UC (Under Construction)

Daenys Desktop
Verfügbare Informationen zu "UC (Under Construction)"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: M - Anonymous - Veria
  • Forum: Daenys Desktop
  • Forenbeschreibung: Ein völlig überfüllter, ungeordneter Schreibtisch. Hier fühlen wir uns wohl! DAS Forum zu http://daeny.da.funpic.de
  • aus dem Unterforum: Reale Personen
  • Antworten: 12
  • Forum gestartet am: Dienstag 11.01.2005
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: UC (Under Construction)
  • Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 4 Tagen, 17 Stunden, 18 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "UC (Under Construction)"

    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:30

    UC (Under Construction)
    Sodala, dann werde ich jetzt mal das Gemeinschaftswerk von Keeline umziehen, allerdings etwas mehr am Stück, als es im alten Forum war. Besonders gut geeignet für diejenigen, die sich wieder reinlesen müssen. :-)



    Vorgeschichte


    In einer Wohnung irgendwo in Deutschland:
    Eine außergewöhnliche Truppe hatte sich hier eingefunden.
    Sie selbst waren außergewöhnlich, sowie die Umstände, unter denen sie sich kennengelernt hatten.
    Sie kamen nämlich aus allen Teilen Deutschlands. Sogar eine Person aus Österreich war dabei... und kennengelernt hatten sich alle übers Internet. In einem Forum, das sich mit Fanfiction beschäftigte.
    Irgendwann hatten sie dann beschlossen sich mal in der wirklichen Welt zu treffen.
    Das erste Treffen war sehr gut verlaufen und alle Anwesenden hatten sich in der Realität genausogut verstanden, wie in der virtuellen Welt.
    So waren noch viele weitere Treffen gefolgt und nun saßen alle in diesem gemütlichen Wohnzimmer zusammen und sprachen über alle Dinge, die ihnen so durch den Kopf gingen.
    Zu der Truppe gehörten:
    Bran, der große, graue Wolf
    Eve, die Wächterin des Schicksals
    Keeline, die Schattengestalt, deren Augen im Dunkeln leuchteten...
    M, die Mysteriöse. Nur ein Buchstabe ziert ihren Namen und ein dunkles Geheimnis witterte darum.
    Mary, der Falke, der immer mit wachsamem Auge über dem Forum kreiste.
    Salandra, die Amazonenprinzessin. Sie war die Göttin des Forums und die einzige, auf die der Wolf wirklich hörte.....
    und dann noch Veria, die kleine Wandermaus, die als Letzte dazu gestoßen war.
    Der Wolf lag faul vor dem Sofa, das mitten im Raum stand und sah aufmerksam zu, wie sich Sala, Mary und Eve über eines ihrer Lieblingsthemen unterhielten: Highlander
    „Nein, Duncan hat ihm nicht vergeben!“ vertrat Sala gerade lautstark ihren Standpunkt.
    „Doch das hat er!“ war Marys Meinung und Keeline, als stille Zuhörerin, stimmte ihr zu.
    Die Prinzessin verzog ihren Mund zu einem dünnen Strich. „In der Serie hat er ihm nicht vergeben!!!“
    Mary verdrehte die Augen. „Wir gehen halt von den ganzen FFs aus, die wir gelesen haben...Da hat er.“
    Keeline nickte wieder.
    Sala wollte gerade explodieren, als Eve sich ein Herz nahm und schlichtend eingriff. Schließlich sollte hier kein Streit vom Zaun brechen, sondern es sollten sich alle gut verstehen und viel Spaß haben.
    „Beruhigt euch wieder ihr beiden...“ fing sie an, als sie von einem dünnen Piepsen unterbrochen wurde.
    Alle sahen auf die kleine Maus, die mit der am Boden liegenden M über dem Fernsehheft brütete.
    „Wißt ihr eigentlich, was gleich kommt?“ fragte sie in die Runde.
    Synchron schüttelten die anderen ihre Köpfe.
    „Stargate.“ klärte M sie da mit einem Wort auf.
    „Wollen wir das gucken?“ fragte Veria aufgeregt.
    Die anderen sahen sich kurz an und fingen an zu grinsen. Sala schnappte sich die Fernbedienung und schaltete die Sendung ein.
    Als die Folge begann wanderte M vom harten Teppichboden auf das weiche Sofa und leistete der Prinzessin und Eve Gesellschaft.
    Mary schlug mit ihren Flügeln und machte es sich auf der Lehne bequem und der Wolf setzte sich vor den kleinen Wohnzimmertisch, der ihm – vor dem Sofa liegend - die Sicht versperrt hatte. Er machte es sich gerade gemütlich, als etwas an seinem buschigem Schweif zupfte. Daher drehte er den Kopf, nur um Veria zu erblicken, die versuchte an seinem Schwanz, über den Rücken auf seinen Kopf zu klettern.
    „Hey, was soll das?“ beschwerte er sich.
    „Ich will auch was sehen.“ fiepte die Maus und machte es sich zwischen den Wolfsohren bequem.
    „Du bist aber schwer.“ beschwerte sich der Wolf weiter.
    „Du wirst doch wohl nicht behaupten wollen, daß du nicht genug Kraft hast, um eine kleine Maus auf deinem Kopf aushalten zu können?“ bot ihm Veria Paroli.
    Vom Sofa war ein leises Kichern zu hören, als die Beiden sich so zankten. Daher brummte der Wolf nur. Um sich keine Blöße zu geben ließ er die Maus gewähren.
    So sahen sich alle in Ruhe die neue Stargate-Folge an.

    ***

    Der Frieden währte jedoch nicht lange. Schon fünf Minuten später begann Sala sich zu beschweren.
    "Was machen die da wieder für 'nen Blödsinn?"
    Zum allgemeinen Unmut mußten sie wieder einmal feststellen das die Autoren scheinbar noch weniger Ahnung von der Serie hatten als die versammelte Truppe. Es gab Logik-Fehler ohne Ende. Besonders ärgerlich war es, als ein Jaffa zum Drittem mal mit einer Zat getroffen wurde ohne sich aufzulösen. Das verärgerte Hintergrundraunen wurde lauter als der Fernseher.
    "Das glaube ich einfach nicht!" tobte Salandra.
    "Wie können die..?" konnte auch die Maus das Gesehene nicht verarbeiten.
    Eine Diskussion startete, die diejenigen, welche nun nur noch das Bild ohne Ton mitbekamen wenig erfreut verfolgten. Aber auch sie mußten einsehen das die Handlung eigentlich zu wünschen übrig ließ.
    "Jack geh rechts ab..." fluchte M gerade, als der Wolf wegen dem Blödsinn, der ihm da geboten wurde laut jaulte. "Warum geht der nicht rechts ab???" maulte sie weiter.
    Kollektiv wurde von besseren Folgen berichtet. Wie schön man doch in den alten Folgen der Handlung hatte folgen können, als noch frische Ideen und lustige Wortspiele gekommen waren, als SG seine Blütezeit hatte. Besonders gute Szenen wurden wiedererzählt, was begeistert aufgenommen und ergänzt wurde.
    "Aber die letzten paar Folgen.." schüttelte Salandra den Kopf.
    Allgemeines Seufzen. "Es ist nicht mehr wie früher."
    Die Folge wurde schließlich dadurch gerettet, daß ein allgemein beliebter Gastspieler auftrat (ein sehr bekanntes Gesicht bei Highlander-Fans) und die Handlung aus dem Loch riß. Vorrübergehend kehrte wieder Zufriedenheit ein.
    Doch diese löste sich bald wieder in Wohlgefallen auf, als die Folge bei einer sehr spannenden Stelle plötzlich beendet war. Auf dem Bildschirm erschienen die Worte: 'to be continued'
    Neuer Unmut kam auf und M bemerkte: "Jaja, mal wieder nach dem Motto: Und er zog den Colt, Fortsetzung folgt..."
    Mit grimmigen Gesichtern nickten die Anderen.
    Der dunkle Schemen streckte die Beine als sie vom Sessel aufstand und schal grinsend meinte: "Unsere TBC-Ankündigungen gefallen mir besser. Leute ich muß mich bewegen, so lange sitzen ist nicht gut. M, was machen die Knie. Wollen wir 'ne Runde um den Block laufen?"
    M nickte und auch der Wolf bemerkte: "Ja, ein wenig Bewegung würde bestimmt nicht schaden." So verließ die ganze Truppe die Wohnung.

    ***

    Die sieben Freunde wanderten durch die Stadt. Die Maus ritt zwischen den Ohren des Wolfes und so kamen sie zügig voran.
    „Wie kommen die eigentlich immer auf so verquere Storylines?“ ging Mary die gerade gesehene Folge nicht aus dem Kopf.
    „Die können es eben einfach nicht richtig...“ warf Sala ein.
    „Was können die nicht richtig?“ wollte Eve wissen.
    „Na Drehbücher schreiben.“ antwortete die Amazone mit einem Schulterzucken.
    „Wir sollten glatt mal rüberfliegen und denen zeigen, wie’s geht.“ blödelte M herum.
    Der Wolf jaulte: „Das wäre diiiiiiee Idee.“
    Alle lachten. Da kam Mary zurückgeflogen. Sie war ein wenig vorausgeflogen, um zu sehen, ob es irgendwo ein interessantes Geschehen gab. Jetzt kreiste sie über den Köpfen der anderen und berichtete:
    „Da vorne ist ein kleines Fest. Wollen wir uns das ansehen?“
    Die anderen sahen zu ihr hoch und nickten.
    „Führe uns.“ Keeline machte eine weitausladende Handbewegung, um dem Vogel zu zeigen, daß er nun das Sagen hatte.
    So folgten sie Mary zum Marktplatz, auf dem unzählige Stände, Buden und Attraktionen zu sehen waren. Wer das nötige Kleingeld hatte Konnte hier von Seidentüchern, Über Mobiles, über gebrannte Mandeln und Zuckerwatte, Botzener Holzarbeiten und Geschenkchen sowie Currywurst alles bekommen. Ein Schausteller der sich wie eine Maschine bewegte und in Silberpapier eingewickelt war machte Roboter-Verbeugungen, wenn man ihm Geld in die Schüssel warf. Ein kleines Riesenrad bescherte noch mehr Menschen den Blick über die Welt, die sonst Mary vorbehalten war. Drehorgelspieler erfüllten das Treiben mit Musik.
    Die Bunte Truppe zog weiter, besah sich alles, lachte bei manchem, Keeline versuchte sich beim Ringwerfen und gewann einen Plüschfrosch.
    Schließlich kamen sie zu einer Losbude.
    "Wollen wir?" piepste Veria.
    Die anderen grinsten sich an.
    „Ok, ausnahmsweise.“ kam es von Evala und Mary, wie aus einem Mund und so kaufte sich jeder der sieben zwei Rubbellose.
    Fünf Minuten und einige Rubbelei später waren heftige Freudenrufe aus ihrer Mitte zu hören.
    „Beide Lose sind Treffer.“ freute sich die Maus und auch der Falke hatte soviel Glück gehabt, zwei Gewinne zu ziehen.
    „Naja, ich hab’ nur einen Gewinn, aber dafür sind’s ganze 2000Euro.“ freute sich die Forumsgöttin.
    Auch Keeline machte einen Luftsprung, als sie freudig die Zahl von ihrem Los ablas. „1500Euro...Wahnsinn.“
    Das Glück war an diesem Tag jedem der Freunde hold und so kamen sie auf stolze 5700Euro an Gewinnen.
    Der Wolf rechnete diese Zahl aus und sie lösten ihre Lose ein.
    Als Sala das viele Geld in ihren Händen betrachtete leuchteten ihre Augen auf. Sie sah zu den Anderen und fragte: „Wollten wir nicht mal kurz zu den Drehbuchautoren rüberfliegen und denen zeigen, wie man etwas Vernünftiges schreibt? Das Kapital hier würde reichen...“
    Die Anderen warfen sich sprachlos Blicke zu.
    Dann grinsten alle so, daß sie sogar der Grinsekatze aus Alice im Wunderland Konkurrenz machten und nickten heftig.
    Die Freunde zogen von dannen.
    Der Losbudenverkäufer sah der seltsamen Gruppe fassungslos nach. Das hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht erlebt...



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:30

    Kapitel 1
    Kapitel 01



    Mittwoch (Mitteleuropäische Zeit)


    Wenige Tage später trafen sich die Sieben wieder am Düsseldorfer Flughafen. Sie waren alle nach Hause gefahren, hatten ihre Koffer gepackt, Urlaub beantragt (wenn nötig) und sich dann wieder in einen Zug Richtung Düsseldorf gesetzt.
    In der großen Halle trafen sie sich. Die Amazone winkte schon mit den Tickets, die sie besorgt hatte.
    „Seht mal, es gab da ein Sommerspecial.“ rief sie durch die Halle. „Nur 500Euro das Ticket und trotzdem 2.Klasse.“
    „Toll.“ „Super.“ „Einfach großartig.“ vermischten sich die Stimmen der Anderen. Und ein gewisser Rechenkünstler meinte „Dann haben wir ganze 2200Euro für Hotelzimmer und zum verjubeln.“
    „Also laßt uns einchecken!“ befahl die Prinzessin und ging mit den Tickets in der Hand zum nächsten LTU-Terminal voran.
    Sie checkte auch ohne Probleme als Erste ein. Dann folgten Eve, Keeline und M.
    Doch als die kleine Veria auf das Podest kletterte und ihr kleines Köfferchen auf die Wage knallte schrie die Flughafenangestellte erschrocken auf.
    „Iiiieeeh.“ kreischte sie.
    Da ließ sich ein Falke auf dem Terminal nieder. „Haben sie irgendein Problem?“ fragte Mary die Frau freundlich.
    Diese starrte nur sprachlos zurück und als dann auch noch der Kopf eines Wolfes hinter der kleinen Maus auftauchte fiel sie einfach in Ohnmacht. Dieser Zoo war zuviel für sie.
    Die Freunde rotteten sich zusammen und beratschlagten schnell was zu tun war. Sie erregten zuviel Aufmerksamkeit.
    "Was machen wir denn da?" fragte Sala besorgt.
    Sie hatten nicht daran gedacht, daß ihre tierischen Freunde Probleme bekommen könnten. Schließlich kam der rettende Einfall. M kruschtelte in ihrem Koffer herum und holte ein rotes Halstuch heraus. Dieses band sie sich um die Haare als Piratenkopftuch und lieh sich von den anderen Damen noch allen Schmuck zusammen. Sie wirkte nun sehr verwegen. "Mary du setzt dich auf meine Schulter. Rühr dich kein Stück, du bist jetzt bis wir durch die Kontrolle sind ausgestopft. Veria?“ sie sah zur Wandermaus. „In Eves Jacken-Tasche. Da findet dich keiner. Bran? Hm" sie überlegte. Tja, der Wolf war zu groß zum verstecken. Und verkleiden ging auch nicht, er konnte nicht so lange aufrecht laufen.
    Keeline blinzelte irritiert. Ihr war ein Gedanke gekommen aber ob das ging? Beruhigend nahm sie Salandra und Wolf beiseite. Nach einer kurzen Erklärung waren zwei kollektive Überraschungslaute zu hören. "Das klappt nie und nimmer.." meinte Bran.
    "Du kannst doch nicht.." erwiderte Sala.
    Der Schemen schüttelte den Kopf. "Habt ihr eine Bessere Idee?"
    Das war leider nicht der Fall.
    Sala kaufte sich also schnell eine Sonnenbrille in einem der Läden am Flughafen, setzte diese auf und improvisierte aus einem Bademantelgürtel und ein paar kurzen Stangen die zu dem Klappstuhl gehörten, den Keeline aus ihrem Gepäck gezaubert hatte, ein Geschirr für ihren "Blindenhund". Dieser sah leidend zur Prinzessin auf *Warum immer ich?* und stieg mit den Forderpfoten durch. Das Ganze sah überraschend echt aus. Er war nur sehr groß.
    Eve kam hinzu und fragte: "Ein Norwegischer Wolfshund?"
    Zwei Köpfe nickten als Antwort, der silberne Wolfskopf war hingegen gesenkt. *Oh man* Aber er konnte sich auch Schlimmeres vorstellen als an der Seite seiner Prinzessin zu sein. Und nur Weniges, das angenehmer währe. Ein unterdrücktes Lächeln ließ das Weiß seiner spitzen Zähne aufblitzen. Warum beschwerte er sich eigentlich?
    Eve nahm also die Karten von Mary, Veria und natürlich Bran und ging zu den Last Minute-Urlaubern rüber die sprungbereit die entsprechenden Schalter beobachteten und sprach eine Dreiergruppe an. Sie holte sogar die Originalsumme wieder raus. 500 € waren wirklich ein Schnäppchen wo auch die drei Studenten nicht Nein sagen konnten.
    Als die Forumstruppe wieder zusammen war (wenn auch mit leichten optischen Veränderungen) hörten sie die Lautsprecherdurchsage, die sie, wie 200 andere Leute auch, zum ersten Mal aufrief zum Flugzeug zu kommen. "Schon so spät, ich wollte doch noch in den Duty Free.."
    Veria blinzelte belustigt zu Eve hoch. Ihre Trägerin klang so enttäuscht. "Sie rufen doch noch 2 mal auf. Wenn wir uns jetzt beeilen..."
    Also schnappten sich alle ihr Handgepäck, die Koffer waren ja schon aufgegeben und gingen zügig los.

    ***

    Zwei Stunden später saßen die sieben Freunde dann endlich im Flugzeug nach Vancouver.
    Salandra hatte Aufgrund ihrer ‚Behinderung’ einen Platz direkt an der Tür bekommen, vor dem genügend Freiraum für den Wolf vorhanden war.
    Eve, Keeline und M hatten zuerst über das ganze Flugzeug verstreute Sitzplätze erhalten, aber durch den Platzwechsel mit einigen netten Reisenden waren sie schlußendlich auf die Sitze hinter der Amazone gelangt. Veria wurde mit Kissen ein Plätzchen auf den Klapptischen zurechtgemacht und Mary genoß ebenfalls eine dieser weichen Unterbringungsmöglichkeiten.
    So saßen die Freunde zusammen und machten Witze über die Stewardessen, die immer in großem Bogen um die Gruppe herumgingen, wenn nicht gerade eine Bestellung aus dieser Gegend kam. Scheinbar hatten sie doch ein wenig Angst vor dem großen Wolfshund, der sich da auf dem Boden mit einer Decke als Unterlage breit gemacht hatte.
    Irgendwann gab es dann auch Mittagessen und nach dem Essen fing der erste Bordfilm an.
    Ice Age.
    Er wurde mit Jubel aufgenommen und so herrschte eine ganze Weile Ruhe, weil alle den Film sehen wollten.
    Doch plötzlich fiepte Veria „Nein, nicht da rein Scratch...“ Als kleines Wesen tat ihr der ständig seine Nuß versteckende Scratch Leid. „Jetzt bekommt er sie gleich wieder auf die Nase.“ Veria redete von der Nuß, die gerade in hohem Bogen durch die Luft flog und gleich darauf an Scratchs Kopf abprallte, dann den Baumstamm herunterkullerte und schließlich von Sid, dem Faultier gefunden wurde.
    Keeline hielt den Zeigefinger vor ihren Mund. „Pscht.“ versuchte sie Veria zum Schweigen zu bringen. „Sonst bemerkt dich noch jemand.“ Dann wandte sie sich wieder dem Bildschirm zu. „Außerdem will ich den Film sehen, den ich im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten hier noch nicht kenne.“
    Veria schluckte und sah sich um. Niemand hatte sie bemerkt. Alle lachten so laut über die Mißgeschicke, die Mannie, Diego, Sid und natürlich auch Scratch, der eigentlich nur der Running Gag des Filmes war, passierten, daß sie Verias Bemerkungen überhaupt nicht mitbekommen hatten.
    Zufrieden drehte die Maus sich wieder um und bekam auch gleich den nächsten Lachanfall, wegen der auf dem Bildschirm gezeigten Handlung.
    Nach dem Filmereignis zogen es die meisten Passagiere vor, etwas auszuruhen. Schließlich waren 14 Stunden Flug eine kleine Ewigkeit.
    Auch die Freunde machten ein kleines Nickerchen, von welchem Eve als Erste aufwachte.
    Entsetzt stellte sie fest, daß Veria verschwunden war. Sie rüttelte Keeline wach, die neben ihr auf der Gangseite saß. „Veria ist weg.“ erklärte sie der Schattengestalt.
    Keeline blickte sich, noch etwas verschlafen, um. Doch keine Maus war zu sehen.
    Die beiden wandten sich zu M, die als Dritte und Letzte der Reihe den Fensterplatz bekommen hatte und gerade verträumt auf die Wolken blickte und machten sie ebenfalls auf Verias Verschwinden aufmerksam.
    „Tut mir Leid, ich weiß auch nicht wo sie ist.“ meinte sie geknickt. Dann wandte sie sich an die vor ihnen sitzende Sala „Hey Prinzessin, die Maus ist verschollen, weißt du, wo sie steckt?“
    Doch Amazone und Wolf hatten ebenfalls geschlafen und nichts mitbekommen und auch der Falke Mary wußte nicht wo sich die Maus gerade aufhielt. So wurde beschlossen, daß der Wolf seine Spürnase einsetzen sollte um Veria zu finden.
    Sala hielt ihm das Kissen hin, auf dem Veria vorher gesessen hatte, damit er ihre Spur aufnehmen konnte. Bran murrte zwar etwas, doch als er in die besorgten Gesichter der jungen Frauen blickte rappelte er sich auf und fing an den Boden abzuschnüffeln.
    Erst ging er den Gang Richtung Heck des Flugzeugs ab, doch dort fand er außer ein paar Streicheleinheiten kleiner Kinder keine Spuren.
    Dann wandte er sich in die andere Richtung und schnüffelte dort den Boden entlang. Er kam wieder an der Truppe vorbei, die ihm besorgt zusah. Vier Meter weiter stieß er dann gegen Füße, die den Gang blockierten.
    Eine Stewardeß war mit einem Tablett unterwegs und stand nun in seinem Weg. Um sich die Suche etwas zu erleichtern setzte er sich und sah sie mit dem freundlichsten Ausdruck an, den er zustande brachte. Dann öffnete er sein Maul und fragte ganz freundlich „Haben sie vielleicht eine kleine, graue Maus gesehen? Etwa so groß.“ Er hob seine Pfote bis zu der Höhe, in der sich Verias Kopf befinden mußte. „Sie ist Ägypterin und trägt auch ein entsprechendes Kopftuch...“ erklärte er weiter. Dann wartete er auf eine Antwort.
    Die Stewardeß sah ihn mit großen Augen und weit aufgerissenem Mund an. Dann schüttelte sie den Kopf. „Tut...tut mir leid, Sir.“ kam es stockend. „Aber ich habe wirklich kein solches Geschöpf hier gesehen.“
    „Dankeschön.“ antwortete Bran und drückte sich an der Frau vorbei, die immer noch wie erstarrt an ihrem Platz stand. Dann setzte er die Suche fort.
    Die Stewardeß lief indessen zu ihren Kolleginnen und erzählte ihnen von dieser Begegnung.
    „Ein sprechender Wolf?“
    „Wow.“
    „Eine Sensation.“
    „Aber er scheint ja ganz nett zu sein?“ fingen die Frauen an zu tratschen und sahen interessiert zu, wie der Wolf seine Suche fortsetzte.
    Unbehelligt kam Bran wieder auf seinen Platz zurück.
    Dort wurde er schon von den strahlenden Gesichtern der anderen empfangen.
    „Was ist los?“ wollte er neugierig wissen.
    Da lugte ein kleiner grauer Kopf hinter Salas Lehne hervor und eine noch kleinere graue Hand winkte ihm.
    „Sie ist wieder dahaaaaa.“ meinte Keeline lachend. Als sie Brans beträufeltes Gesicht sahen, dem gerade aufging, daß er umsonst das halbe Flugzeug abgesucht hatte, mußten alle noch mehr lachen.
    „Und wo warst du nun?“ fragte er Veria brummig.
    „Na, darf ich etwa nicht für kleine Mäuschen?“ fragte sie keck.
    „Aso.“ meinte der Wolf da nur und rollte sich wieder zu Salas Füßen zusammen, um weiterzuschlafen.
    Die Anderen waren viel zu aufgekratzt, um jetzt noch schlafen zu können und freuten sich so auf den zweiten Bordfilm.
    Eve blätterte in der Bordzeitung. „Stadt der Engel soll laufen.“
    „So eine Schmalzklamotte?“ fragte M entsetzt.

    ***

    Zum Entsetzen der wachen Passagiere begann sich nach einer Weile das Wetter zu verschlechtern. Es wurde dunkel draußen, starker Gegenwind kam auf und hin und wieder ließen Luftlöcher Getränkebecher überschwappen.
    Schwächere Mägen ließen ihren Benutzern noch mal Alles durch den Kopf gehen, aber nach einer Stunde waren sie wieder aus der Schlechtwetterfront draußen. Der Captain war hoch und zur Seite ausgewichen und das Schlimmste lag nun unter ihnen. Der Bordbildschirm zeigte nun die Aktuelle Position an, sowie Höhe und Geschwindigkeit und auch noch die restliche Flugzeit. Die ‚Angurten’ und ‚Rauchen Verboten’ Schildchen verblaßten wieder. Das Gewitter hatte sie etwas Zeit gekostet aber auf eine halbe Stunde mehr oder weniger kam es auf einem Atlantik-Flug auch nicht mehr an.
    Die Freunde hatten das alles vollkommen verschlafen. Der Film war schon so oft gesehen worden oder so uninteressant, daß sie sich alle der kostenlosen Augenmasken bedient hatten. Zumindest diejenigen unter ihnen denen diese gepaßt hatten. Die anderen hatten sich entweder zusammengerollt und den Kopf unter den Pfoten drapiert oder ihn auch Genickverrenkend unter den Flügel gesteckt.
    M hatte nicht schlafen können, das konnte sie in Flugzeugen nie, aber nachdem ihr der dunkle Schemen erklärt hatte, wie man Mangas richtig ließt, - von hinten nach vorne und rechts vor links - sie hatte sich nämlich einen Ranma Band im Flughafen gekauft, war sie beschäftigt und zufrieden. Das Schlingern störte sie nicht, als Keas hatte sie einen Magen wie ein Zinkeimer.
    Keeline sah von ihrem Star Trek Buch auf – ‚Die Ehre des Drachen’ - , welches ihr M im Gegenzug für die Mangaerklärung geliehen hatte, und ging nach vorne zum Ausgang. Vorsichtig stieg sie über den dösenden Wolf, seine Augen waren zwar halb offen aber es war nur Weiß zu sehen, und lugte aus dem kleinen runden Fenster. Als sie sich einen neuen Kaugummi gegen die Ohrschmerzen auspackte hatte der Monitor ihr verraten, daß sie nun die Küste erreichten.
    Nur ganz dünne Wolkenfetzen trennten ihren Blick von dem unendlichen Blau unter ihr und dem etwas bleicheren Blau über ihnen. Und da war der Übergang ja auch. Hier fingen die Vereinigten Staaten von Amerika an. Sie überlegte ob sie die anderen wecken sollte. Eve regte sich gerade von selbst, soweit sie das an dem Stückchen Haar erkennen konnte, das über Salas Sessel hinweg lugte, die Anderen waren noch in anderen Gefilden. Das entfernte Rumpeln eines Servicewagens verkündete, daß es bald die zweite Mahlzeit geben würde. Da war es also eh egal. Sie weckte Sala vorsichtig, es war unklug eine schlafende Kämpferin zu erschrecken, überließ es ihr, den Wolf zu sich zu bringen und machte auch noch den Rest der Bande auf das Essen aufmerksam.
    Eve stupste M an und deutete erfreut nach unten aus dem Fenster. Kondenswasser an der zweiten Innenscheibe legte den Schluß nahe, daß sie ihre ursprüngliche Reisehöhe schon verlassen hatten und allmählich mit dem Sinkflug begannen. "Da ist ein Strandstreifen. Gibt es in Vancouver einen Strand?"
    Sala drehte sich auf ihrem Sessel um und zählte auf, was sie aus ihrem Reiseführer erfahren hatte. "Vancouver ist eine Hafenstadt, hat also logischerweise Zugang zum Pazifik. Sandstrände gibt es keine aber feine Kiesstrände. Ob es im Moment dafür aber warm genug ...“ überlegte sie „eher nicht. Vancouver ist berühmt dafür, daß es der Sitz eines Erzbischofs ist, für seine große Holz und Stahlverarbeitung sowie Lebensmittel und für den Tourismus. Wollt ihr noch die Einwohnerzahl wissen?"
    Die Autorinnen grinsten sie geschlossen auf eine Art an die sie Schlimmes ahnen ließ.
    "Wer hat noch mal die letzten paar Treffen immer bei Wissensquizzen gewonnen? Und wer von uns wollte eine gewisse Amazone zu einer Ratesendung anmelden?" Der strafende Blick der nun zu sehen war ließ glucksendes Lachen aufkommen. "Schon gut Prinzessin, winkte die Falkin ab, es war nur ein Scherz."
    Dann mußten sie ihre Tischchen herunterklappen und bekamen ihr Essen. Der Wolf bestellte sich gleich noch ein Schüsselchen Kaffe dazu. Er bekam die Augen kaum auf. Nach der zweiten Schüssel ging es ihm schon viel besser und er fühlte sich wie ein neuer Wolf.
    Es dauerte danach nicht mehr allzulange und das Flugzeug begann sich zu neigen. Sie gingen in die Anflugschleife.

    ***


    Mittwoch (Westkanadische Zeit)


    Im Flughafen kam es wieder zu den erwarteten Schwierigkeiten. Der Knackpunkt war allerdings erreicht als der Zöllner Impfpässe sehen wollte. Es hätte nicht viel gefehlt und er wäre angefallen worden. Dann erklärten ihm Mary, Veria und Bran (die Damen nennt man stets zuerst), daß sie noch nie auf eine so schändliche und herabwürdigende Weise behandelt worden wären. Es kam noch ein Vortrag, daß es diskriminierend und Menschenrechtsverletzend wäre, wie hier mit Touristen umgegangen wurde und da der arme Mann schon eine Größere und lautere Szene zu fürchten begann nickte er etwa zwei Minuten lang zu allem und winkte sie dann völlig aufgelöst aus dem Zollbereich.
    Sie sollten von ihm aus in Kanada machen, was sie wollten aber bitte nicht mit oder gegen ihn. Instinktiv wollte er diese Truppe nicht zum Feind haben.
    Vergnügt und erhobenen Kopfes ob ihres kleinen Sieges gingen die Autoren also zum Kofferband und verließen eine dreiviertel Stunde nach Landung das Gebäude.
    "Das ging doch flott. Jetzt brauchen wir nur noch ein Taxi." stellte Keeline erfreut fest.
    Weitsichtig hatten sie alle Rollkoffer mitgenommen - die mußte man nicht tragen - und so machten sie sich auf die Jagd nach einem gelben Auto. Die Formulierung ließ den Wolf grinsen aber er wollte nicht verraten warum.
    Im Taxi sitzend - M vorne, Mary und Veria bei sich, Salandra, Keeline und Evala hinten sowie Bran auf Salas Schoß - ließen sie sich zuerst mal zu einem Touristeninformationspunkt fahren. Die Tatsache, daß Tiere mitanwesend wahren störte den Fahrer nicht im Geringsten, das würde, wie sie feststellten auch bei sonst keiner hier ansässigen Person der Fall sein. In Kanada hielt man das wohl alles ein wenig lockerer, zumal es hier ja auch noch wegen der Weite und Größe des Landes wesentlich mehr lebendige Flora und Fauna gab. Ganz selbstverständlich bestand er darauf, daß auch der Wolf mit angegurtet wurde.
    Die Fahrt kostete 4 Kanadische Dollar was recht lustig aussah. Die Scheine waren Rosa. Aber da sie das Geld schon in Deutschland gewechselt hatten waren sie auch entsprechend flüssig. Jeder von ihnen hatte einen Teil des Geldes zur Aufbewahrung bekommen, sollte einer bestohlen werden hätten sie wenigstens noch das restliche Geld.
    Veria drehte ihren Kopf. Sie sah sich, mit den Pfoten am Taschenrand festhaltend, genau um. "Tragen hier die Polizisten wirklich diese roten Uniformen mit den braunen Hüten?"
    "Vielleicht nicht alle, aber die Mounties auf jeden Fall." erklärte das wandelnde Lexikon Salandra, als sie auch schon an ihrem ersten Ziel ankamen.
    Am Informationsschalter mußten sie feststellen, daß die Frau am Schalter Nerven wie Bandnudeln hatte. Sie war nicht aus der Ruhe zu bringen.
    In den überreichten Prospekten über die Gegend fanden sie auch eine Auflistung der hiesigen Hotels. Die nicht in Frage kamen wurde rausgerissen, die Prospekte waren ja gratis und zum verschenken, und so einigten sich die Freunde schließlich auf ein schmuckes mittelgroßes Holyday Inn.

