Kurzgeschichte(Leben lassen)

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    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 11:03

    Kurzgeschichte(Leben lassen)
    Ich glaub,ich habs schonmal erwähnt...ich schreibe in meiner Freizeit ab und zu mal Kurzgeschichten und mich würde es interessieren, ob euch eine bestimmte(die heißt Leben lassen) davon gefällt.
    Jemand Interesse daran sie zu lesen?



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Daniela - 17.03.2005, 13:19

    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)
    littleMaggot hat folgendes geschrieben: Ich glaub,ich habs schonmal erwähnt...ich schreibe in meiner Freizeit ab und zu mal Kurzgeschichten und mich würde es interessieren, ob euch eine bestimmte(die heißt Leben lassen) davon gefällt.
    Jemand Interesse daran sie zu lesen?

    ja klar! Aber poste sie doch einfach. Dann kann ja auch jeder selber entscheiden ob er sie lesen will oder nicht ;)



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Grafted Disaster - 17.03.2005, 14:49


    seh ich genauso,denn wenn dudie erst jedem schickst,ists umständlich und díe meisten von uns sind ehe zu faul :P



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Rike - 17.03.2005, 15:59


    Jepp! Ich will auch mal lesen ^^ Also stell rein *sich schon freu*



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:34


    *ist ein bischen nervös*
    Gut...

    Leben lassen

    Kapitel 1

    Ich starrte an die Decke. Der Wecker zeigte 4.30 Uhr an. Ich schloss meine Augen wieder und versuchte den Schlaf zu bekommen, den ich in den letzten Monaten nicht bekommen hatte. Ich drehte mich auf die Seite, starrte auf die drei Becks-Flaschen, die schon seit zwei Tagen in der Ecke meines Zimmer lagen. Ich stöhnte leise auf und schloss wieder meine Augen, um die Kopfschmerzen wegzubekommen. Ich hatte es bis jetzt zwei Tage durchgehalten. Seit zwei Tagen hatte ich das Wort ‚Heroin‘ nicht mal in den Mund genommen. Aber schon jetzt wusste ich eigentlich, dass ich es eh nicht durchhalten würde. Das erste Mal hatte ich auf einem Konzert Heroin angeboten bekommen. Das war vor etwa einem Monat gewesen. Ich, damals 16 Jahre alt, unerfahren und naiv, hatte ‚ja‘ gesagt und zugegriffen. Von dem Tage an ging in meinem leben alles drunter und drüber. Ich gab mein gesamtes Geld für Drogen aus, verschlechterte mich in der Schule in jedem Fach um zwei Noten und kümmerte mich zuwenig um meine Freunde. Die dreijährige Beziehung mit meiner Freundin war vor einem halben Jahr wegen meinem Drogenproblemen zu Bruch gegangen.
    Das Zimmer wurde kurz erhellt, als draussen ein Autofahrer vorbeifuhr. Ich richtete mich auf, knipste das Licht an, sah auf den Wecker. 4.40 Uhr. Ich öffnete die oberste Schublade meines Nachttisches und wühlte mich durch kleine Zettelchen, Kondome und Müll, bis ich auf die Packung Schlaftabletten stieß. Ich hatte noch zwei Stück und nahm nun eine um wenigstens noch ein paar Stunden schlafen zu können. Ich machte das Licht wieder aus und legte mich auf die Seite, krümmte mich zusammen und schloss meine Augen. Etwa 10 Minuten später wirkte die Tablette



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:34


    Mein Wecker klingelte um Punkt 6 Uhr. „Scheiße“ flüsterte ich leise zu mir selbst und vergrub mein Gesicht in meinem Kopfkissen. Meine Hand tastete nach dem Wecker und stellte ihn aus. Auf dem Weg aus meinem Zimmer stolperte ich erstmal über über mein Skateboard und danach über meine Schuhe. Der Tag fing super an-wie immer. Nach dem abenteuerlichen Weg zum Badezimmer, musste ich dann feststellen, dass meine 14-Jährige Schwester sich dort aufhielt und die Tür verschlossen hatte. Meine Schwester, Janine, befand sich in dem Alter des Horrors. Das Alter der Pickel, der Beziehungsschwierigkeiten, des Schönheitswahns. Blondes langes Haar, enge Jeans mit Schlag und Hip-Hop waren bei ihren Freunden angesagt. Da musste sie mitmachen, sie hatte garkeine andere Wahl, denn sonst wäre ihre Freundinnen schneller weg, als sie gucken konnte. Ich tröstete mich also immer damit zu sagen: „Besser ich habe keine Freunde, als solche.“
    Ich ließ mich an der Wand hinuntergleiten, setzte mich hin und gähnte. Dann rief ich: „Janine!“
    „Moment!“ kam ihre schrille, genervte Stimme aus dem Badezimmer.
    Etwa 10 Minuten verließ Miss Ich-sehe-grauenhaft-aus-aber-meine-oberflächliche-Clique-will-das-so vor mir das Bad und ich konnte rein. „Leg das nächste Mal ein bischen weniger Make-Up auf“ murmelte ich leise und sie rief zurück: „Schneid dir die Haare, Brandon.“
    Das war so ziemlich die einzige Konversation, die ich mit meiner Schwester hatte. Diese zwei Sätze und das wars dann für den Tag.
    Ich stellte mich vor den Spiegel, gähnte schon wieder und schloss im Gegensatz zu meiner Schwester das Bad nicht ab. Meine Haare gingen etwa bis zu meinen Schultern und waren so verstrubbelt, das ich mich garnicht mal traute sie zu kämmen. Der Kampf des Kammes durch meine Haare wäre zu schmerzhaft. Also strich ich mir die Haare nur kurz aus dem Gesicht und blickte dann auf mein blasses Gesicht und meine geröteten Augenränder. „Du siehst so scheiße aus“ murmelte ich meinem Spiegelbild zu und suchte nach meiner Zahnbürste. Nach den etwa zwei minuten im Bad suchte ich mir ein paar Klamotten raus-eine khakifarbene Baggys und ein schwarzes Bandshirt von den Ramones. Ich griff nach meinen Chucks, wo ich gerade noch drüber gestolpert war und schnappte mir mein Skateboard. Dann ging ich die Treppe runter und stand meiner Familie gegenüber. Darf ich vorstellen. Da wäre einmal meine Mom und einmal meine Schwester. Und der Vater? Der war seit etwa 5 Jahren nicht mehr da, weil er sich dazu entschieden hatte, dass er diese Familie nicht ausstehen konnte. Ich griff mit meiner rechten Hand meinem Nacken. Dort hatte ich eine Narbe und sie stammte von niemand geringeren als meinem Vater persönlich. Nach einem harten Arbeitstag hatte er sich dazu entschieden mich mit all seiner Kraft einmal durch die halbe Küche zu schleudern. Das unfaire daran, war allerdings, dass ich gerade mal 10 gewesen war. Er dagegen war 40 gewesen. Wäre ich meine Mom gewesen, dann hätte ich mich um diese Zeit schon längst von meinem Vater getrennt. Aber meine Mom war eine Frau, die ihren Ehemann stets achtete, niemals etwas an ihm und seiner Art auszusetzen hatte und niemals auf den Gedanken gekommen wäre ihn anzuzeigen.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:35


