INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

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    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    detewe89 - 29.12.2007, 19:44

    INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...
    Hi,

    erstmal: Ich bin zur Zeit in der 12. Klasse, werd also bald studieren ("Etwas mit Computer"). Ich hab das Glück, in Stuttgart zu wohnen, wo die Informatik etc. ja nicht weit weg ist. Problem ist jedoch, dass die Entscheidung zwischen den drei Studiengängen recht schwer fällt.

    Bis jetzt hab ich Folgendes gehört:

    1. Informatik und Softwaretechnik sind sich insgesamt recht ähnlich.
    2. Informatik geht tiefer in die Grundlagen, vor allem mathematisch und hardwaretechnisch gesehen.
    3. Softwaretechnik ist ein Anwendungsfach. Man bekommt vor allem die richtige Strategie zur Problemlösung mit; die phys.-math. Grundlagen werden ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Man arbeitet an größeren Softwareprojekten. Neben IT bekommt man auch ein bisschen Englisch, BWL und Wirtschaftlichkeit von Software mit.
    4. Wirtschaftsinformatik ist (fast) genau halb:halb BWL:Info .


    Ich persönlich bin recht gut in Mathe, hab auch Wirtschaft Leistungskurs. Ich möchte später mit einem tiefgehenden IT-Wissen ausgestattet sein, genau wissen, wie was abläuft. Auf keinen fall möchte ich nur stupider Programmierer sein, der nur an einem PC-Arbeitsplatz rumhacken muss.

    Mich würde daher interessieren:
    Inwiefern ist Softwaretechnik unterschiedlich von Informatik, wird man nur blöder Programmierer oder bekommt man durch die Projekte eher mehr anwendungsspezifisches Wissen mit, ohne dabei die Theorie zu sehr zu ignorieren?
    Wie gut stehen die Berufschancen als Info/SWT/WInf-Studierter?
    Welches wäre eine sinnvolle Bachelor/Master-Kombination?

    Übrigens: Englisch hab' ich (leider oder nicht - wie man's nimmt) abgewählt, kann es aber trotzdem recht gut, wäre auch bereit, es weiter zu machen. In Französisch (das ich weiter habe) bin ich recht gut. Wird dies ein Hindernis bei der Bewerbung um einen Studienplatz sein? Bei den Uni-Kriterien hab ich nur was von "Note in weitergeführter moderner Fremdsprache" gehört.

    Ach ja, noch eine Frage: Wo suche ich am besten nach Plätzen für ein Schnupperpraktikum. Ein Technikbegeisterter würde zum Autokonzern gehen, ein Sprachenfan zu einem Dolmetscher/Übersetzer. Aber wo finde ich am Besten einen Informatiker?


    Danke,
    Daniel



    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    Xin - 30.12.2007, 13:58

    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor.
    detewe89 hat folgendes geschrieben: 1. Informatik und Softwaretechnik sind sich insgesamt recht ähnlich.
    2. Informatik geht tiefer in die Grundlagen, vor allem mathematisch und hardwaretechnisch gesehen.
    3. Softwaretechnik ist ein Anwendungsfach. Man bekommt vor allem die richtige Strategie zur Problemlösung mit; die phys.-math. Grundlagen werden ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Man arbeitet an größeren Softwareprojekten. Neben IT bekommt man auch ein bisschen Englisch, BWL und Wirtschaftlichkeit von Software mit.
    4. Wirtschaftsinformatik ist (fast) genau halb:halb BWL:Info.

    Ich kann nur von meiner Seite sprechen: Ich habe Informatik studiert, weil ich schon immer programmiert habe. Soviele Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Letztendlich spielt das auch eine untergeordnete Rolle, da in Deutschland das Diplom (nicht sein Inhalt) zählt.

    Ich würde heutzutage etwas studieren, was mich a) sehr interessiert und b) wovon ich noch nicht soo viel Ahnung habe.

