Die Geschichte des Sensenmanns - Kapitel I

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    Re: Die Geschichte des Sensenmanns - Kapitel I

    Knochenkönig - 11.06.2007, 10:07

    Die Geschichte des Sensenmanns - Kapitel I
    Die Geschichte des Sensenmanns
    Kapitel 1: Dunkel


    Das monotone Geräusch von fallenden Tropfen schläferte ihn ein - das Schweigen war zu seinem Wiegenlied, der Schmutz zu seiner Decke geworden in die er sich hüllte wenn der Frost kam,
    und der Frost war immer da...
    Das aufgeregte Fiepen der Nager die sich in die Ecken des nasskalten Gemäuers drückten und um irgendwelche Essensreste stritten, waren lange Zeit das einzige Geräusch, die die Zelle füllten.
    Die Zeit.
    Sie war innerhalb dieser Mauern zu nichts mehr als einem Wort, zusammengeschrumpft - zu einer entfernten Erinnerung.. war zu etwas bedeutungslosem geworden..
    Er lag da, die Augen blickten geistlos und leer zu der Decke, die sich irgendwo über ihm im ungewissen Dunkel verlor.
    Erinnerungen - Gedanken waren das Einzige, das ihm geblieben war und er klammerte sich wie ein Ertrinkender an dieses Treibgut, um nicht von dem Meer aus Wahn und Irrsinn verschluckt zu werden.
    Doch selbst die Bilder in seinem Kopf, diese waren mit der Zeit farblos geworden - kalte Echos die lange verhallt waren und aus denen, ohne das er es gemerkt hatte - jeder Glanz gewichen war, wie aus einer langsam verblassten Fotografie.
    Hier war sie... Seine Welt - Ein Licht und klangloser Ort, der noch nie ein Sonnenstrahl gesehen, klare Luft geschmeckt und so selten den Klang einer Stimme vernommen hatte.

    Auf den Wänden hockten in dichten Schichten grauer Schimmel und struppiges Moos.
    Der Zerfall nagte unermüdlich an dem Stein.
    Und inmitten all des Drecks und Fäulnis hatte er sich sein Nest gebaut, sein eigenes, kleines persönliches Königreich. Schatten sein Hofstaat, die Raten seine Narren, die für ihn tanzten.
    Hier residierte ihr Herrscher; eine trauriger Herrscher ohne Krone.
    Zusammengekauert und stumm, ein Wesen, das sich in Gedanken flüchtete - denn sich zu verlieren hieß, sich zu finden.
    Hieß, die alten Echos aufleben und den verblassenden Bildern in seinem Kopf wieder Farbe und Leben einzuhauchen
    .. und so verlor er sich in einer jeden Nacht von neuem.

