The Industrial Muffins - Part II: Querelen

Daenys Desktop
Verfügbare Informationen zu "The Industrial Muffins - Part II: Querelen"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Luthien - Mary Hawk
  • Forum: Daenys Desktop
  • Forenbeschreibung: Ein völlig überfüllter, ungeordneter Schreibtisch. Hier fühlen wir uns wohl! DAS Forum zu http://daeny.da.funpic.de
  • aus dem Unterforum: Harry Potter
  • Antworten: 6
  • Forum gestartet am: Dienstag 11.01.2005
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: The Industrial Muffins - Part II: Querelen
  • Letzte Antwort: vor 18 Jahren, 1 Monat, 16 Tagen, 22 Stunden, 5 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "The Industrial Muffins - Part II: Querelen"

    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Luthien - 13.01.2005, 11:59

    The Industrial Muffins - Part II: Querelen
    Nachdem mich die Arbeit die zweite Hälfte des letzten Jahres derart aufgefressen hatte, ist die Arbeit an diesem Part ziemlich lange liegen geblieben und die Leute scheinen es vergessen zu haben. Na ja, vielleicht wachen sie ja jetzt wieder auf, wo sich alles wieder einigermaßen reguliert *g*

    Und damit präsentiere ich Part II:

    ***************

    The Industrial Muffins - Kapitel 1: Was ist los mit Cho?

    ***************

    by Luthien

    ***************

    "Harry, warte mal!"

    Harry Potter, 16 Jahre alt, Schüler der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei und obendrein seit einigen Monaten Leader einer seit fünf Wochen erfolgreichen Schulband, blieb stehen und drehte sich bei dem Klang seines Namens um. Ein Mädchen mit feuerroten Haaren kam eilig auf ihn zu. Als sie ihn erreicht hatte, atmete sie ein paarmal tief durch und lächelte ihn dann schließlich an. "Ich hab da eine Frage wegen dieser einen Liedstelle. Du weißt schon, die, wo ich mich ständig verspiele. Könnten wir da nicht eventuell was drehen?"

    Harry runzelte konzentriert die Stirn, während er die Keyboarderin seiner Band nachdenklich betrachtete. "Ich weiß nicht", begann er schließlich nach einem Moment des Schweigens. "Da müsste ich mich mit Justin absprechen."

    Justin Finch-Fletchley, 16 Jahre alt und Gitarrist der Schulband "The Industrial Muffins", stellte zusammen mit Harry und Blaise Zabini - seines Zeichens Schlagzeuger der Band - die Liedarrangements zusammen.

    Ginny nickte nur. "Kein Problem. Es wäre nur nett, wenn ihr mal sehen könntet, ob man da was deichseln kann."

    Harry warf ihr ein kurzes Lächeln zu. "Ich frag die Beiden heute Abend."

    Damit setzte sich Harry, auch als Der-Junge-der-lebt oder Gryffindors Goldjunge bekannt, wieder in Bewegung und eilte zu seinem nächsten Unterricht.

    Trotz des Erfolges ihrer Band musste er noch immer wie jeder andere Sterbliche auch den Unterricht besuchen und lernen. Außerdem näherten sie sich langsam den Abschlussprüfungen. Cho Chang, für die Lyrics verantwortlich, würde in diesem Jahr ihren Abschluss auf Hogwarts machen und lernte schon einige Zeit intensiv. Doch auch Ginny musste sich auf die Schule konzentrieren, denn bei ihr standen die O.W.L.s an. Nichtsdestotrotz wurden die Proben nicht vernachlässigt. Auch heute Abend würden sie sich wieder treffen und sehen, was über die Weihnachtsferien hängen geblieben war. Und wenn die reguläre Probe vorbei war, würden Blaise, Justin und Harry noch zusammen sitzen und über neue Songs reden, würden die Ideen, die ihnen so gekommen waren, miteinander teilen und eventuell sogar schon wieder an einem neuen Arrangement feilen.

    Doch im Moment rannte Harry, der schon wieder vollkommen abgelenkt gewesen war, eiligst durch die Gänge zu Verwandlung. Er konnte sich schon das sauertöpfische Gesicht von Professor McGonagall vorstellen. Trotz dass die Idee Dumbledores, eine häuserübergreifende Schulband zu gründen, nicht - wie von ihr voraus gesagt - nach hinten losgegangen war, stand sie der ganzen Sache noch immer sehr kritisch gegenüber und wollte lieber nicht so oft daran erinnert werden, dass zwei ihrer Hausangehörigen freiwillig mit zwei Slytherins musizierten. Und dass einer dieser Slytherin der Todesser-Nachfolger schlechthin war: Draco Malfoy.

    Nein, niemand hatte erwartet, dass ausgerechnet Draco Malfoy in der Schulband singen würde. Und dass er auch noch eine so verdammt gute Stimme besaß. Ja, mit Draco Malfoy hatte die Band einen echten Glücksgriff getan. Er mochte sonst ein unausstehliches Arschloch sein, doch gab man ihm ein Mikrofon in die Hand und ein Liedarrangement, dann verzauberte er einen mit einer engelsgleichen Stimme, die einen den harten Alltag vergessen lassen konnte.

    Entsetzt stellte Harry fest, dass er stehen geblieben war und nun tatsächlich zu spät zu Verwandlung kommen würde. Er stöhnte gequält auf und rannte nun mit doppelter Geschwindigkeit los, während er sich im Stillen fragte, wann genau ihm die Band wichtiger geworden war als jegliche Rachegedanken, die er den gesamten Sommer über gepflegt hatte.

    ~~ooO@Ooo~~

    Harry spürte sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Er hatte kaum den Probenraum betreten, als er erkannte, dass irgend etwas anders war als sonst. Er konnte nur beim besten Willen nicht bestimmen, was es war.

    Er sah sich kurz um und stellte fest, dass schon alle da waren und augenscheinlich nur auf ihren Leader warteten. Als Erstes bemerkte ihn Blaise. Auf seine typische Art und Weise schlug er auch gleich auf sein Crashbecken und kündigte somit Harrys Eintreffen an. Sofort sah der Rest von dem auf, was er gerade tat - in Hannahs und Ginnys Fall das Einstudieren von Noten, in Justins Fall das Zupfen an den Saiten seiner Gitarre und im Falle ihrer drei Sänger simples Herumstehen und Warten. Harry entschuldigte sich kurz für seine Verspätung, die er mit einem aufgezwungenen Gespräch mit McGonagall erklärte, dann ging er zu seiner Gitarre hinüber und setzte sich auf den Schemel, der neben dem Ständer stand, in dem seine Gitarre lehnte.

    "Wie waren eure Ferien?", begann Harry, einfach um ein Gespräch in Gang zu bekommen. Denn ging er nach der Stille aus, die ihn beim Betreten des Raumes begrüßt hatte, dann schienen sich die anderen Mitglieder angeschwiegen zu haben.

    Hannah sah sich kurz um und seufzte dann, ehe sie kurz schilderte, was sie die Weihnachtsferien über so getrieben hatte. Es war nichts Weltbewegendes gewesen, aber wenigstens war es ein Anfang. Als Hannah schließlich endete, begannen auch die Patil-Zwillinge zu erzählen. Sie hatten Verwandte in Indien besucht und dort geruhsame Feiertage verbracht. Da ihre Verwandten kein Weihnachten feierten - sie waren Buddhisten - hatten sie ihre Geschenke erst kurz bevor die Schule wieder anfing, bekommen. Dennoch war ein Besuch bei ihren weit entfernt wohnenden Verwandten immer wieder ein Erlebnis.

    Harry lächelte leicht bei den Ausführungen der Zwillinge, die sich in den Erzählungen verloren, wobei Parvati bedeutend mehr erzählte als Padma.

    Zu jedermanns Überraschung erzählte als nächstes Blaise von seinem Weihnachtsfest. Offenbar war es bei den Zabinis Tradition, sich zu Weihnachten nichts zu schenken, was man nicht selbst hergestellt hatte. Gekauftes wurde als Affront angesehen. Harry fand diese Tradition gar nicht übel, denn ein selbst gemachtes Geschenk vermittelte einem das Gefühl, dass es von Herzen kam. Dass derjenige, der es einem überreichte, einen wirklich liebte.