    Das Studium hat sich für mich als Enttäuschung herausgestellt, da der Wissensstand eines fertig studierten in der Regel dem Stand entspricht, den ich zu Beginn des Studiums hatte. Allerdings habe ich da vor dem Studium auch schon über 10 Jahre programmiert.
    Studiert habe ich neben den Aufgaben, die ich für ein Diplom machen musste, privat.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Ich persönlich bin recht gut in Mathe, hab auch Wirtschaft Leistungskurs. Ich möchte später mit einem tiefgehenden IT-Wissen ausgestattet sein, genau wissen, wie was abläuft. Auf keinen fall möchte ich nur stupider Programmierer sein, der nur an einem PC-Arbeitsplatz rumhacken muss.
    Wie Du als Programmierer arbeitest, hängt vorrangig davon ab, wo Du arbeitest und welche Hirachieform in der Firma favorisiert wird.

    Vielleicht formulierst Du mehr, was Du möchtest, als was Du nicht möchtest.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Mich würde daher interessieren:
    Inwiefern ist Softwaretechnik unterschiedlich von Informatik, wird man nur blöder Programmierer oder bekommt man durch die Projekte eher mehr anwendungsspezifisches Wissen mit, ohne dabei die Theorie zu sehr zu ignorieren?
    Grundsätzlich sehe ich hier keinen großen Unterschiede, denn ein Informatiker sollte die Regeln der SWT kennen und wissen, wie man sie effizient ignoriert und ein SWTler muss die Regeln der SWT kennen und sie trotzdem ignorieren.

    Was macht ein SWTler? Softwaretechnik ist die Technik, große Softwareprojekte zu bewerten (machbar?), in Teilprobleme zu zerlegen und eine Reihenfolge für die Entwicklung festzulegen. Weiterhin geht es darum, Software zu testen und so zu "garantieren", dass es funktioniert.
    Das bedeutet in der Regel viel Fehlermanagement, Chaos und Zeitverlust durch Bürokratie.
    http://sascha.atrops.com/?page=knowhow/swt.php
    Das Studium wird wohl eher aufs Projektmanagement vorbereiten. Projektmanager sollten verstehen, was Informatiker tuen, ansonsten können sie nur abnicken, was die Informatiker Ihnen sagen. Quasi ein Informatik-Beamter.
    Sie planen Software, teilen Resourcen ein und machen Zeitpläne, die in der Regel nicht funktionieren (darum werden die Regeln der SWT i.d.R. auch ignoriert).

    Ein Informatiker bekommt eine Aufgabe und kann sie entweder stupide runterprogrammieren oder sich einen Plan zurechtlegen, der realistisch ist, leider nicht im perfekten Stil der SWT, aber eventuell funktioniert. Solltest Du nur zum Programmierer reichen, kannst Du nur stupide runterprogrammieren. Solltest Du kreativ sein, rate ich von der Ausbildung zum Fachinformatiker ab.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Wie gut stehen die Berufschancen als Info/SWT/WInf-Studierter?
    Meine Firma zahle eine Abschußquote: Für jeden (fähigen) Informatiker, den ich in die Firma bringen kann, bekomme ich ein paar tausend Euro. Kürzlich lag eine Season-Greetings-Karte im Postfach von der Firma, die meine Jobvermittlung freudig in die Hände genommen hat (und dafür ein paar tausend Euro kassiert hat).
    Pseudo-Informatiker und Computerbegeisterte gibt's wie Sand am Meer, wenn Du fähig bist und ein bißchen Erfahrung hast, brauchst Du Bewerbungen nicht selbst zu schreiben.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Welches wäre eine sinnvolle Bachelor/Master-Kombination?
    Mach das, wo Deine Talente liegen und woran Du Freude hast. Auch wenn Dein Fachgebiet nicht so oft gesucht wird, ist es das Fachgebiet, in dem Du mehr bieten kannst, als die Masse.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Übrigens: Englisch hab' ich (leider oder nicht - wie man's nimmt) abgewählt, kann es aber trotzdem recht gut, wäre auch bereit, es weiter zu machen.
    I habn't schpeak englisch nisch so doll also. But after a year in a foreign country - after my studies - it becomes a little bit better.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: In Französisch (das ich weiter habe) bin ich recht gut.
    Rechner heißt Ordinateur oder so.
    Voulez vous coucher avec moi?
    Je ne parlez pas de francais.

