der ideale trainer

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    Re: der ideale trainer

    iceprincess - 17.08.2005, 15:26

    der ideale trainer
    ich würde gerne einmal wissen,wie eure trainer mit euch umgehen. da ich immer wieder einmal woanders trainiere, habe ich schon sehr viele trainer kennengelernt oder zumindest beobachtet und muss sagen, das es gravierende unterschiede gibt. jeder trainer hat seine eigene art und weise, seine schüler zu trainieren, sein eigenes mass an respekt und sein eigenes mass an druck. doch welche trainer ist der beste und für wen eignet sich welcher trainer am besten? ich habe mal so grob drei arten von trainern zusammengefasst:

    modell "alte schule" der trainer im modell alte schule ist der strengste. man muss immer 200% geben, vorher ist er nicht zufrieden, mit anderen worten nie. der schüler muss sich sehr anstrengen und darf nicht links und rechts schauen. er hat sich voll und ganz auf den trainingsinhalt zu konzentrieren und ohne wenn und aber das zu tun, was der trainer von ihm verlangt. der trainer (oder natürlich auch die trainerin) vermittelt ein hohes mass an respekt. meistens lassen sich solche trainer nicht mit du ansprechen und vermitteln oft ein starkes gefühl der überlegenheit. der schüler wagt es also selten, eine anweisung des trainers zu hinterfragen oder sich gar zu widersetzen. obwohl ich kein fan der rabiaten und harten alte-schule-trainingsmethoden bin, habe ich damit doch die besten erfahrungen gemacht. lange hatte ich eine solche trainerin und sie duldete zum beispiel keine verletzungen. nach jedem sturz musste ich sofort aufstehen und weitermachen, etwas anderes kam nicht in die tüte. obwohl sie mich oft angebrüllt hat und ich den tränen nahe war, habe ich bei ihr am meisten gelernt. zugegeben, sie hat mir manchmal richtig angst gemacht, aber durch den druck und das nicht lockerlassen habe ich sehr schnell grosse fortschritte gemacht. ich lernte, dass eislaufen ein harter sport ist und ich habe sehr viel an selbstvertrauen gewonnen.
    ich denke jedoch nicht, dass sich ein solcher trainer für kleine kinder eignet. jemand der manchmal fast wutausbrüche bekommt (was ich im übrigen total übertrieben finde), sollte auf keinen fall auf kleine kinder losgelassen werden, denn das bringt überhaupt nichts. die kinder haben nicht mehr respekt, sondern angst vor dem trainer und machen deshalb vielleicht dumme fehler. am schlimmsten sind solche trainer, wenn sie von der eltern beordert werden, ihre kinder zu trainieren. ich habe mir damals diese trainerin selbst ausgesucht, weil ich wusste dass ich diesem druck standhalten würde, aber für ein kleines kind wäre das nix.
    meine trainerin hatte aber ein sehr gutes technisches wissen und konnte mir bei jedem wettkampf schon fast genau sagen, welchen rang ich bekommen würde. sie war bei wettkämpfen zwar immer noch von einer harten schale umgeben und fieberte mit, aber sie hat mir stets sehr gute tipps gegeben und mich mental optimal auf einen wettkampf vorbereitet.

    modell 0815 den 0815-trainer trifft man ziemlich oft. ich schätze mal, die mehrheit aller trainer gehört zu den 0815-trainern. sie haben oft einen schüler nach dem anderen, tag ein tag aus. meistens unterrichten sie jugendliche und sind selber nicht mehr unbedingt aktiv. sie sind streng, aber nicht zu streng, eignen sich also besser für kleine kinder. ich finde, der 0815-trainer zeichnet sich dadurch aus, dass er oft zu viele kinder unterrichtet und aus dem eislaufunterricht ein universalunterricht macht. mal da korrigieren, mal dort zuschauen. mir ist aufgefallen, dass bei solchen trainern meist alle läuferinnen etwa dasselbe programm laufen. die trainer kennen ihre läuferinnen nicht und machen in einer unterrichtsstunde oft alle figuren einmal durch, anstatt an einer bestimmten figur zu feilen. sie schaffen ein solides grundniveau der läuferinnen (etwa bis zu den doppelsprüngen), danach sind sie aber zu wenig qualifiziert, um einen richtigen spitzensportler hervorzubringen. oft fehlt es ander eigenen erfahrung.

