[Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

Kokoro No Senshi
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    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 29.05.2007, 16:52

    [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...
    The magical world of Anime
    Teil 2: … wenn Zenera erwacht





    Chapter 1


    Ihr Marsch verging schweigsam. Wendys neue Freunde hatten ihr automatisch die Führung überlassen, da sie als Einzige mentalen Kontakt zu Sam gehabt hatte. Zielstrebig wandte sich das Mädchen nach Norden, wo weit entfernt ein Bergmassiv aufragte. Als sich Seto unverhofft danach erkundigte, wie lange denn diese Con ginge, geriet Wendy kurz ins Grübeln, ehe sie Kaiba mitteilte, dass sie an diesem Tage zu Ende ginge. Der Hüne nickte kurz, erklärte den anderen, dass sie schon mal weitergehen sollten, griff nach der Hand des Mädchens und zog sie von der restlichen Gruppe fort.

    Und prompt fühlte Wendy wieder dieses seltsame Kribbeln, das sie schon gespürt hatte, als Ranma und Ryoga sie mitgenommen hatten. Es war in etwa so, als würde man eine unsichtbare Tür öffnen, einige Schritte durch einen dunklen Gang gehen und dann wieder durch eine weitere Tür hinausgehen. Kurz darauf standen sie vor dem rückwärtigen Teil des Gebäudes, in dem die Con stattfand und betraten das Haus gewissermaßen durch die Hintertür. Wie zu erwarten war, herrschte bereits hektische Aufbruchstimmung. Jeder suchte seine Sachen zusammen, es glich einem Chaos. Zunächst sahen die beiden zu, dass sie Sams Habseligkeiten einpackten und spürten dabei deutlich eine seltsame eisige Kälte. Kaiba blickte sich nachdenklich um, Sorge zeichnete seine Züge. Als Wendy ihn fragend anblickte, erklärte er ihr mit ernster Stimme, dass Zenera offensichtlich da gewesen war, um Sam zu schwächen. Die negativen Schwingungen waren nach wie vor vorhanden. Eile war also geboten.

    Nachdem sie Sams Sachen eingepackt hatten suchten sie Wendys Nachtlager auf. Resignierend seufzend stellte das Mädchen dabei fest, dass auch Michaela anwesend und gerade mit Packen beschäftigt war. Sie begrüßte Wendy in ihrer typischen quietschenden Art und nahm dann Seto intensiv in Augenschein, während Wendy in aller Hast ihre Sachen zusammenklaubte.
    „Du hast große Ähnlichkeit mit Kaiba“, stellte Michaela kurz darauf fest. „Gut gelungen, echt. Warum hast du am Kostümwettbewerb nicht teilgenommen? Du hättest bestimmt gewonnen.“
    Seto bedachte den Teenager mit einem abfälligen Blick, schaute dann kurz auf Wendy, die ihm zunickte und gemeinsam verließen sie den Schlafraum.
    „Eine richtige Nervensäge, die Kleine. Und dumm dazu.“ Kaiba schüttelte sich.
    „Warum bist du eigentlich immer so herablassend, Seto? Wir Menschen sind eben genau so unvollkommen wir ihr Anime-Charaktere. Aber du behandelst deine Umwelt immer wie Dreck. Es hat dir doch niemand was getan. Du schlägst selbst eine Hand aus, die man dir in Freundschaft entgegenhält. Freunde sind aber wichtig, Seto. Ich weiß das besser als jeder andere. Ich hab keine. Mit dem verrückten Anime-Freak will nämlich niemand was zu tun haben.“
    Der Hüne zog daraufhin irritiert eine Augenbraue hoch, während er seine Begleiterin eingehend musterte, aber schwieg. Dennoch schien es, als würde er über Wendys Worte intensiv nachdenken.

    Auf dem Parkplatz angekommen, den sie kurz darauf erreichten, machten sie sich auf die Suche nach Sams Wagen. Laut seinen Papieren fuhr er einen dunkelroten BMW, den sie eine kleine Ewigkeit später endlich entdeckten und einstiegen. Wendy konnte sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen, dass Seto den guten Sam wohl gefilzt habe, worauf sich dieser ein flüchtiges Grinsen erlaubte, ehe er den Wagen startete. Während Kaiba fuhr, suchte Wendy auf der Straßenkarte nach dem Weg und stellte dabei erstaunt fest, dass Sam nicht mal sonderlich weit entfernt vom Con-Gebäude wohnte. Etwa eine halbe Stunde später erreichten sie Sams Wohnung, stellten die Taschen achtlos auf den Boden und machten sich auf die selbe Art und Weise zurück zu den Freunden, wie sie auch zur Con gekommen waren.

    Schon von weiten erkannte das ungleiche Paar, dass die Clique ziemlich ratlos vor dem Bergmassiv stand. Tristan machte auf eine diesbezügliche Frage seinem Frust Luft und erkundigte sich skeptisch, ob das denn auch wirklich der richtige Weg sei. Für einen Moment verunsicherte er damit Wendy, die gedanklich die Bilder Revue passieren ließ.
    „Ich sah ganz deutlich Berge und diese hier sind die einzigen weit und breit“, beteuerte sie und blickte sich ebenfalls suchend um. „Habt ihr schon nach Geheimgängen und ähnlichem gesucht? Im Film gibt es dergleichen häufig.“
    Vielsagende Blicke wurden ihr daraufhin zugeworfen, dennoch suchten alle erneut schicksalsergeben das Geröll ab, bis Conan schließlich auf sich aufmerksam machte. Während er mit einer Hand heftig winkte, ließ er die andere immer wieder in der massiv wirkenden Felswand verschwinden. Fast triumphierend grinste Wendy daraufhin Joey und Tristan an, die sie leise brummend bereits als völlig durchgeknallt betitelt hatten.

    Einer nach dem anderen trat durch den versteckten Eingang ins Innere des Berges.
    Irgendwo tropfte es, die Töne klangen wie Peitschenhiebe. Ranken und Wurzeln hingen von der Decke herab und erschwerten der Gruppe zusätzlich das Weiterkommen. Immer wieder mussten sie sich ducken oder auf allen vieren unter den Ranken herkrabbeln. Trotz des mühsamen Vorankommens waren sie aber stets in Alarmbereitschaft, warteten förmlich auf irgendeine Art von Angriff.
    „Wa …Hiiilfe!“
    Mokubas Schrei gellte durch die Höhle, brach sich an den Wänden und wurde als ein vielstimmiges Echo zurückgeworfen. Von allen unbemerkt hatten sich die Ranken so weit herabgesenkt, dass sie Mokuba nun wie in einem Kokon gefangen hielten. Sofort eilten alle zu ihm und versuchten, ihn zu befreien. Doch je mehr sie zogen und zerrten, umso enger schlossen sich die Ranken um den Jungen.
    „Dann eben mit Gewalt“, knurrte Tristan und zog sein Klappmesser hervor. Als er den ersten Schnitt setzte, hallte ein ohrenbetäubendes Kreischen durch die Höhle. Die verletzten Ranken zogen sich peitschend zurück und Seto fing seinen zitternden Bruder auf.
    „Wir sollten vorsichtiger sein“, murmelte Yami, während er sich skeptisch umblickte. „Wer weiß, welche Überraschungen uns noch erwarten. Kommst du, Joey? Joey?“
    Leichenblaß deutete Wheeler mit einer Hand auf die Wand, von der ihn kleine rotglühende Augen anstarrten. Auch die anderen wurden merklich blasser und blickten sich nun ihrerseits unsicher um. Die ganze Gruppe war dermaßen mit Mokubas Befreiung beschäftigt gewesen, dass sie dem leisen Krabbeln um sich herum keine wirkliche Beachtung geschenkt hatten, was sich nun rächte. Hunderte von kleinen finsteren Augen funkelten in der Dunkelheit und schienen die Teenager feindselig anzustarren.
    „Was …. ist … das?“ Joeys Stimme zitterte.
    Bakura keuchte entsetzt und sprang einen Schritt zurück. „Spinnen“, erklärte er voller Ekel. „Fette, große Spinnen. Und sie sind uns nicht gerade freundlich gesonnen.“
    „Okay, langsam weitergehen, Leute. Nicht rennen, ruhig bleiben.“
    Selbst Setos Stimme klang nicht so gefestigt wie üblich.
    Ranma blinzelte auf die Spinnen, murmelte etwas Unverständliches, streifte seinen Rucksack ab und schaute dabei fragend in Ryogas Richtung, der nur zustimmend nickte und es ihm gleichtat. Ehe sie einer von ihrem Vorhaben abhalten konnte, stürmten die beiden bereits auf die Viecher, rissen sie von den Wänden und warfen sie in die Ranken, die sich automatisch um die achtbeinigen Kreaturen wickelten. Der Rest der Clique stand da wie angewurzelt und starrte nur aus entsetzten Augen auf die beiden Jungen, die diese pelzbewehrten Viecher einfach so in die Hände nahmen und wahllos in die Ranken warfen. Ab und zu war ein Würgen zu vernehmen; es war eindeutig, dass dem ein oder anderen schlecht bei dem Anblick wurde. Das Ganze dauerte vielleicht eine Viertelstunde, ehe Ranma und Ryoga zurück kamen und breit grinsten.
    „Die ärgern uns zumindest nicht mehr“, erklärte Hibiki und entfernte dabei noch eine letzte Spinne, die sich auf Tristans Rücken versteckt hatte. Der Junge sprang instinktiv aufschreiend einen Schritt zurück, während Ranma ihn angrinste und ihm kumpelhaft auf die Schulter klopfte. „Das war die letzte, wirklich. Ähm … war es doch, Ryoga, oder?“
    Natürlich sollte dieser Kommentar ein Scherz sein, aber Tristan, noch schockiert über die Größe der Spinnen, knurrte Saotome wütend an.
    „Noch mehr Überraschungen dieser Art vertrage ich heute nicht mehr“, gurgelte Joey zur selben Zeit und schüttelte sich angewidert.


    „Ähem, Leute?“ Bakuras Stimme klang ein wenig verlegen. „Da wir gerade von weiteren Überraschungen reden …“
    „… wir hätten da noch eine“, vervollständigte Conan den Satz.
    Ebenso wie Bakura deutete er auf ein Dutzend kleiner Steine, die sich sowohl um seinen, als auch um Bakuras Fuß gelegt hatten und die beiden so am Weitergehen hinderten.
    „Wie ist das denn passiert?“ Ryoga betrachtete sich die Steine neugierig.
    „Ein unheimlicher Ort ist das hier. Je schneller wir hier herauskommen, umso besser.“

    Sicher, damit hatte Tristan vollkommen Recht. Aber wie befreiten sie nun Conan und Bakura?



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 29.05.2007, 16:59


    Chapter 2



    Gemeinsam zogen und zerrten die Freunde an den Steinen, die an für sich klein waren, aber offenbar Tonnen wogen. Ihre Finger gruben sich in die schmalen Zwischenräume und schließlich gab der erste Stein widerstrebend nach. Verbissen und fluchend kämpften die Anwesenden sich weiter, bis es ihnen irgendwann gelang, selbige soweit abzutragen, dass Bakura und Conan ihre Füße aus der steinigen Umklammerung ziehen konnten. Keuchend vor Anstrengung standen alle beieinander und rangen nach Atem.
    „Die Sphinx-Göttin mag wohl keine Besuche“, knurrte Seto.
    „Anata“, korrigierte Yami. „Ihr Name ist Anata.“
    „Mir egal, wie sie heißt. Ich mag ihre Spielchen nicht.“
    „Sei still“, zischte Joey. „Wenn sie dich hört, jagt sie uns noch andere Dinge auf den Hals.“
    „Hast du etwa Angst, Wheeler?“ höhnte Seto.
    „Ich habe keine Angst“, knurrte Joey und reckte angriffslustig das Kinn.
    Ehe die beiden sich an die Gurgeln gehen konnten, ging Ranma dazwischen und erinnerte ziemlich energisch daran, dass sie als Gruppe zusammenhalten mussten, wenn sie ihr Ziel erreichen wollten. Die beiden Jungen warfen sich noch giftige Blicke zu, gingen aber dann Yami hinterher, der bereits zielstrebig weiterging. Auch der Rest der Gruppe folgte nun dicht aneinander gedrängt.

    Je weiter sie gingen umso mehr machte sich bei ihnen das Gefühl breit, sich im Kreis zu bewegen. Offensichtlich schlängelte sich der Weg serpentinengleich durch die endlos anmutende Höhle. Als Wendy zu frösteln begann, legte Yami ihr seine Jacke über die Schultern und blickte sie dabei leicht verlegen an. Sie schenkte ihm ein dankbares Lächeln, während sie sich weiterhin durch das dunkle Gewirr tasteten. Glücklicherweise ließen Ranken und Spinnen die Gruppe nun in Ruhe, obwohl sie alle manchmal glaubten, nach wie vor leises Getrippel von fingerdicken pelzbewehrten Beinen zu vernehmen.
    „Hast du eine Ahnung, wie lang der Weg noch ist?“ erkundigte sich Yami unverhofft, der neben Wendy herging, worauf diese die Achseln zuckte. Eine Bewegung, die in der Dunkelheit mehr zu erahnen als denn zu sehen war.
    „Die Bilder strömten flutartig auf mich ein, fast wie Lichtblitze“, erklärte sie scheu. „Ich weiß nur, dass uns nach der Höhle Sand erwartet.“
    „Sand?“ Der Pharao runzelte die Stirn. „Du meinst Wüste?“
    „Vielleicht auch Wüste. Auf jeden Fall sehr viel Sand“, erklärte sie nachdrücklich und gähnte verhalten. Erst dadurch wurde dem Mädchen bewusst, dass sich nicht nur ihr Geist in der Anime-Welt aufhielt, sondern auch ihr Körper. Was auch bedeutete, dass sie niemand finden würde, wenn ihr etwas zustoßen würde. Ein erschreckender Gedanke, wie sie befand, den sie auch sogleich zu vergessen versuchte.