    Das ist meine vollständigen Französisch-Kenntnisse. Du solltest in Frankreich Urlaub machen. In der Informatik ist Französisch nicht so wichtig. Trotzdem beneide ich Dich ein wenig um Deine Kenntnisse der Sprache. Ich habe fremdsprachlich leider in der Schule eher Pech gehabt. Sprachkenntnisse sind NIE verkehrt.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Wird dies ein Hindernis bei der Bewerbung um einen Studienplatz sein? Bei den Uni-Kriterien hab ich nur was von "Note in weitergeführter moderner Fremdsprache" gehört.
    Bei mir war es kein Kriterium. Ich hatte auch eine Note, aber die fiel Punktemäßig nicht sonderlich ins Gewicht ;-)

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Ach ja, noch eine Frage: Wo suche ich am besten nach Plätzen für ein Schnupperpraktikum. Ein Technikbegeisterter würde zum Autokonzern gehen, ein Sprachenfan zu einem Dolmetscher/Übersetzer. Aber wo finde ich am Besten einen Informatiker?
    In der Informatik wirst Du vermutlich wenig "Schnupperpraktika" finden. Die meisten Firmen sind klein und haben keine Zeit auch noch Babysitter für Schüler bereit zu stellen, zumal Du für eine Firma erst dann interessant bist, wenn Du bereits etwas leisten kannst, oder ein Praktikum so lange durchführst, dass Du nach einer Einarbeitungszeit kostenlos für die Firma produktiv sein wirst.

    Wenn Du Praktikumsfeeling haben möchtest, stell Dir Deinen Wecker auf 9 Uhr, setz Dich ab 10 Uhr an den Computer und programmiere mal 2 Wochen lang von Montag bis Freitags bis 19, 20 Uhr an einem Projekt, von dem Du absolut keine Ahnung hast und das nach 2 Wochen dann aber auch fertig sein muss.
    Schreib' einen .avi Player in C++ unter Verwendung von .COM. Das sind zwei Bildschirmseiten Quelltext, das sollte in 2 Wochen zu machen sein.

    Trotzdem kannst Du es versuchen. Manche Firmen suchen preiswerte Programmierer (Ferienjob...) und akzeptieren dafür auch, dass die Einarbeitungszeit länger dauert. Das hat Vorteile: Du lernst in einem Jahr Firma vermutlich mehr als in 2 Jahren Studium und Du hast sofort Berufserfahrung, wenn Du das Studium beendest. Es hat aber auch einen Nachteil: Die Firma drängt Dich dahin, wo sie Dich braucht, das entspricht nicht unbedingt dem, zu was Du Dich entfalten könntest, wenn Du neben dem Studium nicht für eine Firma arbeiten würdest.



    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    detewe89 - 30.12.2007, 16:24


    Hey, erstmal danke für die ausführliche Hilfe, ist mal echt gut, die Meinung eines erfahrenen Informatikers zu hören :-)

    Zitat: Letztendlich spielt das auch eine untergeordnete Rolle, da in Deutschland das Diplom (nicht sein Inhalt) zählt.
    Häufig hört man Sätze wie "Die Inder programmieren für 'n paar Cent pro Stunde, in Deutschland wird es bald keine Informatier brauchen!" - Was ist Deiner Meinung nach an solchen Sätzen dran???

    Zitat: Vielleicht formulierst Du mehr, was Du möchtest, als was Du nicht möchtest.
    Was ich möchte, ist einen ruhigen, sicheren Arbeitsplatz haben, wo ich vllt. auch mal im Leuten im Team an einer Softwareaufgabe arbeiten kann. Systemadministrator in einem Betrieb muss nicht unbedingt sein...