    Mein Vater hatte meine Mutter geschlagen und sexuell missbraucht. Einmal, als ich acht Jahre alt gewesen war, hatte ich meine Mom gefragt, woher die Kratzer an ihrem Hals und das angeschwollene Auge kamen. Sie hatte irgendeine Ausrede gesucht. Ab dem Tage hatte ich dann meinen Mund gehalten und die Wunden ignoriert. Ich weiß noch wie ich mit 9 Jahren zitternd und heulend in meinem Bett lag, als die Schreie meiner Mutter und das Stöhnen meines Vaters vom Nebenzimmer zu hören waren. Ich hatte Lieder, die ich in der Schule gelernt hatte leise vor mich hingesungen und mir meine Hände auf die Ohren gedrückt. Solange, bis die Schreie und das Stöhnen aufhörten. Mit 9 Jahren war mir halt nichts besseres eingefallen. Was hätte ich als neunjähriger junge auch machen sollen? „Morgen Mom“ sagte ich leise und lief an ihr vorbei, ging zum Kühlschrank und wartete auf das erste Kommentar-wie jeden Morgen.
    „Brandon, deine Klamotten...“
    „Was ist damit?“ sagte ich wütend und drehte mich um. In meinen Gedanken wollte ich sie fragen, ob sie es besser fände, dass Janine Sachen trug, die jeden Typen nur dazu aufforderten, sie in einem schmutzigen Hinterhof zu vergewaltigen. Aber ich hielt meinen Mund uns sagte nur leise: „Ich trage, was ich will, kapiert?“
    „Wie du willst“ sagte meine Mom abwertend. Janine sah Mom immer als starke, selbstbewusste Frau, die bekam was sie wollte. Sie konnte ja nichts davon ahnen, dass Mom schon zwei Selbstmordversuche und eine Therapie hinter sich hatte. Sie war damals 6 gewesen. Meistens hatte sie bei Freundinnen übernachtet oder war nachmittags bei irgendwelchen Tanzkursen gewesen.
    Währenddessen ich mir ein Glas Milch eingoss und bemerkte, wie meine Hände zitterten, hörte ich Janine sagen: „Mom, ich will mich piercen lassen.“
    Meine Mutter stöhnte leise auf und ich verdrehte die Augen.
    „Ein Piercing hat jeder Idiot, Janine. Du bist damit nichts besonderes...“ sagte ich abwertend.
    „Dich habe ich nicht gefragt!“ keifte sie mich an und sagte dann mit zuckersüßer Stimme zu Mom: „Darf ich?“
    „Mal sehen...“
    „Mom, meine Freundinnen haben es auch alle!“
    Das bestätigte meine Theorie. Sie musste dazugehören. Ohne Piercing war sie nur halb so cool, wie die anderen, obwohl jeder Depp an unserer Highschool mit einer gepiercten Nase herumlief.
    Ich schüttete den halben Inhalt der Milch neben mein Glas und wischte mit einem leisen: „Ooops...“ das Zeugs von der Küchentheke. Ich hatte höllische Kopfschmerzen und meine Augen brannten.
    Ich trank, das Glas Milch aus, nahm mir meinen Rucksack und das Skateboard. Dann murmelte ich ein leises ‚Tschüß‘ und ignorierte den letzten Satz von Mom: „Ich habe dir gesagt, du sollst den schwarzen Nagellack wegmachen, bevor du zur Schule gehst.“ Ich knallte die Tür hinter mir zu und ließ die beiden ihre Piercing-Diskussion zuendeführen. Dann schwang ich mich auf das Skateboard und machte mich auf den Weg zum Bus.
    Ein neuer, beschissener Tag hatte angefangen...



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:35


    Kapitel 2

    Unsere Highschool ist in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Da hätte wir einmal die Gruppe zu der meine Schwester gehörte: Überwiegend blonde Mädchen mit langen glatten Haaren und tonnenweise Make-Up im Gesicht. Und die Jungen gehörten meistens dem Footballteam rum. Damit das auch bloß niemand übersehen konnte trugen sie T-Shirts ihrer Mannschaften. Dann hätte wir noch die Looser: Computer Freaks, die eh schon vom Leben gestraft sind und dann auch noch kurz-oder weitsichtig sind. Ich habe keine Freunde, deswegen man mich zu der Gruppe dazuzählen konnte. Allerdings hatte ich meinen alten PC schon tausendmal zum Abstürzen gebracht und kannte mich deswegen nicht damit aus. Eine eine Brille besaß ich gottseidank auch nicht. Ich denke, ich gehörte zu den Einzelgängern. Das war garnicht mal so schlecht. Man musste sich nicht anderen anpassen und war nicht das Gesprächsthema der anderen Schüler. Kurz gesagt: Ich war ein Niemand für die anderen. Man ließ mich in Ruhe. Ich lief also an diesen Gruppen vorbei und drängte mich zu meinem Spind. Ich holte ein paar der Bücher heraus, die ich brauchte. Mein Blick blieb an etwas bestimmten hängen. Neben den Büchern lagen Opiumtabletten. Ich griff danach und ließ sie in meinem Rucksack verschwinden. Niemand hier wusste von meinen Drogenproblemen und es sollte auch weiterhin mein Geheimnis bleiben. Ich drängte mich zurück durch die Masse und ging zu den Toiletten. Ich nahm eine der Tabletten aus meinem Rucksack und verschwand in eine der Kabinen. Ich drehte die Tablette zwischen meinen Fingern und betrachtete sie. Ich hatte zwei Tage ohne Drogen verbracht. Ich nahm die Tablette und spülte sie mit Leitungswasser hinunter. „Oh Gott...“ murmelte ich leise und musste mich setzten, als sich alles um mich herum drehte. Ich lehnte meinen Kopf gegen die kalten Fliesen und schloss meine Augen. „Scheiße...“ murmelte ich leise, als das Schwindelgefühl nicht aufhörte.
    „Hey, kann ich dir irgendwie helfen?“ hörte ich eine Stimme.
    „Was?“ fragte ich verwirrt. Ich war völlig daneben.
    Ich öffnete meine Augen und spürte wie das Schwindelgefühl nachließ. Stattdessen überfluteten mich Gefühle des Wohlbefindens. Kurzgesagt: ich war high und hatte die zwei tage Entzug nicht durchgehalten. Ich Versager.
    Die stimme gehörte zu einem Jungen in meinem Alter. Er hatte Dreads, trug ein Shirt von Cannibal Corpse und ebenfalls khakifarbene Baggys. ich hätte um mengen von Geld gewettet, dass der Typ kifft. Aber er schien in Ordnung zu sein.
    „Es ist alles okay“ sagte ich und stand auf.
    „Drogen?“
    „Was?“ Ich musste wohl den dämlichsten Blick, den man sich vorstellen konnte, auf meinem Gesicht haben, denn der Typ lächelte und deutete auf meine Baggys.
    „Die solltest du besser woanders hintun. Deswegen kannst du von der Schule fliegen.“
    Ich sah an mir herunter. Das Päckchen mit den Opiumtabletten hing aus meiner rechten Hosetasche heraus. Ich Idiot.
    „Oh...“ brachte ich heraus und verstaute die Tabletten in meinem Rucksack.
    „Kevin.“
    „Was?“
    „Mein Name ist Kevin. Wie heißt du?“
    Oh man, was war ich nur für ein Idiot. Wenn ich so weitermachte, würde ich der Volldepp der Schule werden.
    „Tut mir leid. Ich heiße Brandon. Du bist nicht in meiner Stufe, oder?“
    „Ich bin neu an der Schule. Ich bin 17.“
    „Dann wirst du wohl doch in meiner Stufe sein.“ Ich deutete auf sein Shirt. „Du hörst Cannibal Corpse?“
    „Ja, die sind genial.“
    „Das stimmt.“
    Es sah ganz so aus, als hätte ich bald zumindestens einen einzigen Freund.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:35


