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Re: Der Sterbeprozess und seine Phasen
lichtbruecke - 10.08.2007, 10:08Der Sterbeprozess und seine Phasen
Hallo, ihr Lieben
Der Sterbeprozess und seine Phasen
Sterben ist nicht ein einziger Schritt, sondern ein langer Weg mit vielen Stationen. Das Wissen darum ist bei der Begleitung Sterbender hilfreich.
1. Verdrängung, Abweisung, Rückzug
Der Sterbende ahnt etwas vom bevorstehenden Tod, aber er verdrängt diesen Gedanken immer wieder.
Dies kann dazu führen, dass er ungewohnte Aktivitäten entwickelt, so z. B. Reisen plant, oder aber dass er sich innerlich zurückzieht, höchstens noch die Familie an sich heran lässt.
2. Ärger, Protest, Misstrauen
Protest, Ärger, Hader mit „Gott und der Welt“ führen zu der Frage: „Warum gerade ich?“
Wut und Zorn entladen sich gegen sich selbst und die Umwelt. Misstrauen entsteht gegen die Ärzte und die Angehörigen, die mehr wissen als sie sagen. Man wehrt sich gegen seine Krankheit, will sie nicht annehmen.
3. Handeln um das Leben
Der Todkranke kann sein Schicksal immer noch nicht annehmen. Er handelt mit den Ärzten, selbst mit Gott um sein Leben, möchte das Schicksal abwenden. Dahinter verbirgt sich jedoch tiefe Not.
In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dem Sterbenden beizustehen, ihm aus der Phase des „Nicht-wahr-haben-Wollens“ herauszuhelfen.
4. Depression und Widerstandslosigkeit
Der Sterbende gibt sich selbst auf, er hat keine Lebenskraft und keinen Lebensmut mehr:
Das Leben ist vorbei.
Der Todkranke zieht sich zurück, er will nur mehr einige wenige Menschen um sich haben.
Für die Angehörigen ist dieses abwehrende Verhalten oft unerträglich, doch gerade jetzt müssen sie dem Sterbenden nahe bleiben.
5. Annahme des Sterbens, Ergebenheit, Ruhe
Der Sterbende akzeptiert nun den Tod. Der eine ergibt sich erschöpft in sein Schicksal, der andere geht bewusst den letzten Schritt. Es entsteht eine innere Gelassenheit, wodurch das Leben langsam losgelassen werden kann.
Zu beachten ist folgendes:
Nicht bei jedem Menschen vollziehen sich diese Sterbephasen gleich. Manche überspringen eine oder mehrere Phasen, andere wiederum bleiben in einer hängen. Gerade dann ist es wichtig, dies zu erkennen und dem Sterbenden weiterzuhelfen.
Man muss die Sterbephasen kennen, um das Verhalten des Todkranken besser verstehen zu können und besser darauf reagieren zu können.
Denn sonst entstehen mitunter auch bei den Angehörigen Zorn und Unverständnis.
Bitten eines Sterbenden an seinen Begleiter:
• Lass mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.
• Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung
heimsuchen und hilf mir hindurch zu gelangen.
• Denke nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot sei.
• Ich höre alles, was du sagst, auch wenn ich meine Augen geschlossen halte.
• Sage jetzt nicht irgendetwas, sondern das Richtige. Sage mir nicht, dass du ohne mich nicht weiterleben kannst, sondern sage mir, dass du das Leben auch ohne mich meistern wirst. Das macht mich frei, denn ich kann nicht bei dir bleiben. So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
• Ich höre, obwohl ich schweigen muss und nun auch schweigen will.
Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen. Wische mir den Schweiß von der Stirn. Streiche meine Decke glatt. Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lasse sie sprechen.
• Dann wird das Wort zum Zeichen. Klage nicht an, es gibt keinen Grund. Sage Danke.
• Lass mein Sterben dein Gewinn sein. Nimm unsere gemeinsamen Erinnerungen als unser schönstes Vermächtnis. Lebe dein Leben fortan etwas bewusster. Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freudiger sein, als es je zuvor war, vor meiner letzten Stunde.
Wichtiges zum Beistand in der Sterbestunde:
• Nähe spürbar machen.
Bei-Stehen, vor allem den Sterbenden nicht alleine lassen, ihn spüren lassen, dass wir zu ihm stehen bis zum Tod.
Bei-Stand auch körperlich fühlen lassen, durch Halten der Hände, Streicheln, leichtes Berühren usw. Denn gerade der Sterbende hat großes Bedürfnis nach körperlicher Geborgenheit und Anteilnahme.
• Aktiv zuhören.
Hinhören, Einfühlen und Verstehen schafft Nähe. Solange der Sterbende noch sprechen kann, sollten wir ihn aussprechen lassen, auch seine Ängste und seinen Ärger. Vertrösten wir ihn nicht mit irgendwelchen Floskeln.
Achtung: die Hörfähigkeit des Sterbenden bleibt oft bis in die tiefe Bewusstlosigkeit erhalten. Dies ist wichtig zu wissen für unsere Gespräche am Sterbebett!
• Mit Achtung und Ehrfurcht handeln.
Die Persönlichkeit des Sterbenden muss akzeptiert werden. Seine Not und Hilflosigkeit gehört ihm. Wertschätzung und würdevoller Umgang leiten unser Handeln.
• Gefühle zulassen.
Eigene Gefühle und die des Sterbenden sind ernst zu nehmen.
• Die Umwelt des Sterbenden beachten.
Sie soll einbezogen werden in die Begleitung. Der Sterbende muss sich von ihr lösen können und seine Umwelt muss von ihm Abschied nehmen. Das Loslassen fällt den Angehörigen oft schwerer als dem Sterbenden. Auch sie brauchen Hilfe und Unterstützung.