    modell "allesversteher" meine erste trainerin war eine allesversteherfrau. sie unterrichtete vorwiegend eher kleinere kinder und machte einen sehr spielerischen unterricht. sie schimpfte selten und wenn sie es doch tat, dann immer nur wenig. ich ging sehr gerne zu ihrem unterricht, weil sie ihn immer lustig und abwechslungsreich gestaltete. aber als ich ein bisschen älter wurde, war sie mir zu wenig streng. ich konnte einen sprung katastrophal falsch machen und sie sagte einfach "komm, mach es nochmal, das war jetzt nicht sooo gut wie grade eben". das ist zwar sehr angenehm, weil man nicht zu ohren bekommt wie schlecht man ist, aber auf die dauer hätte mir eine solche trainerin nichts gebracht. sie war viel zu brav. wenn es bei einem wettkampf nicht geklappt hat, hat sie mich getröstet und mir vorgeschlagen, zu einem anderen wettkampf zu gehen, anstatt zu schauen, womeine fehler lagen und diese zu verbessern. der sport war mehr freizeitbeschäftigung als sport. so eine trainerin eignet sich hervorragend für kleine kinder oder erwachsene ambitionen, aber nicht im leistungssport. ich finde, wenn man nicht sagen kann, dass eine figur scheisse war oder eine schrittfolge einfach nicht sitzt, sollte man keine leistungsläuferinnen trainieren. viele dieser läuferinnen hätten das potenzial, etwas aus ihrem talent zu machen, aber wenn alles immer nur nach dem motto "friede-freude-eierkuchen" geht, bringt das auch nix.

    wer ist eurer meinung nach der ideale trainer? was muss der trainer können? meiner meinung nach ist der ideale trainer vom technischen her gesehen der, der so weit unterrichtet, wie er es selber gelernt hat. natürlich kann man von keinem trainer verlangen, dass er aus dem stehgreif einen dreifachaxel vorzeigt, das wäre auch gar nicht nötig. leider ist es aber oft so, dass jeder laie trainer werden kann, auch zum beispiel leute die vor fünfzig jahren einmal einen doppelsprung gestanden haben. solche leute eignen sich einfach nicht für den trainerberuf und sind zu unerfahren. alleine schon das material (schlittschuhe) haben sich sehr stark geändert. ich bin der meinung, dass ein trainer, derleistungssportlerinnen unterrichtet, mindestens jeden sprund doppelt springen können muss oder es kurz zuvor noch konnte. wenn der trainer viel erfahrung hat, kann er besser auf den schüler eingehen und sich in ihn hineinversetzen. gerade im leistungssport wird oft viel zu viel zeit vergeudet und talent verbraucht, weil viele trainer nicht wissen, auf welche nuancen es bei einem sprung ankommt....



    Re: der ideale trainer

    icegirl - 18.08.2005, 19:25


    Als ich früher in NRW trainiert habe, hatte ich eine strenge trainerin.
    manchmal hab ich mich mit ihr in die Wolle gekriegt, aber wir haben uns immer schnell vertragen.Sie konnte uns alle Elemente zeigen und besonders gut die Schritte.
    Jetzt im Saarland bin ich bei mir in der Gruppe die beste und muss den anderen immer alles vormachen da unsere Trainerin das aufgrund einer Verletzung nicht mehr kann.Sie lässt auch vieles durchgehen und wenn sie mir was neues beibringen wollte mussten immer andere aus einer anderen gruppe kommen und mir das dann vormachen.
    Nach dem Sommer bin ich aber wahrscheinlich bei einer anderen Trainerin, da ich jetzt wieder Doppelsprünge trainieren werde und der Leistungsstand in meiner bisherigen Gruppe einfach zu unterschiedlich war.
    Die meisten konnten noch nicht mal einen rittberger sauber springen und ich musste immer alles zeigen so dass ich mir nie selber was beibringen konnte.
    Kennt ihr sowas??