    Als Yami plötzlich stehen blieb und angestrengt lauschte war es Ryoga, der zu ihm aufholte und aus zusammengekniffenen Augen nach vorne starrte.
    „Klingt nach Wind. Was meinst du, Yami?“
    Der Angesprochene nickte langsam. „Scheinbar nähern wir uns dem Ausgang“, erklärte er laut. „Wir sollten aber nach wie vor Vorsicht walten lassen. Noch sind wir nicht raus hier.“
    Mit noch größerer Sorgfalt setzten alle ihre weiteren Schritte und blickten sich immer wieder skeptisch um. Aber die erwarteten Attacken blieben aus. Nach endlosen Minuten erreichten sie endlich den Höhlenausgang und mussten als nächstes nach Conan greifen, der mutig vorgeschlichen war und nun auf den Zehenspitzen stehend wild mit den Armen ruderte. Als auch Wendy nach dem Kleinsten der Gruppe gegriffen hatte, erhaschte sie dabei einen Blick über seine Schulter und wurde leichenblass.
    „Oh-oh, nicht gut. Gar nicht gut“, murmelte sie entsetzt.
    „Probleme, Leute. Mächtige Probleme“, fügte Conan hinzu und deutete nach draußen.
    Auch die anderen lugten nun vorsichtig nach draußen – oder vielmehr nach unten.
    „Oh Gott, wie sollen wir denn da herunterkommen?“ Bakura wurde kalkweiß und begann zu zittern. Immerhin ging es einige Hundert Meter steil abwärts! Nichts für Leute mit Höhenangst. Eher abschätzend blickte Seto nach unten und schüttelte missmutig den Kopf. „Wir haben uns sehr schlecht vorbereitet. An ein Seil hat keiner von uns gedacht. Sackgasse.“
    „Nicht so voreilig, Kaiba“, unterbrach ihn Yami, der wieder in die Höhle ging. „Die Ranken und Wurzeln könnten uns dahingehend sehr hilfreich sein.“
    „Schon vergessen? Die Dinger wollten Mokuba erwürgen“, erinnerte Ryoga.
    „Ob verzaubert oder nicht. Es sind starke Ranken – ein perfektes Seil.“
    Yami blieb vor Wagner stehen und streckte ihm auffordernd die Hand hin.
    „Dein Messer, Tristan.“
    „Glaubst du wirklich, dass das funktioniert, Yu-gi?“ Er klang recht skeptisch, als er seinem Freund sein Klappmesser übergab.
    „Das weiß ich nicht“, gab Yami zu, der nach wie vor die Oberhand über Yu-gi hatte und verbissen mit der scharfen Klinge auf das Geflecht einstach, das ein schmerzerfülltes Heulen von sich gab. „Aber eine bessere Idee habe ich nicht“, nahm er den Faden der Unterhaltung wieder auf. „Du etwa?“
    Tristan musste verneinen und half dem Rest der Truppe dabei, die Stränge miteinander zu verknoten. Eine recht mühselige Arbeit, die nicht nur Kraft kostete, sondern auch ihrer aller Handinnenflächen blutig riss.

    Fast eine Stunde später hatten sie in Gemeinschaftsarbeit so viele Stränge zusammengeknotet, dass es tatsächlich bis zum Boden reichte.
    „Ich gehe vor“, erklärte Seto und blickte in die Runde. „Danach folgt Wendy. Dann Ryoga und Mokuba.“
    „Ach, und warum legst du die Reihenfolge fest?“ fragte Joey und bohrte dabei seinen Finger in Kaibas Brustkorb. Aus zusammengekniffenen Augen betrachtete Kaiba sein Gegenüber, ehe er dessen Hand beiseite schlug. „Benutze zur Abwechslung mal dein Gehirn, Wheeler“, sagte er mit einem drohenden Unterton in der Stimme. „Ein Großer, gefolgt von einem Kleineren. Und das immer im Wechsel. Die Jüngeren sind leichter und können von den Größeren eher im Zweifelsfalle aufgefangen werden. Und zur Erinnerung: Wendy ist ein Mensch, auch wenn sie im Moment nicht danach aussieht. Wir sind für sie verantwortlich.“
    Joey wollte zunächst widersprechen, blickte aber verlegen in Wendys Richtung. Wie alle anderen hatte auch er sich dermaßen an den Anime-Looklike der Menschenfreundin gewöhnt, dass er diesen Umstand tatsächlich vergessen hatte. Kaiba wartete auch keinen weiteren Kommentar ab, sondern kletterte auf den kleinen Vorsprung und packte das improvisierte Seil mit beiden Händen.

    Der Abstieg begann …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 29.05.2007, 17:02


    Chapter 3


    Unsicher lugte das Mädchen über den Rand und im selben Moment wurde ihr übel, als sie nach unten blickte. Als Yami ihr auf die Schulter tippte und ihr aufmunternd zunickte, schüttelte sie blass vor Schreck den Kopf. „Ich … ich kann … nicht.“
    „Wieso nicht?“ Seine violetten Augen musterten sie verständnislos.
    „Höhenangst“, erklärte sie lakonisch, während sie sich an der Wand festkrallte.
    „Oh – verstehe.“
    Unerwartete Hilfe erhielt Wendy im nächsten Moment durch Bakura, der zugab, ebenfalls an Höhenangst zu leiden. Allerdings munterte er damit die Menschenfreundin nicht wirklich auf, also versuchte er eine andere Strategie und meinte mit einem schiefen Grinsen, dass er vorginge. Falls er den Halt verlöre, würde er halt Bekanntschaft mit Setos Kopf machen. Und falls sie fallen würde, würde sie zumindest weich fallen, nämlich auf ihn drauf. Die Freunde schmunzelten bei der Vorstellung, während Bakura weiterhin versuchte, den Abstieg ins Lächerliche zu ziehen. Aber in seinen großen braunen Augen irrlichterte die Angst. Die konnte er nicht verbergen, obgleich er es tapfer versuchte.

    Schließlich lenkte Wendy ein und der weißhaarige Junge schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, ehe er auf den Vorsprung kletterte, die Wurzel straffte und sich vorsichtig mit den Füßen einen Weg nach unten ertastete. Noch immer zitternd stand Wendy am Rand, beobachtete den Freund und krallte ihre Finger in die Felsen.
    „Ich kann das nicht. Ich kann nicht.“
    Ehe das Mädchen dazu kam, wieder in die Höhle zurück zu gehen, war jemand schattengleich neben ihr – Ryoga. Er schlug ihr vor, sich an ihm festzuhalten, während sie zusammen herunterklettern würden. Sie wollte protestieren, doch als sie seinen entschlossenen Gesichtsausdruck wahrnahm, erlosch der Versuch ihres Einwandes.
    „Schaffst du das auch wirklich, Ryoga?“
    Er blickte kurz hoch und zwinkerte Yami zu. „Mach’ dir keine Sorgen. Das klappt schon.“
    Danach blickte er nach unten; sah, wie Bakura tapfer weiterkletterte, packte anschließend energisch nach der Wurzel, suchte mit den Füßen nach Halt und packte das Mädchen um die Hüfte. „Nicht nach unten sehen, Wendy. Fertig?“
    „Nein, aber das ändert es nicht, oder?“
    „Nicht wirklich.“ Er grinste und stieß sich ab, während sich Wendy panikerfüllt an ihm festkrallte.

    Ranma beobachtete die kleine Gruppe skeptisch und schüttelte den Kopf.
    „Wir muten ihr zu viel zu“, bemerkte an Yami gewandt, der ebenfalls den Kletternden zusah. „Aber sie hält sich tapfer“, grinste er. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sie für einen von uns halten.“
    „Ja, damit hast du Recht. Okay, Mokuba. Du bist an der Reihe.“
    Der zwölfjährige nickte und griff bereits nach der Wurzel, als Yami darauf hinwies, dass Ryoga schon auf Wendy aufpassen müsste und es daher ratsamer sei, erst Tristan vorgehen zu lassen. Dieser grinste siegessicher.
    „Alles klar, Leute. Ich halte ein wachsames Auge auf die beiden. Mokuba, du hältst dich dicht hinter mir. Danach Joey und Conan. Wir sehen uns dann auf sicherem Boden.“
    Einer nach dem anderen kletterte abwärts. Zum Schluss standen nur noch Yami und Ranma oben, die das improvisierte Seil festhielten und somit das Gegengewicht darstellten. Manchmal blickten sie nachdenklich in die Höhle. Irgendwie verlief alles viel zu glatt. Keine Spinnen, keine Steine … es war zu ruhig nach dem, was schon vorgefallen war.

    Als sie einen Pfiff vernahmen, blickten sie erneut über den Rand und erkannten, dass Seto sicher unten angekommen war und nun die Ranken festhielt, um dem Rest der Gruppe besseren Halt zu geben. Alles schien in Ordnung zu sein – bis auf das tiefe Grollen, das ohne Vorwarnung aus dem Berginneren erklang. Von jetzt auf gleich erbebte der Boden, Steine kullerten über den Abhang direkt auf die Kletternden. Bakura klammerte sich verzweifelt an die Ranken, Mokubas Schrei gellte über das plötzlich aufkommende Tosen. Tristan konnte den Jungen im letzten Moment greifen, ehe dieser in die Tiefe und den sicheren Tod stürzen konnte. Auch Wendy schrie vor Angst auf, während Steine und Sand auf sie niederprasselten. Ryoga drückte das Mädchen kurzerhand an die Wand und schützte sie somit mit seinem Körper. Joeys laute Rufe wurden von dem Tosen regelrecht überrollt, während Kaiba auf dem Boden heftig gestikulierte. „Verdammt, beeilt euch! Runter!“

    Währendessen rangen Yami und Ranma oben auf dem Plateau nach Halt. Das Beben war so stark, dass es die Jungen regelrecht von den Füßen riss. Der Pharao sah die heranrollenden Steine zu spät und wurde von ihnen mitgerissen, sodass er über den Höhlenausgang rutschte und abzustürzen drohte. Gerade noch rechtzeitig umschlangen Ranmas Hände die Gelenke des neuen Freundes und zogen ihn wieder in die Höhle. Schweratmend blieben sie kurz liegen, ehe sie weiterem Geröll ausweichen mussten. Beiden war klar, dass auch sie endlich herunterklettern mussten und griffen bereits nach den Ranken. Aber ein Blick nach unten verriet ihnen, dass die Prozession nicht weiter kam. Bakura krallte sich an den Ranken fest, war vor Schreck wie gelähmt. Tristan hatte Mokuba gegen die Wand gedrückt, um den Jungen so zu schützen, Joey hatte das Gleiche mit Conan getan.
    „Ryoga! Ihr müsst weiterklettern!“ Ranmas Stimme wurde von dem ohrenbetäubenden Getöse förmlich überrannt. Dennoch hatte sein Freund ihn gehört. Energisch schüttelte er Wendy durch, die ihn nur aus schreckgeweiteten Augen anstarrte. Sie war so schockiert, dass sie nicht in der Lage war, auch nur einen einzigen Schritt weiter zu klettern. Immer noch prasselten Sand und Steine auf die Teenager herab.
    „Jetzt reiß dich zusammen, Wendy. Die anderen können nicht weiter, solange wir nicht weiterklettern. Also runter jetzt.“
    Im stummen Entsetzen schüttelte das Mädchen den Kopf und bekam Ryogas Wut in Form von zwei klatschenden Ohrfeigen zu spüren.
    „Wir klettern jetzt weiter runter!“ herrschte er Wendy dabei an. „Einen Schritt nach dem nächsten. Ich halte dich fest. Und jetzt abwärts mit dir, damit wir alle wieder sicheren Boden unter die Füße bekommen.“
    Von seinen Ohrfeigen noch immer schockiert, nickte das Mädchen und setzte gehorsam ihre Schritte nach unten, wobei sie sich nach wie vor an Hibiki festklammerte. Die nächste Hürde war Bakura, der trotz Ryogas Schimpferei immer nur den Kopf schüttelte und sich dabei noch mehr vor Angst verkrampfte. Aber irgendwie überredete er den Jungen doch noch, der sich zitternd und unsicher weiter nach unten tastete. Und nach einer Ewigkeit spürten alle wieder Boden unter sich und ließen sich einfach in den Sand fallen. Wendy und Bakura hockten leichenblass zwischen ihren Freunden und waren minutenlang nicht ansprechbar.
    „Geschafft. Oh Mann, was für ein Abstieg.“ Joeys Stimme bebte vor Erschöpfung.