    ***

    Der Taxifahrer hatte unaufgefordert auf seine Fahrgäste gewartet, er hatte sich wohl schon gedacht, daß seine Dienste wieder erwünscht sein würden. Wieder in der alten Anordnung ließen sie sich auf dem Kunstleder nieder und lauschten - ohne sie wirklich zu registrieren - der Radiomusik. Keiner von ihnen hatte das Lied je vorher gehört und sie waren von dem langen Flug doch ziemlich geschlaucht.
    Der Portier in ihrem Wunschhotel war sehr freundlich und sah auch gleich im PC nach, was noch frei war. Sie hatten Glück und es waren noch zwei Suiten frei. Ein Boy legte alle Gepäckstücke auf einen vergoldeten Gepäckwagen und buxierte alles in den ersten Stock hoch.
    Sie gaben ihm einen Dollar und entließen ihn.
    Sala sah auf den Zimmerschlüssel hinab. "35.. Und ihr habt?"
    M wedelte mit ihrem. "36. Wir sind Nachbarn."
    In den Zimmern ließen sich erst einmal alle für ein paar Minuten auf ihre Betten fallen.
    "Ich bin total alle. Und Hunger habe ich auch.." Mary rappelte sich wiederwillig hoch und kontrollierte erst mal das Badezimmer. Sah anständig aus. Sogar mit Badewanne und Fön. Hinter der Tür hingen zwei Bademäntel.
    Aus dem Wohnraum konnte sie ein Klicken hören und das herüberschwappen von vertrauten Stimmen sagte ihr, daß eine Verbindungstür zwischen den Suiten existieren mußte. Flux war diese geöffnet. Ein kleiner Kopf schob sich auf Handspannenhöhe zur Tür herein. "Kommst du Mary? Wir wollen Essen gehen."
    *Eine Energie...* dachte Mary.
    Hungrig wie sie waren machten sie keine weitere Exkursion mehr durch die Gegend. Statt dessen gingen sie einfach ins Hotel eigene Restaurant.
    Der Ober brachte allen eine Karte und verschwand dann wieder diskret.
    Schweigend schmökerten sie durch die rot gebundene Liste.
    Eve blickte auf, ließ ihren Finger an der Stelle verweilen wo sie gerade war. "Wißt ihr schon, was ihr nehmt?"
    „Zu Trinken schon aber zu essen...“ überlegte Salandra.
    Es war soviel auf der Karte. Nach 5 Minuten kam der Ober zurück und nahm ihre Getränkewünsche auf. "Also: Ich hätte gerne einen kalten Engel, zwei Colas, eine Apfelschorle, eine Mirinda, zwei mal Tafelwasser und .. Moment .. Zu essen hätten wir gerne .."
    Sala löste Eve ab. "Einmal den Gemüseauflauf mit Schinken und Käse, für den Herrn hier ein Argentinisches Schnitzel Medium und mit Kräuterbutter, einen Toast Hawaii für den Schatten der gerade die Hand hebt, Tortellini mit Tomatensoße für die Falkin, Käsespätzle für Evala," Eine Geste auf sie zeigte dem eifrig schreibenden Ober wer wer war. "Und für M die Mexikanische Maispfanne, ohne Tomaten, aber mit Hackfleisch, richtig?“ ließ sich die Amazone nochmals durch ein Nicken bestätigen. „Veria was willst du?"
    Die ägyptische Maus bestellte sich selbst, sie war bis gerade eben noch etwas unsicher gewesen und hatte sich nun für Knödel mit Spinat entschlossen.
    "Haben Sie alles?" Fragte der Wolf.
    Der Mann wiederholte also noch einmal alles und da es stimmte verschwand er im Hintergrund.
    "Netter Special Effect. Den muß er mir unbedingt beibringen, so mit dem Hintergrund zu verschmelzen kann nützlich sein..." murmelte Keeline.
    Alle lachten oder verkündeten ähnliches Interesse.
    Nach einer dreiviertel Stunde hatten alle ihr Essen. Die Zeit bis dahin hatte man sich damit vertrieben sich erheiternde Methoden auszudenken, die Drehbuchautoren zur Vernunft zu bringen. (Z.B. An den Füßen Hochheben und solange schütteln, bis sie aufgeben...)
    Zum Dessert bestellte Sich Mary noch einen Crêpe mit Vanille Eiskugel und verspeiste auch diesen noch genüßlich.
    Salandra hatte sich noch einen großen Eisbecher mit Karamel, Marzipan und Nougat bestellt sowie Schlagsahne und zusätzlich Karamelsoße obenauf.
    Bran half ihr natürlich gerne beim Vernichten.
    Eve nippte an einem Capuccino, Veria war total in ihren Fruchtsalat versunken, M und Keeline hatten sich noch zwei heiße Waffeln mit Kirsch bringen lassen.
    Danach ging wirklich kein Krümel mehr rein.
    Langsam und vorsichtig bewegten sie sich irgendwann Richtung Zimmer. Müde, übergessen aber vollkommen zufrieden.
    Der Wolf und Sala verschwanden dann noch mal für eine dreiviertel Stunde zum Hoteleigenen Pool, um zu Planschen, bis dieser geschlossen wurde und fanden, bei ihrer Rückkehr, die anderen schon schlafend vor. Es war noch gar nicht soooooo spät aber der Jetlack kannte keine Gnade.
    Die Prinzessin duschte sich rasch das Chlor herunter, putzte sich die Zähne, zog sich Schlafzeug an und fiel dann auch in die Federn. Nach ein paar Sekunden sprang auch der Wolf aufs Bett und rollte sich an ihrem Fußende zusammen. Zufrieden schliefen beide ein.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:31

    Kapitel 2
    Kapitel 02



    Donnerstag

    Als Sala am Morgen die Augen aufschlug war das Erste, was sie sah ein silbernes Etwas vor sich. Es war sehr nah, deswegen brauchten ihre Augen ein paar Sekunden, um sich umzufokussieren und das Gehirn, um das Gesehene zu erkennen. Es war Fell.
    Sie räusperte sich leiste. "Bran?"
    Der Schattenwolf drehte sich sachte zu ihr um und blinzelte sie müde an. "Hm?"
    Sie packte ihn, schon mit Kraft aber nicht grob im Nackenfell (es sollte ja nicht weh tun) und zog ihn mit funkelnden Augen zu sich heran. "Wenn du mich jemals wieder so erschreckst kitzle ich dich an deinen Lederpfoten solange durch bis du nur noch jappst!"
    Er beeilte sich zu nicken so gut er nur konnte und versprach hoch und heilig es nie wieder zu tun, auch wenn er eigentlich nur ungewollt im Schlaf so hoch gewandert war. Die Prinzessin ließ ihn los und zerstruwellte ihm das Fell zwischen den Ohren. "Los jetzt, schmeißen wir die Anderen aus den Betten."
    Sala schwang ihre Beine über den Bettrand und stand auf.
    Dann ging sie zu Evala hinüber, die noch friedlich im zweiten Bett der Suite ruhte. Sie schüttelte die Wächterin und rief: „Eve, aufstehen, es ist morgen.“ Verschlafen wurde sie angebrummt.
    Die Amazone rüttelte den vor ihr liegenden Körper noch etwas heftiger und endlich kam eine Reaktion.
    „Was schon morgen?“ kam die verschlafene Frage. „Kann ich nicht noch ein paar Minuten unter der warmen, kuschligen Decke bleiben?“
    „In Ordnung. Solange ich die anderen wecke, kannst du im Bett bleiben.“ lachte Sala die Schlaftrunkene an. Dann wandte sie sich an den Wolf. „Gehst du solange schon mal ins Bad?“
    „Natürlich.“ zog der Wolf, ebenfalls noch mit ziemlich kleinen Äuglein ab.
    Die Forumsgöttin bewegte sich langsam auf die Verbindungstür zwischen den Suiten zu und klopfte.
    Als keine Reaktion kam öffnete sie die Tür einen Spalt und wurde von hektischem Treiben überrascht. Die Schattengestalt, Veria und M liefen schon fix und fertig angekleidet durch ihre Suite. Mary flatterte gerade aus dem Bad kommend über deren Köpfe hinweg.
    „Ihr seid schon wach?“ fragte Salandra verwundert.
    „Natürlich. Wir sind schon seit einer halben Stunde Frühstücksbereit.“ wurde sie von Veria durch die nun vollständig geöffnete Tür ins Zimmer gezogen. „Oder hast du keinen Hunger?“
    Die Gefragte sah nach unten und stellte fest, daß ihr Magen durch lautstarkes Knurren anzeigte, daß er nichts gegen eine Füllung habe. Daraufhin nickte sie und drehte sich um ihre eigene Achse. Dann schlurfte sie zum Bad und klopfte an die Tür. „Wolf, beeil dich, ich hab Hunger.“
    „Bin ja gleich fertig.“ war ein Gurgeln zu hören und gleich darauf öffnete sich die Tür.
    Salandra stürzte ins Bad, mit den Worten „Gebt mir zehn Minuten...“ dann fiel die Tür hinter ihr zu.
    Es dauerte eine dreiviertel Stunde, bis dann jeder der Sieben vollends gerüstet für eine ausführliche Morgenmahlzeit war und auch die Zimmer soweit vorzeigebereit waren.
    Dann rief Salandra den Zimmerservice und sie konnten ihr Frühstück bestellen.
    Der Zimmerkellner staunte nicht schlecht, als er die bunte Truppe sah, doch ein großzügiges Trinkgeld, das die Freunde ihm in die Hände drückten, überzeugten ihn davon, sie mit allem gebührenden Respekt zu behandeln. „Was darf ich den werten Gästen nun servieren?“ fragte er diensteifrig.
    Alle redeten durcheinander, so daß man nichts verstehen konnte.
    „Moment.“ befahl Sala da. „wir machen das der Reihe nach. Veria...“ forderte sie die Maus auf „du als die Kleinste solltest anfangen. Nicht, daß wir dich noch übersehen.“
    Veria schmunzelte und piepte dann „Ein Käsebrötchen bitte.....Mit Gurkenstreifen.“ ergänzte sie. „Und haben sie Mangosaft?“
    Der Kellner nickte.
    „Brötchen.“ war Mary als nächste an der Reihe. „Und Marmelade zum draufschmieren.“
    „Viele Brötchen.“ warf der Wolf ein. Salandra, Eve und M nickten. „Und viel Marmelade.“ fuhr der Wolf fort.“ Nur M und Evala nickten zusätzlich.
    Der Kellner schrieb sich die entsprechende Personenanzahl auf und wandte sich wieder der Falkin zu. „Und was hätten sie gerne zu trinken?“
    „Tee.“
    „Schwarztee...“ wurde die Keas genauer und diesmal nickte Mary zur Bestätigung.
    Der Kellner schrieb wieder mit und dann war Keeline an der Reihe.
    Sie bestellte sich Schokoladenmüsli und der Wolf und die Prinzessin bestellten noch Wurst, Milch, O-Saft und Nutella, damit sie auch richtig zuschlagen konnten.
    Da fiel Bran noch etwas ein. „Wenn sie vielleicht noch Butter hätten?“ sah er den Ober fragend an. „Aber richtige Butter, nicht dieses Pflanzenzeug.“
    Der Kellner schien so eigenartige Wünsche seiner Gäste schon zu kennen und konnte somit eine zufriedenstellende Auskunft über ‚richtige’ Butter geben.
    Dann verschwand er mit seinem Bestellblock und schon 20 Minuten später waren sie mit allem, was das Herz begehrte versorgt.
    Die Sieben saßen um den großen Tisch in Salandras und Evalas Suite und staunten über die reichliche Menge, die sie zum Frühstück aufgetischt bekommen hatten. Die mußten ja wirklich denken, daß diese Touristen fast am Verhungern waren.
    Dann, wie auf ein geheimes Zeichen, stürzten sich alle auf Teller, Besteck, Tee- oder Kaffeekannen, sowie Nahrungsmittel und fingen an sich satt zu Essen.
    „Dasch schmeckt wirklisch schuper.“ stelle Eve mit vollem Mund fest.
    „Mh mh...“ brachte Veria nur hervor, da sich gerade ein großes Stück Käse in ihrem Mund aufhielt.
    Auch die Anderen bestätigten die gute Qualität der Mahlzeit und so blieb vor lauter Mund nachladen gar kein Platz für sinnvolle Konversation.
    Auch die Planung des Tages mußte daher bis später warten.

    ***

    Nach diesem sehr ausführlichen Frühstück beschlossen die Freunde, sich endlich zu den Stargate-Studios aufzumachen.
    „Und wie finden wir die nun?“ wollte der Wolf wissen.
    M sprang vom Tisch auf und lief zu ihrem Koffer. Sie wühlte eine Weile darin herum und hielt dann einen Computerausdruck hoch. „2400 Boundary Road..“ las sie vor. „Wenn wir einen Stadtplan kaufen, können wir ihn mit dem Ausschnitt vergleichen und dann kommen wir bestimmt ohne Probleme an.“
    „Woher weißt du denn diese Adresse schon wieder?“ fragte Veria erstaunt.
    „Na du weißt doch:“ meinte M lachend.
    „...Internet..“ ergänzten die anderen, wie aus einem Mund.
    Veria schüttelte nur den Kopf. „Ich möchte mal wissen, welche Pakte du mit den Suchmaschinen immer schließt, um ihnen diese Drehort-Infos zu entlocken.“
    Mit breitem Grinsen im Gesicht meinte die Gefragte nur „Tja, entweder man hat’s oder man hat’s nicht...“ was den Anderen wieder einmal ein Schmunzeln ins Gesicht trieb.
    „Gehen wir dann?“ verlangte die Amazonenprinzessin den Aufbruch.
    „Einen Moment.“ beantragte M, beugte sich wieder über ihren Koffer, zerrte einen großen Rucksack daraus hervor, packte zwei sehr große, prall gefüllte Plastiktüten hinein und zog den Reisverschluß zu. Dann hievte sie sich den Rucksack auf den Rücken und landete erst einmal auf dem Hosenboden. „Puh, schwer...“ meinte sie und versuchte wieder aufzustehen.
    Keeline zog sie nach oben und fragte dabei „Was hast du denn da eingepackt? Ziegelsteine?“
    „Wird nicht verraten.....noch nicht.“ antwortete M. Dann schnappte sie sich noch ihren Foto und verkündete: „Jetzt können wir.“
    Die Anderen warfen ihr mißtrauische Blicke zu, als sie ihre Freundin so touristenmäßig im Zimmer stehen sahen, machten sich aber auch schnell zurecht, so daß die Gruppe bald aufbrechen konnte.

    ***

    Auf dem Weg zur nächsten Bushaltestelle fand Evala einen kleinen Souvenirstand, der zu ihrer aller Glück auch Stadtpläne führte. Sie kaufte einen und gemeinsam suchten die Sieben die Straße, in der sich die Filmstudios befinden sollten.
    „Da, ich hab sie...“ fiepte die Maus erfreut. Sie hatte als Kleinste den eindeutigen Vorteil, daß sie näher an der Karte war und so den gesuchten Ort am schnellsten gefunden hatte.
    „Das ist aber weit.“ brummte der Wolf.
    „Wir nehmen ja auch den Bus. Ich seh mal nach der Verbindung.“ antwortete Salandra und bewegte sich zielstrebig auf die nahegelegene Haltestelle zu. Was sie nicht bemerkte, war der Blick, den sich Bran und M zuwarfen.
    „Sala...“ versuchte der Wolf dann an ihre Aufmerksamkeit heranzukommen.
    „Hm?“ Salandra drehte sich fragend um und wurde von M geknipst.
    „Hey!!!“ beschwerte sie sich und kam mit drohendem Gesichtsausdruck zurück. „Und du machst da auch noch mit?“ fragte sie Bran grollend.
    Der Wolf versuchte hinter der Photographin in Deckung zu gehen und jaulte. „Ich stehe immer hinter dir.“
    „Ja klar, solange wütende Amazonen von vorne kommen.“ lachte M. Auch Sala mußte nun lachen und ihre gute Laune war wieder hergestellt.
    „Na gut, ausnahmsweise...“ lenkte sie ein und marschierte wieder zur Haltestelle, um endlich den richtigen Bus zu finden. Die anderen folgten ihr.

    ***

    Zehn Minuten Später saßen sie im Bus. Glücklicherweise wußten sie aus dem Fernsehen, daß man auch wenn man an der Haltestelle stand winken mußte.
    So gurkten sie die Straßen entlang.
    Diese waren hier geradegezogen, wie mit einem Lineal. Man konnte ewig weit sehen und anhand des gekauften Plans sahen sie, daß die hiesige Infrastruktur Gitterförmig aufgebaut war. Außerdem hatten einige Straßen Nummern, keine Namen.
    Sie schwatzten und waren aufgeregt. Jetzt ging es wirklich los. Jetzt würden sie bald an das Ziel und den Grund ihrer Reise kommen.
    Doch dann wurden sie unruhig. M hatte Eves Plan auf dem Schoß behalten und mit dem Finger die Route verfolgt. "Wir sind gerade falsch abgebogen."
    Sie warteten noch zwei Haltestellen, um sicher zu gehen, dann drehte sich die Kartenleserin vollständig zu den Anderen um. Ihr Französisch war nicht das Beste. Zwar war die westliche Hälfte Kanadas Englisch sprechend und nur die Östliche Französisch, aber sie wollte sicher gehen. "Ok, ist eine/r von euch gut in Französisch?"
    Eve und Bran schüttelten nur den Kopf. Ihre Kenntnisse waren doch sehr eingerostet.
    Keeline meinte sie hätte lieber PC und Schreibmaschine gemacht, als in der Schule zwei Jahre zu Französisch zwangsverpflichtet zu werden. Sala und Veria konnten schließlich recht flüssige Fremdsprachenkenntnisse vorweißen, Mary ebenfalls. Sie sahen den Gang entlang: Alles total überfüllt und auch im Fußweg stapelten sich die Leute. (Im wahrsten Sinne des Wortes.)
    Das war der Nachteil daran, daß sie einen kostenlosen Colectivo gewählt hatten. Also holte sich M Mary an die Seite, sie war von den Drei möglichen Kandidaten diejenige, mit der am besten durch die Menschenmassen zu kommen war. So schlängelte sie sich, ihren Seelenfreunden zu ehren, Katzengleich nach vorne, Mary auf der Schulter. Natürlich hätte die Falkin auch fliegen können, aber sie wollte die Fahrgäste nicht erschrecken.
    Mit dem Kampfeswillen einer Keas schlug sie sich schließlich bis zum Fahrer vor. Ihre Dolmetscherin wartete geduldig, doch sie wollten es zuerst mal auf Englisch versuchen. "Entschuldigung, aber welche Route fahren sie denn? Laut Plan hätten sie vor über drei Halten in die Kingsroad einbiegen müssen."
    Der Busfahrer schüttelte den Kopf. "Es sind Sommerferien. Da fahren wir anders. Nicht den Zettel gesehen? Hängt an jeder Haltestelle."
    Sie schüttelten synchron den Kopf. "Da war keiner, das hätten wir gesehen. Wo fahren sie denn jetzt hin?"
    Er bremste recht plötzlich, verhinderte mit einem vorgestreckten Arm, daß die zwei vorstolperten und fuhr dann schimpfend wieder an. "Verdammte Radfahrer....Wir fahren zur Twopeak - Meal. Eines der größten Einkaufszentren von Vancouver."
    Die Freundinnen sahen sich an. Dann fragte Mary besorgt: "Fährt von der Promenade aus auch ein Buß zur Endhaltestelle der normalen Route? Dieses Busses meine ich."
    Er überschlug rasch ein paar Routen. "Nun die 83 hält auch an der Fifth Avenue. Und sie fährt von der Twopeak - Meal ab."
    Sie bedankten sich beim Fahrer – seinem Schildchen nach hieß er Bill - und kämpften sich wieder zurück.
    Bei den Gefährten angekommen verkündeten sie die neuen Informationen.
    "Dann shoppen wir halt noch ein bißchen und essen nen Happen und fahren von dort aus zum Studio. Gegenstimmen?" fragte Salandra. „Keine.“ stellte sie gleich darauf befriedigt fest. Damit war der Bummel beschlossene Sache.

    ***

    Die Promenade war ein riesiges Gebäude das mit Fug und Recht als gigantisch bezeichnet werden konnte. Farbige Streifen am Boden ließen jeden erkennen, in welchem Sektor er war und alle Naselang aufgestellte Pläne trugen zur allgemeinen Verwirrung bei.
    „Sektor Blau, Ebene 3. Das klingt wie in einem Raumschiff." meinte Keeline stirnrunzelnd.
    Das rief einzelnes Lachen hervor, dann zersprengten sie sich. "In 1 ½ Stunden wieder hier, vergeßt das nicht." Die Stimme entfernte sich mit ihrer Trägerin und damit waren alle fort.

    ***

    Zum verabredeten Zeitpunkt waren alle wieder am Treffpunkt. Mit vielen kleinen oder wenigen, richtig großen Tüten bewaffnet.
    Sie ließen sich zufrieden auf eine bereitstehende Bank-Sitzecke fallen, lockerten ihre Schnürsenkel und betrachteten anhand der Tüten-Logos wo die Gefährten in den 90 Minuten gewesen waren. Dann begannen sie zu erzählen. Weibliche Stimmen verwoben Wortfetzen zu einem melodiösen Teppich in dem Brans Bariton wie Farbtupfer wirkte. "Wir kurbeln die Kanadische Wirtschaft an." meinte er lachend.
    "Was hast du denn da in der Rolle?"
    "Ein Poster mit Weltraum Motiv."
    "Die Tüten haben meine Hände eingeschnitten! Habt ihr den riesigen 2 Dollar Buchshop gesehen?"
    "Ich hab Ohrenschmerzen, in dem einen Laden war die Klimaanlage zu hoch gestellt."
    "Kuckt mal was ich für Klasse Turnschuhe bekommen habe.“
    "Wollen wir unseren Krimskrams vom Service ins Hotel bringen lassen?"
    Köpfe drehten sich synchron in Richtung des Fragestellers. Der Wolf stutzte, sie hatten einander durchaus zugehört. Multitasking betreibend. Die Damen konnten das offensichtlich ziemlich gut...
    "Wieviel?"
    "2 Dollar pro Stück oder 10 für alles. Dann hätten wir es aus den Händen."
    Grinsekatzen, die sich ihres Gepäcks enthoben sahen, bevölkerten für einen Moment den Platz.
    Dann fragte Veria: "Wo hast du das gesehen? Weit von hier?"
    Er schüttelte den silbernen Kopf, lehnte dabei zufrieden an gewisserfraus Beinen. "Sektor Gelb, in der Nähe von Wendy, ein MacDonalds verschnitt. Vielleicht 5 Minuten von hier."
    Sie blieben noch einen Moment sitzen und ließen eine Colaflasche rumgehen. Dann machten sie sich auf und pilgerten gen Zubringerservice.
    Die Arme frei, sprangen sie 15 Minuten später in den 83´er Bus. Vorsichtshalber fragten sie den Fahrer - Wesley - ob der Bus auch wirklich richtig fahren würde, eben zur Kings Road. Er nickte ruhig und freundlich... *Touristen*.
    Irgendwann kamen sie an der Dominion Road an. Jetzt noch zwei Querstraßen und sie währen am Ziel.
    Plaudernd und lärmend schwappte die Forumswelle aus dem Bus. Ein großer Platz lag vor ihnen. Keeline nörgelte ein: "Ich hab Hunger." während sie sich Krümel aus der Jackentasche klopfte.
    "Was machst du da?"
    Die Silhouette sah auf und begegnete Verias Blick, die auf Evalas Schulter saß. Eve redete gerade mit M deswegen bekam sie davon kaum etwas mit.
    "Das siehst du doch Veria. Ich fissele mir Muffinkrümel aus der Tasche."
    Die Maus strich sich über die feinen Schnurrhärchen. "Im Einkaufszentrum gekauft?"
    Die Silhouette wurde etwas dunkler. Das verriet, daß sie unbewußt nicht gesehen werden wollte. Es war ihr peinlich.
    "Nun?"
    "Nein." Sie hatte sie unten beim Frühstücksbuffet im Restaurant eingesteckt und schon vor 10 Uhr Komplet vernichtet gehabt. "Morgens, halb 10 in Deutschland mag ja Knoppers gegessen werden, aber ich mag Morgens um 10 in Kanada lieber Muffins."
    Veria drohte ein wenig mit dem Zeigefinger. "Macht eine gute Moirin das?"
    "Nein. Aber eine Hungrige. Und Mundraub ist nicht illegal."
    Die Maus schüttelte den Kopf. "Oh Keeline.." Dennoch mußte sie schmunzeln. Sie konnte ihre Beweggründe nachfühlen.
    Auch die anderen spürten dieses Ziehen im Magen.

    ***

    Die Prinzessin und ihr ewiger Schatten waren plötzlich verschwunden.
    Der Rest der Truppe sah sich suchend um, als auch schon das Gejaule von Bran zu vernehmen war.
    Sie drehten sich in die Richtung, aus der die Töne erklungen waren und sahen ihn knurrend vor dem Eingang zu einem nahen Burger King stehen. Gleich darauf drehte er sich um und kam mit hängendem Kopf zu den anderen getrabt. "Die haben mich einfach rausgeschmissen..." grummelte er "Mich, den großen Forumswolf..."
    Die Anderen mußten sich doch sehr das Lachen verbeißen, als sie Bran so betrübt antraben hörten.
    Mary tröstete ihn. "Sala bringt dir bestimmt was mit."
    Diese Aussicht besserte seinen Laune erheblich. So beschloß er mit Veria, die ihm Gesellschaft leisten würde, auf der Bank inmitten des großen Platzes, auf dem sie gerade standen, zu warten. Der Rest der Gruppe sah sich ebenfalls nach geeigneten Essensanbietern um.
    M entdeckte einen Taco Bell und fragte, wer Lust auf Mexikanisch hätte.
    Eve und Mary nickten, jedoch von Keeline kam keinerlei Reaktion.
    "Huhu..." die Keas wedelte mit ihrer Hand vor Keelines Nase herum. "Träumst du?"
    Die Schattengestalt reagierte immer noch nicht, sondern starrte weiterhin, wie hypnotisiert in eine der Seitenstraßen. Eve schubste sie an. "Hey, was ist? Willst du auch was essen?"
    Da kam Bewegung in die Angesprochene. Evalas Fragen ignorierend ging sie zielstrebig in die Seitenstraße, die sie bis eben noch so fasziniert betrachtet hatte. "Ich muß mal kurz zu dem Hut dort drüben, bin gleich wieder da..." damit verschwand sie.
    Die anderen sahen ihr verwundert nach und beugten sich vor, um ebenfalls in die Straße sehen zu können.
    "Will sie sich jetzt etwa eine Mütze kaufen? Bei der Hitze?" kam es von Bran.
    Doch eine Sekunde später war allen klar, daß Keeline nicht von einer Kopfbedeckung gesprochen hatte. Am Ende der Seitenstraße war nämlich ein großes Schild, mit einem großen roten Hut zu sehen. Damit war klar: Keeline war glücklich und zufrieden, denn sie hatte einen Pizza Hut entdeckt.
    "Sie ist also versorgt. Gehen wir auch was Eßbares holen?" drängelte die Falkin, deren Magen inzwischen auch laut hörbar murrte. Also gingen sie zu dritt in den mexikanischen Schnellimbiß.
    "Bringt mir auch was mit..."hörten sie gerade noch von Veria "...aber bitte was Vegetarisches..." dann waren sie durch die Tür und nicht mehr zu sehen.
    Eine gute Viertelstunde später kamen die Drei wieder. Mary flatterte aufgeregt voran. "Seht mal: rohe Paprika...als Beilage nur 1Dollar." schwenkte sie stolz eine braune Tüte in der Luft.
    Eve zeigte Veria ihre Riesenmenge Chips und den vielen Dipp und so teilten sie sich die Portion. "Ich mag auch kein Fleisch." flüsterte sie der Maus so nebenbei ins Ohr.
    Nur M machte ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter.
    Sala, die inzwischen auch mit Pommes, Burgern und Cola in ausreichender Menge zurückgekehrt war fragte sie: "Was ist denn mit dir los? Hast du nicht das Richtige bekommen?"
    "Doch," kam die Antwort "Aber stell dir vor, der wollte doch tatsächlich Bohnen in meinen Taco machen. Wie kann der nur...Taco mit Bohnen...ich hasse Bohnen..." sagte sie inbrünstig den Kopf schüttelnd.
    "Aber du hast ja einen ohne bekommen.." tätschelte ihr Mary mit einem Flügel den Kopf. "Jetzt stürz dich darauf und denk nicht mehr an diese Bohnen..."
    Dieser Ratschlag wurde angenommen und nachdem auch Keeline mit ihrer Hawaii Pizza - mit Käse im Rand - zurückgekommen war und sämtliche Getränke (Cola, Fanta, Wasser - welches es kostenlos gegeben hatte) verteilt waren, machten sich die Freunde daran den Inhalt ihrer Tüten und Päckchen in Rekordzeit zu
    vernichten.
    Einen kleinen Zwischenfall gab es nur, als Bran gerade an einer Pommes kaute und seine Augen plötzlich einen Flügel entdeckten, der sich von seitwärts an sein Pommestütchen heranschlich. Dieser war doch glatt so frech und klaute dem Wolf eine Pommes.
    Er wollte nach Mary schnappen, doch diese flatterte schnell so hoch, daß er sie nicht mehr erreichen konnte. Dort streckte sie ihm dann die Zunge raus. "Bäh...gewonnen..." und knabberte an der fritierten Kartoffel, die sie erbeutet hatte.
    "Wart nur, das zahl ich dir irgendwann noch heim." grinste der Wolf hinterhältig und beschützte sein Essen nun um so mehr, bis es vollständig in seinem Magen angelangt war.

    ***

    Die anderen füllten gerade einen Mülleimer mit ihren leeren Tüten, als Mary - schon wieder aufgeregt plappernd - angeflogen kam. Sie hatte eine Runde um den Platz gemacht, um sich zu orientieren. Dabei hatte sie etwas entdeckt. "Ich hab sie gefunden, ich hab sie gefunden..." rief sie immer wieder.
    Sechs Augenpaare richteten sich neugierig nach oben.
    "Wen hast du gefunden?" fragte Bran.
    "Die Boundary Road." erklang es von Hoch oben aus den Lüften. "Folgt mir!" rief die Falkin dann noch und flog schon voraus.
    Die Anderen beeilten sich ihr nachzukommen.
    Dann schlenderten sie an der Boundary Road entlang, um das Studio ja nicht zu verpassen. Dabei beratschlagten sie, wie sie durch die Sicherheitssperren durchkommen könnten.
    „Wie wäre das:“ kam Eve eine weitere Idee. „Veria ist so klein, die könnte sich ungesehen reinschleichen und für uns alle Besucherausweise stibitzen.“
    Die Idee wurde begeistert aufgenommen, nur die Maus zierte sich ein wenig. „Aber, aber ....aber..“ fing sie an, wurde aber vom Wolf unterbrochen.
    „Wenn ich so klein wäre wie du, würde ich das sofort machen.“
    „Du bist aber nicht so klein.“ schimpfte die Maus. „Also hast du dieses Problem nicht.“
    Der Wolf grinste sie nur breit an.
    Da stampfte die Maus mit ihren kleinen Füßen auf. „Na guuuuuut...“ grummelte sie dann „...ich mach’s. Aber nur euch zu liebe.“
    Damit war eines ihrer Probleme gelöst. Jetzt mußten sie nur noch dieses verflixte Studio finden.
    Da meinte Eve plötzlich. „Ich sehe was, was ihr nicht seht...“
    „Ist es gelb?“ „Ist es ein Tier?“ wollten Keeline und Mary wissen.
    „Nein, es ist groß, Kastenförmig und steht auf der anderen Straßenseite.“ antwortete die Schicksalswächterin.
    „Das Studio.“ war es kollektiv zu hören. Die Köpfe ruckten herum, um das Gebäude über der Straße zu mustern.
    „Das ist viel zu weit weg,“ maulte die Prinzessin „da kann man gar nichts erkennen...“
    „Moment.“ M fuhr mit den Händen durch ihre langen dunklen Haare. Da erschienen über den Ohren seltsam bunt gemusterte, nach hinten spitz zulaufende Spangen. Sie berührte diese an beiden Seiten des Kopfes und kurzzeitig erschien ein Energieleuchten vor ihren Augen. Dann nickte sie. „Also: Da ist ein Tor. Wachposten stehen keine davor, aber wahrscheinlich dahinter. Das kann ich nicht erkennen. Aber die Stäbe sind breit genug, daß Maus durchkann. Dann muß sie nur noch über einen Vorplatz und gelangt so ins Hauptgebäude.“
    Mary war verblüfft. „Das kannst du alles sehen? Das gelingt ja nicht mal mir, mit meinen Falkenaugen.“
    „Tja, Keas-Technik.“ meinte M da nur grinsend, berührte die Spangen wieder und sie verschwanden.
    „So was will ich auch...“ kam es von sechs Stimmen gleichzeitig.
    „Sorry,“ meinte die M schulterzuckend „Keas only.“
    Die anderen schmollten kurz, aber dann konzentrierten sie sich wieder auf ihr Ziel: Das Studio.
    Eve nahm Veria hoch, damit sie beim Straße überqueren nicht aus Versehen überfahren wurde und so näherten sie sich dem Studiokomplex.
    Drüben angekommen standen die Freunde also vor dem großen Tor.
    Es sah wirklich beeindruckend aus, so von der Nähe betrachtet. Und hier durch mußten sie, um ihr Ziel zu erreichen, den Grund, für ihre Reise nach Kanada – Drehbuchautoren den Kopf zurechtrücken.
    Sie überlegten noch, ob sie Veria gleich hineinschicken sollten oder ob sie sich den Komplex erst von Außen genau betrachten sollten, als eine Frau – von zwei Hunden gezogen – sie fast umrannte.
    „Entschuldigen sie...“ meinte diese außer Atem und zeigte auf ihre beiden ‚Zugtiere’ „Sie sind manchmal etwas ungestüm, wenn es wieder nach Hause geht...“
    Den Freunden stand der Mund offen.
    Bran brachte als Erster wieder ein paar Worte vor. „Das ist ja Dr. Janet...“ kam es ungläubig von ihm.
    Sala stieß ihn an. „Teryl Rothery.“ nannte sie den richtigen Namen der Schauspielerin.
    „Oh, sie kennen mich?“ fragte die Frau erfreut.
    „Welcher Stargate-Fan kennt sie nicht.“ fiepte Veria.
    Die Berühmtheit starrte verblüfft nach unten, von woher die Stimme gekommen war. „Eine Maus, die reden kann? Das ist ja ein toller Special Effect.“
    Veria verschränkte die Arme und gab keinen Ton mehr von sich. *Special Effect...pff*
    „Das ist kein Special Effect.“ klärte der Wolf sie da auf. „Wir können wirklich sprechen.“ und auch Mary mußte ihren Senf dazu geben. „Da hat er ganz recht...“
    Dann stellten die beiden ihre Gruppe erst mal vor, wobei der Gesichtsausdruck der Schauspielerin von sich verkohlt fühlen, über ungläubig staunen, zu freudig lachen und schlußendlich zu einem hinterhältigen Grinsen wechselte.
    Dann winkte sie und ging zum Tor.
    „Ihr müßt mitkommen, ich muß euch unbedingt jemanden vorstellen...“
    Sie ließ sich die Pforte öffnen und sorgte dafür, daß die sieben Freunde ebenfalls durchgelassen wurden.
    Während sie den Eingang passierten meinte Mary zu Veria: „Unser erstes Problem wäre schon mal gelöst, drin sind wir...“
    Die Maus grinste bis über beide Ohren und freute sich, daß sie um das unangenehme hineinschleichen und Ausweise hinausschmuggeln herumgekommen war.