    Nun taute auch Justin etwas auf, erzählte ein wenig von den Traditionen in der Familie Finch-Fletchley, allesamt Muggel. Offenbar war es eine recht große Familie, die sich pünktlich zum Heiligabend beim ältesten der Geschwister - Justins Mutter - einfand und ausgiebig ein üppiges Festessen genoss, bestehend aus einem großen Braten, gestampften Kartoffeln, verschiedenen Sorten Gemüse, Salat, Maisbrot und Schokoladentorte zum Dessert.

    Mit einem kleinen Lächeln erzählte Justin, dass es ihn eigentlich wunderte, dass die gesamte Familie so schlank war, denn bei jeder Familienfeier - und die gab es über das Jahr verteilt ziemlich oft - wurde so groß und üppig aufgetragen. Justins Mutter hatte fünf Geschwister. Bei jedem von ihnen wurde traditionell ein anderer Feiertag gefeiert. Alle sechs Fletchleys - das war der Mädchenname seiner Mutter - waren ebenfalls verheiratet und hatten mindestens zwei Kinder - die jüngste Schwester hatte sogar fünf eigene, von denen Justin kein einziges sonderlich leiden konnte.

    Justin selbst besaß einen Bruder und eine Schwester, beide jünger als er. Und - zumindest war es bei seinem Bruder inzwischen sicher - ohne magische Veranlagung.

    Ja, wenn sich die gesamte Familie versammelte, dann musste Justin - ausgerechnet der schweigsame, das Rampenlicht verabscheuende Justin - von seiner Schule erzählen, Zaubersprüche erklären und musste seine Verwandten jedes Mal aufs Neue daran erinnern, dass es ihm außerhalb der Schule nicht gestattet war zu zaubern, denn immer wollten sie etwas von seinem Können sehen.

    Justin kreierte bei der Erzählung seiner Weihnachtserlebnisse ein so reales Bild der gesamten Sippe, dass alle Bandmitglieder ihren Spaß hatten und Justin lautstark bemitleideten.

    Nun ja, alle bis auf Draco. Der blonde Slytherin stand nur regungslos an die Wand gelehnt und ließ all die Erzählungen über sich ergehen. Als Hannah ihn impulsiv fragte, wie denn seine Ferien gewesen wären, sagte er nur emotionslos: "Ruhig. Meine Mutter und ich haben den Abend vor dem Kamin verbracht."

    Mit diesen knappen Worten zerstörte er die gelöste Stimmung augenblicklich. Sofort erinnerten sich die Anwesenden, dass Dracos Vater noch immer in Askaban weilte, weil er nachgewiesenermaßen ein Anhänger Voldemorts war.

    Da ebenfalls jeder wusste, dass Harry seine Ferien auf Hogwarts verbracht hatte, fragte ihn ebenfalls niemand nach seinen Ferien. Erneut senkte sich drückende Stille über die Anwesenden, bis Harry schließlich aufstand, mit entschlossenem Blick in die Runde blickte und meinte: "Na schön, dann lasst uns mit der Probe anfangen. Immerhin sind wir dafür hergekommen."

    Die Anwesenden ergriffen die Gelegenheit, das unangenehme Schweigen zu füllen, augenblicklich beim Schopf, nahmen ihre Positionen ein und konzentrierten sich. Harry setzte sich wieder auf seinen Schemel, nahm seine Gitarre auf den Schenkel und stimmte sie kurz. Dann sah er zu Justin und Blaise, die ihn schon erwartungsvoll anblickten. Sie lächelten sich an, nickten kurz in stillem Einverständnis und stimmten dann ihren Leitsong "Spirit Dreams Inside" an.

    Doch sie waren kaum über die ersten Töne hinaus gekommen, als Harry plötzlich seine Hand auf die Saiten legte, seinen Kopf hin und her drehte und dann besorgt fragte: "Sagt mal, hat einer von euch Cho gesehen?"

    ~~ooO@Ooo~~

    Als etwa zwei Stunden später nur noch Blaise, Justin und Harry im Probenraum saßen und ihre Ideen zusammen trugen, grübelte Harry noch immer darüber nach, wo Cho abgeblieben war.

    Sonst kam die Ravenclaw zu jeder Probe, und dabei schrieb sie doch "nur" die Texte für die Band und nahm keinen aktiven Part in der Band ein. Doch das hatte das Mädchen bisher nicht davon abgehalten, trotzdem zu den Proben zu kommen. Laut eigener Aussage fühlte sie sich dann ebenfalls wie ein Mitglied der Band - was sie faktisch ja auch war.

    Ihre Abwesenheit beunruhigte Harry. Was bedeutete das? War sie einfach nur im Stress wegen ihrer Abschlussprüfung? Oder war etwas Dringendes dazwischen gekommen? Oder hatte sie - Harry schauderte leicht bei diesem Gedanken - keine Lust mehr auf die Band?

    "Harry?", riss ihn da plötzlich Blaises Stimme zurück in das Hier und Jetzt. Erschrocken sah der Gryffindor auf und begegnete einem leicht amüsierten Blick. "Was hat deine Gedanken denn so gefesselt, Maestro?", fragte ihn der Slytherin auch prompt. Harry schüttelte nur den Kopf. "Chos Abwesenheit", erwiderte er wahrheitsgemäß. Sofort breitete sich Verstehen auf Blaises Gesicht aus. Justin spielte derweil mit einem Bleistift. Harry runzelte die Stirn. Seit wann gab es denn hier Bleistifte?

    So als hätte Justin den fragenden Blick gespürt, meinte er nonchalant: "Ich kann besser denken, wenn ich was zum Spielen habe. Und Federn gehen immer so schnell kaputt."

    Harry konnte nicht anders als Grinsen. Er zwang sich, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mit Cho würde er sich frühestens morgen Früh befassen können, also konnte er jetzt ebenso gut seinen beiden kreativen Köpfen lauschen. "Haben wir denn schon eine neue Idee für ein Lied?", fragte er deshalb im nächsten Moment.

    Justin und Blaise tauschten einen Blick aus, der Harry in aller Deutlichkeit vor Augen führte, dass sie dieses Thema gerade ausführlich diskutiert hatten, während Harry mit seinen Gedanken woanders gewesen war. Deswegen nickte Justin nur mit seinem Kopf in Richtung Schlagzeug und brummte in Blaises Richtung: "Am Besten du zeigst ihm gleich, was du meinst."

    Der stand sofort auf, ließ die Drumsticks einmal um seine Finger kreisen und setzte sich hinter sein Instrument. Und dann legte er los, wirbelte in einem unglaublichen Tempo über die Toms und Becken. Sein Fuß schien mit der Basstrommel ebenfalls verschmolzen zu sein, schlug sie in einem unglaublichen Tempo an, dass Harry fast der Kopf schwirrte.

    Sofort breitete sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Gryffindors aus, als er gedanklich ein Gitarrenriff dazu kreierte. Das war wirklich ein klasse Beat, nicht übel. Ja, das könnte ihr neuester Song werden.

    Als sie sich eine halbe Stunde später trennten, war die Idee eines neuen Songs bereits in ihren Köpfen zu etwas Ausbaufähigem gereift.

    ~~ooO@Ooo~~

    "Cho, kann ich mal mit dir reden?"

    Das Ravenclawmädchen drehte sich bei dem Klang der vertrauten Stimme unbehaglich um und lächelte Harry zaghaft an. "Hallo. Was gibt's?"

    Harry sah kurz nach links und rechts und ergriff dann Chos Ellbogen, führte das Mädchen ein Stück von den Umkleidekabinen des Quidditchteams weg, wo er sie abgepasst hatte.

    Den ganzen Tag schien Harry keine Gelegenheit zu haben, sich mit dem Problem namens Cho zu befassen. Erst am Abend, als er zufällig mitbekam, dass das Quidditchteam der Ravenclaws heute trainierte, war ihm die Idee gekommen sie abzufangen. Wenn das Mädchen ihm tatsächlich aus dem Weg ging - und im Laufe des Tages war genau dieser Eindruck bei Harry entstanden - dann würde sie ihm dort, umringt von ihren Freunden, nicht so leicht entkommen können.

    Jetzt sah er auf die Asiatin hinab - wann war er eigentlich größer als sie geworden? - und registrierte ihren nervösen Blick. Er seufzte, fuhr sich durch sein zerzaustes Haar und fragte rundheraus: "Wo bist du gestern gewesen?"

