Umgang mit sehr altem Hund

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    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 07.06.2007, 13:55

    Umgang mit sehr altem Hund
    Immer schon wollte ich miterleben, wie mein Hund alt wird. So viele schöne Momente, wenn man sich ohne Worte versteht. Erholsam, wenn der Hund gegenüber Artgenossen eine gewisse Gelassenheit an den Tag legt. Lustig, wenn er beginnt, verbotene Dinge zu tun – wie Fleisch vom Tisch klauen. Rührend, wenn er einem jüngeren alles zeigt, was er selbst gelernt hat. Eine sehr schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Doch nun, der Plastic ist heute 14 Jahre und 8 Monate alt, häufen sich die unschönen Dinge:

    - er kann oft nicht allein aufstehen
    - die Hinterbeine knicken weg
    - er rutscht auf dem Linoleum und den Fliesen aus
    - er kann die Treppe nicht mehr laufen und stolpert öfter
    - er verliert Kot im Auto und in der Wohnung
    - er schafft es manchmal zum Pinkeln nicht in den Garten
    - er ist unruhig
    - er hat öfter Wasser in der Lunge
    - er erkennt uns manchmal nicht
    - er hört und sieht schlecht
    - er verträgt die Hitze nicht

    Kurz: es geht ihm mit jeder Woche schlechter, wobei er selbst wohl „nur“ das Wasser in der Lunge als problematisch empfindet.

    Wie geht ihr mit euren Hunden in dieser Phase um? Macht ihr irgendetwas anders? Kann man einem so alten Hund helfen, die letzte Phase seines Lebens einfacher zu gestalten?

    Liebe Grüße



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 14:24


    Hallo Jana,

    ich finde es sehr rührend, wie du von deinem Senior berichtest.
    Einen guten Rat kann ich dir nicht geben, denn mein Opi ist erst 11,5 Jahre. Leider beginnen bei ihm auch die ersten Zipperlein...

    Ich drücke dir die Daumen, dass du noch ein Weilchen mit deinem Rentner verbringen kannst.

    Viele Grüße
    Birgit



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 14:54


    Hallo Jana,
    drück Deinen alten Platic mal ganz fest von mir!!!!

    Ich versuche bei meinem Oldie (langsam müsste ich ja sagen "bei meinen Oldies..) ihn so gut wie möglich mobil zu halten. Also möglichst viel Bewegung, im Sommer seit einigen Jahren nur mit abgeschorenem Fell möglich (über 900g gehen im Frühsommer runter). Wenn erforderlich Physio (sowohl in der Praxis durch Physiotherapeuten oder selbst zu Hause).

    Kann Plastic denn noch mit spazieren gehen?

    Für unsere Treppe (im Haus) werde ich demnächst Stufenmatten besorgen.

    Nach draußen lassen muss ich ihn tagsüber sowieso alle zwei Stunden, da er wegen seiner Nierenproblematik extrem viel trinden soll (und das muss ja auch wieder raus).

    Alles liebe für Deinen Oldie
    Evelyn



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 15:01


    Ja, alte Hunde. Es ist nicht immer schön... und doch möchte ich keinen Tag missen.

    Ronja ist mittlerweile ein betagtes Ömchen, 16 Jahre und 3 Monate hat sie auf dem Buckel.

    Ihr Gehör und ihre Augen lassen langsam nach, das ist aber nicht wirklich etwas, was uns stört. Pfeifen kann sie noch hören, so dass sie zumindest reagiert, wenn ich was von ihr will. Ein Auge ist blind, das andere hat nur noch geringe Sehkraft, aber wenn ich Winke, kann sie das noch sehen und kommt dann. Wenn sie stehen bleiben soll, brauche ich ihr nur auf den Rücken zu tippen, das klappt mittlerweile super.