    Und so plötzlich, wie das Tosen und Beben begonnen hatte, verstummte es auch wieder. Von einer Sekunde zur nächsten war es gespenstisch still.
    „Das verheißt nichts Gutes. Die nächste Überraschung lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.“
    Wie Recht Ranma damit haben sollte, bekamen die Freunde schon sehr bald überdeutlich zu spüren …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 06.06.2007, 23:17


    Chapter 4


    Keuchend und nach Atem ringend saßen oder lagen alle am Boden. Jeder von ihnen bemühte sich darum, das Zittern aus seinem Körper zu vertreiben. Die Angst saß ihnen allen tief in den Knochen und war ihnen mehr als deutlich ins Gesicht geschrieben.
    „Ich kann nicht mehr.“
    Japsend ließ sich Conan neben Wendy auf den Boden fallen. Während sie dem Jungen noch erleichtert zulächelte wanderte ihr Blick umher und saugte sich schließlich an Bakura fest, der mit verbittertem Blick auf seinen Milleniums-Ring starrte. Also rutschte sie zu ihm herüber und blickte ihn fragend an. „Alles in Ordnung, Bakura?“
    Wider Erwarten schüttelte er den Kopf. „Gar nichts ist in Ordnung. Ich hasse ihn.“
    Eigentlich war es mehr ein Gemurmel und ehrlich gesagt, verstand Wendy nicht ganz, worauf er hinauswollte und stellte ihm eine entsprechende Frage, worauf Bakura auf den Milleniums-Ring deutete. „Ihn. Den Geist des Ringes.“
    „Und warum? Er hat dir doch heute nichts getan.“
    „Genau das ist der Punkt, Wendy.“
    Bakuras Stimme klang immer verbitterter.
    „Wenn du ihn Yami nennst weiß ich, dass wir den Pharao vor uns haben. Aber wir sehen nach wie vor Yu-gi. Wir spüren nur die Veränderung in seinem Wesen, nicht die seines Aussehens. Er erkennt den Unterschied sehr wohl.“ Er tippte damit abermals auf den Ring und seufzte. „Yu-gi und Yami sind ein Team, sie halten zusammen. Er hingegen findet es amüsanter, meinen Geist in den hintersten Winkel meiner Selbst zu verbannen und meinen Körper zu übernehmen, wann immer es ihm beliebt. Er schadet meinen Freunden und ich kann nichts dagegen tun. Er hätte mir vorhin helfen können, aber darauf hatte er wohl keine Lust. Yami schützt Yu-gi, er übernimmt ihn nicht einfach. Ich wünschte, ich könnte mich seiner entledigen, aber das geht nicht.“
    Für einen Moment schwieg Bakura, warf Yami dabei einen scheuen Blick zu, der sich zu ihnen setzte, um seinem Freund besser zuhören zu können.
    „Ich weiß nicht, wie oft ich den Ring schon weggeworfen habe, ihn verbuddelte oder im Schrank eingeschlossen habe. Leider ohne Erfolg. Das Ding verfolgt mich wie ein Magnet. Es taucht einfach immer wieder auf. Es ist fast so, als wollte er mich damit verspotten.“
    Abermals blickte er auf Yami, der ihn noch immer nachdenklich anblickte.
    „Ich beneide euch um euren Teamgeist und um eure Freundschaft. Er ist mein Feind – und ich werde ihn einfach nicht los. Du würdest Yu-gi niemals etwas antun. Das unterscheidet dich immens von ihm.“
    „Hast du schon mal versucht, mit ihm zu reden?“ erkundigte sich Yami.
    Bakura lachte heiser. „Das will er gar nicht. Er ist von grundauf böse. Ich weiß nie, was er vorhat und damit bin ich eigentlich eine Gefahr für euch.“
    „Blödsinn“, widersprach Wendy, während sie ihm den Ring aus der Hand nahm und ihn neugierig betrachtete. Dabei entdeckte sie etwas Kurioses, hantierte an dem Kegel und nahm den Faden der Unterhaltung wieder auf.
    „Du weißt, dass die Kegel nur aufgesteckt sind, oder? Was würde denn zum Beispiel passieren, wenn man den Ring einfach auseinander nehmen würde?“
    Als sowohl Bakura als auch Yami verwirrt auf den Ring schauten, wollte das Mädchen demonstrieren, was sie entdeckt zu haben glaubte. Aber besonders weit kam sie nicht.
    „Hör’ sofort damit auf!“ donnerte eine Stimme vor ihr. Ganz langsam hob sie darauf den Kopf und bemerkte eine durchscheinende Figur direkt vor ihr, die sie aus wutblitzenden Augen anstarrte. Trotz der seltsamen Situation schaffte es das Mädchen tatsächlich, eine sarkastische Bemerkung von sich zu geben, was die Laune des Geistes vor ihr keineswegs besserte. „Laß’ deine Finger von dem Milleniums-Ring, Menschenmädchen.“

    Bakura, der nach wie vor neben Wendy saß, wurde noch blasser. Ihnen gegenüber stand tatsächlich der Geist des Ringes. Es war schon merkwürdig. Auf den ersten Blick sah er wie Bakuras Zwillingsbruder aus, wenn man von dem durchsichtigen Körper einmal absah. Aber auf dem zweiten Blick erkannte man extreme Unterschiede. Der Blick des Geistes war haßerfüllt, kaltherzig – schon fast grausam. In Bakuras Augen hingegen lagen Wärme und Gutmütigkeit. Die beiden konnten wahrlich nicht unterschiedlicher sein.

    „Nun, offensichtlich habe ich einen Schwachpunkt in deiner Heimstätte gefunden“, bemerkte das Mädchen spöttisch. „Also - was würde passieren, wenn ich den Ring demontieren würde? Verlierst du dann deine Zuflucht oder deine Macht über deinen unfreiwilligen Wirtskörper?“
    Der Geist des Ringes knurrte drohend, enthielt sich aber einer Antwort.
    „Ich deute dein Knurren mal als ein sowohl als auch.“ Grinsend wandte sich Wendy Bakura zu und reichte ihm den Ring. „Sieht ganz so aus, als würdest du doch am längeren Hebel sitzen, mein Freund. Du brauchst den Ring offensichtlich nur auseinanderzunehmen, um ihn loszuwerden. Wie findest du das, Bakura?“
    Zum ersten Mal am heutigen Tage sah sie den Jungen lächeln. „Auf die Idee bin ich bislang nicht gekommen. Ich war immer der Meinung, das Ding sei aus einem Guss, daher hab ich darauf auch nie geachtet. Vielleicht sollte ich die Gelegenheit ergreifen und mich endlich deiner entledigen. Damit ich wieder ein normales Leben führen kann.“
    „Das wagst du nicht. Dafür bist du zu schwach.“
    Erstaunlicherweise klang die Stimme des Geistes sarkastisch.
    „Darauf würde ich keine Wette abschließen“, bemerkte Wendy grinsend. „Aber bevor dir Bakura das unter Beweis stellt, würde ich gerne eines wissen. Wie heißt du eigentlich?“
    Der Geist blickte das Mädchen verdutzt an – zumindest wirkte es so. Eine derartige Frage hatte ihm wohl noch niemand gestellt.
    „Ich habe keinen Namen. Du kannst mich Dieb nennen, denn genau das bin ich.“
    „Das kann ich – ehrlich gesagt – kaum glauben. Jeder hat einen Namen und du mit Sicherheit auch. Ich hab ihn auch mal irgendwo gelesen, aber er fällt mir nicht ein. Hmmm, Dieb klingt doch sehr abwertend, findest du nicht? Ich denke, ich werde dich Baku nennen, bis mir dein richtiger Name wieder einfällt.“ Mit schiefgelegtem Kopf blinzelte sie ihr Gegenüber dabei an, wartete auf seine Reaktion und der Geist schnaubte nur verächtlich.
    „Wenn es dir so beliebt.“
    Bakura indessen schraubte betont langsam an einem der Kegel herum und beäugte dabei den Geist, der ihn so lange Zeit gequält hatte.
    „Hör’ sofort damit auf, Bakura. Laß’ das!“
    „Warum sollte ich? Jetzt, wo ich weiß, wie ich dich zur Abwechslung mal knechten kann, will ich es auch auskosten.“
    „Warte, Bakura. Mir fällt da gerade etwas ein.“
    Fast enttäuscht blickte der Junge auf Yami, der den Geist intensiv musterte. „Wir sind uns doch darüber einig, dass Zenera von Grund auf böse ist, richtig?“
    Allgemeines Nicken antwortete dem Pharaonen-Ego. „Nun, Baku ist ebenfalls böse, genau wie sie. Es mag vielleicht absurd klingen, aber vielleicht brauchen wir noch jemanden, der so denkt wie Zenera. Und dann könnte er uns helfen.“
    „Eine interessante These“, murmelte Seto, der seinen Blick verwirrt zwischen den beiden hin- und herpendeln ließ.
    „Eine These, die einen fatalen Fehler aufweist“, bemerkte der Geist spöttisch.
    „Und der wäre?“ erkundigte sich Yami.
    „Wer sagt euch denn, dass ich euch helfen würde?“ Er lachte meckernd.
    „Nun“, entgegnete Wendy langsam und nickte Bakura aufmunternd zu. „Falls du es nicht machst, wird Bakura den Ring einfach demontieren. Und was das für dich bedeutet, brauchen wir ja nicht mehr zu diskutieren, oder? Du wirst uns helfen, Baku. Verlaß’ dich darauf. Denn Bakura hat dich von jetzt an in der Hand. Also wirst du schön parieren, wenn du nicht vernichtet werden willst. Und eines kannst du mir glauben. Wir werden unseren Freund gerne daran erinnern, was er tun muss, um dich handzahm zu bekommen.“
    Baku grollte vor Zorn. „Warum drohst du dem Pharao nicht auch damit? Er benutzt Yu-gi schließlich ebenfalls als Wirtskörper.“
    „Das stimmt“, bestätigte Yami mit einem Lächeln. „Aber im Gegensatz zu dir suche ich
    Yu-gis Freundschaft. Er und ich sind ein Team, wir vertrauen einander. Und auf diese Weise sind seine Freunde auch zu meinen Freunden geworden. Ich weiß, dass ich auf sie bauen kann. Ich käme nie auf die Idee, Yu-gi auszunutzen oder ihn zu missbrauchen. Das, was du Bakura antust, grenzt schon an geistiger Vergewaltigung. Er hat nicht einmal die Möglichkeit, sich zu wehren. Aber zum Glück ändert sich das ja ab heute.“
    „Das wirst du bereuen, Menschenmädchen. Darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Bilde dir nicht ein, mich besiegt zu haben. Noch lange nicht.“ Mit einem Fluch auf den Lippen löste sich der Geist danach auf und verschwand wieder im Ring.

    Erstauntes Schweigen machte sich in der Gruppe breit. Jeder einzelne hatte den Geist gesehen und war verblüfft und irritiert, während Bakura schadenfroh grinste.
    „Das gibt dem Ganzen eine interessante Wendung. Jetzt werden wir ja sehen, wer hier wen in der Hand hat. Danke, Wendy.“
    „Jederzeit, mein Freund, jederzeit.“
    „Dem hast du es ganz schön gegeben. Mann, in dem geplätteten Zustand hab ich den Geist noch nie erlebt. Soviel zu seiner Überheblichkeit.“ Wheeler grinste von einem Ohr zum anderen.
    „Du hast eine sehr kluge, aber auch gefährliche Entscheidung getroffen“, bemerkte Yami nachdenklich. „Baku ist jetzt wütend, und das macht ihn noch gefährlicher. Er wird nichts unversucht lassen, sich an dir zu rächen, Wendy.“
    „Das mag sein, Yami“, bestätigte die Angesprochene und stand ächzend auf. „Aber er wird es sich zweimal überlegen. Außerdem habe nicht ich diese Entscheidung getroffen, sondern wir, mein Pharao. Du hängst da genau so mit drin wie ich“, erinnerte sie ihn augenzwinkernd.
    „Wir haben genug Zeit vertrödelt“, bemerkte Seto in diesem Moment. „Wir sollten weitergehen. Bei Tag ist es zwar heißer, aber ungefährlicher. Wir können unsere Feinde eher sehen. Und noch ist es hell genug. Also, weiter geht’s.“

    Schicksalsergeben gingen sie also weiter durch den weichen gelben Sand. Unbewußt blieben alle dicht beieinander und beobachteten dabei aufmerksam ihre Umgebung. Weit und breit wies nichts auf Gefahr hin. Aber sie wussten ja zu gut, dass dies nun wirklich nichts zu bedeuten hatte. Irgendwann blieb Conan abrupt stehen und blickte sich alarmiert um. „Was war das?“
    Auch Mokuba blieb stehen und suchte den Sand ab. „Etwas, das uns nicht gefallen wird. Eine Bewegung unter uns.“
    „Vermutlich Wüstenschlangen“, bemerkte Yami, der sich ebenfalls den Sand aufmerksam betrachtete. „Sie sind meist klein und eher harmlos.“
    Das klang nicht wirklich beruhigend und brachte die Clique nur dazu, schneller zu gehen.
    „Sind die wirklich harmlos?“ Conan zeigte sich ein paar Minuten später von seiner hartnäckigen Seite.
    „Soweit ich weiß – ja.“
    „Was soll das heißen – soweit du weißt? Du bist doch eigentlich in Ägypten zu Hause, Yami.“
    „Wie du schon selber richtig bemerktest, Conan. In Ägypten. Wir sind aber nicht in meiner Heimat, sondern nur in irgendeiner Wüste, die voller Gefahren stecken könnte.“

    Als wollte die Wüste seine Worte bestätigen, grollte mit einem Mal der Boden unter ihnen und ließ die Gruppe vor Schreck erstarren.
    „Was zum Henker war das?“
    „Was es auch ist, es bewegt sich direkt unter uns“, antwortete Bakura, während er zögernd den Blick senkte.
    Sie alle starrten nun auf den Boden, wagten kaum zu atmen, während das Grollen unter ihren Füßen immer lauter wurde; die Vibrationen ließen den Sand erzittern. Entsetzt starrten sie einander an, ehe sie wie auf Kommando einfach losrannten und nicht zurückschauten. Das brauchten sie auch gar nicht – denn sie konnten auch so hören und spüren, dass es – was auch immer es sein mochte – sie verfolgte. Erst Ryogas und Mokubas entsetzte Schreie ließen sie innehalten und sich schweratmend umsehen. Die beiden Jungen waren nicht zu sehen, dafür jedoch ein trichterförmiger Abgrund, der sich nur wenige Meter von ihnen entfernt gebildet hatte. Als die Freunde zurückhetzten und über den Rand lugten, keuchten sie vor Schreck auf. Der riesige zischende Kopf einer übergroßen Kobra schnappte nach Ryoga und Mokuba, die schreckensbleich auf dem Boden standen und verzweifelt danach trachteten, dem riesigen Schädel auszuweichen.
    „Mokuba!“ Verzweiflung mischte sich in Kaibas Stimme.
    „Seto! Hilf mir!“ Mokubas Stimme überschlug sich vor Angst.
    Kaiba warf sich kurzerhand auf den Boden und schob sich vorsichtig zum Rand hin. Stück für Stück schob er sich weiter vor. Tristan griff automatisch nach Kaibas Beinen, um ihm Halt zu geben. Auch Wendy robbte immer weiter zum Rand hin und spürte, dass Joey nach ihren Beinen griff.
    „Nimm du Mokuba“, quetschte Seto aus zusammengekniffenen Lippen hervor. „Ich schnappe mir Ryoga.“
    Stumm nickte Wendy und tastete sich weiter vor, während sich ihre Freunde vor den Trichter hockten und die riesige Kobra mit Sand bewarfen, um sie von ihren Opfern abzulenken.
    Mokuba sah, wie sich Wendys Hände nach ihm streckten, tauchte unter dem Kopf hinweg, sprang hoch und bekam ihre Finger zu fassen.
    „Zurück, Joey! Zieh’ uns hoch!“
    Panik vibrierte in der Stimme des Mädchens, die spürte, wie sie aus der Gefahrenzone gezogen wurde. Auch Ryoga hatte nach Setos hilfreich ausgestreckten Händen gegriffen und wurde von Tristan und Ranma in Sicherheit gezerrt. Aber es blieb keine Zeit auszuruhen.

