Ich bin dabei abzurutschen...

www.Psychologie-Netzwerk.de
Verfügbare Informationen zu "Ich bin dabei abzurutschen..."

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Joyleen - Lucia - Amanda - Absimiljard - netzmaus - Jessica
  • Forum: www.Psychologie-Netzwerk.de
  • Forenbeschreibung: Hier geht's zum neuen Forum
  • aus dem Unterforum: Psychische Probleme und Leiden
  • Antworten: 13
  • Forum gestartet am: Sonntag 30.01.2005
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Ich bin dabei abzurutschen...
  • Letzte Antwort: vor 18 Jahren, 20 Tagen, 19 Stunden, 38 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Ich bin dabei abzurutschen..."

    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Joyleen - 28.02.2005, 21:05

    Ich bin dabei abzurutschen...
    Hallo,

    ich habe ein echtes Problem, ich fange langsam an, wieder abzurutschen, heute fing es an, ich stehe total unter Druck, muss mich zwingen, mich nicht selbst zu verletzen, angefangen hat es heute Mittag, erst hatte ich ein Gespräch mit meinem neuen Therapheuten, das fand ich ziemlich belastend, da ist mir nochmal deutlich geworden, wie sehr mir mein Stationstherapheut fehlt, ich vermisse ihn richtig, ich möchte ihn wieder haben, ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll, ich mochte ihn so, hab ihn heute auch nochmal kurz gesehen, er ist echt süß und so lieb, er kannte mich total gut und er wusste alles von mir und jetzt muss ich wieder zu jemand neuem, einen über 50 jährigen, mir kommen jetzt beim schreiben total die Tränen, bin fertig mit der Welt. Diese Umstellung ist so *****e... :cry: Ich will wieder zu meinem Stationstherapheuten, aber leider geht das nicht... So ein Mist...
    Habe heute schon 3 Stunden aufgeräumt und sauber gemacht, um mich abzulenken, aber nützt alle nix, mir ist schon ganz übel, mich packt die totale Panik, bitte helft mir, was kann ich machen? *schnief*

    Eine ganz traurige und verzweifelte Joyleen



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Lucia - 28.02.2005, 21:19


    Oh Joyleen :goodman: ,

    wenn dir dein jetziger neuer Therapeut nicht zusagt, kannst du nicht zu jemand anderes gehen der dir vom ersten Tag an gefällt, wo dein Empfinden gleich sagt, ja der oder die ist es?

    Trennungen sind immer schlimm, tun weh, schmerzen in der Seele. Aber man kann kaum was dagegen machen und auch Trennungen lassen uns Seelisch wachsen. Das du es geschafft hast dich noch nicht zu verletzen, klasse, einfach Spitze, bitte versuche es weiter durch zu halten, du schaffst es bestimmt.

    Vergrabe dich jetzt nicht in einen Schmerz, ich denke das Aufräumen war schon gut. Schreibe aus was du empfindest was du fühlst, schlisse den Brief dann und lege damit auch dein Empfinden ab, versuche es, bei mir geht es, wenn auch nicht 100% aber zumindest so das es erträglich wird. Oder singe, selbst wenn du nicht singen kannst, egal, schreie es einfach raus, mache deine Musik an und singe mit (tut mir auch immer gut).

    Na ja, du kannst deinen alten Therapeuten leider nicht einpacken und mitnehmen, wäre cool was? Geht aber nicht, also musst du zusehen das dein innerer Schmerz so gering wie möglich in der schlimmsten zeit gehalten wird, damit du selber damit umgehen kannst.

    Oder schreibe hier auf im Forum was du empfindest, pflücke alles genau auseinander. Na ja, ich bin nur ein Laie, kenne mich nicht aus in der Psychologie, ich kann nur sagen war mir zurzeit hilft um irgendwie über Wasser zu schwimmen, schwimmen wir zusammen.