    Sie ist noch stubenrein, allerdings muss ich konsequent alle 4 Stunden mit ihr raus. Wenn ich bei Schwiegermutter bin, geht sie selbständig in den Garten, um ihr Geschäft zu verrichten. Das klappt bestens.

    Ihre Beine sind ganz wackelig, auf rutschigem Untergrund hat sie keine Chance mehr und rutscht aus. Daher liegt in der ganzen Wohnung Teppich bzw. ein Läufer, so dass sie in alle Räume kann. In unserem neuen Haus liegen extra rutschhemmende Fliesen, da wird sie also auch keine Probleme bekommen.

    Ihr Fressradar funktionert nach wie vor bestens und ihr Appetit ist sehr gut (kleine verfressene Retriever halt :D ).

    Das einzige, was mir wirklich grosse Sorgen macht, sind die neurologischen Störungen, die sie seit einigen Wochen hat. Es passiert nur draussen und nur tagsüber, daher denke ich, dass das abnehmende Augenlicht damit etwas zu tun hat. Längere Spaziergänge kann sie schon eine ganze Zeit nicht mehr machen, aber das findet sie auch nicht wirklich schlimm (ja, sie ist schon ein klitze kleines bisschen faul :lol: ). Aber trotz all ihrer Probleme will sie immer mitten drin sein, alles mitkriegen. Und so lange es ihr noch so geht und sie leben will, werden wir alles tun, um es ihr gut gehen zu lassen, dem Ömchen. Sie hat in ihrem Leben so vieles mitgemacht, ist dem Tod zweimal von der Schippe gesprungen, irgendwie ist sie unkaputtbar.

    Ich mag nicht an den Tag denken, an dem sie nicht mehr leben will, aber wir werden ihr diesen letzten Wunsch erfüllen, wenn es so weit ist. Bis dahin freuen wir uns jeden Tag, dass sie bei uns ist-das Ömchen...



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 07.06.2007, 16:15


    Hallo Evelyn,

    ihn mobil zu halten, versuche ich auch. An manchen Tagen kann er morgens, wenn es noch kühl ist, mit auf die Wiese kommen und macht einen 20-minütigen Spaziergang mit. An anderen Tagen läuft er nur kreuz und quer durch den Garten. Schwimmen mag er leider gar nicht mehr, auch nicht, wenn es warm ist.

    Zitat: Nach draußen lassen muss ich ihn tagsüber sowieso alle zwei Stunden, da er wegen seiner Nierenproblematik extrem viel trinken soll (und das muss ja auch wieder raus).

    So oft muss Plastic nur, wenn er entwässert wird. Er darf alle 4 bis 5 Stunden nach draußen, wobei er es auch mag, mehrere Stunden im Garten zu liegen und vor sich hin zu dösen. Nächste Woche fängt der Hausbau an. Ab September kann er dann rein und raus, wann er will/ muss, ohne Treppe.

    Lässt sich Leo das gefallen mit dem Fellscheren? Plastic ist total zickig geworden. Wenn ich (ganz vorsichtig) sein Fell bürsten will, schnappt er (ohne mich zu verletzen). Dann knurre ich ihn kurz an und lobe ihn gleich wieder, wenn er artig ist.

    Viele Grüße



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 07.06.2007, 16:18


    Hallo Michaela,

    welcher Art sind die neurologischen Ausfälle bei Ronja?

    Ich schaffe jetzt Abhilfe am Fress- und am Trinknapf, die beide auf rutschigem Boden stehen. Vielleicht mit einer Gummimatte?

    LG



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 16:26


    Hallo Jana,
    Jana-FFE hat folgendes geschrieben: Schwimmen mag er leider gar nicht mehr, auch nicht, wenn es warm ist.
    oh wie schade! Ist er nicht mal so gerne geschwommen? Leo mochte Wasser noch nie sonderlich, heute ist er mal 4-5 Züge gepaddelt, um an einen Ball zu kommen. Da habe ich mich schon sehr gefreut.