    Cho verlagerte unbehaglich ihr Gewicht von ihrem linken Fuß auf den rechten und starrte gebannt auf ihre Hände. Drückendes Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus, die Harry erst mit seiner sanften Frage unterbrach: "Hast du Stress in der Schule? Glaub mir, ich verstehe das. Immerhin ist es dein letztes Jahr und so, und wenn du etwas kürzer treten willst, dann..."

    "Ich will aussteigen, Harry", brachte sie hastig hervor. Beschämt wandte sie den Blick ab, wich seinem fragenden aus.

    Harry starrte sie nur ungläubig an. Ein Gefühl von Deja-vu erfüllte ihn. Mit der DA war es damals doch fast genauso gewesen. Plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, war sie nicht mehr aufgetaucht. Und jetzt das hier? Was hatte sie zu diesem Entschluss getrieben? Alles war doch so prima gelaufen, ehe sie alle in die Ferien aufgebrochen waren.

    Seine Stimme zitterte etwas, als er fragte: "Sagst du mir auch wieso?"

    Cho wagte noch immer nicht aufzublicken. Sie atmete tief durch und meinte dann: "Zum Einen wegen der Schule und den N.E.W.T.s, die auf mich zu kommen."

    Wieder entstand eine Pause. Harry wurde langsam ungeduldig. "Und was noch?", fragte er deshalb etwas schärfer als beabsichtigt.

    Cho atmete noch einmal tief durch, hob dann ihren Blick und sah Harry fest in die Augen, als sie ernst erwiderte: "So, wie die Band jetzt ist, wird sie nicht überleben. Du hast es vermutlich noch nicht bemerkt, aber sie ist nicht stimmig. Erklär es dir mit Karma oder dem Chi, aber etwas stimmt noch nicht in dieser Band, es gibt unterdrückte Spannungen. Aber so, wie es aussieht, wollt ihr das nicht wahrhaben. Und wenn ihr so weitermacht wie bisher, dann überlebt die Band nicht lange. Und ich...", sie stockte, ehe sie flüsternd endete: "... ich will der Band nicht beim Sterben zusehen. Dafür bedeutet sie mir zu viel."

    Diese Erklärung traf Harry unvorbereitet. Mit allem hatte er gerechnet, aber nicht mit so etwas. Ihre Band war nicht stimmig? Wie meinte Cho das? Und was meinte sie damit, dass die Band sterben würde? Woher wollte sie das wissen?

    Und dann dämmerte ihm noch etwas: Cho liebte die Band und wollte eigentlich nicht gehen.

    Deswegen war seine Stimme sehr sanft, als er fragte: "Was genau stimmt deiner Meinung nach nicht? Ist es Justins verschlossene Art?"

    Ein Kopfschütteln.

    "Dann vielleicht Blaise mit seinen geschmacklosen Witzen?"

    Erneut ein Kopfschütteln.

    Harry wagte einen dritten Versuch: "Dann vielleicht Draco, einfach weil er er selbst ist?"

    Jetzt war Chos Blick eindeutig wütend. "Nein, es ist nicht wegen Draco, verdammt!", blaffte sie ihn an, bereute es aber im nächsten Moment, senkte den Kopf und atmete tief durch, ehe sie leise eine Entschuldigung flüsterte. Harry schüttelte nur den Kopf und sah seine Songtexteschreiberin traurig an. "Du willst es mir nicht sagen, oder?"

    Tränen standen Cho in den Augen, als sie heftig den Kopf schüttelte. "Du wirst es bald selbst sehen. Glaub mir, sehr bald. Viel zu früh, deswegen gehe ich, solange ich noch kann. Es tut mir leid, Harry!" Damit wirbelte sie herum und rannte zum Schloss zurück.

    Harry blieb bis ins Mark erschüttert zurück und sah ihrer kleiner werdenden Gestalt hinterher. Ihre Worte hallten noch immer in seinem Kopf: "Die Band wird sterben. Das kann ich einfach nicht ertragen."

    Er hasste Vorhersagen. Sie hatten so eine Eigenart, dass sie sich, wenn sie nur düster genug waren, auch auf jeden Fall erfüllten.

    Verdammt, er wollte doch genauso wenig, dass die Muffins starben!

    Harry seufzte, fuhr sich wieder mit der Hand durch sein zerzaustes Haar und machte sich ebenfalls auf den Rückweg, jetzt jedoch mit einem Gefühl schrecklicher Vorahnung im Bauch.



    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Luthien - 13.01.2005, 12:03


    Hier wird es etwas... erotischer, doch da ich Draco mit niemandem außer Harry wirklich intensiv intim sein lassen kann, ist es ziemlich vage gehalten *g*

    ***************

    The Industrial Muffins - Kapitel 2: Die Drama-Queen

    ***************

    by Luthien

    ***************

    Ein paar Tage nach seinem Gespräch mit Cho verbrachte Harry in einer Art Schockzustand. Da hatte sich die Band kaum zusammen gefunden und schon hatte er als ihr Leader das erste Mitglied verloren. Das trug nicht gerade zu seinem Seelenfrieden bei.

    Und dann diese Aussage Chos, dass die Muffins sterben würden, wenn sich nicht etwas änderte. Was zum Teufel meinte sie denn nur damit? Was genau stimmte denn nicht mit ihnen?

    Egal wie lange Harry auch darüber nachgrübelte, er kam zu keiner befriedigenden Lösung. Er würde einfach abwarten müssen - so schwer es ihm auch fiel - und das Beste hoffen. Vielleicht hatte Cho da irgend etwas misinterpretiert?

    Dadurch, dass er so sehr in seine eigenen Gedanken vertieft war, entging ihm leider etwas sehr Wesentliches, was in seiner Band vorging. Um genau zu sein war es genau die Entwicklung, vor der er sich so fürchtete. Doch da Harry nun einmal Harry war, entging ihm diese Tatsache zu seinem Leidwesen, wodurch er dazu verdammt war, hinterher nur noch die Scherben zusammen kehren zu können.

    ~~ooO@Ooo~~

    Er flirtete mit ihr, da war sich Parvati ganz sicher. Nur warum er das tat wusste sie nicht. Er war doch sonst auch immer der Einzelgänger, derjenige, der niemanden an sich heran ließ. Und jetzt warf er ihr diese versteckten, lasziven Blicke zu und lächelte sie an. Er lächelte wirklich, kein gemeines Grinsen oder etwas ähnliches, was sie sonst von ihm gewohnt war. Was bezweckte er nur damit?

    Parvati entschied sich, auf sein Spiel einzugehen und erwiderte das Lächeln. Das brachte ihr ein Zwinkern ein, was sie erröten ließ. Okay, also Draco hatte definitiv etwas vor, sonst würde er doch nicht so mit ihr flirten. Die große Preisfrage war nur, was genau das war.

    Wenn Parvati auch nur ein bisschen aufmerksamer gewesen wäre, oder wenn sie Draco auch nur ein wenig besser gekannt hätte, dann wäre ihr sicherlich aufgefallen, dass sein Lächeln nur halbherzig war und seine grauen Augen gar nicht erreichte, dass es eher eine mechanische, notwendige Abfolge von Handlungen war, die ihn an sein eigentliches Ziel bringen würden.

    Parvati Patil ins Bett bekommen.

    Es war ihm dabei egal, wen er auf dem Weg dahin verletzte oder wen er belügen musste, es zählte einzig der Erfolg. Und so, wie das Mädchen auf ihn reagierte, konnte sich Draco an einer Hand abzählen, dass der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen würde.

    Als sie schließlich eine Pause in ihren Proben einlegten und sich die drei Liedschreiber am Tisch zusammen fanden, schlenderte Draco daher nonchalant zu der Ecke, in der die Patilschwestern standen und ließ beim Vorbeigehen dezent ein Stück Pergament in Parvatis Robentasche verschwinden. Das Mädchen warf ihm einen Seitenblick zu, als er an ihr vorbei ging, während sie sich weiter mit ihrer Schwester unterhielt. Beinahe automatisch glitt ihre Hand in die Tasche und ihre Finger umschlossen das Stück Pergament. Ein kleines Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, ehe sie ihre gesamte Aufmerksamkeit wieder auf Padma lenkte.

