Laharia - Die Rückkehr

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    Re: Laharia - Die Rückkehr

    Veria - 19.01.2005, 23:10

    Laharia - Die Rückkehr
    So, das klatsch ich hier jetzt rein, einfach so in einem Stück. Laharia selber kommt später, da will ich nämlich den Anfang noch überarbeiten.


    In der Wüste war Wasser selten, und man musste sorgsam damit umgehen. Die Brunnen waren vom Sand geschützt und ausserhalb der Zeltdörfer. Es gab auch viele Orte, an denen man selbst mit grossem Aufwand kein Wasser finden konnte. Beim Zeltdorf Miru der Neltane gab es aber viel Wasser, was die Stammesangehörigen auch ausnutzten, solange sie dort waren.
    Metes wurde oft geschickt um Wasser zu holen. Sie galt nicht mehr viel, seit der Fürst der Neltane, ihr Gemahl Selcai, von einer Magierin der Anzaath verbannt worden war. Sie war eine geborene Vorga, die ohne ihren Gemahl nicht mehr den Neltane angehörte.
    Allerdings hatte auch ihr Sohn, Direlcai, der Selcais Nachfolger hätte sein sollen, keinen Einfluss auf die Neltane. Die Sippenführer meinten, solange sie keine Bestätigung von Selcais Tod hatten, konnte sein Nachfolger nicht Fürst werden. Aber sie wollten nur einfach ihre Macht nicht an einen Fürsten verlieren, das wusste Metes.