    Darum war es erst das Geräusch schwerer Stiefel, die über Stein scharrten, die den Gefangenen aus seinem Taumel zwischen Apathie und Schlaf zurückholten.
    Unwillig krümmte er sich auf dem kalten Stein zusammen - Ketten rasselten im Dunkel.
    Mehr vermochte der Insasse dieses Trostlosen Ortes nicht zu tun - nur noch zu warten... warten auf das Unvermeidliche….geduldig harrend dem unvermeidlichen entgegen.
    Das Geräusch der Stiefel echote den Gang entlang, wurde lauter und zwängte sich, sich windend und drohend wie ein Parasit unter dem Türspalt hindurch.
    Die Schritte kamen schließlich vor der Türe zum Stehen, verklangen gleichgültig und kalt und tauschten sich mit dem Geräusch des Schlüssels, welcher sich im Schloss drehte – Der Riegel schnappte auf, Metall schrammte über Metall, als der erste Riegel zurückgezogen wurde, dann noch einmal, als der Zweite es dem Ersten gleichtat.
    Die Eisenpforte kreischte in rostigen Angeln, als diese aufgedrückt wurde.
    Ein Gedrungener Schatten füllte den Eingang aus, hinter ihm drang das nervös hüpfende Licht einer Fackel in den Raum. Der Bewohner der Zelle blinzelte gegen die ungewohnte Lichtquelle an. Der Gefangene warf dem verschwommenen Umriss, der im Türrahmen stand nur ein drohendes, warnendes Knurren, dass genauso gut von einem verletzten Tier hätte stammen können entgegen....
    Die Schatten fraßen das Licht, eroberten ihr Revier zurück und schienen die Farbe und die Wärme aus dem Feind namens Licht zu saugen, welches es gewagt hatte, in ihre Brutkammer einzudringen.
    Die Silhouette des Mannes bewegte sich auf ihn zu, ein ungeschlachter Balken Nachtschwärze, auf dessen breiten Schultern ein Kopf hüpfte - zwei weitere Formlose Gestalten folgten. Die Fackel scheuchte die gefräßige Dunkelheit zurück in ihre Winkel und Risse im Mauerwerk, die Schattenrisse der Männer - ebenso Substanz und Gesichtslos wie ihre Gestaltgeber selbst - duckten sich außerhalb des Lichtkreises zusammen.
    Die fetten Finger umklammerten den Stab der Fackel, als wäre es ein Stück Treibholz, das ihn vor dem Ertrinken bewahrte - vielleicht war es so - und das Licht, das am anderen Ende dieses mit einem Teerlappen umwickelten Stockes hockte, zeichnete tiefe Furchen in das aufgeblähte Gesicht des Trägers. Die wulstigen Lippen des Wärters verzogen sich zu einem zahnlückigen Grinsen. Es schien, als würden dem Fackellicht immer neue Dämonen entsteigen, die Zelle in einen Scherenschnitt atmender Schwärze zu verzerren.
    Die anderen beiden unerwünschten Besucher glitten an der am Boden liegenden Gestalt vorbei und machten die Ketten von der Rückwand der Zelle los.. Alles geschah in Windeseile – es war etwas, dass sie schon zig male getan hatten.
    Der Dickbäuchige beugte sich nieder, das bösartige Grinsen war nicht von seinen Lippen gewichen, nein im Gegenteil - es lag wie eine dunkle Wolke das ein Gewitter ankündigte auf seinem Mund.
    Eigenhändig und mit sichtlicher Befriedigung legte der fette Kerl dem geschundenen Geschöpf das starre Band um die Kehle, seine Finger umklammerten die Kettenglieder, die daran befestigt waren, mit roher Gewalt.
    "Auf!" befahl er herrisch.. Als der Gefesselte keine sichtbare Reaktion darauf zeigte, senkte der Knechter seinen kahlen Schädel noch näher an das Ohr seines Opfers..
    Seine Stimme war wie ein Zischen aus dem Dunkeln...das hämische Grinsen war zu einem schmalen Lächeln zusammengeschrumpft, einer Maske die Schmerz und Qual versprach. "Es gibt viel zu tun - komm Sensenmann!".
    Und obwohl kein einziger Windhauch durch das Gemäuer strich, begann die Flamme zu zittern und ihre Schatten tanzten wie ein Schwarm aufgeschreckter Vögel auf dem grauen Stein

    * * * * *


    Syth lehnte am Fenster, die Ellbogen auf den Sims abgestützt, starrte er aus dem Fenster, sein Gesicht war dem Fenster so nah, dass sein Atem die Oberfläche beschlug, er spürte den Frost der Außenwelt auf seiner Haut kribbeln - Seine Miene war unbewegt, sein Blick leer und losgelöst.
    Der Krieger betrachtete die Welt hinter dem Glas - Sie schien ihm so Fremd und unbekannt geworden zu sein - war es noch die seine? oder war alles darin namenlos und verstörend geworden?
    Still lag das winterlichte Tal vor ihm.
    Wie im Traum - erstreckte es sich in weite Ferne, glänzte und prahlte mit seinem jungfräulichen Kleid aus glitzerndem Silberglanz, das ihm der Winter geschenkt hatte.
    Der erwachende Morgen hob sich als ferner Lichtstreif von den Sägezähnen des Gebirges am Horizont ab.
    Vielleicht lag es an der schwere dieses Tages. Syth erschienen die Berge in der Dämmerung wie graue Phantome, unfreundlich und böse.. - ihm grauste es vor diesem Tag.
    Ein Pochen an seine Pforte riss ihn aus seinen düsteren Grübeleien.