    ***

    Im Vorzimmer fragte die Schauspielerin nach einem gewissen Peter.
    „Der ist hinten. Sie drehen gerade den Besuch...“ wurde ihr Auskunft gegeben.
    Teryl bedankte sich und wandte sich wieder zur Tür. Doch bevor sie diese öffnen konnte ging sie schon von alleine auf und ein großer etwas Bauch tragender Mann, mit dunkelblonden Locken auf dem Kopf und großer, gebogener Nase kam herein.
    „Peeeter...“ rief Teryl erfreut. „Ich dachte ihr dreht gerade?“
    „Drehpause...“ meinte dieser da nur grinsend. „Aber wen hast du da angeschleppt?“ Er deutete auf die Meute, die sich hinter der Schauspielerin zusammengedrängt hatte.
    Vier der Personen hatten einen neugierigen und drei – worüber er sich am Meisten amüsierte – sahen ihn an, als ob er das siebte Weltwunder wäre.
    „Oh, klar ich muß euch ja noch vorstellen. Das ist unser Regisseur und Berater: Peter...“ weiter kam sie nicht, da die drei Weltwundererblicker den Namen selbständig ergänzten: „DeLuise.“ erklang es im Chor.
    Peter mußte Lächeln. Das schienen Fans zu sein. Nun würde ihn aber wirklich interessieren, wer diese Leute...und Tiere, mußte er sich in Gedanke verbessern, waren.
    Die Schauspielerin stellte ihm die gesamte Bande vor. Sie begann bei den Tieren und arbeitet sich dann zu den Menschen (oder zumindest wie welche Aussehenden) vor.
    Peter war verblüfft. Daß Mary sprechen konnte, war noch nicht so das Wunder für ihn, da es ja sprechende Vögel, wie Papageien, schon gab. Als Veria ihm dann ihre kleine Hand reichte, um seine zu schütteln zogen sich seine Augenbrauen schon merklich in die Höhe und als ihm seine Kollegin bei Bran erklärte, daß dieser ein richtiger Wolf wäre und die Sprache kein Trickeffekt war, kam er gar nicht mehr aus dem staunen heraus.
    Er schüttelte ihm die Pfote und fragte noch mal: „Und sie können wirklich ganz selbständig sprechen?“
    „Na, ich kann doch selbständig denken, warum sollte ich denn nicht sprechen können?“
    DeLuise schüttelte den Kopf. „Wahnsinn.“ Das war einfach eine Sensation. Doch Teryl fuhr schnell mit der Vorstellungsrunde fort, bevor der neugierige Peter die Tiere weiter ausfragen konnte.
    Zuerst kamen Eve und M dran. Als Nächste in der Reihe wurde Keeline vorgestellt.
    „Sie erinnern mich irgendwie an Babylon 5...“ murmelte der Regisseur, als er ihre Hand schüttelte.
    Der Schemen grinste nur.
    Als dann Salandra als echte Amazone vorgestellt wurde gab es auf Peters Gesicht ein ähnliches Mienenspiel, wie zuvor bei Teryl Rothery: Ungläubigkeit, erfreut sein, hinterhältig Grinsen. „Das wär doch...“ murmelte er Unverständliches vor sich hin.
    Er wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen, als ein aufgeregter Brillenträger hereingestürmt kam und gegen Peters Rücken rannte.
    DeLuise drehte sich herum und hielt den Mann auf. „Tommy, was ist denn los? Ist etwas passiert?“
    Der angesprochene fuchtelte völlig aufgelöst mit den Händen in der Luft herum. Er brauchte ein paar Sekunden, um wieder zu Stimme zu kommen und genug Atem zu holen – er schien gerannt zu sein – und fing dann an zu berichten. „Sie ist umgeknickt...sie ist einfach umgeknickt, als sie die Szene noch mal probiert hat...“
    „Wer ist umgeknickt?“ fragte der Regisseur ruhig nach.
    „Eine der Wächterinnen...genauer gesagt, diejenige, welche den rechten Abschluß bildete...Die ganze Szene ist geschmissen...“ jammerte er.
    „Wieso ist die Szene geschmissen?“ wollte Peter wissen.
    „Wir haben keine passende Statistin mehr...“ jammerte Tommy weiter. „Wo sollen wir denn jetzt so schnell ne Blondine herbekommen, die in das Kleid paßt?“
    Peter fuhr sich mit der Hand über den Mund und überlegte. Dann dreht er sich um und sah Eve an. Diese war ihm als eine Schicksalswächterin vorgestellt worden. *Wächterin paßt ja schon mal*
    Eve wurde es mulmig unter dem musternden Blick des Regisseurs. Dieser wandte sich nun wieder von ihr ab und fragte den Aufgelösten: „Was meinst du,“ er zeigte auf Eve, die ratlos in der Gegend stand. „...sie ist blond...“
    „Aber natürlich...“ ein Leuchten schoß über das Gesicht des Mannes. Er drängte sich zu Eve durch und schnappte ihren Arm. Dann zog er die überrumpelte Eve mit sich und fragte sie dabei aus: „Wie heißen sie? Haben sie schon mal Theater gespielt? Wären sie an einer kleinen Rolle interessiert?...“
    Eve versuchte mit Nicken, Kopfschütteln und kurzen Antworten die Fragen so gut, wir möglich, zu beantworten und wurde dabei aus dem Raum, wieder durch die Eingangstür gezerrt.
    Ihre Freunde starrten ihr verblüfft nach. „Was passiert denn jetzt?“ fragte der Wolf besorgt, sich als einziger Mann etwas als Beschützer der weiblichen Wesen seiner Truppe fühlend (auch, wenn das natürlich nicht nötig war).
    Peter und Teryl lachten und klärten die Freunde dann auf. „Uns ist gerade eine Statistin ausgefallen...“ „und eure Freundin würde perfekt in die Rolle passen...“
    Die Sechs verbliebenen der Truppe warfen sich erstaunte Blicke zu. Dann stürzten sie aus dem Zimmer, ihrer entführten Freundin nach. „Das wollen wir sehen...“ kam es von allen durcheinander.
    Die beiden Profis lachten noch mehr, als sie die kindliche Neugierde ihrer Besucher beobachteten und folgten ihnen schnell.

    ***

    Im Kontrollraum sah es vollkommen anders aus, als im Fernsehen. Überall standen Scheinwerfer herum und Kameras blockierten den Weg.
    Eve stand bei ihren Freunden und sah stirnrunzelnd an dem Kleid herunter, in das man sie so überraschend gesteckt hatte. Ihr gelbes Spaghetti-Top und ihre Jeans gefielen ihr wesentlich besser, als dieser lange weiße Fetzen.
    Sie beobachteten durch die Glasscheibe das geschäftige Treiben vor dem Stargate, als plötzlich jemand brüllte „Fruitos-Notstand, Fruitos-Notstand...“
    Die Stimme verklang und alles stand still.
    „Was ist denn jetzt passiert?“ fragte Veria verblüfft und sah die Anderen an. Niemand schien etwas zu wissen, außer M, die wie von der Tarantel gestochen losrannte. Sie sprintete die Treppe zum Stargate-Raum herunter und schlich sich zwischen den Menschen durch.
    Keeline rannte ihr hinterher. „Ich seh mal, was los ist...“ rief sie den anderen noch zu, dann war sie ebenfalls ein Stockwerk tiefer angelangt.
    Die anderen sahen der, durch ihre schwarze Kleidung gut von der bunt angezogenen Crew unterscheidbaren M nach. Gerade tauchte auch die blaue Latzhose und das rote T-Shirt des Schemens unten auf.
    Sie beobachteten, wie ihre beiden Freundinnen zusammen einen Mann erreichten, der aussah, als ob er etwas zu sagen hätte. M tippte ihn an und er drehte sich zu ihr herum. Sie sprachen kurz miteinander und dann nahm die junge Frau ihren Rucksack vom Rücken.
    "Was macht sie da?" wollte Teryl Rothery wissen, die gerade aus der Maske zurückgekommen war und nun auch ihr Kostüm als Janet Fraiser trug.
    "Keine Ahnung..." zuckte Salandra mit den Schultern. "Wer ist das?" wollte sie auf den Fremden zeigend wissen und auch Mary, die sich mit den Flügeln an der Scheibe angelehnt hatte, Veria, die ebenfalls durch das Glas sah und Eve, die hinter ihr stand, waren neugierig. Auch Bran, der bis jetzt faul am Boden gedöst hatte erhob sich nun, stellte seine Pfoten auf die Konsole vor dem Aussichtsfenster und drückte seine Nase daran platt, um endlich zu sehen, was da so Hochinteressantes vor sich ging.
    "Das ist Martin Wood, der Regisseur dieser Folge." erklärte Teryl und wurde dann ebenfalls neugierig, als sie sah, wie zwei ihrer neuen Freunde bei ihm standen. Sie sah, daß die eine eine große Plastiktüte aus ihrem Rucksack holte und Wood unter die Nase hielt. "Ich würde zu gerne wissen, was sie ihm zeigt. Er strahlt so über das ganze Gesicht..." meinte sie.
    Keeline war scheinbar auch neugierig, denn die Freunde beobachteten, wie sich das rote T-Shirt ebenfalls über die Tüte beugte und einen Blick hineinwarf.
    "Scheint ja was Lustiges zu sein.." fiepte die Maus.
    Tatsächlich mußte die Schattengestalt sich vor lachen an der Schulter ihrer Nebenfrau festhalten, um nicht umzufallen. Auch der Regisseur lachte und langte erfreut in die Tüte.
    Die Personen im Kontrollraum rückten noch etwas näher an die Scheibe heran, um den Gegenstand besser betrachten zu können.
    "Das ist eine Haribo-Tüte!" stellte die verblüffte Falkin fest.
    "Wieso...??" das große Fragezeichen, welches über dem Kopf der Maus schwebte war deutlich zu sehen.
    "Fruchtgummis..." fuhr die Falkin fort, die angestrengt die Augen zusammenkniff, um etwas sehen zu können.
    Das erscholl von rechts neben ihnen lautes weibliches Lachen.
    Teryl Rothery stand da und hielt sich den Bauch. "Ihr habt gerade einen neuen Freund gewonnen." lachte sie immer noch.
    Das Fragezeichen, welches über Verias Kopf schwebte, wurde um einige Zoll größer und auch Sala, Bran, Eve und Mary sahen fragend zu der Schauspielerin.
    Diese faßte sich so langsam wieder und erklärte dann "Martin ist Fruchtgummi-Fan. Er hat das gesamte Team angesteckt und so geht inzwischen Nichts mehr ohne das Zeug. Eure Freundin scheint wirklich gut recherchiert zu haben, bevor ihr hergekommen seit."
    Der Wolf lag am Boden. Er konnte es nicht fassen. Mit den Pfoten hielt er sich die Augen zu und jaulte leise. *In was bin ich hier nur hineingeraten??*
    Die Anderen der Gruppe faßten es jedoch besser auf. Sie wußten endlich was los war und konnten mitlachen.

    ***

    Nachdem wieder genügend Süßigkeiten vorhanden waren durfte Evala endlich ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen. Oder bessergesagt: Sie durfte so tun, als ob.
    Ihre Freunde hatten die Erlaubnis vom Kontrollraum aus zu zu sehen.
    Da ging es auch schon los.
    Ein Regieassistent (von denen reichlich herumliefen) rief Action und ließ dabei eine Filmklappe ertönen. Die Kameras schwenkten herum und zeigte Richard Dean Andersen, der auf den Schauspieler zuging, welcher General Hammond darstellte.
    "Sie werden begeistert sein General..." machte er ihm gerade die Ankunft neuer Freunde schmackhaft.
    "Sind sie wirklich so weit technologisiert, wie wir?" fragte Hammond.
    "Sind sie..." bestätigte O'Neill. Dann flog ein breites Grinsen über sein Gesicht "...und alle sind blond..."
    "Wirklich alle?" fragte Hammond verblüfft.
    "Die gesamte Bevölkerung." nickte der Colonel wieder.
    Da ging die rote Warnlampe im Stargate-Raum an und das Wurmloch fing an sich zu etablieren.
    "Anwahlvorgang von Außen." tönte es aus dem Lautsprecher. "Iris schließen?"
    "Nein, Iris nicht schließen! Schließlich erwarten wir Freunde." lautete Hammonds Befehl.
    Da erschien auch schon die Erste ihrer Gäste.
    Eine blonde, hochgewachsenen Frau trat aus dem wabernden Ereignishorizont und gleich darauf kam ihr Gefolge. Sie wurden als die Wächterinnen des Stargates vorgestellt, die ihre Welt vor Angriffen der Goa'uld beschützten.
    Die Freunde beobachteten erstaunt, wie der Dreh ablief. Natürlich gab es in Wirklichkeit keinen Ereignishorizont. Die Schauspieler mußten von einer Plattform hinter dem Stargate einfach nach Vorne treten. Der Spezialeffekt wurde später dann per Computer eingebaut. Dennoch, die restlichen Kulissen wirkten sehr Real auf sie.
    Da kam Eve durch den Ring gestiegen. Sie tapste etwa unbeholfen zwischen den Profis hervor und stolperte fast über ihr Kleid.
    "CUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUT" rief da der Regisseur. "Das Kleid, rechts außen, ist viel zu lang. Sofort kürzen!" meinte er Befehlsgewohnt.
    Eve atmete erleichtert auf und schon kamen zwei Kostümbildner auf sie zugestürzt, um sich am Saum ihres Kleides auszutoben.
    Nachdem dieses anständig und passend für sie zugeschnitten war sah es schon wesentlich eleganter aus, wie sie über das Metallgitter vor dem Tor schritt.
    So konnte die Szene, nach wenigen weiteren Drehs abgehakt werden.

    ***

    Die Statistinnen standen neben der Rampe des Stargates und unterhielten sich noch ein wenig, nach dem Dreh. Auch Evala stand neugierig dabei. Es war immer interessant etwas Tratsch zu hören.
    Plötzlich hatte sie jedoch ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Sie schloß kurz die Augen und sah einen gräßlichen Unfall.
    "Weg hier..." rief sie erschrocken und versuchte die Schauspielerinnen um sich herum zum Verlassen des Platzes zu veranlassen. Doch diese hörten nicht auf sie. Was hatte auch eine dahergelaufene Unbekannte in ihren Reihen groß zu befehlen.
    Als die Schicksalswächterin sah, wie niemand auf sie hörte, wurde sie wütend. Sie stand mit verbissenem Gesichtsausdruck da und ballte ihre Hände zu Fäusten. In ihr staute sich eine solche Wut an, daß sie dachte gleich platzen zu müssen. Die Luft um sie herum begann zu flimmern.
    "Jetzt verlaßt diesen Platz." tobte sie laut, so daß ihr endlich genug aufmerksam zuteil wurde. "Ich bin eine Wächterin des Schicksals und ich möchte nicht, daß ihr ab heute kein Schicksal mehr habt."
    Diese Worte und vor allem die glühende Luft um die junge Frau herum taten ihre Wirkung.
    Die Statisten und Helfer flüchteten vor ihr.
    Eve atmete erleichtert auf. Da krachte es verdächtig über ihr. Sie raffte schnell ihr Kleid hoch, um in aller Eile den Anderen zu folgen.
    Gerade, als sie den Platz ebenfalls verlassen hatte löste sich ein Scheinwerfer von der Decke und krachte auf den Boden.
    Die Crew schrak zusammen. Als ihnen dann bewußt wurde, daß Evala ihnen gerade das Leben gerettet hatte gingen sie ehrfürchtig auf sie zu.
    „Vielen Dank...“
    „Sie haben uns das Leben gerettet...“
    „Woher wußten sie...???“ stürmten die Fragen auf sie ein.
    „Bitte, gern geschehen.“ antwortete Evala, erfreut darüber, den Leuten noch einige Zeit ihres Schicksals erfolgreich geschenkt zu haben. „Wie ich das gemacht habe? Na ich bin doch die Wächterin des Schicksals, das ist schließlich mein Job...“ erklärte sie, auf die neugierigen Fragen antwortend.
    Dann drängte sie sich durch die Menge, um zu ihren Freunden zu gehen, die das ganze Geschehen, vom Stockwerk höher aus, mitbekommen hatten.

    ***

    Der schreckliche Zwischenfall war bald vergessen, nachdem die Filmcrew aufgeräumt hatte. Scheinbar hatten sie alle ziemlich dickes Fell. So wurde im Konferenzzimmer weitergedreht.
    In dieser Szene wurde Eve nicht gebraucht und so konnten die Freunde gemeinsam zusehen.
    Es wurde eine Diskussion zwischen dem General und der Anführerin der Besucherinnen gedreht.
    Als eine kurze Drehpause gemacht wurde, damit die Schauspieler ihren geschundenen Kehlen etwas Flüssigkeit gönnen konnten, kam ein Regieassistent auf Salandra zu.
    Er grüßte sie schüchtern. „Hallo...“
    Sala gab das Hallo zurück und blickte ihm fragend in die Augen, die der Mann sofort nervös umher wandern ließ.
    Bran trat einen Schritt näher, um neugierig zu lauschen.
    Der Mann fing an zu reden „Ich habe gehört, daß sie eine echte Amazone sein sollen?“ er ging einen Schritt weiter, weg von dem Wolf. „Stimmt das?“
    Der Wolf rückte wieder einen Schritt weiter. Der Mann machte wieder einen Schritt, von dem Tier weg.
    Salandra nickte, während der Assistent noch einen weiteren Schritt um sie herum ging.
    Der Wolf rückte wieder auf, als der Mann fortfuhr „Könnten sie uns dann vielleicht helfen?“ Er machte wieder einen Schritt um die Amazone herum. „Das Volk auf dem Planeten, von dem die Besucher kommen ist nämlich unterteilt in die Wächterinnen, von denen ihre Freundin ja eine gespielt hat, und der restlichen weiblichen Bevölkerung, die als Amazonen in den Wäldern umherziehen. Die wenigen Männer haben wieder eine eigene Stadt...“ er ging nochmals zwei Schritte um Salandra herum. Der Wolf ging wieder hinterher.
    „Und wozu erzählen sie das mir?“ fragte sie, immer noch nicht ahnend, was der Fremde von ihr wollte.
    Als dieser wieder einen Schritt weiterging packte sie ihn und hielt ihn fest. Sie war es Leid, daß sie sich immer mitdrehen mußte. Inzwischen hatte sie nämlich schon eine ganze Drehung hinter sich.
    Der Mann schluckte und sah leicht ängstlich auf Bran, der nun genau neben ihm saß und ihn mit treubravem Blick musterte. Er glaubte sogar ein amüsiertes Grinsen auf dem Gesicht des Tieres zu entdecken. Dann riß er sich zusammen. „Naja, ich dachte mir, sie könnten uns vielleicht ein wenig beraten???“ Hoffnungsvoll blickte er in die Augen der blonden Frau, die ihn immer noch festhielt. Sie lächelte, was ihn erleichtert aufatmen ließ.
    „Mache ich gerne, was haben sie denn für ein Problem?“ während sie das fragte schoß ihr gleichzeitig ein Gedanke durch den Kopf. *So bekomme ich vielleicht auch gleich heraus, wo diese Drehbuchautoren stecken.*
    „Folgen sie mir bitte. Ich zeige es ihnen am Besten.“ brachte der Assistent erleichtert hervor und wollte den Raum verlassen.
    Salandra hielt ihn noch mal auf. Sie zeigte auf Bran. „Er wird ihnen bestimmt nichts tun, sie brauchen keine Angst vor ihm zu haben, nicht wahr Bran?“
    „Natürlich.“ bestätigte der Wolf und hob eine Pfote, um dem Mann die Hand zu schütteln.
    Dieser war nun total verdattert, seine Angst schien aber etwas abgenommen zu haben. Er drückte zaghaft die ihm dargebotene Pfote.
    Bran grinste über den Effekt, den er auf den Kerl gehabt hatte. *Schön ein Wolf zu sein*
    „Dann können wir jetzt.“ meinte die Amazone zufrieden.
    Der Mann nickte und ging ihr voran.
    Sie folgte ihm aus der Tür.
    Beim hinausgehen drehte sie sich noch mal nach ihrem tierischem Begleiter um, der immer noch an seinem Platz stand und ihr nachsah. „Bran?“ rief sie ihn. „Bist du nicht neugierig? Oder bist du etwa festgewachsen?“
    Bran knurrte leise, weil die Prinzessin ihn schon wieder ärgerte und trabte ihr dann aber hinterher.
    Die Anderen blieben im Raum, da sie sehen wollten, wie die Szene weiterging.

    ***

    Sala wurde in die Requisitenkammer geführt, wo schon die Kostüme für die nächste Szene bereit lagen. Der Assistent führte ihr die Kleidungsstücke stolz vor, sie gab Ratschläge wie die Kostüme der Repräsentanten noch authentischer aussehen konnten und entfernte hier und da übertriebenen Zierrat. Amazonen waren schließlich ein praktisch denkendes Volk. Mit soviel Muscheln und Perlen an der Kleidung würde man sich bestenfalls an einen Tauben heranschleichen können. „Wir sind Krieger, keine Rasseln.” erklärte sie schroff.
    Dann wandte sie sich den Waffen zu. Ein Holzspeer, und ein paar magere, schmale Metallklingen, die dem Gewicht nach aus Blech waren.
    Sie warf Reg - so hieß der junge Mann - einen ungläubigen Blick zu. „Das ist ein Scherz, nicht wahr? Sollen die Goa’uld oder Jaffa vor Lachen sterben?“ fragte sie entrüstet. „Das werden sie wohl müssen denn anders könnte man sie hiermit nicht töten! Selbst mein Zahnstocher ist beeindruckender.” Die Doppeldeutigkeit dieses Witzes verstand der Arme natürlich nicht aber er nickte und versprach einen Termin für sie mit den Requisiteuren zu vermitteln.
    Soweit zufrieden arbeitete sich Sala zum Kleid der Königin vor, lachte herzlich über die Kostüme der männlichen Statisten, und schmiß die zum Auswendiglernen bereitliegenden Lernzettel weg, auf denen Bruchstücke der angeblichen Amazonen Sprache standen. “Wollt ihr es authentisch?” sie sah Reg mit erhobener Augenbraue an.
    Dann zückte sie einen Kuli und ließ die Spitze wenige Zentimeter über dem geangelten Block Papier schweben. “Wirklich authentisch? So daß Daniel was zu tun hat? Nicht nur diese Aneinanderreihung von Vokalen und Konsonanten, gut durchgerührt?”
    Ihr Verhalten ließ leichte Sorge in ihm aufkommen, dann nickte er. “Ja... wir denken schon.”
    *`Wir´ sind die Borg* Sala schüttelte den Kopf. Freies Assoziieren war schon eine Sache für sich. “Schön, dann muß ich aber auch noch mit den Autoren reden. Ich muß ja wissen was sie sagen sollen.”
    Auch hierin stimmte er ihr zu. Unwissend, daß er diese damit der Gnade der Gruppe ausgeliefert hatte. Sie würde die Drehbuchschreiber treffen und ihre Freunde würde sie mitnehmen.
    Sala spürte allmählich Hunger und sah zu ihrem schweigenden Begleiter hinab. “Hast du auch so Hunger wie ich?”
    Er lächelte sein Reiszähnelächeln. “Ich könnte ein halbes Pferd verschlingen.”
    Sie grinste zurück. “Das würde Marys Schwesternselbst aber gar nicht gefallen.”
    “Ich könnte auch ein Stückchen aus dir knabbern, wenn dir das lieber ist. Deine Schulter sieht sehr lecker aus.”
    Ihre in die Höhe schießenden Augenbrauen zeigten nur allzu deutlich was sie davon hielt. “Wir gehen wirklich besser schnell essen. Bevor ich unfreiwillig ein paar Kilo verliere.”
    “Indem du mich scheuchst?” neckte er sie.
    “BRAN!”
    Er lachte nur leise in sich hinein. “Die anderen warten bestimmt schon auf uns. Sie werden genauso Hunger haben wie wir.”
    Auf dem Weg lasen sie auch gleich Eve auf, die gerade aus der Maske kam. Sie trug wieder ihre Standardkleidung, hatte aber noch die Schminke drauf. Sie war nicht gewillt nach dem dreiviertel Stunde dauernden Probeschminken noch mal genauso lange mit Abschminken zu verbringen. Ein Handtuch und warmes Wasser würden schon Wunder wirken. “Und das lasse ich alles für Mau über mich ergehen.”
    “Ich biete mein Wissen doch auch.....” vollendete Salandra ihren Satz nicht mehr.
    Sie sahen einander wissend an. Das war doch einen Versuch wert.
    Gemeinsam gingen sie zurück, um Reg zu suchen und beschwatzten und bedrohten ihn (gemeint ist damit ein leises subtiles Hintergrundknurren), solange bis er ihnen offizielle Bezeichnungen und das entsprechende Gehalt versprach. *Statistin* und *Beraterin*.
    Sie jauchzten. Nicht nur, daß sie nun länger in Vancouver bleiben konnten, nein, ihre Namen würden auch noch im Nachspann auftauchen.
    “Schade, daß RTL2 den nie zeigt.” seufzte die Prinzessin dann noch.
    “Auf der Kaufkassette ist er doch drauf.” beruhigte die Wächterin sie.
    Das tröstete sie etwas. “Ok, aber jetzt wirklich zur Kantine. Oder mein unsterblicher Leib wird ungemütlich.”
    Zu dritt nebeneinander hergehend machten sie sich zur Essen-Fassen-Zentrale auf.

    ***

    In der Kantine hatten sich die Restlichen schon zusammengefunden und alberten herum. Lustiges-Folgen-Raten stand gerade auf dem Programm. Veria war dran und hob einen Teller hoch der mit Senf und Ketchup zu einem Smiley dekoriert war. Eine Sekunde herrschte Stille während sie das Kunstwerk grinsend anstarrten. Veria gab eine sehr gute Stimmimitation von Jack O’Neal ab und schrie ein: "Ich drehe durch!"
    Das war endgültig zuviel und die Freunde lachten schallend auf oder überschlugen sich beim "Kein Ende in Sicht" rufen.
    Richard Dean Anderson lachte nur, als er eine Imitation seines Serienselbst vernahm und stopfte sich dann, genau wie Amanda Tapping, weiter sein Abendessen in den Mund. Natürlich nicht, ohne diesen Touristen neugierig zu lauschen.
    "Ha die Folge war genial. Nur das Ende.. Aber egal." M winkte ab.
    "Im nächsten Durchlauf machen sie es besser." war Verias Meinung.
    "Unfug, damit war doch die Schleife aufgelöst." krächzte Mary laut.
    „Das denkst du." Keeline sah zur Falkin.
    "Ich denke das nicht, ich weiß es." meinte diese nur.
    Sie schwatzten und diskutierten bis sie die drei Abgänger bemerkten und winkten sie rasch zu sich an den langen Tisch heran.
    "Klasse, ihr seid wieder da. So vollzählig können wir ja jetzt einen Happen essen. Erzählt mal: was habt ihr gemacht, wie war’s denn?" fiepte die Maus neugierig.
    Freimütig erzählte Eve von der Tortur des Kleideranpassens und Schminkens. Sie mußte aber auch zugeben, daß es Spaß gemacht hatte.
    Sala war von ihrer neuen *Arbeit* genauso angetan. Sie mußte eigentlich nur tun, was sie ohnehin am besten konnte. Eine Amazone sein.
    Transportervorgangartig (wie aus der Luft gegriffen) tauchte Tommy auf und bedankte sich noch mal für ihre Hilfe. Zur Feier des Tages lud er sie auch gleich ein, sich hier in der Original-Drehschauplatz Kantine den Magen vollzuschlagen. Auf Kosten des Hauses versteht sich.
    "Eßt was ihr wollt und soviel ihr wollt.“ meinte er grinsend und wandte sich dann an die beiden neuesten Mitglieder der Crew. „Ähm, Miss Jones, Miss Evala: wir bräuchten sie Morgen schon sehr früh zum Dreh." Sieben überraschte Gesichter waren zu sehen. "Heißt das wir Restlichen dürfen Morgen nicht mehr mitkommen?" fragte Mary enttäuscht.
    Er wollte das gerade bestätigen als er die verschlossenen Gesichter seiner zwei neuen Mitarbeiterinnen bemerkte. "Bestehen sie beide etwa darauf, daß auch die Anderen mitdürfen?"
    Ein grimmiges Nicken der Amazone antwortete ihm. "Allerdings. Wir sind nur in der Großpackung erhältlich."
    Ihre Gefährtin ergänzte noch. "Wo eine hingeht gehen alle hin."
    Sie waren auch nicht bereit darüber zu diskutieren. Es hieß alle oder keiner. So mußte sich der Regieassistent schließlich geschlagen geben. Wenn der Seelenfrieden der Gruppe davon abhing, nun gut, seinen Segen hatten sie. "Dann also bis Morgen früh." Und er verschwand wieder.
    Anderson und Tapping staunten nicht schlecht, wie die Gruppe sich durchgesetzt hatte. Auch Peter DeLuise, der gerade dazu gekommen war lachte laut heraus. „Dann werde ich euch gleich mal Ausweise für unser Gelände besorgen...“ damit ging er auch schon wieder Richtung Kantinentür.

    ***

    Eine ganze Weile später kam er wieder zurück und überreichte jedem der Sieben einen Studioausweis, der anzeigte, daß sie zur Stargateproduktion gehörten.
    Die Freunde bestaunten die Ausweise, auf denen sogar ihre Namen standen und klemmten sie sich stolz an. Dann stürzten sie sich wieder auf ihr Abendessen.
    Peter ging lachend davon, um sich ebenfalls etwas Eßbares von der Theke zu besorgen und setzte sich dann ans Tischende, an dem auch Amanda, Richard und Teryl saßen.
    Er beobachtete seine neue Statistin, die genüßlich an ihrem Puffreis naschte. Sein Blick wanderte weiter zu dem Vogel, der sich mit der Maus und der schwarz gekleideten Frau einen Kuchenteller teilten. Der Wolf war schon wieder auf dem Weg zur Theke, um sich noch einen Nachschlag zu holen, während die Amazone dasaß und Zeichen machte, daß sie am Platzen wäre und keinen Bissen mehr hinunterbrachte.
    Das genaue Gegenteil war der Schemen, der sich mit Richard Dean Anderson einen Muffineßwettkampf zu liefern schien.
    Keeline trank einen weitern Schluck ihrer lauwarmen Milch. Dann wanderte der fünfte Muffin in ihren weitaufgerissenen Mund.
    Richard beeilte sich nachzukommen.
    Peter, Teryl und Amanda sahen dem Schauspiel fasziniert zu, während Keelines Begleiter nur lächelnd dasaßen.
    „Sollen wir ihm sagen, daß er keine Chance hat?“ wisperte die Maus der Falkin ins Ohr.
    DeLuise saß so nahe, daß er die Bemerkung gehört hatte. „Wieso hat er denn keine Chance?“ wollte er neugierig wissen.
    Die beiden sahen ihn verschwörerisch an und erklärten ihm dann leise: „Jedesmal, wenn wir uns treffen, gibt es Muffins in rauhen Mengen. Daher haben wir alle Übung im Verdrücken dieser Dinger...“
    Dem Regisseur ging ein Licht auf. Dann grinste er und versuchte sich das Lachen zu verbeißen. Die beiden anwesenden Schauspielerinnen hatten ebenfalls mitgehört und kicherten leise. Dann beobachteten sie den Wettkampf weiter.
    Nach dem 12. Muffin kapitulierte der Schauspieler endlich und gratulierte seiner Gegnerin zu ihrem Sieg.
    Keeline grinste nur und stopfte sich noch schnell das letzte Exemplar in den Mund, bevor sie ebenfalls klar machte, daß sie nun mit dem Essen fertig wäre.
    Aufgrund dieser Ereignisse waren alle Anwesenden schon sehr guter Laune, als DeLuise zum Aufbruch ermahnte. „Leute, morgen geht es früh weiter, wir sollten solangsam in die Federn kriechen...“

    ***

    DeLuise begleitete sie noch mal in das inzwischen verwaiste Vorzimmer, um ihnen zu zeigen, wie sie sich am nächsten morgen melden sollten.
    „Wann sollen wir denn da sein?“ fragte Veria, die es sich wieder auf dem Kopf des etwas unwilligen Bran bequem gemacht hatte.
    „Um 7 wäre ganz gut.“ erklärte der Regisseur den neugierigen Freunden.
    „So früh?“ die Schicksalswächterin war entsetzt. Das hieß ja, Wecker stellen und aufstehen. *Und das im Urlaub.* seufzte sie in Gedanken. *Aber was tut man nicht alles für einen Auftritt im Fernsehen...*
    „Natürlich.“ grinste Peter über Eves entsetzten Gesichtsausdruck. „Wir fangen normalerweise schon früher an...“ schockte er sie noch ein wenig mehr.
    „Ok, dann aber ab ins Hotel und ins Bett, sonst kommen wir morgen nicht raus!“ befahl Salandra nach dieser Eröffnung.
    „Ja gehen wir.“ stimmte Mary ihr zu.
    Sie gingen aus dem Zimmer in den Gang und wandten sich zur Tür, als die Maus feststellte, daß jemand fehlte. „Wo steckt denn M?“ fragte sie in die Runde blickend.
    Auch die Anderen bemerkten nun ihr Fehlen.
    „Ich seh mal nach...“ meinte Mary und flatterte schnell zurück ins Vorzimmer. Dort stieß sie auch tatsächlich auf ihre Freundin. „Was machst du denn, wir wollten gerade aufbrechen...“ schnatterte sie aufgeregt.
    M grinste nur und zerrte die zweite Tüte, die sie noch herumgetragen hatte aus ihrem Rucksack. „Muß nur noch was loswerden...“ erklärte sie der Falkin.
    Diese ließ sich auf dem Tisch nieder und sah zu, wie die Tüte auf ein Tischdeckchen geleert wurde. Große Mengen Schokoladentafeln kullerten heraus. Marys Augen wurde immer größer und drohten der Schokolade Gesellschaft zu leisten. „Du hast nen Vollschlag...“ stellte sie nur fest.
    Ihre Freundin grinste noch ein wenig breiter. „Danke für das Kompliment...“ sie legte die letzte Tafel aus der Tüte auf den Schokoladenhaufen und meinte dann „Die freuen sich bestimmt über diese kleine Überraschung, wenn sie morgen kommen.“
    Mary lachte. „Aber sicher...“ dann drängelte sie „Können wir dann auch?“
    Die Beiden gesellten sch wieder zu den Anderen, die inzwischen schon beim Eingangstor des Studiogeländes angekommen waren.
    Sie verabschiedeten sich gemeinsam von DeLuise und den Wachleuten und fuhren – diesmal ohne Verfahren – zurück in ihr Hotel.
    Salandra bestellte telefonisch noch das Frühstück auf 6Uhr morgens – gleiche Mischung, wie am ersten Tag – und dann fielen alle Hundemüde in ihre Betten oder auf die für sie zurechtgemachten Kissen.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:32


    Kapitel 03



    Freitag


    Am nächsten Morgen drängelte Eve vor der Badtüre. „Bran mach endlich, ich will auch frühstücken...“
    Ein Gurgeln und Knurren war zu vernehmen. „Ich bin halt nicht so schnelle. Bin ja nicht mehr der Jüngste.“
    Eve rollte die Augen und sah zu den Anderen, die schon am fertig gedeckten Frühstückstisch saßen. Sie kicherten leicht bei dem Theater.
    „Nimm doch unser Bad.“ schlug der Schemen da vor. „Sonst kommst du nie zu deiner Morgenmahlzeit.“
    Ein Strahlen schlich sich über die Züge der Schicksalswächterin. Sie schnappte sich ihre Sachen und ein Handtuch und sprintete ins anliegende Zimmer. Kurz darauf hörte man schon Wasserrauschen und sie schaffte es sogar vor dem Wolf am Tisch zu sitzen.
    Da dieser mal wieder etwas länger brauchte, um sich frisch zu machen und sie es ja eilig hatten, fingen die Damen schon mal mit dem Essen an.
    Brötchen wurden hin und her gereicht, Marmelade wanderte über den Tisch und Milch wurde verschüttet. Irgendwann gesellte sich das einzige anwesende männliche Wesen der Gruppe hinzu und schlug sich ebenfalls den Bauch voll.
    Ein paar Weckchen wurde geschmiert und eingepackt, dann sprangen alle auf und verließen eiligst das Zimmer, um zur Bushaltestelle zu rennen.
    Der Wolf trabte nuschelnd hinterher – er kaute immer noch an einem Butter-Marmeladenbrötchen – „Wartet auf misch...nischt scho schnell...“
    Da kam aber schon der Bus und er mußte doch die ganze Sprungkraft seiner Wolfsbeine nutzen, um noch an Bord zu gelangen, bevor die Fahrt wieder aufgenommen wurde.
    Mary paßte auf, wo sie umsteigen mußten, während die anderen ihre gerichteten Weckchen aufaßen – als Abschluß des Frühstücks. So kamen sie bald glücklich an den Studios an und standen tatsächlich punkt 7Uhr im Vorzimmer der Produktion.

    ***

    Jubelnd wurde die Truppe begrüßt. Die Schokolade schien gut angenommen worden zu sein. Von dem großen Stapel war nur noch die Hälfte übrig und das trotz der frühen Stunde.
    „Peter kommt gleich.“ erklärte ihnen ein grinsender Mitarbeiter. „Ihr fahrt dann gleich mit ihm zum Außendreh....ach...“ er deutete auf die sich öffnende Tür. „...wenn man vom Teufel spricht.“
    Da erschien auch schon der Regisseur und winkte die sieben Freunde heran.
    „Kommt gleich mit. Draußen steht der Bus.“ somit ging er voran und führte sie zu einem großen schwarzen Van, in den sie einsteigen mußten.
    „Komme ich heute nicht in die Maske?“ wunderte sich Eve.
    „Doch, nur ist die schon am Drehplatz.“ erklärte DeLuise und machte dem Fahrer Zeichen, als alle im Bus waren. Die Fahrt konnte losgehen.
    Der Wagen wurde auf den Highway gelenkt.
    „Wo geht’s denn hin?“ fiepte Veria neugierig und drückte ihre Nasenspitze an die Scheibe, um etwas zu sehen.
    „Ein kleiner Park von Vancouver.“ wurde den Freunden erklärt. „Er eignet sich perfekt für den Amazonenplaneten.“
    Veria nickte abwesend und starrte gebannt auf die Schilder, die den Highway säumten. *So viele Abzweigungen und Hinweise.* „Wahnsinn.“ hauchte sie gegen die Fensterscheibe. Da blieb ihr Blick an einem auffälligen Schild hängen. Aufgeregt machte sie ihre Freunde auf ihre Entdeckung aufmerksam.
    Gemeinsam bestaunten sie das Schild. Es war hellrot, aber zu schnell weg, um die Aufschrift lesen zu können. Gleich darauf kam noch eines und so konnten sie lesen: SG-1. Daneben ein Pfeil in Fahrtrichtung.
    „Warum haben wir uns gestern eigentlich so verfahren?“ meinte Salandra im Blödsinn.
    „Gute Frage.“ lautete Marys gekicherte Antwort. Dann fielen die Freunde auch schon in einen Lachanfall.