    Zitat: in Teilprobleme zu zerlegen und eine Reihenfolge für die Entwicklung festzulegen. Weiterhin geht es darum, Software zu testen und so zu "garantieren", dass es funktioniert.
    Also doch reines Anwendungsfach... oder kann sowas doch spannend sein?

    Zitat: Das Studium wird wohl eher aufs Projektmanagement vorbereiten. Projektmanager sollten verstehen, was Informatiker tuen, ansonsten können sie nur abnicken, was die Informatiker Ihnen sagen. Quasi ein Informatik-Beamter.
    Kann ich mich nach einem SWT-Studium aber doch eher noch für die informatische Seite entscheiden, um nicht gerade der Beamte zu werden?

    Zitat: Solltest Du kreativ sein, rate ich von der Ausbildung zum Fachinformatiker ab.
    Wenn ich Info studiere, werde ich doch kein Fachinformatiker?...

    Zitat: Schreib' einen .avi Player in C++ unter Verwendung von .COM. Das sind zwei Bildschirmseiten Quelltext, das sollte in 2 Wochen zu machen sein.
    Naja, soweit bin ich noch nicht... (Ich häng' ja grade noch bei den verketteten Listen :-) !) Also werde ich auch wohl kaum als preiswerter Programmierer geeignet sein, da fehlt noch eine GAAANZE Menge...


    Daniel



    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    Xin - 30.12.2007, 19:04


    detewe89 hat folgendes geschrieben: Hey, erstmal danke für die ausführliche Hilfe, ist mal echt gut, die Meinung eines erfahrenen Informatikers zu hören :-)
    Es bleibt aber eine Meinung, mein Standpunkt - ich behaupte nicht, von hier aus alles sehen zu können.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Letztendlich spielt das auch eine untergeordnete Rolle, da in Deutschland das Diplom (nicht sein Inhalt) zählt.
    Häufig hört man Sätze wie "Die Inder programmieren für 'n paar Cent pro Stunde, in Deutschland wird es bald keine Informatier brauchen!" - Was ist Deiner Meinung nach an solchen Sätzen dran???

    Jaja, die Inder...

    Folgendes ist nicht zu auf Inder an sich verallgemeinern...
    Ein Freund von mir arbeitet bei einem sehr großen Softwareunternehmen, die haben eine Indienabteilung gehabt. Es stimmt, die Inder programmieren sehr viel billiger. Leider verstehen sie kein Deutsch. Und leider wollen die Kunden nicht in Indien anrufen oder indisch sprechen.
    Um eine Gruppe Inder am Programmieren zu halten, müssen also deutsche Entwickler vor Ort sein(und das lassen sich deutsche Entwickler mit entsprechenden Prämien bezahlen) und erklären. Er hat - wie ich einen FH-Abschluss, die Inder vor Ort haben Masterabschlüsse. Trotzdem müssen die Grundlagen erst beigebracht werden. Er wunderte sich nur, dass die Inder die höheren Abschlüsse hatten, aber gar nichts konnten.

    Die Kosten, um die Truppe Inder zu sinnvollen Arbeiten zu bewegen, waren genauso hoch, als hätte man in Deutschland progammiert. Das ganze war nur viel umständlicher - hat sich also nicht gelohnt.

    Die Firma, in der ich zur Zeit arbeite, ist amerikanisch. Die komplette Entwicklung sitzt in Deutschland, hier sind wenigstens Fachkräfte (wenn auch zu wenige) und es ist billiger als in Amiland.

    Schröder wollte Inder nach Deutschland locken. Einer kam auch nach Köln. Presserummel, Titelseite, Alaaf, ein Inder ist da!
    Ein Inder!!! Scheiße, die Löhne werden ins Bodenlose fallen! Warum habe ich studiert!? Moment...einer?
    Insgesamt kamen so um die 50 nach Deutschland, wenn ich mich recht entsinne. Das ist Nebel um einen heißen Stein.

