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Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 25.04.2011, 11:15[MSG] Söldnerschweine
Die Tore von Ludwigsburg wurden in diesen Tagen ganz besonders scharf bewacht und schon bei Einbruch der Dämmerung verriegelt, denn die Front des Krieges war inzwischen auf weniger als zehn Meilen an die Stadt heran gekommen. Die Front, das war der Mob der Aufständigen, der sich einer gewaltigen, fetten Raupe gleich seit nunmehr zwei Monaten durch das Land wälzte und nicht selten wenig mehr als schwelende Trümmer und zertrampelte Felder zurück ließ. Die Bauern zeigten, je öfter sie Niederlagen hinnehmen mussten, immer weniger Mitleid auch mit ihresgleichen und Dörfern, die sie nicht mit Männern und Korn unterstützen wollten, würde leicht Fürstentreue unterstellt, ein Vergehen, für das die Aufständigen nur eine Strafe kannten: den Tod.
Und eben dies war es, was auch die Bewohner von Ludwigsburg fürchteten. Die Stadt war frei und so weder dem Herzog von Wahnen noch Graf Maximilian von Eschfurt, zwischen deren Ländereien sie lag, Gefolgschaft schuldig, doch hatten die Städter von jeher wenig unter den Fürsten zu leiden gehabt und so wenig Grund, gegen diese zu den Waffen zu greifen. Schon bei Ausbruch des Bürgerkriegs hatten die Stadtoberen entschieden, dass Ludwigsburg neutral bleiben würde, doch je länger sich dieser hinzog, desto mehr hatte es den Anschein, als hätte sich die Stadt mit dieser Entscheidung beide Parteien zum Feind gemacht. Zwar hatten bisher weder die beiden Fürsten noch die Bauern der umliegenden Dörfer gegen die Stadt die Waffen erhoben, doch wo der Mob nun näher und näher kam waren es nicht wenige Städter, die befürchteten, mit ihrer bisherigen Ruhe könnte es bald vorbei sein.
Schon jetzt hatten die ersten Anzeichen des Krieges Ludwigsburg erreicht. Aus den Umliegenden Dörfern flohen die Menschen in die Stadt, fürchtend, entweder von ihren Fürsten oder den Aufständigen zum Kampf gezwungen zu werden. Tagtäglich kamen sie an, arme Bauernfamilien, manche mit hoch beladenen Handkarren, andere mit wenig mehr als ihren Kindern und den Kleidern auf dem Leib. Die Furcht vor dem Krieg stand ihnen in die Gesichter geschrieben und schon jetzt berieten die Stadtoberen, ob man ihnen Barmherzigkeit im Namen der Einen Göttin gewähren musste oder man sie nicht besser abweisen sollte um im nicht unwahrscheinlichen Falle einer Belagerung die eigenen Nahrungsmittelvorräte zu schonen. Und noch eine zweite Gruppe von Menschen schien der aufdämmernde Krieg nach Ludwigsburg zu ziehen wie das Licht die Motten. Sie kamen aus dem hohen Norden, von den Grenzen Vartoriens, wo die Menschen unter den Überfällen wilder Barbarenstämme zu leiden hatten. Sie hatten harte und grimmige Gesichter, sie waren vernarbt und all die Waffen und die zusammen geschusterten Rüstungen aus Leder und Eisen, die sie ständig am Leib zu tragen schienen, gaben ihnen ein martialisches Aussehen. Diese Männer - es waren praktisch keine Frauen unter ihnen - boten ihr Können für Geld an und ihr Können, das war der Tod. Sie waren Söldner, käufliche Klingen, Männer, die von einem Leben des Kampfes geprägt und geformt waren. Unter normalen Umständen hätten die Stadtoberen alles daran gesetzt, diese Männer so schnell wie möglich aus der Stadt heraus zu bekommen, doch nun, wo der Krieg näher kam, wollte man sie lieber auf den Mauern von Ludwigsburg als vor diesen sehen und schon hatte der Stadtkämmerer tief in sein Säckel gegriffen und einiges an Münzen zurück gelegt um es im Fall der Fälle eben jenen sonst so unerwünschten Rabauken in den Rachen zu werfen.
Die Söldner ihrerseits wussten genau um die Not der Stadt und sie wussten, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis entweder die Stadtoberen oder die Botschafter der Fürsten oder der Aufständigen auf sie zu kommen würden. Für sie bestand keine Notwendigkeit, sich anzubiedern. Solange es Krieg gab hatten sie keine Sorgen. Der Krieg ernährte sie. Und sie nährten den Krieg, mit ihrem Gold, ihren Klingen und ihrem Fleisch. Und so hatten sie in jenen Tagen, da der Zug der Bauern und mit ihnen der Krieg immer weiter auf Ludwigsburg zu rollte wenig anderes zu tun, als sich in den Tavernen der Stadt Wein und Würfeln hinzugeben.