    ***

    Am Set angekommen wurde Eve sofort in den Maskenwagen geschickt. Sala wurde ebenfalls gleich beschlagnahmt. Der Requisiteur wollte mit ihr über die Kostüme reden.
    Peter führte den Rest der Gruppe zum Stargate, das auf einer Lichtung aufgebaut war.
    Unter den Bäumen, welche die Lichtung umgaben standen Stühle auf die sie sich setzen konnten.
    Die Schauspieler saßen ebenfalls dort. Sie begrüßten sie kurz und vertieften sich dann wieder in ihre Skripte.
    Die Freunde setzten sich und beobachteten das geschäftige Treiben. Es wurde fleißig auf und umgebaut, Kameras und Kulissen verschoben, Lichter ein und aufgestellt, so daß der Dreh bald beginnen konnte.
    Nur Bran interessierte sich nicht dafür. Er hatte es sich neben Keelines Stuhl bequem gemacht und beschlossen, die viel zu geringe Stundenanzahl Schlaf der Nacht noch auf ein vernünftiges Maß aufzustocken. So bemerkte er auch nicht, wie der Dreh langsam begann.

    ***

    Veria und M hatte irgendwann die Neugierde gepackt. So hatten sie einen der Kameramänner gefragt, ob sie mal durch seine Kamera schauen dürften.
    Zu ihrer Überraschung hatte dieser sich als Peter Woeste, der deutsche Kameramann beim Dreh, herausgestellt. Natürlich war er ihnen ein Begriff und sie unterhielten sich ein wenig über den Dreh mit ihm und fragten ihn nach der Funktionsweise seines Arbeitsgerätes aus.
    Erfreut darüber, daß sich jemand für seine Arbeit interessierte, erklärte er ihnen, wie man das sensible Gerät handhaben mußte, wie die Einstellungen vorzunehmen waren und was bei den verschiedenen Lichteinfällen zu beachten war. “...nachdem ihr diesen Knopf gedrückt habt, legt ihr eure Hände hierhin und fahrt die Kamera herum..”
    Er führte das Erklärte vor und ließ die junge Frau, die ihm neugierig zugesehen hatte schließlich durch das Objektiv sehen.
    “Ich will auch...” fiepte die Maus und zog sich an dem langen schwarzen Ärmel ihrer Freundin bis zu deren Schulter hoch.
    Diese drehte den Kopf zur Seite und stellte sich so, daß die Maus in Kamerahöhe kam.
    Veria hielt sich am Objektiv fest und stellte sich auf die Zehenspitzen. Dann wagte sie einen Blick durch die Linse. “Wow...sieht toll aus...” war das Einzige, was sie vorbrachte.
    Da war schallendes Gelächter zu vernehmen, was sie vom weiteren herumspielen an der Kamera abhielt. Sie sahen zur Ursache des Geräusches und erblickten ihre Freundin Salandra, die neben dem Regisseur auf dem Boden lag. Sie strampelte mit den Füßen und schlug mit den Händen auf den Boden. Ihr Gesicht hatte eine leicht rötliche Färbung angenommen, da sie schon unter leichtem Sauerstoffmangel litt, weil sie einfach nicht mehr aufhören konnte zu lachen.
    Der Regisseur sah verwundert auf sie hinab und fragte: “Was ist denn daran nun so komisch?”
    Die Prinzessin prustete immer noch, versuchte aber aufzustehen und sich zusammenzureißen. “Eine Amazone tritt doch völlig anders auf...” wieder schüttelte ein Lachanfall sie. “Amazonen treten viel selbstsicherer und schroffer auf, als diese Frau das gerade vorgeführt hat...”
    Wood sah wieder zu den Schauspielern, die wartend herüberblickten. Sie hatten gerade für die Ankunft des SG-1-Teams auf dem Amazonenplaneten geübt. Die Szene spielte vor den am Vortag gedrehten Szenen und zeigte die allererste Ankunft von Jack, Sam, Daniel und T´alc auf dem neuen Planeten
    Er ging die Szene noch einmal im Kopf durch: SG-1 trat durch das Stargate. Jack machte sich Sorgen, daß niemand zu sehen war. Sam und T´alc sicherten das Gate. Die Truppe ging auf die Bäume zu, welche die Lichtung auf der das Gate stand umgaben und dann...dann tauchten rund herum mit gespannten Bögen bewaffnete Frauen aus den Büschen auf. Sie zielten auf SG-1. Das hob die Hände und eine Frau ging auf Jack zu. Ihren linken Arm hielt sie so, als ob sie einen Schild trug - da kam später ein Special Effect hinzu - in ihrer rechten trug sie ein Schwert, welches sie auf den Colonel richtete.
    Und genau in diesem Augenblick hatte die neue Beraterin angefangen zu lachen. Er sah sie fragend an. “Können sie uns zeigen, wie es naturgetreu aussehen müßte, ohne daß wir allzuviel ändern müssen?”
    “Natürlich.” Salandra nickte. “Es ist ja nur eine Kleinigkeit.” Damit stapfte sie durch das Gras zu den Schauspielern. Sie wandte sich an die Frau. “Geben sie mir doch bitte mal diesen Zahnstocher.”
    Die Schauspielerin blickte verwundert auf ihr Schwert. Wie konnte jemand das nur als Zahnstocher bezeichnen. Dann entschied sie sich aber dafür, daß die neue Beraterin, trotz ihrer scheinbaren Jugend, sicher wußte von was sie sprach.
    Salandra nahm die Waffe und erklärte. “Sie dürfen die Klinge nicht so zaghaft heben, eher so...” mit Schwung hob sie das Schwert, so daß es genau auf Richard Dean Andersons Brust gerichtet war.
    Die Frau nickte.
    Dann fuhr Salandra fort: “Außerdem sind sie eine mutige Amazone, d.h. Brust raus, Bauch rein.” sie stupste der Frau in den Bauch, damit diese die richtige Haltung annahm. Dann führte sie den ganzen Ablauf noch mal vor. Hinter dem Baum vortreten, Schildarm nach Vorne, Schwert in der rechten und mit Schwung an die Brust des Colonels setzen.
    “Sie können es natürlich auch so machen, dann wird es beeindruckender...” die Prinzessin schwang das Schwert einhändig in einem eleganten Bogen und ließ es auf Andersons Kopf zusausen. Wenige Millimeter vor seiner Stirn stoppte sie. “....aber ohne Übung ist das doch etwas zu gefährlich...” grinste Salandra die Umstehenden an.
    Richard schnaufte noch etwas vor Schreck und meinte dann “Der Ansicht bin ich allerdings auch.”
    Sala grinste nur. Dann hielt sie der Frau ihre Requisite wieder hin. Sie hatte das Schwert um die Klinge gefaßt, damit die Frau es gleich am Griff heben konnte.
    Die Schauspielerin nickte. Sie wollte es versuchen. Dann griff sie nach dem Schwert und zog es weg. Dabei brachte sie es allerdings fertig unglücklich an der Handinnenfläche der Beraterin zu vorbei zu schrammen, so daß Sala - Gott sei Dank war das Schwert nicht wirklich geschärft - einen Schnitt in ihre Hand abbekam.
    “Au, können sie nicht aufpassen?” beschwerte die Amazone sich und lutschte an der blutenden Schnittwunde.
    “Das tut mir so leid...” bedauerte die Frau und sorgte sich “Ich werde sofort einen Sanitäter rufen...”
    Sie wollte ihre Aussage schon wahrmachen, als ein Arm sie zurück hielt. Sala hatte sie festgehalten und zeigte ihr nun ihre Handfläche. “Keine Sorge, es hat nur ein wenig wehgetan...” blaue Blitzchen zuckten über die Stelle “Sehen sie, es verheilt schon.”
    Sprachlos starrten die nahe genug stehenden Schauspieler auf die Hand, die keinen Kratzer mehr zeigte.
    “Dann bin ich ja beruhigt...” meinte die Frau, der das Unglück passiert war verwirrt.
    Die Prinzessin klopfte ihr auf die Schulter. „Schon gut...“ und mit drohendem Unterton „Sagen sie niemandem was davon.“ Dann lächelte sie wieder freundlich "Machen sie einfach weiter." damit ließ sie die verunsicherten Schauspieler stehen und ging zurück zu Martin Wood, der darauf wartete, daß der Dreh weitergehen konnte.

    ***

    Bald war die Szene abgedreht und die Probe für eine weitere Außenszene fing an.
    Die Ausbildung der jungen Kriegerinnen sollte gezeigt werden.
    Salandra führte ihnen noch einige Amazonentricks vor, mit denen sie die Schwünge und Würfe der Speere und Stangen realistischer darstellen konnten, während die beiden Kameraneulinge einen Probedreh durchführen durften.
    Sie schwenkten das Aufnahmegerät begeistert herum, nachdem der Lichttest abgeschlossen war und nahmen - ohne sie natürlich wirklich aufzunehmen - ihre Freunde ins Visier. Michael Shanks und Amanda Tapping wurden in der Szenerie benötigt, aber Richard Dean Anderson hatte gerade Drehpause und saß bei Bran - der inzwischen aufgewacht war - und Mary.
    Er winkte in die Kamera und beschäftigte sich dann wieder mit dem Häppchen, welches er sich ergattert hatte. Seit der Großen-Pausezeit gingen nämlich ständig Assistenten über das Set, um die schwerarbeitenden Personen mit Kleinigkeiten, wie eben Häppchen, Dips und Süßzeug zu versorgen.
    Durch die Linse konnte man beobachten, wie jeder der Drei irgendwas Eßbares verdrückte.
    Da schien Richard eine Idee zu haben. Er sah nämlich mehrmals grübelnd und stirnrunzelnd von den Proben zu Bran, zu Mary, zu den Proben und wieder zu den beiden Freunden, die friedlich vor sich hin futterten. Dann grinste er und stand auf, um zu Martin Wood hinüberzugehen.
    Neugierig beugten sich M und Veria vor, um auch zu hören, was Anderson eingefallen war.
    Bei Wood angelangt fing er an. “Sag mal, Amazonen sind doch Waldmenschen?”
    Der Regisseur nickte, ohne zu verstehen, auf was sein Schauspieler gerade hinauswollte.
    “Und sie leben doch mit der Natur und den darin lebenden Tieren im Einklang.” fuhr Anderson fort. “Warum kommt dann in keiner einzigen Szene der Folge ein Tier vor?”
    Woods Mund stand offen. “Du hast recht...das ist mir noch gar nicht aufgefallen...” staunte er über Richards Feststellung. “Aber wir bekommen jetzt bestimmt keine passenden Tiere mehr her...” bemerkte er dann traurig.
    “Brauchen wir ja auch nicht.” setzte der Schauspieler sein typisches Jack O´Neill Grinsen auf. “Wir haben ja schon welche...” womit er auf Bran und Mary zeigte. “Ein Falke und ein Wolf, die wären doch perfekt?” fragte er den staunenden Regisseur. “Und diesen beiden würde eine kurze Erklärung genügen, da sie ja besondere Tiere sind. Dann hätten wir wirklich alles authentisch.”
    Nun fing Wood ebenfalls an zu grinsen. DeLuise und eine weitere Person wurden zum Kriegsrat gerufen und schnell war es beschlossene Sache: Der Wolf und die Falkin mußten einfach auch mitspielen.
    Mary war sofort Feuer und Flamme von der Idee, nur Bran mußte mit der Verlockung einer kleinen Gage und einem ausführlichem Mittagessen, sofort nach dem Dreh der Szene, erst noch überredet werden.
    Nachdem dieser Dreh endlich erledigt war und alle wieder gemeinsam im Essenszelt an den Tischen saßen meinte Mary lachend. “Jetzt müssen wir nur noch Keeline unterbringen, dann hat jeder von uns was zu tun am Set...”
    Der Schatten blickte erschrocken auf. Die Farbe ihres Gesichtes wurde einen Ton dunkler, so als ob sie sich verstecken wollte. Dann blickte sie - leicht rotwerdend - wieder nach unten und nahm ein weiteres Stück ihrer Germknödel auf die Gabel. So wurde sie erst mal der Pflicht eine Antwort zu geben enthoben.

    ***

    Ein Assistent, der die benötigten Schauspieler zum Drehort bat, brachte nach der Pause wieder Leben in die Gruppe. Requisiten wurden noch rasch zurecht gerückt, die Lichtung drehfertig präpariert. Dann war alles soweit.
    Es gab eine Szene die den Thronsaal der Amazonen zeigte. Doch da SG-1 es hier mit einer ‚Amazonen’-Königin zu tun hatte, befand sich ihr Herrschaftssitz im Sommer auf einer Lichtung. Hohe weiße Bambusstangen bildeten mit bunten Tüchern das Dach für das Ganze. Alles wirkte luftig und frei. Der Thron selbst stand nur wenig erhöht. Die Königin erhob sich nicht mehr über ihre Schwestern, als es der Herrschaft Willen nötig war.
    Zu beiden Seiten des Sitzes standen noch einmal wundervoll verziert und gearbeitete Holzstühle, der Platz für die Beraterinnen der Königin. Die lichtdurchfluteten bunten Tücher ließen auch bunte Muster auf den Boden fallen, die Requisiteure hatten sich mit Salandras Hilfe selbst übertroffen.
    Es war ein Dreh mit Sam, der rechten Hand der Königin und zwei Statistinnen.
    Eve war eine von ihnen und sie war ziemlich aufgeregt, doch nachdem ihr Mary und Veria gut zugesprochen hatten riß sie sich zusammen und war bereit eine Oskarreife Schau zu liefern. Auch wenn sie nichts sagen mußte, und nur im Hintergrund mitwirkte, das hier würde sie unter Garantie nie in ihrem noch weitere Jahrtausende dauernden Leben vergessen. Sie warf noch einmal einen Blick in die Runde. Der Kameramann zählte schon, ohne aufzublicken, mit den Fingern herunter, bis seine Faust den Tonaufnahmebeginn anzeigte.
    Gleich wurde es spannend.
    Die Carter-Darstellerin, Amanda Tapping, hatte für die Dauer ihres Aufenthalts auf dem Planeten ein traditionelles Amazonengewand bekommen. (Übrigens eines von denen die Sala korrigiert hatte.) Die im sanftem Waldgrün gehaltene Toga paßte hervorragend. Sie sah nur etwas ungewohnt an ihr aus. Es wurde überlegt ob ein kurzes Intermezzo Jack und Daniel zeigen sollte, wie sie der davon schreitenden Sam bewundernd hinterher sahen. Die Szene entstand aber automatisch, der männlichen Natur wegen.
    Auf ein weiteres Signal in Form einer roten Glühbirne hin begannen die beiden Hauptpersonen mit ihrem Dialog.
    Wo denn die Männer des Planeten seien. Sie hätten mit ihrem Team bis jetzt nur Frauen gesehen.
    In eigenen Städten lautete die Antwort. Aber es gäbe seltsamerweise von Natur aus wesentlich weniger Männer als Frauen.
    Ob sie wußten woran das lag.
    Nein aber beide Geschlechter hätten ohnehin nur wenig Kontakt miteinander. Sie trafen sich nur alle drei Jahre für den Fortpflanzungsakt. Dann kehre jeder wieder dorthin zurück woher er kam.
    "Und wenn es Mädchen werden behaltet ihr sie natürlich bei euch. Aber was ist mit Jungen?" wollte Sam neugierig wissen.
    "Wir behalten auch unsere Söhne solange bei uns, bis sie von der Brust entwöhnt sind. Dann geht die Frau in die Stadt zurück und übergibt ihn dem Vater."
    Ob es nicht manchmal Probleme gäbe, daß der Vater das Kind nicht wolle oder sich die Mutter nicht von ihrem Baby trennen könne? Auch, daß die zwei Erwachsenen vielleicht gerne dauerhaft zusammen bleiben wollten. Was dann?
    Die Schauspielerin, welche die erste Hand darstellte wurde überzeugend rot. "Das ist ein Tabuthema. Wir sprechen nicht darüber."
    Der Tonfall ließ das Gespräch in sekundenschnelle erfrieren. So wandten sie sich statt dessen Sams Frage zu, warum die Amazonen Handwaffen wie Schwerter und Speere Projektilwaffen vorzögen. Die nötige Technologie wäre doch schon lange entwickelt worden.
    Die einleuchtende Antwort folgte auf dem Fuße.
    „Wegen der Goa’uld Personen-Schilde. Diese können zwar schnelle Angriffe wie Kugeln oder Energiegeschosse absorbieren aber Klingen hingegen...“ erklärte die Frau geduldig.
    Dann kam der Cut und das rote Licht erlosch.
    Pause.
    Es hatte schon beim ersten Versuch hervorragend geklappt.
    Die Frauen waren Profis und sie hatten sich auch hervorragend vorbereitet.
    Inzwischen war ein weiterer Beschluß zur Togaszene gefallen. Eine spätere Szene sollte Carter zeigen wie sie Daniel bat etwas mehr über das abgewürgte Thema herauszufinden.
    Der in alten Schriftrollen stöbernde Wissenschaftler versprach bei seinen Forschungen die Augen offen zu halten. Bei Sams Abgang sollte er ihr dann nochmals leicht sehnsüchtig nachsehen. Die Regisseure waren überzeugt davon, daß die wiederholten Anspielungen auf Carters Anziehungskraft auf Männer die Folge sehr auflockern würde. Außerdem wäre es, wenn notwendig, kein Problem diesen Faden in den späteren Folgen wieder aufzunehmen.
    Nach dem Dreh der Szene kam Amandas Agent zu ihr, lobte ihre Leistung und drückte ihr einen Kaffe in die Hand. Sie nahm nur einen kleinen Schluck und verzog dann das Gesicht. Dennoch hörte sie weiter zu, was ihr alter Freund erzählte. Er berichtete, wie die für den nächsten Drehtag veränderte Szene nun aussehen sollte und gab ihr auch gleich den Text.
    Amanda Tapping seufzte. Der normale Drehalltag eben.

    ***

    Eine der Freunde sah sich indessen in dem mitgebrachten Requisitenwagen um. Es war natürlich nur ein Bruchteil des Potentials, welches ihnen im Studio zur Verfügung stand aber es war dennoch interessant. Eine grob geschnitzte und mit grusligem Motiv versehene Holzmaske die auch noch an den Seiten mit Wollhaaren und Federn behängt war verunstaltete für einen Moment Keelines Erscheinung. "Ich bin ein Waldgeist!"
    Die hereinkommende und angesprochene Eve schüttelte nur den Kopf. "Falsch, du bist ein Kasper." Die Wächterin legte ihren Schmuck ab und lehnte auch ihren Speer zurück an seine ihm zugedachte Stelle. Dann fuhr sie sich mit den Händen in die Haare und verwuschelte diese erst mal. „Wenn ich den Visagisten erwische, der da das ganze Spray drauf gesprüht hat, wird er einen kleinen Unfall erleiden. Dafür werde ich schon sorgen.“ beschwerte sie sich.
    Dann sah sie wieder auf und stellte fest, daß die Silhouette nach einem dicken Buch oben im Regal angelte, an das sie aufgrund ihrer geringeren Körpergröße nicht heran kam. Keeline hatte sich den ganzen Tag über nur so am Set herumgetrieben. Bis jetzt hatte sie es wohl erfolgreich geschafft nichts Konkretes arbeiten zu müssen.
    Die Wächterin griff den Wälzer ganz leicht da sie verhindern wollte, daß der Schemen auf etwas Wackeliges kletterte um dran zu kommen. "Da bitte."
    "Danke."
    "Was willst du eigentlich noch machen?"
    Keeline blätterte interessiert in dem Schmöker, es war einer von denjenigen die auf dem Tisch liegen sollten, wenn Daniel in der kommenden ‑ für den nächsten Tag geplanten und chronologisch nach diesem Dreh angeordneten ‑ Büchereiszene über Pergamenten brütete. Eine Steinhalle deren Decke auf hohen marmornen Sockeln stand war geplant. "Was meinst du?"
    "Jede von uns tut hier etwas nützliches. Was hast du heute für die erhaltenen Süßigkeiten und fürs Mittagessen getan? Es ist nicht böse gemeint." merkte die Wächterin an.
    Sachte schloß der Schatten das Buch. Sie hatte begriffen, daß es sehr wertvoll sein mußte, wertvoller als daß es hier so herumliegen durfte. "Ich weiß. Nun, Ich habe den Technikern geholfen, die Leitungen für den Dreh zu legen und die richtigen Lichtverhältnisse für das Bodenmosaik hinzukriegen. Dann habe ich noch beim Abwaschen geholfen und mich bei der Vorbereitung fürs Brunch nützlich gemacht. Hauptsächlich Gemüse geputzt und Kartoffeln geschält. Ich will nichts Autonomes tun. Es liegt in meiner Natur, daß ich nichts selbst tue, sondern nur unterstütze oder helfe."
    "Hm."
    "Wo sind denn die anderen?"
    Eve merkte wohl, daß das Thema geändert werden sollte und ließ es Schulterzuckend zu.
    "Sala ist beim Regisseur und bespricht etwas mit ihm. Mary und Bran werden instruiert und müssen üben sich nicht so menschlich zu benehmen. M und Veria? Wo die Beiden sind wissen die Götter, sie sind selbst meinem Blick entschwunden. Aber ich bin gespannt darauf was sie heute Abend zu erzählen haben." Sie nahm das ihr zurückgereichte Buch an sich und legte es an seine Stelle im Regal. "So jetzt passiert nicht mehr viel, ich glaube es wird schon an manchen Stellen wieder abgebaut. Ist ja auch schon halb 8. Noch ein Dreh und die Sache ist für Heute im Kasten."
    Keeline lächelte ihr sich verabschiedend zu und sprang vom Wagen herunter, die 4 Stufen ignorierend. Sie wollte einräumen helfen, ein zusätzliches Paar Hände war bei solchen motorischen Angelegenheiten immer willkommen.
    Eve sah ihr noch kurz nach und schüttelte dann den Kopf. „Ihr Herz schlief in der Zeit während sie als biologische Schnittstelle für deren Schiffe diente. Man merkt es an ihrem ganzen Wesen.“ Eve lächelte sanft.
    Dann nahm die Schicksalswächterin das Kleid für die nächste Szene vom Rollständer. Zuletzt ergriff sie noch die Harfenimitation und ging los um ihre Garderobe aufzusuchen. Natürlich war es nicht ihre Alleinige aber man koordinierte sich entsprechend.
    In zwanzig Minuten sollte der Dreh weitergehen. Dann wäre es 8.

    ***

    Wenig später standen die Schauspieler also wieder vor der Kamera.
    Damit der Dreh nicht durch unnötige Geräusche gestört wurde, hatte die Filmcrew die Aufräumarbeiten solange eingestellt und stand jetzt gesammelt hinter den Leuchten und dem Regisseur der Folge. So bekam auch Keeline die Gelegenheit ihre Freundin noch mal bei ihrer Schauspielerei zu beobachten.
    Hektisch wurden die letzten Kameras zurechtgerückt und auf die Szenerie eingestellt. „Beeilt euch Leute, wir müssen das noch vor dem Sonnenuntergang wenigstens einmal im Kasten haben, das Licht ist einfach genial.!“ befahl Martin Wood lautstark brüllend und brachte seine Mitarbeiter wirklich dazu noch schneller durch die Gegend zu hasten.
    Die Szene spielte im Grunde am Morgen, aber da die Sonnenaufgänge in diesen Breiten sehr schnell vonstatten gingen hatte es zu Beginn des Drehtages einfach nicht mehr dazu gereicht.
    Die Amazonen hatten sich wieder im Kreis um das SG-Team aufgestellt.
    Daniel hatte es inzwischen fertig gebracht ihnen mitzuteilen, daß sie Freunde waren. Nun mußte er nur noch die genaue Sprache herausfinden, welche dieses Volk sprach.
    Die Schauspielerin, welche in der Frühe mit dem Schwert herumhantiert hatte mußte einige Sätze in der Amazonensprache von sich geben.
    Während der Dreh vonstatten ging traten Salandras Augen immer weiter hervor. Man hatte fast das Gefühl sie würden gleich aus ihren Höhlen fallen und in die Szenerie kullern.
    Wood, der neben ihr stand bemerkte ihren entsetzten Gesichtsausdruck und es wurde ihm merklich unwohler in seiner Haut.
    Nachdem die Szene im Kasten war und der fantastische Sonnenuntergang einen weiteren Versuch unmöglich machte, wandte er sich an seine jugendliche Beraterin. „Ich sehe es ihnen an...“ seufzte er schwer. „Irgendwas stimmt wieder nicht.“
    Salandra schluckte und setzte an, etwas zu sagen. Dann überlegte sie es sich aber wieder anders und holte erst noch einmal tief Luft, bevor sie anfing zu zetern. „Welcher Idiot hat dieses Kauderwelsch zur Amazonensprache gemacht? Also wenn sie diese Doppelfolge so weiterführen wollen, wird sie der größte Blödsinn, den sie jemals verfilmt haben.“
    „Aber mir wurde versichert, daß der Autor eine echte Amazonensprache verwendet hat.“ Hilflos hob Wood seine Arme.
    „Er hat manche Wörter daraus verwendet, allerdings in einem Sinnzusammenhang, daß es nur noch zum Haareraufen ist. Ich übersetze ihnen lieber nicht, was ihre Schauspielerin gerade von sich gegeben hat. Sie würden rot wie eine Tomate werden.“ erklärte die Prinzessin inbrünstig.
    Diese Aussage hatte jedoch den selben Effekt, den Salandras Meinung zufolge die Übersetzung haben sollte. Eine leicht rosa Färbung schlich sich auf das Gesicht des Regisseurs. Der hinter ihm stehende DeLuise kicherte nur leicht.
    „Ääh...“ Wood kratze sich überlegend am Hinterkopf. Er wollte alles natürlich so realistisch wie möglich. „Wenn ich sie morgen zu dem Autorenteam bringe, das sich diese Folge ausgedacht hat, können sie diese Fehler dann korrigieren?“
    Die Amazone nickte mit ernstem Gesicht. Insgeheim jubelte sie allerdings, daß endlich das Versprechen, welches Reg ihr am Vorabend gegeben hatte eingelöst wurde.
    Wood nickte ebenfalls. Dann wandte er sich an die Crew.
    „Danke für ihre Zusammenarbeit.“ fing er laut an. „Aufgrund des kürzeren Drehtages morgen werden wir wieder einen Innendreh veranstalten. Allen, die daran nicht beteiligt sind, wünsche ich schon mal ein schönes Wochenende. Wir sehen uns dann Montag wieder hier, wenn wir den Aufenthalt auf dem Amazonenplaneten fertig drehen.“
    Nach diesen Worten klatschten alle und gemeinsam wurde das Set zusammengeräumt.
    Schon eine halbe Stunde später saßen sie wieder in den Vans des Studios, um dasselbe schnellstmöglich zu erreichen.

    ***

    Salandra und Bran stiegen aus dem Wagen. Direkt hinter ihnen kam Peter DeLuise. Eve, mit Mary auf ihrer Schulter kam als Letzte aus der Tür.
    Der Wagen nahm dann wieder Fahrt auf, da die Requisiten, welche noch darin verstaut waren, auf der anderen Seite des Studiogebäudes entladen werden mußten.
    Keeline ging auf ihre Freunde zu. Sie war vom Koch mitgenommen worden, als Dank für ihre Hilfe beim Mittagessen zubereiten.
    Lächelnd sah sie sich um. „Wo stecken denn Veria und unsere Keas?“ fragte sie verwundert über deren Abwesenheit.
    Ihre Freunde zuckten mit den Schultern und auch DeLuise wußte keine Antwort.
    „Die werden sicher bald auftauchen.“ versuchte er die besorgte Gruppe zu beruhigen.
    „Wir vermissen sie aber schon ziemlich lang.“ merkte die Wächterin an.
    Peter legte die Hand an den Mund. „Hm.“ Dann rief er nach Reg, der gerade das Bürogebäude betreten wollte. „Hast du die Maus und die Dunkelhaarige gesehen?“
    „Sie sprachen aufgeregt mit Woeste, aber das ist schon gut eine Stunde her.“ lautete die Antwort des jungen Mannes.
    Peter senkte wieder überlegend den Kopf und winkte Reg zu, daß er ihn nicht mehr bräuchte. Daraufhin setzte dieser seinen Weg ins Gebäude fort.
    Da kamen zwei weiter Vans auf dem Platz an.
    Aus dem Hinteren stiegen einige Männer und Frauen. Da öffnete sich auch bei dem Vorderen die Tür und ihre sehnsüchtig erwarteten Freunde stiegen aus.
    „Bis morgen.“ verabschiedete sich M gerade von einem ebenfalls aussteigenden Mann. Veria grinste nur selig.
    „Wo wart ihr denn die ganze Zeit?“ wollte Eve neugierig wissen.
    Die Keas wedelte zur Antwort mit einem kleinen Zettel.
    „Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch.“ erklärte die Maus, mit der Betonung auf dem Wörtchen ‚sehr’.
    Keeline schnappte sich den Zettel und las vor. „2 13.“ Verwundert sah sie ihrer Freundin ins Gesicht.
    „Was soll das sein?“ grummelte Bran vor sich hin.
    „Das ist die Zimmernummer des Cutters.“ erklärte Veria. Ihr Grinsen schien nicht mehr aus dem Gesicht wegwischbar. „Peter Woeste hat ihn uns vorgestellt und morgen dürfen wir ihm etwas über die Schulter sehen und vielleicht sogar beim Schneiden helfen.“ Ihre Mundwinkel waren inzwischen bis an ihre großen Mauseohren herangewachsen.
    „Wie ein Smiley mit Füßen.“ flüsterte die Amazone Eve hinter ihrer Hand zu.
    Die Wächterin fing an laut zu lachen.
    „Was was was???“ Veria hüpfte auf Ms Schulter auf und ab, weil sie unbedingt wissen wollte, was so lustig war.
    M tätschelte ihr den Kopf und meinte „Das erzähl ich dir, wenn die Beiden in ihrem Zimmer in Sicherheit sind.“
    „Verdammt.“ Sala sah zerknirscht zu Boden. „Da hab ich doch glatt die Keashörstärke vergessen.“
    Um schnell auf ein anderes Thema zu kommen wandte sich Eve an den Regisseur der noch bei ihnen stand. „Müssen wir morgen auch wieder so früh da sein?“
    DeLuise nickte. Eve wäre zwar nicht so früh dran, aber da die Freunde gemeinsam kommen wollten und Bran und Mary gleich in der ersten Szene gebraucht wurden, mußten sie wieder in aller Frühe bereit stehen.
    „Dann beantrage ich jetzt, daß wir noch schnell einen Happen essen und früh ins Bett liegen, sonst sehe ich morgen nicht filmfähig aus.“ knurrte Bran hinter Salas Rücken hervor.
    „Du willst wirklich noch was essen, nach all den Häppchen, die du hattest?“ Die Amazone war entsetzt.
    „Äh...na ja...“ Bran setzte sich und versuchte den berühmten Hundeblick hinzubekommen, während er mit dem Schwanz wedelte.
    „Also gut, suchen wir dem Wolf was zu essen.“ gab die Prinzessin nach.
    Sie verabschiedeten sich von DeLuise und verließen das Studio.
    Im Hotel bestellten sie sich noch etwas Warmes oder Kaltes, je nach Wunsch.
    Nach dem Essen mußten die Federkissen der Betten jedoch nicht mehr lange auf ihre Benutzer warten.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:34


    Kapitel 04



    Samstag


    Der nächste Tag begann als Wiederholung des Vortages.
    Ein reichliches Frühstück, welches von Salandra, Keeline, Veria, Mary und M genossen wurde, während sich Bran und Eve ums Bad stritten.
    „Erinnert mich irgendwie an die Deja Vu Folge.“ bemerkte der Schatten, als sie zum Bus liefen.
    „Nur, daß uns die Hinweise auf die Dreien fehlen.“ grinste M sie an.
    Die Anderen sahen sich verwirrt an. „Von was redet ihr?“ wollte Sala wissen.
    „Na Enterprise, TNG.“ sagte die Keas.
    Eve blickte noch verwirrter und Bran meinte nur zu ihr „Laß dich nicht durcheinander bringen. Du weißt ja, Verrückte unter sich.“
    Der Schemen und M zogen eine Flunsch. Bei der Ankunft am Studio war es aber schon wieder vergessen.
    Bran und Mary wurden von Wood beschlagnahmt. Eve folgte den Dreien.
    Sala wurde von Reg begrüßt.
    Veria und M wollten sich auf die Suche nach dem Schneideraum machen.
    Davor nahm die Keas jedoch die Silhouette zur Seite und flüsterte ihr kurz etwas ins Ohr.
    Keeline stand noch einen Moment allein, dann machte sie sich daran die Idee ihrer Freundin auszuführen.
    Sie folgte unauffällig der Amazonenprinzessin.
    Sala wurde um das Gebäude herumgeführt. Reg brachte sie in ein kleineres Haus, das wenige Meter hinter dem Hauptgebäude lag.
    Keeline schlich sich von Schatten zu Schatten, um nicht aufzufallen – immer ihre Freundin im Auge.
    Hinter der Eingangstür des Gebäudes lag eine Treppe, die in den Keller führte.
    Keeline betrat vorsichtig die Stufe und erntete dafür ein Knarren.
    Am unteren Ende der Treppe erschien ein Kopf. „Ist da wer?“
    Doch die Gestalt konnte niemanden sehen, da Keeline schnell wieder die Treppe hochgesprungen war. Inzwischen verschmolz sie mit dem Schatten, der durch die Tür geworfen wurde.
    Der Kopf verschwand wieder und der Schemen atmete erleichtert auf. Ihr Gesicht wurde wieder etwas heller und sie betrat die Treppe wieder, darauf achtend nicht das geringste Geräusch zu verursachen.
    Unten angekommen wußte sie nicht so recht, wo sie hin sollte, da ihre Freundin nicht mehr zu sehen war und von dem Gang, der dort entlanglief mehrere Türen abgingen.
    Da ertönte Salandras Stimme „Warum haben wir den umständlichen Weg über den Keller genommen, wo doch hier eine Tür ist?“ Sie hatte etwas lauter gesprochen als notwendig. Aber eine gute Amazone wußte schließlich, wann sie verfolgt wurde. So hatte sie ihrer Freundin den Weg gewiesen.
    Keeline lächelte hinterhältig und folgte dann der Stimme. Es ging wieder eine Treppe hinauf und um eine Ecke.
    Dann mußte sie stoppen, weil Reg mit Salandra vor einer großen Tür stand und heftig klopfte.
    „Toni, laß mich gefälligst rein, ich bin nicht allein.“ Er klopfte wieder. „Komm schon, laß diese Spielchen.“
    Da wurde ein Schlüssel im Schloß gedreht und ein bebrillter Mann sah aus der Lücke, welche er geöffnet hatte. „Oh, warum hast du nicht gleich gesagt, daß du eine schöne Frau bei dir hast.“
    Die Tür wurde weiter geöffnet und ein kleiner, zwergenhafter Mann schaute heraus. „Schöne Frau???“
    Da ertönte helles Lachen aus dem Raum. „Kommen sie rein und lassen sie sich nicht von unseren Männern abschrecken.“
    Eine weitere Person erschien in der Tür – Keeline erkannte in ihr eine freundlich wirkende ältere Dame – und schüttelte Salandra die Hand. „Willkommen in der Schreibstube. Kommen sie nur.“
    Damit wurde die Amazone in den Raum gezogen.
    Keeline hatte genug gesehen. Sie wußte jetzt, wo die Drehbuchautoren saßen und beschloß zu ihren Freunden zurück zu gehen. Diesmal jedoch durch die Tür auf dieser Seite des Gebäudes.