    Zitat: Ab September kann er dann rein und raus, wann er will/ muss, ohne Treppe.
    Das ist ja dann klasse für ihn (und für die anderen natürlich auch! Und dann noch ohne Treppe :)

    Zitat: Lässt sich Leo das gefallen mit dem Fellscheren?

    Ja, das klappt wirklich gut. In 20 Minuten ist das gröbste weg. Dann nochmal etwas Zeit, damit es schön ordentlich und glatt aussieht. Was ja eigentlich nicht sooo super wichtig ist.

    Meinst Du, das Scheren wäre auch was für Plastic, wenn er es sich gefallen ließe?
    Leo ist immer total gut drauf hinterher! Diese Saison war er schon zweimal dran.

    Schönen Sonntag *äh* Donnerstag
    Evelyn



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 16:27


    Hallo Jana,

    diese Ausfälle hat sie nur draussen und es sieht so aus, als würde ihr jemand ins Gesicht schlagen. Sie nickt mit dem Kopf nach unten und fällt dann auch um. Sie rappelt sich aber sofort wieder auf und setzt ihren Weg fort. Ich habe momentan nicht das Gefühl, dass es sie wirklich stört, aber es sieht schon heftig aus...

    Ich habe vor dem Wassernapf eine Gummimatte liegen, das klappt super. Fressen nimmt die gnädige Dame nur noch im Liegen zu sich... :D



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 16:29


    EvelynLLL hat folgendes geschrieben:
    Meinst Du, das Scheren wäre auch was für Plastic, wenn er es sich gefallen ließe?
    Leo ist immer total gut drauf hinterher! Diese Saison war er schon zweimal dran.


    Das kann ich nur bestätigen. Ich schere Ronja und Kimba auch, wenn es draussen zu war wird. Erstmal sieht es sooo süß aus und es geht ihnen merklich besser. Kimba benimmt sich danach so gar nicht mehr wie ein 13-jähriger Hund und man merkt, dass sie förmlich aufblüht.



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 16:35


    Hi,

    Jana-FFE hat folgendes geschrieben:
    Ich schaffe jetzt Abhilfe am Fress- und am Trinknapf, die beide auf rutschigem Boden stehen. Vielleicht mit einer Gummimatte?


    Du könntest ein Stück Kunstrasen nehmen. Den gibt es in vielen Farben. Mit dicken Gumminoppen drunter trocknet er auch schnell.

    Viele Grüße
    Birgit



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 07.06.2007, 16:59


    Niemals würde Plastic sich scheren lassen - da kriegt er gleich einen Herzkasper.

    Kunstrasen ist gut, auch wenn's doof aussieht. Den benutzen wir für die Welpen auch.

    LG



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 07.06.2007, 17:00


    @ Michaela: Könnten das epileptische Anfälle sein? Bei einem jüngeren Hund hätte ich darauf getippt. Wenn sie sich gleich wieder aufrappelt, ist es ja noch okay. Aber nur draußen, das ist merkwürdig.

    LG



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    FFE-Bendix - 07.06.2007, 19:17

    alter Hund
    der Vorgänger von Bendix war ein Teckel, der 16 Jahre alt geworden ist. Sein Herz hätte es noch auf 20 Jahre gebracht.... der Tumor am Hoden aber leider nicht.
    Er konnte nicht mehr so gut hören und sehen. Vor jedem Grashalm hat er sich erschrocken, weil er die Entfernung nicht mehr ausmachen konnte. Fit gehalten habe ich ihn merkbar mit Vitamin "E" vom Aldi oder so... Danach hat er sich recht gut wieder auf den Weg gemacht. Vor seinem Hundesofa, welches er sich mit Samson geteilt hat, habe ich eine Aufsprunghilfe (indisches Sandsitzkissen) gestellt. Das hat er dankend angenommen. Im Garten hat er sich am Hang selber einen Weg gesucht. Die Verjüngung der Mauer hat er zum Absteigen benutzt. Klever. Als ich dann zu Norbert gezogen bin, gab es für Filou keine Hürde mehr. Vom Wohnzimmer geht es direkt in den Garten. Er hat immer mehrere Runden von der Küche über den Flur, Wohnzimmer, Garten, Wohnzimmer, Küche, Flur... gedreht. Irgendwann hat er sich in die Küche auf seinen Schlafplatz gelegt. Seine Bewegung hat er sich somit selber verschafft. Draußen habe ich ihn nur noch an die Leine genommen, damit er sich sicher fühlte. Ohne Leine fühlte er sich verloren.
    Jetzt liegt er in dem Garten, in dem er sich bis zuletzt so wohl gefühlt hat.... der gute Junge.