    Liebe grüße von
    Lucia
    :wink:



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Joyleen - 28.02.2005, 21:49


    Ich denke mit dem Therapheuten kann ich mich wohl anfreunden, aber das Problem ist auch, dass ich ihm kaum eine Chance gebe, weil ich eben von dem anderen nicht loslassen kann und wieder zurück möchte. Ich muss da wohl oder übel durch, aber er fehlt mir so. Ich hatte ihm auf der Station schon einen Abschiedsbrief geschrieben, wo er sich wirklich drüber gefreut hat und ich hatte ihn gelobt und ihm danke gesagt, er war richtig gerührt und dann habe ich ihm noch was geschenkt. Ich kann einfach nicht loslassen, das ist mein Problem. Ich sitze hier und heule mir die Seele aus dem Leib, so eine *****e!
    Mit meinem Freund möchte ich auch nicht darüber reden oder ich möchte auch nicht, dass er merkt, dass es mir schlecht geht, möchte ihm das nicht antun.
    So ein Mist! :cry:

    Lucia, ich werde es gleich mal mit dem singen versuchen! Danke für deine lieben Worte, evtl werde ich auch etwas aufschreiben, das tut bestimmt gut.



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Amanda - 01.03.2005, 12:09


    Joyleen hat folgendes geschrieben: Ich denke mit dem Therapheuten kann ich mich wohl anfreunden, aber das Problem ist auch, dass ich ihm kaum eine Chance gebe, weil ich eben von dem anderen nicht loslassen kann und wieder zurück möchte. Ich muss da wohl oder übel durch, aber er fehlt mir so. Ich hatte ihm auf der Station schon einen Abschiedsbrief geschrieben, wo er sich wirklich drüber gefreut hat und ich hatte ihn gelobt und ihm danke gesagt, er war richtig gerührt und dann habe ich ihm noch was geschenkt. Ich kann einfach nicht loslassen, das ist mein Problem. Ich sitze hier und heule mir die Seele aus dem Leib, so eine *****!
    Mit meinem Freund möchte ich auch nicht darüber reden oder ich möchte auch nicht, dass er merkt, dass es mir schlecht geht, möchte ihm das nicht antun.
    So ein Mist! :cry:

    Lucia, ich werde es gleich mal mit dem singen versuchen! Danke für deine lieben Worte, evtl werde ich auch etwas aufschreiben, das tut bestimmt gut.

    Liebe Joyleen,

    Du hast sicherlich auch in der Therapie gelernt, daß Du Deine Gefühle ausdrücken und mitteilen sollst. Es ist nicht fair, wenn Du Deinem Freund nichts sagst. Denn Menschen, die einen lieben, merken meist auch ohne, daß man etwas sagt, daß es einem schlecht geht. Aber er kann nicht wissen, warum es Dir schlecht geht und vielleicht glaubt er dann sogar, er sei daran Schuld. Also wäre es besser, einfach mit offenen Karten zu spielen. Dann kann er Dich auch trösten und versuchen dir zu helfen.
    Du solltest ihm schon die Sicherheit geben, daß es nichts im ihm zu tun hat, daß es Dir schlecht geht.

    So eine Umstellung ist sicherlich wahnsinnig schwer. Aber Du mußt Dir auch vor Augen halten, daß jede Umstellung, jede Neuerung und jeder Verlust gleichzeitig auch immer eine neue Chance bedeuten, wenn Du Dir selbst diese Möglichkeit zuläßt, es als Chance zu akzeptieren.

    Klar, sicherlich ist der 50-jährige ein gänzlich anderer Charakter, aber vielleicht kann er Dir ja sogar noch ein bisserl besser helfen. Vielleicht durch das Mehr an Lebens- und Berufserfahrung, die er hat. Vielleicht gewöhnst du Dich sogar so an ihn, daß er Dir nach einiger Zeit noch wichtiger geworden ist, als der Therapeut in der Klinik. Das könnte doch alles sein, nicht wahr?

    Schließlich hattest du damals vor der Klinik auch Muffensausen und schau, wie positiv Du es jetzt siehst. Erinnere ich mich noch richtig, daß Du damals sogar zeitweise gar nicht in die Klinik wolltest?