Karl Hallbach hatte bestiefelten Füße auf einen zweiten Stuhl gelegt und sich weit im Ersten zurück gelehnt, der Umhang, mit einer Brosche auf der Schulter befestigt, hing über die Lehne herab auf den Boden aus gestampfter Erde. Der Rote Eber war kein gutes Gasthaus, in dem der Boden mit Holz vertäfelt oder gar mit Stein gefliest war. Er war eine schäbige Kaschemme im unteren Teil der Stadt, einem der ärmeren Viertel Ludwigsburgs. Hier soffen die Handwerksgesellen und Tagelöhner, alles was höher stand - Meister und die Kaufleute und Stadtoberen sowieso - traf sich weiter oben im Eichenhof, wo die Tische weniger speckig waren und der Wein mit weniger Wasser verdünnt war. Doch Männer wie Karl Hallbach und seine Truppe wollte man weder im Eichenhof, noch im Goldenen Hahn noch in der Rossstube sehen und der Eber bot zumindest den Vorteil, dass er geräumig war. In der Tat war er eines der größten Gebäude in der Unterstadt, ragte mit seinen beiden Obergeschossen, in denen die Zimmer für Reisende und andere Absteiger lagen, weit über die üblichen Hütten und Werkstätten hinaus und bot im Schankraum wohl genug Platz für hundert Männer. Und obwohl es erst früher Nachmittag war war bereits die Hälfte der Plätze belegt, beinahe ausschließlich von Söldnern, die tranken, sangen und lärmten.
Karl Hallbach hatte einen Krug mit Wein - oder besser: mit Wasser, dem etwas Wein zugesetzt worden war - vor sich auf dem Tisch stehen, hatte die Hand darauf gelegt und genoss still das Treiben um ihn herum. Für den gemeinen Pöbel mochte es ja schrecklich sein, aber für einen wie ihn konnte es nichts besseres als den Krieg geben. Der Krieg hatte es ihm ermöglicht, nach mehr als fünfzehn Jahren wieder in den Süden zurück zu kehren. Seit einer knappen Woche waren sie hier, im milden Kernland Vartoriens. Ludwigsburg war eine reiche Stadt und, dass sie mit ihrer Neutralität Probleme bekommen würde hatte Karl Hallbach schon geahnt als er das erste mal davon gehört hatte. Insofern war es nur naheliegend, dass er den Trupp hierher geführt hatte. Jetzt galt es nur noch zu warten, dass der Krieg kam. Und er würde kommen. Dann würden die Münzen wieder klimpern. Welch verlockende Aussicht! Für viele jedoch, offenbar. Karl Hallbach wusste von einem knappen halben Dutzend weiterer Hauptmänner, die hier in der Stadt ihr Lager aufgeschlagen hatten und erst heute Vormittag hatte er zwei Männer, die sich seiner Truppe hatten anschließen wollen, davon jagen müssen. Waren ganz offenbar nur auf das schnelle Geld aus gewesen. Doch er nahm nicht jeden. Er war schließlich nicht irgendwer. Er war Karl Hallbach. Im Norden, wo er seit seiner Flucht vor siebzehn Jahren kämpfte, hatte sein Name einen Klang. Und sein Name, das war sein Kapital. Er würde seinen Ruf nicht verderben, in dem er jeden daher gelaufenen Trottel in seine Truppe aufnahm. Sollten das doch die anderen machen! Er bot den Auftraggebern Männer aus Stahl und Feuer, Männer, die ganze Regimenter niedermähten. Zum entsprechenden Preis natürlich. Er zog eine Taler-Münze aus seiner Tasche, stellte sie aufrecht auf den Tisch und ließ sie mit einem geschickten Schnipsen kreiseln. Mit kindlicher Faszination beobachtete er wie das Geldstück sich drehte, drehte, kippte, sich noch immer drehte und dann fiel. Es war wie der Krieg. Er drehte sich, drehte sich, drehte sich auch dann noch, wenn er bereits kippte. Und irgendwann fiel er, war er vorbei. Aber das Schöne am Krieg war, dachte Karl Hallbach, während er die Münze wieder aufstellte, dass man ihn ebenso leicht wie eine Münze wieder ins Rollen brachte.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 25.04.2011, 14:26
Auch Hagen saß in der eher schäbigen Gastwirtschaft, vertrieb sich die Zeit bei einem Glas Bier - oder eher einem grob geschnitzten Humpen - und schaute zwischendurch immer mal wieder nach seinem Hauptmann, der seine Zeit lieber mit einer Münze zu verbringen schien. Mit einem einzigen, tiefen Zug leerte der langhaarige Söldner den Krug und rief mit einem ungeduldigen Schrei nach einem Neuen. Eines der Mädchen, die mit Platten voller Bierkrüge, die schon lange ihre Blume verloren hatten; Einige der Tönernen waren gerissen und leckten schales Bier auf die Platte, das hier und da auf Mädchen oder Boden herabtropfte, einige der Hölzernen waren schon faulig. Für die Söldner allerdings gab es immer die besseren Krüge, vielleicht, weil man sie nicht verärgern wollte. Unnützes, widerwärtiges Pack, aber schnell mit der Klinge bei der Hand. Hagen allerdings beschränkte sich darauf eine Kupfermünze im Gegenzug aufs Tablett zu schnippen. Er zwickte dem Mädchen nicht einmal in den Hintern, obwohl er sich kaum zurückhalten konnte. Das Schankmädchen war zwar übermüdet, nicht eben hübsch und verschwitzt, aber verdammt, es war ein Mädchen. Dennoch ließ der Sölner es bleiben, tat einen Zug aus dem neuen Krug und wandte sich dem Hauptmann zu, sodass auch die nahe sitzenden Söldner mithören konnten.
"Karl ... Ich seh die Flüchtlinge, die hier hinrennen. Ich seh auch, dass die Bauern hier alle mit der Mistforke in der Hand herumlaufen. Aber Ludwigsburg ist doch neutral ... Selbst wenn sich hier ein paar Rebellen hinverirren, reicht das für uns? Sieht mir eher danach aus als wäre das hier gut genug gerüstet um mit einem Mob zurechtzukommen. Irgendwelche Anzeichen dass die Fürsten dumm genug sind ihre Zeit hier zu vergeuden? Und ... Auf wessen Seite sind wir? In der Mitte will ich nicht stehen. Und die Fürsten zahlen jedenfalls besser."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Lias - 25.04.2011, 14:42
Jemand rempelte Bjorn an. Der musste neu hier sein. Einige Tropfen verließen den Metkrug, leuchteten noch einmal verführerisch, spöttisch, golden auf, bevor sie der Gravitation nachgaben und gen Boden stürzten.