    Kapitel 3

    „Wo hast du vorher gewohnt?“ fragte ich Kevin, als wir Pause hatten. Wir saßen auf einer der Bänke.
    „New York“ antwortete er.
    „Wow. Ich würde lieber in New York leben als hier in Philadelphia. Warst du jemals bei den Nigarafällen?“
    „Klar. Meine Familie wollte unbedingt mal hin. Mir hats aber gefallen.“
    „Hier in Philadelphia kannst du die Sehenswürdigkeiten eigentlich völlig vergessen. Es sei denn, du willst den ältesten Zoo der Welt sehen.“
    „Nee, danke. Kein Interesse“ sagte Kevin und sah mich lächelnd an.
    Kevin beugte sich zu mir und sagte leise: „Vorhin...wegen den Drogen...Seit wann nimmst du das Zeug?“
    „Ist doch egal...“
    „Sag schon.“
    „Seit etwa nem Jahr. Es hat mit Heroin angefangen. Es war auf nem stinknormalen Konzert. Ich war völlig blau, wusste nicht, was um mich herum geschah...Und dann kam plötzlich son Typ mit diesem Zeug an. Ich habs sofort genommen. Ich weiß auch nicht warum. Zumindestens war das der größte Fehler meines Lebens. Mein Körper wollte nicht mehr so wie ich wollte. Wenn ich diese Drogen nicht hatte, dann hat nichts mehr funktioniert...“
    Ich hielt inne und sah Kevin an. Interessierte ihn das überhaupt. Ich wunderte mich. Ich hatte das noch niemanden anvertraut. Noch nie hatte ich so offen darüber geredet. Kevin sah mich interessiert an und sagte dann: „Und weiter?“
    „Ich...hatte eine Freundin. Sie hieß Amy, war wirklich großartig. Aber ich habs vermasselt. Ich hatte keine Zeit mehr für sie und sie hat Schluss gemacht. Sie hat als letztes zu mir gesagt, dass ich eine Entziehungskur machen solle, damit aus mir wieder ein normaler Mensch wird. Ab dem Tage warens nicht nur Drogen. Ich hab getrunken. Die Bierflaschen stapelten sich nur so in meinem Zimmer...“
    „Was ist mit deiner Familie? Haben die denn nichts davon bemerkt.“
    „Ich denke, ich bin meiner Mom so ziemlich egal. Sie wünscht sich Kinder, die perfekt sind. Kinder, die gute Noten mit nach Hause bringen. Kinder, die mit dem Sex bis zur Ehe warten. Kinder, die keine Drogen nehmen und kein Alkohol trinken.“
    Ich sah Kevin nicht in die Augen. Wie kam ich darauf ihm nach der kurzen Zeit schon mein halbes Leben zu erzählen?
    „Und dein Dad?“
    „Der ist weg. Seit 7 Jahren hab ich ihn nicht mehr gesehen.“
    „Oh man...“
    „Ich vermisse ihn nicht. Wir kommen gut ohne ihn zurecht, weißt du...“
    „Hast du heute abend schon was vor?“
    „Hm?“ ich war echt ein Vollidiot. Warum antwortete ich auf jede frage mit „Was?“ oder „Hä?“ Das ließ mich wie jemanden dastehen, der schwer von Begriff war. Wahrscheinlich konnte ich es aber einfach nicht fassen, dass mich jemand einlud.
    Ich antwortete schnell: „Nein, ich hab nichts vor.“
    „Das ist gut. Ich treff mich heute abend mit mehreren Freunden in unsrer Stammkneipe. Wir trinken was, quatschen ein bischen und sehen uns Bands an, die dort spielen. Hast du Lust?“
    „Klar.“
    „Dann treffen wir uns um acht Uhr, in Ordnung?“
    „Okay.“

    Um acht Uhr trafen wir uns vor der Kneipe. Ich hatte schon davon gehört, allerdings war ich nie drinnen gewesen. Schließlich kam niemand ohne Freunde auf die Idee abends wegzugehen. Kevin kam eine Viertelstunde zu spät. Er hatte zwei Freunde dabei. „James und Mike“ stellte er mir die beiden vor. „Das ist Brandon“ sagte er dann und die beiden sahen an mir herunter. James hatte ebnfalls Dreads, allerdings waren seine Haare länger als Kevins und er hatte sie mit einem Zopfgummi zusammengebunden. Mike hatte einen Iro. Ich weiß nicht, ob er die Einstellung eines Punks vertrat oder es nur wollte, zumindestens hatte er ein Patch von den Sex Pistols auf seiner Jacke. „Lass uns rein gehen“ sagte Kevin. Ich folgte ihn in den Club. Laute Musik schlug uns entgegen. Ich sah einige Leute an der Bar stehen, andere saßen auf dem Boden und redeten miteinander. Überall Alkohol. Ich hatte mir festgenommen nur eine Flasche zu trinken. Eigentlich wusste ich jetzt schon, dass das nicht klappen würde...



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:36


    Ich sah in den kleinen Spiegel, der über dem Waschbecken der Männertoilette hing. Meine Augen waren gerötet, meine Haut war blass und meine Haare hingen strähnig herunter. Ich wusste nicht mehr wieviel ich getrunken hatte. Ich wusste nur, dass mein Magen geradezu danach schrie entleert zu werden. Mir war so verdammt war und alles um mich herum schien sich zu drehen. Jemand betrat den kleinen Raum und sah mich besorgt an. Ein Mann von etwa 40 Jahren. Er trug eine Lederjacke, Jeans und ein T-Shirt, dass sich über seinen dicken Bauch spannte. „Du siehst ja garnicht gut aus, Kleiner. Kann ich irgendwie helfen?“
    Ich schüttelte bloß den Kopf, brachte ein leises „Nein danke“ hervor und der Mann nickte, trat in eine der Kabinen und ließ mich alleine. Bevor ich hierhergekommen war hatte ich ein bischen Heroin gespritzt. Nachdem ich hier bereits drei Bier getrunken hatte, war ich in eine der Kabinen gegangen um eine der Opiumtabletten zu nehmen. Ich war ein verdammter Vollidiot. Jeder wusste, dass Drogen mit Alkohol zusammen nicht gerade gut waren, es sei denn, man wollte sich die Kante geben und am nächsten Tag in irgendeiner Ecke aufwachen. Ich kniete mich auf den Boden, weil meine Bauchschmerzen immer heftiger wurden und rappelte mich dann wieder auf um in eine der Kabinen zu gehen. Ich nahm eine der Opiumtabletten aus meiner Tasche und schluckte sie ohne Wasser hinunter. Sobald ich die Pille runtergewürgt hatte, bemerkte ich, wie es mir besser ging. Gut fühlte ich mich immer noch nicht, aber mein Befinden „beschissen“ hatte sich auf „schlecht“ erhöht. Super. Ich verließ die Männertoilette und zog mir eine Packung Zigaretten, damit ich einen Grund hatte warum es so lange gedauert hatte. Als ich zurückkam, sah ich Kevin und James mit einem Mädchen an der Bar sitzen. Mike (der Punk oder der Pseudo-Punk, ich wusste es nicht) war wohl schon früher gegangen. „Hey Brandon, das ist meine Schwester, Chyler.“
    „Hi Brandon“ sagte sie und lächelte mir zu. Sie gefiel mir auf Anhieb. Sie hatte ihre braunen Haare zu einem Zopf zusammengebunden und ihre Augen so schwarz geschminkt, dass ich dreimal hinsehen musste um ihre Augenfarbe zu erkennen. Grün. Ihre Nase war gepierct. Ich dachte an das Gespräch mit meiner Schwester von heute morgen und musste mir eingestehen, dass es bei Chyler garnicht mal so schlecht aussah. Ich sah unauffällig an ihr herunter. Sie trug einen schwarzen Rock, darunter eine Netzstrumpfhose und Dr. Martens. Die Band, die auf ihrem T-Shirt stand, Caliban, sagte mir nichts.
    Um irgendwie ein Gespräch mit ihr anzufangen, fragte ich: „Wie alt bist du?“
    „16. Ich gehe in die 10..“
    Ich nickte und erzählte ihr, dass ich ein Jahr älter war, worauf sie sagte, dass sie das schon von ihrem Bruder wusste. Das war ja auch selbstverständlich, weil wir in die selbe Stufe gingen. Ich Idiot.
    Wir unterhielten uns noch über Musik und stellten viele Gemeinsamkeiten fest Sie schien intelligent und nicht gerade sehr oberflächlich zu sein. Von Minute zu Minute gefiel sie mir besser.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:36