    Ein anderer Freund von mir hat eine Firma eröffnet und Softwareaufträge nach Indien vergeben. Eines Tages schrieb er mich an. Er habe Rechnungen über 2 Wochen Programmieraufwand bekommen, mit dem Ergebnis, dass das Projekt nciht durchführbar sei. Ich möge es doch mal probieren und bitte genau die Zeiten aufschreiben. Ich hatte von der Thematik überhaupt keine Ahnung und war nach 14 Stunden fertig, statt nach 14 Tagen aufzugeben. Die Inder rechneten einen deutlich geringeren Stundenlohn ab. Meine Software wurde nach 4 Tagen ausgeliefert, funktionierte(!) und der Betrag auf meiner Rechnung war kleiner.
    Das Indienexperiment brachte ihm ein paar tausend Euro Schulden ein.

    Inder sind ein großes Thema, aber als Konkurrenz sind sie mir noch nicht aufgefallen. Das Thema ist in den letzten 2-3 Jahren auch mehr und mehr verschwunden.

    Zurzeit nehmen uns die Ostblockstaaten die Arbeitsplätze weg. Die haben nur ganz langsame Computer, aber daher progammieren die noch richtig effektiv. Da können deutsche Entwickler nicht mehr mithalten.
    Witzigerweise würde ich das fast schon unterschreiben, aber ansonsten hatte mein Hauptentwicklungsrechner 2003 auch noch 50 MHz. Ich programmiere bei Bedarf auch mit und gegen Osteuropäer.

    Wer was drauf hat, wird auch entsprechend bezahlt. Davon gibt's nicht zu viele. Wenn Du lernst und Erfahrung sammelst, wirst Du überdurchschnittlich bezahlt. Auch in 10 Jahren.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Vielleicht formulierst Du mehr, was Du möchtest, als was Du nicht möchtest.
    Was ich möchte, ist einen ruhigen, sicheren Arbeitsplatz haben, wo ich vllt. auch mal im Leuten im Team an einer Softwareaufgabe arbeiten kann. Systemadministrator in einem Betrieb muss nicht unbedingt sein...
    Sicherer Arbeitsplatz, sorry, die Zeiten sind vorbei.
    Systemadministrator ist kein Informatiker und ein Informatiker ist nur dann Systemadmin, wenn er selbst Spaß dran hat. Ich habe hier Subversion-Server stehen und baue mir einen Cluster auf. Nicht ganz spaßeshalber.
    Am Arbeitsplatz schließe ich vielleicht meine Maus an und wenn es irgendwo hakt, chatte ich den Sysadmin an. Ich bin in der Firma kein Sysadmin. Ich gebe gerne meine Erfahrungen mit Subversion weiter, weil die auch einen SVN-Server aufsetzen wollen, aber ansonsten bin ich als Entwickler und QA-Fuzzi eingestellt.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: in Teilprobleme zu zerlegen und eine Reihenfolge für die Entwicklung festzulegen. Weiterhin geht es darum, Software zu testen und so zu "garantieren", dass es funktioniert.
    Also doch reines Anwendungsfach... oder kann sowas doch spannend sein?
    Es ist die Frage, was Dich am programmieren reizt.

    Meine Kunden erleben leider meistens eine gewisse Panik. Ich programmiere und programmiere und es gibt nix zu zeigen und am Schluss füge ich alle Teile zusammen und die Lichter gehen an, die Musik beginnt zu spielen und alles ist viel besser, als man sich vorgestellt hat.
    Das ist der Moment, der Spaß macht.

    Kennst Du diese Modelle, wo Glaskugeln auf Schienen laufen, Türchen umklappen, die Wege sich kreuzen und die Kugeln dennoch nicht zusammenstoßen...usw. usw. Das ganze funktioniert nur, wenn alles zeitlich genau abläuft. Das ist viel Planung und genaue Arbeit.
    Aber wenn's funktioniert, ist es auch unglaublich faszinierend.

