm einzusteigen... nebenbei die Ausbildung... täglich die Frage: schlägt das alles an??? Wird sich dieser Weg lohnen... ich muss mich, ob ich will oder nicht, mit dem Tod auseinander setzen... und das nicht weil ich mich umbringen will, sondern weil ich KREBS habe... Ich muss mich mit auseinander setzen... aber niemand anderes... ich stehe da und lasse die Behandlungen machen... allein... ich hänge über der Kloschüßel... allein.... ich friere so oft... allein.... meine Schleimhäute sind offen.... und ich muss den Schmerz allein ertragen... alle Nebenwirkungen... ich muss sie allein ertragen... niemand anderes muss sich damit auseinander setzen... die riesen Angst, an Krebs zu krepieren... ich muss mich allein damit auseinander setzen... ich stehe hilflos da und bin überfordert... ich bin 19... ich habe Dinge in meinem Leben erlebt, die manch einer in seinem ganzen Leben nicht erleben wird... ich bin in den Augen vieler sehr reif... aber ich kann das alles nicht allein durchstehen... Jeden Tag kämpfe ich mich durch... Abends sitze ich da und weine... weine, weil es alles so unfair in meinen Augen ist... Unfair, weil niemand da ist, der mich einfach in den Arm nimmt, der einfach an meiner Seite ist... der es mit mir durchsteht... Ich wende mich von allen Menschen ab, weil sie mir das Gefühl vermitteln oder ich das Gefühl habe, dass sie mit mir überfordert sind... dass sie nicht für mich da sein können... ich bleibe jeden Abend, jeden Tag, jede Minute allein stehen... der einzige der da ist... das ist der Krebs und niemand anderes... am 12. Oktober entscheiden sich die weiteren Monate... mit jedem Tag bekomme ich mehr Angst, regelrechte Panik... und ich bin allein mit der Angst... allein mit der Panik... es kann mir niemand das Leid abnehmen, das weiß ich wohl... es kann niemand etwas daran ändern, dass ich Krebs habe... aber irgendwo hatte ich die Hoffnung, dass es irgendwo einen Menschen gibt, der mit mir zusammen ehrlich und offen mein Schicksal teilt... damit ich da nicht allein durch muss... das jemand Anteil hat... Anteil, dass ich es spüre... höre... ich habe Angst zu jammern... weil nie jemand etwas zu dem ganzen sagt... niemand hat Anteil an dem was ich da durchmache... ich habe das Gefühl, dass es für alle immer selbstverständlich ist, dass ich das schaffe... aber das ist es nicht... ich bin nur ein Mensch... ich brauche HIlfe und vorallem brauche ich Freunde die offen und ehrlich sind... die mir das Gefühl geben, dass ich das durchstehen kann... dass ich das nicht allein durchstehen muss... aber da hatte ich wohl die falsche Hoffnung oder falsche Erwartungen... Ich zeigte nach außen, dass mich alle allein lassen sollen... und das weil ich mir, obwohl ich nicht allein war, sehr allein vorkam... allein vorkam, weil niemand Anteil nimmt, weil niemand sagt: Tony du schaffst das, ich helfe dir, du bist nicht allein, ich hab Dich lieb und zusammen werden wir wieder gesund... niemand... für alle ist klar, dass ich das durchziehe und mache... ohne das jemand fragt wie es dahinter aussieht...

    zu der Krankheit kommt noch meine Vergangenheit... meine Vergangenheit mit der ich gerne zurechtkommen würde, es aber noch nicht schaffe... Eine Schulaktion die ich am 21.9 machte... wo ich seither nur Ärger mit meiner "leiblichen Familie" habe... die mir große Steine in den Weg legen, wo ich versuche die Steine mühsam zur Seite zu schaffen um meinen Weg weiter gehen zu können... und das muss ich auch allein machen.... dazu bekomme ich seit kurzem immer wieder Post von meiner Anwältin... Wochen vorher hörte ich nichts mehr von ihr... und nun kommen die Prozesse wieder zum Vorschein... es ist einfach viel... so viel, dass ich es nicht alleine tragen kann... aber dennoch muss... und wenn man Freunde und Verwandte hat, die eine schlimme Krankheit ignorieren... und ich das Gefühl habe im Wald zu stehen und zu erfrieren, es aber für alle selbstverständlich ist, dass ich nicht erfriere...

    ........................