    Das gleiche kann Dir mit dem neuen Therapeuten passieren, wenn Du es zuläßt. Er kann Dir nicht helfen, wenn Du blockst, das weißt Du auch.

    Du hast es schon so weit geschafft Joyleen, das klappt auch noch weiter.
    Bloß jetzt nicht schwächeln :wink: Die Kraft hast Du, sie steckt in Dir. Nutze sie!

    Ganz liebe Grüße
    Amanda



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Absimiljard - 01.03.2005, 17:11


    Kopf hoch..such dir eine/n neue/n...und versuch es weiter und jetzt solltest du wohl versuchen etws zu unternehmen..raus gehen..irgendeinen Unfug machen wie Springbrunnen mit Speisefarbe einfärben oder ne Eiswürfelschlacht bei McD...irgendwas was dich ablenkt und vieleicht auch ein wenig spaß macht...



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Amanda - 02.03.2005, 09:02


    Absimiljard hat folgendes geschrieben: Kopf hoch..such dir eine/n neue/n...und versuch es weiter und jetzt solltest du wohl versuchen etws zu unternehmen..raus gehen..irgendeinen Unfug machen wie Springbrunnen mit Speisefarbe einfärben oder ne Eiswürfelschlacht bei McD...irgendwas was dich ablenkt und vieleicht auch ein wenig spaß macht...


    :wav: Springbrunnen mit Speisefarbe einfärben ???? HIHIHIH, tolle Idee, bei -13Grad bei uns zuhause heute morgen, würden die Eiszapfen sicher super geil aussehen :lol: :lol: :lol:



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    netzmaus - 02.03.2005, 10:15


    Bei uns sinds minus 6. Aber die bunten Eiszapfen?? Genial!!
    :lol: :lol: :lol:



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    netzmaus - 02.03.2005, 10:16


    Liebe Joyleen,

    ich weiß, dass das sehr hart ist, wenn man einen Menschen, an dem man sehr hängt, verliert. Das ist mir auch schon passiert, deshalb kann ich das nachfühlen. Ist übrigens gar nicht so lange her.
    Du hängst an deinem Therapeuten, klar!! Er ist ja der Mensch, der die ganze Zeit bei dir war, der als einziger auf der ganzen Welt deine Probleme verstanden hat. So ist es mir auch gegangen, als ich mal in einer Gesprächstherapie war. Ich konnte mit niemandem über meine Probleme reden. Erstens hatte ich Angst, dass jeder aber auch jeder gegen mich war. Ich hab mich schuldig gefühlt, an sämtlichen Fehlern, die andere gemacht haben. Also suchte ich mir im Telefonbuch eine Telefonnummer raus (Internet hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht) von einer psychologischen Beratungsstelle und bin hingegangen. Der erste Eindruck von dem Therapeuten war ziemlich abstossend (ein bissel schlampig im Kleidungsstil).
    Im nachhinein erwies sich aber gerade ER als genau dieser Mensch, der als einziger meine Probleme verstand. Das erste Mal habe ich geheult, mir alles von der Seele geredet. Ein wenig irritiert war ich, dass er alles mitschrieb, aber ich war ja das erste Mal bei so was. Jedenfalls hab ich mich immer mehr gefreut, wieder mit ihm zu reden. Ich gebe zu, ich hab mich sehr an ihn gehängt, weil ich ihn für DEN Menschen hielt, der mir einzig und allein helfen konnte und vor allen Dingen WOLLTE!! Nun ja, ein halbes Jahr haben wir miteinander zugebracht, meine Probleme lösten sich immer mehr auf.
    So war es!! ER war für mich der einzigste Mensch auf der ganzen weiten Welt, ich fühlte mich wie im siebten Himmel, aber wiederum nicht so, dass ich für ihn sonst was getan hätte.
    Ich entnehme deinen Worten, dass es aber bei dir ein wenig mehr ist. Nur musst du auch darüber nachdenken, dein Therapeut ist ein Mensch, der anderen Menschen mit Problemen hilft. Und jedem Betroffenen wie dir und mir, geht es genauso. Man denkt: Nie hat mich einer verstanden - Nur ER versteht mich. Ich möchte am liebsten mit ihm zusammensein.
    Nur: DAS GEHT NICHT!! Weil er eben sein eigenes Leben führt, es ist sein Beruf, anderen Menschen zu helfen. So wie es meiner ist, als Sozialarbeiter. Er hat wahrscheinlich eine Familie, mit der er sehr glücklich ist, hat seine Probleme, um die er sich genauso kümmern muss.
    Er hat dich aus der Therapie entlassen, weil er denkt, dass du soweit bist, dein Leben nun weiter so positiv zu gestalten, wie er es dir gezeigt hat. Also hat er Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten. Nun nimm also auch dein Leben in die Hand, mach das Allerbeste daraus. Klar brauchst du noch Hilfe. Die Hilfe bekommst du von uns und auch von deinem neuen Therapeuten. Erzähl ihm doch davon, dass du Schwierigkeiten hast, dich von dem anderen Therapeuten zu trennen, er wird dir dabei helfen, auch diesen Schritt noch zu bewältigen. Außerdem sind wir ja für dich auch noch da.