    Während ich den Compiler schreibe, sind es aber auch ganz kleine Dinge. Wenn ich nichts sehe und weiß, dass es funktioniert hat. Mehr als 2MB Sourcecodes, hunderte Klassen, arbeiten Hand in Hand und machen aus einer Datei eine andere und alles hat funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Man selbst ist der Dirigent, hat viel Zeit damit verbracht alles haarklein vorzubereiten und das Orchester hat perfekt zusammengespielt.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Das Studium wird wohl eher aufs Projektmanagement vorbereiten. Projektmanager sollten verstehen, was Informatiker tuen, ansonsten können sie nur abnicken, was die Informatiker Ihnen sagen. Quasi ein Informatik-Beamter.
    Kann ich mich nach einem SWT-Studium aber doch eher noch für die informatische Seite entscheiden, um nicht gerade der Beamte zu werden?
    Ich kenne die Stundenpläne nicht.
    Wenn Du programmieren kannst, bist Du noch lange kein Informatiker. Du musst Algorithmen schreiben können, sie entwickeln können, optimieren können. Du lernst einen Satz von Standard-Algorithmen und daraus bastelst Du, was Du brauchst.
    Je mehr Standard-Algorithmen Du kennstm, je besser Du sie kombinieren kannst, desto besser bist Du. Je besser Du die Grundlagen kennst - die werden im Studium nur noch als 'nehmen Sie zur Kenntnis' oder überhaupt nicht vermittelt, desto sicherer kannst Du entscheiden.
    Wer richtige Entscheidungen trifft, ist gefragt.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Solltest Du kreativ sein, rate ich von der Ausbildung zum Fachinformatiker ab.
    Wenn ich Info studiere, werde ich doch kein Fachinformatiker?...
    Stimmt.
    Aber nicht jeder muss studieren, eine Ausbildung kann eine Alternative darstellen.
    Wenn Du studierst wirst Du vor allem nervlich auf die Probe gestellt und bekommst ein paar Anregungen, was Informatik sein könnte.
    Infomatiker musst Du schon selbst werden.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Schreib' einen .avi Player in C++ unter Verwendung von .COM. Das sind zwei Bildschirmseiten Quelltext, das sollte in 2 Wochen zu machen sein.
    Naja, soweit bin ich noch nicht... (Ich häng' ja grade noch bei den verketteten Listen :-) !) Also werde ich auch wohl kaum als preiswerter Programmierer geeignet sein, da fehlt noch eine GAAANZE Menge...
    Und?
    Das ist die Standard-Situation als Informatiker.

    Ich programmierere jetzt seit >21 Jahren. Ich habe noch nie etwas programmiert, was ich vorher schon konnte. Denk Dir etwas aus, was Du schreiben willst und dann tu es. Die ersten drei Programme werden Schrott sein, aber sie werden laufen.
    Und beim 5. Programm wirst Du eine Reihe Fehler aus den anderen Programmen nicht wiederholen. Das heißt Erfahrung.
    Das vermittelt Dir kein Studium, das vermitteln Dir keine 20 Zeilen Programme, das vermitteln Dir Programme.
    Damit klar zu kommen, eine Aufgabe zu lösen, von der man absolut keine Ahnung hat, ist der Job als informatiker.
    Und das ist auch das, was den Job interessant macht - es ist eben keine Fließbandarbeit.



    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    detewe89 - 30.12.2007, 20:38


    Ok, dann hat sich das "Problem" mit den Indern ja wohl gelöst - genau sagen, was in acht Jahren, wenn ich beginnen werde, ist, kann sowieso kein Mensch genau voraussagen. Vielleicht gibt es bis dann keine Computer mehr oder aber die Programmiersprachen sind so abstrahiert, dass man als Quelltext nur schreiben muss "berechne Pi auf 1e100 stellen genau" und der Rechner macht das :-)

    Zitat: eine Ausbildung kann eine Alternative darstellen.
    Da wär ich mir bei der heutigen Arbeitsmarktlage gar nicht so sicher. Und mehr bekommt man auf der Uni/FH/BA sicherlich mit, vor allem, wenn man bis zum Master geht.

