Essay

Maya und Domenico
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    Re: Essay

    jesusfreak - 06.06.2011, 18:58

    Essay
    Ich suche Leute, die mir ehrliche Kritik geben. Im jetzigen Falle zu einem Essay, den ich bei einer Deutsch-Schularbeit geschrieben habe. Wenn jemand ihn lesen möchte und bereit ist, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen (kann auch nur kurz sein), dann bitte melden. Ich würde den Text anschließend reinstellen.

    Liebste Grüße!! =)



    Re: Essay

    Luthien - 06.06.2011, 19:22


    Ich bin Beta-Leser (jaja ich weiss, das niemand weiss, was das heisst^^) und meine Freizeit besteht aus Texte-Lesen^^
    Also her damit!
    Aber ich brauch immer eine Zeit lang, weil ich mich wirklich damit auseinandersetzte und dann meistens noch anfange zu interpretieren, kommentieren, kritisieren...du weisst schon^^
    Könnte also schon eine Weile dauern...



    Re: Essay

    jesusfreak - 06.06.2011, 19:24


    super, lass dir zeit, ausführliche kritik ist erwünscht. hier mein text.



    Familie ist das Wichtigste – nur der Schein steht über ihr

    Sonntagsputz im Familienhaushalt. Kindergesichter auf Hochglanz poliert, widerspenstige Haare zu ordentlichen Zöpfe geflochten, vernarbte Arbeitshände in Handschuhen versteckt. Ein durchaus perfektes Bild einer netten Familie vor der Jahrtausendwende; Details missachten obligat.
    Doch auch in unserer modernen Zeit des dritten Jahrtausends werden die Familie und das Leben, das sich hinter ihr verbirgt, gerne in sonntäglicher Perfektion der breiten Öffentlichkeit präsentiert – auch an Wochentagen. Makellosigkeit und scheinheilige Harmonie stehen über allem, da kann selbst ein wenig überzeugendes „Man darf auch Fehler machen“ nichts dagegen ausrichten.
    Jugendliche sind daran gewöhnt, in ihrer Lebensweise bemängelt zu werden, in den seltensten Fällen gilt dies aber für ihre eigenen Eltern. Anstatt sich mit dem Trainingsanzug des Vertrauens zu kleiden, ersticken sie lieber im Korsett der Lieblichkeit, wenn es darum geht, Eindruck zu schinden. Schließlich kann doch kein Kind als ausgeräuchertes Bierfass bezeichnet werden, solange es in der Kirchenbank, eingezwängt zwischen den fürsorglichen Eltern, gerade sitzen kann. Und während der Predigt die Augen zu schließen, möge doch wohl noch erlaubt sein, das fördere nämlich die nichtexistente Konzentration.
    Bei einem unbemerkten Seitenblick auf die Eltern sei angemerkt, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihren Schützlingen ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen; Nicht nur Red Bull verleiht Flügel, LSD funktioniert auch.
    Der einzige Bereich, dem man eventuell die eine oder andere minimale Schwierigkeit in der Eltern-Kind-Beziehung einräumen könnte, ist die Kommunikation. Jugendliche benötigen ihre eigene Sprache, um sich ausdrücken zu können, und auch für Kinder kann dies sehr hilfreich sein. Wenn Eltern manch unverständlich genuschelte Worte ihrer Kinder unabsichtlich überhören, so ist darin nicht das geringste Problem zu sehen. Ein G-neila stärkt gewiss die Arbeitsmoral und die Bezeichnung „Fruttn“ kann doch gar nicht anders, als das Selbstbewusstsein zu fördern.
    Wie gut die familieninterne Kommunikation funktioniert, darüber berichten Kinder sogar mit Begeisterung in diversen Internetforen. Nicht nur das, sie verknüpfen ihre Berichterstattung mit dem Gebrauch der englischen Sprache und schon ist eine weitere Gruppe im legendären Buch der Gesichter eingetragen: „‘Did you get home safe?‘ – ‘No Mum, I got murdered.‘“
    Nein, wie niedlich, diese Fantasie ist ja beinahe kreativ!
    Bestimmt dienen das Probeliegen im Straßengraben nach einer langen Nacht und das fruchtbare Übernachten in vielen bunten Betten zur Inspiration der Kreativität. Einer alten Römerweisheit zufolge belebt das Trinken von Mineralwasser ja die Sinne.
    Doch zurück zum Zentrum des intensiven Familienlebens, nämlich dem im eigenen Haus. Dafür ist eine intakte Nachbarschaftsbeziehung durchaus erforderlich, somit bringen Schreiduelle in den eigenen vier dünnen Wänden nicht nur die innerste Verzweiflung zum Ausdruck, sondern bergen auch noch sozilogische Vorteile in sich.
    Wer nun als Elternteil noch immer Zweifel hegt, ob die Beziehung zu den Kindern auch wirklich gut genug funktioniert, der kann ein bedeutungsschweres Zeichen setzen und sich die Namen seiner Kinder in den Nacken tätowieren lassen. Somit sind Eltern und Kinder stets miteinander in Verbindung, ohne die Gegenwart derselbigen ertragen zu müssen. Und außerdem: Übel kann sowieso nur durch Übel vertrieben werden.
    Abschließend ließe sich das moderne Familienleben unter ein von Peter Alexander stammendes Motto stellen: „Gaudeamus igitur, doch von Gaudi keine Spur!“
    Aber halt, steckt da nicht ein klitzekleiner Funken Ehrlichkeit dahinter?
    Also doch lieber: „Friede, Freude, Eierkuchen“.
    Geht doch.