    Also, alles Liebe
    Netzmaus



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Joyleen - 02.03.2005, 19:26


    Hallo Netzmaus und die anderen,

    danke für die lieben und aufmunternden Worte!

    Hihi, bunte Eiszapfen! :lol:

    Von der Stimmung geht es mir nicht gut, ich mache ja zur Zeit das Praktikum im Kindergarten, Belastungserprobung, ich habe ja auch Erzieherin gelernt, das Praktikum läuft super, also kann mich nicht beklagen.
    Ich werde ja auch von einer Sozialpädagogin betreut in dem Praktikum und sie sagte mir, ich soll sie sofort anrufen, wenn irgendwas ist und das habe ich dann getan, nachdem ich bestimmt 45 min nur geweint habe, das im Bus und am Bahnhof etc, war mir ziemlich unangenehm, die dachten bestimmt auch, was ich denn für eine bin, naja, die im Kiga wissen, dass ich 4 Monate stationär war, habe auch nur gesagt wegen Depressionen und Ängste, mit mehr können die eh nichts anfangen. Also die wissen Bescheid über alles und unterstützen mich ganz toll.
    Naja und heute morgen stand ich dann da und wusste nicht, ob ich reingehen soll oder nicht, hab sie dann angerufen, sie hat mir total Mut gemacht und sagte, ich soll einfach mit der einen Erzieherin sprechen, dass es mir nicht gut geht, sie hat es dann auch sofort gesehen und ich war am weinen, naja, aber diese Umstellung von der Station auf Zuhause ist echt schwer, vor allem auch wegen meinem Therapheuten.
    Aber ich werde versuchen, es aus der Sicht zu sehen, wie du es geschrieben hast, damit hast du Recht! Er wusste auch, dass ich etwas verschossen in ihn bin, ich habe mit ihm mal ganz offen darüber gesprochen. Ich denke, das ist auch auf jeden Fall ein Grund. Aber es ist an der Zeit, endlich loszulassen, ich überlege, ob ich ihn evtl nochmal anrufen soll, aber ich glaube, das würd es mir noch schwerer machen. Abstand wird erstmal das beste sein.
    Ich werde mit meinem neuen Therapheuten darüber sprechen.
    Ist auch echt doof, dass mein Freund diese Woche Spätschicht hat.
    Ich glaube,ohne meine Mediakamente würde ich hier Zuhause elendig zugrunde gehen. Gott sei Dank gibt es sowas.
    Ich bin echt froh, dass ich euch habe und es dieses Forum gibt.
    DANKE FÜR ALLES VON GANZEM HERZEN!