    Re: der ideale trainer

    iceprincess - 19.08.2005, 10:00


    ich würde mal sagen, ein grossteil der trainer ist viel zu wenig gut. viele trainer sind vor x jahren mal eisgelaufen und können nur sehr wenige oder nicht mal eine einzige figur vorzeigen. für den anfänger geht das ja noch, aber spätestens beim axel bin ich der meinung, dass ein trainer sowas vormachen können müsste.
    ich finde im übrigen besonders in der schweiz das trainerausbildungssystem ziemlich schwachsinnig. man braucht lediglich einen bestimmten test und kann dann trainer werden. wenn man also z.b. den erforderlichen niveautest im eistanzen hat, schön und gut, aber das heisst noch lange nicht dass man auch einzellaufen kann! deswegen gibt es viele trainer, die zwar super eistanzen können, aber null ahnung von doppelsprüngen haben. manchmal dauert es echt lange, bis man das merkt und oftmals ist es auch der einzige trainer in einem verein... das finde ich echt schade, dass es viele trainer gibt, die in ihrem letzten leben mal einen sprung beherrschten oder sachen unterrichten, die sie selber nie konnten...



    Re: der ideale trainer

    nathalie1986 - 03.02.2006, 15:41


    alsi ich würde meine trainr definitiv alle der ersten gruppe zuordnen. meine eltern wollten ja unbedingt, das ich in der rhythmische sportgymnastik eine karriere mache und sie haben immer sehr genau darauf geachtet, dass meine trainer(innen) streng waren. sie haben solche für mich ausgesucht, die streng und hart waren, damit ich auch weiterkam und nicht nur kindegartenkram machte.
    besonders als ich noch klein war, hatte ich manchmal richtig angst vor den trainern. ich hatte immer angst, es nicht gut genug zu können und dass ich dann eine strafe kriegen würde. die strafe kam zwar nicht von den trainern, aber später von den eltern. trotzdem verband ich mit meinen trainern oft schlechtes und fürchtete mich vor ihnen.
    später hatte ich zwar nicht mehr "macht" gegenüber den trainern, aber als ich älter war, durchschaute ich langsam deren unterrichtsprinzip. ich hatte zwar immer noch auf eine art angst vor ihnen, weil sie wirklich superultrastreng waren, aber ich bibberte nicht immer vor dem training.
    jetzt mal abgesehen davon ob ich es wollte oder nicht, im nachhinein muss ich sagen, dass ich bei den strengeren trainern schon viel gelernt habe. ich bin unter eiem sehr grossen druck gestanden ("wenn du das morgen nicht kannst, dann..."), aber ich habe es schliesslich gekonnt. ob das nun gut war oder nicht, ich glaube da sind wir alle einer meinung. bei erwachsenen leistungssportler ist es etwas anderes, wenn der trainer streng ist. aber als kind war dieser druck für mich fürchterlich. ich hbe zwar meine fortschritte sehr wohl gemacht - aber zu welchem preis? als kind hätte ich mir lieber einen normalen trainer gewünscht und keinen höllenhund. obwohl ich dann vielleicht halt nicht so schnell so gut geworden wäre, hätte das training auf jeden fall mehr spass gemacht.
    je nach dem, was man für ziele hat, muss man sich auch den passenden trainer suchen. es ist immer schwierig, wenn kinder karriere machen sollen, das richtige mass zu finden. ist der trainer zu streng, hat man psychischen druck, ist er zu lieb kommt man nicht voran. ich denke ein bisschen druck ist okay, von wem auch immer der kommt. denn das braucht man, um weiterzukommen. dumm nur, wenn das kind das gar nicht will und sich noch nicht wehren kann...
    der grösste druck von trainern bestand bei mir immer beim gewicht. was die sportlichen elemente anging, brauchte ich eigentlich nie so richtig "feuer unter dem a...", aber ich war den trainern nie dünn genug. das war meine grösste sorge. wenns vor dem training auf die waage ging klapperten manchmal sogar meine zähne vor angst. eine zeit lang wohnte ich bei meiner oma und die bot mir immer so gutes essen an, weil sie es gut mit mir meinte - aber ich musste doch abnehmen. da ich meine oma nicht kränken wollte, habe ich immer gegessen und nachher fürchtete ich mich wieder vor dem wiegen im training... das finde ich der schlimmste druckpunkt, weil das gewicht manchmal wirklich aus unerklärlichen gründen hoch oder runter gehen kann...
    es ist nicht immer möglich, aber am besten finde ich, wenn sich der sportler seinen trainer selber aussuchen kann.



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