"Pass doch auf, Arschloch", Bjorn war bereits mies gelaunt gewesen, bevor dieser kleine Wichtigtuer in angemacht hatte. Was vor allem dem reichlichen Wein, Met und anderem Zeug lag, was er gestern in sich hineingekippt hatte, aber auch daran, dass seine Favoritin bereits einen Freier für den Abend hatte. Der Mann, größer als Bjorn, aber auch jünger war noch nicht weit gekommen, als jemand ihm die Hand auf die Schulter legte: "Hör mir mal zu, du Sohn einer Kanalratte und einer räudigen Hündin." Der Mann fuhr herum, Bjorn sprach weiter: "Was ich dir gleich antuen werde ist eine Warnung. Und falls die nicht in deinen Pferdeschädel passt", einige der nebenstehenden Männer lachten: "Kann man dich beim nächsten Mal hier raustragen."
"Willst du mir etwa drohen, alter Mann. Geh zurück zu deinem Napf."
Einen nordischen Kampfschrei brüllend, stürzte sich Bjorn auf das Gegenüber. Erst, als zwei oder drei blutige Zähne auf dem Boden lagen, ließ der Nordländer von seinem Opfer ab. Als krönenden Abschluss spuckte Bjorn dem wimmernden Söldner noch auf das Hemd.
Schwer ließ sich Bjorn auf den Stuhl neben Karl fallen. Eine Hand knallte auf die Münze, dann wurde diese Karl zugeschnippt: "Spielst du immer noch mit Geld?" Der Tonfall machte deutlich, dass der Kommentar weder böse noch spöttisch gemeint war. Für Bjorn war Karl das Hirn der Gruppe. Derjenige, der dafür sorgte, dass sich Bjorn nicht aufs Geldverdienen, sondern aufs Kämpfen konzentrieren konnte.
"Die Männer hier sind schwach. Schwache kleine Memmen. Seit wir hier sind hab ich mich", Bjorn nahm die Finger zur Hilfe: "sieben Mal geprügelt und keiner von denen hat es geschafft mich auch nur anzukratzen. Gut, drei waren zu besoffen, dass sie kaum mehr stehen konnten, aber das war ich auch!" Bjorn nahm einen Schluck Met, wobei ihm das klebrige Zeug in den Bart tropfte.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 25.04.2011, 21:38
"Es ist doch egal, ob dieser Abschaum sich hier her verirrt, Hagen", erwiderte Karl, den Blick von seiner Münze ab- und dem Kameraden zuwendend, "Wichtig ist doch nur, dass die da oben sich bedroht fühlen. Soll mir recht sein, wenn die Bauern von der Stadt abdrehen und ihre Neutralität achten. Dann müssen wir nicht den Kopf hinhalten. Ist mir allemal lieber als wenn wir uns in den Pfeilhagel stellen müssen..."
Er erhob sich, trat mit bereits etwas unsicheren Schritten zu Hagens Tisch hinüber, lehnte sich auf dessen Kante und hob den Zeigefinger belehrend vor dem Gesicht des Söldners. "Die ganze Sache...", begann er, "... ist ein Spiel. Ein Spiel, bei dem es darum geht, die stärksten Nerven zu haben. Und die haben wir. Wir können dieses Spiel gar nicht verlieren, weil alle anderen es sich nicht leisten können, auf uns zu verzichten. Die Stadtoberen können nicht abwarten bis die Bauern ihnen die Tore einrennen um uns anzuheuern, denn dann können wir jeden Preis verlangen, den wir wollen. Wenn sie uns brauchen um ihre eigenen Köpfe zu retten, dann müssen sie alles bezahlen, was wir fordern. Und das können sie nicht. Also müssen sie uns früher anwerben, allein um für den Fall gerüstet zu sein. Du wirst schon sehen, in spätestens zwei Tagen knickst der Stadtkämmerer persönlich vor mir." Er hielt kurz inne, starrte mit offenkundiger Verwunderung, als würde er ihn eben erst bemerken, auf seinen erhobenen Finger und ließ diesen dann rasch sinken.
"Und selbst wenn die Bauern abdrehen und die Stadt in Frieden lassen...", fuhr er fort, "... und das glaube ich nicht, denn Ludwigsburg ist zu reich um sie in Frieden zu lassen... dann werden sie trotzdem bald auf die Heere von Wahnen und Eschfurt treffen. Und da sich die halbe Söldnerarmee des Nordens zur Zeit in Ludwigsburg befindet werden beide Seiten ihre Botschafter hierher schicken um uns anzuwerben. Lass' sie nur kommen, sage ich. Kein Grund, den Fürsten zu hofieren. Sie sollen uns hofieren. Wenn wir als Bittsteller kommen, dann diktieren sie die Bedingungen, egal wie dringend sie uns brauchen. Glaub mir, ich weiß, wie Fürsten mit Bittstellern umgehen. Solange sie nicht gestehen müssen, dass sie uns brauchen werden sie es leugnen um den Preis zu drücken. Wenn sie zu uns kriechen, dann bestimmen wir. Wir kämpfen für den, der am meisten zahlt. Aber bis dahin... genieße das Leben, Freund Hagen. Es ist schön und wer weiß, wie lange wir es noch haben..."
