Das verlorene Volk

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    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 29.08.2007, 20:35

    Das verlorene Volk
    Das verlorene Volk


    Prolog – Die Entscheidung

    Regen prasselte unablässig auf den Ostteil des Landes Remal. Langsam stapfte ein Fremder, eindeutig an der Hautfarbe, dem Körperbau und den Pelzen zu erkennen, durch ein Dorf. Es lag wie ausgestorben da. Niemand wagte sich auf die Straße, solange der Fremde dort lief. Und er lief langsam.
    In einem Haus, Feakal Trakatz, lugte ein Junge vorsichtig durch einen Spalt. So einen Menschen hatte er noch nie gesehen. Wieso war die Hautfarbe so anders? Was waren das für Pelze? Sie stammten weder von den einheimischen Wölfen, Bären oder Hu’im. Sie stammten auch nicht von den Wolfsmenschen. Die Familie des Jungen wohnte in dem Haus, Feakel Trakatz, auf der einheimischen Sprache so viel wie „Fremdenheim“.
    Der Fremde blieb stehen. Er schien nachzudenken. Langsam ließ er den Blick über die Häuserwände wandern, das Gesicht war unter einem Lederhelm verborgen, der allerdings nicht jeden Flecken Haut verbarg. Dann schien er Feakel Trakatz gefunden zu haben.
    Er stapfte auf die Eingangstür zu. Der Junge sah, wie der Fremde sich dem Haus näherte.
    Bald würde er anklopfen. Die Mutter des Jungen musste aufmachen, wenn sie nicht beim Kalam in Ungnade fallen wollte. Dann klopfte es.
    Doch es war kein zaghaftes Klopfen, sondern es klang, als ob jemand mit der harten Faust gegen eine morsche Tür schlug. Zitternd erhob sich die Mutter. Dann ging sie, ganz langsam, als ob sie hoffte, der Fremde würde doch noch gehen, zur Tür. Sie blieb kurz stehen, als sie an der Tür war. Wieder hämmerte es gegen die Tür. Die Mutter fasste sich ein Herz, zog den Riegel zurück und öffnete die Tür.
    Ohne den üblichen Willkommensgruß und das Anbieten vom Aufhängen der Kleider blieb sie stehen. Der Fremde stand ihr gegenüber, überragte sie um fast zwei Köpfe. Er murrte irgendetwas, warf ihr eine Münze gegen die Stirn und trat ein.
    Er musste den Kopf einziehen und sich seitwärts durchschieben, um durch die Tür zu passen. Als er eintrat, stand der Vater des Jungen auf. Er war zwar doppelt so breit wie die Mutter des Jungen, allerdings nicht einmal halb so breit wie der Fremde. Und der Fremde überragte ihn um eineinhalb Köpfe.
    Das Haus bestand aus drei Stockwerken. Im Erdgeschoss reichte sein Kopf fast bis gegen die Decke. Im ersten Stock würde er seinen Kopf dann einziehen müssen und im zweiten Stock würde er fast auf Knien rutschen müssen.
    „Aras vom Volk der Aram. Ich bin hier, weil ich einen Brief abgeben muss!“, verkündete der Fremde mit donnernder Stimme.
    Langsam nickte die Mutter des Jungen. Hinter einem Vorhang kamen nun 6 Köpfe zum Vorschein, alle zu Kindern im Alter zwischen 3 und 12 gehörend. Der Junge selber war in seinem siebten Lebensjahr.
    Die Mutter des Jungen hatte erwartet, das der Fremde einen Schuldenschein oder etwas Ähnliches bei ihrem Mann abgab, aber nichts dergleichen geschah. Er zog einen Brief, geschrieben auf Papier, das so kostbar war das man damit alleine für ein Jahr leben konnte, heraus und stapfte auf den Jungen zu. Der Brief war mit einem Siegel, auf dem zwei gekreuzte Schwerter zu sehen war, versiegelt.
    „Halt!“, rief der Vater des Jungen. Er stand nun mit einem Holzknüppel bewaffnet da. Langsam drehte der Fremde den Kopf dem Vater hin.
    „Er wird diesen Brief nicht annehmen!“
    Sofort geriet der Fremde in Zorn. Er baute sich auf.
    „Und du Bleichhaut willst mich daran hindern den Brief ihm zu geben?!“, brüllte er.
    „Er wird diesen Brief weder annehmen noch irgendwie noch einmal zu Gesicht bekommen!“, mischte sich die Mutter nun ein.
    Sie eilte in einen hinteren Raum.
    Langsam rückte der Vater näher.
    Der Fremde schnaubte und stellte sich vor den Jungen. Dieser konnte nun einen Umhang erkennen, der unter den Pelzen verborgen war. Zwei gekreuzte Schwerter waren weiß auf dunkelblauem Grund abgebildet, ein großer Schild in gold-rot dahinter.
    „Ihr werdet nicht dazu kommen, dem Jungen den Brief zu geben!“, rief die Mutter nun von irgendwo vor dem Fremden. Als der Junge einen Blick riskierte, erschrak er. Seine Mutter hatte eine Armbrust geholt.
    Nun raste der Fremde. Er schleuderte seine Pelze ab. Darunter kam eine Schlachtrüstung zu Tage, wie sie nur von wenigen getragen werden konnte. Auf dem Rücken war ein gold-roter Schild befestigt, zwei Schwerter hingen um die Hüften des Fremden. Der nahm einen Stuhl und warf ihn gegen den Vater. Vor Schreck ließ dieser seinen Knüppel fallen und fiel bewusstlos zu Boden, als der Stuhl ihn traf.
    Die Mutter wurde nun wütend und schoss den eingelegten Bolzen auf den Fremden ab. Doch sie verfehlte ihn und traf eine erkaufte Jagdtrophäe. Der Fremde packte die Trophäe mit beiden Händen und schleuderte sie gegen die Mutter. Er verfehlte sie zwar, dennoch streifte ein Hauer des ausgestopften Ebers ihre Schläfe und sie fiel bewusstlos zu Boden. Der Junge hatte das alles nicht mit angesehen, da der Fremde sein gesamtes Blickfeld einnahm. Nun nahm Aras, wie er sich vorgestellt hatte, seine Pelze wieder auf. Er drehte sich um und gab dem Jungen den Brief. Während dieser ihn aufbrach und feststellte, das der Brief zu sprechen begann, zog der Fremde seine Pelze wieder an und versuchte den Umhang, sowie die Schwerter und den Schild zu verbergen:

    Seid gegrüßt, Akam Rekam, aus dem Hause Feakal Trakatz. Wir haben Dir Aras aus dem Volk der Aram gesandt, damit Du erfährst, welches Schicksal auf Dich warten könnte. Du könntest ebenso eindrucksvoll wie Aras aussehen, nachdem Du unser Training absolviert hast. Du könntest jeden Gegner mit Leichtigkeit besiegen, solltest Du Dich entschließen, dem Aufruf zu folgen. Solltest Du am Ende den Brief zuklappen und zu Aras sehen und ihn bitten, Dich nach draußen zu geleiten, ist es besiegelt. Solltest Du ihn bitten, zur Seite zu gehen und zu verschwinden, würdest Du nie wieder von uns hören. Entscheide selber, was zu möchtest.

    Gezeichnet Reeth Frians, Großmeister des Ordens des Kampfes

    Der Brief verstummte, Akam blickte Aras an und fragte: „Kannst du mich nach draußen geleiten?“



    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 29.08.2007, 20:49


    Kapitel 1 – Die Geschichte des Volkes


    Langsam lief Akam neben Aras den Weg entlang.
    „Welchem Volk gehörst du an?“, fragte Akam, der ein bisschen vergesslich war, Aras.
    „Dem Volk der Aram!“
    „Es gibt ein Volk ‚Aram’?“
    „Bringen sie euch überhaupt keine Geschichte mehr bei?“, fragte Aras verblüfft. Wenigstens das hätte er erwartet. Das Volk der Aram war einst der stärkste Gegner von den einfallenden Remal-Truppen gewesen.
    „Doch schon, aber nur die von den letzten 350 Jahren. Die davor waren, der Meinung der Lehrer nach: Barbarisch und unkultiviert. Damals herrschten riesige Kannibalen-Stämme über das Land und wir konnten sie trotz erheblicher Unterzahl besiegen!“
    Aras lachte. Seine dunkle Stimme lachte rau, kehlig und ließ an seine Herkunft erinnern.
    „So einen Stuss habe ich das letzte Mal vor 30 Jahren gehört. Barbarisch und unkultiviert! Wenn sie euch so etwas beibringen, wäre es besser, wenn sie euch überhaupt nichts beibringen würden! Die Jahre davor waren keineswegs barbarisch und unkultiviert! Ebenso wenig besiegten sie die Ureinwohner durch ihre Stärke, sondern durch ihre Masse. Wir waren in erheblicher Unterzahl, als die Remal-Truppen angriffen!“
    „Das heißt, dass vor den Menschen von Remal dein Volk hier gelebt hat?“, fragte Akam neugierig.
    „Oh ja. Und es war eine gute Schlacht, damals, vor 362 Jahren:

    Wir schreiben das Jahr 391 des zweiten Zeitalters, wo Akam der Weise berichtet, wie die große Schlacht geschlagen wurde. Wir standen auf dem Hügel von Re’kam, unserem ersten, bewohnten Hügel. Unsere Truppen zählten 2000 Köpfe, die Bleichhäute hatten mehr als 15000 Menschen aufgefahren. Wir sollten ihnen schreckliche Verluste beibringen. Wir alle hatten unsere Schlachtrüstungen angezogen, unsere Schwerter waren in unseren Händen. Die Bleichhäute hatten teilweise nur Mistgabeln und Försteräxte als Waffen, hatten dazu teilweise nur Lumpen als Rüstung. Der Feldherr von Remal, ein gewisser Went Arkenson, kümmerte sich nicht um das Schicksal des Fußvolkes. Auch hatte er keine laufenden Bogenschützen oder Armbrustschützen. Nur Werfer von Steinen und Holzscheiten. Seine Elite – die Kavallerie – sollte über uns hinweg fegen wie ein Schwert durch Butter schneidet. Doch es verlief nicht alles so wie er es wollte. Er kannte uns nur als Barbaren, als undisziplinierter Haufen von kleinen Leuten. Doch die Wahrheit sah ganz anders aus. Wir standen Reihe um Reihe da. Kavallerie hatten wir keine: Kein Aram kann von einem Pferd aus kämpfen. Doch wir brauchten keine. Akam der Weise gab seinen Spruch zum Besten:
    Jeder von uns war so gut wie 10 von denen.
    Und es hätte gestimmt, hätte seine Kavallerie nicht eingegriffen.
    Sie griffen zuerst an. Tausende von Menschen, klein, dünn, unterernährt und in der Hoffnung, wenigstens Schaden anzurichten, stürmten auf uns zu. Akam der Weise hielt das Schwert hoch in die Luft. Die grade Klinge war etwas Neues für die Menschen von Remal. Niemand von uns rührte sich, während die Menschen schreiend rannten. Bald blieben sie stehen. Sie glaubten eine Falle entdeckt zu haben. Wir warteten, bis alle Menschen angekommen waren, bis auf die Kavallerie. Dann fächerte unsere Formation auf. Das Schwert von Akam dem Weisen verharrte noch immer in der Luft.
    Er wartete, bis wir unsere neue Formation eingenommen hatten. Dann ließ er das Schwert runter zischen und rannte, mit zwei erhobenen Klingen, in die unerfahrenen Menschen hinein. Kaum war er ein paar Meter in ihrem Pulk drinnen, wütete er schrecklich. Wir folgten nur wenige Wimpernschläge später. Nach etwa 5 Stunden zogen sich das Fußvolk von Remal zurück. Wir hatten schrecklich unter ihnen gewütet, während bei uns nur vereinzelt ein Aram durch eine Übermacht starb.
    Nach diesem ersten Ansturm zählten wir etwas weniger als 2000 Köpfe, während ihre Streitmacht fast halbiert war.
    Aber Arkenson machte nicht oft den gleichen Fehler zweimal. Er hatte erkannt, dass wir keine Kavallerie hatten, und wollte das ausnutzen.
    Trompeten erschallten, Fanfaren kündeten von einem Angriff, Trommeln verkündeten unsere Kampfbereitschaft.
    Das Fußvolk marschierte wieder vor, glaubend, das es nun bessere Chancen durch die Kavallerie hatte.
    Die Kavallerie wartete, bis das Fußvolk an unserer Formation war. Dann erschallten Fanfaren, Posaunen, Trompeten und zahlreiche andere Instrumente.
    Die Kavallerie startete ihren Angriff.
    Sie ritt ihre eigenen Leute nieder und preschte in uns hinein. Mehrere Hundert starben beim Ansturm durch die Lanzen, weitere Dutzend durch Pfeile von den Rücken der Pferde.
    Danach rückte die Kavallerie wieder ab, ein paar dutzend von ihnen kamen nicht aus unserer Formation hinaus und wir machten sie gewaltsam nieder und zerstückelten auch ihre toten Leiber aus Wut, Zorn und um die Rachegelüste zu stillen.
    Nach diesem Ansturm standen bei uns noch knapp 1500 Köpfe, ihre Fußsoldaten waren komplett getötet worden und so zählte ihre Armee noch 4000 Pferde und Reiter.