    Samson wird in 2 Monaten schon 10 Jahre alt, hat nicht so ein stabiles Herz und bekommt je nach Plan schon die ein oder andere Vitamin "E" Kapsel. Sein Herz stärke ich seit einem Jahr mit der Homöopathie. Der hält sich noch wacker, wird aber auch langsam eigensinnig...lieeeeb.

    LG
    Maria mit Samson und Bendix



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 07.06.2007, 21:41

    Re: Umgang mit sehr altem Hund
    Ach Jana, die Zeiten werden immer kürzen ne? :cry:

    Jana-FFE hat folgendes geschrieben:
    Wie geht ihr mit euren Hunden in dieser Phase um? Macht ihr irgendetwas anders? Kann man einem so alten Hund helfen, die letzte Phase seines Lebens einfacher zu gestalten?


    Ruhe gepaart mit einem gewissen Maß an "Action". Opi immer mit einbeziehen, ihm immer den Vorrang geben. Rutschige Flächen mit häßlichen Dingen 8) rutschfeste machen. Wenn er hinfällt ihm helfen und es lustig gestalten. Denn ich habe manchesmal das Gefühl das es Kimba z.B. doch etwas "stört" wenn er hinten über kippt. Viel knuddeln. :D

    Ehrlicherweise muss ich sagen, es ist wunderschön zu sehen wie sie alt werden und Weisheit ausstrahlen. Dennoch sind die Oldies verdammt anstrengend, auf ihre Art. Missen möchte ich das nicht, aber ab und an sind die Nerven ganz schön strapaziert. :?

    Riesen Knuddler an Plastic und Euch.



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 08.06.2007, 09:55


    Der Fred hat mich schon gestern mal wieder daran erinnert, dass auch uns hier diese Entwicklung nun wohl mehr oder weniger bald bevorsteht. Noch sind wir ja in der Genuss - Phase, aber gerade durch die Arthrose wird auch bei Pius schon immer häufiger deutlich, dass er einfach nicht mehr so kann wie er will :cry: :cry:
    Am liebsten liegt er inzwischen im Garten rum. Manchmal muß ich ihn sogar abends zwingen, rein zu kommen.
    Morgens ist Gassi gehen ok und auch ein bissl Bespaßung. Am allerleibsten ist ihm Wasser. Da blüht er auf!
    Aber abends will er schon lange nicht mehr wirklich los. Wenn man ihn nötigt geht er zwar, aber er erklärt einen sichtlich zum Tierquäler erster Klasse.



    Und dann kam gestern Abend noch eine sms mit anschließendem langen Telefonat von Pius´ ehmemaligem besten Kumpel aus Esslinger Zeiten:

    Spot ist am frühen Abend den Weg über die Regenbogenbrücke gegangen!