Und mit diesen Worten schlenderte er zurück an seinen eigenen Tisch, nahm einen Schluck aus seinem Krug und ließ die Münze kreiseln. Bis eine schwere Hand sie plötzlich auf die speckige Holzplatte schlug. Karls Kopf ruckte nach oben und für einen Moment - einen Herzschlag nur - verzerrte der Zorn sein Gesicht. Wer wagte es, sein Geld anzufassen? Doch die Verärgerung schwand sofort wieder, als er Bjorn erkannte und dieser den Taler sofort wieder heraus rückte.
Der Nordmann begann sofort, sich bei Karl über die Weichheit der Männer hier im Süden zu beschweren. Karl begnügte sich damit, dazu zu nicken und die Worte einfach durchrauschen zu lassen. Sie interessierten ihn nicht im geringsten, aber was sollte er auch erwarten? Er hatte den Barbaren nicht für kultivierte Konversationen in seinen Trupp aufgenommen. Bjorn war gut darin, Sachen kaputt zu schlagen. Das Reden - und am besten das Denken gleich dazu - sollte er besser anderen überlassen.
"Was soll ich machen, Bjorn?", antwortete er schließlich, als dieser geendet hatte und offenbar etwas von Karl hören wollte, "Das hier ist nicht der Norden. Die wenigsten Männer stehen nochmal auf, nachdem du ihnen eine aufgestrichen hast. Würde ich vermutlich auch nicht mehr. Aber sei doch froh! Ich wüsste nicht was schlecht daran ist, nicht verdroschen zu werden und du siehst mir noch recht heil aus..."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 27.04.2011, 16:35
Kurz sah es so aus als würde Hagen einem Hauptmann widersprechen wollen, ihn in eine Diskussion verwickeln, aber dann ließ er es doch sein. Was war auch der Sinn einer Diskussion? Karl wusste schon sehr genau, was hier ablaufen würde. Und wie er ihn kannte würde er auch sicherstellen dass sie auf der Siegerseite stehen würden, wenn alles vorbei war ... Also widmete sich Hagen voller Vertrauen wieder sienem Bierkrug, ehe er auf Björn zu sprechen kam, der gerad ein die Szene polterte. Er mochte den groben Gesellen nicht besonders, aber seine Art, Gegner zu zermalmen, war schlicht zu bewundern. Und wie er ihnen Schmerzen zufügte, auch wenn sie danach nicht starben ... Hagen mochte es, dem Nordmann zuzusehen, wenn er nicht gerade selber damit beschäftigt war Schädel zu spalten. Also waren Wirtshausschlägereien keine schlechte Gelegenheit dafür.
"He, Björn. Kannst du bei dem Durchlauf eigentlich noch betrunken werden? Scheint ja als würdest du mehr besoffen als nüchtern kämpfen in letzter Zeit."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Lias - 27.04.2011, 21:42
Selbst Bjorns Lachen war grob, als riebe man Eisenspäne über eine Schiefertafel. Noch bevor der Nordmann antworten konnte, verfing sich der Metkrug, den er eben an die Lippen hatte setzen wollen, sich im Bart. Der Met verteilte sich großzügig über den Boden, der so etwas vermutlich schon öfter gesehen hatte: "So macht es keinen Spaß. Es ist unehrenhaft Welpen zu verprügeln. Da gerät man aus der Übung."
Erneut das grobe Lachen, dann wandte sich Bjorn an Hagen: "Davon kann man doch garnicht wirklich betrunken werden", Bjorn schwenkte den Metkrug: "Musste das richtig gute Zeug kaufen, um mir ordentlich eins hinter die Binde kippen zu können. Ist zwar nicht so schlimm wie damals in Vvardenfell, aber verdammt noch eins, es ist nah dran."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 02.05.2011, 18:22
Ein bisschen skeptisch - oder vielleicht auch ein bisschen mehr - schaute Hagen sich das Treiben des Berserkers an, ehe er seinen Krug mit einem Zug zu Ende leerte. Manchmal war es ganz amüsant, manchmal wurde Hagen seiner auch überdrüssig. Heute war er allerdings noch lustig. Mit einem ordentlichen Grinsen warf er einen Humpen Met nach Björn. Vielleicht noch so, dass er ihn fangen könnte, vielleicht auch nicht. Der Besitzer des Kruges jedenfalls beschwerte sich nicht, war zu betrunken oder zu anderweitig bewusstlos, schon halb unter den Tisch gesackt.
"Trink das gleich noch oben drauf, vielleicht hilfts ... Zum Glück kostenlos. Man kann nicht immer zahlen, wenn man nicht mit leeren Taschen enden will, hm?"
An Vvardenfell wurde er nicht gerne erinnert; Das Dorf hatte eher einem Schlammloch geähnelt, aus dem das Bier direkt geschöpft werden könnte, ohne einen Unterschied zum Tatsächlichen aufzuweisen. Widerwärtige Gegend, aber das war jetzt ja vorbei. Sie gingen in den Süden ...
Re: [MSG] Söldnerschweine
Anubis - 02.05.2011, 20:57
Philipp saß in der Ecke der Taverne und betrachtete das gesamte Geschehen. An seinen Tisch saßen drei weitere Söldner, deren Gesichter am Tisch lagen und ihre Hände hielten eisern ihre Krüge fest. Er hatte diese armen Seelen bereits ausgenommen, wobei das Glückspiel gegen diese Betrunkenen mehr als leicht war.