    Die Schlange, um ihr Futter betrogen, erhob sich zu ihrer gewaltigen Größe. Ihre Ziele waren Yami und Bakura, die starr vor Schreck in ihr Antlitz blickten …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 14.09.2007, 23:30


    Chapter 5


    Völlig entsetzt starrten die beiden auf den riesigen Schädel; unfähig, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Und dann geschah etwas Merkwürdiges. Sowohl das Milleniums-Puzzle wie auch der Ring begannen grell zu leuchten. Auf der Stirn der beiden materialisierte sich das ägyptische Auge. Sonnengleiche Lichtblitze schossen auf die Kobra zu, die Sekunden später tot zusammenbrach und direkt vor den Füßen der Jungen zu Boden krachte. Als Yu-gi einen Sekundenbruchteil später einfach in sich zusammensank, sprang Joey geistesgegenwärtig vor, um seinen Freund aufzufangen. Tristan konnte Bakura im letzten Moment halten, der ebenfalls das Bewusstsein verloren hatte. Wheelers Versuche, den Jungen wieder wach zu bekommen, scheiterten.

    Ein aufmerksamer Blick Wendys verriet dem Mädchen, dass es sich momentan tatsächlich um Yu-gi handelte, der in Joeys Armen lag. Als er bewusstlos wurde, hatte Yami offenbar die Kontrolle über den Körper des Freundes verloren. Als sie nachdachte, fiel Wendy auf, dass der Pharao die ganzen vergangenen Stunden bei ihnen gewesen war. Wortlos ging sie auf die beiden zu und tastete nach Yu-gis Puls. Erleichtert stellte sie dabei fest, dass der Junge tatsächlich nur bewusstlos war und beruhigte Joey dahingehend, während sie ihm den kleinen Muto abnahm. Auch Tristan bestätigte, dass Bakura lediglich ohne Bewusstsein war und nahm den Freund bereits Huckepack. Schweigend setzten die Freunde anschließend ihren Weg fort, warfen dabei aber noch einen letzten schockierten Blick auf die riesige tote Schlange. Sie alle fühlten sich ausgepowert und schleppten sich mehr voran, als dass sie gingen. Als Mokuba stolperte und dabei fast stürzte, nahm Seto seinen Bruder kommentarlos auf seine Schultern. Auch Conan, der noch kleiner als der junge Kaiba war, stolperte mehr als das er ging, sodass sich Joey schließlich zu ihm herunterbeugte, um den Jungen auf seine Schultern klettern zu lassen. Lächelnd betrachtete sich Wendy diesen ungewohnten Anblick. Sie selbst trug Yu-gi, der kaum Gewicht zu haben schien. Sein Kopf ruhte auf ihrer Schulter, seine wirren Haarsträhnen kitzelten manchmal ein wenig, seine Atmung war ruhig und gleichmäßig. Erst, als Ranma bemerkte, eine Höhle gesichtet zu haben, schrak das Mädchen aus ihren Gedanken. Allmählich wurde es dunkel und diese Höhle stellte das perfekte Nachtlager dar. Wenige Minuten später erreichten sie ihren Unterschlupf und ließen sich alle völlig entkräftet zu Boden sinken. Jeder von ihnen sah aus, als hätte er stundenlang mit einer ausgewachsenen Raubkatze gespielt. Kratzer, tiefe Schnittwunden und diverse blaue Flecken zeugten von den Strapazen der letzten Stunden. Als Ranma aller Rucksäcke eingesammelt hatte und die Schlafsäcke ausrollte, erkannten die Freunde erstmals das Ausmaß ihrer bisherigen Auseinandersetzungen. Vieles war gerissen und nicht mehr wirklich brauchbar und auch von ihrem Proviant hatten sie einiges verloren. Frustriert den Kopf schüttelnd stand schließlich Tristan wieder auf und erklärte, er ginge Feuerholz suchen, worauf auch Seto aufstand. Er bemerkte dabei, dass niemand mehr allein rausgehen solle und Tristan widersprach dem auch nicht.


    „Warum macht es uns Anata nur so schwer, sie zu finden? Sie wird doch bestimmt wissen, dass wir ihre Hilfe brauchen“, bemerkte Joey frustriert, während er den Freunden nachsah, die die Höhle verließen.
    „Vielleicht sind es automatische Barrieren, deren Aktivierung sich ihrer Kontrolle oder ihres Wissens entziehen“, mutmaßte Ranma. „Andererseits muss sie es uns auch nicht schwerer als nötig machen“, schloss er seufzend und lehnte sich gegen die Wand.
    Ryoga hingegen war die letzte Stunde seltsam still gewesen. Nach wie vor starrte er stumpf vor sich hin. „Als der riesige Schädel so plötzlich vor mir war …“ Seine Stimme war mehr ein heiseres Krächzen, er beendete den Satz auch nicht, sondern verfiel wieder in Schweigen, während er auf seine zitternden Hände starrte.
    „Denk nicht mehr daran, es ist vorbei. Wenn du dich zu sehr damit belastest, beeinträchtigt es nur dein späteres Handeln.“
    „Du hast gut Reden, Ranma. Du hast nicht da unten gestanden, die blitzenden Giftzähne nur Zentimeter von deinem Hals entfernt. Ich … ich habe mich selten so hilflos gefühlt. Sie hat uns mit ihren Augen regelrecht paralysiert, ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich fühlte nur pure Angst.“
    Abermals verstummte er ebenso abrupt, wie er zu reden begonnen hatte und verfiel wieder in Apathie. Offensichtlich war er noch zu schockiert und auch zu müde, um sich mit Saotome zu streiten. Erst, als sich Wendy neben ihn setzte und nach seinen Händen griff, schaute er leicht auf.
    „Ich hatte eine wahnsinnige Angst um dich, Ryoga. Dich zu verlieren, hätte ich nicht verkraftet“, gab sie mit leiser Stimme zu. Daraufhin schaute Hibiki das Mädchen verblüfft und nachdenklich zugleich an, bis er den Sinn ihrer Worte wirklich verstanden hatte. Ein scheues Lächeln huschte über sein Gesicht, ehe er Wendy wortlos in die Arme nahm und sie einfach nur festhielt, während Ranma und Joey einen vielsagenden Blick austauschten und grinsten.
    „Und ich dachte immer, ich sei zu blöd, um die richtigen Worte zu finden“, murmelte Wheeler vor sich hin, während seine Gedanken dabei zu Mai Valentine schweiften. Im Grunde seines Herzens liebte er sie. Sich selbst gestand er dies auch ein – nur ihr gegenüber nicht. Schließlich seufzte Joey und verfrachtete Yu-gi, der noch immer bewusstlos war, in den ersten Schlafsack. Auch Bakura und Conan, der mittlerweile fest schlief, wurden in Schlafsäcke geschoben und anschließend Mokuba, der sich murmelnd auf die Seite legte, aber ebenfalls weiterschlief. Kurze Zeit später kehrten Seto und Tristan mit kargem Feuerholz zurück und mühsam wurde mit Hilfe von Steinen ein Feuer entfacht. Alle hingen ihren Gedanken nach, starrten schweigend in die Flammen, bis sich Kaiba schließlich räusperte. „Ich weiß, wir sind alle müde und wollen nur noch schlafen“, begann er. „Aber da wir nicht wissen, ob wir des Nachts Ruhe haben werden, schlage ich vor, abwechselnd Wache zu halten. Ich übernehme freiwillig die erste Schicht.“
    Schicksalsergeben nickten die Freunde und die Reihenfolge wurde kurz festgelegt. Seufzend begaben sich alle dann in die Schlafsäcke, schauten aber fragend auf, als Ranma kurz das Wort ergriff. „Zumindest haben wir heute alle einen stark ausgeprägten Teamgeist gezeigt. Ich denke, so lange wir das beibehalten, werden wir es auch schaffen. Zenera wird sich noch wundern.“ Danach grinste er schief und klatschte in die Hände. „Okay, Leute. Schlafenszeit. Und vergiss nicht, uns zu wecken, Seto.“

    Kaiba blinzelte kurz in Saotomes Richtung und nickte bestätigend. Wendy blickte sich noch mal kurz um, ehe sie sich auf die Seite drehte und dabei einen Arm beschützend um Conan legte. Ryoga hatte sich seinen Schlafplatz direkt neben ihr ausgesucht und lag nun neben ihr. Seine unmittelbare Nähe und Wärme beruhigten das Mädchen und ließ sie Sekunden später einschlafen.

    Seto hielt wie versprochen die erste Wache. Und ausgerechnet Joey leistete ihm dabei Gesellschaft …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 14.09.2007, 23:42


    Chapter 6


    Zu aller Erleichterung verlief die Nacht ohne Vorkommnisse, wenngleich niemand aus der Gruppe wirklich ausgeruht aussah. Ryoga war als erster wach geworden und kochte bereits völlig verschlafen Tee. Es schien nichts zu geben, was er in seinem Rucksack nicht dabei hatte. Das Geräusch von brodelndem Wasser und der belebende Duft von frischen grünem Tee weckte schließlich auch den letzten.
    „Schau’ an, unsere Langschläfer werden auch endlich wach“, spöttelte Joey, als seine Freunde benommen und verwirrt zugleich um sich blickten.
    „Zumindest haben wir geschlafen. Im Gegensatz zu dir“, bemerkte Bakura und streckte sich gähnend.
    „Was ist eigentlich passiert?“ erkundigte sich Yu-gi, während er einen Schluck Tee trank.
    „Gegenfrage: an was erinnert ihr euch?“
    Auffordernd blickte Wendy Yu-gi und Bakura an, die einander fragende Blicke zuwarfen.
    „Da war der große Schlangenschädel …“
    „… große rote Augen und blitzende Giftzähne.“
    „Und?“
    Die beiden schüttelten die Köpfe. „Nichts und. Nur der große Schädel.“
    „Wir müssen uns wohl bei euch bedanken“, murmelte Yu-gi. „Wenn ihr uns nicht gerettet hättet, säßen wir wohl nicht hier.“
    „Eigentlich haben wir damit gar nichts zu tun“, widersprach Tristan. „Eure Milleniums-Gegenstände fingen an zu leuchten und eine Art Auge erschien auf eurer Stirn.“
    „Ja, sah echt gespenstisch aus“, fügte Joey hinzu. „Als da plötzlich Lichtstrahlen raus schossen. Ich sag’ dir, Alter. Echt spooky.“
    Yu-gi und Bakura wechselten einen verdatterten Blick.
    „Die Gegenstände und deren Geister beschützen euch. Ja, auch deiner, Bakura. Offensichtlich hat er begriffen, dass es besser ist, wenn er dich beschützt. Wisst ihr, ich gewöhne mich allmählich daran, mal Yu-gi und dann Yami zu sehen. Auch, wenn es mich noch immer reichlich verwirrt“, erklärte Ranma.
    „Als ihr nach eurer Aktion das Bewusstsein verlort, wurde aus Yami wieder Yu-gi“, fügte Wendy nachdenklich hinzu, worauf dieser das Mädchen aus seinen großen violetten Augen anblickte, ohne etwas zu sagen.

    Bakura hingegen starrte verwirrt auf seinen Ring. Es fiel ihm schwer zu glauben, dass Baku ihn tatsächlich beschützt hatte. Unbewußt spielte er mit den Kegeln herum und zuckte zusammen, als er eine energische Stimme vernahm.
    „Du bist nicht gerade dankbar, Bakura.“
    „Was will der denn hier?“
    „Warum sollte ich dankbar sein? Weil du mir das Leben gerettet hast? Wir wissen beide, dass du das nur aus reinem Eigennutz getan hast.“ Bakuras Stimme klang ruhig, sogar eine winzige Spur spöttisch, als er dem Geist des Milleniums-Ringes antwortete.
    „Man kann es dir auch wirklich nicht recht machen. Erst lamentierst du darüber, dass ich dir nicht helfe. Und jetzt, wo ich es getan habe, ist es auch nicht gut. Vielleicht solltest du dich mal entscheiden, was du wirklich willst.“ Baku widerum klang eingeschnappt.
    „Lass ihn doch einfach in Ruhe“, fuhr Wendy dazwischen. „Wir haben im Moment keine Lust auf deine Spielchen.“
    „Halt’ du dich da raus, Menschenmädchen“, zischte der Geist, worauf Bakura augenblicklich Partei für das Mädchen bezog und den Geist seinerseits anknurrte, was diesen direkt amüsierte. „Da schau an. Der Junge wird ja mutig“, spöttelte er, während er es sich an der Höhlenwand bequem machte und Wendy giftige Blicke zuwarf. „Und du halt’ endlich dein vorlautes Mundwerk“, blaffte er kurz darauf in ihre Richtung. „Es reichte dir wohl nicht, dass du mich gedemütigt hast. Du musstest es ja auf die Spitze treiben, so dass ich jetzt in deiner Lebensschuld stehe.“
    „Lebensschuld?“ wiederholte die Angesprochene verwirrt und blickte erst Bakura und dann Yami an, der sich, wie Baku neben seinem Wirt materialisiert hatte. Der Pharao beäugte den Geist sekundenlang nachdenklich, ehe ein amüsiertes Lächeln über sein Gesicht huschte. „Natürlich. Das hatte ich gar nicht bedacht. Interessant.“
    „Dass dich dieser Umstand amüsieren würde, dachte ich mir schon, Pharao.“
    Als Wendy eine fragende Geste machte, sah sich Yami nun in Erklärungsnot. „Nun“, begann er mit einem Grinsen. „Als du Bakura davon abhielst, den Ring auseinanderzuschrauben, hast du Baku das Leben gerettet. Du erinnerst dich? Mit dieser Aktion hast du ihm eine Lebensschuld auferlegt. Das heißt, er muss dir einmal das Leben retten, ob er will oder nicht. Aber danach wird er sich bestimmt bei dir für diese Schmach rächen. Stimmt doch, Baku? Oder?“ Yamis Stimme klang in der Tat spöttisch. Und Baku knurrte wie ein in die Enge getriebenes Tier. „Das weißt du selbst sehr genau.“
    „Vielleicht stimmt es dich ja milder, wenn ich dich von dieser Lebensschuld entbinde. Ich brauche dich nämlich nicht“, bemerkte Wendy daraufhin spöttisch.
    „So einfach ist das nicht, Menschenmädchen. Auch wir haben Regeln, an die wir uns halten müssen. Und selbst ich fühle mich an diese Regeln gebunden. Also werde ich dich wohl oder übel beschützen müssen, um meine Schuld bei dir abtragen zu können. Aber danach …“. Er beendete den Satz nicht.
    „Das wagst du gar nicht“, bemerkte Bakura. „Ich werde es nicht zulassen.“
    „Du, mein lieber Bakura, wirst dich gar nicht dagegen wehren können. Glaub’ mir, ich kenne auch ein paar Tricks, um deinem Spielchen entgegenwirken zu können. Und deine Freunde werden dich nicht ewig beschützen können, Menschenmädchen. Ich werde mich an dir rächen, verlass dich darauf.“
    Als Wendy ihn nur fast mitleidig ansah, ohne etwas zu sagen, schien er kurz verwirrt zu sein, zeigte es aber nicht. Auf die Idee, dass das Mädchen Angst vor ihm haben könnte, kam er nicht. Dafür wirkte sie zu ruhig und gelassen.
    „Wir sehen uns bald wieder, Menschenmädchen. So oder so.“
    Danach löste er sich einfach wieder auf und verschwand abermals im Ring.