    Alles Liebe, Joyleen :kiss



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    netzmaus - 02.03.2005, 22:22


    Hallo Joyleen,

    ich hab auch schon im Bus geheult und in der Straßenbahn und im Einkaufszentrum. Und jeder hat es wahrscheinlich gesehen. Na und??
    Besser wäre es wahrscheinlich gewesen, wenn jemand mal gefragt hätte: Was hast du denn?? Aber heutzutage hat jeder nur mit seinen eigenen Problemen zu tun, viele kümmert es auch gar nicht, was mit einem los ist.

    Und ja, die Umstellung von der stationären Behandlung stelle ich mir sehr schwer vor. Von dauerndem Betreutsein (selbst beim kleinsten Stolpern wird nachgefragt - Oder????) zum Alleine-Bewältigen-Müssen draußen, und dann jemand Fremdes, den man vorgesetzt bekommt. Und man muss wieder alles von vorn erzählen - Nicht wahr??

    Und das mit dem Verlieben, das kann sehr schnell passieren. Man glaubt ja, nur dieser Mensch versteht mich, ich brauche ihn soooo sehr. Ich möchte für immer mit ihm zusammen sein. Wir passen doch sooo gut zusammen. Er wird mir immer helfen, wenn ich in Not bin .....
    STOP!!!!! Jetzt denk mal nach. So etwas hält niemand auf die Dauer aus. Sowohl er nicht - als auch du nicht. Irgendwann würde er zu dir sagen: So, nun ists aber genug! Und du wirst mit Sicherheit ganz schnell genervt sein von den ewigen "Vorschriften" - glaub mir!!
    Und dein Freund wird darüber überhaupt nicht glücklich sein - weil du nicht zulässt, dass er dir hilft. Sprich unbedingt mit ihm über deine Gedanken - er wird es verstehen. Schließlich ist er ja die ganze Zeit schon für dich da - Oder??

    Und die Medikamente - möchte ich dir sagen - Vorsicht!!! Du verlässt dich zusehr darauf. Lies mal was LittleBigMan dazu schreibt.

    Und in der Kita. Du hast dort doch auch erfreulicherweise großartige Unterstützung, wie ich deinen Worten entnehme. Was bessseres kann dir doch gar nicht passieren! Nur musst du jetzt eben versuchen mitzuarbeiten (an dir selbst). Nicht zu vergessen dieses Forum hier, dass zum Beispiel mir aus meiner tiefen Sackgasse geholfen hat.
    Hey, konzentrier dich darauf, was du beruflich machst. Die Beschäftigung mit Kindern ist eine große Erfüllung (auch bei mir!) Sie brauchen UNBEDINGT deine Hilfe - in jeder Hinsicht! Für mich gibt es keinen besseren Job.

    Liebe Grüße
    von der Netzmaus :) :) :)