    Wie so oft, ging Metes auch an diesem Tag Wasser holen. Sorgfältig füllte sie die Wasserschläuche und legte sich die Holzstange, an denen die Schläuche befestigt waren, über die Schultern. Gegen den sandigen Wind stapfte sie Richtung Zeltdorf davon.
    "Metes!"
    Metes blieb stehen. Allerdings wagte sie es nicht, sich umzudrehen. Zu oft war bereits ihre Fantasie mit ihr durchgegangen und sie hatte selbst im Pfeifen des Windes Selcais Stimme gehört.
    Aber da spürte sie seine Hand auf ihrer Schulter. Er war hier, er war wirklich hier.
    "Selcai!" hauchte Metes. Er war hier, sie sah in seine roten Augen. Sie liess die Wasserschläuche fallen, dass das Wasser in alle Richtungen davonspritzte.
    "Metes, ich habe dich vermisst!" sagte Selcai leise. Metes spürte die Freudentränen ihre Wangen hinunterrinnen. Stumm schlang sie ihre Arme um Selcai und liess sich von ihm festhalten. Mit geschlossenen Augen genoss sie die Geborgenheit, die seine Berührung ihr vermittelte.
    Nichts war mehr wichtig. Wasser hin, Wasser her, Selcai war zurück. Kein Sippenführer konnte ihr diesen Augenblick der Freude nehmen.
    "Metes! Träumst du wieder?"
    Metes riss die Augen auf. Hatte sie geträumt? Nein, Selcai war noch da, seine blaugrünen Haare wirbelten im Wind vor ihren Augen umher und sie spürte seine Wange an ihrer. Keine Illusion, er war da.
    Vom Zeltdorf her kam einer der Sippenführer, bestimmt wütend, dass er das Wasser für sein Bad nicht schnell genug bekommen hatte. Aber plötzlich blieb er stehen.
    Selcai hielt Metes jetzt nur mehr mit einem Arm um der Hüfte fest und drehte sich halb zum Sippenführer um.
    "Tretet näher, Sippenführer Karris!" sagte er. Mit kleinen Schritten kam Karris näher, und bei jedem Schritt wurden seine Augen noch grösser.
    "Fürst Miga Selcai!" stammelte er schliesslich.
    "Ich bin wieder zurück!" sagte Selcai und musterte Karris mit einem nicht gerade freundlichen Blick. "Ihr habt Metes nicht sehr gut behandelt, seit ich verbannt worden bin!" stellte er fest. Karris senkte den Blick.
    "Sie ist keine Neltane! Sie ist eine Vorga!" stiess er hervor.
    "Und Direlcai hat keine Achtung vor seiner Mutter?" fragte Selcai.
    "Er ist nicht Fürst!" flüsterte Metes: "Die Sippenführer haben es verhindert!"
    "Ihr habt es verhindert? Ich bin enttäuscht von euch!" knurrte Selcai. Karris sah ihn trotzig an.
    "Wir hatten keine Bestätigung von Eurem Tod!" sagte er: "Und wie ich jetzt sehe, wart Ihr auch nicht tot! Euer Sohn kann nicht Fürst werden, solange Ihr noch lebt!"
    "Vielleicht erinnert Ihr Euch daran, dass ich sagte, die Neltane dürfen auf keinen Fall ohne Fürst leben!" sagte Selcai: "Das stürzt einen Stamm nur ins Chaos! Jeder der Sippenführer ist nur auf den Vorteil für seine Sippe bedacht!"
    "Und Ihr nicht?" schnauzte Karris: "Ihr wollt doch, dass die Vorga über den Gesetzen steht!" Er gönnte Metes einen abschätzigen Blick.
    "Vielleicht erinnert Ihr Euch daran, dass ich dieses Gesetz für alle stammesfremden Marcoova ändern wollte!" schnauzte Selcai zurück: "Lavier und Tuibner gibt es genug zum arbeiten!" Karris machte einige Schritte rückwärts.
    "Tut mir leid, Fürst Miga Selcai!" murmelte er.
    "Ich höre Euch nicht!" bemerkte Selcai grinsend: "Sprecht lauter!" Karris zog die Brauen zusammen und versuchte es mit einem einschüchternden Blick, aber mit seinen blauen Augen gelang das nicht besonders.
    "Tut mir leid, Fürst Miga Selcai!" sagte er ärgerlich und etwas lauter.
    "Sprecht lauter!" verlangte Selcai: "Jahrelange Verbannung tut den Ohren nicht gut!"
    "Tut mir leid, Fürst Miga Selcai!" stiess Karris hervor und diesmal war Selcai zufrieden.
    "Danke, Karris, jetzt habe ich es verstanden!" sagte Selcai gnädig: "Lauft zurück und teilt den anderen Sippenführern mit, dass ich mit ihnen sprechen will!" Sofort lief Karris auf seinen eigenen, schon wieder fast verwehten Fussstapfen zurück ins Zeltdorf.
    Wieder schmiegte sich Metes an Selcai und genoss nur die Wärme seines Körpers. Nächte in der Wüste waren kalt.
    "Wie bist du entkommen?" fragte Metes leise.
    "Ich weiss es nicht genau!" seufzte Selcai: "Ich glaube nicht, dass Yanatu so unaufmerksam war, dass sie nicht bemerkt hätte, wie meine Seele flüchtet!"
    "Und dann hast du auch deinen Körper befreit?" fragte Metes.
    "Ja!" murmelte Selcai: "Yanatu ist tot!" Er strich zärtlich über Metes' Haare und hob dann ihr Kinn an.
    "Ich habe dich so vermisst!" flüsterte er: "Zwanzig Jahre Verbannung sind eine lange Zeit!" Metes sah ihn stumm an. Immer noch konnte sie ihr Glück kaum fassen. Er war zurück.
    Sie berührte vorsichtig mit den Fingerspitzen seine Wangen. So weich, er war nicht gealtert. Wieder sammelten sich in ihren Augenwinkeln Tränen. Selcai wischte sie zärtlich weg.
    "Ich lasse dich nie mehr alleine, Metes, ich werde immer bei dir bleiben!" sagte er: "Ich liebe dich!" Er bewegte sein Gesicht zu ihrem und Metes schloss die Augen. Ihre Lippen berührten sich, das erste Mal wieder seit zwanzig Jahren.