Sein Blick richtete sich nun auf seine Söldnerkollegen und auf seinen neuen Hauptmann. Er hatte erst vor kurzen sich dem Söldnerhauptmann Karl angeschlossen. Er hatte schon viele Geschichte über diesen Söldnerhauptmann und seine Leute gehört, doch er war sich sicher dass man so einige Geschichten von ihm erzählte. Der Söldnerhaufen war schon immer ein seltsamer gewesen, an den einen Abend saufen sie und erzählen sich Geschichten, während sie meist noch ein Glücksspiel spielten. Dann am nächsten Tag schlug man sich am Schlachtfeld gegenseitig sich die Köpfe ein.
Philipp schüttelte leicht den Kopf und lächelte, während er seinen nun volleren Goldbeutel am Gürtel befestigte. Anschließend stand er auf und bahnte sich seinen Weg zu seinen Hauptmann. Sein Blick war wachsam, während er sich seinen Söldnerkollegen näherte.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 05.05.2011, 15:23
"Wenn du weniger saufen und mehr Beute machen würdest, dann könntest du auch zahlen, Hagen", mischte Karl sich trocken in das Gespräch der Männer ein, doch ganz offenbar meinte er seine Kritik nicht ernst, denn nur einen Augenblick später warf er sich schallend lachend in seinem Stuhl zurück, sodass dieser gefährlich ins Wackeln geriet. Gleich jedoch hatte er sich wieder nach vorn gewuchtet, griff sich den eigenen Krug und prustete damit den beiden zu ehe er einen tiefen Zug nahm.
Als er wieder absetzte bemerkte er Philipp, der zielsicher auf ihren Tisch zusteuerte. Karl hatte ihn zuvor bereits bemerkt wie er mit anderen Söldnern - zwei von ihnen aus anderen Haufen als seinem - gewürfelt hatte und dem Ausdruck auf seinem Gesicht nach sowie dem Anblick der betrunken auf dem Tisch liegenden Mitspieler nach hatte er wohl ordentlich gewonnen.
"Du solltest das nicht zu oft tun, Philipp", empfahl Karl anstatt einer Begrüßung, schob ihm jedoch einen Stuhl hin, auf dem er zuvor seine Füße abgelegt hatte, "Wenn du ihnen zu oft den Sold aus den Taschen ziehst könnte irgendwann einer von ihnen auf den Gedanken kommen, dir nachts ein Messer in den Rücken zu stoßen und sich seine Taler zurück zu holen. Du brauchst dir keine Feinde zu machen, wir haben stets genügend davon..."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Lias - 05.05.2011, 19:35
Unsicher fing Bjorn den Krug auf, aus dem sich eine großzügige Menge Met doch noch über den Boden ergoss: "Bei Tjarviks drei Eiern!" Der Versuch den Met mit der Zunge aufzufangen war eindeutig fehlgeschlagen. Bjorn verharrte mit herausgestreckter Zunge auf halbem Weg gen Erdboden. Schließlich richtete er sich wieder auf, in dem Versuch sich einen letzten Rest Würde zu bewahren.
"Danke, Hagen", der Met wurde in einem Ansetzen runter gespült. Mit glasigen Augen richtete sich Bjorns Blick schließlich auf Philipp: "Hast du sie geschröpft, ja? Mussu vorsichtig sein."
An Karl gewandt fügte Bjorn noch ein: "Man kann nie genuch Feinde haben. Mehr Feinde, mehr Ehre."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Anubis - 08.05.2011, 20:53
Philipp ließ sich auf dem Stuhl nieder und sah seinen Hauptmann mit einen leichten lächeln an. „All zu oft werde ich es auch nicht tun“, begann Philipp und sein Blick wanderte etwas durch die Taverne, „Die meisten kann man schließlich auch wieder milde Stimmen wenn man ihnen etwas spendiert.“ Danach richtete er seinen Blick wieder auf Karl. „Wie sieht eigentlich die momentane Situation aus? Bekommen wir bald etwas zu tun?“, meinte Philipp dann, während sein Lächeln erstarb und er leicht unruhig mit seinen Fingern am Tisch herum trommelte. Wenn er ehrlich mit sich war, genoss er diese „ruhige“ Zeit in der Taverne überhaupt nicht.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 09.05.2011, 19:06
"Kein Ding. War nicht meins."
Mit einem belustigten Aufleuchten der Augen wie bei einem gelungenen Lausbubenstreich lehnte Hagen sich vor, stützte die Ellbogen auf den Tisch und mischte sich wieder ins Gespräch ein.
"Viele Feinde führen aber manchmal zum schnellen Ableben, Björn ... Und auch wenn ich viel von Ehre halt eist mir mein Leben doch wichtiger."
Dann wandte er sich zu Philipp um, um seine neu gewonnenen Informationen wieder an den Mann zu bringen.
