Stundenprotokoll MARTIN TILLMANNS v. 29.08.05

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    Re: Stundenprotokoll MARTIN TILLMANNS v. 29.08.05

    sorbe500 - 12.09.2005, 20:40

    Stundenprotokoll MARTIN TILLMANNS v. 29.08.05
    Stundenprotokoll vom 29.08.05 Martin Tillmanns

    An dieser Einzelstunde nahmen insgesamt 16 Schüler und Schülerinnen teil. Das Thema hieß „Angst“, wobei wir uns zuerst inhaltlich mit den letzten drei Abschnitten unseres Textes von Ulrich Beck „Politik der Angst“ beschäftigten. Die letzten drei Abschnitte beschreiben im Wesentlichen die möglichen Bekämpfung des Terrorismus.
    Nach Ulrich Beck gibt es folgende Möglichkeiten den Terrorismus zu bekämpfen:
    Charismatische Religionsführer, die von den Terroristen aufs höchste verehrt werden, sollten mit den Regierungen und Polizeiorganisationen der betroffenen Länder zusammenarbeiten, um den Terrorismus aktiv zu verfolgen.
    Terrorismus kann nicht durch nationale Alleingänge, der Verschärfung der Gesetze, sondern nur durch Globale Kooperation der Länder, bekämpft werden.

    Ähnliche Ansichten vertritt Alda al-Ashani, dessen Interview auf dem zweiten Blatt von Becks Artikel zu finden ist.

    In diesem Interview beschreibt Alda al-Ashani die terroristische Produktionsstätte Ägypten, die als “Nährboden des Terrorismus“ gilt.

    Junge Leute, die aus sozialschwachen Schichten stammen, bekommen kaum eine Chance sich eine individuelle Zukunft aufzubauen. Frustriert durch den Mangel an Perspektiven ihre Zukunft selbst zu gestalten verfallen sie den Verlockungen von radikalen islamistischen Vereinigungen, die keinerlei Unterschiede zwischen Arm und Reich kennt.
    Des weiteren ist er der Ansicht, dass radikale Maßnahem (wie Folterungen, Massenverhaftung), die Verstöße gegen die Menschenrechte sind, nicht zur Eindämmung des Terrorismus beitragen.
    Denn der einzigste Weg wäre ein Regierungsumschwung von der Präsidialrepublik zur demokratischen Regierung, da die Demokratie das einzige Mittel gegen den Terror wäre.

    Becks Zentrale Aussagen verifizieren die Aussagen von Alda al-Ashani.
    Beide plädieren für die Wichtigkeit der Freiheit, die sich in der offenen Gesellschaft bzw. Demokratie, zeigt. Deshalb sind beide gegen eine Verschärfung der Gesetze bzw. Sicherheit
    (u.a. härtere Strafen bis hin zur Folterung), woraus erhebliche Menschrechtsverletzung
    resultieren und letzten Endes viele unschuldige Menschen in Mitleidenschaften gezogen werden. Zu dem fördern solche geschlossenen Gesellschaften den Terrorismus und rufen weitere Panikattacken hervor. Dies zeig, dass Sicherheit ohne Freiheit ihren Sinn verliert.

    Im weiteren Verlauf des Unterrichts wurde besprochen, dass die Maßnahmen der USA zur Bekämpfung des Terrorismus nicht mit den Ansichten Becks und Alda al-Ashani übereinstimmen, besonders in Bezug auf die globale Kooperation.
    Ihr Verhalten ist durch zahllose nationale Alleingänge und skrupellose militärische Angriffe gekennzeichnet. Sie spalten sich von den übrigen Nationen ab und sehen sich als Stellvertreter Gottes. Sie vertreten die Ansicht „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“.

    Nun fielen die Begriffe – Fundamentalismus und Islamismus.
    Fundamentalismus heißt im allg. kompromissloses Festhalten an Grundsätzen. Das Wort Fundamentalismus trat erstmals im Zusammenhang mit einer von protestantischen Christen (um1910) in den USA herausgegebenen Schriftenreihe auf. Es wird im politischen sowohl als im religiösen Sprachgebrauch benutzt.


    Im Religiösen Sinne sprechen wir von einer religiösen oder weltanschaulichen Strömung, deren Ziel eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Religion oder Ideologie ist.

    Der Begriff Islamismus existiert im westlichen Sprachgebrauch seit Anfang der 90er Jahre.
    Er bezeichnet einen Religiösen Wahn der das Streben nach der Errichtung eines islamischen Staatswesen, die Einführung der „Scharia“, des Islamischen Rechts und die Rückbesinnung auf die Normen Mohammeds und der ersten vier Kalifen anstrebt.
    (Kalif: Ist nach dem islamischen Glauben der Nachfolger des Propheten Mohammed, der mit religiösen und politischen Führungen der islamischen Gemeinde betraut ist.)
    Das islamistische Gesellschaftssystem ist mit dem modernen rechtsstaatlichen Strukturen, die im Zuge von Aufklärung und Französischer Revolution entstanden sind, unvereinbar. Im Westen grundlegende Werte wie Menschenrechte, persönliche Freiheit oder Toleranz sind nicht vorhanden.