    Vor etwa einem halben Jahr war bei ihm ein Tumor im Bauchraum geplatzt. Der Wochenend-Notdienst hat es leider ncihtgleich richtig erkannt und so wurde er erst mal nur mit Schmerzmitteln behandelt. Unser TA hat dann operiert. Wegen dem großen Blutverlust wollten sie das Blut wenigstens im Bauchraum lassen damit er es resorbieren kann und so konnte man nicht nach Metastasen suchen. Aber es war anzunehmen, dass da etliche sind...
    Die Zeit zwischne der OP und gestern verlief gut. Es war möglich ihm durch Pysiotherapie (Danke Sille) und Traumeel zeitweise ohne Schmerzmittel eine gute Lebensqualität zu bieten. Erst in den letzten zwei Wochen wollte er dann an manchen Tagen nicht mehr Gassi gehen und in den letzten drei Tagen brauchte er wieder Metacam.
    Gestern konnte er weder Wasser lassen oder sich lösen, geschlafen hat er nur noch im sitzen, aufstehen wollte er aber auch mit Hilfe und nach nochmaliger Schmerzmittelgabe nicht mehr wirklich...

    So war es also deutlich an der Zeit, ihn gehen zu lassen.

    Das Schlimmste finde ich, wenn der Allgemeinzustand sich sehr schleichend verschlechtert. Wenn es über einen langen Zeitraum immer wieder gute und schlechte Phasen gibt. Dann ist man selbst so hilflos, kann kaum entscheiden, ob es egoistischer ist, den Hund weiter fest zu halten oder ihn gehen zu lassen...

    Ich kenne zwei Fälle, wo der TA schon 2-3x zum einschläfern gerufen wurde, weil sie wirklich litten (beide auch Krebs). Als der dann da stand hüpfte ein vergnügter ALthund durch die Wohnung und begrüßte den Vet... Also wieder verschieben...
    Davor habe ich echt Angst!



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 08.06.2007, 10:26


    Heute Morgen dachte ich, es ist soweit. Ich weckte Plastic, um ihn in den Garten zu bringen. Er machte ein Auge auf – und wieder zu. Okay, das ist ja nichts neues. Also habe ich ihn ein bisschen gestreichelt und gekitzelt, um die Lebensgeister zu wecken und ihm gut zugeredet. Dann war er vom Kopf her da, also habe ich ihn hochgehoben und auf die Beine gestellt. Raus aus der Wohnung, Treppe nach unten getragen, er hat im Garten ganz normal sein Geschäft verrichtet. Treppe wieder nach oben getragen, abgestellt, er läuft schon vor, während ich Liza ebenfalls helfe, der ihre Arthrosen zu schaffen machen. Ich komme um die Ecke im Flur, da sehe ich ihn straucheln. Im Fallen ein Schreien/Jaulen, das aber nichts mit Schmerzen zu tun hatte. Ich habe ihn noch abgefangen und vorsichtig abgelegt, er jaulte weiter. Halb weggetreten war er, flache Atmung und ein Vibrieren ging durch den Körper. Ich saß da mit ihm und streichelte ihn und in dem Moment wusste ich, dass ich damit umgehen kann, wenn es soweit ist. Meine Angst war immer, im Angesicht des Todes zu versagen. Doch eine tiefe Ruhe und Gelassenheit kam über mich. Was soll ich sagen? 45 min später half ich ihm dabei sich aufzurappeln und er fraß immerhin die Hälfte seines Futters inkl. Medikamente. Gleich danach verschwand er ins kühle Schlafzimmer und da liegt er immer noch.

    Viele Grüße



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 08.06.2007, 11:03


    Oh man, das ist ein Thema was mich immer tief berührt... ich habe schon zwei alte Hunde verloren... die beiden Collies mit denen ich aufgewachsen bin und die mit mir meine komplette Jugend verbracht haben! :?
    Beide Hunde sind alt geworden (Nikki 12 Jahre und Arco fast 13 einhalb) und beide Male war es verdammt schwer zu entscheiden, wann wir uns trennen mussten.