"Bald wird irgendeine der Kriegsparteien sich hier blicken lassen. Der Adel oder die Aufständischen. Schlimmstenfalls verlassen wir die Stadt auf der Suche anch Arbeit, aber Karl meint, diese ... Burg würde eine Schlüsselposition einnehmen. Nun, ich hoffe, die Adeligen kommen zuerst."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 10.05.2011, 15:08
"Und ich hoffe, dass die Bauern, die Adligen und die Stadtoberen uns gleichzeitig um Hilfe anbetteln", widersprach Karl, wobei sein Ton unzweifelhaft klar stellte, dass diese seine Meinung nicht zur Diskussion stand, sondern die richtige war, "Je begehrter wir sind, desto mehr Gold werden sie bieten. Aber wenn es nach mir geht, dann lassen wir uns am Ende von den Stadtvätern anheuern. Ihr habt die Mauern doch auch gesehen. Wenn ich wählen dürfte, ob ich hinter den Zinnen oder auf einer Sturmleiter am Wall stehen will, dann sind haue ich lieber von oben dem ersten, der seine Leiter an meinen Mauerabschnitt lehnt, den Schädel ein..." Dass die Entscheidung am Ende jedoch nicht er, sondern die Regimentskasse fällen würde, ließ er unerwähnt. Das verstand sich ja schließlich von selbst. Dennoch war ihm die momentane Ruhe vor dem Sturm ganz recht und er würde sich nicht beklagen, wenn sie noch länger andauerte. Im Gegensatz zu Bjorn, dem Hitzkopf, sehnte er sich kein bisschen nach dem Kampf. Nunja, ein wenig vielleicht schon. Aber im Grunde genommen hing auch Karl an seinem Leben und je ruhiger eben dieses war, desto besser...
Re: [MSG] Söldnerschweine
Brokknar - 14.05.2011, 10:43
Hach ja, Tavernen, der Ort aller Unzucht dieser Welt, die sich ein ehrlich ehrloser Söldner leisten kann, zumindest in solchen Tavernen wie dieser, in der er grad er grad seine Zeit verbrachte. Und, wie sollte es anders sein, so verbrachte Johann auch seine Zeit, während seine neue Söldner-Gruppe in der Nähe befand und... nun ja, eigentlich genau das selbe machte. Mochte der Met noch so verwässert sein, der Wein noch so schal, Alkohol war Alkohol, und so stürzte Johann einen weiteren Krug in seinen Rachen, während sein Blick wach durch den Schankraum glitt. Der Rauch hing in schlierigen Fetzen in der Luft, einzeln durchstoßen von alten Schankmaiden, welche die Getränke brachten, und ab und an anzügliche Blicke in die Runde warfen, und vermutlich insgeheim hofften sich so etwas hinzu verdienen zu können. An sich spräche nichts gegen eine Begleitung für die Nacht, aber während die unterschiedlichen Parteien gerade so sehr auf dem Vormarsch waren, war Konzentration gefragt. Man wollte schließlich nicht im Notfall des Nächtens aufwachen, und dann erst alles zusammen suchen müssen. Bis dahin wurde man bereits getötet. Von den ganzen Halsabschneidern sollte man natürlich gar nicht erst anfangen. Bei Söldnern gab es schließlich nur in der eigenen Gruppe eine gewisse Moral.
Seinen Krug ein mal kräftig auf den Tresen hauend, an dem er saß orderte er ein weiteres Met, und schwang sich, schon leicht schwankend herum, um sich der Gruppe zu nähern, die er seit kurzem seine eigene nannte. „ Was denkta? Wann wer’n die ersten Arschkriecher hier sein? Ham wa’n noch Zeit uns zu vergnügen, oder geht bald’s denken los?“ Mochte er vielleicht mitten in ein Gespräch geplatzt sein, es war ihm egal, die umliegenden Söldner würden sich schon nicht dran stören, oder ihn ignorieren.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 18.05.2011, 19:22
"Jungs, jetzt hört mir doch auf mit dieser dreimal verfluchten Zukunft!", entrüstete sich Karl ehrlich als nun auch Johann als vierter sich der Runde anschloss und in das selbe Horn stieß wie schon der Rest der Bande, "Wir haben heute die Taschen voller Gold und solange da noch ein einziger Groschen übrig ist will ich mir keine Sorgen um Aufträge machen. Ich sag's euch doch, der Krieg kommt zu uns und wenn der Krieg erst kommt, dann müssen wir nur noch die Hände ausstrecken und das Gold rieselt von selbst hinein!"
Der Wein hatte seine Zunge bereits ziemlich schwer werden lassen und die Empörung ließ seine Stimme lauter erschallen, als er es beabsichtigt hatte. Davon jedoch gänzlich ungerührt - und ungeachtet des Eindrucks, den er auf alle anderen Tavernengäste machen musste - fuhr er fort: "Ich sag's euch, die kommen noch angekrochen und betteln um uns're Dienste. Aber die sollen morgen ankriechen, nich' heute! Heute feiern wir! Heute ist das Leben schön!"
Und wie um seine Worte zu unterstreichen riss er den Krug in die Höhe, stieß einen wüsten Trinkspruch aus, der von mehreren Tischen mit anerkennendem Gegröhle quittiert wurde und setzte das hölzerne Gefäß an die Lippen. Mit einem mächtigen Zug leerte er es bis zum Grund, schlug den Krug auf den Tisch und wischte sich mit dem Handrücken über Mund und Bart, in den der Wein, deutliche rote Spuren hinterlassend, geflossen war.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Anubis - 19.05.2011, 22:25
Philipp lächelte nur und lehnte sich etwas zurück, während er seinen Hauptmann beobachtete. „Nun dann hoffen wir auf noch eine friedliche Nacht die wir mit Feiern verbringen können“, meinte er dann und sah zu den anderen, „Wer von euch wäre bereit mit mir zu wetten? Welche der Fraktionen kommt zu uns und bietet uns als erstes Gold?“ Dabei betrachtete Philipp die Reaktionen seiner Kollegen, natürlich war ihm bewusst das er hier eine Wette vorschlug bei der alles offen war. Er rieb sich leicht die Hände und sein lächeln verstärkte sich, seine Hoffnung war das viele auf diese Wette einstiegen und das ihm dann Fortuna gnädig war.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Lias - 24.05.2011, 20:52
"Fünfzig auf die Städter!", röhrte Bjorn los. Eine schaufelgroße Hand klatschte auf den Tisch. Der Fjordländer versuchte sich in die Hand zu spucken, verfehlte aber um mehrere Zentimeter: "Bei Lokvars Hammer, verfluchte Hand. Egal, abgemacht. Zähl schonmal deine Münzen, klar?" In den Trinkspruch seines Käptns fiel Bjorn mit lautem Gebrüll und einigen fjordländischen Flüchen ein, die hier sowieso niemand verstand und die vermutlich untergingen.