    Sobald Harry die Proben für diesen Abend als beendet erklärte, verließ Parvati eilig den Raum und suchte die erstbeste Nische auf, die sie finden konnte, um die geheime Nachricht lesen zu können.

    Und da, in seiner eleganten, kühnen Handschrift, standen die Worte, die Parvati einen Schauer der Vorfreude über den Rücken jagten:

    'Triff mich morgen Abend nach der Probe auf dem Astronomieturm. D.'

    Ein breites Grinsen formte sich auf ihrem Gesicht, ehe sie den Zettel mit der Faust umschloss und an ihr Herz presste. Endlich zeigte sich Draco Malfoy an ihr interessiert. Der gutaussehende Slytherin, der schon seit einiger Zeit immer wieder in Parvatis Gedanken auftauchte.

    Nun, sie würde sehen, was sie erwartete. Morgen Abend.

    ~~ooO@Ooo~~

    Mit leiser Ungeduld bemerkte Harry am nächsten Abend, dass Parvati vollkommen unkonzentriert war. Ständig verpasste sie ihren Einsatz oder fing in der falschen Tonlage an, was nach einiger Zeit auch Padma auf die Nerven ging. Mit einem tiefen Seufzen stoppte Harry in dem Spiel seiner Gitarre, hob die Hand und meinte etwas lauter: "Okay, machen wir Schluss für heute." Mit einem bedeutungsvollen Blick in Parvatis Richtung fügte er hinzu: "Es hat ja doch keinen Sinn."

    Das Mädchen warf ihm einen entschuldigenden Blick zu, ehe sie sich so schnell wie möglich aus dem Zimmer verzog. Harry schüttelte nur den Kopf, ließ sich am Tisch nieder und lehnte seine Gitarre neben sich, ehe er auch schon nach einem Notenblatt griff und begann, einige neue Gitarrenriffs niederzuschreiben. Bald leisteten ihm Justin und Blaise Gesellschaft, während Ginny, Padma und Hannah miteinander plaudernd ebenfalls den Raum verließen.

    Draco beobachtete die drei Jungen am Tisch noch einen Moment, ehe er sich abwandte und sich diskret aus der Tür schob. Nach einem prüfenden Blick den Gang hinunter machte er sich auf den Weg zu seinem Rendezvous.

    Kaum betrat er den Astronomieturm, als sich auch schon Parvatis Gestalt aus den Schatten löste und langsam auf ihn zu ging. Ein kleines Lächeln lag auf ihrem Gesicht, während sie ihre Hände auf dem Rücken verschränkt hielt und fragend eine Augenbraue hob. "Nun, was verschafft mir die Ehre einer Audienz bei Ihrer Slytherinhoheit?"

    Sofort hob sich Dracos rechter Mundwinkel in einem Grinsen, ehe er langsam auf das Mädchen zuging. Als er nur noch eine Handbreit von ihr entfernt war, blieb er stehen und murmelte in seiner angenehmen Stimme: "Draco für dich."

    Der Blonde konnte lediglich in dem kurzen Stocken ihres Atems erkennen, dass sein Timbre seine Wirkung auch diesmal nicht verfehlte. Dennoch hatte sich das Mädchen erstaunlich gut im Griff, als es leise erwiderte: "Gut, Draco, weswegen wolltest du mich treffen?"

    Sofort bekam Draco den Eindruck, dass er es mit einer Kennerin zu tun hatte. Aha, dann war die Gryffindor also doch nicht so unschuldig, wie sie immer tat. Das kam ihm nur gelegen, dann musste er sich wenigstens nicht in ellenlangen Erklärungen und Überredungsversuchen verlieren. Das Grinsen auf seinem Gesicht wurde eine Spur weicher und erotischer, ehe er seine Hand hob, eine schwarze Strähne, die sich aus Parvatis Zopf gelöst hatte, hinter ihr Ohr strich und ihr dabei sanft über die Wange fuhr. Dann meinte er rau: "Weißt du das wirklich nicht?"

    In freudiger Erwartung schlossen sich Parvatis Augen, während sie die sanften Fingerspitzen auf der weichen Haut ihrer Wange genoss. Schließlich flatterten ihre Lider wieder auf und begegneten den grauesten Augen, die sie je gesehen hatte. Oh ja, Draco Malfoy hatte Augen, für die viele Leute töten würden, und er wusste es auch.

    Nach einem Moment, in dem sie sich nur angesehen hatten, neigte sie leicht den Kopf und antwortete provokativ: "Oh, ich weiß sehr wohl, was du willst. Die Frage ist nur, ob ich dich lasse."

    Sofort trat ein seltsames Funkeln in seine Augen, welches ihr signalisierte, dass er sich nicht so einfach abspeisen lassen würde. Das Lächeln auf ihrem Gesicht vertiefte sich, ehe sie flüsterte: "Überzeuge mich."

    Draco zögerte nicht eine Sekunde. Sofort senkte sich sein Kopf und seine Lippen legten sich auf die ihren. Mit einer Engelsgeduld küsste er jeden ihrer Mundwinkel, fuhr mit seiner Zungenspitze über den Spalt, der ihre Lippen teilte und fuhr kurz mit ihr in Parvatis Mundhöhle, als diese ihre Lippen zitternd öffnete. Doch Draco zog sich zurück, hob seinen Kopf ein Stück und sah dann auf sie hinab, ehe er leise murmelte: "Stimmt dich das um?"

    Parvatis Augenlider flatterten auf. Überrascht bemerkte sie, dass ihr vollkommen entgangen war, wann sie ihre Augen geschlossen hatte. Deshalb zögerte sie auch nicht länger, ließ ihre Hand langsam über seine Brust in seinen Nacken gleiten und meinte kokett: "Oh, ich weiß nicht, vielleicht solltest du mich noch ein wenig überreden."

    "Nur zu gern", gab Draco rau zurück und senkte seine Lippen wieder auf ihren weichen, willigen Mund. Diesmal hielt sie sich nicht zurück, begegnete seiner Zunge und entfachte einen Hunger in ihm, den er bereits tausendfach in ihr entfacht hatte.

    Es war nur eine Frage von Minuten, bis sich ihre Hände schließlich unter die störende Kleidung schoben und sie entfernten. Derweil trugen ihre Zungen ein Duell ganz eigener Art aus.

    Parvatis Kopf fiel schließlich in ihren Nacken, als der Blonde seine Hände um ihre Brust schloss und sie gekonnt massierte. Diese Gelegenheit nutzte Draco und senkte seine Lippen auf die empfindliche Haut ihres Halses. Irgendwann wanderte seine Hand tiefer und widmete sich der empfindlichsten Stelle ihres Körpers.

    Schließlich gaben Parvatis Beine unter ihr nach, während immer neue Wellen der Lust durch ihre Adern pulsierten und Dracos geschickte Finger sie an den Rand der Erfüllung führten.

    "Komm zu mir, Drache", keuchte sie schließlich und öffnete willig ihre Beine für ihn. Ohne zu zögern legte sich Draco dazwischen und drängte sich in sie. Sofort schlangen sich ihre Beine um seine Hüften und sie verloren sich in dem alten, seit Menschengedenken eingehaltenen Rhythmus.

    Keuchend vergrub Draco sein Gesicht an ihrem Hals, während er seine Hand zwischen ihre Körper schob und sie zusätzlich reizte, bis sich das Mädchen unter ihm wand und schließlich erstarrte, als sie ihre Erfüllung erfuhr.

    Draco war nah, so nah. Er schloss seine Augen, während er sich auf dem willigen Körper unter sich bewegte. So warm, so weich, so hingebungsvoll. Und doch nicht das, was er wollte. Was er brauchte.

    Was er liebte.

    Eine einsame Träne lief ihm über die Wange und sickerte unbemerkt in Parvatis Haar, als er seinen eigenen Höhepunkt erreichte.

    ~~ooO@Ooo~~

    Harry wusste gar nicht, was ihn am nächsten Nachmittag traf, als plötzlich eine vor Wut knallrote Parvati durch das Portraitloch in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors stürmte, schnurstracks auf Harry zu marschierte und wütete: "Ich verlange von dir, dass du ihn aus der Band wirfst!"