    Metes war es gleich, dass der Wind an ihren Haaren zog und die Kälte ihre Finger steif werden liess. Ihre erste, einzige und letzte grosse Liebe war hier bei ihr.
    Selcais Kuss war leidenschaftlich, wie Metes es so liebte. Er spielte mit ihrer Zungenspitze und leckte zärtlich über ihre Lippen. Gleichzeitig drückte er sie so fest an sich, dass Metes den kalten Wind fast nicht mehr spürte. Die Finger seiner rechten Hand tasteten spielerisch über ihren Nacken.
    Plötzlich änderte sich etwas, er liess sie langsam los. Metes öffnete ihre Augen und sah Selcai an.
    "Die Sippenführer, Metes!" murmelte er. Metes nickte.
    Sämtliche Sippenführer waren gekommen, auch jene, die bereits gebadet hatten und jetzt mit ihren nassen Haaren in der kalten Nacht eine Erkältung riskierten.
    "Ich habe alle Sippenführer hergerufen, Fürst Miga Selcai!" sagte Karris und neigte den Kopf. Selcai nickte knapp.
    "Ich, Fürst Miga Selcai vom Stamm der Neltane, bin zurückgekehrt!" rief er den elf Sippenführern zu: "Ich übernehme, was mir zusteht! Die Führung über den Stamm der Neltane!" Die Sippenführer verbeugten sich widerwillig.
    "Ich erwarte, dass bis zum morgigen Sonnenuntergang alle Neltane darüber bescheid wissen!" fuhr Selcai fort: "Weiters erwarte ich Berichte über den Zustand der Zeltdörfer, die Ausrüstung und Fähigkeiten der Kämpfer und Magier, die Anzahl der Neltane, und über die Gesetzesänderungen seit meiner Verbannung!"
    Selcai war zurück. Der Stamm der Neltane würde wieder aus dem Chaos auftauchen und aufblühen. Metes war stolz, Zeugin der Wende zu sein.
    Selcai winkte die Sippenführer fort, die sofort ins Zeltdorf zurückliefen. Dann drehte er sich wieder zu Metes. Sein Blick strahlte eine solche Wärme aus, wie Metes es nicht sehr oft bei ihm gesehen hatte.
    Wieder keimte in ihr der Gedanke, dass sie das alles nur träumte. War es vielleicht tiefe Nacht und sie lag auf ihrer Schlafmatte? Träume, das Einzige, was ihr die Sippenführer nie nehmen konnten.
    "Kneif mich, bitte!" murmelte Metes: "Damit ich weiss, dass ich nicht träume!" Selcai kniff sie zärtlich in die Wange.
    "Du träumst nicht, Metes!" flüsterte er: "Ich bin wirklich hier!" Wieder drückte er sie fest an sich. "Und ich werde immer bei dir bleiben!" Metes legte ihren Kopf auf seine Schulter.
    Selina und Direlcai! Die beiden mussten auch erfahren, dass ihr Vater zurückgekehrt war. Metes hob eine Hand und strich durch Selcais Haare.
    "Selina und Direlcai!" murmelte sie: "Wir müssen es ihnen sagen! Das können wir nicht den Sippenführern überlassen!" Metes spürte, wie die Umgebung sich veränderte, Selcai hatte sie ins Zeltdorf teleportiert.
    "Wo ist ihr Zelt?" fragte Selcai. Metes liess den Blick über die Zelte schweifen und deutete dann mit der rechten Hand auf eines, in dem noch Licht brannte.
    "Ich gehe voran!" flüsterte sie und befreite sich aus Selcais Umarmung. Geduckt schlüpfte sie durch den schmalen Schlitz im Zeltleder. Selina und Direlcai sassen auf ihren dünnen Schlafmatten und unterhielten sich leise. Als Metes sich zu ihnen setzte, blickten sie auf.
    "Mutter, geht es dir gut?" fragte Selina besorgt: "Ich habe gehört, wie Karris sich aufgeregt hat, dass du vom Brunnen noch nicht wieder zurück bist! Hat er dich wieder geschlagen?"
    "Es geht mir gut!" murmelte Metes: "Es ist ... Es gab selten einen schöneren Tag in meinem Leben!" Selina sah Metes verwirrt an. "Er ist hier! Er ist zurück!" sagte Metes: "Ich weiss nicht ... Ich bin so glücklich ..."
    "Mutter, es tut mir leid!" seufzte Selina: "Aber du gibst dich Illusionen hin! So oft hast du ihn gesehen oder gehört ... Er ist tot, Mutter, er wird nicht zurückkehren!" Metes schüttelte energisch den Kopf.
    "Er ist hier!" beharrte sie. Er war hier. Sie wusste es, sie hatte ihn gesehen, gehört und sogar gespürt. Selina schüttelte den Kopf und blickte zu Boden.
    "Dann führe mich zu ihm!" sagte sie: "Dann werden wir sehen, ob er ..."
    "Ich bin wirklich hier, Selina!"
    Selina blickte auf und starrte mit offenem Mund über Metes' Schulter. Direlcai rieb sich die Augen.
    "Vater!" murmelte er dann. Selcai setzte sich neben Metes auf den Boden und legte einen Arm um sie.
    "Ja, Direlcai, ich bin hier!" sagte er. Selina rutschte auf den Knien ganz nah zu ihm und streckte ihre Hand aus. Ganz vorsichtig berührte sie ihn mit den Fingerspitzen, als hätte sie Angst, dass er sonst verschwinden würde.
    "Selina, Mädchen, ich bin es!" flüsterte Selcai und drückte sie mit seiner freien Hand an sich.
    Er war zurück.


    Veria



    Re: Laharia - Die Rückkehr

    daenerys - 20.01.2005, 09:05


    Ach verdammt.
    Ich bin echt hin und hergerissen. Selcai ist zurück, und das kann einfach nichts gutes bedeuten, aber es ist so schön beschrieben, ich hab wirklich mit Metes gelitten und mich zugleich gefreut. Warum waren die auch alle so gemein zu ihr und ihren Kindern?
    Aber ich mochte Selcai ja schon immer. *g*
    Und bitte ja, poste Laharia bitte ganz hier. *g* Ich liebe diese Geschichte!

    :roll:



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