    Bei Nikki ist es mittlerweile 3 Jahre her. Damal hatte sie ziemlich starke Arthrosen und auch schlimme Hüften. Sie kam schwer hoch und sobald ein anderer unserer Hunde sie berührte fiel sie hin... wir haben das eine Zeit lang mitgemacht, aber eines Tages mochte sie wirklich nicht mehr aufstehen und ich bin in's Ruhrgebiet gefahren und wir haben sie erlöst. Im Nachhinein denke ich, wir hätten das schon ein bißchen eher tun sollen, denn es war nicht schön anzusehen, dass sie mich nicht mehr begrüßen wollte/konnte... :cry:
    Bei Arco haben wir es etwas besser gemacht. Ihn mussten wir im März diesen Jahres gehen lassen und auch bei ihm war es ähnlich wie bei Plastic... keine Treppen mehr, nur noch 5 Minuten-Runden, lag nur noch den ganzen Tag und schlief.
    Meine Mutter hat gesagt, wenn er nicht mehr alleine die Treppen gehen kann zieht sie einen Schlussstrich und so haben wir es dann auch getan. Aber ich denke für einen Collie ist über 13 Jahre auch ein seeliges Alter und so haben wir uns die schlimme Phase wie bei Nikki auch nicht angetan. Und dem Hund auch nicht...

    Jana, es ist wirklich nicht einfach eine Entscheidung zu treffen. Als TA sehe ich täglich Menschen, die nicht loslassen können. Ich habe mir immer geschworen das bei meinen eigenen nicht zu tun und trotzdem ist es bei Nikki passiert. Es ist wirklich schwierig den richtigen Zeitpunkt zu finden...

    Ich drücke dir die Daumen, dass dir Plastic irgendwie den Zeitpunkt mitteilt und es dir nicht so schwer macht wie unsere Collies...



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Anonymous - 08.06.2007, 11:03


    Ach Jana,

    das hört sich schrecklich an.
    Hoffentlich wird es draußen wieder kühler, damit es Plastic wieder etwas besser geht.

    Viele Grüße
    Birgit



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    Jana-FFE - 08.06.2007, 11:28


    Hi Melanie,

    mit den Treppen, das sehe ich nicht so. So lange Plastic und Liza auf ebenen Flächen laufen können, ist es für mich okay – und vor allem ist es für sie selbst okay. Ich glaube fest daran, dass es eine individuelle Sache ist. Bei Plastic, bei dem einfach der Kreislauf schlapp macht, wird es sicher einfacher werden, eine Entscheidung zu treffen als bei Liza, deren Herz top-fit ist, aber die Schmerzen in den Schultern hat. Aber vielleicht ist der Graue so nett und nimmt mir eines Tages die Entscheidung ab. Darauf hoffen wir ja alle irgendwo.

    Viele Grüße



    Re: Umgang mit sehr altem Hund

    FFE-Bendix - 08.06.2007, 18:12

    Filou
    meine größte Angst war nicht deuten zu können,wann Filou am Ende ist. Er hat es mir ganz deutlich gezeigt. Somit kann man wirklich letztlich damit umgehen. Man hat sich ja schon beinahe 3 Jahre mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass es irgendwann vorbei ist. Das er 16 Jahre alt wurde, war ein riesiges Geschenk an mich.
    Ausgerutscht mit dem alten Knaben auf dem Arm bin ich selber auf den Terassenstufen. Da man den Hund nicht los lässt, bin ich voll mit dem Rücken auf eine Bruchsteinstufe gefallen und war mir sicher, dass ich sterbe. Ich hatte 2 Lendenwirbelkörperfrakturen. Der arme alte Hund musste somit von jetzt auf gleich zu einer Freundin ziehen mit Samson. Dort hin, wo ihre Söhne (auch Rüden) wohnen. Da hat Samson so extrem auf Filou aufgepasst, dass es doch mal geknallt hat mit Balou (Sohn von Filou). Aber der Filou hat sogar diese Stressangelegenheit gemeistert. War schon ein Prachtstück.

    LG
    Maria mit Samson und Bendix



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