    Bald ritten sie wieder an. Wir hatten Lanzen von den getöteten Reitern genommen, jeder zweite der ersten Reihe stattete sich damit aus, ebenfalls die gesamte zweite Reihe. Die restlichen Soldaten der ersten Reihe bildeten einen Schildwall, durch den die langen Lanzen geschoben wurden.
    Die Kavallerie von Remal ritt wieder an, versuchte ebenso wie vorhin einen Frontalangriff. Dieser scheiterte allerdings kläglich. Die erste Reihe wurde, Pferd und Reiter, von den Lanzen durchbohrt, teilweise wurden noch Soldaten in der zweiten Reihe aus dem Sattel gehoben und so von den eigenen Verbündeten tot getrampelt. Kaum ein Pfeil durchdrang unseren Schildwall.
    Nach diesem dritten Ansturm zählten wir noch ungefähr 1500 Köpfe, sie etwas weniger als 3500. Wieder verwendeten wir unsere Taktik, sie ritten nun keinen Frontalangriff mehr. Sie schossen auf unsere hinteren Reihen, bis wir unseren Schildwall aufbrachen und ihnen, da sie nun wieder zurück ritten, unsere Lanzen hinterher schleuderten. Akam der Weise durchbohrte mit seiner Lanze 4 Reiter und die Pferde stürzten samt ihren Reitern zu Boden.
    Nach diesem vierten Ansturm zählten wir noch knapp 800 Köpfe, sie noch 3200.
    Als letztes wollten sie wieder einen Frontalangriff wagen, da wir nun keine Lanzen mehr hatten. Sie alle sammelten Lanzen von den durchbohrten Reitern auf. Bald waren sie alle mit Lanzen ausgestattet und ritten auf unsere Formation zu.
    Doch dieses Mal befahl Akam der Weise etwas Fremdartiges für uns:
    Vorläufige Flucht.
    Wir rannten den Hügel auf der anderen Seite hinab, bis wir in einer Kuhle zum Stehen kamen.
    Akam gab eine Parole aus:
    Opfert euch für die Freiheit eurer Frauen und Kinder, zieht so viele Reiter wie möglich mit in den Tod.
    Es war ein ruhmreicher Befehl, den wir nun ausführen sollten. Denn die Reiter hatten, aus Hochmut und Überlegenheit heraus, die Lanzen abgelegt. Sie wollten uns im fairen Kampf Mann gegen Mann besiegen.
    Und so sollten sie es auch haben.
    Sie ritten an. Wir verteilten uns, wir nahmen keine Formation mehr ein.
    Manche verletzten sich selber, um sich in einen Blutrausch zu bringen. Sie griffen jeden einzeln auf. 4 pro Mann von uns.
    Es war ein glorreicher Kampf. Wenn es etwas ruhmreicheres für einen Aram gibt, als im Kampf gegen eine Übermacht zu sterben und diese Übermacht teilweise noch zu zerfetzen und mit in die Unterwelt zu nehmen.
    Am Ende des Kampfes nahmen sie 13 Aram gefangen.
    Akam der Weise, er starb 187 Jahre später in einem Straßenkampf gegen 20 Ordnungshüter.
    Al’at der Starke, er starb 13 Jahre später in Gefangenschaft an Hunger.
    Af’hat der Kluge, Schicksal ungewiss.
    Ai’al der Mächtige, er starb 343 Jahre später durch Misshandlung und Auspeitschen.
    At’at der Große, er starb 15 Jahre später in Gefangenschaft an Misshandlung.
    Aram der Unbesiegbare, Schicksal ungewiss.
    Aram der Kleine, Schicksal ungewiss.
    Aras der Mächtige, Schicksal ungewiss.
    Ai’al der Weise, er starb ein Jahr später in Gefangenschaft durch Auspeitschen.
    Akam der Unbesiegbare, Schicksal ungewiss.
    Aras der Kleine, er starb 14 Jahre später an Misshandlung.
    Aras der Kluge, er starb 343 Jahre später durch Misshandlung und Auspeitschen.
    Aras der Brutale, er starb zwei Jahre später in Gefangenschaft an Hunger, Misshandlung, Auspeitschen, den Nachwirkungen einer bewaffneten Auseinandersetzung und den Nachwirkungen eines Giftpfeils aus der großen Schlacht."