    Überrascht schossen Harrys Augenbrauen in die Höhe, während er das Mädchen vor sich betrachtete. Er hatte Parvati noch nie derart außer sich erlebt. Das schwarze Haar, sonst ordentlich in einem Zopf gebändigt, löste sich aus der strengen Frisur und verlieh ihr ein zerzaustes Aussehen. Ihre Wangen waren ungesund gerötet, während ihre dunklen Augen Funken sprühten. Ihre Hände hatte sie in die Hüften gestemmt.

    Sofort zog sich Harrys Magen schmerzhaft zusammen. Hastig sprang er auf, schnappte das Mädchen am Arm und zog sie wieder aus dem nun sehr still gewordenen Gemeinschaftsraum in den Gang hinaus, um wenigstens etwas Privatsphäre zu haben.

    Das Mädchen atmete wütend durch die Nase aus, als sich Harry ihr zu wandte und so sanft wie möglich fragte: "Ganz ruhig, Parvati. Was ist passiert? Und wen soll ich aus der Band werfen?"

    "Malfoy!", war die sofortige aufgebrachte Antwort. Harry runzelte nur verwirrt die Stirn. "Wieso sollte ich ihn hinauswerfen?"

    "Weil er ein gefühlskaltes, arrogantes Arschloch ist, Harry, deshalb!", schrie Parvati hysterisch und zog damit die Aufmerksamkeit der Portraits auf sich. Unbehaglich sah sich Harry um, ehe er dem Mädchen eine beruhigende Hand auf die Schulter legte und leise, jedoch nicht minder sanft forderte: "Erzähl mir der Reihe nach und in aller Ruhe, was passiert ist, ja?"

    Harrys erzwungene Ruhe war schließlich von Erfolg gekrönt, als Parvatis Schultern nach unten sackten, sie den Kopf senkte und mit Tränen in der Stimme hauchte: "Er hat mich umgarnt, um mich ins Bett zu kriegen. Es war... es war wundervoll und ich dachte, er möchte etwas Dauerhaftes, doch dann hat er mir vorhin kalt ins Gesicht gesagt, dass es nur ein One-Night-Stand war, eine Ablenkung für seinen Körper, damit er seine Anspannung herauslassen kann."

    Plötzlich hob sich Parvatis Kopf und sie zischte mit Tränen in den Augen: "Er hat mich benutzt und dann fallen lassen, Harry! Willst du so einen wirklich in der Band haben? Wo ich ihn jeden Tag ertragen muss?"

    Ein dicker Kloß formte sich in Harrys Kehle, ehe er rau fragte: "Was soll ich denn deiner Meinung nach tun?"

    "Ihn rauswerfen!", rief Parvati aufgebracht. "Entweder er...", sie stockte kurz, ehe sie stolz das Kinn hob und dann eisig sagte: "... oder ich!"

    Sofort explodierte das ungute Gefühl in Harrys Magen und verursachte ihm Bauchschmerzen. Irgendwie hatte er den unbändigen Wunsch, sich in eine Ecke zu verkriechen und zu heulen, weil Chos Vorhersage offenbar grausame Wirklichkeit wurde. Warum nur? Warum sollte er solch eine Entscheidung fällen?

    "Ich...", begann Harry unsicher, obwohl er bereits tief in seinem Innern wusste, was er entschieden hatte. Dennoch hauchte er gequält: "Verlang so etwas doch nicht von mir, Parvati."

    Doch das Mädchen blieb hart. Mit eisigem Blick verschränkte sie ihre Arme vor der Brust und erwiderte: "Du musst dich entscheiden! Entweder du wirfst ihn aus der Band, oder ich gehe und komme nicht wieder!"

    Fassungslos sah Harry das unnachgiebige Mädchen an, ehe er geschlagen die Schultern fallen ließ. "Ich kann ihn nicht rauswerfen, Parvati."

    Einen Moment sah das Mädchen ungläubig auf den schwarzhaarigen Gryffindor, ehe sie heftig durch die Nase einatmete und fauchte: "Na fein! Haltet doch zusammen, ihr unsensiblen, gefühlskalten Arschlöcher! Du kannst ihm die freudige Nachricht ja überbringen, dass er meinen Anblick nur noch so oft wie unbedingt nötig ertragen muss!"

    Damit drehte sie sich um und ging den Flur hinunter. Ehe sie verschwand, rief sie stocksauer über ihre Schulter zurück: "Er ist im Bad der Vertrauensschüler, um meine 'unerwünschten Säfte' von seinem Körper zu waschen!" Und damit und einem letzten "Arschloch!" verschwand sie um die Ecke.

    Harry fuhr sich hilflos mit der Hand über die Stirn, als er ein weiteres seiner Bandmitglieder gehen sah. Er hätte nicht gedacht, dass es sein Herz derart auseinander reißen würde.

    Der Hilflosigkeit folgte jedoch rasch unbändige Wut - Wut auf Draco Malfoy, dass er ihm das antat. Schnell fasste Harry seinen Entschluss, als er in die entgegengesetzte Richtung davon stürmte.

    ~~ooO@Ooo~~

    Langsam ließ sich Draco in dem Schaumbad nieder und entspannte seine Glieder, während er versuchte, die Erinnerungen an letzte Nacht zu verdrängen. Seinem Körper wurde zwar Erlösung geschenkt, doch seinem Geist und seiner Seele hatte er nur noch mehr Schaden zugefügt. Und doch wusste Draco, dass er wieder so handeln würde, weil es keine andere Lösung für ihn gab.

    Mit einem frustrierten Seufzer hielt er die Luft an und glitt unter die Wasseroberfläche. Einen irren Moment überlegte er, ob er sich ertränken und damit seiner Misere ein Ende bereiten sollte, doch sein Überlebensinstinkt siegte und er tauchte schließlich prustend wieder auf. Langsam fuhr er sich mit seinen Händen über sein Gesicht und seine Haare, bis er schließlich seine Augen öffnete.

    Es war ein Wunder, dass er nicht wie ein Mädchen aufschrie, als er plötzlich Harry Potter erblickte, der ihn vom Rand der Badewanne aus anfunkelte. Seine Arme waren auf der Brust verschränkt, während seine grünen Augen Funken sprühten und eine eisige Welle von dem jungen Zauberer ausging. Sofort richtete sich Draco richtig auf, um sich nicht vollkommen entblößt zu fühlen.

    Harrys Nasenflügel bebten leicht, als er tief Luft holte, um dann mit eiskalter Stimme zu sagen: "Komm da raus und zieh dich an, wir müssen reden."

    Draco wusste, dass er in Schwierigkeiten steckte, das war an der Körperhaltung des Schwarzhaarigen unschwer zu erkennen. Und selbst wenn ihm das entgangen wäre, der Ton, in dem Harry mit ihm sprach, ließ keine Zweifel zu, dass der Gryffindor stinkwütend war. Dennoch kam seine sarkastische Ader durch, als er provokativ fragte: "Ist es normalerweise nicht andersherum?"(*)

    Das war genau das Falsche, was er hätte sagen können. Harry platzte der Kragen und er rief lauthals: "Ich denke, du hast erst einmal genug Leute ausgezogen!"

    Als die tiefe Stimme des Gryffindors von den Wänden des Badezimmer widerhallte, zuckte Draco zusammen. Harry ließ seine Arme sinken, warf Draco einen letzten mörderischen Blick zu und wandte sich ab. Als er bei der Tür ankam, meinte er nur knapp über die Schulter: "Du hast zehn Minuten! Ich warte draußen." Dann war er verschwunden.

    Draco seufzte tief, ehe er noch einmal unter tauchte. Er steckte wirklich in Schwierigkeiten. Er hatte Harrys Wut schon einmal erlebt, und er konnte froh sein, wenn ihm der Schwarzhaarige nicht die Nase oder andere wichtige Körperteile brach. Bei diesem Jungen wusste man nie, was er tat, wenn er wütend war.

    Nur sehr langsam stieg Draco aus der Wanne und trocknete sich ab, ehe er in die frischen Sachen stieg, die er mitgebracht hatte. Dann rubbelte er sein Haar einigermaßen trocken, atmete ein letztes Mal tief durch und verließ dann das Bad.

    Er war kaum auf den Gang getreten, als ihn Harrys Faust am Kragen packte, unsanft an die Wand neben den Eingang zum Bad drückte und dann nur wenige handbreit von Dracos Gesicht entfernt zischte: "Nur damit das klar ist: es ist mir scheißegal, mit wem du in der Gegend herumvögelst, aber du lässt in Zukunft die Finger von den Mitgliedern der Band! Entweder das oder ich kick deinen aristokratischen Arsch hochkantig raus! Hast du das kapiert?"