    Re: Essay

    ..bina.. - 06.06.2011, 21:23


    also ich find den Text gut, an ein paar Stellen ist er aber ein bisschen unskuturiert (verzeih mir diesen rechtschreibfehler, ich hab keine ahnung wie sich das schreibt), sodass man erst überlegen muss um den Text zu verstehen. Warscheinlich wird dein Lehrer Frutte erstmal googeln müssen, ich geb zu musste ich auch :D Aber insgesamt finde ich den Text sehr gut, mir einem klarem Ergebnis intressantem Inhalt und guter Formulierung.. ich würde dir mindestens ne zwei geben. (in deutschen noten)

    ich hoff ich hab nicht allzu großen müll geschrieben :oops:



    Re: Essay

    jesusfreak - 08.06.2011, 19:35


    dankeschön für deine antwort!

    ja, "fruttn" ist eine wortkreation eines österreichers, genauso wie "g-neila", also man muss das nicht kennen, weil der von dem es stammt in meinen augen echt beschränkt ist.
    sagt euch deutschen oder schweizern der name lukas plöchl was?

    danke nochmal für deine sehr ehrliche kritik =)



    Re: Essay

    Luthien - 08.06.2011, 20:35


    Okay, ich habs geschafft^^
    Also mal ganz zu Anfang:
    Sprachlich/Stilistisch ist der Text grosse Klasse! Super gute Wortwahl, hervorragender Satzbau!
    Wirklich! Da war ich erst mal Baff! :)
    Auch gefällt mir der Inhalt des Textes, die Idee und vor allem der Titel „Familie ist das Wichtigste – nur der Schein steht über ihr“, der ja auch schon zum Nachdenken anregt.

    Irgendwie ist aber die „Grundaussage“ nicht klar rübergekommen.

    Der Anfang ist toll.
    Es beginnt in der Vergangenheit, in einer Zeit, wo man sich Sonntags tatsächlich noch herausgeputzt hat.
    Dann dieser tolle Übergang in die Neuzeit, wo man sich krampfhaft darum bemüht jeden Tag der Woche dieses „Sonntags-Bild“ abzugeben.

    Plötzlich kommt dieser ein wenig zu abrupte Wechsel zu den Jugendlichen, der dann doch noch gut wieder in die familiären Beziehungen angeknüpft wird.

    Der darauf folgende Satz „Bei einem unbemerkten Seitenblick auf die Eltern sei angemerkt, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihren Schützlingen ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen; Nicht nur Red Bull verleiht Flügel, LSD funktioniert auch.“ ist ziemlich paradox.
    Es ist die Rede von elterlicher Fürsorge und dann kommt LSD ins Spiel. Vor allem das >LSD funktioniert auch< ist ziemlich widersprüchlich. Und es klingt auch nicht beabsichtigt ironisch.


    „Nicht nur das, sie verknüpfen ihre Berichterstattung mit dem Gebrauch der englischen Sprache und schon ist eine weitere Gruppe im legendären Buch der Gesichter eingetragen: „‘Did you get home safe?‘ – ‘No Mum, I got murdered.‘“
    Nein, wie niedlich, diese Fantasie ist ja beinahe kreativ!“
    Was genau die Englische Sprache (oder der Gebrauch der englischen Sprache von den Jugendlichen) mit Familie zu tun haben soll, ist mir nicht besonders klar.
    Zwar ist da eine Brücke (Kommunikations-Probleme mit den Eltern) aber die ist ein wenig dürftig und so ist dieser Punkt eigentlich überflüssig, wenn man sich wirklich auf den Titel beziehen will.