    Betroffen schwieg Akam. Er hatte erstens nicht gedacht, das er Namensvetter im Volk der Aram gehabt hätte, zweitens hätte er nicht gedacht, das Lehrer solch große Lügner sein könnten und drittens musste er erst mit dem Gehörten fertig werden.
    Langsam wurde ihm bewusst, wie das wehmütige Gesicht, die Aufzählung am Ende der Geschichte und die Namen zusammen passten.
    „Bist du dieser Aras der Mächtige? Der, dessen Schicksal ungewiss war, ganz am Ende der Geschichte?“, fragte Akam zaghaft.
    Überrascht blickte Aras Akam an.
    Er wollte grade antworten, als Pferdehufe zu hören waren.
    Direkt danach bogen 10 Ordnungshüter in die Straße ein. Vorne weg ritt ein Ausrufer.
    „Platz da! Macht Platz! Platz für Remal!“, schrie er immer, obwohl die Straße so gut wie leer war. Durch sein Geschrei füllte sie sich langsam an.
    Zufrieden betrachtete das der Aufrufer.
    Danach zog er eine Rolle hervor, die, durch Magie geschützt, nicht nass, trotz des Regens, wurde, und entrollte sie ganz langsam. Danach hob er mit lauter Stimme an:

    „Seine Majestät, König Ream von Remal, lässt verläuten, dass ein Kopfgeld auf eine Verbrecherorganisation ausgesetzt ist! 1.000 Goldstücke winken dem, der Seiner Majestät den Kopf, den Schild und die Schwerter eines Mitgliedes des Raubritterordens „Orden des Kampfes“ bringen kann! 10.000 Goldstücke belohnen denjenigen, der das Haupt des Oberhauptes dieses Ordens dem König bringen kann! Hier auch eine Zeichnung des Schildes und der Schwerter zu sehen!“

    Danach stieg er theatralisch vom Pferd, ging gemessenen Schrittes durch die Bürger, die für ihn eine Gasse bildeten, und blieb an einem Holzpfosten am Rathaus des Dorfes stehen. Langsam hämmerte er den Steckbrief an, ging langsam wieder zurück zum Pferd, blieb ganz kurz stirnrunzelnd stehen, als er Aras erblickte, ging danach, etwas wankend, weiter zum Pferd, kletterte unbeholfen auf den Rücken dessen und ritt danach, samt den Ordnungshütern zum nächsten Dorf und kramte schon einmal eine Rolle hervor. Allerdings wirkten seine Bewegungen fahrig und er schaute sich oft nach Aras um.