    Einen kurzen Moment regte sich die altbekannte Ader in ihm, die dem Gryffindor zeigen wollte, wo sein Platz war. Doch dann wurde er sich klar darüber, dass diese Band ihm inzwischen auch wichtig war und er sie nur ungern verlassen wollte. Also senkte er seinen Blick von dem des Gryffindors und erwiderte gedehnt: "Ich hab's kapiert, Potter. Du kannst mich loslassen. Sonst bekommt mein Hemd noch Falten!"

    Harry verdrehte die Augen, ehe er den Blonden angewidert losliess. "Wegen dir ist Parvati gegangen. Ich hoffe, das war es wert! Denn wenn noch jemand geht, dann war's das für die Muffins."

    Und damit drehte Harry sich um und verschwand mit festen Schritten den Gang hinunter. Draco sah ihm überrascht hinterher, als ihm klar wurde, dass es eine unbändige Angst vor der Einsamkeit gewesen war, die er in Harrys Augen gesehen hatte.

    Und es ließ ein Gefühl der Schuld in ihm aufsteigen.

    ~~ooO@Ooo~~

    (*) Ich beziehe mich auf den geistreichen Spruch "Zieh dich aus, leg dich hin, wir müssen miteinander reden!"

    ~~~

    Hm, mal sehen, wann ich mit Kapitel 3 aufwarten kann.

    Gruß, Luthien.



    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Mary Hawk - 18.01.2005, 09:23


    Ein Gefühl der Schuld ist bei einem Malfoy schon fast eine Sensation. Aber daraus läßt sich noch was schönes machen. Galt dieses NON SLASH nur für den ersten Teil? Ich hoffe doch, dass dem so ist. Alles Andere wäre nur halb so schön, vorallem bei dem hübschen Bild unter deinem Namen. :D

    Gruß Mary



    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Luthien - 18.01.2005, 17:18


    Mary Hawk hat folgendes geschrieben:Ein Gefühl der Schuld ist bei einem Malfoy schon fast eine Sensation. Aber daraus läßt sich noch was schönes machen. Galt dieses NON SLASH nur für den ersten Teil? Ich hoffe doch, dass dem so ist. Alles Andere wäre nur halb so schön, vorallem bei dem hübschen Bild unter deinem Namen. :D

    Das megabreite Grinsen auf meinem Gesicht sollte wohl Antwort genug sein. Es WIRD Slash, nur noch nicht eben so bald. Dafür spiele ich mit Andeutungen herum, und wer mich kennt, wird sich vermutlich nen Ast lachen bei dem, was ich so schreibe.

    Kapitel 3 ist übrigens so gut wie fertig. Hab schon überlegt, ob ich den ersten Teil davon on stelle, aber ich hab mich dann doch dagegen entschieden. Dürfte aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen...

    LG, Lu.



    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Luthien - 08.02.2005, 16:38


    Ich hab's vergessen... das Kapitel ist bei ff.de jetzt schon länger oben, aber ich hab vergessen, das hier zu posten... öhm, na ja, dann eben besser spät als nie.

    ~~~

    ***************

    The Industrial Muffins - Kapitel 3: Das neue Mitglied

    ***************

    by Luthien

    ***************

    Egal, was Harry auch versuchte, Parvati war nicht dazu zu bewegen, wieder in die Band zurück zu kehren. Das unangenehme Gefühl in Harrys Magen verstärkte sich zusehends. Chos Warnung hallte ihm noch viel zu klar in den Ohren. Er hatte Angst, dass sie Recht hatte. Die Band fiel langsam auseinander. Verdammt, was sollte er nur tun?

    Mit einem mehr als betrübten Ausdruck auf seinem Gesicht saß er im Probenraum am Tisch, stützte seinen Kopf schwer auf seine Hand, Ellbogen auf der Tischplatte, und spielte geistesabwesend mit einer Schreibfeder. Nicht nur, dass ihnen langsam die Mitglieder ausgingen, obendrein hatten sie zwei schwerwiegende Probleme. Erstens fehlte ihnen ein Liedschreiber. Und zweitens hatte die gesamte Gruppe so eine Art Apathie überfallen.

    Das schlug sich zumindest bei Blaise, Justin und ihm in absoluter Kreativitätslosigkeit nieder. Seit Parvatis Abgang hatten sie keinen einzigen Song mehr geschrieben. Davon abgesehen, dass ihn eh keiner vertexten konnte, machte dieser Umstand Harry die meisten Sorgen. Einen Text konnte man schon irgendwie auftreiben, aber eine Melodie?

    Frustriert seufzte er auf und warf die Feder quer über den Tisch. In diesem Moment ließ Ginny ihre Finger ziemlich unsanft auf die Tastatur ihres Keyboards sinken und erzeugte einen unangenehmen Misston. Sofort verzog sich Harrys Gesicht und er starrte auf das rothaarige Mädchen. Die zuckte nur mit den Schultern und erwiderte: "Ich bin so furchtbar wütend, Harry! Ich dachte, ich verleihe dieser Wut mal etwas Ausdruck."

    Trotz dem Ernst der Situation, in der sie steckten, musste Harry grinsen, ehe er sich müde über die Stirn rieb und murmelte: "Vielleicht sollten wir alle mal unsere Instrumente malträtieren und sehen, was dabei raus kommt. Vielleicht wäre das unser neuer Song?"

    "Mir ist eher danach, die Gitarre auf der Bühne zu zerdeppern", grummelte Justin in seinen nicht vorhandenen Bart und strich im gleichen Moment sanft mit seinen Fingerspitzen über die Saiten seiner E-Gitarre. Harry lächelte sanft. Nichts auf dieser Welt würde Justin dazu bringen, seine Gitarre zu zerstören.

    Hannah seufzte und spielte einige Töne auf ihrem Bass, ehe sie Harry ansah und meinte: "Es hat doch keinen Sinn, Harry. Wir kriegen heute ja doch nichts zustande. Lass uns Schluss machen für heute. Vielleicht läuft es morgen besser?"

    Alle bezweifelten es, doch niemand sprach es laut aus. Dennoch nickte Harry zum Zeichen, dass er einverstanden war. Es dauerte nicht lange, da waren alle aus dem Raum verschwunden - alle, bis auf Harry und Draco.

    So ungern der Malfoyerbe es auch zugab, aber er fühlte sich für die Lage, in der sich die Band momentan befand, verantwortlich. Und nicht nur das, seit dem Zwischenfall mit Parvati behandelten ihn die anderen, als wäre er Luft.

    Nicht, dass er ihnen einen Vorwurf machen konnte. Das würde er zwar niemals laut zugeben, aber er WAR immerhin Schuld an der Misere.

    Was ihn jedoch am Meisten wurmte war die Tatsache, dass Harry noch immer stocksauer auf ihn war. Nicht, dass das etwas Neues für Draco gewesen wäre, aber seit der Gründung der Band und seinem Einstieg in diese war Harry immer freundlich oder zumindest höflich gewesen. Jetzt jedoch warf er ihm nur wütende Blicke zu und ignorierte ihn.

    Doch jetzt, als der Gryffindor seufzend seine Gitarre einpackte, konnte Draco sehen, wie sehr ihn der Zustand der Band tatsächlich mitnahm. Ja, den anderen war es heute auch nicht entgangen, denn Harry hatte sich heute eindeutig hängen lassen, doch jetzt, wo der Rest verschwunden war, wurde die ganze Verzweiflung auf dem Gesicht und in der Körperhaltung des Gryffindors sichtbar.

    Draco atmete ein letztes Mal tief durch, ehe er sich aus den Schatten bewegte, in denen er sich bis jetzt verborgen gehalten hatte, und auf den anderen Jungen zu ging. Als er neben ihm stand und seinen obligatorischen wütenden Blick kassiert hatte, seufzte leise und murmelte dann: "Es tut mir leid."

    Das konnte man als Weltpremiere verbuchen! Draco Malfoy hatte sich noch nie für irgendetwas in seinem Leben entschuldigt, weil ihm bisher nichts leid getan hatte.