    Um etwa 7.30 Uhr wachte ich auf einer Coutch in einem winzigen Wohnzimmer auf. Ich bemerkte als erstes, dass mein Sweatshirt, sowie meine Haare völlig nass waren. Ich stöhnte leise auf und vergrub mein Gesicht in einer der Decken. Ich hatte höllische Kopfschmerzen und wollte mich bloß nicht im Spiegel sehen. Als erstes machte ich einen eleganten Sturz auf den Boden, als ich versuchte aufzustehen. „Scheiße...“ murmelte ich leise und lief benommen zur Tür. Ich öffnete sie vorsichtig und fand mich in einem Flur wieder. An den Wänden hingen keine Bilder. Ich suchte nach dem Badezimmer und fand es sogar beim ersten Versuch. Als ich in den Siegel sah, bemerkte ich als erstes einen Kratzer, der sich über meine Wange zog. Was zur Hölle hatte ich gestern nacht bloß getan? Ich versuchte wenigstens ein kleines bischen Ordnung in meine Haare zu bekommen, gab aber nach 30 Sekunden auf und ging die Treppe hinunter. Ich kam in einen weiteren Flur. Auch hier waren die Wände völlig kahl, nur ein kleines Tischen mit einem Telefon stand hier. Ich setzte mich auf die unterste Stufe ,als meine Beine unter mir einzubrechen drohten. Ich legte meinen Kopf auf meine Knie und atmete tief ein. Es war verdammt kalt. Warum, verdammt nochmal, waren meine Klamotten so durchnässt?
    Ich lehnte meinen Kopf gegen die Wand und schloss meine Augen bloß eine Weile lang. Ich wollte aufstehen, aber meine Beine gaben sofort wieder nach. Mein Körper fühlte sich schwach an. Ich griff in meine Hosentasche und musste entsetzt feststellen, dass die Opiumtabletten verschwunden waren. „Oh nein“ gab ich leise von mir und bemerkte meine heisere Stimme. Ich drückte meine Finger an meine Schläfe um die Kopfschmerzen wenigstens ein bischen zu vertreiben. Ich bekam fast einen Herzinfarkt, als Kevin plötzlich vor mir stand



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:37


    Kapitel 4

    Kevin sah Brandon besorgt an und hatte ein schlechtes Gewissen. „Ich hätte ihm wenigstens trockene Sachen geben können“ dachte er sich und sah dann auf Brandon hinunter. Die Augenränder legten sich wie schwarze Schatten unter seine geröteten Augen und er war leichenblass. Bevor Brandon fragen konnte, was passiert war, sagte Brandon schnell: „Ich hole dir trockene Sachen. Du erfrierst ja noch.“
    Auf dem Weg nach oben begegnete er Chyler. „Ist er wach?“ fragte sie leise.
    „Ja, er saß unten auf der Treppe als ich gerade hochgehen wollte.“
    Chyler schüttelte lächelnd den Kopf und sagte dann: „Ich kümmer mich ums Frühstück.“
    Brandon kramte in seinem Schrank nach geeigneten Sachen und wählte ein schwarzes Sweatshirt, sowie weite Jeans. Er schmiss Brandon die Sachen zu und sagte dann: „Zieh das an!“
    Brandon warf ihm einen dankenden Blick zu und wollte dann aufstehen, setzte sich aber zitternd wieder hin.
    „Alles in Ordnung, Kumpel?“
    Brandon schloss flatternd seine Augen und lehnte seinen Kopf gegen die Wand. Er hatte seine Arme beschützend um seinen Körper geschlungen.
    „Brandon?“ wiederholte Kevin und um nicht zu panisch zu reagieren, sagte er: „Hey, komm schon Kumpel. N‘ bischen Bewegung hat noch niemanden geschadet!“
    „Hilfst du mir?“ sagte Brandon mit so schwacher und bittender Stimme, dass Kevin ihn erschrocken ansah.
    „Bitte...“ fügte Brandon leise hinzu.
    „N...natürlich...“ sagte Kevin leise und versuchte seinen Freund zu stützen. Er war nicht sonderlich schwer, eher ziemlich dünn für sein Alter und somit war es nicht besonders schwer ihn bis ins Bad zu bringen. Im Badezimmer angekommen, setzte Brandon sich auf den Rand der Badewanne und vergrub seinen Kopf in seinen Händen. „A...alles in Ordnung?“ fragte Kevin leise und fügte dann hinzu: „Kann ich dir irgendwie helfen?“
    „Wo hast du die Tabletten hingetan?“ fragte Brandon giftig.
    Wovon verdammt nochmal redete er.
    „Welche Tabletten?“
    „Willst du mich verarschen? Ich meine die beschissenen Opiumtabletten!“
    „Willst du mir etwa unterstellen, ich hätte sie gestohlen?“
    „Wie sollen sie denn sonst weggekommen sein, hm?“
    „Ich habe dir gestern Nacht dein beschissenes Leben gerettet, kapiert? Da waren drei, nein vier Typen, die dich halb totgeschlagen haben, weil du sie blöd angemacht hast. Du warst völlig daneben, man konnte kein Wort mehr mit dir reden. Hätte ich dir nicht geholfen und dich zur Vernunft gebracht, dann würdest du jetzt irgendwo draussen auf der Straße rumliegen!“
    „Das ist mir scheißegal! Geb mir die verdammten Tabletten!“ Brandons Stimme war nun beinahe drohend. Wie konnte ein Mensch nur so verdammt undankbar sein?
    „Ich habe sie nicht!“ schrie Kevin ihn so laut an, dass Brandon ihn für einen kurzen Moment geschockt ansah.
    Dann fügte er wütend hinzu: „Und jetzt zieh dich um und hör auf mich so blöd anzumachen, kapiert?“ Er drehte Brandon den Rücken zu ,um das Badezimmer zu verlassen.
    Brandons Stimme schrie ihn hinterher: „Ich hasse dich! Du bist ein verdammter Lügner!“
    Kevin drehte sich zu ihm um. Was bildete er sich eigentlich ein?
    „Okay, wenn das so ist, dann beeil dich ein bischen und mach dich dann sofort auf den Weg nach Hause!“
    Er schlug wütend die Tür hinter sich zu und ging nach unten. Chyler saß auf einem der Küchenstühle und sah ihn fragend an: „Was war den da oben bei euch gerade los?“
    „Er denkt, ich hätte seine beschissen Tabletten genommen! Wahrscheinlich hat er sie irgendwo verloren!“
    „Tabletten?“
    Scheiße. Verraten.
    „Schon in Ordnung“ sagte Kevin schnell.
    „Sag schon“ sagte Chyler herausfordernd uns sah Kevin scharf mit ihren grünen Augen an.
    Warum sollte er Brandon eigentlich weiterhin verteidigen? Das hatte er nicht verdient. Aber er hatte ihn gern. Außerdem befand Brandon sich in einer beschissenen Lage.
    „Kannst du dir das nicht selber denken, Chyler? Meine Güte, man sieht es ihm doch schon von Metern Entfernung an.“
    „Ich habe gedacht, er würde Kokain nehmen.“
    „Schön wärs...“ sagte Kevin sarkastisch. Kokain war im Gegensatz zu Heroin garnichts. Heroin zählte mit Abstand zu den härtesten Drogen, die es gab. Und er wusste, dass das Absetzen von Heroin äußerst schmerzhaft und anstrengend war. Schweißausbrüche, Panikattacken, Angstanfälle...