    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 30.08.2007, 16:03


    ooc/ es wäre schön wenn jmd mir feedback geben könnte/ooc



    Re: Das verlorene Volk

    Taifun - 30.08.2007, 19:43


    Wie du willst, aber nicht haun ^^ (Auch wenns dazu wohl keinen Grund geben wird *g*)

    Gefällt mir großartig deine Geschichte! So sehr, das ich selber wieder zu schreiben angefangen habe *g*
    Sie ist sehr spannend und ich will undbeding mehr lesen.

    mfg Taifun

    P.S: Ich bin froh, das mal wieder Leben hier herein kommt ^^



    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 30.08.2007, 20:49


    thx
    nächster teil kommt bald



    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 30.08.2007, 21:09


    Schnell schob Aras Akam durch die Menge in Richtung Westeingang des Dorfes.
    Ein paar angerempelte Bauern beschwerten sich, als Akam an ihnen vorbei geschoben wurde, wurden aber blitzschnell still und drückten sich zur Seite, als sie Aras sahen.

    „Wieso wird dein Orden gesucht?“, fragte Akam Aras.
    Aras zuckte nur die Schultern. Allerdings sah es nicht sonderlich überzeugend aus.
    „Wieso wird dein Orden gesucht?“, fragte Akam wieder, nun nachdrücklicher und so langsam, als ob er mit einem zurückgebliebenem Kind zu tun hätte.
    Wieder zuckte Aras nur die Schultern.
    Akam brummte etwas, was seinen Unmut ausdrücken sollte, allerdings so klang, als ob er stock betrunken wäre und über 30 Jahre schon in einer Kneipe gesessen hätte, und marschierte einfach weiter neben dem schweigsamen Aram her.
    „Was hat dein gold-roter Schild zu bedeuten?“, fragte Akam.
    Aras antwortete nicht, sondern lief stur grade aus.
    „Hm…“
    „Wieso trägst du zwei Schwerter?“
    „Hm…“
    „Was-“
    „Weißt du, Kleiner, deine Fragerei kann ziemlich nerven. Ich bitte dich, einfach mal ein bisschen leiser zu sein, selbst wenn es nur für 10 Minuten ist! Verstanden?“, gab Aras entnervt von sich zu hören.
    Nun brummte Akam etwas, das nicht so klang, als wäre er damit einverstanden.
    Aber er blieb still und gab sich Mühe, mit Aras auf gleicher Höhe zu bleiben, was bei dem verschärften Schritttempo von Aras allerdings etwas schwer ausfiel.