    Harry schien das jedoch vollkommen egal zu sein. Er knallte den Deckel seines Gitarrenkastens zu, drehte sich zu Draco um und funkelte ihn an, als er wütend erwiderte: "Das hättest du dir vorher überlegen sollen, ehe du mit Parvati ins Bett gestiegen bist. Aber genau das scheint dein Problem zu sein, Draco Malfoy, nicht wahr?"

    Offenbar verlor Harry langsam die Beherrschung, denn er streckte seinen Zeigefinger aus und pochte Draco damit unsanft auf die Brust, als er etwas lauter als zuvor fort fuhr: "Du denkst nie darüber nach, was deine Handlungen für Folgen haben könnten, oder? Nein, du denkst nur an dein eigenes Wohl, wer auf dem Weg zum Ziel auf der Strecke bleibt ist dir scheißegal! Ich hab Neuigkeiten für dich, Draco: Diesmal musst du die Konsequenzen genauso sehr tragen wie der Rest von uns!"

    Draco zuckte bei den letzten Worten zusammen, als Harrys Finger ihn besonders hart auf seinem Brustbein erwischte. Er hatte morgen sicherlich einen blauen Fleck. Doch auch das war Harry egal, als er sich abwandte, seinen Gitarrenkoffer ergriff und ohne ein weiteres Wort zur Tür ging.

    Etwas abwesend rieb sich Draco über die Stelle auf seiner Brust, die von Harrys Behandlung noch immer ziemlich weh tat, und sah dem Gryffindor hinterher. In dem Moment, als Harry seine Hand nach der Klinke ausstreckte, sagte Draco sehr leise: "Wenn ich könnte würde ich es wieder gut machen."

    Sofort erstarrte Harry, ehe er seinen Kopf umwandte, Draco einen nicht zu deutenden Blick zuwarf und eisig sagte: "Du willst es wieder gut machen? Dann besorg uns zwei neue Mitglieder! Denn Merlin weiß, dass ich mit meinem Latein am Ende bin!"

    Und damit stürmte der Gryffindor aus dem Raum und knallte die Tür hinter sich zu. Sehr langsam lehnte sich Draco an die Tischkante und starrte auf die geschlossene Tür, während er über Harrys Worte und Taten nachdachte.

    Es wurmte Draco furchtbar, dass der Gryffindor seine Entschuldigung nicht einmal zur Kenntnis genommen hatte, sondern lieber zum Angriff übergegangen war. Himmel, wusste dieser Kerl nicht, wie viel Überwindung ihn das gekostet hatte? Sein gesamtes Leben war ihm eingebleut worden, dass sich ein Malfoy niemals für etwas entschuldigte. Es war deshalb ziemlich schwer für Draco gewesen, sich für seine Taten zu entschuldigen.

    Und dann wollte dieser Dickkopf sie nicht einmal hören! Und dann auch noch anzudeuten, dass Draco es nie wieder gutmachen könnte, war der Tropfen, der das Fass beinahe zum Überlaufen brachte.

    Jedoch nur beinahe, denn sehr langsam begriff Draco, dass er durchaus noch eine Chance besaß, sich bei der Band zu entschuldigen: er musste ihnen nur zwei neue Mitglieder besorgen.

    Ein Unterfangen, welches auf den ersten Blick ziemlich aussichtslos erschien, doch ein kleines Lächeln spielte um Dracos Lippen, als er sich vom Tisch abstieß und ebenfalls zur Tür ging. Zumindest eine Person fiel ihm ein, die sofort bei den Muffins einsteigen würde. Und was die zweite potentielle Person anging - nun, mit ein wenig Überredungskunst von ihm selbst und Person Nummer eins dürfte auch das kein Problem darstellen.

    Nun wesentlich selbstsicherer und mehr in seinem Element als noch wenige Minuten zuvor, verließ Draco den Probenraum und verschwand in Richtung Kerker. Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, materialisierte sich im Raum ein neues Instrument.

    ~~ooO@Ooo~~

    Wenn Hannah Abbott es nicht besser gewusst hätte, dann hätte sie geschworen, soeben einen Song geschrieben zu haben. Da sie sich aber ziemlich sicher war, absolut keine Ahnung von Arrangements und dergleichen zu haben, konnte sie lediglich für sich verbuchen, dem Song an sich einen Puls gegeben zu haben. Und wenn man bedachte, dass sie das eigentlich nur aus einer Art Therapie heraus getan hatte. Nein, sie hatte Harrys Vorschlag vom vorigen Abend wirklich nicht ernst genommen, doch irgendwie fand sich die Hufflepuff dann doch am selbigen Abend auf ihrem Bett wieder und zupfte an den Saiten ihres Basses herum, bis sie plötzlich diese namenlose Wut auf die Gesamtsituation überwältigte und sie eine ziemlich schnelle Abfolge von Tönen und Kombinationen auf ihrem Instrument spielte.

    Als sie fertig war, fühlte sie sich furchtbar erleichtert und befreit, während ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht lag. Ohne große Umschweife war sie zu Justin geeilt, hatte ihm das Riff vorgespielt, welches sich regelrecht in ihrem Gehirn eingebrannt hatte, und ihn schließlich angestrahlt. Sein ebenso breites Grinsen ließ sie sehr rasch wissen, dass er es offenbar brillant fand.

    Jetzt also machten sie und Justin sich auf den Weg zur neuesten Probe. Auf dem Weg dorthin begegnete ihnen eine ziemlich hyperaktive Ginny. Das Mädchen grinste von einem Ohr zum anderen, als sie fröhlich verkündete: "Ich habe gestern Abend noch einmal in Gedanken Klavierübungen gemacht. Und plötzlich kam mir diese Idee in den Sinn und wollte einfach nicht mehr verschwinden. Ich bin sofort zu Harry gestürmt und habe sie ihm vorgesummt, und er meinte, dass sie perfekt zu unserem neuen Song passen würde."

    Jetzt strahlte auch Hannah, als Justin erwiderte: "Und die liebe Hannah hat den perfekten Puls für diesen Song entwickelt." Sein Blick glitt sanft zwischen den beiden Mädchen hin und her, ehe er meinte: "Wir machen aus euch noch wahre Komponisten!"

    Sofort erröteten die Mädchen und kicherten, während Justin nur leise vor sich hin grinste. Schließlich erreichten sie den Probenraum und öffneten die Tür.

    Als sie sie betraten, sahen sie Padma, die ein seltsam aussehendes Instrument in den Händen hielt und es ziemlich neugierig betrachtete. Sofort runzelte sich Hannahs Stirn. "Was hast du da mitgebracht, Padma?", wollte das blonde Mädchen wissen.

    Die Ravenclaw schüttelte den Kopf. "Das ist nicht mir. Als ich vorhin rein kam, lag es bereits hier. Ich weiß nicht mal, was das ist."

    "Das ist eine Violine", murmelte Justin verwirrt und betrachtete das fragile Instrument und schließlich auch den Bogen dazu, mit dem die Saiten gespielt wurden. Etwas irritiert rieb er sich das Kinn.

    In diesem Moment kamen Blaise und Draco herein und blieben abrupt stehen, als sie die Versammlung um das neue Instrument sahen. Blaise hob eine Augenbraue und ging zu der Gruppe hinüber, während Draco sich diskret in die Schatten zurück zog, denn noch immer waren die restlichen Mitglieder nicht sehr glücklich darüber, dass Harry sich für Draco entschieden hatte, auch wenn sie seine Entscheidung längerfristig betrachtet durchaus verstehen konnten.

    Während Draco die Ansammlung also aus den Schatten heraus mit einem wenig überraschten Blick beobachtete, versuchten die restlichen Mitglieder der Band herauszufinden, was das neue Instrument in ihrem Probenraum zu suchen hatte, konnte es doch augenscheinlich keiner von ihnen spielen. Ein kleines, sehr seltenes und von niemandem bemerktes Lächeln huschte über Dracos Gesicht. Im nächsten Moment ging jedoch die Tür auf und Harry betrat den Raum, die Nase in einigen Notenblättern vergraben.

    "Hast du uns irgendetwas mitzuteilen?", eröffnete Justin auch sofort mit einem kleinen Nicken auf das neue Instrument. Überrascht hob Harry den Kopf, sah sich einen Moment verwirrt um, ehe sein Blick ebenfalls auf der Violine liegen blieb und seine Stirn sich in Falten legte. "Ich hab keine Ahnung, wovon du redest, Justin."