    Zitat: Das vermittelt Dir kein Studium, das vermitteln Dir keine 20 Zeilen Programme, das vermitteln Dir Programme.
    Dass ich mehr als nur 20 Zeilen Code schreiben kann, auch ohne nur i++; tausendfach aneinanderzureihen, hast Du ja vllt. in der Programmsammlung gesehen, wo ich mich zumindest einmal an einem Parser versucht habe...
    Jedoch ist es für einen Programmieranfänger (ich programmiere noch nicht mal seit einem Jahr!) noch recht schwer, gleich einen Player zu schreiben.
    Bitte berichtige mich, wenn was falsch ist, aber ich würde sagen, dazu muss man zumindest mal mit dem Kernel kommunizieren können, die Schnittstellen kennen, eine Menge eigener, hardwarenaher Funktionen schreiben (evtl. sogar ASM?), Standard-Library--Funktionen helfen wohl keinen Schritt weiter usw. usw...

    Und man muss wohl einige Tricks drauf haben, um gleich mit sowas anzufangen, wenn man noch nicht mal einen ausgereiften Parser oder eine richtige verkettete Liste geschrieben hat.

    Es ist mir ziemlich klar, dass Fließbandarbeit bei Informatik nicht gefragt ist, auch der Uhrmacher hat kein Fließband, aber er hat 100 verschiedene Schraubenzieher, und viele Jahre Erfahrung.

    Zitat: Denk Dir etwas aus, was Du schreiben willst und dann tu es. Die ersten drei Programme werden Schrott sein, aber sie werden laufen.
    Mit dem Parser hab' ich's ja versucht... Wenn ich diese blöden verk. Liste jetzt mal richtig implementiert hab, werd ich ihn fertigstellen, und ihn Dir dann mal schicken :twisted: So schwer dürfte das ja wohl nicht sein!

    Am Unitag hat der SWT-Professor auch gesagt: "Informatiker lösen Unlösbares und verbessern das Beste. Vor Problemen dürfen Sie keine Angst haben, sondern Sie müssen darauf zugehen!"
    Ehrlich gesagt: Das ist eine meiner Schwachstellen; ich geh immer recht geplant vor, und mach nur dann etwas, wenn ich zumindest zu wissen glaube, dass es funktioniert. Und wenn es DANN nicht funktioniert, dann werd' ich sauer und geb's (zumindest fast) auf. Meistens fällt mir dann irgendwo draußen oder vor dem Schlafengehen eine Lösung ein, die ich dann gleich am nächsten Morgen frohen Mutes ausprobiere...aber ich glaube, die Angst vor Problemstellungen sollte ich mir schnellstens abgewöhnen ;)



    Re: INFORMATIK-Studium vs. Softwaretechnik/Wirtschaftsinfor...

    Xin - 30.12.2007, 21:16


    detewe89 hat folgendes geschrieben: Ok, dann hat sich das "Problem" mit den Indern ja wohl gelöst - genau sagen, was in acht Jahren, wenn ich beginnen werde, ist, kann sowieso kein Mensch genau voraussagen. Vielleicht gibt es bis dann keine Computer mehr oder aber die Programmiersprachen sind so abstrahiert, dass man als Quelltext nur schreiben muss "berechne Pi auf 1e100 stellen genau" und der Rechner macht das :-)
    Es muss immer irgendwer da sein, der den Hintergrund warten und verstehen kann.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: eine Ausbildung kann eine Alternative darstellen.
    Da wär ich mir bei der heutigen Arbeitsmarktlage gar nicht so sicher. Und mehr bekommt man auf der Uni/FH/BA sicherlich mit, vor allem, wenn man bis zum Master geht.
    Das ist nicht auszuschließen, aber auch nicht zu garantieren.
    Das wichtigste ist die Person, die das KnowHow mitbringt.
    Ein Diplom kann man auch bekommen, ohne etwas zu können.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Das vermittelt Dir kein Studium, das vermitteln Dir keine 20 Zeilen Programme, das vermitteln Dir Programme.
    Dass ich mehr als nur 20 Zeilen Code schreiben kann, auch ohne nur i++; tausendfach aneinanderzureihen, hast Du ja vllt. in der Programmsammlung gesehen, wo ich mich zumindest einmal an einem Parser versucht habe...
    So genau habe ich mir den Thread noch nicht angesehen.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Jedoch ist es für einen Programmieranfänger (ich programmiere noch nicht mal seit einem Jahr!) noch recht schwer, gleich einen Player zu schreiben.
    Bitte berichtige mich, wenn was falsch ist, aber ich würde sagen, dazu muss man zumindest mal mit dem Kernel kommunizieren können, die Schnittstellen kennen, eine Menge eigener, hardwarenaher Funktionen schreiben (evtl. sogar ASM?), Standard-Library--Funktionen helfen wohl keinen Schritt weiter usw. usw...
    .COM Komponente laden, initialisieren, AVI File Laden, play().