"Isn guter Abend. Guter Abend."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 24.05.2011, 23:52
Hagen ahtte ebenfalls für die Städter stimmen wollen. Sobald denen aufging dass sie zwischen Hammer, Amboss und noch irgendetwas Bösem gefangen waren würden sie alles tun, um aus dieser Situation wieder herauszukommen. Da er jedoch nicht als Björns Mitläufer gelten wollte schürzte er nur die Lippen und hielt den Mund, tat stattdessen noch einen tiefen Zug aus seinem Krug. Alkohol half auch über die tiefsten Unschlüssigkeiten hinweg, vielleicht auch, weil man während des Trinkens noch ein paar Sekunden Zeit zum Nachdenken schinden konnte. Mit einem gewichtigen Nicken setzte Hagen schließlich, zu keinem neuen Entschluss gekommen, sein Trinkgefäß lautstark wieder ab.
"Das denke ich auch. Die von der Stadt brauchen uns am meisten und können es sich am wenigsten leisten, dass wir für andere kämpfen. Wenn man dazunimmt dass sie i nder Stadt auf einem Schatz hocken, während die Armeen mehr oder wenige rmittellos durch die Gegend ziehen ..."
Vage zuckte er die Schultern, überließ die Folgerungen anderen.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 25.05.2011, 20:18
Karl hielt nicht viel vom Wetten. Vielleicht, weil er schon immer so seine Schwierigkeiten mit dem lieben Geld gehabt hatte. Ärmer aufgewachsen, als es seinem Stand entsprach hatte er stets darunter gelitten, keine Taler für das zu haben, was ihm zustand. Es war ihm ein Greuel, Geld zu verlieren, aber es zu gewinnen bereitete ihm wenig Freude. Er wollte es nicht besitzen. Er wollte es nur dann haben, wenn er es brauchte und soviel er brauchte. Insofern verspürte er nicht das geringste Verlangen, in Philipps wagemutige Wette mit einzusteigen und hatte die Männer nur stumm beobachtet. Für einen Moment erwägte er, ob er nicht einschreiten sollte. Nicht, weil er seinen Männern das Glücksspiel verboten hätte - selbst er, der eine Abneigung dagegen besaß, ließ sich oft genug dazu hinreissen. Es war viel mehr die Unsinnigkeit der Wette. Da fehlte doch das Spiel im Glücksspiel, oder?
Doch in eben diesem Moment schwang die Tavernentür auf und zog so unweigerlich die Aufmerksamkeit des Sölderhauptmanns auf sich. Sein erster Gedanke war, dass entweder Bjorn oder Philipp schneller als ihnen lieb sein mochte einen Batzen Geld verloren hatte, doch der zweite Blick offenbarte, dass es ganz sicher keine Gesandten irgeneiner Kriegspartei waren, die die Taverne betraten. Es waren zwei Frauen, die eintraten und die grell geschminkten Gesichter, die tief geschnittenen Blusen und prall gefüllten, zur Schau gestellten Mieder verrieten augenblicklich, um welche Art von Frauen es sich handelte. Huren. Nicht, dass ihre Anwesenheit Karl etwas augemacht hätte. Im Gegenteil. Seit sie aus dem Norden aufgebrochen waren - und das war immerhin über zwei Wochen her - hatte er keine Frau mehr gehabt und um dem Trieb zu entsagen fühlte er sich noch entschieden zu jung.
Vielleicht war den beiden das Begehren in seinem Blick aufgefallen. Vielleicht hatten sie auch einfach nur einen Blick dafür, wer dieser ungehobelten, dreckigen Kerle in der Kneipe der Hauptmann des Haufens war - und wer folglich die Taler hatte. Zielstrebig hielt eine der beiden - eine üppige Frau mit hochgestecktem, roten Lockenhaar und so viel Schminke im Gesicht, dass ihr Alter selbst auf die Nähe hin nur mühsam zu erraten war - auf ihn zu, drängte ihren Leib eng an seinen Stuhl.
"Na, du schöner Recke? Wie wär's mit uns beiden?", fragte sie mit irgendwie künstlichem Klang in der Stimme. Karl musterte sie eindringlich. Der Wein begann bereits, ihm den Blick zu vernebeln, doch er war sich trotz alledem nicht sicher, ob er diese Frau wirklich wollte. Nun, das ließ sich ja ganz einfach heraus finden! Kurzerhand griff er ihr ohne jegliche Scheu mit der Rechten an den Busen. Fühlte. Überlegte. Nein. Viel zu schlaff. Er wollte gar nicht wissen, wie alt die Hure unter ihrer Schminke wirklich war. Bedeutend älter jedenfalls, als es den Anschein machte.