    Ein peinliches Schweigen entstand. Der Geist des Ringes hatte Wendy im Grunde genommen gerade den Krieg erklärt, was die allgemeine Stimmung nicht gerade verbesserte. Als sich Bakura mit leiser Stimme bei der Freundin entschuldigte, blickte diese ihn nur verwundert an und erklärte, dass dies gar nicht seine Schuld sei. Aber etwas irritierte sie. „Warum erscheint er als Geist vor uns, obwohl es doch für ihn leichter wäre, dich zu übernehmen? So was ist doch eher untypisch für ihn, oder?“
    Bakura wusste darauf keine Antwort, selbst Yami nicht, der genau wusste, dass er zuviel Energie benötigte, wenn er als Geistform sichtbar wurde. Dieser Prozess war anstrengend, daher tat er es eher selten. Aber seltsam war es schon. Welchen Grund hatte Baku für ein derartiges Verhalten, das nicht seinem gewöhnlichen entsprach? Knurrend bemerkte Ryoga, dass es ihm völlig egal sei und dass er Wendy beschützen würde, worauf Yami ihn stirnrunzelnd ansah. Hibiki wisse nicht, mit wem er sich da anzulegen gedachte und dass Baku die Schattenduelle liebte und sicher versuchen würde, Wendy ins Reich der Schatten zu befördern. Diese nagte bei Yamis Worten nachdenklich auf ihrer Unterlippe. Ihr war mehr als klar, dass sie gegen Baku nicht den Hauch einer Chance haben würde, wenn er sie wirklich zu einem Duell herausfordern würde. Dazu war ihr das Spiel nicht vertraut genug. Aber daran wollte sie momentan einfach nicht denken. Ihr momentanes primäres Ziel war ein völlig anderes. Darauf sollten sie sich konzentrieren. Also wandte sie sich einfach ab, rollte schweigend ihren Schlafsack zusammen, packte ihn anschließend auf ihren Rucksack und ging nach draußen. Jetzt Schwäche zu zeigen und sich ablenken zu lassen, war das Falscheste, was sie tun konnte, obwohl sie innerlich zitterte. Den Geist des Ringes als Feind zu haben, gefiel ihr so überhaupt nicht. Daran hatte sie nie einen Gedanken verschwendet, dass zu Bakura auch der tückische zynische Geist des Ringes gehörte. Er war so bösartig, kalt, gefährlich – das genaue Gegenteil von Bakura. Unwillig schüttelte sie den Kopf. Das hatte er nun doch geschafft: sie machte sich Gedanken und Vorwürfe.
    „Es ist nicht deine Schuld. Baku wird von seinem eigenen Hass regelrecht zerfressen. Normalerweise konzentriert er sich dabei hauptsächlich auf mich. Allerdings lässt er seine sadistische Ader auch gern an meinen Freunden aus, wie du ja weißt. Dennoch … ihm ist bewusst, dass wir zu dir halten und auf dich aufpassen werden. Es wird ihm nicht gelingen, das verspreche ich dir.“
    Yamis Stimme klang beruhigend, aufmunternd und zuversichtlich. Wenn jemand den Geist des Ringes kannte, dann er. Nur fühlte sich Wendy dadurch keineswegs besser. Dennoch bedachte sie Yami mit einem dankbaren Lächeln und einem Augenzwinkern. Nein, sie würde nicht klein beigeben. Die Zähne würde sich Baku an ihr ausbeißen, das nahm sie sich felsenfest vor, ehe sie einen Blick über die Gruppe warf, die ihr nach draußen gefolgt war. Sie nickten sich kurz einander zu, ehe sie sich wieder auf den Weg machten. Wendy spürte durchaus die besorgten Blicke ihrer Freunde. Ein jeder von ihnen schien zu überlegen, wie man Baku an seinem Vorhaben hindern konnte. Gleichzeitig war jedem klar, dass sich das Mädchen momentan nicht in unmittelbarer Gefahr befand, da der Geist zugegeben hatte, sich an die Regeln gebunden zu fühlen, was schon seltsam genug war. Andererseits wusste die Gruppe um Yu-gi aber auch, dass er hinterhältig genug war, um ein Hintertürchen zu finden, das ihn vorzeitig aus dieser Schuld entbinden würde.



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 14.09.2007, 23:47


    Chapter 7


    Zwischen kleinen Felsmassiven und lockerem Gestein führte ein steiniger serpentinartiger Weg, den die Freunde mühsam Stück für Stück Stunden später hinter sich brachten. Noch immer herrschte Schweigen zwischen ihnen. Jeder hing seinen Gedanken nach. Die einzigen, zu vernehmenden Geräusche waren tiefe Seufzer und verhaltenes Gähnen. Automatisch setzten sie ihre Schritte, bis Ranma und Ryoga abrupt stehenblieben und angestrengt lauschten. Auch der Rest verlangsamte das Tempo.
    „Irgendetwas kommt auf uns zu“, murmelte Ranma.
    „Du meinst, es läuft uns hinterher“, korrigierte Tristan und deutete mit dem Daumen über die Schulter. „Dieses Krabbelgeräusch ist auch hinter uns.“
    „Klingt nach vielen Beinen“, flüsterte Mokuba leise, während er, wie die anderen angestrengt lauschte.
    „Ja“, stimmte Yami zu, der mittlerweile den Körper seines Freundes übernommen hatte. „Aber auch schabend. Wie Käfer.“
    „Lasst uns langsam weitergehen“, raunte Kaiba. „Vorsichtig, keine hastigen Schritte. Wir wollen, was auch immer, nicht unnötig provozieren.“

    Stummes Nicken antwortete ihm. Ganz langsam gingen sie weiter, bis sich Conan erschreckt eine Hand auf den Mund presste und mit der anderen auf einen großen Felsen in ihrer Nähe deutete. Alle folgten seinem Fingerzeig und blieben wie angewurzelt stehen. Auf dem Felsen drängten sich Dutzende von glänzenden schwarz-violetten Käfern zusammen, welche die Gruppe zu beobachten schienen. Schon das Schlimmste ahnend, blickten sie sich vorsichtig um. Diese Käfer schienen überall zu sein. Neben ihnen, aber auch hinter und vor allem vor ihnen.
    „Das sieht nicht gut aus“, murmelte Bakura.
    „Nicht gut?“ wiederholte Joey mit merkwürdig schriller Stimme.
    „Sie sind kreisförmig um uns herum“, flüsterte Ryoga missmutig.
    „Ja, und wir sind wie die Anfänger in ihre Falle getappt.“ Ranma schien eher wütend über sich selbst.
    Bakura indes reckte den Hals, um die Käfer besser betrachten zu können.
    „Das sind ja …“, begann er überrascht.
    „… Skarabäen“, vervollständigte Yami.
    „Und was nützt uns dieses Wissen?“
    „Nun, Tristan“, erklärte Bakura ruhig. „Im alten Ägypten wurden die Skarabäen als Glücks-Symbol verehrt. Dieser Glaube wurde selbst bis heute beibehalten.“
    „Dann müssen wir vom Glück ja überhäuft werden. Das sind Hunderte von diesen Krabbelviechern.“ Wheelers Stimme zitterte merklich. Vermutlich litt er an einer Art Käferphobie. Yami ignorierte die Worte seines Freundes. Statt dessen trat er vor und ging mit langsamen Schritten auf die Skarabäen. Im Vorbeigehen winkte er Bakura, ihm zu folgen. Dieser verzog zwar angewidert das Gesicht, folgte aber gehorsam.

    Yami ließ seinen Blick sekundenlang aufmerksam umherwandern. Die Käfer verharrten noch immer, griffen nicht wie erwartet an.
    „Mein Name lautet Yami“, begann er dann in Richtung der Käfer zu sprechen. „Ich weiß, dass ihr uns verstehen könnt. Daher frage ich euch: was ist euer Begehr?“
    „Ist er denn verrückt?“ raunte Ryoga.
    „Nein, er weiß genau, was er macht“, widersprach Kaiba ernst.
    Erst passierte gar nichts. Dann kam Bewegung in die vorderen Käfer. Sie formierten sich, bis sie eine Art Gesicht darstellten.
    „Sei gegrüßt, Pharao“, erklang eine dunkle Stimme, welche direkt aus dem Käfer-Gesicht zu kommen schien. „Ihr seid weit weg von euren vertrauten Gefilden.“
    „Ich werde verrückt“, murmelte Tristan. „Die Viecher können ja reden.“
    Yami hingegen gestattete sich ein flüchtiges Grinsen.
    „Ja, in der Tat“, bestätigte er die Worte des formierten Gesichtes. „Wir sind auf der Suche nach der Sphinx-Göttin Anata. Könnt ihr uns vielleicht weiterhelfen?“ Seine Stimme klang gewohnt klar und fest. Nichts wies darauf hin, dass er sich vielleicht fürchtete.
    „Ihr habt einen langen und beschwerlichen Weg auf euch genommen, um zu der Erhabenen zu gelangen. Aus welchem Grund tratet ihr eure Reise an?“
    „Zenera erwacht aus ihrem Schlaf. Daher benötigen wir Anatas Rat und ihre Hilfe.“
    „Das Orakel kann sie nicht mehr allein zurückdrängen“, fügte Bakura hinzu. „Er liegt im Koma.“
    „Ja, das ist ihr bekannt.“
    „Wenn sie weiß, dass ihr Bruder leidet und jede Sekunde zählt“, fuhr Bakura aufgebracht fort. „Warum macht sie es uns dann so schwer, zu ihr zu gelangen?“
    „Nun, eure Fragen bedürfen einer Antwort. Die Prüfungen wurden euch auferlegt, um die Ehrlichkeit eures Handelns zu testen. Und ebenso euer Gemeinschaftsgefühl. Ihr seid sehr unterschiedliche Charaktere, die sich nur durch unseren menschlichen Besucher zusammengefunden haben.“
    Diese ehrliche Antwort verblüffte die Freunde. Sie hatten mit allem möglichen gerechnet, aber sicherlich nicht damit.
    „Jeder einzelne von euch hat durchgehalten“, fuhr das wogende Käfer-Gesicht fort. „Nichts und niemand hat euch von eurem eingeschlagenen Weg abweichen lassen. Dies sind Eigenschaften, die zunächst getestet werden mussten. Die Göttin ist beeindruckt. Und nun folgt uns. Die Erhabene erwartet euch.“

    Nach diesen Worten fiel das Gesicht in sich zusammen und eine Schneise entstand. Mit gemischten Gefühlen und einem Rest Unbehagen folgte die Gruppe den Skarabäen.



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 18.09.2007, 18:08


    Chapter 8


    „Sie musste erst die Ehrlichkeit unseres Handelns testen. Dass ich nicht lache.“
    Seto ballte in ohnmächtiger Wut die Hände zu Fäusten. „Die Gefahren waren real. Wir hätten ebenso gut bei dem Ganzen draufgehen können. Soviel zum Thema Ehrlichkeit.“
    „Beruhig’ dich, Kaiba“, murmelte Tristan. „Wir leben ja schließlich noch alle.“
    So und ähnlich verliefen die flüsternden Gespräche zwischen ihnen. Laut traute sich niemand zu reden. Statt dessen warfen sie immer wieder scheue Blicke auf die Skarabäen, die sie nach wie vor wie eine lebende Mauer umringten. Joey zog es vor, beim Gehen auf den Boden zu starren und selbst Conan fand seine Schuhe wesentlich interessanter als seine Umgebung. Endlos schien sich der Weg entlang zu ziehen, bis die Skarabäen vor einem großen Portal stehen blieben, das direkt in einem Felsen eingelassen war.
    „Die Sphinx-Göttin erwartet euch. Tretet ein.“
    Yami legte seine Hand fast zögernd auf den Knauf, wandte sich noch mal um, um sich aller Anwesenheit zu vergewissern. Dann atmete er noch mal tief durch und drückte die Portaltür auf.