    04.10.2005

    Man bekommt ja bekanntlich nach ein bisschen Zeit verstreichen eine anderen Sicht von vielem. Ich muss sagen, dass sich das bei mir auch tut... was absolut nicht der Fall ist, ist das ich auf irgendwen sauer bin. Es ist auch nicht so dass ich irgendwo kritisiere, dass sich jemand Sorgen macht... ich mache mir ja selber Sorgen um mich... ich bin selber beunruhigt... es kommt aber immer darauf an wie man mit Sorgen umgeht und wie man dem gegenüber, wo man sich Sorgen drum macht, entgegen kommt. Und ich finde einfach, dass ich in dieser Hinsicht nicht fair behandelt worden bin. Sicher bin ich auch nicht immer fair, ganz im Gegenteil... es ist aber die Frage was für Auswirkungen das ganze nimmt. Und ich finde, dass diese ganze Geschichte Auswirkungen genommen hat, die ich nicht tragen kann, oder wo ich einfach sagen kann, ok sie haben sich Sorgen gemacht und gut ist... Ich war ehrlich als ich euch hab wissen lassen, dass es mir sehr schlecht geht... und ich bereue dieses mehr als alles andere im Moment. Mir fällt es schwer, da einen objektiven Blickwinkel zu haben... es fällt mir schwer, da nicht nur meine Sichtweise zu sehen. Ich habe mir vor einiger Zeit auch Sorgen um einen Menschen gemacht, wo ich auch große Angst hatte, das sie sich was antut... ich saß auch hier und habe geweint um sie, weil ich Angst hatte sie zu verlieren... weil ich wusste ich kann ihr nicht helfen... ich war in dem Moment sehr egoistisch, weil ich immer den Gedankengang hatte, oh mein Gott ich will sie nicht verlieren, ich habe sie doch soo lieb... aber ich habe auf ihre Worte vertraut... und nicht auf irgendwelche anderen Menschen... denn ich denke, das man nur ehrliche und richtige Dinge von dem Menschen erfahren kann, die auch betroffen sind. Ich bin da wohl eine von wenigen die dieses Prinzip der Ehrlichkeit fährt, was eigentlich schade ist. Ich selber nehme mir nun die Möglichkeit, den Menschen Ehrlichkeit und Vertrauen entgegen zu bringen, die es verdient hätten... einfach weil andere dieses nicht verdient haben und ich es ihnen aber gab... ich weiß nicht ob ich das Recht habe hier enttäuscht zu sein und mich verarscht zu fühlen... aber ich nehme mir dieses Recht einfach... denn in meinen Augen ging es hier nicht um mich, sondern um alle anderen... denn wäre es um mich gegangen, dann hätte man versucht mit mir zu reden und nicht mit den Mitteln, mit denen gehandelt wurde. Ich weiß, dass es sehr schwierig ist, an mich heran zu kommen, vorallem wenn ich meine Mauer so hoch baue, dass keiner mehr drüber gucken kann... das erschreckende ist nur, dass die Menschen, die diese unfairen Aktionen starten,... die haben noch nicht einmal versucht mit mir zu reden... mit meiner Ziehmama habe ich geredet... als Sylvi mich drum bat, ans tele zu gehen, habe ich dieses getan... meiner besten Freundin habe ich die Möglichkeit gegeben... und genau diese Menschen, die versuchten an mich ran zu kommen, die haben diese Aktionen nicht gebracht... es waren die, die meine Worte nicht hören wollten, es waren die, die nicht versuchten mit mir zu reden... und das ist der Punkt! Ich bin nicht das Gefühlsarschloch, dem es egal ist was andere Menschen fühlen, und schon gar nicht die Menschen, die ich gerne habe... ganz im Gegenteil... ich habe es noch nie als so falsch empfunden, ehrlich zu sein und eines weiß ich gewiss... ich werde nie wieder ehrlich sein, was mein Gefühlsleben angeht... ich werde nie wieder sagen, wenn es mir schlecht geht... nie wieder... es ist traurig, dass es auch die Menschen trifft, die es nicht verdient haben... vielleicht ändert sich diese Einstellung auch noch, ich weiß es nicht, aber einigen Menschen, werde ich nie wieder vertrauen können und auch nicht wollen. Wenn es das war, was dieses Wochenende bewirkt werden sollte... dann kann ich nur sagen: ihr habt es geschafft. Wenn es das nicht bewirken sollte... dann hoffe ich, dass ihr das nächste mal überlegt, ob ihr die betreffende Person, um die ihr euch angeblich sorgt, denn das glaube ich nicht, dass es darum ging, dass ihr erst mit ihr redet als solche Dinge zu tun.

    Eines solltet ihr in eurem Kopf einprägen: Ich will und werde mich nicht umbringen... Auch wenn ich oft drüber nachdenke, ich habe Angst vor dem Tod... ich möchte leben.... nicht umsonst lasse ich mich behandeln... ich habe nur noch eine Bitte an die Menschen, die mich angeblich gern haben... redet mit mir... und nicht mit denen, die auch nicht mit mir reden... denn wahre und wirkliche Antworten könnt ihr nur von mit bekommen!

    letzte Änderung 04.10.2005



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