    „Bestimmt dienen das Probeliegen im Straßengraben nach einer langen Nacht und das fruchtbare Übernachten in vielen bunten Betten zur Inspiration der Kreativität. Einer alten Römerweisheit zufolge belebt das Trinken von Mineralwasser ja die Sinne.“
    Tolle Vergleiche, tolle Beschreibung.
    Was man mit dem „Probeliegen im Strassengraben“ gemeint ist, ist klar, sowie auch das „fruchtbare Übernachten in vielen bunten Betten“
    Total zynisch, aber es passt gut zur restlichen Ironischen Schreibweise, auch wenn es meiner Meinung nach ruhig hätte klarer sein können. Den Nagel mehr auf den Kopf treffen, sozusagen^^
    Weil mancher muss sich da erst zusammenreimen, was dies und das bedeuten könnte und so kommt der Sinn (wie oben erwähnt) nicht so klar und deutlich rüber.
    Ich denke, das ist aber auch Geschmacksache.
    Die Römerweisheit danach, macht mich ratlos.
    Wie passt die da ins Konzept?
    Vor allem das „ja“ hat mich masslos verwirrt. Kannst du mich da aufklären?

    „Dafür ist eine intakte Nachbarschaftsbeziehung durchaus erforderlich, somit bringen Schreiduelle in den eigenen vier dünnen Wänden nicht nur die innerste Verzweiflung zum Ausdruck, sondern bergen auch noch sozilogische Vorteile in sich.“
    Auch hier finde ich die Grundaussage zwar super, aber es ist zu versteckt.
    Zynisch, Ironisch, Witzig, aber irgendwie noch so...leer.

    “Wer nun als Elternteil noch immer Zweifel hegt, ob die Beziehung zu den Kindern auch wirklich gut genug funktioniert, der kann ein bedeutungsschweres Zeichen setzen und sich die Namen seiner Kinder in den Nacken tätowieren lassen. Somit sind Eltern und Kinder stets miteinander in Verbindung, ohne die Gegenwart derselbigen ertragen zu müssen.“
    Ein super Part!
    Er ist klarer, als die anderen beiden, trifft den Nagel auf den Kopf.

    Der Schluss gefällt mir sehr gut.
    Das „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist passend uns gut für ein Ende.

    So...ich hoffe das war ne ehrliche und konstruktive Rückmeldung.
    Im Grossen und Ganzen hat mir der Text sehr gut gefallen.
    Stilistisch, wie auch Inhaltlisch.



    Re: Essay

    jesusfreak - 23.06.2011, 17:31


    danke für diese ausführliche Kritik!! Ehrlich, das ist super.

    Kurz zur Aufklärung wegen der Römerweisheit: "Römerquelle" ist eine Marke für Mineralwasser bei uns in Österreich. Der Werbespruch ist "Belebt die Sinne" und kürzlich hatten sie eine ziemlich perverse Werbung. Also hab ich das alles zusammen verknüpft: Den Alkoholkonsum, irrwitzige Werbekampagnen und allgegenwärtige Lügen.
    Ich hoff, du hast meine Erklärung jetzt verstanden, sonst frag einfach nochmal nach ;)

    Bei dem Part mit den Eltern, Red Bull und LSD: Ich wollte ansprechen, dass viele Eltern vorgeben, sich so gut als nur möglich um ihre Kinder zu kümmern und viele genau das tun, bzw ihre Kinder mit der Fürsorglichkeit erdrücken. In beiden Fällen ist das für die Kinder keineswegs unbeschwert, also greifen sie zu bestimmten Mitteln, wie eben Red Bull, um dem zu entfliehen. Häufig bleibt es aber nicht bei solchen harmlosen Mitteln, sondern es kommen auch Drogen ins Spiel. Ich wollte das bewusst "normal" klingen lassen, um das Absurde darzustellen.

    Noch kurz zu dem Problem mit Kommunikation und Englisch: ich wollte wiederum aufzeigen, dass der Eindruck einer intakten Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ein falscher ist. Aber ich verstehe gut, warum das nicht so klar angekommen ist... =)

    danke nochmal, ich finde es sehr freundlich, dass du dir zeit genommen hast, meinen Text so genau zu studieren.

    jetzt hätte ich noch eine frage: was ist ein Beta-Leser (du hast recht, ich weiß es nicht ;)) ?



    Re: Essay

    Luthien - 23.06.2011, 21:42


    Gern geschehen^^
    Freut mich jedes Mal, wenn ich jemanden helfen konnte :)

    Aha! Danke für die Erklärungen, jetzt seh ich das klarer.
    Ich denke, das ist auch von Person zu Person verschieden.
    Jemand anders hätte es wahrscheinlich auf Anhieb verstanden ;)

    Ein Beta-Leser (der Name sagt eigentlich schon recht viel), liesst Texte (hauptsächlich von Fanfiktion-Schreibern) und gibt seinen Senf dazu.^^
    Er korrigiert, kritisiert den Text und setzt sich wirklich damit auseinander, bis er gut genug ist On gestellt zu werden. Tja und das mach ich eben als Hobby (neben dem Schreiben^^)



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