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:37


    Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Brandon die Treppe hinunterkam und Chyler ihn mit einem fröhlichen: „Guten Morgen“ begrüßte.
    „Ich...geh dann mal“ sagte Brandon und Kevin stand auf und sagte laut: „Brandon, ich habe völlig überreagiert. Ich war wütend, weil du mir nicht geglaubt hast. Komm, setz dich hin.“
    Brandon sah Kevin zweifelnd an und Chyler sagte: „Machmal ist mein Bruderherz halt so.“
    Kevin lächelte leicht. Chyler war gut darin Situationen zu retten. Doch schon als Brandon schwankend auf Kevin zukam, bemerkte er, dass etwas nicht in Ordnung war. „Soll ich dir...“
    Doch er konnte seinen Satz nicht beenden, denn plötzlich krachten Brandons Beine mit einem so furchtbaren Geräusch unter ihm ein, dass Chyler aufschrie.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:38


    Kapitel 5

    Als ich meine Augen öffnete war alles schwarz. Ich drehte mich auf die Seite und versuchte den scharfen Schmerz zu ignorieren, der durch meinen Körper schoss. Ich drückte meine Zeigefinger auf meine Augenlider, um die Kopfschmerzen zu vertreiben. Ich hätte alles für eine einzige Tablette Aspirin gegeben. Das sage ich jetzt nicht nur so. Ich öffnete meine Augen wieder und sah Chyler in der Ecke des Zimmers auf einem Stuhl sitzen. Meine Güte, war das peinlich. Ich lag auf irgendeinem Sofa und konnte mich kaum bewegen-und das vor einem Mädchen, dass mir immer sympathischer wurde.
    „Geht es dir besser?“ kam ihre Stimme aus der anderen Ecke des Zimmer.
    Mit einer heiseren Stimme antwortete ich ihr: „Ich weiß nicht....ich denke schon.“
    Sie lächelte leicht und stand auf. Sie trug einen kurzen, schwarzen Rock und ein rotes T-Shirt. Würde nicht andauernd immer alles verschwimmen, dann hätte ich bestimmt genauer auf ihre langen Beine geguckt.
    „Du hast im Schlaf vor dich hingemurmelt“ sagte sie mit ihrer sanften Stimme. Na toll.
    „Wirklich...?“ antwortete ich leise und sie nickte. Dann sagte sie: „Ich glaube, du solltest etwas essen.“
    „Nein...“
    „Wann hast du das letzte Mal was gegessen?“
    „Ist schon ne Weile her“ sagte ich lächelnd und wollte garnicht daran denken aufzustehen.
    Aber sie erledigte das für mich, zog mich am Arm hoch und sagte dann: „Kevin besorgt gerade was zu essen.“
    Sie sah mich unsicher an, als ich langsam aufstand. „Lass dir Zeit“ sagte sie leise. Verdammt, ich war 17, nicht 70!
    „Es ist alles in Ordnung“ betonte ich nochmal.
    „Na dann...Ich warte unten auf dich.“ Sie schenkte mir ein bezauberndes Lächeln und schloss die Tür hinter sich. Ich richtete mich vorsichtig auf und schloss die Augen. Ich brauchte dringender eine dieser Tabletten als ich es mir eingestehen wollte. Mein Rücken tat weh.

    „Nur drei Cheeseburger und ein paar Fritten“ verkündete Kevin und stellte die Burger-King Tüte in die Mitte des Zimmers. Dann stand er auf und öffnete den Kühlschrank. Ich sah, wie seine Hand über die Bierflaschen strich. Dann sah er mich nervös an und griff nach der Cola, die daneben stand.
    „Kevin...du musst keine Rücksicht auf mich nehmen...Du kannst ruhig ein Bier trinken. Ich habe nichts dagegen.“
    Kevin stellte die Colaflasche vor mich auf den Tisch und sagte dann: „Bier am frühen Morgen ist nicht gut.“ Ich lächelte leicht, als ich auf die Uhr an der Wand sah: 16.30 Uhr.
    Ich aß nicht besonders viel. Ein paar Fritten und mehr nicht. Ich hatte keinen Appetit. Ich nahm einen Schluck von meiner Cola und fragte Kevin: „Chyler hat mir erzählt, dass das hier eine Wohngemeinschaft wäre. In wessen Zimmer habe ich geschlafen?“
    „Jimmys Zimmer“ sagte Chyler und nahm sich eine der Fritten.
    „Und wo ist Jimmy?“
    „Er macht ein Praktikum. Irgend son‘ Psycho-Kram“ sagte Kevin und verdrehte die Augen.
    „Er studiert Psychologie in Texas. Er wohnt für längere Zeit bei seinen Eltern“ sagte Chyler und sah Kevin giftig an. Dann fügte sie hinzu: „Jimmy und ich sind seit 4 Jahren zusammen.“
    Toll Brandon! Ich hätte es wissen müssen! Mal abgesehen davon, dass so ein Mädchen wie Chyler eh nicht auf mich stehen würde, hätte ich mir denken können, dass sie irgendwo einen Freund hat. Ich hatte praktisch nur darauf gewartet, dass sie es erwähnt. Nach dieser Neuigkeit dachte ich irgendetwas sagen zu müssen. Allerdings brachte ich nur ein leises: „Aha“ heraus.

    Um etwa 18 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Hause. Ich kramte in meinen Hosentaschen nach Geld. Ich brauchte Geld. Ich hatte dieses ekelhafte Gefühl in mir. Das Gefühl, dass ich so sehr hasste. Ich hatte seit Stunden keine Drogen mehr genommen. Ich hatte Gliederschmerzen, mein Kopf hämmerte und meine Augen brannten. Ich verfluchte den Zehndollarschein, den ich in meiner Hosentasche fand. Was sollte ich damit bitte anfangen? Ich sah auf meine Uhr. 18.15 Uhr. Ich wusste, dass Jon sich zwischen 18-19 Uhr am Bahnhof herumtrieb. Ich musste es wissen, denn ich war einer seiner Kunden. Ich brauchte zehn Minuten bis dorthin. Dort angekommen, setzte ich mich auf eine der Bänke. Ich bemerkte wie mein Körper langsam aber sicher schlappmachte. Ich fühlte mich so beschissen. Und das alles nur wegen ein paar gottverdammten Opiumtabletten!