    Meinst Du Spiele wären heute grafisch aufwendig, wenn das noch wer programmieren müsste.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Und man muss wohl einige Tricks drauf haben, um gleich mit sowas anzufangen, wenn man noch nicht mal einen ausgereiften Parser oder eine richtige verkettete Liste geschrieben hat.
    Schreib es. Stringverarbeitung, Parser und Listen sind Grundwissen, das solltest Du mindestens einmal schreiben.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Zitat: Denk Dir etwas aus, was Du schreiben willst und dann tu es. Die ersten drei Programme werden Schrott sein, aber sie werden laufen.
    Mit dem Parser hab' ich's ja versucht... Wenn ich diese blöden verk. Liste jetzt mal richtig implementiert hab, werd ich ihn fertigstellen, und ihn Dir dann mal schicken :twisted: So schwer dürfte das ja wohl nicht sein!
    Tu Dir keinen Zwang an, meine E-Mailadresse ist leider zu leicht herauszufinden. :->

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Am Unitag hat der SWT-Professor auch gesagt: "Informatiker lösen Unlösbares und verbessern das Beste. Vor Problemen dürfen Sie keine Angst haben, sondern Sie müssen darauf zugehen!"
    siehe den Spruch, den ich seit x Jahren an alle Postings/E-Mails usw. hänge.
    Er passt einfach zu gut.

    detewe89 hat folgendes geschrieben: Ehrlich gesagt: Das ist eine meiner Schwachstellen; ich geh immer recht geplant vor, und mach nur dann etwas, wenn ich zumindest zu wissen glaube, dass es funktioniert. Und wenn es DANN nicht funktioniert, dann werd' ich sauer und geb's (zumindest fast) auf. Meistens fällt mir dann irgendwo draußen oder vor dem Schlafengehen eine Lösung ein, die ich dann gleich am nächsten Morgen frohen Mutes ausprobiere...aber ich glaube, die Angst vor Problemstellungen sollte ich mir schnellstens abgewöhnen ;)
    Solange es bei fast aufgeben bleibt, ist alles okay.
    Manchmal muss man es auch aufgeben, manchmal geht es auch einfach nicht. Das wird Dir passieren, wenn Du Software von anderen verwendest, die einfach fehlerhaft, aber nicht zu korrigieren ist.
    Die Entscheidung, ob etwas möglich ist oder nicht, wirst Du irgendwann treffen können, ohne dass Du weißt, wie es möglich ist.
    "Berechne Pi auf 100 Stellen" wird vermutlich als Programm so nie funktionieren. Es wird immer ein Compiler dazwischen stehen, der erst verstehen muss, was PI ist, was 100 Stellen sind und wissen müssen, in welchem Zahlensystem 100 Stellen gemeint sind und wie das System genormt ist. Den Menschen wird ein Computer so schnell nicht einholen. Das dauert noch ein paar Jahrzehnte - ein Informatikstudium bringt Dich schon noch bis zur Rente - oder wenigstens bis zur Klimakatastrophe ;-)
    Du siehst, eine Tischlerlehre kann auch viel mehr Zukunft haben als ein Informatikstudium. ;-)



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