"So besoffen bin ich noch nicht", antwortete er verächtlich und zog - nachdem er zu dem Schluss gekommen war, dass es nach der Absage unangebracht war, sie weiter zu begrapschen - die Hand zurück. Eine Groschenmünze fand den Weg aus seinem Beutel in seine Hand. Er schnippte sie ihr zu und beobachtete, wie sie sofort gierig mit beiden Händen danach griff. "Kauf' dir ein Bier und dann versuch' dein Glück bei den Männern." Er wies zu den übrigen Tischen hinüber. "Aber mich lass ihn Frieden. Mir bist du zu alt und hässlich." Und ohne noch weiter darauf achtend, wie sie - sicherlich vor Wut schnaubend - abzog lehnte er sich in seinem Stuhl zurück.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Anubis - 30.05.2011, 19:09
„Gut ich setze Fünfzig auf die Bauern“, meinte Philipp mit einen lächeln, „Dann wollen wir mal sehen wer in den nächsten Tagen gewinnt.“ Wieder rieb sich Philipp leicht die Hände, bevor er seinen Blick auf die beiden Huren richtete die eben die Taverne betreten hatten. Sie marschierten sofort zum Söldnerhauptmann und versuchten ihm zum umgarnen. Philipp wandte seinen Blick fast sofort von den beiden ab und sah auch nicht zu diesen als sie etwas wütend sich wieder von Karl entfernten, anscheinend hatte er die Beiden abblitzen lassen.
„Nun gut Jungs, vergesst unser Wette nicht“, meinte Philipp, bevor er aufstand und noch einmal kurz zu seinen Söldnerhauptmann sah, „Auf eine schöne Nacht noch!“
Darauf entfernte sich Philipp vom Tisch und verließ langsam die Taverne. Er würde sich nicht weit von der Taverne entfernen, doch im Moment wollte er etwas ruhe von den ganzen Tumult der in der Taverne herrschte.
Re: [MSG] Söldnerschweine
Lias - 07.06.2011, 16:38
"Hah. Die hätt ich auch nich' genommen", das schallende Gelächter des Fjordländers hallte durch den Raum. Bjorn zeigte mit dem Daumen auf die Hure: "Zuwenig Muskeln. Ein Weib nach meinem Geschmack muss einem Bären im Faus'kampf die Nase brechen können. Eine Frau, an der man sich festhalten kann und die einem gleiches mit gleichem vergilt, wenn jemand sie beleidigt."
Bjorn hämmerte mit der Faust auf den Tisch: "So eine gibs' hier garnich'. Die Südländerinnen sin' alle weich. Weich wie euer Land." Der Blick des Fjordländers schien abzuschweifen und in die Ferne zu gehen. Für einen Moment hatte Bjorn wieder die schneebdeckte Landschaft seiner Heimat vor Augen, fernab der schlammigen Straßen und lichten Wälder dieser Breiten.
"Irgendwann kehre ich zurück. Irgendwann. Oder ich sterbe hier mit einem Schwert im Bauch und den Leichen meiner Feinde vor mir."
Re: [MSG] Söldnerschweine
Grimbor - 10.06.2011, 18:58
Karl konnte, was diesen Punkt betraf, den Geschmack des Nordländers nicht teilen, doch er würde den Teufel tun und ihm das sagen! Bjorn neigte auch so schon zu grundloser Gewalt und vor den Kräften dieses Bären von einem Mann hatte selbst Karl als der Hauptmann des Trupps Respekt. Besser nicht einem wütenden Nordmann im Weg stehen. An diese Devise hatte er sich gehalten seit er in den Norden gekommen war und er hatte gut daran getan. Andere, törichtere Männer hatte ihr Wagemut dort oben rasch unter die Erde befördert. Das noch auf eben jener wandelte lag sicherlich nicht daran, dass er den Kampf suchen würde. Glücklicherweise ließ auch Bjorn selbst dieses Thema schnell fallen und schwelgte lieber in Heimaterinnerungen. Wesentlich weniger verfänglicher Gesprächsstoff, den Karl mit Freuden aufgriff.
"Für mich ist das hier, was wir gerade machen, eine Heimkehr", erklärte er. Er war sich nicht ganz sicher, ob er es Bjorn vielleicht schonmal erzählt hatte - in einer weinseligen Laune etwa - denn normalerweise sprach er nicht oft über seine Vergangenheit. Und plötzlich lachte er auf. "Ha! Wenn ich daran denke, dass sie meinen Kopf wollten als ich von hier abgehauen bin. Und jetzt hocke ich hier und kann damit rechnen, dass so ziemlich jeder Trottel in diesem gottverlassenen Reich angekrochen kommen wird um mir die Stiefel zu küssen. Was für eine Ironie des Schicksals!"
Re: [MSG] Söldnerschweine
Warmonger - 10.06.2011, 21:24
"Keine Ironie. Die Macht dessen, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Ich könnte schwören dass meine Geschichte deiner ähnlicher ist als du vielleicht meinst. Söldner ... Nun, ich befürchte dass wir alle uns mehr oder weniger ähneln."
Kopfschüttelnd grinste Hagen in seinen Krug hinein. Hatte er einen Neuen geordert? er wusste es nicht mehr, jedenfalls war unerwarteterweise noch etwas in dem Behältnis. Es ging den Weg alles Alkoholischen, das Hagen zu nahe kam. Er behauptete manchmal, das diene nur dazu, siene Vergangenheit zu ertränken, aber da er auch trank wenn er fröhlich war wirkte das Argument ziemlich fadenscheinig. Was ihn aber wenig kümmerte, wie vieles, wenn er erst einmal betrunken war. Oder zumindest angeheitert, es war schwierig, bei jemandem, der noch nicht lallte wenn andere unter dem Tisch lagen, von betrunken zu sprechen.
"Mir für meinen Teil ist es egal, was die Zukunft mit der Vergangenheit zu tun hat. Es zählt nur, dass die Zukunft ist wie sie sein soll ... Und das jetzt gerade klingt noch ganz gut, eh?"
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