    ***

    Auf dem Weg zum Stargageraum stolperte die Schattengestalt über Veria und M.
    „Wolltet ihr nicht beim Schneiden helfen?“ fragte sie verblüfft.
    Veria erklärte ihr „Wir haben gerade erfahren, daß er erst kurz vor dem Mittagessen anfängt, da er dann gleich noch das Material von heute bearbeiten kann.“
    „Das hätte er uns auch schon gestern Abend sagen können.“ war M leicht beleidigt. Ihre Stimmung änderte sich aber schlagartig, als sie von Keeline erfuhr, daß diese herausgefunden hatte, wo die Drehbuchautoren ihre Hirngespinste zusammensponnen.
    Da waren sie auch schon beim Dreh und sahen, wie Mary aufgenommen wurde, als sie durch das künstliche Stargate flog.
    Bran begrüßte sie. „Ich muß auch gleich runter. Meine Szene ist die Nächste.“
    „Und, hast du Lampenfieber?“ wurde er von der Keas etwas aufgezogen.
    „Naja, wenn du siehst, was für einen Blödsinn ich spielen muß, verstehst du, warum ich mich etwas unwohl fühle.“
    Drei große Fragezeichen hingen in der Luft, doch Bran wollte nicht verraten, was er meinte. Auch Eve war nicht breitzuschlagen etwas darüber zu sagen.
    Also warteten sie, bis die Szene begann.
    Aber was sie dann sahen...
    M hing vor Lachen über dem Pult der Steuerungsanlage des Kontrollraums.
    Veria war an der Scheibe nach unten gerutscht, als sie Brans Auftritt gesehen hatte und hielt sich den bebenden Bauch. Selbst Keeline lachte Tränen.
    Nur Eve konnte sich zusammenreißen. Sie kannte das ganze ja schon von der Probe. Ein leichtes Schmunzeln war aber auch ihr nicht unumgänglich.
    Auf der Rampe des Sets stand der Wolf.
    Das Stargate sollte aktiviert sein und er mußte wieder zurück auf den Amazonenplaneten.
    Die Abreise von demselben war schon am Vortag gedreht worden und kein Problem gewesen. Nun waren die Gedankengänge der Verantwortlichen so gewesen, daß der Wolf beim Anblick der wasserähnlichen Oberfläche an die Ankunft erinnert wurde, welche ihm überhaupt nicht zugesagt hatte, da er leicht torkelnd – was bei einem solchen Tier schon extrem komisch wirkte – aus dem Ring trat. Nun wollte er sich diese Schüttelfahrt nicht noch einmal antun. Er würde sich mit allen Vieren gegen diese Tortur der Reise wehren.
    Und Bran spielte diese Rolle wirklich überzeugend.
    Er war erst gestanden und hatte sich nicht vom Fleck gerührt, als seine amazonische Herrin ihm befohlen hatte durch das Tor zu gehen. Dann, als sie versuchte ihn durchzuschieben hatte er sich einfach auf seinen Wolfshintern gesetzt, damit die Frau keine so gute Ansatzfläche mehr hatte.
    Schließlich sollte er von seiner Amazonengefährtin und einer weiteren der Wächterinnen, welche die Erde besucht hatten gepackt und hochgenommen werden und so einfach durch das Sternentor getragen werden.
    Dies gestaltete sich jedoch schwieriger für die Schauspieler, als angenommen. Die beiden Frauen hatten einfach nicht genügend Kraft.
    „Du hättest heute vielleicht nicht so ausführlich frühstücken sollen.“ lästerte Mary, die immer noch auf dem Steg hinter dem Tor saß.
    Sie erntete ein Knurren des Wolfes.
    Das Problem wurde schließlich so gelöst, daß einfach eine weitere Kriegerin den beiden Frauen helfen mußte. Zu dritt schafften sie es schließlich Bran durch das Tor zu bringen.
    Der Wolf war sehr froh, daß die ganze Sache nur zweimal gedreht werden mußte und er danach für den restlichen Tag entlassen war.

    ***

    „Was machen wir jetzt?“ wollte die Wächterin wissen. „Momentan sind wir ja alle arbeitslos.“
    Da rückte Keeline mit ihrer Neuigkeit heraus. „Naja, warum sind wir denn ursprünglich hergeflogen?“
    „Na wegen der Drehbuchautoren...“ meinte Eve nur.
    Keeline grinste.
    Eve sah sie fragend an. Dann ging ihr ein Licht auf. „Du weißt, wo sie stecken???“
    Der Schemen nickte heftig.
    „Na dann nichts wie los.“ Eve scheuchte sie aus dem Raum.
    So ging Keeline voran und führte die Anderen zur Schreibstube. Dort klopfte sie und eine Stimme erklang. Keeline erkannte sie als die von Toni, welcher schon Reg und Sala begrüßt hatte. „Wer ist da.“
    „Freunde von Salandra. Sie müßte bei ihnen sein.“ brummte Bran, laut genug, daß es durch die Zimmertür zu verstehen war.
    „Ah...“ erklang es wieder und dann wurden sie hineingebeten.
    Salandra begrüßte ihre Freunde und stellte sie dann vor.
    Toni tat das gleiche bei seinen Kollegen. „Der Gnom hier...“ dafür bekam er einen Rippenstoß „...heißt Brody und die Dame da hinten Tea. Der dünne Schlabberhappen dort heißt Simon.“ er zeigte auf einen schlanken Mann, der an einem überdimensional großen Schreibtisch an seinem Computer herumhantierte. „Reg kennt ihr ja schon...“
    Sie schüttelten einander die Hände. Dann wunderte sich Eve jedoch. „Nur vier Autoren???“
    „Nunja, wir sind sozusagen die Feiertagsbesetzung, Samstags ist hier nie viel los...“ bekam sie von Brody als Antwort. „Aber was sucht ihr eigentlich alle hier?“ wurde der Kleine neugierig.
    „Naja, wir sind für heute mit dem Dreh fertig und da dachten wir...“ fing Evala an, doch M hielt ihr schnell den Mund zu, damit sie nicht verriet, wieso sie eigentlich hergekommen waren.
    Die Wächterin beschwerte sich und wollte die Hand wegschlagen, doch M zog sie näher zu sich heran und flüsterte ihr ins Ohr „Nicht heute, es sind viel zu wenig hier, da lohnt sich unser Vorhaben doch gar nicht.“
    Das sah Eve ein und nickte. Die Maus, welche es sich auf der Schulter der Keas bequem gemacht hatte, war mit dem Vorgehen sofort einverstanden.
    Toni jedoch hatte dem ganzen erstaunt zugesehen, genauso die Falkin und der Schemen. Nur Bran bekam nichts von dem Zwischenfall mit, da er sich schon zu Sala gesellt hatte, welche ihm stolz den Text zeigte, den sie übersetzt hatte.
    M erklärte dann dem erwartungsvoll blickenden Toni „Wir wollten einfach mal den Autoren ein wenig über die Schulter sehen.“ und Veria ergänzte „Und wir wollten fragen, ob wir mal die berühmte Serienbibel sehen dürfen.“
    „Es gibt eine was bitte schön? Serienbibel??? Wo hast du denn das her?“ fragte Mary neugierig.
    Veria zeigte auf ihre Trägerin, welche ihr auf dem Weg zum Schneideraum davon erzählt hatte.
    Die Autoren fielen kollektiv in einen Lachkrampf.
    Irgendwann (inzwischen waren alle über den Plan informiert die Autorentruppe erst Montags etwas durchzuschütteln und sie waren auch alle einverstanden im weiteren Tagesverlauf dafür Recherche zu betreiben) fing Brody sich wieder und reichte der Maus ein dünnes Büchlein aus DIN A4 großen Blättern. „Hier, bitte schön, das ist die Bibel. Ihr seid ja wirklich gut informiert.“
    „Man muß nur die Reportagen der richtigen Journalisten lesen.“ M zwinkerte bei dieser Antwort mit den Augen, was Brody wieder ein Kichern entlockte.
    „Hoffentlich gefällt euch, was ihr lest.“ rief Tea von ihrem Schreibtisch aus und fragte dann Salandra wieder nach einem Satz, den sie ins Amazonische übersetzen sollte. Bran hörte aufmerksam zu.
    Eve und Mary wurden von Brody entführt, der den beiden weiblichen Wesen unbedingt seine neueste Schreibschandtat zeigen wollte.
    Keeline und M machten es sich dagegen mit der ‚Bibel’ auf dem großen blauen Sofa bequem, das in einer Ecke des Raumes stand. Da die Beiden mit ihren verstärkten Sinnen ein wenig zu schnell für Veria lasen beschloß die Maus Toni auf die Nerven zu gehen.

    ***

    Veria und M hatten sich bald von den Anderen verabschiedet, da sie ja noch dem Cutter helfen wollten.
    So saßen nur Salandra, Keeline, Bran, Mary und Eve mit den Autoren bei dem reichlichen Mittagessen, welches die Kantine anbot.
    Salandra hatte inzwischen alle Textstellen ausgebessert, welche die Schreiberlinge mit ihrer seltsamen Art der Amazonensprache verhunzt hatten. Bran und Keeline waren nun mit dem Computersystem in der Schreibstube vertraut und wußten, wo, was, wie genau abgespeichert und hingeschickt werden mußte, damit es für den Dreh genehmigt wurde. Die Schicksalswächterin und Eve hatten sich mit Brody und Toni über ihre Art der Ideenfindung und Umsetzung unterhalten.
    Keeline schob gerade wieder eines ihrer heißgeliebten Muffins in ihren weit geöffneten Mund.
    Mary sah ihr gebannt zu. Dann konnte sie sich einen Kommentar nicht verbeißen. „Was meint ihr, ist das eine Lastwagengarage oder eher ein Scheunentor?“
    Eve spuckte fast ihren Puffreis aus, weil sie so lachen mußte.
    „Also ich würde ja sagen Scheunentor.“ warf Toni grinsend ein.
    „Nein nein, die Garage trifft es besser...“ frotzelte Brody weiter.
    Keeline stoppte mitten in der Bewegung: Den Mund weit aufgerissen, den Muffin gerade in der richtigen Position zum hineinbeißen. Dann nahm sie das Miniküchlein wieder ein Stück von ihrem Mund weg, sah die beiden Männer mit hochgezogenen Augenbrauen an und schob ihren Muffinteller zu ihnen. „Besser machen!“ lautete ihr knapper Befehl.
    „Äääh...“ Toni und sein Kollege sahen sich einen Moment an. Klappten den Mund auf und wieder zu und schoben dann den Teller wieder zur Silhouette hinüber. „Wir lassen das jetzt lieber...“ Schief grinsend schüttelten die beiden die Köpfe.
    „Sie haben nur Angst, daß ihr seht, daß in ihren großen Klappen sogar genug Platz für ein Flugzeug ist.“ warf Tea mit dem Mund hinter der Hand versteckt ein.
    Toni und Brody zogen eine Flunsch, stimmten aber doch noch in das Lachen der Anderen mit ein.
    Irgendwann fiel Simon dann auf, daß jemand fehlte. „Sagt mal, wollten eure beiden Freundinnen uns nicht auch in der Kantine treffen?“
    Die Anwesenden sahen sich verwundert an. Es war ihnen noch gar nicht aufgefallen, daß die beiden noch nicht da waren.
    „Stimmt eigentlich.“ meinte Mary dann stirnrunzelnd. „Vielleicht sollten wir mal nach ihnen sehen, wer weiß, was sie sonst noch aushecken.“
    „Das wäre bei den Beiden wirklich notwendig.“ grinste Salandra.
    „Sind die denn so schlimm?“ fragte Simon naiv.
    „Schlimm ist gar kein Ausdruck...“ brummte Bran inbrünstig.
    Wieder ertönte lautes Lachen von der Gruppe und sie grinsten sich verstehend an.
    „Aber Salandra kann nicht weg.“ beantragte Tea dann. „Wir hatten uns doch so eine schöne Sprachszene ausgedacht, die müssen wir unbedingt aufschreiben.“
    Die Prinzessin stützte den Kopf in ihre Hände. „Ja was machen wir denn da?“
    „Na ganz einfach...“ fing der Wolf an zu planen. „Wir gehen und helfen den Autoren, während Eve, Mary und Keeline mal nach den beiden Abwesenden sehen. Später können sie ja wieder zu uns kommen und berichten.“
    „Das ist eine hervorragende Idee.“ strahlte Brody, der sich freute die jungen Damen später wieder zu sehen.
    Keeline färbte sich etwas dunkler, als der Mann ihnen so schmeichelte. Daher drängte sie schnell zum Aufbruch.
    So verabschiedeten die drei Freundinnen sich vorläufig von den Autoren, der Amazone und dem Wolf.

    ***

    Verias ägyptisches Kopftuch flatterte im Wind, als sie über den Schneidetisch rannte.
    Sie schwang eine große Schere und schnitt damit fleißig Filmrollen auseinander.
    „Hey, nicht so schnell kleine Maus.“ stoppte der Cutter sie. Er wollte ihr die Schere abnehmen. Veria hatte jedoch die Arme um den Griff verschränkt, so daß er sie mit Hochhob, als er das Schneidwerkzeug weglegen wollte.
    „Allan, halt Veria bitte mal einen Moment genauso...“ rief die Keas, als sie ihre Freundin in der Luft hängen sah.
    „Wieso?“ fragte der Cutter verwundert.
    „Nein, ich weiß warum..“ stöhnte die Maus und versuchte sich schnell aus dem Griff zu befreien.
    Ihr Tempo genügte jedoch nicht. M hatte schon ihren Foto – den sie die ganze Zeit mit sich herumschleppte – hervorgekramt und ein Bild von der strampelnden Maus gemacht.
    Allan grinste, während Veria sich – immer noch über das Geknipse beschwerend – endgültig von der Schere befreite und wieder auf dem Tisch landete. Sie nahm ihren Mäuseschwanz nach vorne und zwischen ihre beiden Hände. Mit der Schwanzspitze drohend auf ihre Freundin zeigend ging sie über den Tisch. „Wehe du machst das noch einmal.“
    M kicherte und hob abwehrend ihre Hände. „Schon gut, schon gut, ich leg ihn ja schon weg.“
    Dann machten sie sich wieder ernsthaft an die Arbeit.
    Veria plazierte ein paar Filmstückchen nebeneinander. „Das ist die Szene von gestern morgen.“ stellte sie erfreut fest.
    „Und nach der kommt....“ Allan reichte M ein paar weitere Schnipsel, damit diese sie hinter Verias Stück legen konnte. „...das hier.“
    In diesem Moment kamen Keeline, Eve und Mary an die Tür.
    „Sind wir hier richtig?“ überlegte Mary, die auf der Schulter der Wächterin saß. Es war in den Gängen einfach zu eng zum Fliegen für sie.
    „Na Stock 2, Raum 13...“ las Keeline das Schild neben der Tür vor. „Das stand gestern auf dem Zettel.“
    Mary streckte neugierig ihren Kopf durch die halb geöffnete Tür und sah drei Personen über einen Tisch gebeugt sitzen. „Wir sind richtig.“ war ihre Stimme aus dem Raum zu vernehmen und da erscholl auch schon Ms Einladung: „Nur rein mit euch.“
    Also betraten die Drei den Raum und sahen ihre Freunde und einen nett wirkenden Mann von Filmschnipseln und Filmrollen umzingelt.
    Mary sah das Chaos auf dem Tisch an. „Ich glaube hier drin sollte ich nicht mit den Flügeln schlagen.“
    „Ääh.“ fing Allan an. „Ja, das wäre wirklich schlecht.“ bestätigte er dann Marys Meinung.
    „Was sucht ich hier?“ fragte Veria neugierig.
    „Na euch.“ antwortete Eve brüsk. „Wir haben euch beim Mittagessen erwartet.“
    M sah auf das Ziffernblatt ihrer Uhr. „Oh, schon halb Zwei.“ stellte sie erstaunt fest.
    Da sprang der Cutter auf, als ob der Teufel ihm einen Huftritt verpaßt hätte. „Was?“ rief er erschrocken. „Dann schnell, sonst gibt’s nichts mehr.“ und schon war er durch die Tür verschwunden.
    Keeline sah ihm erstaunt nach.
    Eve beobachtet derweil M, die Veria an ihrem Ärmel hochklettern ließ. Nachdem die Maus ihren Platz auf der Schulter erreicht hatte schoß die Keas genauso schnell durch die Tür, wie vorher Allan.
    Beim Hinausrennen rief sie noch. „Wir sehn uns später. Es gibt eine Vorführung der Rohfassung...15Uhr, unten im Besprechungszimmer.“
    Damit war auch sie verschwunden.
    Eve sah verwundert zu Mary. Die Falkin zuckte nur mit den Schultern. „Gehen wir eben wieder in die Schreibstube zurück.“
    Keeline war einverstanden und die Drei zogen wieder von dannen.

    ***

    Zur Vereinbarten Zeit versammelten sich die Freunde im Besprechungszimmer des Hauptgebäudes. Auch einige der Schauspieler und Schauspielerinnen, sowie der Regisseur Martin Wood und der Berater Peter DeLuise waren anwesend.
    Alle warteten gespannt auf den Beginn der Vorführung. Natürlich war der Schnitt noch lange nicht endgültig. Schließlich fehlten noch einige Szenen, andere mußten neu gedreht werden, wie z.B. die Sprachszene, die Salandra inzwischen ausgebessert hatte.
    Eve wartete neugierig, wie sie denn wohl im Fernsehen wirken würde und auch Marys Augen wandten sich nicht vom Bildschirm ab. Nur Bran hatte die Pfoten über den Augen liegen. Er wollte lieber gar nicht sehen, wie er peinlicherweise durch dieses Sternentor getragen wurde.
    Da begann der Film.
    Gespannt wurde auf den Bildschirm gestarrt und dem Geschehen gefolgt. Die Mitarbeitenden waren begeistert und wie geplant stellte sich die über die Sturheit des Wolfes schimpfende Amazone mit der Schiebeszene als der absolute Lacherfolg heraus. Sogar Bran, der unter einer Pfote hervorgeschielt hatte, war ein wenig stolz auf seine schauspielerische Leistung.
    Klatschend honorierten alle das Ende der Folge.
    Gleich darauf wurde schon wieder geklatscht, als Teryl Rothery noch eine kleine Party schmiß, da einer ihrer Hunde Geburtstag hatte.
    Sie hatte Süßigkeiten, Chips und Sekt für die Menschen besorgt und Hundecracker für sämtliche über das Gelände streifenden Hunde. So konnten sich nicht nur die Herrchen über die Feier freuen, sondern auch ihre vierbeinigen Freunde.
    „Und was habt ihr morgen vor?“ wurden die Freunde von allen Seiten ausgefragt.
    „Ein wenig die Stadt ansehen...“
    „Touristen spielen...“ waren die wiederholten Antworten.
    Da erfreute die extrem gut gelaunte Teryl sie mit einem überraschenden Angebot: „Soll ich ein wenig Fremdenführer spielen?“ fragte sie die Sieben.
    „Oh, das wäre wirklich nett. Wir werden darüber nachdenken.“ antwortete Salandra ihr und wurde im gleichen Moment von Tea davongezogen. Sie stellte die jugendhafte Amazone John Smith, dem Produzent von Stargate vor und lobte ihre Übersetzungskünste.
    So verging der weitere Tag noch relativ locker und die Freunde schafften es sogar sich zur Abendessenszeit in ihrem Hotelrestaurant einzufinden.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:35


    Kapitel 05



    Sonntag


    Das Angebot von Teryl hatten sie am Vortag natürlich nicht ausschlagen können. Eine Stadtbesichtigung war eine großartige Möglichkeit die Drehpause zu nutzen. Was brachte die schönste Reise wenn man nichts vom besuchten Land gesehen hatte? Also machten sie sich auf, um die unzähligen Plätze, Alleen, Museen, Ausstellungen und Freiraum-Veranstaltungen wenigstens am Rande anzureißen. Sie mußten schließlich das alles in nur einen Tag quetschen.
    Die Schauspielerin genoß es genauso, mal wieder über andere Straßen zu gehen und etwas von ihrer geliebten Stadt zu haben, wie die sieben Freunde.
    Es war etwa Mittag als die kleine Gruppe den Hafen erreichte. Petrus war gnädig und bescherte ihnen großartiges Wetter. Es war warm aber nicht heiß und ein angenehmer Wind kam vom Meer.
    Die Anlage war durchgehend mit stabilen Holzplanken versehen die ein angenehmes Laufen ermöglichte.
    Es gab viel zu sehen. Möwen, Surfer, Volleyballspieler, am weiter unten gelegenen Strand, und natürlich das Meer selbst. So blau und wundervoll wie nur etwas sein konnte, das den Himmel wiederspiegelte.
    Auf dem Wasser waren nicht nur große Traumschiffe zu sehen, sondern auch viele Privatjachten und Fischkutter. An den Stegen tummelten sich fest vertaute Hausboote. Mit Blumenkübeln an den Fenstern und Fußmatten an den Gangways. Richtige schwimmende Häuser. Es schien beinahe schon gestellt, es hätten nur noch die Plastik-Flamingos gefehlt und man hätte gewußt, daß es künstlich für Touristen zum Staunen geschaffen worden war. Aber: Keine pinken Flamingos ließen sich blicken. Nur ein dösender Pelikan. Die Sieben konnten sich nicht satt sehen.
    Teryl lachte. „Wenn ihr das schon für Viel haltet müßtet ihr euch den letzten Peer ansehen. Da ist ein regelrechtes Boot-Dorf. Hunderte von kleinen und großen Boten liegen dort das ganze Jahr vertäut und dienen als echte Wohnungen. Die hier sind nur Wochenendzufluchten. Ein Bekannter hat mich mal mitgenommen, es herrscht eine einzigartige Atmosphäre dort. Ganz anders, als zum Beispiel auf Campingplätzen.“
    Sie schlenderten weiter und ließen es sich nicht nehmen auch den feinen Steinstrand zu besichtigen, den sie schon aus der Ferne gesehen hatten. Da es Sommer war, war der Strand natürlich gut besucht aber es war weder zu voll noch irgendwie verschmutzt. Alles war blitzsauber. Weder Eispapierchen noch Flaschen oder Kippen lagen im Sand. Das war wirklich einzigartig.
    Die Freunde wußten, daß dies nichts mit den hohen Strafen für Umweltsünder zu tun hatte. Das Areal war viel zu groß, um es wegen so etwas kontrollieren zu können. Nein, die Kanadier hielten sich freiwillig an Papierkörbe. Sie wollten nicht im Dreck anderer liegen und so dachte hier jeder. Es war die Mentalität die stimmte.
    „So etwas fehlt uns zuhause.“ seufzte die Schemen.
    „Können wir irgendwann hierher zurückkehren?“ fragte Mary verträumt auf das blaue Meer schauend.
    „Wenn euch der große Mann wieder mal einen Tag frei gibt gern, ihr seid frei zu tun wonach euer Herz sich sehnt.“ Teryl führte sie wieder zur Promenade hinauf.
    Ein Windhauch hatte einen verführerischen Geruch zu ihnen getragen und mit Brans Nase im Wind fanden sie das gesuchte Lokal schnell. Sie schlemmten - an Fensterplätzen mit Meerblick - köstliche Ahornsirup-Pfannkuchen - eine Spezialität des Hauses - oder genossen der zeremoniellen Tee. Auch Kuchen in unzähligen Varianten und feine Plätzchen standen zur Auswahl. Das war etwas, das man nicht versäumt haben durfte.

    ***

    Später spazierten sie im Sonnenschein ein Stück weiter, bis zu einem öffentlichen Park. Dort fand ein groß angelegtes und als Geheimtip geltendes Kricketturnier statt, welches sie noch besuchten. Außerdem waren dort Gaukler zu bewundern, denen sie neugierig zusahen.
    Nach verlassen des Parks besuchten sie auch noch bedeutende historische Gebäude. Unter anderem den Bischoffsitz, aber diesen natürlich nur von außen. Sie verspürten auch nicht unbedingt das Bedürfnis sich den im Entenmarsch trippelnden Touristengruppen anzuschließen, die sich für ein kleines Vermögen führen ließen.
    Den Blick von oben auf Hunderte schmucke, weiße Wohnhäuser gerichtet, die von Gärten umgeben waren, stiegen sie den Kirchenberg wieder hinab.
    Eigentlich konnte man es nicht als herabsteigen bezeichnen. Denn sie gingen eine serpentinisch angelegte Straße hinab, deren Steigung mehr an eine Bergtour erinnerte. Zum Glück hatten sie nicht sehr hoch laufen müssen.

    ***

    Als sich der Tag allmählich dem Ende neigte fuhren sie wieder mit einem der kostenlosen Sammelbusse zu ihrem Hotel zurück. Es war zwar eine Milchkannenfahrt aber sie waren ohnehin müde vom vielen Laufen, Sehen und Staunen - da war ihnen das ganz recht.
    Teryl stieg zwei Haltestellen vor der Gruppe aus, da dort ihr Auto stand. „Ich hoffe ihr hattet genausoviel Spaß, wie ich. Bis morgen ihr Lieben.“ verabschiedete sie sich beim Aussteigen.
    Sie winkte dem Bus noch nach, auf dessen Rückbank die Freunde saßen. Sieben freundliche Gesichter lächelten ihr zu und beobachteten wie sie in ihr Auto einstieg und losfuhr.
    „Wir müßten uns eigentlich gar keine Sorgen machen,“ ließ sich die Wandermaus vernehmen, „In Kanada gibt es fast gar keine Kriminalität.“
    Die Anderen nickten und groggy aber glücklich stiegen sie schließlich an ihrer Station aus und humpelten etwas fußkrank zu ihrem Hotel. Ihre Betten schrieen ohrenbetäubend laut nach ihnen und sie fielen in die Federn.
    Doch bald meldete sich die Wächterin noch mal. „Uhm, Leute?“
    Sala sah auf. „Hm?“
    „Es ist erst 9. Habt ihr was dagegen wenn ich noch etwas Fern sehe?“
    Der Wolf winkte ab, ihm war alles egal solange er schlafen durfte, daher kam von ihm kein Protest.
    Mit der allgemeinen Versicherung, daß sie freie Bahn hatte und es keinen störte sah sich die übrig gebliebene Evala noch eine Viertelstunde den TNT Chanel an. Es lief gerade ein 60 Jahre Klassiker – die Zeitmaschine von Orson Wels. Da wurde sie gestört, durch die durch die Verbindungstür flatternde Falkin, gleich gefolgt von ihren Zimmergenossinnen.
    „Wir haben was vergessen, wir haben was vergessen.“ rief sie aufgeregt.
    Sala blinzelte müde und sah fragend die Vier weiblichen Wesen an, von denen sich zwei auch noch auf ihr Bett fallen ließen – mitten zwischen sie und Bran. Die Maus ließ sich einfach auf dem weichen Teppich vor dem Bett nieder.
    Durch das Gewackel, welches der Schemen und die Keas verursachten wachte auch der Wolf wieder auf. „Was ist denn los?“ brummelte er verstimmt, sich in seiner verdienten Ruhe gestört fühlend.
    Auch Eve konnte sich nicht mehr auf den Film konzentrieren und wollte wissen, was es denn noch so Wichtiges gäbe.
    „Na.“ fing Mary an, der es als Einziger aufgefallen war. „Wißt ihr nicht mehr? Morgen ist doch noch mal Außendreh...“ erinnerte sie die anderen an Martin Woods Abschiedsworte vom Freitag. „Wie sollen wir denn dann zu den Autoren kommen???“ spielte sie gleich auf ihr Hauptproblem an.
    Betroffen sahen sich Eve und Sala an. Veria, M und Keeline, die ja schon Bescheid wußten, zuckten nur mit den Schultern.
    „Dann gehen wir eben einfach erst Dienstag zu den Autoren. Da ist wieder Innendreh.“ warf Bran da verschlafen brummend ein.
    „Eigentlich eine gute Idee.“ meinte die Prinzessin nach kurzer Überlegung.
    „Gegenstimmen?“ fragte der Wolf und nickte zufrieden, als alle einverstanden waren. „Na dann gute Nacht zusammen.“ nickte er noch mal und legte den Kopf wieder auf die Pfoten. Sekunden später war er zufrieden eingeschlafen.
    Dies entlockte den anderen ein Kichern. Dann wünschten sie sich ebenfalls gute Nacht und stiegen in ihre bequemen Betten.
    Nur Eve meinte, daß sie den Film gerne noch fertig sehen würde. Aber bald weilte auch sie im Land der Träume, so daß der Fernseher umsonst flimmerte.
    Wenig später kam aus dem Nebenzimmer noch mal kurz eine müde Veria durch die Zwischentür getapst und löschte die Quelle des grauen Rauschens. Nun konnte auch sie schlafen.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:35


    Kapitel 06



    Montag

    Trotz der Anstrengungen des Sonntags schafften die Freunde es Montag morgen pünktlich am Studio zu erscheinen. Sofort wurden sie in die Vans gepackt und wieder mit in den Park genommen.
    Der Dreh war an diesem Tag recht kurz für die Hauptdarsteller. Zumindest am Vormittag, am Nachmittag wurden sie mehr benötigt. Sie wurden allerdings nicht soviel gebraucht, wie normalerweise. Gastdarstellerinnen und Darsteller bekamen ihre große Chance einmal ihr Talent zu zeigen. Für diese war es ein Sprungbrett nach oben.
    Im Hintergrund wurden auch die Freunde eingesetzt. Es tauchten immer wieder einige wohlbekannte Gesichter auf, mal als Reiterinnen oder Bürger oder als was auch immer sie benötigt wurden. (Teilweiße mit ziemlich kleinen Pupillen wegen der Übernächtigung.)
    Nach einer kurzen Probe ging auch schon das rote Licht an, der Ton und der Film liefen. Der Regisseur rief „Action!“ und die Kamera schwenkte auf Daniel.
    „Wir konnten einen Geschichtstext rekonstruieren. Jeder hier kennt die Geschichte wohl auswendig aber hierin haben wir die Ur- oder wenn ihr so wollt Stammform. Jack, das ist auch für Sie wichtig, bleiben sie gefälligst hier!“
    Der Colonel hatte sich wegschleichen wollen – die Vorträge ihres zivilen Teammitglieds kannte er zu genüge – und zog sein bestes Mama-warum-darf-ich-denn-nicht-raus-spielen-gehen-Gesicht. Aber das brachte ihm bei Daniel nicht viel. Beunruhigende Mengen an Pergamenten und Büchern wurden auf die Tischplatte befördert. Unter den dicken Lederbänden war auch der dabei den die Wächterin und die Schattengestalt am Vortag schon bemerkt hatten.
    Im krassen Gegensatz zur schieren Quantität der Arbeitsunterlagen versprach der Archäologe und Linguist sich auch kurz zu fassen. Er legte eine flache kleine Scheibe auf die Tischplatte und aktivierte das Gerät. „Es ist eine historische Aufnahme, eine restaurierte, nicht wundern.“
    T’alc und Jack lehnten sich zurück und machten es sich bequem. Der Mensch mit einem süffisanten Ausdruck im Gesicht. Sam hingegen beugte sich interessiert vor und lauschte aufmerksam den Ausführungen.
    „Cut!“ Wood war zufrieden. In der TV-Fassung der Folge sollte nun ein verwaschener Übergang den Szenenwechsel verdeutlichen. Ein Rückblick sollte folgen.