    Etwas später kam eine Stadt in Sicht.
    „Kennst du dich in der Stadt aus?“, fragte Aras den Jungen.
    „Nein, ich-“
    „Gut, dann machen wir einen Bogen darum!“, entschied Aras und folgte einem kleinen Pfad in das Dickicht links neben dem Wald.
    Akam verfiel in einen leichten Trab, um noch aufschließen zu können.
    „Hier rum geht es aber länger! Die Stadt liegt an einem Fluss und biegt sich so, das wir dann einen großen Umweg laufen müssen!“, rief Akam Aras hinterher.
    „Das weiß ich sehr gut selber. Nur werden wir nicht die Richtung einschlagen, die du wahrscheinlich bedacht hattest!“, meinte dieser, als Akam zu ihm aufgeschlossen hatte.
    „Ich dachte, du kennst dich hier nicht aus?“, fragte Akam.
    „Ich habe gefragt, ob du die Stadt kennst. Das heißt nicht, dass ich mich hier nicht auskenne!“, antwortete Aras entnervt, da der Junge ihn schon wieder nervte.
    „Brauchen wir nicht Proviant?“
    „Ja. Aber hier in der Nähe gibt es auch ein Dorf, in dem wir Proviant bekommen!“, entgegnete Aras.
    „Aber wieso hast du mich dann überhaupt gefragt, ob ich die Stadt kenne?“
    „Könntest du einfach still sein?!“, brüllte Aras den Jungen an.
    „Ich-“, wollte der Junge erwidern, als Aras ihm einfach ein Stück Brot in den aufgeklappten Mund stopfte.
    „Und jetzt sei still!“
    Bald war der Pfad im Dickicht nicht mehr zu sehen, doch Aras lief einfach stur gradeaus.
    Akam aß währenddessen das Brot.
    „Wann-“
    „Habe ich dir nicht gesagt, du sollst still sein?!“
    „Ja, aber-“
    Entnervt beschleunigte Aras das Tempo und so kam der Junge kaum noch mit.
    „Warte! Ich komm nicht mit!“, beschwerte sich Akam.
    „Dann ist das deine erste Übung: Kondition! Wenn du den ganzen Tag bei diesem Tempo durchhältst, bekommst du deine erste Waffe von mir!“
    Erstaunt klappte Akam den Mund auf. Sofort bemühte er sich, mit Aras mitzuhalten.
    „Wieso hast du dich entschieden, so auf den Brief zu antworten und nicht anders?“, war es nun Aras, der fragte.
    „Weil…“, begann Akam, wurde aber unterbrochen. Denn was auch immer er sagen wollte, kam nur noch unverständliches Gebrabbel aus seinem Mundwerk. Denn er hatte nun ein Dorf entdeckt. Ein Dorf der Aram!
    Noch nie hatte er so viele Aram auf einmal gesehen. Es waren alleine fünf dutzend Wächter und Jäger außerhalb der Holzpalisade. Man sah ein Dach eines alten Tempels über die Holzpalisade schauen. Weitere Dächer kamen zum Vorschein: schwarz, rot, einmal dunkelblau.
    Eine kleine Stadt der Aram lag hier mitten im Wald.
    Aras bemerkte Akams Erstaunen.
    Lächelnd sagte er:
    „Willkommen in Re’alkam!“



