Auf was kommt es an?

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    Re: Auf was kommt es an?

    Ganta - 16.12.2007, 00:59

    Auf was kommt es an?
    Hi!

    Ich mache ungern Doppel- oder Crosspostings über zwei oder mehr Foren hinweg. Andererseits würde ich es Schade finden, wenn ein meines erachtens mühevoller Beitrag nur dewsegen übersehen wird, weil man zufällig Antwort 212 eines Beitrages nicht gelesen hat. Man möge mir das Abschreiben bei mir selbst deswegen nachsehen.

    ----------------------

    Ich möchte in die Diskussion über die "Selektion der Frauen" einen neuen Aspekt einbringen. Das Stichwort ist: "was zählt im Leben wirklich?"

    Das Beispiel kennt man oft genug in seiner archetypischen Form: Mann hat Frau, Kind, Hund und Haus, geht seiner Arbeit nach und hat dann dieses plötzliche Loch in der sich der Mann fragt: wofür tue ich das eigentlich? Mache ich das, was ich auch wirklich vom Leben erwarte? Menschen, die ihren Job oder ihren ganzen Lebensweg plötzlich umkrempeln, weil es plötzlich auf etwas anderes ankommt, um glücklich zu werden.

    Ein gutes Beispiel sind auch Menschen, bei denen die Karten ganz neu gemischt wurden: sei es durch Unfall, Krankheit, Schicksalsschläge, tiefgehende Krisen. Situationen, in denen man sich in Frage stellen und bisherigen überdenken muß.

    Ähnlich sehe ich es auch hier in der Diskussion über "Kapitalismus der Emotionen" und der Selektion. Diese Aspekte zählen für diejenigen, die der Meinung sind, "daß zählt wirklich in meinem Leben, darauf kommt es an". Und diese Einstellung haben viele Normalos und ABs, weil sie es auch nicht anders kennen. Daraus kann man ihnen keinen Vorwurf machen.

    Wie kommt eine solche Transformation oder "Einsicht" zustande: meist entweder mit dem Alter und der eigenen Lebenserfahrung, oder weil es ihnen von außen auferzwungen wurde durch äußere Umstände. Nach dem Motto: wer dem Tod von der Schippe gesprungen ist sieht das Leben plötzlich anders!

    Einige wichtige Aspekte dieser anderen Lebenseinstellung sehe ich in folgenden Punkten: mehr Geduld, mehr Respekt, mehr Demut vor dem Leben. Mehr Toleranz mit sich und den anderen. Sich weniger nach der Meinung anderer richten, sondern darauf achten, was einem selber gut tut. Die Prioritäten neu ausrichten, weg vom Schein zu dem, was man selbst jetzt für substantieller erachtet.

    Ich will das nicht werten. Ich will auch nicht behaupten, daß eins besser als das andere ist. Die Aussage soll nicht sein: freut euch an eurem Unglück und daran, daß euch das Schicksal weichklopft wie ein Schnitzel, bis ihr nicht mehr anders könnt. Mir sind nur diese Dinge auch aus eigener Entwicklung aufgefallen und daß betroffene Menschen eine ganz andere Blick auf das Leben haben.

    Das liegt auch an meiner persönlichen Geschichte, daß ich leider in den zweifelhaften Genuß gekommen bin, in einer alkoholkranken Familie aufgewachsen zu sein. Das war/ist meine Krise und der Klopfer, mit dem mich das Schicksal weichklopfte - ich habe mir das nicht ausgesucht! Ich kenne z.B. auch die ganzen AA-Betroffenen Selbsthilfegruppen von innen. Und ihr kennt euch leicht vorstellen, daß für diese Menschen, denen das Leben teils jahrzehntelang eins übergebraten hat der Ausspruch gilt: "für mich zählen im Leben ganz andere Dinge!"

    Diese Wandlung sehe ich bei Menschen über die Jahre auch im kleinen: Jungs mit 16 bis vielleicht 23 sehen oft nach den "heißen Puppen", die sie prestigeträchtig Vorführen können, auch wenn sie objektiv nicht zusammenpassen. Und plötzlich wandelt sich das, und die Jungs werden vernünftig. Das ist nicht meine Beobachtung, sondern aus dem Freundeskreis einer bekannten.

    Deshalb mögt ihr über Kapitalismus und Selektion der Frauen reden. Für mich zählt das nicht, dafür habe ich ein müdes Lächeln übrig. Ich habe psychische Gewalt, Isolation, Ängste, Hunger, Nervenzusammenbrüche erfahren. Phasen, in denen ich als Erwachsener vor Angst nicht mal schlafen konnte, und ich nach 40 Stunden irgendwann aus den Latschen gekippt bin.