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:38


    Ich bekam fast einen Herzinfarkt, als sich eine Hand auf meine Schulter legte.
    „Man Brandon, siehst du scheiße aus.“
    Ich erkannte Jons Stimme und antwortete: „Jon, ich brauche was. Dringend. Ich habe seit Stunden nichts mehr genommen...Ich fühle mich so scheiße...“
    „Hast du Geld?“
    Ich holte die zehn Dollar aus meiner Tasche und sah Jon nervös an.
    Er reagierte so, wie ich es erwartet hatte: „Soll das ein Witz sein? Zehn Dollar?“ Er lachte leise.
    „Ich hab nicht mehr dabei...“
    Ich schrie auf, als Jon mich am Sweatshirt packte und mich gegen die Wand donnerte.
    „Du schuldest mir noch 40 Dollar, verdammt! Ich habe dir so oft Geld vorgestreckt für den verdammten Stoff!“
    „Jon...“
    „Nein! Halt die Klappe, du drogenverseuchtes Arschloch!“
    Jon hatte kurzes, braunes Haar und war etwa 30 Jahre alt. Er trug fast an jedem Finger einen Ring und seine abgenutzte Lederjacke. An seinem Hals fiel mir eine Tättowierung ins Auge. Eine Schlange. Ich finde, das war das passendste Tier, was er sich hätte aussuchen können. Jon war link, gewalttätig und furchtbar aufmerksam. Er notierte sich das fehlende Geld in einem kleinem Notizbuch, dass er immer in einer Tasche seiner schwarzen Jeans hatte. Jons Hände lagen auf meinen Schultern und er drücke mich immer noch gegen die Wand.
    Dann sagte er: „Wann kriege ich mein verdammtes Geld? Wir hatten vereinbart, dass du es mir heute vorbeibringst!“
    „Es tut mir leid...“
    „Das kriege ich seit Wochen zu hören, du Missgeburt!“
    „Lass mich los, verdammt!“
    Ich stöhnte auf, als Jons Faust mich im Gesicht traf. Seine Hände ließen mich los, ich ließ mich an der Wand hinuntergleiten und murmelte ein leises „Oh Gott...“ Mein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich explodieren und meine Lippe war aufgesprungen. Das Blut rann mein Kinn hinunter und ich wischte es mit dem Ärmel meines Sweatshirts weg. Ich sah mich nach Jon um. Er war weg.
    „Scheiße...“ murmelte ich leise und legte meinen Kopf auf meine Knie, atmete tief ein.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:39


    Alles in Ordnung?“ hörte ich eine Stimme. Ich sah hoch und sah einen Jungen in meinem Alter. Er hatte schwarzes, kurzes Haar und war ziemlich blass. Er hatte braune Augen. Als er sich zu mir hinunterbeugte, sah ich, dass die Haut unter seinen Augen gerötet war. Er nagte nervös auf seiner Unterlippe herum und fragte dann nochmal: „Alles in Ordnung?“
    Er trug zerrissene Jeans, ein schwarzes T-Shirt und Chucks. Er war sehr dünn und ich sah Einstiche an seinen Armen.
    „Es ist alles okay...“ sagte ich leise.
    „Deine Lippe...“ begann er leise und ich unterbrach ihn.
    „Schon okay...ist halb so wild...“
    Er schüttelte den Kopf und zog mich hoch.
    Ich folgte ihm zu den Toiletten und hoffte, dass das Schwindelgefühl bald weggehen würde.
    Der Typ nahm welche von den Tüchern, die neben dem Waschbecken lagen und drückte sie mir in die Hand.
    „Du siehst aus, als hätte dich jemand halb zu Tode geprügelt.“ Er lächelte leicht.
    „Das ist übertrieben. Es war bloß ein Schlag ins Gesicht“ sagte ich leise und zuckte zuammen, als das Tuch meine gereizte Haut berührte.
    „Wie heißt du überhaupt?“ fragte ich.
    „Mike“ murmelte er, währenddessen er sich eine Zigarette anzündete. Er streckte mir die Schachtel entgegen und fragte: „Du auch?“ und ich schüttelte den Kopf.
    Dann fragte er: „Und du?“
    „Hm?“
    „Wie heißt du?“
    „Brandon.“
    Er nickte und drückte die Zigarette schon nach ein paar Zügen aus.
    „Ich hoffe, es schwillt nicht an“ sagte er und meinte damit wahrscheinlich meine Lippe. Er stellte sich vor mich und mir fiel jetzt erst auf, dass er einen Lippenring hatte. Er sah ganz gut aus. Denkt jetzt bloß nicht, ich würde neben Mädchen mir gelegentlich mal nen Typen nehmen! Deswegen drückte ich Mike von mir weg, als er sich plötzlich zu mir beugte und seine Lippen auf meine presste.
    „Hey!“ schnauzte ich ihn an und wurde fast noch wütender, als er lächelte.
    „Hätte ja sein können, dass dus willst...“
    „Du hast se ja nicht mehr alle!“
    Ich machte Anstalten zu gehen und er rief mir hinterher: „Ich habe etwas, was du willst.“
    Ich drehte mich zu ihm um und fragte leise: „Was?“
    Er setzte sich auf den Boden und ich setzte mich neben ihn. Allerdings hielt ich ein bischen Abstand von ihm. Ich habe wirklich nichts gegen Leute, die anders orientiert sind als ich, aber ich hatte nicht besonders große Lust darauf von ihnen angemacht zu werden.
    Er legte zwei Spritzen vor uns.
    Ich schüttelte den Kopf und er sagte leise: „Meine Güte, man sieht dir schon von Metern Entfernung aus an, dass du das Zeug nimmst.“
    „Ich hab nicht genug Geld.“
    „Du bekomst es kostenlos. Da ist schon in Ordnung. Wirklich.“
    Ich sah ihm in seine braunen Augen und sagte dann: „Danke.“
    Ich fügte hinzu: „Wir können eine Spritze zusammen benutzen . Die Dinger sind so teuer und...“
    „Nein, können wir nicht“ sagte er und wich meinem Blick aus
    Aids.
    „O...okay“ sagte ich und griff nach einer der Spritzen.
    Sobald die Nadel unter meiner Haut war verschwamm alles. Mike lehnte neben mir seinen Kopf an die Wand und schloss die Augen.
    Ich atmete tief ein, schloss ebenfalls meine Augen und biss meine Zähne zusammen. Alle Sorgen fielen von mir ab. Es fühlte sich wunderbar an.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:40