    Re: Das verlorene Volk

    Taifun - 05.09.2007, 15:31


    Wo bleibt Lesestoff? Will mehr lesen ^^



    Re: Das verlorene Volk

    Loaerderonix - 07.09.2007, 17:39


    Kapitel 2 – Re’alkam

    Staunend betrachtete Akam das Dorf. Die angespitzten Holzstämme waren in den Boden gerammt, alle 50 Schritte waren 10 Schritte hohe Wachtürme errichtet.
    „Das…Das ist ein Dorf?“, fragte Akam noch immer staunend.
    „Ja, und sogar eins der kleinsten. Auch wenn es nur ein halbes Dutzend Dörfer gibt! Das größte ist, so weit ich weiß, fast so groß wie die Hauptstadt der Bleich- deines Volkes!“, berichtete Aras stolz.
    „Aber ist es nicht ein riesiger Aufwand, diese ganzen Aram zu versorgen?“
    „Natürlich!“
    „Aber erregt das nicht auch viel Aufsehen?“
    „Nein. Dein Volk ist blind für den Wald, weil sie denken, Waldgeister hausen dort“, meinte Aras lachend.
    „Nur weil sie immer zu nah an den Dörfern waren, kam ein Aram von hinten und hat den wagemutigen Abenteuerer erschlagen!“
    „Aber seid ihr nicht eher aufrichtige Krieger?“
    „Aber ja!“, erwiderte Aras gekränkt.
    „Aber wieso kommen die Aram dann von hinten?“
    „Würdest du nicht auch alles Menschenmögliche machen, um dein Dorf zu retten? Na also!“, setzte Aras hinzu, als er Akam zaghaft nicken sah. Auch wenn es sein konnte, dass der Wind den Kopf des Jungen runter gedrückt hatte.
    Aras lief weiter auf das Dorf zu, Akam folgte ihm langsamer, als es nötig gewesen wäre um den riesigen Krieger einzuholen.
    Schon bald gewann Akam mehr Mut: Er würde sicherlich noch auf einige Dörfer der Aram treffen.
    Also trabte er leicht, um Aras einzuholen.
    Der erste Aram bemerkte die beiden. Sein Blick wanderte von Aras, er schien nicht sonderlich erstaunt Aras hier zu sehen, zu Akam. Augenblicklich verengten sich seine Augen zu Schlitzen, allerdings zog er weder seine Waffe noch rief er irgendetwas.
    Bald hatten Aras und Akam die erste Reihe von Wächtern erreicht, einer der Wächter sprach ein paar Wörter mit Aras und blickte immer wieder zu Akam hin.
    Irgendwann nickte der Wächter und Aras und Akam gelangten ohne weiteren Zwischenfall durch die Reihen der Wächter bis zum Tor.
    Bald waren sie am Tor, festgebundene Holzstämme, die mittels brutaler Kraft aufgezogen werden konnten.
    Hinter dem Tor stand ein einziges. Riesiges Haus, das fast so groß wie die Palisade war. Dahinter war ein großer Tempel, eine architektonische Meisterleistung, zu sehen, auch wenn man nur das obere Drittel sah, ragte er dennoch schon weit auf. Und der Tempel stand im Tal.
    Hinter dem Haus sah man noch mehrere Dächer: Dunkelblau, rot, schwarz. Von einem Haus sah man noch den zweiten Stock.
    Mehrere Aram sahen Akam misstrauisch an, die Hände von manchen wanderten zu ihren Waffen. Bis das seltsame Paar auf einen besonders großen Aram traf: Aram der Unbesiegbare, ältester, noch lebender Aram, Teilnehmer an der Großen Schlacht.
    Man sah ihm an, dass er als unbesiegbar galt.
    Oder sogar war.
    Ein fast zweieinhalb Meter großer Hüne ragte vor Aras und Akam auf. Er trug auf seinem Rücken einen riesigen Turmschild, an den Hüften baumelten zwei Breitschwerter. Ein Kurzschwert, das bei dem Unbesiegbaren aussah wie ein kleiner Dolch, war auf dem Rücken festgebunden.
    Die gleiche Schlachtrüstung wie Aras trug Aram, allerdings war sie bei ihm sehr viel feiner gearbeitet, mit filigranem Gold verziert, Halbedelsteine und Diamanten waren in verschiedene Scharniere eingearbeitet, mehrere Diamantklingen waren an der Rüstung befestigt.
    Aram wechselte einige zornige Worte mit Aras in einer fremden Sprache. Sie klang alt, melodisch und passte überhaupt nicht zu den ungeschlachteten Körpern der Aram, noch zu dem riesigen Unbesiegbaren.
    Aras sprach ruhig und langsam.
    „Ealam karas rehai leas!“, wiederholte er die ganze Zeit, als ob der Satz „Er tut dir schon nichts!“ heißen würde. Aram erwiderte einmal, als sogar andere Aram zu ihnen hin schauten: „Trea gehea jelou pi seas! Relam ge heel!“ Bei den Worten Relam ge heel zeigte er eindeutig auf Akam.
    Schließlich verfielen die beiden in die allgemein verständliche Sprache.
    „So haben wir nicht gewettet! Er wird noch Übel über uns alle bringen! Er ist ein Remal, Bruder!“, brüllte Aram jetzt schon fast.
    Beim Wort Bruder horchte Akam automatisch auf.
    Aras hatte Brüder?
    „Du wirst ihn genauso akzeptieren wie alle anderen! Der Herr will ihn für seine Schule, wie oft soll ich es noch wiederholen?!“, antwortete Aras jetzt schon sichtlich gereizt. Seine Hand lag auf dem Schwertgriff.
    Murrend gab Aram auf.
    Mehrere Aram kamen und transportierten ihn weg, beruhigend auf ihn redend.
    „Du hast Brüder?“, fragte Akam Aras. Aras allerdings kam um seine Stellungsnahme herum: Im selben Moment kam das Dorfoberhaupt und brachte Aras und Akam in zwei verschiedene Zimmer in dem Haus.

    ooc/ hatte in letzter zeit wenig zeit zum schreiben. Nächster teil könnte auch noch bisschen auf sich warten lassen, hängt von der Schule ab/ooc



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