    Manche sind der Meinung, man brauche ein dickes Bankkonte, einen teuren Schlitten und muß der Alpha auf dem Platz sein. Entertainer und Filmstar am besten noch dazu. Die Frau an seiner Seite muß blutjung, knackig, immer willens und jungfräulich sein. Daran orinetiere ich mich nicht, daß ist nicht mein Maßstab.

    Selbst bin ich arm wie eine Kirchenmaus, psychisch oft derbe angeschlagen, und außer mir selbst hab ich objektiv nichts zu bieten. Aber ich habe eine Beziehung, in der ich glücklich bin, eine Frau, die zu mir steht wie ein Fels in der Brandung und die nicht mit Gold aufzuwiegen ist. Das funktioniert wahrscheinlich deshalb, weil sie aus eigener Lebenserfahrung die Dinge ähnlich sieht. Und deswegen lassen sie auch Männer kalt, welche ihr dauernd hinterherlaufen und mit ihren tollen Firmen und Vermögen protzen.

    Ich habe in meinen Beziehungen schon Dinge verbockt, bei denen jeder normale Mensch sagen würde: diese Frau rennt gleich schreind weg! Und das denke ich auch immer. Aber dies liegt wohl auch an meinem mangelnden Vertrauen in die Menschen. Diese Frauen haben eine Geduld, Toleranz und Liebe mir entgegengebracht, die ich nicht hoch genug anrechnen kann. Und viele berichten davon, Mann müsse nur einen falschen Pups tun, und scon sei sie über alle Berge und hängt an der Klette des nächstbesten Arschlochs. Wahrscheinlich habt ihr dann genauso Probleme, den Menschen zu vertrauen. Natürlich nicht blind, man sollte sie den- bzw. diejenige schon genauer angucken.

    Ich selektiere natürlich auch, hauptsächlich aus Selbstschutz. Das ist absolut notwendig. Aber ich schaue, um damit den Kreis zu schliessen, auf ganz andere Dinge. Weil mich das Leben auch andere Werte gelehrt hat. Pfeiff auf die paar Falten im Gesicht (wobei ich nochmals betonen will, daß meine erste Freundin fast gleichaltrig war, und es bei mir auch "anders" geht). Pfeiff darauf, daß sie kein jungfräuliches Model ist (eine gute Figur tut es auch ). Was ich allerdings einräume ist, daß der Sex bei mir stimmen muß, ich bin schließlich kein Samariter.

    Um es zum Abschluß zu bringen: es währe wert darüber zu diskutieren, wie man gezielter solche potentiellen Partner finden kann, bei denen auch etwas anderes im Leben zählt.



    Re: Auf was kommt es an?

    Wanderer - 02.05.2008, 01:23


    Lieber Ganta,

    das ist ein phantastischer Beitrag und ich danke dir dafür.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du eine tolle Frau gefunden hast und wünsche euch, dass ihr für alle Zeiten glücklich werdet.

    Wie und wo finde ich denn eine Frau, die zu mir hält?

    Man kann einem Menschen immer nur vor den Kopf gucken. Muss ich denn eine nach der anderen kennenlernen, bis ich so eine gefunden habe?

    Was für einen Rat kannst du mir geben?

    Danke dir im Voraus.

    Gruß

    Wanderer



    Re: Auf was kommt es an?

    gaby - 02.05.2008, 07:56


    du bist süss,wanderer,lächel..eine nach der anderen kennenlernen,schmunzel..
    naajaa,wenn dus nich so meinst,von wegen alle mal
    abchecken und dann wählen..dann hast du sogar nen bissl recht..
    so läufts ja meist im leben..
    man seht sich,findet einander interessant..es ist das gewisse etwas da..,man lernt sich kennen,verliebt sich,erlebt wunderschöne std.der zärtlichkeit und leidenschaft,aber auch des alltags.
    im laufe desselben kristallisiert sich in verschiedenen situationen heruas,ob man wirklich zusammenpasst oder nich.
    wenn nich,gibts irgendwann leider nen knall und das wars..nächste frau..früher oder später..
    ich denke mal,des is der lauf der dinge..



    Re: Auf was kommt es an?

    Ganta - 02.05.2008, 08:45


    @Wanderer

    Wo man einen entsprechenden Partner findet? Schwierige Frage. Bei mir waren es zum Teil über bizarre Kontaktanzeigen von mir, also mehr zufallsgesteuert.

    Würde Gabi zustimmen: "ausprobieren" und gucken. Zur "Beziehungerfahrung" gehört dann meiner Meinung nach zu wissen, auf was man für sich selber achten sollte, was einem wichtig ist, was einem gut tut. Sowas weiß man meist erst nach der einen oder anderen ersten Beziehung.



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