    Im Inneren erstrahlte alles in hellen, warmen Farben. In der Mitte des Saales befand sich ein großer Springbrunnen, dessen Wasser silbern schimmerte. Etwas ratlos schauten sich die Freunde um. Von der Göttin war weit und breit nichts zu sehen.
    „Ich grüße euch, meine Kinder“, erklang dann unerwartet eine Stimme aus dem Nirgendwo. Ein Leuchten entstand direkt vor ihnen; so hell, dass es sie blendete und sie automatisch ihre Augen schützten. Erst, als das Strahlen verblasste, senkten die Freunde wieder die Arme und erblickten Anata, die in ein langes, weißes Kleid gehüllt war. Schulterlange tiefschwarze Haare umrahmten ein feines Gesicht mit eindeutig ägyptischen Zügen. In der rechten Hand hielt sie einen merkwürdigen goldenen Stab, dessen Spitze zu einem Kreis formiert war und in dem sich zentriert ein Abbild es ägyptischen Auges befand. Links und rechts davon gingen Schwingen aus, deren Spitzen wiederum den Schlüssel des Ankh hielten. Ohne es bewusst wahrzunehmen, sanken die Freunde auf die Knie und blickten zu Boden.
    „Aber, aber.“ Ihre Stimme klang wie ein leises Singen, als sie sprach. „Steht auf, meine Kinder. Lasst mich in euer Antlitz sehen.“

    Nur zögernd folgten sie der Aufforderung und blickten auf. Anata ging durch die Reihen, hob bei jedem das Kinn an, um jedem in die Augen blicken zu können.
    „Der Pharao und sein junger Freund Yu-gi.“ Sie lächelte ihn an und ging weiter. „Seine Freunde Joey und Tristan.“ Ihr Blick wanderte weiter. „Seto Kaiba und sein Bruder Mokuba.“ Auch ihnen lächelte sie sanft zu. „Ah. Ranma Saotome und Ryoga Hibiki. Ausnahmsweise nicht miteinander kämpfend.“ Vor dem Kleinsten ging sie in die Hocke. „Conan Edogawa – oder soll ich dich lieber Shinichi Kudo nennen? Schön, auch dich zu sehen.“
    Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit Bakura zu. Intensiv betrachtete sie sich ihn, was den Jungen sichtlich nervös machte, ehe sie lächelte.
    „Ryou Bakura und Baku. Eine interessante Namensgebung. An für sich hat der Dieb einen eigenen Namen, an den er sich nur partout nicht erinnern will. Wie an so vieles. Wollen doch mal sehen …“ Sie schnippte gebieterisch mit den Fingern und von jetzt auf gleich stand Baku neben dem Jungen, der keuchend einen Schritt zurückwich. Der Geist des Ringes hingegen betrachtete Anata eher abfällig mit vor der Brust verschränkten Armen.
    „Warum hast du mich gerufen?“ blaffte er sogleich.
    Die Sphinx-Göttin lächelte sanft. „Ich bin neugierig, Baku. Du hast dich verändert seit unserem letzten Treffen. Ich würde gerne wissen, wie das zustande kam.“
    Der Geist schnaubte verächtlich. „Ich habe mich nicht verändert. Du unterliegst einer Täuschung, Göttin.“
    „Ah ja. Deshalb erscheinst du den anderen ja auch in Geistform, obwohl du dich ebenso gut Bakuras Körper bemächtigen könntest, was du ja sonst immer machst. Lass’ mich raten. Es hat etwas mit unserem Besuch zu tun. Sie hat deine Aufmerksamkeit erregt, nicht wahr? Und das nicht nur, weil sie den Schwachpunkt deiner Heimstätte herausgefunden hat.“
    „Unfug“, schnappte Baku verärgert. „Als würde mich so ein schwaches Menschenmädchen interessieren.“
    Wendys Hände ballten sich zu Fäusten. Sie war kurz davor, dem Geist mal mächtig die Meinung zu sagen, wurde aber von Anatas leicht gehobener Hand daran gehindert.
    „Dieses schwache Menschenmädchen hat eine Menge Risiken auf sich genommen, um meinem Bruder, aber auch euch zu helfen. Ich denke, sie hat etwas geschafft, was noch nie jemandem gelungen ist. Sie hat deinen Respekt errungen. Du bist beeindruckt von ihr. Und deshalb erscheinst du ihr und den anderen in deiner Geistform, anstelle den Jungen zu übernehmen. Habe ich Recht?“
    Sie hob sein Kinn an, damit er sie anblicken musste. „Ausgemachter Blödsinn.“
    Ihr Lächeln wurde eine Spur breiter. „Deine Gedanken sind für mich ein offenes Buch, Baku. Vergiß’ das nicht. Du hast scheinbar einen neuen Weg eingeschlagen, den du weiter verfolgen solltest. Vielleicht erkennst du dadurch, dass es viel wichtiger ist, Freunde zu haben, die zu einem halten, was immer auch passiert. Suche die Freundschaft zu Bakura und versuche, mit ihm ein Team zu bilden. So, wie es auch der Pharao und Yu-gi machen. Du wirst dich wundern, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen. Es ist eine viel größere Herausforderung, sich Freunde zu machen. Denn diese muss man sich erarbeiten, die Feinde kommen zumeist von selbst. Denke mal darüber nach. Ach ja, eines noch. Mit dem Abtragen deiner Lebensschuld allein ist es nicht getan. Du weißt sicherlich, was von dir erwartet wird.“
    Bei diesen Worten zogen sich Bakus Augen zu schmalen Schlitzen zusammen.
    „Und wenn ich keine Lust darauf habe?“
    „Nun, dann werden wir uns zu gegebener Zeit an einem anderen Ort wieder treffen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du gerne dorthin gehen würdest. Oder?“
    Baku grollte leise, antwortete aber nicht. Scheinbar wusste Anata ganz genau, wie sie mit dem bösartigen und widerspenstigen Geist umzugehen hatte.

    Schließlich ließ sie den grummelnden Geist einfach stehen und wandte sich dem Mädchen zu. „Du bist also Wendy. Dir ist sicher bewusst, dass du meinen Respekt schon lange errungen hast. Du kämpfst wie eine Löwin um meinen Bruder. Das hat vor dir noch nie jemand getan. Die Anime-Figuren scheinen dir wirklich am Herzen zu liegen.“ Anata schwieg für einen Augenblick und ließ ihren Blick über die Gruppe schweifen. „Du hast dir eine recht interessante Mischung zusammengestellt. Sie alle sind intelligent, durchaus attraktiv und ein jeder von ihnen hat auch irgendwie ein Geheimnis. Eine sehr gute Wahl.“
    Ein Lächeln huschte über Wendys Gesicht, als sie dankend den Kopf neigte, ansonsten aber schwieg. Sie war sich nicht sicher, ob sie tatsächlich antworten sollte. Das alles war ohnehin schon seltsam genug.
    „Nun, ich weiß natürlich, weswegen ihr hier seid. Die Räder des Schicksals haben es lange schon vorausgesagt, dass Zenera wieder erwachen würde. Ein dunkles Kapitel in unserer Geschichte. Und traurig zugleich. Sam vertraute sich dir an, Wendy. Und dadurch seid ihr alle hier. Jeder deiner Freunde hat einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.“
    Als Baku verächtlich schnaubte, fügte sie hinzu: „Von einer Ausnahme einmal abgesehen.“
    „Wie können wir Zenera vernichten?“
    Zu aller Verwunderung stellte Baku diese Frage und die Göttin wandte sich halb um.
    „Ich sagte dir bereits, dass das Abtragen deiner Lebensschuld nicht ausreichen wird. Du hast dich selbst in deine missliche Lage gebracht, mein Lieber. Also versuche zur Abwechslung mal, teamfähig zu sein. Hast du verstanden?“
    Abermals schnaubte der Geist verächtlich. Aber er schien eine winzige Spur Angst vor der Göttin zu haben. Sie wusste offensichtlich viel mehr über ihn, als ihm lieb war.
    „Nun“, begann sie dann mit ruhiger Stimme zu erklären. „Zeneras Hort ist der Ursprungsplatz des Orakels. Von hier aus noch etwa 15 Meilen. Da sie um eure Anwesenheit und euer Vorhaben weiß, wird sie euch sicherlich Fallen stellen. Füllt die bereitstehenden Flaschen mit dem silbernen Wasser des Brunnens. Es wird euch helfen, durchzuhalten.“
    „Und weiter?“ Kaibas Stimme klang ein wenig ungehalten, als er diese Frage stellte und Anata wandte sich ihm ruhig zu. Sie musste den Kopf heben, um dem Hünen in die Augen blicken zu können. Dennoch strahlte sie Respekt aus und Setos Arroganz verschwand sofort aus seinen Augen.

    „Eure mächtigste Waffe ist eure Freundschaft zueinander, Seto. Auch, wenn du es nach wie vor nicht wahrhaben willst – du bist ein Bestandteil dieses Kindergartens. Das ist doch deine übliche Bezeichnung für die anderen, nicht wahr?“ Sie lächelte wissend, während der Geist des Ringes im Hintergrund leise gluckste. Es kam selten vor, dass er miterleben durfte, wie ausgerechnet Kaiba ein wenig geplättet erschien, was momentan genau der Fall war. Anata bedachte ihn daraufhin mit einem seltsamen Blick – und Bakus Glucksen erstarb.
    „Trotz alledem möchte ich, dass ihr diese Gegenstände tragt“, fuhr sie kurze Zeit später fort und reichte den Anwesenden reich verschmückte Armreifen, die auf ein gebieterisches Klatschen vor Anata in der Luft erschienen waren. „Jeder von ihnen verfügt über magische Kräfte, die je nach Träger unterschiedlich ausfallen.“
    „Die da wären?“
    „Das, mein lieber Pharao, werdet ihr zu gegebener Zeit schon selbst herausfinden. Es wird Zeit, ihr müsst nun gehen. Möge das Glück euch begleiten.“

    Wie aufgetragen, füllten die Freunde kurz darauf die Flaschen mit dem merkwürdigen Wasser. Anschließend streiften sie die Armreifen über ihre Handgelenke; auch wenn sie noch immer nicht wussten, wie gerade diese Teile ihnen helfen sollten. Als sie sich noch mal umwandten, um sich zu verabschieden, runzelten sie alle die Stirn. Von Anata war weit und breit nichts mehr zu sehen …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 18.09.2007, 18:12


    Chapter 9


    „Immer wieder nur orakelhafte Andeutungen und Halbwahrheiten. Das macht mich noch rasend.“ Eigentlich richtete Seto diese Worte an seinen Bruder, dennoch vernahm die ganze Gruppe sie.
    „Klare Antworten und richtige Ratschläge wären mir auch lieber gewesen. Aber wir sollten dankbar sein, dass wir überhaupt Hilfe erhielten.“
    Kaiba blickte das Mädchen skeptisch an. „Dein Optimismus in Ehren, Wendy. Aber ich weiß wirklich nicht, wie uns diese Armreifen gegen Zenera helfen sollen.“
    Missmutig betrachtete er sich das seltsame Schmuckstück, das er sich über das linke Handgelenk gestreift hatte.
    „Irgendeinen Sinn werden sie schon haben, sonst hätten wir sie nicht bekommen.“ Gedankenverloren starrte Wendy vor sich hin. Das seltsame Gespräch zwischen Anata und Baku wollte ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen. Schließlich gab sie ihrer Neugierde nach und fragte ihre Freunde nach der Bedeutung, worauf sie zunächst ein wenig ratlos angesehen wurde.
    „Vielleicht meinte sie den Verhandlungssaal“, mutmaßte Yami zögernd. „Ich hörte mal davon, dass diejenigen, die nach mehrfacher Aufforderung sich nicht ändern wollen, zu einem Richter müssen. Dort wird dann entschieden, wie man weiter verfahren wird.“
    „Klingt nach einem Ort, den man lieber nicht besuchen möchte“, bemerkte Wendy daraufhin schaudernd.
    „Sie wird mich auch nicht dorthin bekommen. Eher friert die Hölle ein“, bemerkte jemand unverhofft direkt neben ihr. Erschreckt zuckte das Mädchen zusammen. Baku war so plötzlich neben ihr erschienen, dass sie sich fast berührt hätten.
    „Du tauchst in letzter Zeit aber ungewöhnlich oft auf“, bemerkte Ryoga, während er zu den beiden aufschloss und den Geist misstrauisch betrachtete.
    „Stört dich das etwa, Verwandelter?“ Baku schien darüber eher amüsiert.
    Als sich Ryoga schon künstlich aufregte und die Hände zu Fäusten ballte, legte Wendy ihm beruhigend eine Hand auf den Unterarm und schüttelte leicht den Kopf, ehe sie sich dem Geist zuwandte. „Was willst du, Baku?“
    „Reden – oder darf ich das nicht?“
    „Ist ja ganz was Neues“, schnaubte Bakura, der sich beeilte, sich zwischen den Geist und seiner Freundin zu schieben, um sie notfalls mit seinem Körper schützen zu können. Auch die anderen sahen zu, dass sie in Wendys Nähe kamen. Denn egal, was der Geist vorhaben könnte – sie würden es zu verhindern wissen. Statt dessen überraschte er sie alle.
    „Ihr habt schließlich gehört, was Anata gesagt hat. Mit dem Abtragen meiner Schuld bei dir will sie es nicht belassen. Das ist allein deine Schuld, Menschenmädchen.“
    „Ich dachte, du willst reden. Oder bedeutet das für dich, dass du mich nur weiterhin beleidigst? Dann solltest du lieber verschwinden.“
    „Du hast dich selbst in diese Lage gebracht“, erinnerte ihn Yami. „Also beschuldige nicht Wendy. Wenn du wirklich mit uns reden willst, dann rede. Ansonsten lass uns in Ruhe. Wir haben Wichtigeres zu tun, als uns mit dir herumzuärgern.“
    Baku wandte sich halb um, in seinen braunen Augen glitzerte Zorn. „Ich versuche im Moment, euch zu verstehen, Pharao. Warum ihr das macht, was ist euer Antrieb? Anata erwartet von mir, dass ich mich verändere. Wie soll ich das machen, wenn ich nur bestimmte Charakterzüge innehabe? Genau wie ihr bin auch ich nur das, was die Master aus mir gemacht haben. Aber das scheint ihr vergessen zu haben.“

    Erstauntes Schweigen antwortete ihm. So ganz unrecht hatte er damit nicht.
    „Allein der Umstand, dass du das Gespräch zu uns suchst zeigt Ansätze einer Veränderung“, bemerkte Seto nach einer Weile. „Wir alle verändern uns. Du hast Recht, wenn du sagst, dass wir eigentlich auf bestimmte Eigenschaften festgefahren sind. Aber dadurch, dass wir einen Besucher aus der Menschenwelt haben, werden wir aufgefordert, selbständig zu handeln und zu denken. Keiner von uns verhält sich im Moment so, wie wir es für gewöhnlich tun. Vor wenigen Tagen noch wäre Wheeler nie auf die Idee gekommen, mit mir Wache zu halten. Aber er hat es getan. Gut, wir haben nicht viel geredet. Aber das ist nicht der Punkt. Er war da und wir hielten uns gegenseitig wach. Vielleicht handeln wir auch nur instinktiv, basierend auf unseren Charakterzügen. Aber wir haben zur Zeit alle das selbe Ziel. Und daher halten wir zusammen. Wir wollen unsere Welt von Zenera befreien. Ob du uns dabei helfen willst, ist allein deine Entscheidung, nicht die der Master. Nur deine, Baku.“
    „Und was gewinne ich, wenn ich euch helfe?“
    „Vielleicht gar nichts, vielleicht alles. Möglicherweise Freunde.“
    „Ich werde darüber nachdenken.“
    Genau so plötzlich, wie er aufgetaucht war, verschwand er wieder.
    „Sein Verhalten irritiert mich immer mehr“, erklärte Yami stirnrunzelnd. „Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich davon halten soll.“
    Wendy warf ihm daraufhin ein mildes Lächeln zu. „Warten wir doch einfach mal ab. Baku weiß sehr wohl, dass ihn Anata besonders intensiv beobachten wird. Also wird er sich keine Dummheiten erlauben. Allerdings … mir ist aufgefallen, dass er dauernd auf meinen Armreif geblickt hat. Ich frage mich, warum.“