    Der Mann seufzte und richtete sich auf - riss den Blick vom Fenster los und ließ diesen abschätzig durch den Raum wandern, den man ihm für seinen Aufenthalt in diesen Mauern als Lager zugeteilt hatte.
    Der Raum war nach seiner Meinung zu voll gestopft, wie eine vollgefressene Sau platzte er aus allen Nähten
    Prachtvolle Möbelstücke beanspruchten jeden freien Zentimeter vor dem Kamin, schwere Wandbehänge verschluckten selbst die Winzigkeit an Stein, verhingen eine jede Ritze im Mauerwerk mit ihren Prunkvollen Mustern und den Bildern von vergangenen Heldentaten ruhmreicher Könige und Regenten.
    Wuchtigen Bücherregale reckten ihre massigen Leiber vom Boden bis zur Decke - in ihren Regalen drängten sich Rücken an Rücken die kostbarsten Schriften aneinander - Syth stelle nüchtern fest das keines davon aussah, als hätte es je seinen Platz verlassen, oder wäre gar aufgeschlagen worden - nur Zierde eben.
    Ein schwerer Teppich wälzte sich wie eine fette Zunge bis zu dem Bett, das mit durchscheinenden Vorhängen und filigranen Tüchern geschmückt war. Die Stangen an denen die Tücher angebracht waren, waren aus dunklem Holz und übervoll mit Blattgold und Efeuranken geschmückt. - die gewaltigen doppelseitigen Flügel quollen über von den kompliziertesten Schnitzereien, die die Geschichte des Reichs erzählten.
    Den Platz über dem Türstock nahm eine Versammlung von Wildtieren, Blüten, Blumen und Blättern - allesamt aus dunklem Holz geschnitzt - ein.
    Zu beiden Seiten der Türe streckten Löwen aus blassem Marmor den Besuchern stolz ihre Brust entgegen. Noch einmal hämmerte es an seiner Türe - diesmal drängender.

    „Ja - Herein.“ Antwortete Syth dem lästigen Klopfen an seiner Pforte.
    Die Türe seufzte in den gut geölten Angeln beinahe lautlos, tat aber artig sein Werk und sprang auf - einen Spalt nur, kaum mehr als ein Fingerbreit
    „Herr?“ Ein rundes Gesicht lugte durch den schmalen Schlitz herein, die dunklen Schweinsäugelein huschten nervös von einer Seite des Raumes zur anderen, als erwartete es ein bleiches Schreckgespenst dass hinter einem der Wandbehänge hervorsprang – oder aber hätte schon eines gesehen.
    „Ist es......Er" verbesserte sich Syth "ist…Er hier?“ Der erfahrene Krieger bemühte sich seine Stimme ruhig und entschlossen klingen zu lassen, aber sein Innereien zogen sich bei dem Gedanken an das Kommende schmerzend zusammen.
    „Ja, my Lord - wie ihr es befohlen habt, mein Herr” schallte es unterwürfig von der Türe.
    Das Eichenportal wurde gänzlich aufgestoßen - die bewaffneten Männer traten ein - in eines jeden Hand lag eine robuste Kette aus gesegnetem Silber, der die vermummte Gestalt in ihrer Mitte zähmte - Ein Talar barg den Körper des Namenlosen, Schatten kauerten dick wie Tinte unter der Kapuze, ein raubtierhaftes Augenpaar schien wie ein blutiger Scheiterhaufen in der Leere darunter zu schweben.. Syth konnte die Flammen darin förmlich fressen hören...
    Der Gefangene trug den Geruch von Blut und Asche mit sich - Schwärze dünstete aus der Erscheinung, wie schwarzer Nebel, trank jedes Licht und Wärme aus dem Zimmer.
    Die Farben erschienen Syth plötzlich matt und kränklich... Das Zimmer war zu einem Relief aus scharfem Dunkel entartet.
    Der Diener schleppte sich zu Syth, streckte ihm die Hand entgegen - darin lag die Kette die zum Genick des Teufels führte wie ein bleicher, toter Wurm.
    Syth, der Bändiger griff mit verbissener Miene und kühlem Blick nach dieser... wohl mochten die Sterblichen in diesem Raum nicht gehört haben, welch geflüstert Worte über seine Lippen gesickert waren - Doch das Scheusal, das er an der Leine hielt, ruckte mit dem augenlosen Kopf zu ihm ....und Ihm war es, als höre er das erkaltete Echo seiner Worte hinter der Kapuze widerhallen..... „zur letzten Schlacht...“