• Verweilen.
Nach Eintritt des Todes ist es sinnvoll, noch eine geraume Zeit beim Verstorbenen zu bleiben. Zeit, um dem Verstorbenen unsere Nähe noch weiter spüren zu lassen. Zeit, um selbst als Angehöriger noch einmal in dankbarer Erinnerung an sein Leben zu verweilen.
(Quelle: http://www.trauer-fundgrube.de/Allgemein/Sterbebegleitung/sterbebegleitung.html)
Eine weiteren (zumindest für mich) interessanten Text habe ich hier gefunden:
http://www.lebensalltag.net/was_ist_der_tod.htm
:herzen:
Re: Der Sterbeprozess und seine Phasen
lichtbruecke - 10.08.2007, 10:16
Hallo
Ich habe einige dieser Seiten, welche die Sterbephasen beschreiben angesehen, doch auf meine Frage keine Antwort gefunden.
Wann beginnt der Sterbeprozess?
Bislang dachte ich immer, er beginnt (ich gehe jetzt mal von Krankheit aus) mit dem Erhalt der entsprechenden Diagnose bzw. mit der Aussage "Wir können nichts mehr für Sie tun." Aber offensichtlich gehen hier die Meinungen auseinander.
Frage an Profis: Wie ist das wirklich, kann man "pauschal" irgend etwas sagen, oder ist das bei jedem Menschen anders? Liege ich falsch mit meiner Annahme?
:herzen:
Re: Der Sterbeprozess und seine Phasen
Anonymous - 12.08.2007, 21:11...
Das "Sterben" beginnt mit dem Leben,denn mit dem Leben werden Zellen produziert und "sterben" auch wieder.
Gehen wir von unserer Seele Wissen aus,gibt es diesen "Sterbeprozess" nicht,denn sie ist nicht menschlich,nicht dual & nicht polar.
Auf der Erde gehört deswegen Leben & Sterben zusammen,sprich,das Eine geht ohne das Andere nicht.
Sowie eine neue Zelle entstanden ist,so stirbt eine Andere,um der nächsten Platz zu machen.
Vom medizinischen Standpunkt aus,redet man vom Sterben,wenn keine Hoffnung mehr besteht bzw. wenn alle Ressourcen ausgeschöpft und doch nichts geholfen hat;dann kann man nur noch Eines tun-den Dingen ihren Lauf lassen und ggf. medikamentös erleichternd eingreifen.
Im Sprachgebrauch stirbt der Mensch,wenn er in den letzten Atemzügen liegt,dabei hat aber sein Sterben schon begonnen,als er aufgab...(s. Pflegefälle,die nur noch liegen können,total holfsbedürftig sind,nicht mehr essen und trinken wollen u.v.m......)
Also,Leben ist auch gleichzeitig Sterben,DAS ist aber nur Meine Ansicht.
liebevolle Grüsse sevgi
Re: Der Sterbeprozess und seine Phasen
lichtbruecke - 13.08.2007, 08:36
Hallo sevgi
Zitat: Vom medizinischen Standpunkt aus,redet man vom Sterben,wenn keine Hoffnung mehr besteht bzw. wenn alle Ressourcen ausgeschöpft und doch nichts geholfen hat;dann kann man nur noch Eines tun-den Dingen ihren Lauf lassen und ggf. medikamentös erleichternd eingreifen.
Ja genau, die medizinische Seite meinte ich. Hätte ich dazuschreiben sollen, sorry :oops:
Zitat: Im Sprachgebrauch stirbt der Mensch,wenn er in den letzten Atemzügen liegt,dabei hat aber sein Sterben schon begonnen,als er aufgab...(s. Pflegefälle,die nur noch liegen können,total holfsbedürftig sind,nicht mehr essen und trinken wollen u.v.m......)
Hm, ja..... daran hab ich gar nicht gedacht, dass es auch solche "Fälle" gibt. Danke für den Anstupser :)
Ansonsten - ganz allgemein betrachtet - sehe ich es genauso. Leben ist Sterben, und Sterben ist Leben.
Liebe Grüsse
:herzen:
Re: Der Sterbeprozess und seine Phasen
Anonymous - 13.08.2007, 11:59bitte schön,liebe Lichtbrücke
"wo keine Bewegung,da kein Leben...."
Diese Aussage klingt ziemlich hart,aber genauso oft treffe ich kranke Menschen an,die DAGEGEN angehen-alles in Bewegung halten möchten,auch wenn sie bettlägrig sind,nichts mehr selbst tun können und das finde ich wieder bewundernswert-die Kraft,die sie aufwenden um zu sagen:noch gebe ich nicht auf,noch bin ich und du(Tod) musst warten.
Ja,auch das erlebte ich.
Doch gilt dieser Satz auch für depressiv kranke Menschen,die sich nur "im Kreise drehen" und keinen Ausweg aus ihrer Lage erkennen,weil sie sich immer weiter in ihrem Leid verstricken.Ihre Aura ist grau/schwarz und je tiefer sie in diese negative Energie gehen,desto dunkler wird ihre Aura.
Sie da wieder raus zu holen,wird schwer und gelingt *manchmal*...
Ach,es gäbe soviele Punkte.die man hier erwähnen könnte...
Ich denke mal,so ganz einig wird man sich nie werden,wann ein Mensch "stirbt",doch dafür haben wir ja unseren Geist,um selbst zu entscheiden und zu erkennen,wann bei uns dieser Zeitpunkt gekommen ist.Und das Annehmen ist genauso schwer wie das Loslassen....
liebe Grüsse sevgi
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