    Außerdem wird der Begriff im großen Maße, durch die islamischen Bruderschaften (Ägypten, Sudan) und islamistische Parteien, Bewegungen und Gruppen, getragen, die in Teilen terroristische Gewalt als ein Mittel zur Durchsetzung ihrer in erster Linie politischen Ziele betrachten, und erlangte in Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban (eine extreme Ausformung).

    Gegen Ende der Stunde gab Herr Clausen eine kurze Instruktion zu Nathan dem Weisen und der Ringparabel.

    Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines dramatischen Gedichtes von Gotthold Ephraim Lessing. Es besteht aus fünf Akten, wurde 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt.
    Der Kern des Stückes ist die Erzählung der „Ringparabel“ vor dem Sultan.
    In der Schlüsselszene des Dramas lässt Saladin, der muslimische Eroberer Jerusalems, Nathan zu sich rufen und legt ihm die Frage vor, welche der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) er denn für die wahre halte. Aus Gründen, die hier im Einzelnen außer Betracht bleiben können (die aber viel mit Nathans berechtigter Sorge um sein eigenes Leben und das seiner Tochter zu tun haben dürften), nimmt Nathan davon Abstand, die eigene Religion (das Judentum) für die einzig wahre zu erklären. Stattdessen antwortet er mit einem Gleichnis. In diesem Gleichnis besitzt ein Mann ein wertvolles Familienerbstück: einen Ring, der über die magische Eigenschaft verfügt, seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm“ zu machen. Dieser Ring wurde über viele Generationen hinweg vom Vater auf den Sohn vererbt, und zwar (falls mehrere Söhne vorhanden waren) stets an jenen, den der Vater am meisten liebte. Nun hat aber der Mann, von dem die Erzählung handelt, drei Söhne, die ihm alle gleichermaßen lieb sind, sodass er nicht weiß, wem von den dreien er den Ring hinterlassen soll. Schließlich behilft er sich, indem er von einem Goldschmied zwei weitere Ringe herstellen lässt, die beide dem ursprünglichen Ring gleichen. Er hinterlässt jedem Sohn einen Ring, wobei er jedem versichert, sein Ring sei der echte. Nach dem Tode des Vaters ziehen die Söhne vor Gericht, um klären zu lassen welcher von den drei Ringen der echte sei. Der Richter aber ist außerstande, dies zu ermitteln. So erinnert er die drei Männer daran, dass der echte Ring die Eigenschaft habe, den Träger bei allen anderen Menschen beliebt zu machen; wenn aber dieser Effekt bei keinem der drei eingetreten sei, dann könne das wohl nur heißen, dass der echte Ring verloren gegangen sein müsse. Jedenfalls solle ein jeder von ihnen trachten, die Liebe aller seiner Mitmenschen zu verdienen; wenn dies einem von ihnen gelinge, so sei er der Träger des echten Ringes.





    Die Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung und als pointierte Formulierung der Toleranzidee. Dem zugrunde liegt die Analogie, dass der Vater für Gott, die drei Söhne für die drei Weltreligionen und der Richter für Nathan selbst steht. Die Aussage der Parabel wäre demnach, dass Gott die drei Religionen gleichermaßen liebe.



    Lessing plädiert an in dieser Textstelle für mehr Toleranz, außerdem
    wird er Sozialgeschichtlich als Befürworter der Emanzipation eines sich konstituierenden Bürgertums verstanden.

    Wenn also alle Menschen nach der Ansicht von Nathan Leben würden, gäbe es theoretisch keinen Terrorismus.
    Doch wenn wir der Gegenwart ins Auge sehen, könne wir unschwer erkennen, das dem nicht so nicht.
    Deshalb kann ich mich Becks und Alda al-Ashanie Meinung nur anschließen, den
    in Angesicht dessen, ist nur die offene Gesellschaftsform eine kontinuierliche Lösung, Geschlossen Gesellschaften schaffen dem Terrorismus mehr und mehr Freiraum und führen zu weiteren Panikausbrüchen wie vor Tagen im Irak, wo ein riesiges Panikchaos, 1000 Menschen das Leben kostete.
    Wir sollten weiterhin dem Terrorismus öffentliche Parole bieten, und nicht auf das kaum noch erträgliche Geschwätz unserer Deutschland würde gerne rettenden Politiker a la Beckstein schauen, sondern nach wie vor öffentliche Veranstaltungen, U-Bahnen, Flughäfen und sonstige menschgebündelte Orte nicht aufgrund unsere Angst umgehen, denn die frisst die Freiheit, die jedem Menschen niemals vorenthalten werden sollte.



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