    Kapitel 6

    Mikey packte seine Sachen in einen abgenutzten Rucksack und sah mich dann kurz an.
    Er stand auf und ich lief neben ihm her. Eine ältere Frau und ein Mann den ich auf etwa 40 Jahre schätzte, standen an den Gleisen und warteten auf ihren Zug. Mikey blieb stehen und ich sah ihn fragend an. „Würdest du manchmal auch gerne einfach...wegfahren? Ganz weit weg von all deinen Problemen?“
    „Ich habe noch nicht richtig darüber nachgedacht“ antwortete ich leise. Ich wusste nicht, was ich anderes darauf antworten sollte. Ehrlich gesagt, wollte ich einfach nur noch nach hause und mich in mein Bett legen. Vielleicht ein Buch lesen oder so. Ich hatte schon seit Monaten nichts mehr gelesen.
    Der Zug hielt an und die ältere Frau griff nach ihren schweren Reisetasche. Sie stieg in den Zug , der Mann blieb aber stehen. Die Gleise quietschten als der Zug anfuhr. Der Mann drehte sich zu uns um, Mikey nagte nervös an seiner Unterlippe und zwang sich zu einem Lächeln.
    Der Mann trug einen schwarzen Parka, Jeans und hielt einen Aktenkoffer in seiner Hand.
    „Hallo Mikey, wie geht es uns heute?“ fragte der Mann mit heiserer Stimme. Mich beachtete er nicht. Stattdessen wanderten seine Blicke über Mikeys Körper.
    „Mir geht es gut...“ antwortete Mikey. Er versuchte es zu verstecken, aber seine Stimme zitterte.
    „Hm...das ist gut...“ antwortete der Mann leise und lächelte.
    Der Mann sah kurz zu mir und dann wieder sofort zu Mikey.
    Dann sagte er: „Wie sieht es aus mit deinen Vorräten?“
    „Ich...bräuchte wieder was...“ sagte Mikey fast flüsternd. Ich schätze, ihm war es peinlich vor mir über Drogen zu verhandeln. Mir war es unangenehm einer seiner letzten Spritzen verbraucht zu haben.
    „Dann verdien es dir“ sagte der Mann lächelnd und ich sah geschockt zwischen Mikey und dem Mann hin und her. Ich fühlte mich dazu verpflichtet irgendetwas zu tun.
    „Mikey...“ fing ich leise an.
    „Wenn du hier wartest, dann erkläre ich dir gleich alles...“ sagte Mikey leise.
    „Nein danke. Ich glaube, ich habe auch so verstanden, wie du deine Drogen finanzierst. Das ist widerlich.“
    Ich drehte mich um und machte mich auf den Weg nach Hause. Ich fing an mit mir selbst zu reden, eine Sache, die ich in Stresssituationen immer tat. Manchmal half es, manchmal nicht. „Oh man...oh man, das ist so scheiße...“ murmelte ich vor mich hin. Als ich gerade den Bahnhof verlassen hatte blieb ich abrupt stehen. Ich weiß nicht, was mich dazu trieb zurückzugehen. Zwei Minuten später stand ich wieder da, wo gerade noch der Mann mit seinem beschissenen Parka und seinem beschissenen Aktenkoffer gestanden hatte. Ich ging zu den Toiletten und legte meine Hand auf den Türknopf um ihn anschließend wieder zurückzunehmen. Da reingehen? Nein, niemals. Ich bekam fast einen Herzinfarkt, als sich plötzlich die Tür öffnete und der Mann an mir vorbeilief. Er schloss gerade noch beim Vorbeigehen seinen Gürtel und mir lief es kalt den Rücken runter.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:40


    „Mikey?“ rief ich in die Toiletten hinein, traute mich aber immer noch nicht wirklich hineinzugehen. Keine Antwort.
    „Mikey?“ rief ich nochmal. Dieses Mal machte ich einen Schritt nach vorne und stand vor der einzigen der geschlossenen Kabinen.
    „Hey, alles in Ordnung?“ rief ich und wurde immer beunruhigter als ich ihn nicht antworten hörte.
    Ich legte meine zitternde Hand auf die Tür und gab ihr einen Ruck.
    „Mikey?“
    Mein Blick fiel auf seine leblose Gestalt auf dem Boden und ich brachte nur ein leises: „Verdammt...“ heraus.
    Ich kniete mich neben ihn und wiederholte immer wieder seinen Namen und rüttelte an seinen Schultern. Aber er zeigte keine Reaktion. Ich hatte mir in den letzten Stunden so viele Probleme eingehandelt, aber dies hier war wohl das größte von allen. Was verdammt nochmal sollte ich tun?
    Ich lehnte seinen Körper so gegen die Wand, dass er saß.
    „Hey Mikey...“ Ich verpasste ihm leichte Ohrfeigen und redete immer wieder auf ihn ein. Ich weiß, das hört sich dämlich an, aber ich war mit der Situation völlig überfordert.
    Er öffnete leicht seine zitternden Augenlider und ich atmete tief ein.
    Ich wollte irgendwas sagen, aber ich wusste nicht was. Ich hockte vor ihm und wartete.
    Er sah mich nur ganz kurz an, hatte seine Hand auf seinen Bauch gepresst und beugte sich plötzlich nach vorne und übergab sich. Das dachte ich zumindestens, aber ich schrie auf, als ich bemerkte, dass er Blut spuckte.
    Er atmete schwer und lehnte sich gegen die Wand, legte seinen Kopf in seine zitternden Hände.
    „K...kann ich dir irgendwie helfen?“ Ich verabscheute meine bebende Stimme.
    Er schüttelte nur den Kopf und ich brauchte ein bischen länger um zu bemerken, dass er weinte. Gott, wie ich sowas hasste!
    „Hey...“ fing ich leise an und zwang mich dazu seinen bebenden Körper in meine Arme zu schließen.
    Seine Gestalt fühlte sich kraftlos und verletzlich an.
    „Hey, das wird schon wieder...“ gab ich leise von mir.
    Ich fühlte mich unwohl und hatte zugegeben ein wenig Angst. Als ich seine zitternden Hände fühlte, die sich in mein Sweatshirt krallten, wusste ich, dass es gut gewesen war zurückzugehen. Er brauchte Hilfe. Aber wahrscheinlich konnte ich die ihm nicht geben.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 17.03.2005, 21:41


    Kapitel 7

    Es wehte nur ein leichter Wind. Es roch nach Gras und der Himmel war klar. Wir hatten Vollmond. Mikey, saß neben mir. Er hatte die Arme um sich selbst geschlungen und versuchte mich nicht anzusehen. Wir hatten den Bahnhof verlassen, ich hatte mich dort nicht mehr wohl gefühlt. Wir waren einige Meter nebeneinander hergelaufen und hatten kein Wort geredet. Nun saßen wir hier im Park, im Gras unter den Sternen. Ich musste etwas sagen, irgendwas, auch wenn es noch so blödsinnig war. Ich wollte reden.
    „Und?“ fragte ich fordernd.
    „Was meinst du damit...?“ fragte Mikey leise. Seine Stimme war heiser.
    Ich sah ihn an, er sah allerdings weiter geradeaus. Mir war das recht. Mich hätte es wahrscheinlich selber nervös gemacht, wenn ich ihm genau ins Gesicht gesehen hätte.
    „Was hast du jetzt vor?“ fragte ich leise.
    „Keine Ahnung“ murmelte Mikey.
    „Hör zu...ich hab gestern ne ziemlich heftige Nacht gehabt. Viel Alkohol, eine Schlägerei...Eigentlich freue ich mich nur auf mein Bett...“
    Mikey nickte. Mehr nicht. Er nickte bloß.
    „Ich frage mich bloß...wo schläfst du?“
    Mikey drehte seinen Kopf zu mir und in der Dunkelheit sah sein Gesicht noch blasser aus.
    „Mal sehen. Ich denke, ich gehe zurück zum Bahnhof oder zur U-Bahn Station.“
    Ich sah ihn besorgt an und er lächelte leicht: „Was ist?“
    „Wie alt bist du, Mikey?“
    „17.“
    „Wo wohnen deine Eltern?“
    „Am Ende der Wallstreet, neben der Kirche, das siebte Grab am Anfang des Friedhofs.“
    Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte.
    Ich stotterte leise: „Das tut mir leid...“
    „Meine andere Familie wohnt in der Gatestreet 102.“
    „Deine andere Familie?“
    „Ja...Meine Ersatzfamilie.“
    „Ich verstehe...Du wurdest adoptiert...“
    „Ich mag die Familie nicht.“
    Ich antwortete nicht darauf und wartete ab, ob er weiter erzählen würde.
    „Ich kann Gewalt in Familien nicht ausstehen, weißt du...?“
    „Gab es denn Gewalt in deiner...“neuen“ Familie?“
    Mikey sah mir schon wieder nicht ins Gesicht und flüsterte leise: „Oh ja...“
    Ich wollte gerade fragen, wann seine Eltern gestorben waren, als er sagte: „Mein Ersatzvater war ein verdammter Mistkerl...“
    „Warum?“ fragte ich leise und hätte mir am liebsten auf die Zunge gebissen. Das ging mich nichts an. Ich sollte nach Hause.
    „Alkoholiker...Sie sagen, sie lieben dich und würden für dich da sein, dir helfen über den Tod deiner Eltern hinwegzukommen.Und dann kommen sie abends wieder sturzbesoffen nach Hause und schreien dich an, beschimpfen dich. Und im schlimmsten Falle nehmen sie dann ihren verdammten Gürtel und lassen ihre verdammte Wut an dir aus. Dann sagen sie dir am nächsten Tag, dass der Alkohol daran schuld war. Denn der Alkohol ist immer an allem schuld. Weil sie sich ihre Schuld nicht eingestehen wollen. Doch das macht seine Schmerzen auch nicht weg. Das ist so ungerecht... Was würdest du in solcher einer Situation machen, Brandon? Das weiterhin mit dir machen lassen und hoffen, dass es irgendwann vorbei ist? Oder würdest du von Zuhause weglaufen und dein Leben selbst in die Hand nehmen?“
    Ich sah ihn eine Weile lang an und sagte dann: „Das zweite.“
    In Gedanken dachte ich mir allerdings: „Du nimmst dein Leben nicht selbst in die Hand, Mikey. Du machst alles bloß noch schlimmer mit deinen Drogen und den Dingen, die du am Bahnhof für Geld tust.“
    Aber ich sprach es nicht laut aus.