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Joyleen - 07.03.2005, 20:07


    Ich hatte heute wieder einen ziemlichen Absturz, ich war in der Ambulanz vom LKH, war bei der Ärztin, hatte einen Termin, dort habe ich die Ärztin und meinen neuen ambulanten Therapheuten, ich hab voll geheult, naja, dann musste ich wegen einer Bescheinigung nochmal auf die Station, da saßen dann 3 Pfleger und mein ehemaliger Therapheut im Pflegezimmer, konnte grad vorm heulen noch so eben rausrennen, bin dann zu einer ehemaligen Mitpatientin und habe so geheult und sie hat dann meinen ehemaligen Therapheuten geholt, ich hab mir schon gedacht, ich krieg bestimmt Ärger, weil ich vor den anderen so heftig geheult habe.
    Naja, sind dann in sein Zimmer gegangen und ich hab so heftig geheult, konnte nix mehr sprechen, habe eine ganze Packung Taschentücher verbraucht, er hat sich total Zeit für mich genommen, saß bestimmt ne halbe Stunde da, er meinte, ich bin dabei, wieder in alte Verhaltensweisen zu fallen, er hat gemerkt, dass ich von ihm überhaupt nicht loslassen kann und hat mir gesagt, ich soll mich nicht so abhängig von ihm und von anderen machen, auch wenn das schwierig ist.
    Ich soll das anwenden, was ich gelernt habe und an die positiven Sachen denken, die ich geschafft habe. Es ist alles so schwer, die Angst frisst mich wieder total auf, und die Depressionen.
    Er meinte auch, ich soll versuchen, mich in die Depression nicht so hereinfallen zu lassen. Soll mir gutes tun.
    Naja, jetzt weiß ich wenigstens, dass er weiß, wie dreckig es mir geht, wollte, dass er das nochmal weiß. Damit geht es mir besser.
    Später sagte mir dann eine von der Pflege, sie hat mich zur Seite genommen, dass das nicht geht, dass ich da die ganze Zeit vor den anderen weine, dass sie die schützen muss, weil sie auch klarkommen müssen und wenn ich da wäre, würden sie mich genauso schützen, also da habe ich deutlich zu verstehen bekommen, dass das nicht so weitergeht. Sie sagte, wenn irgendwas ist, dann soll ich mich an meinen ambulanten Therapheuten wenden.Ich fühle mich dadurch irgendwie abgelehnt, ich weiß, dass ist jetzt meine eigene Empfindung, sie tut halt nur ihren Job.
    Ich werde nur noch am Donnerstag nochmal hingehen und meinen Zahlschein für die Krankenkasse abzuholen und dann werde ich nie wieder auf die Station gehen, wenn ich mich mit jemanden treffen möchte, dann mache ich es in der Stadt, denn wenn ich immer wieder zurück auf die Station gehe bekomme ich nie Abstand.
    Ich wünschte, ich hätte diese Depressionen und Ängste und alles andere nicht, warum bin ich nicht ein ganz normaler Mensch wie jeder andere auch! *schnüff*
    Donnerstag habe ich den Termin beim Therapheuten, da bin ich wirklich froh, heute habe ich von einer Mitpatientin auch gehört, dass er total klasse sein soll, da freue ich mich, jetzt liegt es halt an mir, muss mich darauf einlassen.
    Ich denke, jetzt kann ich es, werde wie gesagt nur am Donnerstag den Zahlschein holen und dann werde ich mich innerlich verabschieden.Naja.
    Werde weiterhin schön brav in den Kindergarten gehen und versuchen, Tagesstruktur zu bekommen, ach man,ist alles nicht so einfach, ich hoffe, von euch kann mir jemand helfen, ich brauche euch!

    Joyleen *schnüff*



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    Jessica - 07.03.2005, 20:20


    Liebe Joyleen,
    leider kann ich nicht viel schreiben (ich habe morgen Examensprüfung, *schluck*). Aber ich wollte Dir nur sagen, dass Rückfälle dazu gehören.

    Schön sind sie natürlich nicht, aber stell Dir vor, es wäre so einfach, sich total in kurzer Zeit zu ändern: Das wäre doch auch irgendwie seltsam.

    Du weißt, dass Du schon viel geschafft hast! Das ist Top! Lass Dich von dem Rückfall nicht verunsichern. Du hast hart gearbeitet und ein Recht darauf, dass es Dir besser geht. Und das wird es auch - auch wenn Du es Dir im Moment noch nicht vorstellen kannst!

    An schlechten Tagen denke ich mir immer, wie sehr wir Menschlein doch alle in einem Boot sitzen: Jedem geht es mal schlecht und leider denkt man immer, man sei der einzige... :-( Aber das ist (leider) das Leben. Bestimmt von Schwankungen.

    Manche Psychotherapieschulen sagen, dass genau diese SChwankungen uns weiterbringen: Wir müssen uns mit PRoblemen auseinandersetzen - aber wachsen aus ihnen.

    Liebe Joyleen,

    denke an all die Kraft, die Du gehabt hast, um so weit zu kommen. Das alleine schon kann Dir keiner mehr nehmen!!

    LG
    Jessica



    Re: Ich bin dabei abzurutschen...

    netzmaus - 08.03.2005, 13:35


    Hallo Joyleen,

    Sicher fühlst du dich jetzt abgelehnt - aber du musst wirklich versuchen Abstand zu gewinnen. Du kannst weder deinen Therapeuten heiraten noch kannst einfach nur mit einer Begleitung weiterleben - das geht wirklich nicht!!