    Syth stand unter dem sternenlosen Himmel - graue Wolkengiganten schoben sich über das Himmelsdach weg, unter ihrer Haut zuckten Blitze und aus ihren Bäuchen quoll der Donner...
    Im Blitzlichtgewitter war die Welt verrückt und verzerrt - Donnergrollen hallte zur niederen ebene.. mischte sich mit dem Brüllen der Trommeln...
    Die Bestie in seinem war erschreckend nüchtern geworden - still und unnahbar stand Es wie ein Keil aus geronnener Schwärze im zuckenden Licht, die Schatten quollen wie Sturzbäche aus tintenschwarzem Gewässer aus den Falten des Talars - Nur Syth spürte die Erregung des Unwesens, es fühlte sich an, als hätten die Blitze die Luft um sie herum elektrisch aufgeladen.
    Die Konturen ihrer Feinde hoben sich schwarz und namenlos von dem tristen Firmament ab.....

    Die Reihen ihrer Feinde rückten vor - walzten voran wie eine einziges Geschöpf aus Stahl und Fleisch gemacht.
    Die Lichterkleckse in ihren Händen schwollen zu Fackeln an, die unsicheren Formen gewannen langsam an Substanz und Farbe.. Hinter den schmalen Schlitzen ihrer Helme blitzten Augenpaare - sie waren nicht länger mehr Gesichtslos.....

    Syth kam alles so unwirklich so ….surreal vor, so als hätte er sich durch einen falschen Schritt in einen nächtlichen Alptraum verirrt. Selbst, als die Luft erfüllt war von einem seltsamen sirrenden Gesang und einige Männer neben ihm – die gefiederten Enden von Pfeilen bebten in ihrer Brust - zusammen sackten, erschien in dem stratoskopisch zuckenden Licht des Blitzgewitter´s alles so unecht und gestellt …
    Der Krieger spürte gar nicht wie die Metallkette seinen Händen entglitt, nur die seltsamen Worte die seine Lippen bewegten hallten dumpf und seltsam tonlos in seinen Sinnen nach.
    „Zerreiß sie!“
    Und ein Schatten rauschte vom Aufbrüllen des nahen Donners an ihm vorbei

    * * * * *


    „Ist es recht?“ fragte Syth , doch sein durchsichtiges Spiegelbild zeigte ihm nur dieselbe Hilflosigkeit in den grünen Augen, blieb aber ansonsten stumm.
    Wenn an diesem Tag eine Sonne schien, so hatte sie sich unter dem stahlgrauen Himmel versteckt, der schwer und trostlos über dem Himmel lag.
    Wie ein Leichentuch dachte sich der alte Krieger und musterte das schwärmende Volk, das sich unter ihm auf dem Marktplatz versammelt hatte.
    Sie schienen ihm wie ein Volk von Insekten mit bunten Chitinpanzern und klickenden Kauwerkzeugen. Alle hatten sich versammelt für das große Fest in ihrem Hügel.
    Rufe, Beschimpfungen wie auch garstige Flüche schwebten über dem gesichtslosen Volk – es war einfach, Verwünschungen auszuspucken, wenn das eigene Gesicht von der Menge gedeckt blieb…
    Und so sehr sich sein Blick auch für das bunte Käfervolk zu interessieren versuchte, seine Augen drifteten doch immer ab zu dem König der Insekten… Der Körper auf dem Holzpodium war schrecklich anzusehen.
    Arme und die Beine hingen in scharfe Drähte aufgeknüpft – Die Gelenke gebrochen - Stahl fraß sich gierig in das blasse Fleisch des Dämons, das schwarze Blut, das aus den unzähligen Schnitten quoll, färbte das Holz und rann in einem Spinnennetz nachtschwarzer Rinnsale durch die eigensinnige Maserung und Vertiefungen der Rinde.
    Die blattlosen Äste des Urteilsbaumes krümmten sich über seinem Kopf, die dürren Zweige tasteten vom Wind geleitet wie blinde Würmer dem Himmel entgegen…
    Urteilsbaum… Syth erschien dieser Name wie blanker Hohn, es war ein Brauch aus barbarischen Zeitaltern, als das Volk der Menschen noch jung und ihr Richtspruch von frevelhaften Göttern gebilligt wurden….Damals hatte man Diebe, Schurken und anderen Abschaum an den Baum geknüpft und gewartet bis die Raben ihm die Augen ausgehackt hatten oder er vor Hunger verendet war…
    Aber es war ein Baum für Menschen – und nicht für einen Teufel.