    Nachdenklich betrachtete sie sich das seltsame Schmuckstück nun genauer. Ein großer blauer Stein zierte die Mitte, umgeben war er von vielerlei Schnörkeln und Schriftzeichen. Vogelsymbole, eine stilisierte Pyramide, der Schlüssel des Ankh … Der Schlüssel des Ankh? Pyramide? Offensichtlich ägyptische Symbole – das war ihr zuvor gar nicht aufgefallen. Sie wies ihre Freunde darauf hin, worauf vor allem der Pharao sein Armband erstmals intensiv in Augenschein nahm und anschließend bestätigend nickte. Erneut blickte er auf den Reif und begann, die Worte zu entschlüsseln.
    „Erwachend aus dem langen Schlaf, kämpfend mit der Macht der Sonne. Hm.“
    „Geteilt nur halb, vereint durch die dunkle Macht“, murmelte Bakura, als er die Schriftzeichen auf seinem Reif entzifferte. Da sein Vater Archäologe war, konnte der Junge die Hieroglyphen durchaus lesen. Aber einen Sinn ergaben sie nicht für ihn. Conan bemerkte, dass sie wohl alle unterschiedliche Sprüche auf ihren Reifen hatten. Ebenso verschiedenfarbige Steine, wie Ranma aufgefallen war. Während sie den Freunden zuhörte, versuchte sich Wendy im Übersetzen der Hieroglyphen. Auch ihre Eltern waren Archäologen. Fremdsprachen zu lernen, hatte seit frühester Kindheit noch zu ihren einfachsten Übungen gehört. Mehr vor sich hinmurmelnd entschlüsselte sie auch ihren Spruch. „Geboren, um zu einen und den Platz zu finden. Der Himmel ist dein Schutz und dein Begleiter. Merkwürdiger Spruch. Was wollen mir die Worte damit nur sagen?“ grübelte sie und sah stirnrunzelnd auf. Ihr wurde jetzt erst bewusst, dass die Gruppe zum Stillstand gekommen war und sich jeder die seltsamen Zeichen übersetzen ließ. Der Pharao war vor Conan in die Hocke gegangen, betrachtete sich die Hieroglyphen und übersetzte sie. Aber wie bei den anderen schienen sie keinen Sinn zu ergeben. Irgendwie wirkten alle danach eher frustriert, weil sich niemand einen Reim darauf machen konnte. Kopfschüttelnd und seufzend machten sie sich dann schließlich wieder auf den Weg. Die Sonne brannte heiß und sengend vom Himmel herab, aber irgendwann vernahmen die Freunde ein seltsames Grollen, gleich einem näher kommenden Gewitter. Doch der Himmel war nach wie vor strahlend blau! Verwirrt blickten sie zu Boden, dann wieder zum Himmel, während das Geräusch näherkam. Ranma bemerkte, dass es sich nach einem Erdbeben anhörte und suchte den harten Boden bereits nach irgendwelchen Spuren ab, die seine Vermutung bestätigen würden.

    Auch Kaiba ließ seinen Blick skeptisch umherschweifen. „Scheint, als hätten wir ihre Aufmerksamkeit“, stellte er kurz danach mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme fest. „Okay, Leute. Gebt Obacht. Wir wissen nicht, was sie vorhat. Also haltet die Augen offen.“
    Angestrengt lauschten alle und blickten sich um. Schließlich erkannten sie, dass das Geräusch seinen Ursprung in einem nicht endend wollenden Riss hatte, der sich blitzgleich durch den trockenen Boden zog und eine todbringende Schneise mit sich brachte.



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 02.10.2007, 23:14


    Chapter 10


    Der Boden erbebte und schien die Freunde wie lästige Insekten von sich schütteln zu wollen. Alle miteinander verloren sie das Gleichgewicht und stürzten. Flüche, Husten, blindes Tasten über den Sand, bis Schreckensschreie die Gruppe erstarren ließ. Jeder erkannte in den Schreien die Stimmen von Bakura und Conan. Augenblicklich rannten alle zur Schneise und suchten selbige hastig ab. Finger erschienen an deren Rand, die nach Halt suchten. Automatisch wurde danach gegriffen und gezogen. Bakuras leichenblasses Gesicht erschien am Rand, Ryoga griff nach dessen Unterarmen und zog ihn vollends hoch, während nach Conan gesucht wurde. Sekunden später winkte und pfiff Joey von der anderen Seite. Tristan stellte den vor Schreck zitternden Gesuchten gerade auf die Füße.
    „Das war knapp“, bemerkte Ryoga und blickte sich um. „Bist du ok, Bakura?“
    Dieser nickte stumm. Der Schreck saß ihm so tief in den Knochen, dass er momentan des Sprechens unfähig war. In der Zwischenzeit beäugte sich Ranma die Breite des Risses und schüttelte den Kopf. Sie sei zu breit, um sie einfach zu überspringen, erklärte er, schränkte aber auch ein, dass er und Ryoga es schaffen würden, wohl auch Seto. Aber bestimmt nicht Bakura und Wendy. Ratlos sah sich die Gruppe an, blickte aber sofort alarmiert auf, als der Boden erneut grollte und aus dem Abgrund Feuer und Steine in die Luft geschossen wurden. Instinktiv wichen sie dem Geprassel aus, wobei Wendy das Gleichgewicht verlor und in die Schneise zu stürzen drohte, was auch passiert wäre, wenn Hibiki nicht im letzten Moment nach ihr gegriffen hätte. Zitternd vor Schreck krallte sie sich an ihm fest, Panik flackerte in ihren Augen.
    „In der Tat, wir haben sogar ihre volle Aufmerksamkeit“, bekräftigte Seto und grinste die Freundin schief an. „Alles in Ordnung, Wendy?“
    Das Mädchen antwortete mit einem stummen Nicken und blickte sich angsterfüllt um.

    Nach einiger Zeit wurden die Flammen kleiner, auch kamen keine weiteren Felsbrocken mehr aus der Schneise, sodass die Freunde wieder Blickkontakt zueinander hatten. Schock wich Erleichterung, als sie erkannten, dass sie anscheinend alle wohlauf waren. Yami deutete nach Osten, dem Ursprung des Ganzen. Verstehend nickten sich alle zu und stapften weiter. Seto bemerkte, dass es ihm gar nicht gefiel, von den anderen getrennt zu sein. Momentan gaben sie perfekte Zielscheiben ab, soviel stand fest. Danach warf er Bakura einen mehrdeutigen Blick zu.
    „Offensichtlich war Baku der Meinung, dass du nicht wirklich in Gefahr schwebtest, sonst hätte er dir wohl geholfen.“
    „Offensichtlich“, antwortete der Junge knapp und biss sich auf die Lippen, während er gedanklich den Geist verfluchte. Wendy hingegen humpelte, was Ryogas Aufmerksamkeit nicht entging. Freundschaftlich nach ihr greifend bot er ihr an, sie zu tragen, aber das Mädchen schüttelte den Kopf. Eine kurze Debatte entstand, bei dem sich herausstellte, dass sie beide einen ausgeprägten Dickschädel besaßen. Leicht ungehalten drückte Hibiki die Freundin Minuten später auf den Boden und kramte in seinem Rucksack herum, während Ranma mit einem lauten Pfiff die Freunde auf der anderen Seite des Risses auf sich aufmerksam machte. Fragend blickten sie herüber und blieben irritiert stehen. In der Zwischenzeit war Ryoga fündig geworden und hielt eine Bandage und eine Dose mit Salbe in der Hand. Staunend blickte Saotome auf die Gegenstände.
    „Du hast wohl für alle Eventualitäten was dabei.“
    „Man muss immer vorbereitet sein, man weiß ja nie“, entgegnete Hibiki, während er Wendy bereits den Schuh auszog. Ihr Knöchel war in der kurzen Zeit schon auf die Ausmaße eines Tennisballes angeschwollen und tat höllisch weh. Kopfschüttelnd trug der Junge die kühlende Salbe auf und bandagierte den Fuß, streifte ihr aber nur die Socke wieder über und half ihr aufzustehen.
    „Sam würde dich jetzt vermutlich auffordern, dich zu schonen und den Fuß nicht allzu sehr zu belasten. Er …“
    „… ist nicht hier“, vervollständigte Wendy heftiger, als beabsichtigt. „Wir können ja kaum umkehren. Dazu sind wir zu weit gekommen. Ich muss den Schmerz nur ignorieren.“
    Unglücklich schaute Ryoga das Mädchen an und grummelte etwas vor sich hin. Dann blitzte es urplötzlich in seinen braunen Augen auf. Mit einer Stimme, die keine Widerrede duldete erklärte er, dass er Wendy tragen würde, wenn die Schmerzen schlimmer würden. Seine Menschenfreundin blickte ihn daraufhin verdutzt an – mit solchen Worten hatte sie nicht gerechnet. Also nickte sie zustimmend, wenn auch widerstrebend.

    Seto betrachtete sich die Szenerie kurz und winkte dann den Freunden auf der anderen Seite, dass es weiterging. Wie lange sie schon wieder unterwegs waren, konnten sie nicht sagen, aber das merkwürdige Plätschern, das nach einiger Zeit an ihre Ohren drang, klang irgendwie nach Wasser, obwohl sie nirgends eine Oase ausfindig machen konnten. Wahrscheinlich würde ihnen der Durst einen Streich spielen, vermutete Bakura unsicher, lauschte aber weiterhin, wie die übrigen auch, dem Geräusch. Schließlich entdeckten sie das angebliche Wasser, das innerhalb der Schneise vor sich hinblubberte. Allerdings traf die Beschreibung Wasser nicht unbedingt das, was sie dort sahen. Es handelte sich um eine schwarze zähe Masse, die vom Anblick her eher an Sirup erinnerte. Probeweise griff Ranma nach einem Stein und warf ihn in die Schneise. Mit einem Unheil verkündenden Zischen verschwand dieser in der seltsamen Flüssigkeit. Sackgasse, war das erste, was den Freunden dazu einfiel. Nach wie vor war die Schneise zum überspringen zu breit. Aber der Anblick der seltsamen Flüssigkeit reichte schon, um von dieser Idee ohnehin sofort Abstand zu nehmen. Einen Vogel zum Überfliegen der Schneise zu haben, sei nun gut, murmelte Bakura mehr zu sich selbst und erntete dafür einen schrägen Blick Ranmas. Sollte hier jetzt tatsächlich Schluss sein? Das Ende ihrer Mission? Wendy schüttelte missmutig den Kopf und wischte sich dabei verstohlen ein paar Tränen aus den Augen. Ungehört tropften sie zu Boden und hinterließen kleine glitzernde Punkte, die Seto durchaus bemerkte und nun versuchte, das Mädchen aufzumuntern, was eigentlich so gar nicht seine Art war. Allerdings kam er nicht allzu weit, da seine Aufmerksamkeit etwas anderem galt. Wendys Tränen auf dem Boden schienen sich zusammen zu fügen, begannen zu funkeln … und wurden größer! Geistesgegenwärtig zog Kaiba die Freundin beiseite, als etwas aus dem Funkeln entstand. Sekunden später starrten alle entgeistert auf einen riesigen Vogel, der mit lauten Rufen seine mächtigen Schwingen ausbreitete und mit klugen Augen auf die Gruppe schaute. Unverhofft begann Seto kurz darauf an zu lachen. „Natürlich, dass wir daran nicht gleich gedacht haben.“ Als ihn alle Anwesenden fragend anschauten, seufzte er theatralisch. „Denkt doch mal nach, Leute. Wir haben uns dermaßen daran gewöhnt, dass Wendy wie eine von uns aussieht, dass wir das Wesentliche vergessen haben. Ihre Phantasie hat uns zusammengebracht und ist ausschlaggebend für kleine Veränderungen.“ Er fokussierte seinen Blick auf das Mädchen, das ihn verdattert ansah und keine Ahnung hatte, was er meinte. „Wenn du dir etwas wünschst, passiert es hier. Im kleinen Rahmen – aber es geschieht offenbar. Bakura hat einen Vogel erwähnt, den du dir wohl gewünscht hast, damit wir wieder zu unseren Freunden gelangen können. Und genau das ist passiert.“

    Wirklich überzeugend klangen Kaibas Worte nicht. Aber Tatsache war nun mal, dass ein großer Vogel vor ihnen stand und sie alle aus seinen klugen Augen abwartend ansah. Etwas unsicher ging Wendy auf das Geschöpf zu und streckte behutsam eine Hand aus. Der mächtige Schädel sank herab, sein Schnabel stupste die Hand des Mädchens sanft an, worauf Wendy scheu lächelte. Mit zitternder Stimme fragte sie den Vogel, ob er sie auf die andere Seite des schwarzen Wassers bringen könne und kam sich in dem Moment ziemlich dämlich vor. Seine dunklen Augen schienen das Mädchen anzublinzeln, er der Vogel nickte, sich vollends auf den Boden hockte und die Flügel spreizte. Seto hob daraufhin Wendy hoch, damit sie auf den Rücken des Vogels klettern konnte, die anderen folgten nacheinander. Sand wirbelte auf, als das gefiederte Geschöpf kurz darauf mit seinen Schwingen schlug und vom Boden abhob. Minuten später war die Gruppe wieder vollständig, wenn auch verwirrt. Etwas mutiger als kurz zuvor ging Wendy erneut auf den Vogel zu und streichelte die weichen Federn. Sie flüsterte dabei einen Dank, während sie ihre Wange kurz an den Kopf des Tieres schmiegte. Der Vogel neigte verstehend seinen Schädel, schien ihr kurz zuzublinzeln und erhob sich wieder in die Lüfte. Dabei schien er sich in ein goldenes Leuchten zu verwandeln, ehe er den Blicken der Freunde entschwunden war.