    Aber ich kann dir das nachfühlen, denn ich war mal hoffnungslos in eine e-Mail-Bekanntschaft verliebt, er war auch so was wie ein Psychologe für mich. Er war verheiratet, glücklich mit seiner Familie .... aber er hat mir sowas wie Selbstvertrauen gegeben. Dass ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht hatte. Ich war sooooo glücklich. Dass es in die Hose ging, ist zwar anderen Umständen zu verdanken, aber ich hing an ihm. So sehr, dass ich alles aufgegeben hätte, auch meine eigene Familie. Man klammert sich an solche MEnschen, weil man glaubt, nur sie verstehen einen und seine Probleme. Aber jeder einzelne von ihnen lebt nun mal sein eigenes Leben. Und für dich kommt es darauf an, dass du dein eigenes Leben lebst, und nicht das eines anderen.

    Geh zu deinem Therapeuten, sprich mit ihm darüber, was dir passiert ist. Im gewissen Maße gehören solche Rückschläge auch zum Heilungsprozess dazu, ist mir auch letztens passiert, als ich am anderen Morgen aufstand, hatte ich Klumpen als Augen von der Heulerei.

    Und ja, geh weiter in den Kindergarten - ich hoffe doch dass du brav bist *ggg*!!

    Also nochmal: Zur Umstellung gehören auch Rückschläge, du kannst nicht davon ausgehen, dass die Probleme auf einmal für immer verschwunden sind. Das dauert eine lange Zeit. Mir geht es doch genauso!!
    Du musst dir nur immer vor Augen halten und akzeptieren, dasss so was passieren kann. Nimm deine Angst an. Hast du nicht irgendwelche Hobbys? Irgendwas was dir Freude bringt.
    Ich zum Beispiel male, schreibe komische Texte für Webseiten, treibe mich in ebensolchen Foren rum, mache Meditation, autogenes Training, höre Rammstein in meinem Alter (44), treibe es soweit, dasss ich mich für meine Jugendlichen aufopfere, ihnen helfe bei Problemen usw. usw.

    Klammere dich doch einfach mal an deine Kids im Kindergarten, konzentriere dich voll auf ihre Bedürfnisse an ihre großen und kleinen Kummer, auch sie haben manchmal sehr schwerwiegende Probleme, mit ihren Familien, mit sich selber.
    Das wäre doch eine große Herausforderung!!! Anderen Menschen helfen!! Man bekommt auch bei kleiinen Kindern positive Rückmeldungen. Denk mal dran, wie schön ist es, wenn sie dich umarmen, knuddeln und Schmatzer aufdrücken, wenn sie nur zu dir kommen, wenn sie weinen. Daraus schöpfe ich unheimlich Kraft! Versuchs doch mal!!

    Liebe Grüße
    Die Netzmaus :wink: :wink: :wink:



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum www.Psychologie-Netzwerk.de

    Ninschen´s Vorstellung - gepostet von Ninschen am Dienstag 22.02.2005



    Ähnliche Beiträge wie "Ich bin dabei abzurutschen..."

    dabei - Anonymous (Donnerstag 05.10.2006)
    Hier bin ich ^--^ - Latyria (Sonntag 03.10.2004)
    bin dabei wenns kla geht ! - Dj One Shotz (Sonntag 18.03.2007)
    Von der Trommel zum Mobilfunk - Hutzler (Montag 02.05.2011)
    Bin Online - Admin-Ätchen (Dienstag 20.03.2007)
    Bin in Urlaub - Ilf (Mittwoch 09.08.2006)
    hintsch, ich bin enttäuscht... - lofrain (Sonntag 15.04.2007)
    Ich bin ich und wer bist du? - Keyra (Sonntag 01.10.2006)
    paar tage weg bin - Bel (Montag 27.12.2004)
    hey bin auch daaa - Blondi (Sonntag 01.10.2006)