    Er hat seinen Zweck erfüllt… er wird nicht mehr gebraucht. Doch diese Gedanken mochten nichts ausrichten gegen den wummernden Schmerz in seiner Brust. Er kam sich ausgehöhlt und alt vor. Der Anblick war grausam, das Wesen lag nackt und ungeschützt unter dem stumpfen Himmel, dem Spott und Buhrufen preisgegeben – wie ein Schmetterling mit einer Nadel im Bauch.

    Die Raben kamen – die Tiere waren heilig und wollten den Verbrecher strafen – so hatten viele noch vor einigen Stunden gedacht.
    Aber nun hockten die schwarzen Vögel stumm und untätig auf ihren Balken und Fensterläden, ihr Gefieder raschelte immer leise, wenn sie die Flügel spreizten – ihre Augen blickten glanzlos wie erlöschte Kohle aus den Höhlen.
    Doch noch schlimmer war der Anblick des Ionoch-Baums. Auf seinen Ästen hockten die Raben wie faule Früchte.
    Ihr raues Geschrei klang selbst durch das Glas, das Syth von den Geräuschen der Außenwelt trennte, ungemildert laut.

    Seit einigen Minuten schon ging aufgeregtes Murmeln durch die Reihen der Gaffer, der Platz brodelte wie der Inhalt eines überkochenden Kessels.
    Syth bemerkte die Gestalt, die sich auf den Richtblock schob, sofort. Der Henker hatte sich eine schwarze Maske aus grober Baumwolle über den Kopf gezogen. Die weiße Naht, die diese Maske zusammenhielt und von der Stirn in einer unordentlichen zick-zack Naht bis zum Hinterkopf zog, verlieh ihm etwas Hässliches und Unmenschliches. Hinter den Sehschlitzen konnte Syth keine Augen entdecken.
    Das Geschöpf in den Fäden schien leblos wie eine Puppe, die Brust des Teufels hob sich schon seit langem nicht mehr.. und trotzdem lebte er , trotzdem wollte diese grausige Art von Leben nicht aus seinem Körper entweichen – Ein schwarzes Herz pumpte ihm noch immer sein verdorbenes Blut durch die Adern.
    Selbst der Berg von Mann welcher der Henker war schien seltsam klein und verloren auf dem Richtplatz..
    Dennoch war sein Schritt gerade und entschlossen. Applaus wurde laut, so als hätte ein berühmter Statist die Bühne betreten. Jeder wusste, welcher Akt dieser Schausteller in diesem blutigen Theaterstück zu erfüllen hatte.
    In den Händen trug der Vollstrecker einen Hacken aus glanzlosem Stahl, damit würde er in das Zentrum der Drähte greifen und es noch enger um den Baum zu ziehen – Stahl würde seelenlos der Gewalt gehorchen und sich zuziehen, bis es den Körper des Opfers vollkommen zerrissen hatte….Der alte Krieger ertappte sich dabei, dem Dämon einen schnellen und schmerzlosen Tod zu wünschen. Aber der Henker tat sein Werk immer mit langsamer, beinahe bedächtiger Genugtuung.
    Das gekrümmte Ende der Stange griff in den Knotenpunkt des Drahtgewebes….

    Blut spritzte über die Holzbretter und verfärbte sie schwarz.



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