    ***

    Das Szenario, welchem SG1 durch die Aufzeichnungen der Scheibe beiwohnen sollte wurde noch am gleichen Nachmittag gedreht:
    Es war eine harte Schlacht. Überall hörte man Schreie von Verwundeten und Sterbenden und Waffengeklirr erfüllte die Luft. - Die Schreie sollten als Resultat der Kampfgeräusche zu hören sein. - Ein junger Soldat hob seine rechte Armschiene und blockte einen Schwerthieb ab. Mit Schwung schleuderte er den Schlag zurück, auch wenn es aussah, als ob etwas im Arm zerbrochen war. Seine Gegnerin stolperte zurück und rutschte im vom Blut schlüpfrigen Moorboden aus. Ihr Fuß sank noch im Fallen bis zur Kniekehle ein.
    Er setzte ihr nach, bereit sie zu töten, mit dem Wissen, daß sie nicht anders handeln würde. Plötzlich und unerwartet griff ihn Etwas grob im Genick und zerrte ihn unverrichteter Dinge zurück. Bereit sich auch gegen diesen Gegner zu verteidigen fuhr er herum doch es war nur einer seiner Kameraden. Dieser schnauzte ihn leidenschaftlich an und schüttelte ihn dabei auch etwas mit der waffenlosen Hand. „Bist du wahninnig? Sie ist eine Frau!“
    Noch ehe der Beschuldigte etwas erwidern konnte tauchte eine sehr große Gestalt im Rücken des Gegenübers auf. Es war der Kommandant und seine Augen waren wie immer während einer Schlacht bis auf einen mörderischen Funken trübe. Der erste Neuankömmling deutete die Veränderungen im Gesicht seines Kameraden richtig. „Deinem Gesichtsausdruck nach ist er schon hinter mir. Im Moment bin ich alles was zwischen dir und seiner Axt steht. Deine einzige Chance: Dreh dich um und berühr sie mit der ungefährlichen Seite deiner Waffe. Aber langsam.“
    Der einfache Soldat verstand die Welt nicht mehr. Er wollte aber auch nicht unter die Axt dieses Berserkers geraten. Also zog er seinen Dolch und wandte sich zur Frau um. Sie hatte längst eine Abwehrhaltung eingenommen und nur ihr unglücklich verknackster Fuß hatte sie an einem Überraschungsangriff gehindert. Ihr Kurzschwert befand sich kampfbereit zwischen ihr und ihrem Gegner. Eine Sekunde verharrte sein Blick am Metall. Sie mochte nicht sehr lang sein, aber es war eine sehr scharfe und gute Klinge, die sie da führte. Eine gute Waffe würde auf dem Schlachtfeld nie so viele Schläge abbekommen wie auf dem Amboß ihrer Entstehung. Und mit der richtigen Kämpferin am Griffende war ein Gladius gefährlicher als ein Zweihänder. Und sie war eine gute Kämpferin. Seine Aufmerksamkeit kehrte zu ihr zurück.
    Die Schmerzen, die ihr das in einem unnatürlichen Winkel verdrehte Bein bereitete, zeigte sie nicht.
    Er schluckte. „Wenn du mich nicht umbringst tue ich dir auch nichts.“
    Ihre Augen wurden schmal. „Ich ergebe mich nicht. Auch wenn ihr drei seid.“
    Er machte eine besänftigende Geste. „Beachte die beiden nicht. Sie betreffen uns nicht. Wie wär’s: Können wir es ein Unentschieden sein lassen?“
    Sie überlegte nur kurz, dann wirbelte auch schon ihr Schwert herum – es schien um ihr Handgelenk zu tanzen als es seinen Kreis beschritt und der Schwung der scharfen Seite nur wenige Zentimeter vor seiner Brust zum Stilstand kam. Es war eine Werd-nicht-übermütig-Bursche,-ich-bin-nicht-so-hilflos,-wie-ich-scheine-Geste.
    Erneut hüpfte der Adamsapfel des Soldaten auf und ab, der Schreck hatte ihn bestimmt eine Woche seines Lebens gekostet. Er ließ wesentlich vorsichtiger seinen Dolchgriff gegen ihren Oberarm tippen. Ein Kribbeln das Rückrad hinauf sagte ihm, daß nun jemand direkt hinter ihm stand. Eine schleppende Stimme, deren Atem scharf nach Kräutern und etwas anderem Starkem roch, raunte ihm ein „Du bist mir persönlich für ihre Sicherheit verantwortlich“ zu. Es war ein Tonfall, der einem sehr eindringlich klarmachte, daß man besser Folge leistete, wenn man nicht ‚sehr’ endgültige Konsequenzen tragen wollte. Man sah dem Soldaten richtig an, daß er den miesen Tag innerlich verfluchte.
    Er wartete eine kurze Weile und warf dann einen vorsichtigen Blick über die Schulter. Der Oberste war schon weg und auch die rechte Hand wandte sich gerade zum gehen - seinem Vorgesetzten folgend.
    Da er nicht wußte, was sonst zu tun blieb, kniete er sich an die Seite der Frau und versuchte ihren Fuß aus dem Torf zu ziehen. Ihr Gesicht war schmerzerfüllt, aber sie gab keinen Ton von sich.
    Nun vorsichtiger, schaffte er es schließlich sie freizubekommen. Dafür musste er dem Lauf des Fußes nach unten, durch schwarzes Brackwasser folgen und ihr Gelenk von einer verirrten Wurzen befreien. Sie sah ihn dabei durchdringend an und beruhigte sich innerlich erst wieder als sie frei war. Sie fühlte sich nicht wohl, solange sie sich nicht verteidigen konnte.
    Er reichte ihr seine Hand und die Kriegerin zog sich hoch. Das verletzte Bein trug sie nicht so ohne weiteres also stützte er sie. Eigentlich wären sie nun leichte Beute für andere gewesen, aber keiner griff sie an. Weder seine noch ihre Leute. Womöglich weil alle viel zu sehr mit töten und überleben beschäftigt waren. Am Rand des Ganzen, wo wenigstens Ruhe - wenn auch kein Frieden - herrschte, schleppten sie sich noch ein Stück weiter, um endgültig aus dem verhängnisvollen Radius des Kampfes kommen. Unter einem großen Baum hielten sie schließlich an und er ließ sie vorsichtig los. „Brauchen Sie mich noch?“
    Sie schüttelte den Kopf. „Nein, aber danke. Eines wüßte ich aber schon noch gerne: Warum hat euer Kommandant für mich gesprochen?“
    „Ich weiß es nicht, Sie müssen ihn irgendwann selbst fragen.“
    Eine weitere Frau kam auf sie zugelaufen. Sie trug ein himmelblaues Kleid, mit einer sandfarbenen Schürze - einem Umhängebeutel der beim Laufen hin und her pendelte. Das Blau wies sie als Ärztin aus und niemand – absolut Niemand - hätte es gewagt einen Angehörigen dieser Gilde anzugreifen. Die eigenen Leute hätten den Betreffenden dann verstoßen, wenn nicht Schlimmeres. Ärzte und Heiler genossen unantastbare Immunität.
    Die Kriegerin war nun sicher und der Soldat kehrte auf das Schlachtfeld zurück.

    ***

    Hier kam wieder ein Szenenwechsel, der aber immer noch in der Vergangenheit spielte:
    Am Abend nach der Schlacht kam Atalante, so hieß die Frau, deren Erlebnis es auf dem Schlachtfeld gewesen war, ins Lager des Feindes.
    Sie ging auf einen Speer gestützt, das Knie war verrenkt, doch die Lagerwächter die sie aufhalten wollten, sahen auch nicht besser aus. Alle Überlebenden hatten ihren Preis auf dem Moor zahlen müssen. „Welcher Idiot hat dieses Gebiet überhaupt zum Schlachtfeld ernannt?“ schimpfte sie leise vor sich hin.
    Dann lächelte sie die Wächter humorlos an. „Ihr könnt mich nicht aufhalten. Ihr könnt euch ja selbst kaum auf den Beinen halten. Außerdem: Was glaubt ihr wird euer Anführer tun wenn ihr mir ein Leid zufügt? Hm?“
    Das hatte Wirkung. Sie senkten ihre Waffen, wichen aber auch nicht zurück. Der Soldat mit dem sie Mittags schon zu tun gehabt hatte trat hinzu. Sein Arm war verbunden und in einer Schlinge. „Schon gut. Ihr könnt sie ruhig durchlassen. Ich wette sie will zum Kommandanten und er wird sie auch sehen wollen.“
    Die versperrenden Lanzen richteten sich auf und gaben ihr den Weg frei.
    Die Beiden gingen ein paar Schritte zusammen und er bot ihr an sie wieder zu stützen, so wie er es schon einmal getan hatte. Wieder nahm sie bedenkenlos an. Sicher sie war stolz aber sie war nicht dumm. Seine Hilfe kostete sie nichts und es war kein Zugeständnis von Schwäche sich helfen zu lassen.
    Vor dem größten Zelt das auch etwa in der Mitte des Lagers stand blieben sie stehen und ihr Begleiter empfahl sich.
    Hier wohnte der Anführer Tacius.
    Sie ging langsam in das Zelt hinein, ziemlich sicher nicht angekündigt worden zu sein. Niemand erwartete sie. Hinter einer den Vorraum abgrenzenden Stoffwand hörte sie Geräusche und so bewegte sie sich langsam darauf zu.
    Sachte schob sie das Tuch ein wenig zur Seite und beobachtete durch den geschaffenen Spalt wie der Erste seinem Kommandanten die Rüstung ablegte. Ein schwerer Schlag musste ihn in die Seite getroffen haben denn die Glieder seines Kettenhemdes hatten sich ins Fleisch gepreßt und nun blutunterlaufene Quetschungen verursacht.
    Die rechte Hand murmelte während ihrer Arbeit vor sich hin. „Oh Herr, ihr bringt euch noch mal um. Das ist so sicher wie Tag und Nacht.“ Mit der einen Hand stützte er den - wie sie nun erkannte - Bewußtlosen und mit der anderen versuchte er an einen Napf mit Salbe zu kommen. Atalante trat aus dem Verborgenen und reichte ihm ganz selbstverständlich die Schale. Er war überrascht. Mehr aber nicht. Obwohl sie zum Feind gehörte und hier im Herzen des gegnerischen Lagers einfach so auftauchte. Im Zelt des Kommandanten.
    „Danke.“
    Sie kümmerten sich gemeinsam um die weiteren Quetschungen, Schnitte und Prellungen, sowie eine ausgekugelte Schulter. Sie schwiegen dabei bis auf arbeitsbezogene Kommentare. Unvermittelt begann sie doch noch mit dem eigentlichen Grund ihres Hierseins. „Warum ließ er mich verschonen?“
    Er sah nicht auf. „Weil du eine Frau bist.“
    „Es gibt genauso gute Kriegerinnen wie Krieger. Einige sogar besser.“ beharrte sie auf einer ausführlicheren Antwort.
    Er schüttelte ruhig den Kopf. „Es geht nicht um deine oder eure Kämpferqualitäten. Auch nicht um Muskelkraft oder Kampfesmut. Einfach nur weil.. nun ja .. ich weiß nicht ob ich das erzählen darf. Es ist etwas sehr Persönliches das eigentlich nur den Kommandanten angeht.“
    „Was auch immer es ist, es hat mir das Leben gerettet. Damit geht es mich etwas an, ich wüßte gerne Bescheid.“ beantragte sie bei der rechten Hand.
    Er sah sie forschend an. Man sah, wie es hinter seiner Stirn arbeitete und er überlegte, ob er sein Wissen teilen sollte. Die Konsequenzen würden schließlich nicht nur ihn alleine betreffen. Schließlich entspannte er sich wieder und entschied ihr zu vertrauen. Sie würde ihr neugewonnenes Wissen nicht gegen den Kommandanten einsetzen. Das sagte ihm seine Menschenkenntnis.
    „Es ist jetzt 2 Jahre her, da hat der Kommandant seine Frau und seine Kinder verloren. Während er für den Herrscher im Krieg großartige Siege verbuchte, die alle mit minimalen Verlusten errungen wurden, überfiel eine Gruppe Marodeure sein Dorf und tötete alle. Seine Frau war mit dem Schwert in der Hand gestorben, die getöteten Feinde hatten ihr bis zu den Knien gereicht. Bei der Verteidigung ihrer Familie. Ja, sie hat viele mitgenommen, ihre Qualitäten im Kampf waren seinen so gut wie ebenbürtig. Kaum eine Klinge war so schnell wie ihre. Aber letztendlich fiel auch sie, aufrecht und bis auf das Blut der Feinde unbefleckt. Selbst die Soldaten mussten ihren kleinen Sieg anerkennen, Sie wurde nach ihrem Tod nicht angerührt und ihr Haus als einziges nicht abgefackelt.“ er holte tief Luft, um dann fortzufahren „Das war aber für Tacius nur ein kleiner Trost, sie war tot! Als er in sein Dorf zurückkehrte und alle, die er zurückgelassen hatte nicht mehr am Leben fand schwor er bittere Rache. Nachdem er sie beerdigt hatte und wieder zu geplantem Handeln in der Lage war. Er und die anderen seiner Kameraden die alles verloren hatten suchten und fanden die Überlebenden des Angriffs und metzelten diese nieder. Blut für Blut.“
    Die rechte Hand schwieg kurz und zupfte dabei einen Verband zurecht. Dann erzählte er weiter:
    „Er hat es weder vergessen noch verwunden. Und daher darf man auch nicht in seinem Beisein irgend etwas gegen Frauen oder Kinder unternehmen; wenn man am Leben bleiben will. Er straft oder rächt, auch wenn er davon erfährt, daß es doch einer gewagt hat. Egal wer es ist.“
    Sie hatte seiner Erzählung schweigend gelauscht. Auch dies war kein Einzelschicksaal, der Unterschied war nur, daß er der Vorsteher der Herscherarmee war, dadurch zogen sich die Kreise weiter.
    Sie erinnerte sich an etwas, das ihr im Moor aufgefallen war. „Sein Blick wirkte so verschleiert. Hat er viel Blut verloren? Gleichzeitig war er rasend wie ein Besessener.“
    Lemnos, so hieß der Vertraute des Anführers, schüttelte traurig den Kopf. „Vor Schlachten trinkt er ein Gebräu das ihn ausrasten läßt. Wie ein Berserker spürt er weder Schmerzen noch Müdigkeit. Zumindest für eine Weile. Nach den Schlachten, wenn sich sein Blut beruhigt hat, bricht er regelmäßig zusammen. Es ist dann an mir ihn aufzulesen und wieder zusammenzuflicken. Er plündert seinen Körper damit aus und irgendwann wird er mit dem Gesicht nach unten liegenbleiben, um nie wieder hochzukommen. Und ja, Tacius weiß darum und nimmt es hin, denn er will eigentlich gar nicht mehr weiter machen, schon seit zwei Jahren nicht mehr.“
    Atalante schwieg. Man konnte ihr ansehen, wie sie sich vorstellte, wie es für ihn gewesen sein musste, wie sie sich in sein Schicksal hinein fühlte.
    Währenddessen häufte Lemnos Reisig im Steinkreis in der Mitte des Zeltes an und legte auch noch einen Holzscheit obenauf. Es rauchte nur wenig bis es richtig brannte, es mußte schwer gewesen sein hier trockenes Holz zu finden. „Tacius hat sich so viele Verletzungen eingehandelt, daß sein Körper in einen Schock gefallen ist. Wir müssen ihn warm halten, sonst kann es böse ausgehen. Ich hoffe das Feuer reicht. Kannst du versuchen noch weitere Decken aufzutreiben?“ bat er die Kämpferin.
    Atalante sah Lemnos’ Herrn direkt ins Gesicht, versuchte diesen abzuschätzen. „Was für ein Mensch ist er Lemnos?“
    Ein leicht trauriger Zug lag in den Augen des Angesprochenen. „Ein Guter. Er würde nie Leben sinnlos opfern oder Befehle geben, die er selbst nicht auszuführen bereit wäre.“
    Sie nickte und ihre Gesichtszüge wurden weicher.
    Die Flämmchen in der Zeltmitte tanzten stetig und hell, draußen wurde es indessen schon dunkel. Sie beantwortete die Bitte etwas verspätet. „Ich werde mich um ihn kümmern und aufpassen, daß ihm nicht zu kalt wird. Er hat noch was gut bei mir.“
    Ihre Blicke trafen sich und nach einer Weile nickte Lemnos. „Gut. Ich bin nach der Schlacht auch sehr fertig. Trotzdem, wenn etwas ist oder du etwas brauchst komm einfach rüber. Mein Zelt ist das rechts von diesem hier. Bis morgen.“
    Als er draußen war legte sie auch den Rest ihrer Rüstung ab, zögerte kurz, und entkleidete sich dann weiter bis auf die Unterwäsche. Die beste Methode um einem Schockpatienten die Wärme zu geben die er zum Überleben brauchte war seine mit der Eigenen aufrecht zu erhalten. Behutsam legte sie sich also zu ihm, darauf bedacht weder seine Wunden zu berühren noch ihre eigenen Verletzungen zu belasten.

    ***

    Außerhalb des Zeltes rannten Regieassistenten umher, entfernten Laken, die das Zelt abdunkeln sollten und trugen Aluminiumfolienwände umher, damit das Licht besser einfiel. Die Freunde sahen staunend zu, wie schnell alles bereit war, um weiterzudrehen:
    Das erste Licht des neuen Tages begann durch die Stoffwände ins innere zu sickern als Atalante aufwachte. Sie lag an den Anführer geschmiegt da und legte ihre Hand an seinen Hals um seinen Herzschlag zu ertasten. Atalante fand seinen langsamen und kräftigen Puls - auch war er warm an ihrem Körper. Er hatte die Nacht gut überstanden.
    Sie schlüpfte aus dem Bett und zog sich rasch an. Es war frisch, da es noch früher Morgen war. Daher zündete sie auch das Feuer wieder an. Sie hatte sich gerade auf einen lehnenlosen Hocker gesetzt und begonnen ihre Stiefel vorsichtig zuzuschnüren – der Knöchel pochte dumpf und heiß – als Tacius begann aufzuwachen. Sie sah nach dem Ausgang, als ob sie schnell ungesehen verschwinden wollte, aber sie hatte nichts getan dessen sie sich schämen musste. Sie blieb.
    Bei Atalantes Anblick wurden die noch kleinen Augen Tacius’ größer. „Was machst du denn hier?" Er rappelte sich etwas zu schnell auf und ihm wurde schwindelig. Mißmutig fiel er wieder zurück. *Großartig, einfach großartig.* Liegend verfolgte er jede ihrer Bewegungen, wie sie sich wieder vollständig anzog.
    „Ich war die Nacht über hier und habe darauf geachtet, daß du es warm hast. Ach ja: Danke für mein Leben.“
    Ihm war immer noch duselig, das kannte er schon von unzähligen anderen Morgen nach Schlachten und er wußte auch, daß es gefährlich war verletzt zu sehr auszukühlen. „Du hast auch für mich gesorgt. Ich denke wir sind quitt. Wurde Lemnos verletzt?“
    Auf ihre Verneinung hin beruhigte er sich. Er sah ihr weiter zu, wie sie herumwerkelte, im Moment schob sie gerade einen kleinen Metalltopf in die direkte Nähe des Feuers „Damit kann dir Lemnos später die Wunden noch einmal auswaschen, er muß es aber abgekocht haben und er soll saubere Tücher verwenden. Aber das wird er auch selbst wissen.“ erklärte sie Tacius.
    Bald war sie aufbruchbereit. Aber sie wollte noch eine letzte Auskunft. „Wenn wir das nächste Mal im Feld aufeinander treffen, vielleicht schon Morgen, was würdest du tun?“
    Der Anführer lächelte ein wenig. Er war sich durchaus bewußt, daß es eine Schwäche war, aber er konnte einfach nicht über seinen Schatten springen. „Ich werde mir den nächstbesten Soldaten schnappen und ihn zu deiner Sicherheit abstellen.“
    Sie schüttelte unwillig den Kopf. „Ich bin Kriegerin, ich habe Leben ausgelöscht.“ Sie setzte sich wieder, schonte ihr Bein.
    „Wessen Leben?“ wurde sie gefragt.
    „Von Männern, die mich angriffen und von Männern, die Menschen die mir nahe stehen Leid zufügen wollten.“
    „Jemals die Leben von anderen Frauen?“ fragte ihr Gegenüber sie.
    Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. „Wir sind alle Töchter der Einen. Wir töten einander nicht, wie du weißt.“
    Langsam und mit Bedacht setzte sich Tacius auf - Rücksicht auf seinen angeschlagenen Kreislauf nehmend. „Manchmal, wenn ich da draußen von Leichen und brennenden Ruinen umgeben bin denke ich, daß sich mein Geschlecht noch selbst auslöscht. Bis auf den letzten Mann und daß es gar nicht mehr so lange dauert, bis es soweit ist. Dann seid nur noch ihr da.“
    „Und nach einer Generation auch nicht mehr. Völlig ohne den anderen geht es auch nicht.“ Sie rappelte sich hoch und verabschiedete sich, erinnerte ihn noch einmal an etwas, das sie beschäftigte. „Es ist ein sinnloser Kampf den wir führen, das ist uns beiden klar.“
    „Es ist ein Religionskrieg. Euer Gott heißt Jahwe und unserer Jachwe.“ erwiderte er.
    Sie machte eine wegwischende Geste. „Es ist der selbe Gott! Alle wissen das! Nur weil ein Schreiber vor ein Paar Hundert Jahren ein ‚C’ vergessen hat sterben wir hier alle. Das ist doch Irrsinn.“
    Er zuckte mit den Schultern. „Wir befolgen Befehle, das ist alles.“
    Sie wurde zornig, wo hatten die Alle ihr Hirn gelassen? Es wurde Zeit, daß etwas unternommen wurde und wenn es keiner von denen tat blieb nur noch sie. Ohne sich umzudrehen verschwand sie wieder aus seinem Leben wie sie darin aufgetaucht war. „Wer nicht bereit ist zu folgen ist dazu verdammt zu führen.“

    ***

    Nach dieser Szene wurde der Tagesablauf der historischen Aufzeichnung gedreht:
    Der Tag wurde damit verbracht Wunden zu pflegen und die Waffen wieder in Stand zu setzen. So wie es an jedem der Kampfpausentage geschah. Einen Tag kämpfen, einen Tag ausruhen.
    Am nächsten Morgen, als sich die Parteien wieder auf dem Feld trafen war der erste Eindruck den Tacius gewann, daß das gegnerische Heer kleiner geworden war. Die Formationen wurden eingehalten soweit er das im morgendlichen Nebel erkennen konnte, aber sie standen etwas weiter auseinander - bemühten sich scheinbar ihren Pro-Kopf Verlust zu kaschieren, waren darin aber nur wenig erfolgreich.
    Die Gefallenen hatte er bei der Schätzung schon im Hinterkopf, wo waren die Fehlenden also? Die denkbarste Möglichkeit war, daß diese sich für einen Hinterhalt vom restlichen Heer entfernt hatten. Aus diesem Grund ließ er Scouts losschicken, welche die Splittergruppe ausfindig machen sollten. Er wollte sich vorbereiten können.
    Als seine Boten zurückkamen hatten sie einen seltsamen Gesichtsausdruck. Sie wußten von der Eigenheit des Kommandanten was das andere Geschlecht anging. „Es sind ausschließlich Frauen, Herr Kommandant. Mindestens 300 an der Zahl. Und sie sind beritten.“
    Tacius übergab das Kommando an Lemnos ab und schwang sich auf sein Schlachtpferd. Es war ein robustes und trittsicheres Tier, einfach optimal für diesen durchweichten Boden.
    Sein Tier trug ihn schnell und sicher in die Richtung, die ihm gezeigt worden war. Die Gruppe zu finden war nicht schwierig, sie gaben sich keine große Mühe sich zu verbergen und die Hufspuren von vielen hundert Pferden zu übersehen wäre schon ein Kunststück für sich gewesen. Daß sie ihm zahlenmäßig so weit überlegen waren beunruhigte ihn schon, aber er glaubte auch zu wissen wer die Anführerin war.
    Auf kürzere Distanz war zu erkennen, daß nicht alle Frauen ihr eigenes Pferd hatten. Manche ritten zu zweit auf einem Tier, aber da sie von vornherein nur leichte Rüstungen und kurze Schwerter trugen gab es keine Probleme. Die Kavallerie hatte sich in diesem Fall die Infanterie gleich mitgebracht.
    Als er entdeckt wurde richteten sich unzählige Augenpaare auf ihn, aber wenigstens flogen weder Speere noch Pfeile.
    Noch ehe er etwas sagen konnte öffneten sich die Reihen und Atalante löste sich aus der Gruppe.
    Tacius und sie trafen sich in der Mitte der Strecke zwischen ihnen.
    „Wo wollt ihr denn hin?“
    „Weg, nach Hause, es ist sinnlos hier zu bleiben.“
    Er schien echte Probleme mit dem Begreifen zu haben. „Ihr desertiert?“
    „Wir gehen heim. Wir wollen lieber unsere Familien verteidigen als hier sinnlos zu fallen. Die Heerführer sind unfähig, gib es schon zu. Alleine schon die Wahl eines Moores zum Schlachtfeld!“
    Er nickte etwas hilflos, sie hatte ja recht. „Ihr wollt also heim um eure Zurückgelassenen zu schützen.“
    „Ja.“ war ihre klare Antwort.
    Er nickte nun, damit konnte er gut leben. „Ich werde Männer abstellen die euch den Rücken freihalten falls euer Befehlshaber Einwände hat.“
    Die Frauen wußten, daß das nicht notwendig war, aber warum sollten sie ein kostenloses Geschenk ablehnen? „Moment. Kannst du denn Leute entbehren?“ wollte Atalante da von Tacius wissen.
    Er hätte jetzt antworten können, daß das Fortgehen der Reiterinnen das Gegnerische Heer so schwächte, daß er durchaus auf ein paar Leute verzichten konnte, aber das hätte ihnen womöglich noch Schuldgefühle gemacht - sie vielleicht sogar zur Umkehr bewegt. Also lächelte er nur und bejahte ihre Frage. „Ist schon in Ordnung, geht nur, ich sorge für sicheren Abzug.“
    Sie griffen einander zum Abschied an den Unterarmen und dann ritten sie weiter ihren Weg.

    ***

    Die Scheibe vollführte einen weiteren Zeitsprung:
    Etwa ein halbes Jahr später stand eine neue Armee aus gläubigen Kriegern des Gottes Jahwe vor den Toren der Stadt Ilon. Sie würden die Stadt belagern und das, so lange es für die glorreiche Mission erforderlich war. Seit einem knappen Monat lagerten sie schon unter der Mauer; warfen immer mal wieder brennende Fackeln über die Mauer oder schossen ebenfalls brennende Pfeile, nahmen dafür hin, daß ab und an kochende Brühe auf sie herabgegossen wurde. Das ganze hatte mehr den Sinn zu zermürben.
    Tacius wartete geduldig, er wußte, daß er die Stadt aushungern konnte.
    Er hatte die Schlacht damals als einziger überlebt. Lemnos war gefallen, sein treuer Freund war nicht mehr da. Ihm war klar, daß er ohne ihn nicht mehr lange überleben würde. Es wunderte ihn schon, daß er es überhaupt bis jetzt geschafft hatte. Lemnos hatte ihm schließlich mehr als einmal das Leben gerettet während Tacius selbst rasend und Verstandslos war. „In Walhall werden wir uns wieder sehen. Genauso wie Toria und die Kinder.“ flüsterte er.
    Unvermittelt kam eine kleine Gruppe von Menschen auf Pferden in einiger Entfernung in die Senke hinab geritten. Die Stadt lag im Talgrund eines verloschenen Vulkans und ringsum waren grüne Hänge, die sich um sie erhoben. Einen dieser Abhänge kamen die Reiter nun herunter.
    Tacius legte die Hand über die Augen um sie zu beschatten und wandte sich den Neuankömmlingen nach rechts zu, bemüht etwas zu erkennen. Beunruhigenderweise tauchten hinter der kleinen Schar noch viel, viel mehr von ihnen auf. Sie tauchten hinter dem Ring auf und umschlossen fast die Hälfte des oberen Kraterrandes. Es waren unzählige, mindestens 500. „Verstärkung für die Stadt? Doch wo kommen die her?“ fragte er sich.
    Er wendete sein Pferd und preschte in den Weg der Gruppe. „Stop.“
    Der Anführer war von schlanker Gestallt und mit einer prächtig geschnitzten Holzmaske ausgestattet, die den Kopf mit dichten Federn und bunten Schnüren und Wollfäden umgab. Die Ankömmlinge verlangsamten ihren Ritt und gingen in eine V Formation. Damit schlossen sie ihn halb ein. Auch die Anderen waren mit Masken verkleidet und trugen lange Speere, sowie Köcher und Bögen. Das ganze hatte schon etwas Bedrohliches an sich. Er wollte gerade sein Schwert ziehen als der Vorderste die Maske abnahm und die langen blonden Haare verstrubbelte. „Es ist warm unter diesen Dingern.“
    „Atalante!“ entfuhr es Tacius.
    Sie lächelte als Erwiderung. „Tacius. Die Insel ist klein.”
    „Was macht ihr hier?“ wollte der Angesprochene wissen.
    „Wir haben einen Auftrag auszuführen. Wir holen die Frauen der Stadt ab. Als die Nachricht eintraf, daß dein Heer anrückt, hat der Stadthalter einen Boten zu uns geschickt mit der Bitte für die Dauer der Belagerung die Frauen und Kinder zu uns zu nehmen. Wir haben uns im vergangenen Halbjahr wohl einen gewissen Ruf geschaffen.“ Einen gewissen Stolz auf diese Tatsache konnte sie nicht verbergen. „Läßt du uns so passieren oder..?“
    „Natürlich.“ beeilte Tacius sich zu antworten und ließ sie vorbei.
    Eines der Seitentore wurde geöffnet und eine große Gruppe Städter kam heraus. Bewaffnet mit allem, was sie hatten finden können. Sie wollten sicherstellen, daß der Gegner die Gelegenheit nicht für einen Einfall ausnutzte.
    Hinter ihnen traten Frauen und Kinder aus dem Schutz der Mauern hervor - einige weinten, andere warfen wütende Blicke in Richtung der Belagerer, die sie zwangen ihr Zuhause zu verlassen.
    Die Gruppe zog sehr langsam - aus Rücksicht auf die Alten und ganz Jungen - von der Stadt fort, nun unter der Protektion der Reiterinnen.

    ***

    Die Scheibe zeigte eine Zeittafel und so erfuhren die Zuschauer, daß die Belagerung lange dauerte.
    Sie fand ihr Ende erst, als ein Feuer während des schlimmsten Hochsommers seit Menschengedenken die allerletzten Vorräte niederbrannte. Damit war alles entschieden, die Stadt fiel.
    Die Frauen der Stadt und ihre neuen Schwestern standen fassungslos über den rauchenden Ruinen ihres ehemaligen Zuhauses. „Sie sind alle tot, alle tot, weil wir zu spät sind.“ jammerte eine.
    Atalante zog die verzweifelte Schwester näher zu sich heran und drückte sie tröstend. „Nein. Wir waren es nicht, die sie getötet haben. Wir haben in diesem Kampf kein einziges Schwert gehoben. Wir sind die Überlebenden und Opfer nicht die Täter.“
    Sie konnten das Ausmaß der Zerstörung immer noch nicht fassen. Tacius war zu weit gegangen es waren doch nur Städter gewesen. „So unnötig.“ Die Frauen trabten langsam und bedrückt den Hang hinab, in der Hoffnung zwischen den Trümmern ihrer Häuser noch etwas zu finden, das sie hatten zurücklasen müssen. Es gab nicht viele Leichen, die Sie beerdigen konnten, die meisten waren fraß der Flammen geworden. Es musste eine gewaltige Feuersbrunst gewesen sein.
    Mit hängenden Köpfen kehrten sie zurück und sammelten dann in der Stadt alle Frauen auf dem großen Platz. Es waren nur einige Hundert, bei weitem nicht alle hatten kommen können, das wären einfach zu viele gewesen.
    Atalante trat auf das Podest. „Ich denke ihr wißt was geschehen ist.“ war ihre Stimme zu vernehmen. „Schneller noch als Pfeile sind Gerüchte. Und in diesem Fall sind sie alle wahr. Die Stadt Ilon existiert nicht mehr.“ Sie ließ erst gar nicht zu, daß Unruhe aufkam und redete ohne innezuhalten weiter. „Wir müssen nun entscheiden, ob wir dem abgezogenen Heer folgen und eine Schlacht anzetteln, um die Toten zu rächen, oder ob wir hier bleiben und wenigstens die Hälfte der Bevölkerung am Leben geblieben wissen. Jede von uns muß für sich entscheiden: Rache oder Leben. Wir würden ihnen einen großartigen Kampf liefern, davon bin ich überzeugt aber jede Einzelne muß sich bewußt sein, daß es ihr Tod sein könnte. Ich sage das so deutlich, damit ihr jetzt nicht im Aufwallen der Gefühlte nach Schwertern schreit und euch auf dem Feld dann fragt, wie es dazu geklommen ist.“
    Die Frauen sahen sich verunsichert an. Manche schüttelten die Köpfe, andere die Fäuste, noch andere drückten ihre Kinder an sich.
    Atalante nahm einen Krug entgegen, der mit Steinen gefüllt war und ließ sich noch zwei weitere leere Krüge bringen. Einen Weißen und einen Roten. Es würde eine Abstimmung geben. „Wer für Krieg ist werfe seinen Stein in die rote Amphore, wer dagegen ist, in die Weiße. Aber Vorsicht, ich will kein Scherbengericht. Heute Abend bei Sonnenuntergang ist Wahlschluß. Wählen darf jede die mindestens 12 ist oder schon einmal getötet hat.“

    ***

    Damit endete die Vorführung der Scheibe und die Hauptdarsteller der Serie waren wieder dran:
    Jack wurde langsam wieder munter. Er hatte das Ganze interessiert verfolgt und sich nur einmal etwas Popkorn beantragt, was ihm allerdings einen zurechtweisenden Seitenblick Carters eingebracht hatte.
    Daniel ordnete die Unterlagen und steckte den Projektor wieder weg, eine Leihgabe der Historikerin. „Die Frauen entschieden sich gegen einen Angriff. Sehr knapp allerdings. Sie blieben während dem weiteren Verlauf des Krieges in ihrer Siedlung und ihren Wäldern und zogen nur hin und wieder hinaus um nachzusehen oder Schutz zu gewähren, wenn er erbeten wurde.
    Der Krieg dauerte viele Jahre an und es wurden nach und nach immer weniger Männer, während die Frauen überlebten und sich zu den späteren Amazonen flüchteten. Tacius’ Doktrin des Nichtangriffs war auch nach seinem Tod beibehalten worden, es war ins militärische Bewußtsein übergegangen, keine Frauen anzugreifen, zumal sich diese ja nun auch aus Kampfhandlungen heraushielten.
    Zu Guterletzt war das ganze Land bis auf die Wälder verwüstet und die wenigen hundert überlebenden Männer fanden sich zusammen und gründeten eine neue Stadt. Sie blieben dort, während sich die Frauen von ihnen isoliert auf der Insel ausbreiteten. Die kompromißlose Verranntheit ins Töten hatte die Frauen abgestoßen. Sie wollten nichts mehr mit den Männern zu tun haben. Sicher auch die Frauen waren Kriegerinnen doch sie wußten auch, wann Schluß war und man Frieden schließen musste. Die Geschlechter blieben getrennt, bis heute.“ endete Daniel bewundernd, was die Frauen erreicht hatten.
    „Aber...“ Sam dachte eine Sekunde nach. „Es werden doch genauso viele Mädchen wie Jungen geboren. Das Gleichgewicht hätte sich doch schon nach wenigen Generationen wieder einstellen müssen. Warum nicht in diesem Fall? Warum gibt es immer noch wesentlich mehr Frauen als Männer?“
    „Weil die Söhne stets das Mantra der Väter lernten. Waren es genug Männer um zwei Heere von je 5000 Mann zu bilden gingen sie wieder aufeinander los. Ist die Zahl darunter sind sie friedlich und leben nebeneinander her, denn so steht es in ihrem Glaubensbuch. Einzelne Männer greifen sich nicht an, aber als Armee gibt es immer gewaltiges Blutvergießen. Deswegen wollen die Frauen immer noch nicht wieder mit den Männern zusammen leben. Sie wollen sich nicht den Schmerzen des Verlustes aussetzen. Eines sinnlosen Verlustes. Und sie sind es gewohnt frei zu sein und nicht von einem Patriarchentum ausgebeutet zu werden.“ beantwortete der Archäologe die Frage.
    Alle waren geknickt und gedachten der Gefallenen.
    „Danke Daniel. Daher also. Das ist alles sehr traurig.“
    „Stimmt Sam, aber so leben sie auf diesem Planeten nun mal. Auf dieser Insel bessergesagt. Mehr Land gibt es ja nicht.“ meinte Daniel achselzuckend.
    „Wie groß ist die Insel eigentlich?“
    „Etwa wie Grönland, sie entstand bei einem gewaltigen Vulkanausbruch vor ewigen Zeiten.“ Daniel durchforstete seine Dokumente. „Mehr habe ich im Moment nicht.“
    „Gut, dann sehen wir uns 19:00. 19:30 spätestens am Gate. Hammond wird seinen Bericht haben wollen. Wegtreten!“ befahl Jack.
    Amanda Tapping und Michael Shanks drehten sich weg, um ihren Kommandanten zu verlassen, da vernahmen die Schauspieler auch schon das erwartete „Cut!“
    Damit war das Wichtigste im Kasten.