    „Hier wohnst du?“
    Ich nickte und kramte nach meinem Schlüssel. Ich sah auf meine Armbanduhr. 4.40 Uhr. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und betete in Gedanken, dass meine Mutter mich nicht hören würde.
    Ich öffnete die Tür und winkte Mikey hinter mir her. Er blieb zögernd in der Tür stehen und ich murmelte leise: „Komm schon!“
    „Brandon...ich weiß nicht, ob das richtig ist...Deine Mom kennt mich ja nicht mal...“
    „Komm endlich...“ flüsterte ich wieder leise und Mikey schloss die Haustür leise hinter sich.
    Wir schafften es unerkannt in mein Zimmer zu gelangen. Ich schloss die Tür hinter mir und flüsterte leise: „Machs dir bequem!“
    Mikey sah mich unsicher an und meinte dann: „Vielleicht sollte ich doch lieber gehen...“
    „Ach, halt den Mund und setz dich hin.“
    Er lächelte leicht und setzte sich auf mein Bett, versuchte so wenig wie möglich Platz wegzunehmen.
    Ich öffnete meinen Kleiderschrank und suchte nach einer Isomatte, sowie nach Bettwäsche.
    Dann gab ich Mikey noch eines meiner zwei Kissen und sagte: „Ich hoffe, der Boden ist nicht zu hart.“
    „Mach dir darüber mal keine Gedanken“ antwortete Mikey darauf.
    „Na gut“ sagte ich und setzte mich neben ihn aufs Bett.
    „Warum tust du das?“
    „Was?“ antwortete ich leise und ärgerte mich schon wieder über meine Dummheit.
    „Naja...das alles hier...“
    „Ich schätze, du bist in Ordnung. Deswegen!“
    Mikey lächelte wieder. Er hatte ein hübsches Lächeln.

    Als mein Körper diese Nacht die weiche Matratze berührte, spürte ich erst wie anstrengend der Tag gewesen war. Ich schloss meine Augen und war in innerhalb von einer Minute eingeschlafen.
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    Und...?Wie istb es bis jetzt...?



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    SatanMyMaster - 17.03.2005, 21:55


    öhm hätteste auch in einem post posten können und ich weiss ja nicht ob das eine "KURZgeschichte" ist



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Slipo - 17.03.2005, 23:03


    SatanMyMaster hat folgendes geschrieben: öhm hätteste auch in einem post posten können und ich weiss ja nicht ob das eine "KURZgeschichte" ist
    den ganzen text hätte sie nich in einem post schreiben können :roll:

    und eine kurzgeschichte ist es alle mal!!!

    @littlemaggot

    ih habe noch nich alles zu ende gelesen, aber das was ich bis jezz alles gelesen habe fand ich echt gut, sau gutes thema!!!!! :D



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Mr_Sandman - 18.03.2005, 00:50


    jo,hab gerade zuende gelesen.
    respekt littlemaggot,ich finde deine geschichte wirklich verdammt gut geschreiben :top:
    kann es sein das du dich einwenig an "wir kinder vom bahnhof zoo" orientiert hast? is quasi dasselbe thema,deshalb...
    ich würd die geschichte aber nochmal überarbeiten,einpaar unstimmigkeiten sind schon zu finden,aber vom schreibstil echt fesselnd! :gut:
    geht die geschichte noch weiter?
    [/quote]



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    *teenaqe.z0mbie - 18.03.2005, 15:04


    ich werd die story gleich mal speichern und mir bei gelegenheit natürlich auch durchlesen :}
    werde natürlich dann meinen post hier editieren und noch meine meinug dazu schreiben ^^

    ist zwar ziemlich lang für ne kurzgeschichte...aba naja... egal ne ^^



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    742617000027-Maggot - 18.03.2005, 16:08


    boah das ist echt mal gut. du hast echt talent :!: du solltest auf jeden fall weiter machen. hab selten ne story gelesen die mir so gefallen hat. selbst in manchen büchern nicht. wow, ich bin echt begeistert :shock:



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 18.03.2005, 17:12


    Erstmal danke für die ernstgemeinte Kritik.

    Die geht natürlich noch weiter.
    Ich habe"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" noch nie gelesen, obwohl ichs mir immer schonmal vorgenommen habe.



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Rike - 18.03.2005, 18:02


    Hm... jepp, ne geile geschicht und gut geschrieben.. und krass, was einem alles so innerhalb von zwei tagen passieren kann :shock:
    gut und spannend geschrieben, mit nur ein paar Ausdruckarten, die man vielleicht nch ändern könnte... aber ansonsten: geil :!:



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Marc - 19.03.2005, 20:28


    Hab auch eben angefangen, bin bei Kapitel 2, bisher ist die Geschichte interessant, hast du aus eigenen Erfahrungen geschrieben oder einfach mal so aus'm Kopf?
    Wegen den Drogen und dem ganzem anderem gerede...

    EDIT: Fertig, die Story gefällt mir! Super geschrieben, fesselnd und ... ach

    Mädel, du hast echt Talent zum schreiben!



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    littleMaggot - 20.03.2005, 12:25


    Nicht meine Erfahrungen, aber ein Kumpel hat ähnliches durchgemacht...



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    TiGGeR - 22.03.2005, 01:48


    Ne lange Kruzgeschichte halt ... find sie ganz gut ^^



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Nightmare - 22.03.2005, 18:19


    Wirklich geil!!!!



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    P.Niss - 22.03.2005, 22:50


    joa ich find sie auch sehr gut, bis auf ein paar kleine unstimmigkeiten.
    aber, wie einige schon gesagt haben, du hast echt talent!! liest sich richtig gut, deine story.

    ich würde mich auch sehr über eine fortsetzung freuen!



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    Daniela - 23.03.2005, 15:02


    ich hatte bisher leider keine zeit und hab#s deshalb erst jetzt geschafft mir die geschichte ganz durchzulesen. Ich find' sie aber auch wirklich gut!!!

    Ich hoffe, wenn du die Fortsetzung fertig hast, kriegen wir sie auch zu hören :?: :D



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    I'm full of Hate - 19.04.2005, 18:09


    *Hust* einen Thread für eine Kurzgschichte ?^^

    Wir brauchen meeeeeeeeeeeeeeeehr :!: :D



    Re: Kurzgeschichte(Leben lassen)

    #1Murderdoll666 - 13.05.2005, 17:51


    mann das is ja geil.....los mach noch eine :D



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