    Mit einem letzten Blick auf das Instrument wandte sich Harry dem Tisch zu, legte die Notenblätter darauf ab und meinte dann mit einem Lächeln: "Ich habe mich ein wenig mit den Arrangements beschäftigt. Ginny hat mit ihrem Beitrag ein wenig meine Kreativitätslosigkeit gelöst."

    "Hannah hat auch beschlossen, uns mit ihren Kompositionskünsten zu beglücken", warf Justin lächelnd ein und reichte Harry ein Blatt Papier. Der Schwarzhaarige überflog es kurz, ehe sein Gesicht von einem warmen Lächeln erhellt wurde. "Das ist perfekt. Einfach perfekt!", lachte er, ehe er sich eifrig auf einen Stuhl fallen ließ, eine Schreibfeder hervor holte und hastig auf den mitgebrachten Notenblättern herum kritzelte, hier und da etwas ergänzte und dabei leise vor sich hin murmelte. Dann hielt er schließlich das Bündel in die Höhe und meinte triumphierend: "Ladies und Gentlemen, wir haben einen neuen Song!"

    Einen kurzen Moment herrschte ungläubiges Schweigen, ehe der Rest der Band in Jubel ausbrach. Nun, alle bis auf Draco. Dieser stand weiter in den Schatten, mit auf der Brust verschränkten Armen, und bedachte die ganze Szene nur mit einem ausdruckslosen Gesicht, während sein Blick immer wieder zur Tür wanderte.

    Blaises enthusiastische Stimme brachte ihn schließlich zum Ort des Geschehens zurück, als der dunkelhaarige Slytherin meinte: "Ich würde sagen, unsere Krise ist überwunden. Ja, wir haben noch immer keinen Texter, aber das kriegen wir schon hin. Wir sind also wieder offiziell zu siebt."

    Harry seufzte und das Lächeln auf seinem Gesicht wurde etwas wehmütig, als er leise erwiderte: "Mir wäre es lieber, wenn wir wieder neun wären."

    In diesem Moment klopfte es an der Tür.

    Wie ein Mann wandten sich alle Köpfe zum Eingang, als die Holztür langsam geöffnet wurde und sich ein Kopf vorsichtig in ihr Blickfeld schob. Überrascht blinzelten die Bandmitglieder ob der Person, die sich mit einem verträumten Gesichtsausdruck ins Zimmer schob und fragte: "Bin ich zu spät für die Probe?"

    Als Antwort erntete sie nur eine unnatürliche Stille und noch mehr ungläubige Blicke, ehe Harry den Kopf schüttelte, um seine Gedanken zu ordnen, und verwundert fragte: "Luna?"

    Die blonde Ravenclaw neigte leicht den Kopf und sah den Gryffindor fragend an. Schließlich ließ Harrys Erstarrung nach und er trat einen Schritt auf Luna Lovegood zu, ehe er hervor brachte: "Was... was machst du denn hier?"

    Sofort hob sich eine Augenbraue und das Mädchen lächelte verträumt, ehe es den Raum durchquerte und - während sie ihren Finger über das Holz des Tisches gleiten ließ - abwesend antwortete: "Ich wurde gefragt, ob ich in der Band spielen möchte, und ich habe zugestimmt. Also sollte ich auch zu den Proben kommen, nicht wahr?"

    Damit blieb sie vor der Violine stehen, lächelte auf das Instrument herab und nahm es vorsichtig auf. Vorsichtig, beinahe andächtig, klemmte sie sich das Instrument unter ihr Kinn, brachte ihre linke Hand in Position und ergriff mit der rechten Hand den Bogen. Sanft setzte sie ihn an die Saiten und spielte eine kurze Tonleiter. Das Lächeln auf ihren Gesicht vertiefte sich.

    Harry starrte das Mädchen beinahe fassungslos an. Das war ja beinahe wie im Traum. Im einen Moment wünschte er sich noch, wieder zu neunt bei den Muffins zu spielen, und im nächsten Moment platzte Luna Lovegood herein und entpuppte sich als die mysteriöse Besitzerin der Violine.

    Plötzlich drangen die exakten Worte des Mädchens in sein Bewusstsein. Verwirrt runzelte er die Stirn, ehe er irritiert fragte: "Wer genau hat dich denn gefragt, ob du bei uns mitspielen willst?"

    Ein etwas distanzierter Blick traf den Gryffindor, ehe Lunas Blick sich klärte und sie mit sanfter Stimme erwiderte: "Na, Draco."

    Wenn sie gesagt hätte, Voldemort persönlich hätte ihr befohlen, bei den Muffins zu spielen, wäre die Reaktion auf ihre Aussage wohl nicht anders ausgefallen. Fast sofort fuhren alle Köpfe zu dem Blonden herum und sahen ihn fragend, beinahe ungläubig an. Draco zeigte sich unbeeindruckt und hielt den Blicken seiner Bandkollegen stand.

    Schließlich schüttelte Ginny den Kopf und fragte: "Wie kann denn das sein? Ich meine... warum hast du dich nicht schon beim ersten Mal gemeldet, Luna?"

    Die blonde Ravenclaw zuckte mit den Schultern. "Ich hätte nicht gedacht, dass ihr in einer Rockband Verwendung für eine Violinistin habt. Draco meinte jedoch, dass ihr spielt, was euch gefällt, und nicht auf Schubladendenken steht. Also habe ich mich überreden lassen."

    Harry versuchte immer noch zu verstehen, wieso ausgerechnet Luna Lovegood und Draco Malfoy freiwillig ein Gespräch führen würden. Es hatte bis zum heutigen Tag niemals Anzeichen gegeben, dass sich die Beiden näher kannten, und jetzt das! Ganz zu schweigen, dass Harry die Ravenclaw nicht für den Typ gehalten hätte, die sich mit Leuten wie Malfoy abgaben.

    Nun, offenbar gab es viele Facetten an Draco Malfoy und Luna Lovegood, die Harry nicht kannte, geschweige denn begriff.

    Im nächsten Moment wandelte sich sein Gesicht von Überraschung und Verwirrung in ein umwerfendes Grinsen, ehe er Luna in eine Umarmung zog und dann verkündete: "Du bist wirklich mehr als willkommen. Ich hoffe, du fühlst dich wohl bei uns."

    Kaum hatte Harry das Mädchen losgelassen, als auch die anderen Mitglieder die Ravenclaw überschwänglich begrüßten. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen zog sich Harry leise von der Gruppe zurück und stand schließlich neben Draco in den Schatten.

    "Danke", sagte er sanft, während sein Blick sich noch immer auf die Szene vor sich konzentrierte. Draco warf Harry einen kurzen Seitenblick zu, ehe auch er seinen Blick wieder zu der Gruppe wandte und ebenso sanft erwiderte: "Nichts zu danken."

    ~~~

    LG, Lu



    Re: The Industrial Muffins - Part II: Querelen

    Mary Hawk - 09.02.2005, 09:11

    Klasse!
    jetzt reden sie auch schon sanft miteinander. :oops:
    Schön, das Draco eine Violinistin besorgt hat. Das passt gut in eine Rockband.
    Hoffentlich vergisst du nicht das nächste Kapitel hier zu posten, ich warte schon sehnsüchtig darauf.



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Daenys Desktop

    Gemischte Steinsammlung anzubieten - gepostet von Keeline am Donnerstag 04.08.2005



    Ähnliche Beiträge wie "The Industrial Muffins - Part II: Querelen"

    23.07.05 :Humans-Error II: Industrial meets Tekkno @ TW DD - Lamar (Mittwoch 27.07.2005)
    Zimt Muffins - Simi (Montag 31.10.2005)
    Apfel-Muffins (12 Stück) - zombiekueken (Sonntag 15.04.2007)
    Käse-Schinken-Muffins - Aniroc (Samstag 03.06.2006)
    Schokoladen-Muffins - Isabelle (Sonntag 06.08.2006)
    Nutella Muffins - kleene (Montag 24.10.2005)
    Gruppeneinteilung - sommerball (Dienstag 06.05.2008)
    Juttas Muffins. 130 Original- Rezepte aus Kanada und USA - nikiclaudia (Mittwoch 20.07.2005)
    Frischkäsedip zu herzhaften Muffins - sinussister (Dienstag 19.12.2006)
    Rezepte für Muffins - HotFire (Donnerstag 19.10.2006)