    ***

    Im Verlauf dieses Drehs war auch schon der Abend hereingebrochen und die Seriencrew fing an die Zelte im Park abzubrechen.
    Die Freunde halfen natürlich alle tatkräftig mit, zumindest diejenigen unter ihnen, die Arme und Beine besaßen und tragen konnten.
    „Hast du gehört, morgen ist noch mal ein Innendreh, dann kommt nur noch die Nachbearbeitung und diese Doppelfolge ist fertig?“ tuschelte Eve der Wandermaus zu, als sie einige der Requisitenspeere vorbeitrug.
    Die kleine Maus tippelte im Eiltempo hinter der Schicksalswächterin her. „Wissen die anderen das auch schon? Das heißt ja, daß wir spätestens morgen zu den Autoren müssen, sonst kommen wir wahrscheinlich nicht mehr rein...“ fragte Veria besorgt.
    „Die Frage ist sowieso, ob wir morgen noch mal gebraucht werden.“ warf Evala ein.
    „Fragen wir Keeline. Sie ist grade da vorne.“ Die Maus deutete auf die Schattengestalt, die gerade im nächsten Requisitenwagen verschwand, um die Regiestühle für den Rücktransport ins Studio zu verstauen.
    „Ok, ich bring grade noch die Speere weg.“ antwortete Eve nickend und verschwand ebenfalls in einem der Requisitenwägen.
    Veria hindessen machte sich eiligst auf, um Keeline abzufangen, was ihr auch gerade noch gelang. So standen die beiden wartend bereit, als Eve von ihrer Aufräumtätigkeit zurückkehrte.
    Gerade als die drei beratschlagen wollten, wen sie nun aushorchen sollten, um an Informationen zu gelangen, stieß M zu ihnen. „Na, schon gehört? Bran muß morgen früh noch mal ran, dann haben wir frei. D.h.: die perfekte Gelegenheit, um den Drehbuchautoren auf den Pelz zu rücken.“ Sie grinste bei diesen Worten hinterhältig und drehte die beiden Schwerter die sie trug ein wenig an den Griffen, so daß sie mit der Schneide auf ihren Schultern zu liegen kamen.
    Eve und Veria strahlten übers ganze Gesicht.
    „Wissen es Mary, Sala und Bran schon?“ fragte dagegen die Schemen neugierig.
    „Na klar wissen wir es.“ beantwortete ein Krächzen hinter ihnen diese Frage. Mary kam angeflattert und setzte sich auf Eves Schulter, während sie mit dem Flügel zu den herannahenden Freunden deutete. „Was glaubt ihr wohl, warum die beiden so ausgelassen sind?“
    Und tatsächlich hüpfte die Amazonenprinzessin regelrecht auf ihre Freunde zu und Bran sprang trotz des leeren Köchers, den er im Maul hinter sich herzog fast genauso hoch wie seine Begleiterin.
    „Morgen geht’s zu den Autoren, dann zeigen wir ihnen, was eine Harke ist.“ jubelte Sala. „Ha, was sagt ihr. Wir sind eben doch Glückspilze.“ dabei schwang sie eines der Schwerter, welche sie trug, nach vorne und die Spitze zischte genau auf ihre Freunde zu.
    „Hey, werd nur nicht übermütig, ich möchte gerne heil bleiben!“ murmelte Keeline entsetzt und sprang hinter Eve, um sich vor dem Schwert in Sicherheit zu bringen. Doch ihre Sorge war unbegründet, da M schon die beiden Schwerter, die sie selbst noch trug vorgeschwungen und mit den überkreuzten Klingen die Schwertspitze erfolgreich gestoppt hatte. „Hey, wir sind doch nicht die Autoren, denen du den Kopf waschen mußt, heb deine Energie lieber für morgen auf.“
    „Ach, hat die große Keas etwa auch Angst um ihre Haut?“ lästerte Salandra und befreite mit Hilfe des anderen Schwertes, was sie eigentlich auch zur Aufbewahrung hatte bringen wollen, die Klinge und stieß spaßhaft in Richtung des Bauches ihrer Freundin.
    Diese ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und parierte den Schlag lässig, bevor er ihr auch nur annährend gefährlich werden konnte. „Ach...“ machte M ihre Freundin nach „glaubst du etwa, du könntest mich erwischen?“ und grinste von einem Ohr bis zum anderen.
    „Hey, ich bin schließlich eine unsterbliche Amazone, mir liegt das Kämpfen in den Genen.“ beschwerte sich Salandra über diese Bemerkung und ging spielerisch auf ihre Freundin los.
    „Und du glaubt nicht, daß andere Leute auch mit einem Schwert umgehen können...oder mit zwei?“ fragte M sie lachend, als sie die Schläge parierte.
    „Uh, jetzt wird’s spannend.“ stellte Veria zufrieden fest und krabbelte an Keelines Latzhose nach oben, um sich einen Logenplatz zu sichern und auch die Falkin machte es sich auf der Schulter, die sie sich als Sitzplatz auserkoren hatte, bequem.
    „Oh man, sie können’s einfach nicht lassen...“ stöhnte dagegen der Wolf auf, als er beobachtete, wie sich seine beiden Freundinnen gegenüber voneinander aufstellten, um, ausgelassen wie sie waren, einen kleinen Trainingskampf zu führen. Als er allerdings sah, wie lustig die japanische Kampfstellung mit den viel zu langen Klingen aussah, welche die Keas einnahm und welche normalerweise für kürzere Schwerter gedacht war mußte er auch grinsen. So setzte er sich entspannt neben die Anderen und harrte dem Schlagabtausch, der da kommen sollte.
    Und wirklich. Bald hörte man die Klingen aufeinanderprallen. Natürlich schlugen die beiden Kontrahentinnen nicht mit voller Kraft zu. Sie kicherten auch ständig und zogen sich gegenseitig hoch bei ihrem kleinen Schwertgerangel. Dennoch waren die Geräusche laut genug, daß die gesamte Crew davon angelockt wurde und so standen schnell alle staunend um die beiden jeweils mit zwei Schwertern durch die Luft wirbelnden Frauen herum.
    Nach einem besonders gelungenen Manöver fing die Menge sogar an zu klatschen, was Sala und M jedoch sofort innehalten ließ.
    In der Hitze, die selbst in diesem spielerischen Gefecht entstanden war, hatten sie gar nicht bemerkt, wie viele Menschen sich da um sie versammelt hatten.
    Einen Moment standen sie Mitten in der Bewegung erstarrt und sahen sich aus den Augenwinkeln um. Nach dem ersten Schreck zwinkerten sie sich zu, gingen auseinander und verbeugten sich vor der wartenden Menge. „Wir hoffen die Vorstellung hat ihnen gefallen.“ kam es wie aus einem Mund. Dann machten sich die beiden schleunigst auf den Weg zum Wagen, in den sie die Schwerter anfänglich hatten bringen wollen.

    ***

    Schweigend saßen die Sieben zusammen im Van, der sie zu den Studios zurückbringen sollte. Da kam der Berater der Serie angerannt. Er sprang in den Wagen, der damit voll war und sich auf den Weg machte.
    Außer Atem fragte DeLuise sogleich: „Warum habt ihr nicht gesagt, daß ihr so gut mit den Schwertern umgehen könnt? Das wäre die perfekte Szene gewesen. Ihr hättet sofort eine ausführliche Rolle bekommen.“
    Leicht verdutzt starrten Salandra und M den Mann an. Nach einem kurzem Blick zueinander fingen sie an zu grinsen und als Mary dann mit einem extrem sarkastischem Unterton meinte „Sie haben sie ja nie gefragt.“ konnten sie sich lautes Lachen nicht mehr verkneifen.
    Nun war es an DeLuise verdutzt aus der Wäsche zu schauen, doch als ihm die Komik der Sache bewußt wurde stimmte auch er in das Lachen der Freunde ein.
    Beim Aussteigen am Studio glucksten sie immer noch und bekamen daher verwirrte Blicke zugeworfen. Doch das störte sie an diesem Abend nicht. Der Tag hatte allen soviel Spaß gemacht und die Aussicht am Folgetag bei den Autoren einzufallen erfreute sie ebenso.
    So verabschiedeten sie sich schnell, um im Hotel noch ein ausführliches Abendessen genießen zu können. Schließlich wollten sie Dienstags gestärkt sein, um viele gute Einfälle zu haben und diese auch überzeugend rüberzubringen. Und da der Drehtag etwas früher als üblich beendet gewesen war, hatten sie auch allen Grund zu hoffen, daß sie sowohl essen, als auch früh genug in die Federn kriechen konnten, um ausreichend Schlaf für ihr Vorhaben zu bekommen.



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:40


    Kapitel 07


    Dienstag


    „Bran, nein, du mußt nacher im Studio noch was essen!“ Salandra versuchte zu verhindern, daß der Wolf sich das siebte Frühstücksbrötchen ins Maul schob.
    „Isch hab abba Hunga!!!“ nuschelte dieser und stopfte das Weißbrotgebäck schnell in den Mund, damit es ihm nicht mehr genommen werden konnte.
    Salandra verdrehte seufzend die Augen, während sie nun den anderen half schnellstens die Reste des Frühstücks vor Bran in Sicherheit zu bringen. Schließlich wollten sie endlich los. Der große Tag des Autorenärgerns war da und Bran hatte noch eine Szene zu drehen, in der er auf dem SG-Stützpunkt gefüttert wurde. „Bran, mach dir bewußt, daß deine Szene mehrmals gedreht werden muß. Du bekommst heute noch genug zu essen!“ mahnte die Amazone wieder und schleifte den Wolf dann kurzerhand am Genick packend hinter sich her, aus dem Zimmer.
    Die anderen schoben ebenfalls fleißig mit, so daß sie kurz darauf schon an der Bushaltestelle angekommen waren. Trotz der lebhaften Versuche Brans sich gegen diese, seiner Meinung nach, mehr als rüde Behandlung zu wehren.
    Der Wolf hatte aber keine Chance gegen die geballte Kraft von sechs Frauen und als der Bus kam ergab er sich in sein Schicksal und stieg ohne Murren selbständig ein.

    ***

    „Wo bleibt ihr denn???“ aufgeregt rannte Tommy, den sie ja schon am ersten Tag ihres Aufenthalts in den Studios kennengelernt hatten, den Sieben entgegen, als sie durch das Studiotor traten. „Der Wolf muß dringend in die Maske. Er wird gleich gebraucht.“ Er gestikulierte wild mit den Händen in der Luft herum und nach einem kurzen Wink rannte er vor Bran her in eines der Studiogebäude.
    „Bis nacher.“ konnte sich der Wolf gerade noch verabschieden, als auch schon die Tür hinter ihm ins Schloß fiel.
    „Na die ham’s ja eilig.“ bemerkte Eve leicht verblüfft. „Dann gehen wir doch mal nach den Autoren sehen.“
    „Ja, hoffentlich sind heute mehr von ihnen da.“ Die Wandermaus grinste schon hinterhältig, als sie sich den Überfall auf das Team ausmalte.
    Die Anderen nickten im Einverständnis und so gingen die verbliebenen Sechs quer über das Gelände, um zu Toni, Tea und den anderen Autoren zu gelangen.
    „Sollen wir nicht noch etwas zu Essen mitnehmen für die Belagerung?“ kam es Mary in den Sinn, während sie hinter den Anderen herflatterte.
    „Belagerung???“ Entsetzen schwang in Keelines Stimme mit und man hörte ihr deutlich an, daß sie solangsam das Fracksausen bekam, bei dem Gedanken daran, was die anderen wohl vorhatten.
    „Ja glaubst du denn, wir können die einfach so laufen lassen, wenn wir einmal angefangen haben ihnen den Kopf zu waschen?“ fragte Veria mit großen Augen und zog sich an den langen dunklen Haaren ihrer Trägerin in eine stehende Position, so daß sie ihre kleinen Pfoten in die Hüfte stemmen konnte, was ihr sofort ein „Aua, hör sofort auf an meinen Haaren zu ziepen.“ von der Keas einbrachte.
    „Naja, ich dachte...also....wir wollen doch alles friedlich lösen, oder nicht???“ brachte die Schemen stammelnd hervor.
    „Oh Keeline, du bist mal wieder viel zu weichherzig.“ Salandra klopfte ihrer Freundin lächelnd auf die Schulter. „Wir sollten wirklich eine Kleinigkeit mitnehmen, man weiß ja nie.“ beschloß sie dann und gab den Befehl die Laufrichtung zur Küche zu verändern.

    ***

    Die Arme voll bepackt kamen die äußerlich wie Menschen Wirkenden der Freunde bald vor der Tür zum Autorenzimmer an. Mary und Veria, die als einzige noch die Hände frei hatten wurde die Aufgabe des Anklopfens überlassen und gleich darauf streckte Toni seinen Kopf aus der Tür.
    Beim Anblick der Frauentruppe, die da direkt vor seiner Nase stand überdeckte sogleich ein Strahlen sein Gesicht und er ließ sie ein.
    „Seht mal, wer uns da besuchen kommt...!“ Brody sprang von seinem Stuhl auf und half den Frauen ihr ‚Gepäck’ auf einem der freien Tische abzuladen.
    „Sagt mal, habt ihr einen ganzen Süßigkeitenautomaten in der Kantine leergekauft?“ fragte Reg staunend, als er beobachtete, wie immer mehr Mars, Snickers, Bountys, Cookies und andere Köstlichkeiten auf den Tisch polterten.
    „Neeeeee....“ grinste M ihn an. „...zwei...“ und langte in ihre Hosentaschen und holte weiterhin einen Schokoriegel nach dem Anderen daraus hervor.
    „Wie zwei?“ fragte Toni verwirrt.
    „Na zwei Automaten haben wir leergekauft.“ erklärte Veria mit ihrem Grinsen, das immer mehr in die Breite wuchs.
    Staunend beobachteten Toni und Reg, wie immer mehr Süßzeug auf dem Tisch landete.
    „Sag mal M, hast du ein schwarzes Loch in der Tasche?“ fragte Brody ungläubig, als er den Stapel betrachtete, der immer mehr zu wachsen schien und der unmöglich in diese Hosentaschen passen konnte.
    „Ne, Gamma hat mir nur netterweise gezeigt, wie die Verkleinerung bei seinem Röckchen stattfindet.“ bekam er zur Antwort.
    „Ga....Ga...GAMMA???“ Kollektiv sprangen die Augenbrauen der umstehenden Autoren in die Höhe, doch die Gefragte ignorierte die Verwunderung elegant, indem sie abrupt einen Themenwechsel vornahm. „So, das müßten alle gewesen sein...“ sie schob ein silbern glänzendes Rohr wieder zurück in die Tasche und nach einem kurzem Blick auf das gute dutzend Menschen, das sich um sie und ihre Freunde versammelt hatte fragte sie „Sind das heute alle Autoren?“
    „Ja...Ja, nur Simon fehlt heute. Er hat frei, weil seine kleine Tochter krank ist.“ bekam sie von Toni zur Antwort, nachdem er sich wieder gefangen hatte.
    „Guuuut.“ Salandra grinste und machte der Wandermaus ein Zeichen. „Veria, Tür zu! Mary, halte Ausschau am Fenster!“
    Die Autoren standen immer noch wie erstarrt und wußten nicht recht, wie ihnen geschah, als die kleine Maus die Tür kräftig zuknallte und vor ihr Stellung nahm und als die Falkin eine Runde an den Fenstern vorbeiflog und meldete „Die Luft ist rein, wir können anfangen!“
    „Wie Anfangen?“ fragten einige der Autoren verwundert.
    Die Freunde grinsten hinterhältig. Dann erklärte die Amazonenprinzessin: „Nun ja, wir hätten da ein paar kleine ‚Vorschläge’ zum Ablauf der Serie.“

    ***

    „WIR KÖNNEN MARTOUF NICHT ZURÜCKBRINGEN! SEIN KÖRPER IST TOT UND DER SYMBIONT IST MIT DEM ERDSOLDATEN GSTORBEN! DAS WURDE IN DER SERIE AUSFÜHRLICH ERKLÄRT!!!“ Joseph, einer der Autoren, den sie an diesem Tag kennengelernt hatten, stützte die Hände auf dem Tisch ab und man merkte an der Lautstärke, daß ihm nach der schon eine Stunde andauernden Diskussion mit der Maus eindeutig der Geduldsfaden riß.
    Doch auch die Nerven der Maus hatten gelitten, denn sie entgegnete im gleichen Tonfall: „ICH WILL ABER, DASS SAM UND MARTOUF EIN PAAR WERDEN.“ Sie stampfte mit dem Fuß auf den Tisch, auf dem sie stand. „UND DAHER WERDEN SIE DAS AUCH. BASTA!!!!!“
    Die beiden starrten sich wütend an.
    „DAS GEHT ABER EINFACH NICHT!“ beharrte Mallozzi auf seinem Standpunkt.
    „DAS MUSS EINFACH GEHEN!“ Veria war nahe daran dem Mann ins Gesicht zu springen.
    Da wurde sie von M hochgehoben, so daß Joseph aus der Gefahrenzone war. „Beruhig dich doch Veria, so bekommst du deinen Willen bestimmt nicht.“
    „Bist du jetzt etwa auf seiner Seite?“ fragte die Maus beleidigt.
    „Nein, ich will auch, daß die beiden wieder zusammenkommen. Aber mit deinem Gebrüll löst du das Problem gewiß nicht.“ bekam sie als Antwort.
    „Genau. Wir sollten in Ruhe darüber reden.“ warf auch Tea ein, die dem Spektakel bisher ruhig zugesehen hatte.
    So ging die Diskussion um Martoufs Rückkehr, die nach Abklärung von Logikfehlern und Witzproblemen ganz harmlos angefangen hatte, nach einer kurzen Schokopause weiter und beide Seiten versuchten ihre Argumente so sinnvoll wie möglich herüber zu bringen.

    ***

    „Ich bin’s Bran.“ antwortete der vor der Tür Stehende, woraufhin Mary sich langsam auf dem Türgriff niederließ, um so die Klinke runter zu drücken und den Wolf einzulassen. Dieser quetschte sich durch den Türspalt und Mary fragte ihn beim Schließen desselben, ob er mit dem Dreh fertig sei.
    Bran nickte und wollte dann wissen „Und, wie läuft es hier?“
    „Also nach der zweiten Süßigkeitenpause wurden die Rückkehrwünsche von Martouf auf Tanith erweitert und nun...“ sie deutete auf die Personen, die sich am Tisch die Köpfe heiß diskutierten. „Du siehst ja selbst.“
    Brans Augen verzogen sich verzweifelnd. „Und wie ich die kenne, kann das noch Stunden so weitergehen.“
    Da kam Keeline auf die beiden zu. „Ich lös dich mal ab, dann kannst du auch deine Wünsche äußern Mary.“
    Die Falkin nickte und flatterte zum Tisch hinüber, gefolgt von Bran, der sich das ganze nun doch aus der Nähe ansehen wollte.
    Gerade schlug Salandra mit der Faust auf den Tisch. „ICH WILL PETER WINGFELD ABER WIEDER IN DER SERIE HABEN!!! EGAL, WIE.“
    „UND MARTOUF SOLL SAM BEKOMMEN.“ bekräftigte Veria ihre Meinung noch mal.
    „Ach, was soll Martouf, ich will Tanith, der is viiiiel besser...“ mischte sich die Schicksalswächterin nun ein, die ebenfalls schon längst aufgestanden war.
    „Aber wir können doch nicht ZWEI Tote wieder einfach so in die Serie reinbringen.“ beharrte eine junge Frau, knapp über 20, darauf, daß die Forderungen nicht erfüllbar wären. „Das würde gar nicht ins Konzept passen.“
    „Ach, ihr Konzept, ihr Konzept...“ Eves Stimme nahm schon einen gefährlichen grollenden Unterton an. „Sie können mich mal mit ihrem Konzept...“
    „Ich weiß ja, daß die Serienbibel von ihnen ist, aber mit ein paar kleinen Änderungen wäre es machbar.“ mischte sich da die Keas wieder ein.
    „Genau, und Daniel haben sie ja ebenfalls nach seinem Tod wieder zurückgeholt.“ betätigte Mary.
    „Aber er wurde doch eine höhere Lebensform, da ist das ja nicht schwer.“ Die junge Frau seufzte und verdrehte die Augen.
    „Na gut, aber was ist mit Apophes? Den haben sie sogar mehrere Male getötet und wieder auferstehen lassen...“ warf die Amazone ein.
    „Gleiches Recht für alle, also auch für Martouf und Tanith.“ die Maus nickte ernst.
    „Genau, ICH WILL TANITH ZURÜCK!!!“ Evala hüpfte schon vor Anspannung auf und ab und die Luft um sie herum fing an zu flimmern.
    Die Autoren wichen Angstvoll zurück, als sie sahen, wie nah die Wächterin vor einem Ausraster war und auch die Freunde brachten sich vorsorglich in Sicherheit. Nur die Prinzessin und die Keas, denen beiden ja eigentlich nichts schlimmeres passieren konnte, wagten sich an die wütende Eve.
    „Hey ganz ruhig...“
    „Das wird schon...“ redeten die beiden auf sie ein, doch ohne Erfolg.
    Evala wurde noch hibbeliger und sie mußten sie an den Armen packen, damit sie nichts dummes anstellte. Da fiel Tea etwas wichtiges ein. „Also mal angenommen, wir schreiben die beiden wieder in die Serie, dann gibt es immer noch das Problem, daß die Schauspieler ja gar nicht mehr mitspielen wollen. Also ist eure Aktion völlig umsonst.“
    Schlagartig wurde Eve ruhig. „Wie, beide wollen nicht mehr? Wirklich???“
    Tea nickte und Paul Mullie erklärte. „Sie haben beide von sich aus gesagt nicht mehr Teil der Serie sein zu wollen.“
    Eve raufte sich die blonden Haare. „Hrng...Wir kann man nur so blöd sein?“
    Auch Veria saß nun deprimiert auf der Tischplatte. „Was machen wir denn nun???“
    Traurig setzten die beiden sich zusammen dann aufs Sofa und starrten Löcher in die Luft. „Ja, wenn die Schauspieler nicht mehr wollen...“ sie seufzten schwer.

    ***

    Nach einer weiteren Schokoriegelpause – schließlich regt Zucker die Gehirnzellen an – gingen die Verhandlungen weiter. Doch Eve und Veria saßen immer noch geknickt zusammen und brüteten vor sich hin.
    „Hey, du als Schicksalswächterin müßtest da doch drüberstehen.“ versuchte Keeline ihre Freundin aufzumuntern.
    Da ruckte Ms Kopf herum. Sie hatte mitten im Satz aufgehört mit Paul und Joseph zu diskutieren und sah ihre Freundin verstört an.
    Die beiden Autoren denen sie gerade eine mögliche Rückkehrvariante vorgeschlagen hatte sahen etwa genauso aus, weil sie nicht wußten, was nun wieder los war.
    „Was hast du gerade gesagt Keeline?“ die Keas sah gespannt zu ihrer Freundin.
    „Naja, daß sie da drüber stehen müßte...“ stammelte der Schemen hervor.
    „Nein, ich meinte das davor.“ wollte M genaueres wissen.
    „Was? Das mit der Schicksalswächterin? Daß sie das ist weißt du doch?“ Keeline blickte fragend zurück und bemerkte, wie sich langsam ein Lächeln auf das Gesicht ihrer Gegenüber schlich.
    „Genau das meinte ich. Schicksalswächterin.“
    Ihre Freunde sahen sie verständnislos an. Da begann sie zu erklären:
    „Eve, hast du nicht mal wieder Lust ein wenig am Schicksalsrad zu drehen? Dann wären die Probleme mit Peter Wingfields und J.R. Bournes Serienaustrittswunsch gelöst...“
    Zuerst verstand die Wächterin nicht, was ihre Freundin da meinte, doch dann sickerte es schlagartig in ihr Gehirn und sie verstand den Vorschlag. „Du meinst, ich soll ihr Schicksal so ändern, daß sie wieder mitmachen wollen?“ Mit großen Augen starrte sie M an.
    Diese nickte nur hinterhältig grinsend.
    „Der Vorschlag ist einfach unglaublich...Sie kann doch nicht einfach???“ Keeline konnte es nicht fassen.
    „Warum denn nicht???“ Veria war von der Idee Feuer und Flamme.
    Auch Salandra war begeistert. „Genau so machen wir’s. Jetzt müssen wir nur noch die Bibel entsprechend umschreiben.“
    Mary klatschte in die Flügel, während Bran nur die Pfoten über dem Kopf zusammenschlug, über diese verrückte Idee.
    Die Autoren gaben sich geschlagen und so schrieben sie mit den Freunden zusammen an der Folge, welche die beiden zurück in die Serie bringen sollte.

    ***

    Weitere zwei Stunden später war die Bibel umgeschrieben und auch die komplette Folge, in der beide Charaktere zurückkehren sollten war zu Papier gebracht.
    Die Storyline auf die man sich geeinigt hatte lautete ungefähr so:
    Sam holt den Quantenspiegel aus der Abstellkammer, um Forschungen zu betreiben. Als sie die verschiedenen Dimensionen durchzappt, purzeln ihr plötzlich Martouf und Hebron entgegen. Die beiden kommen aus einer anderen Dimension, in der die Goa’uld den Krieg gegen die Erde gewonnen haben und in der sie mit Hilfe des Spiegels in die anderen Dimensionen vorstoßen wollten
    Martouf - der nie auf dieser Mission war, die ihn zum Zatarc machte - und Hebron - der von Tanith befreit werden konnte - sind daraufhin in die Goa’uldfestung eingedrungen, um den Spiegel zu zerstören. Da sie nicht mehr fliehen konnten sprangen sie kurz vor der Explosion hindurch, in der Hoffnung in einer anderen Dimension noch eine Chance gegen ihre Feinde zu haben. Nun sind sie bei SG1 gelandet und da ihre Pendants dieser Dimension tot sind, können sie auch bleiben und treten hier wieder den, stark dezimierten und um Verstärkung dankbaren, Tok’ra bei.
    „Wären somit alle zufrieden???“ fragte die junge Frau, welche selbst die Bibel verfaßt hatte, als sie die Zusammenfassung wiedergegeben hatte.
    „Jep, hört sich gut an.“ meinte Mary strahlend.
    „Doch, man muß sagen, eure Ideen sind gar nicht so schlecht.“ bemerkte Brody, während er sich in seinem Stuhl zurücklehnte und seine Muskeln durch Armbewegungen lockerte. „Könnten wir jetzt essen gehen?“
    „Essen???“ kam es direkt panisch von Bran.
    „Ja, essen, ich habe Hunger, es gibt Schweinekotlet.“ erklärte der Gnom weiter. Dann sah er in Brans Gesicht. „Sag mal, kann es sein, daß du etwas grün bist?“
    Der Wolf winselte und kauerte sich auf dem Boden zusammen. „Ich mußte heute schon 6 Kotlets beim Dreh verdrücken. Ich kann nichts mehr davon sehen.“
    Ob dieser Aussage brach allgemeines Gelächter aus. Ein Wolf, der kein Fleisch mehr wollte...
    „Tja, ich hab dich gewarnt.“ meinte Sala nur grinsend.
    „Jaja, ich weiß, aber ich will trotzdem nicht in die Kantine.“ jammerte der Arme wieder.
    „Du kannst auch hierbleiben und dich von Schokoriegeln ernähren...“ neckte Veria ihn dann auch noch. Doch das war zuviel des Guten. Brans Gesichtsfarbe näherte sich noch mehr der üblichen Grasfarbe und er sprang schnell auf und verschwand aus dem Raum.
    „Will denn niemand nach ihm sehen?“ fragte Tea besorgt.
    „Ach nein, der wird schon wieder...ist doch ein starker Wolf.“ blinzelte Eve die ältere Dame an. „Wir sehen ihn nacher bestimmt wieder. Keine Sorge.“
    „Na dann, gehen wir essen.“
    Dieser Beschluß der Amazone munterte sofort alle auf, die noch schlapp über den Tischen hingen und so marschierte die gesamte Mannschaft geschlossen in die Kantine.

    ***

    „Hallo, ich hatte mich schon gewundert, wo ihr gesteckt habt.“ begrüßte DeLuise sie und nahm bei den Autoren platz.
    „Ach, wir haben nur ihren Autoren ein paar Nerven gekostet...“
    „...und etwas Zeit.“ meinten Salandra und Evala schmunzelnd.
    „Ach, was habt ihr denn gemacht?“ wollte der Regisseur neugierig wissen.
    „Sie haben uns überredet die Serienbibel umzuschreiben und eine Folge mit uns zusammengeschustert, in der Martouf und Hebron wieder zurückkommen.“ erklärte Damian Kindler, ebenfalls einer der Autoren, die sie heute neu kennengelernt hatten.
    „Ähm...zurückkommen, Damian?“ wunderte sich der Serienberater überdeutlich sichtbar. „Aber die Schauspieler wollten doch nicht mehr, das ist doch dann gar nicht drehbar???“
    „Das hab ich ihnen auch gesagt...“ Tea zuckte mit den Schultern.
    „Aber sie meinten, das Problem würden sie schon lösen.“ fuhr Kindler fort.
    Neugierig starrte er die Freundinnen an, die so taten, als könnten sie kein Wässerchen trüben und sich ganz auf das Essen konzentrierten. „Also, wie???“
    „Naja...wie gesagt, das ist unsere Sorge. Sie müssen eigentlich nur Verträge vorbereiten, dann sorgen wir heute Nachmittag dafür, daß die beiden Schauspieler unterschreiben.“ drückte sich die Keas um eine Erklärung.
    „HEUTE NACHMITTAG???? Aber die sind doch weiß Gott wo, wie sollen die denn da heute Nachmittag unterschreiben???“ Peter war fassungslos.
    M beugte sich vor und flüsterte ihm verschwörerisch zu. „Haben sie etwa noch nie was von Teleportation gehört?“
    „Ähm???“ Das Fragezeichen, was über DeLuises Kopf schwebte schien fast greifbar. Dann stellte er fest: „Ihr spinnt doch total.“
    „Danke.“ lautete die kollektive Antwort der Freundinnen und Sala verhandelte mit dem Regisseur und Berater von SG-1.
    „Kommen sie heute Nachmittag ins Autorenbüro. Bringen sie die Verträge mit und sie werden sehen, ob wir verrückt sind.“
    Peter verdrehte die Augen. „Ok, wenn mir eure Lösung gefällt und ihr es wirklich schafft, daß Wingfield und Bourne heute Nachmittag hier sind, und auch weiterhin mitmachen wollen, dann lasse ich sie jeweils einen Vertrag unterzeichnen.“ Damit ging er auf den Handel ein – er glaubte ja nicht, daß dieses Grüppchen wirklich in der Lage zu dieser Tat wäre – und schüttelte der Amazone bekräftigend die Hand.

    ***

    „So, hier bin ich, wo sind nun die Schauspieler?“ DeLuise blickte herausfordernd in die Runde.
    „Die holt Eve sofort.“ bekam er von Salandra die Antwort.
    „Wie, beide?“ fragte Eve da schockiert. „Wingfield klar, aber von Martouf bin ich nicht Fan genug, um ihn herzuschleifen.“
    „Na dann hol ich ihn eben, es ist nur wesentlich komplizierter, als wenn du es machst.“ lenkte M ein.
    „Ok.“ antwortete die Schicksalswächterin und verschwand eiligst, um ihren Star herzubringen.
    Die Umstehenden, die ihre Fähigkeiten nicht kannten, staunten nicht schlecht, als sie sich von einem Moment auf den anderen in Luft auflöste, doch sie wurden schnell von der Keas abgelenkt, welche die Nummer von Bourne beantragte.
    „Die Telefonnummer?“ fragte Toni verwirrt. „Wozu das denn?“
    „Na, im Gegensatz zu Eve muß ich bei Personen, die ich nicht kenne, mit ihnen sprechen, um zu ihnen zu gelangen.“ lautete die knappe Antwort.
    „Äh? Ja...“ Toni scheuchte Brody von dessen Computer, um die Daten aus dem Studionetzwerk zu fischen. Er schien jetzt doch neugierig geworden zu sein, was die Freunde alles zuwege bringen konnten. So kritzelte der Autor bald eine Nummer heraus und überreichte sie der Wartenden. „Hier, das ist die Nummer seines Agenten, die Private haben wir nicht.“
    „Wunderbar, das muß genügen.“ M schnappte sich den Zettel, sowie ein herumstehendes Telefon und fing an zu wählen. Bald hatte sie auch den Agenten des Schauspielers an der Strippe, der ihr jedoch die Privatnummer nicht geben wollte. „Moment, ich komme schnell vorbei, dann klären wir das direkt.“ hörten sie die Umstehenden noch sagen, dann langte sie an die Sprechmuschel und ihr Körper löste sich in blaue Energieblitze auf, die im Telefonhörer verschwanden.
    Allgemeine Sprachlosigkeit herrschte.
    „Ok, ihr spinnt nicht, aber was war das eben, und was machen wir jetzt?“ fing sich Peter DeLuise als Erster.
    „Ach, Geheimsache, abwarten, Teetrinken, Skript lesen, bis die beiden wieder hier sind.“ meinte Veria locker und balancierte das am Vormittag zusammengeschriebene Skript über ihrem Kopf, um es dem Regisseur zu reichen.
    „Wir können auch noch eine Schokopause machen.“ schlug Mary vor und flatterte unter den Tisch, um Bran, der wieder aufgetaucht war ebenfalls einen Riegel anzubieten.
    Dieser jaulte jedoch nur und ließ sich von der Amazonenprinzessin trösten. „Du mußt ja nicht, wenn du nicht willst.“
    Damit relaxten die Freunde, was auch die immer noch verblüfften Autoren etwas entspannte und zusammen warteten sie auf die Ankunft der beiden Stars.

    ***

    „Warum kommen einem Minuten immer wie Stunden vor, wenn man auf etwas wartet?“ Toni stöhnte und richtete sich etwas auf. Die lasche Haltung, Kopf über die Lehne gelegt und weit im Stuhl runtergerutscht, war anscheinend doch nicht so bequem, wie er 20 Minuten vorher noch gedacht hatte.
    „Keine Ahnung.“ und unwillige „Mh“ waren als Antwort auf seine Frage zu vernehmen.
    Alle Anwesenden waren in dem unmöglichen Zustand, vor Spannung kaum klar denken zu können und so warteten sie schon seit einer halben Stunde auf die Rückkehr der beiden Frauen, die auf so seltsame Art und Weise verschwunden waren.
    „Vielleicht solltet ihr euch irgendwie ablenken!“ schlug Tea vor. Die alte Dame war die einzige, der die Warterei nichts auszumachen schien. Sie tippte weiter auf ihre Tastatur ein und warf einen kurzen Blick in die Runde, um nach der Reaktion auf ihren Vorschlag zu sehen.
    „Ablenken schon, aber wie?“ fragte Brody deprimiert. „Mir fällt überhaupt nichts Gescheites ein.“
    Da sprang Mary auf. „Ich weiß was, ich weiß was!!!“
    Erwartungsvoll richteten sich ein gutes Dutzend Augenpaare auf die Falkin, die auf der Tischplatte herumhüpfte.
    „Entspannungsübung!“ meinte Mary nur und fing sofort an Turnübungen zu machen. „Man winde das rechte Bein um das Genick...“ fing sie an die Übung, wie aus einem Lehrbuch, zu zitieren. „...und halte es mit der linken Hand fest!“ Sie führte das Gesagte gleichzeitig durch und erklärte weiter „Dann nehme man die rechte Hand und...“ Unter weiteren Erklärungen und den sehr, sehr mißtrauischen Blicken der Autoren machte sie mit ihrem Körper immer gleichzeitig die Bewegung, welche sie nannte.
    Bis sie nur noch aussah wie ein Federknäuel. Nur ihre linke Kralle ragte noch daraus hervor.
    „Und das soll entspannend wirken?“ Brody hatte die Arme auf dem Tisch verschränkt und den Kopf darauf abgelegt, um so mit Mary auf einer Höhe zu sein.
    „UND WIE!“ kam prompt eine gedämpfte Stimme aus dem Knäuel. „Probier’s doch am besten selbst!“
    „Äh...“ Brody wollte gerade mit einer Erklärung über unnatürliche Körperhaltungen anfangen, als ein helles Licht ihn ablenkte.
    Da stand plötzlich M wieder im Raum. Den Arm von einem verwirrt blickenden JR Bourne umfassend.
    „Was??? Wo???“ der Schauspieler sah sich um, bis er DeLuise erkannte „Peter?????“ quietschte er entsetzt.
    Der Regisseur sah in etwa genauso verwirrt drein, obwohl er ja früher oder später mit dem auftauchen zumindest der Keas hätte rechnen müssen. Dann fing er sich schnell wieder. „Hallo JR, schön dich wiederzusehen.“ und schüttelte dem immer noch fassungslos dreinblickenden Mann die Hand.
    „Chris Bourne!!!“ Einen Freudenschrei später schwang sich die Wandermaus Indiana-Jonesartig über Brodys Hemdsärmel und seine Weste vom Tisch auf Ms Schulter und von dort sprang sie einfach auf Bournes Arm. „Juchuu...Chris Bourne...Martouf...endlich seh ich sie mal leibhaftig...“ Dabei machte ihr Grinsen die ganze Zeit über dem fröhlichsten Honigkuchenpferd Konkurrenz.
    „Wo, wo???“ kam es nun auch aus dem Federknäuel auf dem Tisch. „Ich will ihn auch sehen. Aua...Hilfe...Entknotet mich mal bitte jemand...“ Mary hüpfte hilflos auf ihrer linken Kralle über den Tisch und konnte sich nicht aus ihrer angeblich so entspannenden Haltung befreien. Ihre Federn hatten sich ineinander und der rechten Kralle verhakt.
    Keeline eilte ihrer Freundin zu Hilfe, während sich Salandra und Bran, dem es sichtbar besser zu gehen schien, bei der ganzen Scharade, die da vorgeführt wurde, vor lachen ausschütteten. Auch M konnte ein Kichern nicht zurückhalten, während sie erst einen Blick auf die überschwengliche Maus warf und dann das lustige Knäuel auf dem Tisch anblickte und weiter zu dem immer ungläubiger werdenden Gesichtsausdruck des Schauspielers sah, den sie gerade in den Raum befördert hatte.
    Dieser schien das ganze nicht so gut zu verkraften. „Herumturnende Mäuse? Sprechende Vögel? Ich glaube ich muß mich erst mal setzen.“ Und mit einem Plumps landete er genau auf Tonis Schoß, der den Stuhl hinter ihm belagerte.

    ***

    „Hier trinken sie, dann geht’s ihnen gleich besser.“ Brody hielt Bourne, der inzwischen auf die Couch verfrachtet worden war, einen Flachmann hin, den er in seinem Schreibtisch aufbewahrt hatte.
    Der Schauspieler lehnte dankend ab und wandte sich dann DeLuise zu, der ihm die ganze Situation erklärt hatte. „Schon klar, daß das alles ein wenig verwirrend ist, Chris. Aber die Truppe ist – abgesehen von ein paar seeeehr großen Ungewöhnlichkeiten – wirklich in Ordnung. Außerdem sind sie mindestens genauso verrückt wie wir, was bedeutet, daß sie problemlos mit unserer Crew auskommen. Du gewöhnst dich bestimmt schnell daran...“
    Ungläubig blickte JR in das Gesicht des Regisseurs. „Aha, ich werde mich schnell daran gewöhnen??? Bist du da sicher?“
    „Na klar, wir kennen sie ja auch erst seit letztem Donnerstag, also heute mit heute eingerechnet sind das 6 Tage und wir haben keine Probleme mehr damit, daß die Tiere sprechen können und alle etwas verquer sind.“ lautete die Antwort.
    Immer noch ungläubig nickte der Schauspieler und wandte sich dann dem neuesten Geschehnis zu:
    Urplötzlich und ohne Vorwarnung tauchte die Wächterin im Raum auf. Neben ihr ein sehr strubbeliger, braunhaariger Mann, der ungläubig in die Runde sah und nach Luft japste. „Das war also ernst gemeint mit der Teleportation? Ich glaub’s nicht...ich glaub’s nicht!!!“ Er sah sich weiter um und entdeckte die Personen auf dem Sofa. „JR, DeLuise??? Was??? Wie?? Ich meine...“ Er holte tief Luft und versuchte sich zu beruhigen. „...Kann mir mal jemand erklären, was hier los ist?“
    „Hi Peter, wir sollen wieder in der Serie mitspielen...“ war Bournes lakonische Antwort.
    „Serie??? Welche...äh?“ die plötzliche Verfrachtung in das Autorenstübchen der Studios schien die geistigen Vorgänge des Neuankömmlings etwas zu behindern, so daß er immer noch nicht ganz realisiert hatte, wo er war.
    „Na Stargate. Mr. Wingfield. Sie sollen wieder bei Stargate mitspielen.“ klärte DeLuise den Mann da auf. Der Regisseur stand auf und stellte sich neben den Schauspieler, um ihm die Vorgänge einigermaßen verständlich zu machen, wobei jedoch die in Verzückung verfallene, um ihn herumhüpfende Amazone nicht gerade hilfreich war. „Peter Wingfield, Peter Wingfield...“ rief sie bei jedem Hüpfer und strahlte übers ganze Gesicht.
    Währendessen nahm die Keas Eve zur Seite. „Sag mal, warum hast du denn so lange gebraucht? Ich hab mir schon Sorgen gemacht...“
    „Naja...ich mußte den Mann doch erst mal aus dem Bett schmeißen. In den Breiten, in denen er sich aufhielt war gerade kurz vor 6.“ antwortete die Schicksalswächterin.
    „Ach, und du hast ihm wohl auch beim Anziehen geholfen? Oder ist es die neue Mode Hemden verkehrt herum zu tragen?“ M grinste breit, während die Wächterin doch tatsächlich ein wenig rot zu werden schien.
    Da fiel auch Salandra auf, daß ihr Star nicht gerade als Ausgehfein bezeichnet werden konnte. „Eve, wie konntest du nur. Mr. Wingfield, wollen sie sich gleich umziehen, oder erst was Frühstücken? Wir hätten noch ein paar Schokoriegel...“ Bei dieser Frage strahlte sie ihn freudig an.
    „Ich glaube erst zieh ich das Hemd richtig herum und dann ein Schokoriegel. Hat auch noch jemand Kaffee? Oder vielleicht doch einen Schnaps?“
    Hilfreich wurde ihm von Brody der Flachmann hingehalten und nach einem kurzen Schluck machte sich der Schauspieler daran sich ansehnlich herzurichten.
    Der Einzige, der dies mit ein wenig Mißbilligung beobachtete war der Wolf und er murmelte leise etwas, das wie ein „der Mann sieht doch zurecht gemacht überhaupt nicht besser aus...“ klang, doch zu seinem Glück überhörten die anderen Anwesenden und vor allem eine gewisse Amazone dies.

    ***



    So, das war das bisher im alten Forum gepostete... :)
    Ich hoffe ihr kennt euch überhaupt noch damit aus. :)

    Ciao M



    Re: UC (Under Construction)

    M - 03.02.2005, 19:44


    So, und damit sich das Ganze auch lohnt, gibt's hier gleich noch ein neues Stück, aber wie ich schon häufiger erwähnt habe, wir müssen wieder schreiben, kann also ein paar Tage mit dem nächsten Teil gehen. :)

    ***

    Beide Schauspieler waren inzwischen vollständig darüber aufgeklärt, warum sie so plötzlich entführt worden waren. „Wir sollen also wieder in der Serie mitspielen und jetzt die entsprechenden Verträge unterschreiben?“ faßte Wingfield das ganze zusammen.
    „Aber wir haben doch andere Verpflichtungen. Aus diesen Verträgen können wir doch nicht einfach raus, nur weil sie wollen, daß wir wieder in der Serie mitmachen???“ Bourne versuchte sich logisch aus der Sache herauszuargumentieren.
    Da erklang ein fünffaches „EVE, wolltest du nicht am Schicksalsrad drehen?“ der weiblichen Freunde.
    „Jaja...“ die Wächterin schielte auf ihre Zehenspitzen. „Ich kam halt noch nicht dazu...“
    Die Amazone stemmte die Hände in die Hüfte und tippte mit dem rechten Fuß auf den Fußboden.
    „Ja, ich geh ja schon.“ beeilte sich Eve auf diese Geste zu erwidern und löste sich zum zweiten Mal an diesem Tag vor den Augen der Anwesenden in Luft auf.
    Kurz darauf kam sie schwer atmend wieder. „Ach...das ist immer so anstrengend. Aber ich habe alles Nötige gedreht.“ verkündete sie grinsend.
    Im gleich Moment sahen die beiden Schauspieler auf. „Peter, wo sind denn die Verträge, die wir unterschreiben sollen?“
    DeLuise blickte die Männer verwundert an. „Die haben aber schnell ihre Meinung geändert.“ Dann schüttelte er den Kopf, um wieder klar denken zu können. „Wir bräuchten einen der Executive Producer. Wenn einer von ihnen ihr ok gibt, geht das ganze am schnellsten über die Bühne.“ gab er überraschend schnell sein Einverständnis die beiden wieder unter Vertrag zu nehmen.
    Keeline stupste Eve an und flüsterte leise „Hast du etwa auch an seinem Rädchen gedreht?“
    Statt einer Antwort bekam sie allerdings nur ein verschwörerisches Grinsen.
    „Unsere Eve denkt eben an alles...“ zwinkerte M den beiden zu, welche die Frage und die Reaktion darauf mitbekommen hatte.
    Da wurden sie durch Verias Einwurf abgelenkt. „Und wo finden wir nun einen der Executive Producer???“
    „Also Brad Wright ist der Einzige, der momentan auf dem Studiogelände ist. Er ist einer der drei obersten Chefs der Serie.“ erklärte der Regisseur. „Den müßten wir holen.“
    „Ich mach das.“ verkündete Mary, die inzwischen wieder vollständig entwirrt war und flatterte zur Tür. „Bran, komm mit...“ befahl sie dem Wolf noch, bevor sie sich auf die Türklinke setzte, die sofort abwärts ging.
    „Warum ich???“ fragte Bran unwillig und kam unter dem Tisch hervor, unter dem er immer noch lag.
    „Weil keiner so überzeugend sein kann wie du!“ lautete die ehrliche Antwort.
    Der Wolf murrte, während die anderen anfingen zu kichern.
    „Tja, mitgegangen mitgefangen. Jetzt geh schon...“ scheuchte die Amazone ihn.
    So schlich Bran zur Tür, die Mary schon geöffnet hatte.
    Da fiel dem Berater der Serie noch etwas ein. „Halt, ihr erkennt Brad doch gar nicht.“
    „Mittelgroß, braune Haare, nicht unbedingt fett, aber auch nicht gerade schlank...“ zählte Mary da auf.
    „Oh, ja...stimmt genau...“ verblüfft über die genaue Beschreibung stand DeLuise der Mund offen. Dann verzog er das Gesicht. „Ihr kennt euch viel zu gut aus bei uns...“
    „Tja, Fans recherchieren eben gut...“ die Falkin zwinkerte noch mal, bevor sie durch die halboffene Tür verschwand. Der Wolf sah noch einmal zwischen der Amazone und Wingfield hin und her und man sah ihm an, daß er die beiden gar nicht gerne verließ, nachdem sie den Schauspieler so anhimmelnd ansah, doch dann raffte er sich auf und folgte Mary.
    „Ok, geben wir ihnen mal das Rückkehrskript.“ Sala klatschte in die Hände und rieb sie geschäftig aneinander. „Könnt ihr ein Zweitexemplar ausdrucken, oder sollen sie es gemeinsam lesen?“
    Damian zeigte auf einen großen Apparat, der an der Wand stand. „Damit ginge es vielleicht leichter...und schneller, als mit ausdrucken.“
    Keeline grinste. „Kopieren tu ich! In Ausführtätigkeiten war ich schon immer gut...“
    So wurden alle mit den notwendigen Materialien versorgt, damit sie bei der Ankunft des Producers genügend informiert waren, um gleich mit den Verträgen anzufangen.

    ***


    Na, leb ich noch? *in die Runde schielt*

    Ciao M



    Re: UC (Under Construction)

    Anonymous - 27.08.2005, 20:37


    *rofl* *lach* Sehr interessant... :lol:

    Gruss Eve



    Re: UC (Under Construction)

    M - 23.03.2007, 21:13

    es geht weiter... und wird fertig.. *G*
    Also, nachdem das jetzt schon so lange brach lag, hatte ich den guten Vorsatz, daß das eine der Storys wird, die dieses Jahr fertig werden sollten. *sg* Und siehe da: Wir haben's endlich geschafft! Keeline und ich haben uns auf ein Ende geeinigt und das sogar zu Papier ...ähm... Tastatur gebracht und hier könnt ihr nun endlich das Ende unserer :wink: Vancouver-Reise lesen ;-)

    Viel Spaß damit!


    ***

    Einige Zeit später, die beiden Schauspieler lasen eifrig in ihren Skriptversionen, während die restlichen Anwesenden sie gespannt auf ein Urteil wartend beobachteten, klopfte es laut, vernehmlich und vor allem dringlich klingend.
    DeLuise ging zur Tür, um aufzumachen und gleich darauf einen braunhaarigen Mann mit den Armen aufzufangen, der ihm regelrecht ‚entgegenfiel’. „Peter?“ kam es erleichtert und gleich darauf hastig: „Mach schnell die Tür zu, er ist hinter mir her...“
    Der Regisseur blickte verwirrt auf den Producer. „Hinter dir her? Wer?“
    „Na dieser verrückte Wolf, den ihr beim Dreh involviert hattet..“
    Das Fantrüppchen fing leise an zu kichern, der Rest blickte verwirrt auf den sich hinter DeLuise versteckenden Brad Wright.
    „Meinen sie Bran, Chef? Der ist doch ganz lieb und nett... und heute auch etwas indisponiert.“ ergänzte er nach einer zögerlichen Pause.
    „NEETT???“ kreischte Wright entsetzt. „DAS VIEH HAT MICH FAST ANGEFALLEN!“
    „Ach Quatsch.“ kam Mary da hereingeflattert.
    „Genau.“ meinte auch Bran, der gerade ebenfalls ‚hereingetänzelt’ kam. „Ich habe ihn nur in meiner bekannt liebenswürdigen Art und Weise hier her gebeten.“ Dabei klang er so was von überhaupt und vollkommen unschuldig, daß man mit Bestimmtheit das Gegenteil annehmen mußte.
    Wright sah mißtrauisch dem Wolf nach, der zielstrebig an ihm vorbeistolzierte und sich vehement zwischen die flirtende Amazone und ihren Schwarm Peter Wingfield auf die Couch quetschte.
    Evala, Keeline, Mary und M sahen ihm grinsend hinterher und warfen sich nur wissende Blicke zu. Dann schlug die Keas ihre Hände zusammen, genauso, wie Salandra bei der Übergabe des Skripts an die Schauspieler, und verlangte, daß endlich Nägel mit Köpfen gemacht wurden. „Na, wie ist’s nun mit den Verträgen?“ Dabei lächelte sie so lieblich, daß der Producer gleich noch mal einen Schritt zurück, hinter DeLuise sprang, um ihn weiterhin als Schutzschild zu verwenden.
    „Äh, weeeelche Verträäääge?“ fragte Wright vorsichtig hinter dem Regisseur hervor. Er hatte immer noch nicht den Durchblick, was hier eigentlich los war.
    „Unsere...“ kam es kollektiv von der Couch, die mit den vier auf ihr sitzenden Personen – na ja, drei Personen und ein Wolf – irgendwie etwas überfüllt aussah.
    „Wingfield, Bourne???“ Der Serienproducer sah aus, als ob er gleich vor staunen umkippen würde. „Was machen SIIIEEE denn hier?“
    „Mr. Wingfield, bitte!“ beantragte der Hebron-Darsteller.
    „…und Mr. Bourne.” ergänzte Chris.
    „oder Peter...“
    „...und JR.“ meinten sie dann noch und grinsten fröhlich zu Brad.
    „Äh...“ Wrights Hirn schien immer noch etwas überfordert zu sein, so vergaß er seine eigene Frage und nickte nur als Zustimmung. „Aber natürlich meine Herren...“ Dann sah er sich etwas hilflos mit offen stehendem Mund um.
    „Sie sind hier, weil sie demnächst ihre Rollen in der Serie wieder aufnehmen werden.“ erbarmte sich DeLuise schließlich doch, begann damit dem verwirrten Mann die Zusammenhänge zu erklären.
    Ein riesiges Fragezeichen blinkte über Wrights Kopf und spiegelte seinen fragenden Gesichtsausdruck wieder. Er bemerkte es, genauso, wie die anderen, die erst ungläubig und dann kichernd darauf starrten.
    Keeline gab M schnell einen Stoß, woraufhin diese meinte: „’tschuldigung, aber ich konnte nicht wiederstehen.“ Sie grinste schief und streckte sich, um das Neonetwas, das immer noch über dem Kopf des Producers schwebte mit dem Finger anzustupsen. Das Fragezeichen platzte daraufhin wie eine Seifenblase.
    Die Moirin bedachte ihre Freundin mit einem strengen Blick und rollte dann die Augen, als sie sah, wie die Keas ganz unschuldig pfeifend zur Decke sah.
    Nun brach erst recht alles in Lachen aus, außer Wright, der versucht hatte sich wieder durch die Tür zu verdünnisieren.
    „HALTET IHN AUF!!!“ rief die Wächterin, die es bemerkt hatte und sofort stürzten sich die Wandermaus und Mary auf den flüchtenden Mann, hielten ihn damit lange genug auf, daß Bran sich - ein wenig knurrend – direkt vor ihn und damit vor die geschlossene Tür setzten konnte.
    Wright sah entsetzt auf den Wolf, dann zu den anderen Anwesenden, die ihn alle angrinsten und stöhnte leise. „Ich bin in einem Irrenhaus gelandet, lauter Verrückte.“
    „Ja, danke, das wissen wir schon, daß wir verrückt sind. Aber setzen sie sich doch erst mal.“ Die Keas tätschelte den Mann an der Schulter und führte ihn mit DeLuise zusammen zu einem Stuhl, den Brody sofort hilfsbereit frei machte. Auch seinen Flachmann hatte er schnell bei der Hand und flöste dem verzweifelten Mann etwas der darin befindlichen Nervennahrung ein.
    Wright ließ alles über sich ergehen, bis sein Hals durch den Alkohol gereizt wurde und er husten mußte. Dies brachte ihn zur Besinnung – mehr oder weniger – und er fragte schon energischer, als Minuten zuvor: „Gut, und was soll diese Veranstaltung nun bedeuten? Ich bitte um eine Erklärung!!!“

    ***

    Die Erklärung folgte sofort. Auch die geänderte Serienbibel wurde ihm reingedrückt – im bildlichen Sinne natürlich nur – und außerdem wurde er mit einigen der übriggebliebenen Süßigkeiten gefüttert, so daß seine Nerven komplett beruhigt waren.
    Irgendwann saß er dann nur noch sinnierend auf seinem Stuhl und meinte plötzlich und für alle etwas unterwartet: „Das ist so was von verrückt... richtiggehend ‚durchgeknallt’ diese Idee.. daß sie tatsächlich funktionieren könnte.“
    Die sieben Freunde hatten sich zu Beginn seiner Worte schon Sorgen gemacht, aber am Ende klatschten sie sich jubelnd ab. Doch vor allem die Aussage, die danach folgte, ließ ihre Gesichter vor Freude strahlen.
    „Ich muß sagen... ihr habt wirklich Talent.“
    Mary, Bran, Keeline und Veria grinsten nur blöde ob dieses Komplimentes, während Eve nur die Schultern zuckte und einen ihrer herrlich spröd-zynischen Kommentare von sich gab. „Ich glaube, in unserem Alter sollten wir das auch haben... Sonst hätten wir ziemlich viel Zeit verschwendet.“
    Wright sah die Schicksalswächterin nur perplex an, während die restlichen Studioangestellten anfingen zu kichern – sie hatten inzwischen ja so eine vage Vorstellung was das für eine Truppe war – und Sala sogar vor lachen fast vom Stuhl rutschte, vor allem, als M schmunzelnd ihren Arm um Evalas Schultern legte und zustimmend nickte. „Eve, das war Klasse... könnte glatt von mir sein.“
    Dann grinsten die beiden sich an und Wright sah fragend zu seinem Regisseur.
    DeLuise blickte zurück, überlegte kurz und meinte dann schief grinsend: „Glaub mir, du ‚willst’ es gar nicht wissen.“
    Daraufhin schüttelte der ‚arme’, gestreßte Mann nur aufgebend den Kopf. Er seufzte noch mal, stand dann auf. „Dann geh ich mal die Verträge holen.“ Vor der Tür mußte er jedoch stoppen. Denn da... lag ja noch ein großer zottiger Wolf, der scheinbar nicht ohne Aufforderung Platz machen würde.
    „Dürfte ich.. vielleicht?“ fragte der Producer der SG-1 Serie vorsichtig – dieses Tier, oder auch nicht-Tier, war ihm immer noch nicht ganz geheuer.
    Bran legte als einzige Reaktion seinen Kopf auf die Vorderpfoten und drehte die Augen, so daß er zu dem Mann, der da vor ihm stand, aufsehen konnte.
    „Äh?“ Mit fragendem Blick drehte Wright sich wieder zum Raum hin um, wo ihn schon eine grinsende Amazonenprinzessin – Salandra hatte ihr Plätzchen neben dem früheren Methos-Darsteller gerade seufzend aufgegeben – erwartete.
    „Mg mg.“ machte sie, schüttelte dabei den Kopf und ihren rechten erhobenen Zeigefinger und ergänzte dann in Befehlsgewohntem Tonfall: „Bringen lassen!“
    Wright schnappte einen Moment nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen. Dann lächelte er ein wenig. „Kann es sein, daß ihr mir nicht traut?“ fragte er mit süffisantem Grinsen.
    „Aber sie wissen doch...“ fing die Keas in ihrem einschmeichelndsten Tonfall an – ihre Stimme hörte sich etwas tiefer und weicher an bei ihren Worten. „Vertrauen ist gut...“
    „...aber Kontrolle ist besser.“ beendete die Maus piepsend.
    Wright sah seufzend zur Decke, hatte die Arme dabei ein wenig ausgebreitet.
    „Er fragt sich jetzt bestimmt, womit er ‚uns’ verdient hat.“ wisperte die Schicksalswächterin der neben ihr stehenden Keeline zu, was dieser ein Grinsen entlockte.
    „Da haben sie ‚völlig recht’!“ meinte der schmunzelnde Producer, der die Worte gehört hatte, inbrünstig.
    Die Truppe lächelte ihn geschlossen an, was ihn ein weiteres Mal seufzen ließ und er kapitulierte. „Ok, ok, ich ruf an und laß die Verträge vorbereiten und herbringen.“

    ***

    „Damit hätten wir unsere Mission erfüllt, oder?“ Bran streckte gähnend seine Vorderpfoten und sah wartend in die Runde.
    Inzwischen waren Verträge geschrieben und unterschrieben und es war offiziell, daß Tanith und Martouf wieder in der Serie dabei waren.
    Salandra hing noch ein wenig an Peter Wingfields Arm, der so langsam doch begann sich etwas unwohl zu fühlen, unter der erhöhten Aufmerksamkeit der Amazone. „Könnte mich dann bitte jemand zurück bringen?“, fragte er zaghaft. „Ich hätte da doch noch ein paar Dinge zu regeln, bevor ich nächste Woche wieder nach Vancouver ziehen werde.
    Bourne sprang auf den gleichen Zug mit auf. „Oh ja, mir geht’s genauso. Wer bringt mich nach Hause?“
    Sowohl Salandra, als auch Veria waren äußerst enttäuscht. „Ooooch... ihr wollt schon weg?“, fragten sie synchron.
    „Könnten wir nicht auch gleich vereinbaren, daß Tanith mit nach Atlantis geht?“, fiel Salandra da noch ein. „So einen privaten Tok’ra könnten die dort sicher auch brauchen...“
    Bran verbarg jaulend seine Schnauze unter seinen Pfoten, während die Wandermaus nur leise vor sich hin kicherte. Beide wußten sehr wohl, wovon die Unsterbliche sprach.
    Die gesamte anwesende Autorenschaft, sowie der Producer und der Regisseur blickten mit ziemlich schiefen Blicken zu der Blondine. Letzterer schnappte sich als erstes seinen Mut, um zu fragen, wovon hier nun schon wieder die Rede war: „Atlantis?“ Seine Stimme klang ein wenig quietschig, da er nicht sicher war, ob dieser Einwurf nun etwas gutes, oder etwas schlechtes brachte. M tätschtelte dem ‚armen, geplagten’ Mann stärkend die Schulter.
    „Oh ja, ihr werdet eine wunderbare Ablegerserie machen, namens ‚Stargate Atlantis’!“, erklärte unterdessen die Moirin grinsend. Eve nickte enthusiastisch. Die Schicksalswächterin, die Keas und die Schatten kannten alle drei die Serie und waren so begeistert gewesen, daß sie für ihre anderen Freunde mal ein paar Folgen organisiert hatten. Daher wußte die gesamte Truppe über die noch nicht vorhandenen Pläne des Studios bescheid.
    DeLuise reagierte vollkommen unerwartet, nachdem er sie einen Moment ungläubig angestarrt hatte: Er zückte einen Notizblock sowie einen Bleistift und fragte mit breitestem Grinsen – das dem Keelines und Eves durchaus Konkurrenz machen konnte: „Könnt ihr mir mehr davon erzählen?“ Er schien entschieden zu haben, daß es durchaus gut sein konnte auf die Hirngespinste dieser Leutchen, die da vor ein paar Tagen in seine Studios eingefallen waren, zu hören und nun lechzte er regelrecht nach mehr.
    Brody erhob jedoch Einwände. „Nene, nich hier...“
    Tea stimmte ihm ebenfalls zu. „So gerne ich auch wissen würde, was ihr über eine neue Serie erzählen könnt – wir müssen jetzt erst mal arbeiten!“
    „Genau“, meinte auch Joseph. „Wir müssen jetzt alle Folgen auf die neue Serienbibel anpassen. Dafür können wir euch nicht brauchen.“ Er machte eine lachse Handbewegung in Richtung Tür.
    „Und wolltet ihr nicht sowieso noch an den Strand?“, erinnerte sich Brody an einen Hinweis, den ihm Mary gegeben hatte.
    „Stimmt!“, bestätigte Bran und schnappte mit seinen Zähnen nach dem Hosenbein der Amazone, um sie mitzuziehen. Diese gab sichtlich nur ungern die Position neben Wingfield auf und folgte nur langsam der nun von hinten stupsenden Schnauze ihres vierbeinigen Gefährten. „Außerdem sind die hier alle schon groß und können den Rest sicher auch selbst übernehmen.“ Der Wolf konnte sehr energisch sein und zu seinem Glück stimmten die anderen ihm zu. Es war inzwischen nämlich ziemlich spät geworden und langsam aber sicher waren alle müde– sie waren im Gegensatz zu den Serienmachern auch noch immer etwas mehr an den europäischen Uhrzeiten orientiert und konnten die Sehnsucht nach ihren weichen Betten nicht ganz verbergen.

    ***

    Am darauffolgenden Tag schafften es die sieben Freunde doch tatsächlich auch an den Sandstrand bei Vancouver und genossen die Sonne und das Meer.
    Wingfield und Bourne hatten Evala und M am Abend vorher noch schnell nach Hause gebracht und vor ihrem Abschied DeLuise Bescheid gegeben, in welchem Hotel sie wohnten. Dieser hatte sie am Morgen auch gleich neugierig angerufen und sich in seiner Mittagspause mit ihnen am Strand verabredet.
    Dort saßen alle zusammen und vor allem Evala, Keeline und M erzählten begeistert von der Atlantis-Idee.
    „Die Stadt muß sich aus dem Wasser erheben!“
    „Die Feinde schaffen sie sich wie bei SG1 in der ersten Folge, weil sie die Wächter-Wraith töten.“
    „Ihr müßt unbedingt Rodney – also David Hewlett wieder in seiner Rolle reinbringen.“
    „Genau, er ist der absolute Obergeek.“
    Solche Sätze und Ähnliches konnte man da über den Strand schallen hören. DeLuise war begeistert, was ihm da erzählt wurde und stellte – einerseits zu seinem Bedauern, andererseits zu seiner Freude – fest, daß eine einzige Mittagspause lange nicht genügte, um sich alles zu notieren, was er da Interessantes erfuhr.
    „Ich werd’ morgen wiederkommen – und übermorgen – und überübermorgen – und überhaupt, die ganze Woche... und wie lange seid ihr noch mal hier?“, fragte er hastig, als er dabei war seine Sachen zusammen zu packen.
    „Noch 5 Tage!“, erscholl es im Chor – die Freunde hatten es ihm schon dreimal gesagt.
    „Gut!“, meinte Peter – sie hatten sich schon längst auf Vornamen geeinigt. „Sehr gut!“, wiederholte er noch mal. „Dann könnt ihr Baden und Mittags komm’ ich vorbei und bringe vielleicht noch Joseph mit und Brody und – am besten abwechselnd alle mal und vielleicht könnten wir ja alle zusammen mal einen Abend essen gehen und das ist alles einfach nur großartig“, haspelte er in überschwenglich guter Laune hervor.
    Die Frauen der Truppe grinsten nur breit, als sie ihn so begeistert sahen und sogar der Wolf ließ sich zu einem grinsähnlichen Zähnefletschen herab.
    „Gerne“, nahm die Truppe die Einladung an und schon verabschiedete sich Peter von ihnen.
    „Gut... dann... bis demnächst... wir sehn uns... bis bald!“ Und schon eilte er davon, um seinen Regiepflichten wieder nachzukommen.

    ***

    Genau wie abgemacht, erzählten die Sieben den Autoren und DeLuise – und bei dem anberaumten Essen sogar den Producern von SG-1, soviel sie nur über Atlantis wußten.
    Auch beim Nachdreh von Bran und Mary – zwei Szenen waren beim Schneiden für nicht gut genug befunden worden und sie waren noch mal ins Studio gebeten worden – hatten sie fleißig mit den Verantwortlichen diskutiert.
    So hatte das Studio bei ihrer Abreise nicht nur einen Gutteil der Ideen für die Anfangsstaffeln der Serie, sondern auch noch die halbe Besetzungsliste. Die Namen eben, an die sich die fleißigen SG und SG-A Seherinnen und der eine Seher, hatten erinnern können.
    Damit wußten sie genug, um das ganze alleine managen zu können und die Truppe konnte sich beruhigt auf den Heimweg machen.
    Aus Dank für die große Hilfe hatte Peter DeLuise dafür gesorgt, daß sie bei der Ausreise nicht so große Probleme wegen Bran, Mary und Veria hatten, wie bei der Einreise. Er hatte als langjähriger Mitarbeiter von Film und Fernsehen so seine Erfahrungen gemacht und wußte, welche Kontakte man ziehen mußte, um sogar für die Tiere genug Platz in den Passagierbereichen des Flugzeuges zu besorgen.
    Er begleitete die Freunde sogar noch persönlich zum Flughafen, damit nichts mehr schiefgehen konnte – und insgeheim auch, damit er wirklich noch das letzte Detail aus ihnen herausholen konnte.
    „Und ihr seid sicher, daß das ein Erfolg wird?“, fragte er am Eincheckterminal noch mal nach.
    „Ja, sind wir“, meinte Bran, dem das ganze so langsam aber sicher doch begann auf die Nerven zu gehen. Fliegen war schon anstrengend genug. Da auch noch auf einen durchgeknallten Regisseur aufpassen zu müssen, war ihm nicht ganz so recht.
    „Peter, es wird bestimmt ein Erfolg“, erklärte die Moirin ihm mit eindringlicher Stimme, in der Hoffnung, ihn damit zu beruhigen und ihn davon abzuhalten glatt noch mit ihnen ins Flugzeug zu steigen.
    „Sorgt einfach dafür, daß Joe Flanigan die Rolle von John Sheppard bekommt, dann seid ihr nicht mehr aufzuhalten!“, schärfte die Keas ihm erneut ein.
    „Ist er denn wirklich so gut?“, fragte Peter – immer noch leicht mißtrauisch, da er von diesem Mann noch nicht so viel gehört hatte, nach.
    „Und wie - gut“, meinte M mit einem Grinsen, das nur noch als dämlich bezeichnet werden konnte.
    „Und wie – heiß!“, ergänzte Eve mit dem gleichen dämlichen Gesichtsausdruck, was DeLuise dann doch zum lachen brachte.
    „Ok, ich verstehe...“, meinte er und begann ebenfalls zu grinsen. „Ich werde sehen, was sich machen läßt.“
    „Wehe, wenn er die Rolle nicht übernimmt!“, drohte ihm M mit erhobenem Zeigefinger.
    „Dann kommen wir wieder“, piepste die Wandermaus drohend, die ebenfalls den gutaussehenden Schauspieler als Major und später als Colonel in der Serie sehen wollte.
    „Wenn er die Rolle nicht will, rufe ich euch am besten gleich an. Ihr regelt das dann bestimmt!“, meinte DeLuise zwinkernd.
    Keeline, Evala, M und Salandra sahen sich grinsend an und nickten. Veria und Mary kicherten leise über die Tatsache, daß der Regisseur so von ihrem Durchsetzungsvermögen überzeugt war, während Bran nur seufzte.
    „Wenn das geklärt wäre, können wir ja endlich, oder?“, drängelte der Wolf etwas. „Tschüß“, meinte er kurz und knapp an DeLuise gewandt und zog die Amazonenprinzessin einfach hinter sich her, so daß sie nur noch winken konnte.
    Auch die anderen verabschiedeten sich jetzt und eilten den beiden hinterher, damit sie noch rechtzeitig durchs Terminal kamen.
    Sie hatten wirklich keinerlei Probleme durch die Ticket- und die Paßkontrolle zu kommen und auch das Flugpersonal war – nach einem kleinen Schreckmoment beim Anblick der sprechenden Tiere – sehr freundlich zu ihnen. So kamen die Freunde nach einigen Stunden Flug wohlbehalten wieder in ihrer Heimat an. Schon am Flughafen mußten sich einige voneinander verabschieden, während andere noch ein Stück gemeinsamen Weges hatten.
    Sie waren alle etwas traurig über die Trennung, aber die Freude über den tollen Urlaub und die Überzeugung der Serienmacher von ihren Ideen und die Erfüllung einiger ihrer Wünsche überwog. So war das Versprechen, welches sie sich gegenseitig schon beim Auschecken machten, schnell gegeben: Wenn sie wieder mal soviel Geld gewinnen würden, würden sie jederzeit wieder nach Kanada fliegen. Bis dahin fiel ihnen bestimmt noch etwas ein, was unbedingt geregelt werden mußte. Und wenn es nicht zu Stargate war – vielleicht fanden sie ja eine andere Serie, bei der es unbedingt notwendig war, den Autoren mal etwas auf die Pelle zu rücken.
    Doch bis dahin war ihr kleines Abenteuer, welches an einem so harmlosen Stargate-Wiederholungsabend begonnen hatte, abgeschlossen.

    Ende




    Sodala, das war's nun damit. Ich hoffe ihr hattet noch ein wenig Spaß dabei...

    Ciao M *die vorsichtshalber ihre Armee mal wieder auf Trab bringt*



    Re: UC (Under Construction)

    Veria - 24.03.2007, 13:58


    Spass? Aber sicher. Wir sind also dafür verantwortlich, dass es Stargate Atlantis gibt? Nett ...

    Ahjaaaa: M, du bist grad hier. Schalt doch dein Yahoo mal wieder ein.
    Und das gilt für alle andern genauso, ihr seid ja irre schwer zu erreichen.

    Veria



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Daenys Desktop

    Snapes Geheimnis - gepostet von M am Donnerstag 03.02.2005



    Ähnliche Beiträge wie "UC (Under Construction)"

    under the sea - yuichan (Samstag 25.11.2006)
    Six Feet Under - Anonymous (Dienstag 06.09.2005)
    GZ Under ,-) - Toss (Freitag 21.09.2007)
    six feet under - Stefan (Montag 27.03.2006)
    71:55:8 - under_construction - Admiral_Mynappa (Montag 07.05.2007)
    Down Under - scapegoat666 (Sonntag 08.10.2006)
    Under Attack v Just Like That - drimnagh (Dienstag 12.12.2006)
    22.02. - 27.02. Jacob's Creek Tour Down Under AUS 2.HC - Matze (Samstag 17.02.2007)
    Six Feet Under - Vincent Vega (Freitag 11.03.2005)
    Under and Alone - Christian Slater (Montag 18.04.2005)