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 02.10.2007, 23:15


    Chapter 11


    „Ich werde verrückt“, murmelte Tristan fassungslos.
    „An das nächstliegende hat wirklich keiner von uns gedacht. So sehr haben wir uns daran gewöhnt, dass Wendy wie wir aussieht.“ Conan grinste dabei.
    „Ich verstehe das immer noch nicht“, gab das Mädchen zu. „Wenn ich mir etwas wünsche, geschieht es auch? Dann bräuchte ich mir doch bloß zu wünschen, dass wir Zenera besiegt haben, oder?“
    „Nein, so große Dinge nicht, Wendy“, widersprach Seto. „Kleine Dinge offenbar schon. So wie den Vogel. Ich denke, das hängt von der Intensität deiner Phantasie ab. Aber sicher bin ich mir dabei nicht. Es kann ebenso gut sein, dass Anata uns beschützt. Das alles ist jetzt reine Spekulation.“
    „Ergibt aber durchaus Sinn“, grübelte Conan. „Durch dich sind wir ja erst zusammen gekommen. Vermutlich wären alle Anime-Charaktere aufgefordert worden, gegen Zenera zu kämpfen und irgendwelche Gruppierungen hätten sich dann zusammengetan. Aber unsere Gruppe besteht, weil du sie dir gewünscht hast.“
    „Also könnten auch durchaus andere Teams unterwegs sein?“ fragte Joey.
    „Es wäre dumm anzunehmen, dass wir die Einzigen sind. Dafür gibt es zu viele von uns“, erklärte Seto ernst und blickte zum Himmel. „Nun, wie dem auch sei. Antworten erhalten wir im Moment nicht. Lasst uns weitergehen.“

    Wendy geriet immer mehr ins Grübeln. Sollte es tatsächlich so einfach sein? Dass Dinge geschahen, nur weil sie sich dergleichen wünschte? So ganz glauben konnte sie es nicht. Das wäre ja schon fast wie ein Geschenk der Götter. Aber … sie war hier, in der Anime-Welt, sah selbst wie ein Anime-Charakter aus und war mit ihren Freunden unterwegs. Freunde, die eigentlich nur gezeichnete Figuren waren und die ihre Stimmen lebenden Menschen verdankten. Das allein war schon verrückt genug. Während sie humpelnder Weise automatisch einen Fuß vor den anderen setzte, gähnte sie herzhaft. Sie war dermaßen müde, dass sie im Stehen hätte einschlafen können. Erst, als Conan einen angewiderten Laut von sich gab, blickte sie auf und prallte unsanft gegen den Jungen, der unverhofft stehen geblieben war. Joey und Tristan hockten bereits am Boden und betrachteten sich etwas im Sand.
    „Tja, das war wohl mal ein Vogel, wenn auch ein riesiger“, stellte Wheeler gerade fest und erhob sich ächzend. Wie allen anderen, stand auch ihm die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. Als Mokuba auf sich aufmerksam machte und auf etwas deutete, wurden alle merklich blasser. Offenbar gab es in dieser Gegend jede Menge Vogelskelette, die in jedem eine Art Unbehagen auslösten. Die Freunde kamen sich vor wie auf einem Friedhof. Conan schien über etwas zu grübeln, stand neben Wendy und war damit beschäftigt, seine Brille zu putzen. Das Mädchen wusste nicht warum, aber dieses ruhige Verhalten und völliges Vertiefen in seine Brille ließ sie ausrasten.
    „Verdammt noch mal. Hör auf damit, Conan. Du brauchst diese blöde Brille doch gar nicht. Also lass das!“ herrschte sie ihn plötzlich an und entriss ihm das Gestell.
    Ihre Freunde wandten sich erstaunt und gleichermaßen verwirrt zu ihr um und tuschelten miteinander. Jeder fragte sich, warum das Mädchen urplötzlich dermaßen ausrastete. Der Pharao vermutete, dass Wendy übermüdet sei und wohl ihre Grenzen erreicht habe, worauf Ranma bestätigend nickte.
    „Dass sie überhaupt so lange durchgehalten hat, grenzt schon an ein Wunder. So viel Power hab ich ihr gar nicht zugetraut.“
    Ryoga nickte kaum merklich. „Und sie ist auch physisch hier, nicht nur seelisch. Wir haben sie einfach mitgenommen, ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen. Sam wird uns dafür zur Rechenschaft ziehen.“
    „Darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist“, bemerkte Yami und deutete auf die Skelette. „Ich weiß nicht, wie es euch ergeht. Aber diese Gebeine bereiten mir Unbehagen. Je mehr Abstand wir von denen gewinnen, umso besser.“

    Conan indes blickte Wendy aus seinen großen blauen Augen erstaunt an. Dieses Verhalten erschien ihm untypisch für sie, also streckte er langsam eine Hand aus, während er sein Gegenüber dabei ruhig anblickte, aber kein Wort von sich gab. Völlig perplex starrte das Mädchen auf die Brille in ihren Fingern, dann auf Conans ausgestreckte Hand und anschließend auf sein Gesicht. Seine dunklen Haare waren völlig zersaust und voller Sand, Gesicht, Hände und Arme schmutzig. Sie konnte klar erkennen, dass er sich gewaltsam wach hielt und ließ sich entsetzt auf die Knie sinken, um ihm seine Brille in die Hand zu drücken.
    „Es … tut mir leid“, begann sie stammelnd. „Ich … ich wollte mich nicht so gehen lassen. Bitte verzeih’ mir, Conan.“
    Der Junge vor ihr lächelte mild. „Schon okay, Wendy. Wir sind alle müde und erschöpft. Also mach’ dir keinen Kopf, in Ordnung?“ erklärte er augenzwinkernd und steckte die Brille einfach weg, worauf das Mädchen ihn in einem Reflex umarmte. Das wiederum hatte zur Folge, dass Ryoga eifersüchtig knurrte und Ranma ihn beruhigen musste. Als sich Tristan vernehmlich räusperte und sehnsüchtig in Richtung der Berge blickte, lächelte Wendy entschuldigend. Den Wink mit dem Zaunpfahl hatte sie durchaus verstanden. Sie zwinkerte Conan zu, stand auf und griff nach seiner Hand, um zu den wartenden Jungen aufzuschließen.


    Behutsam setzten sie ihre Schritte um die vielen Vogelskelette herum. Ihnen allen war mulmig zumute. Die dunklen Augenhöhlen schienen sie anklagend anzustarren. Ihr Zeitgefühl hatten sie auch mittlerweile verloren. Ihr Instinkt sagte ihnen, es müsse später Nachmittag sein, aber der Stand der Sonne sagte etwas anderes aus. Ranma schirmte einmal die Augen mit der Hand ab und schüttelte Sekunden später den Kopf. Seiner Meinung nach hatte sich die Sonne in den letzten Stunden nicht einen Millimeter bewegt, was die Gruppe nicht gerade aufmunterte. Nach einiger Zeit begann Bakura damit, sich ständig umzudrehen und stirnrunzelnd auf die Vogelskelette zu starren, die bereits hinter ihnen lagen. Mit diesem Verhalten machte er seine Freunde direkt wahnsinnig. Als Joey auch noch damit anfing, wäre den anderen fast der Geduldsfaden gerissen. Aber auch sie vernahmen allmählich alle dieses seltsame Geräusch das klang, als würden Knochen aneinanderschaben. Zögernd und alarmiert drehten sich alle um und erstarrten. Etwa ein Dutzend der Skelette erhob sich aus dem Sand und starrte feindselig in die Richtung der Teenager. Und in ihren Augen glühte rot die blanke Mordlust!



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 13.10.2007, 23:37


    Chapter 12




    Sekundenlang standen sie alle da wie zu Salzsäulen erstarrt, ehe von jetzt auf gleich Bewegung in sie kam. Wie von einer Tarantel gestochen rannten sie los, Richtung Berge, um sich in Sicherheit zu bringen. Joey strauchelte beim Laufen, prallte unsanft in den Sand und schrie entsetzt auf, als ein horniger Schnabel nach ihm pickte. Tristan machte sofort kehrt, um seinem Freund zu helfen, während Ranma und Ryoga zeitgleich ihre Rucksäcke von sich warfen und einiger grimmig zunickten. Worte waren in Situationen wie dieser überflüssig zwischen den beiden. Sie verstanden einander auch nur mit Blicken oder Gesten. Mit einem Kampfschrei auf den Lippen griffen die zwei die Skelette an; mit solch verheerender Wucht, dass die Knochen nur so zu Boden krachten. Aber je mehr sie von den unseligen Geschöpfen besiegten, um so mehr von ihnen schienen aufzutauchen. Joey und Tristan betrachteten sich kurz den Kampf der beiden, ehe sich auch Wheeler knurrend die Ärmel hochkrempelte und sich mit einem heiseren Aufschrei ebenfalls ins Getümmel stürzte, Tristan direkt an seiner Seite. Etwas ratlos blickten sich die übrigen Freunde an, während Conan bereits schweigend kleine Steine vom Boden aufhob, die er sorgfältig aufeinander legte.

    „Ich beherrsche zwar weder Judo noch Karate“, gab Yami zu, während er dem Geschehen mit den Augen folgte. „Aber nur zusehen …? Kaiba?“
    Der Hüne nickte nur schweigend und bedeutete dem Rest der Gruppe zu bleiben, wo sie waren, da er sie dort in Sicherheit glaubte. Conan bestätigte seine Aufforderung eher geistesabwesend, während er den Regler an seinem Schuh betätigte, kurz Anlauf nahm und die Steine einen nach dem anderen Richtung Skelette abschoß. Seinem Beispiel folgend, klaubten nun auch die übrigen Freunde Steine vom Boden auf und bewarfen die äußerst lebhaften Gebeine damit. Aber es erschien aussichtslos. Immer mehr Vogelskelette tauchten auf, sie zählen zu wollen, war ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Wut und Verzweiflung machte sich in den Freunden gleichermaßen breit.

    Während sie mit Tränen in den Augen die Skelette mit Steinen bewarf, bemerkte Wendy irgendwann, dass der blaue Stein auf ihrem Armreif zu pulsieren begann. Ein seltsames Kribbeln zog sich dabei durch ihre Hand, die sich scheinbar wie von selbst gen Himmel erhob. Indes wurde das Pulsieren des Steines immer unerträglicher, regelrecht heiß wurde er. Und dann – ohne Vorwarnung, schoss ein blauer Strahl scheinwerfergleich aus diesem Stein und ließ die Skelette erstarren. Während das Mädchen noch völlig verwirrt auf ihren Armreif starrte bemerkte sie, wie auch der Pharao nun stirnrunzelnd auf seinen blickte. Der Stein darauf schien sich ebenfalls zu erwärmen. Nachdenklich blickte Yami kurz auf die Freundin, ehe er zu ihr kam und seinen Arm mit dem Reif ausstreckte, sodass sich beide Gegenstände kurz berührten. Ein Surren erklang, beide Steine leuchteten nun und rotes Licht, gleich einer explodierenden Sonne, schoss aus dem Reif des Pharao.
    „Verschwindet endlich!“ rief er dabei den Skeletten entgegen. „Kehrt zurück ins Totenreich. Bei der Macht des Ra! Ich befehle es euch!“

    Sekundenlang hörte man nur das schwere und hastige Atmen der Gefährten, die ungläubig auf das starrten, was nun passierte. Das rote Gleißen traf ein erstarrtes Skelett nach dem anderen und ließ sie zu Staub zerfallen. Wie in Zeitlupe ließen Yami und Wendy ihre Arme kurz darauf sinken und schauten wie in Trance dorthin, wo noch wenige Sekunden zuvor Dutzende Vogelskelette den Freunden nach dem Leben getrachtet hatten.
    „Whow!“ war das erste, was Joey nach einigen Schreckminuten von sich geben konnte.
    „Natürlich“, murmelte Wendy, als sie zu verstehen begann. „Kämpfend mit der Macht der Sonne. Der Sonnengott Ra.“
    Yami nickte bestätigend; selbst noch verwirrt und überrascht über die Macht, welche die Armreifen offensichtlich inne hatten.
    „Nun, das zeigt, dass die Dinger wohl doch zu etwas gut sind. Aber wie aktiviert man sie?“ erkundigte sich Seto, während er sich Blut aus dem Mundwinkel wischte.
    Sowohl Yami wie auch Wendy zuckten die Achseln und erklärten, die Steine hätten sich von selbst aktiviert, was ja auch der Wahrheit entsprach. Ansonsten konnten sie nur hinzufügen, dass sie beide ein Kribbeln in ihren Händen verspürt hatten, das zu einer fast unerträglichen Hitze angeschwollen war, ehe sich die Kräfte der Armreifen aktivierten. Wie sollten sie es sonst auch erklären? Sie wussten ja selbst nicht genau, was passiert war.

    Zumindest hatte sie der unfreiwillige Sprint ihrem eigentlichen Ziel – die Berge – ein ganzes Stück näher gebracht. Noch immer nach Atem ringend, klaubten die Freunde ihre Rucksäcke vom Boden auf. Dabei sank Wendy mit einem unterdrückten Schmerzensschrei zurück in den Sand. An ihren verstauchten Knöchel hatte sie nicht mehr gedacht, der sich nun mit brennendem Schmerz zurück meldete. Ryoga blickte erst kurz auf das Mädchen, dann auf Ranma, ehe er seinem Freund wortlos seinen Rucksack in die Hand drückte und vor Wendy in die Hocke ging.
    „Ich trage dich“, erklärte er lakonisch, doch seine Freundin schüttelte halsstarrig den Kopf.
    Eine kleine Diskussion entstand daraufhin zwischen den beiden, die Ryoga kurz darauf für sich entschied. Mit einem zufriedenen Grinsen löste er seine Hand von Wendys Hals, die plötzlich zusammensank und nahm sie dann Huckepack. Verdutzte Blicke folgten ihm; jeder fragte sich, wie Hibiki dies denn nun wieder angestellt hatte. Also schauten sie alle nun fragend auf Ranma, der nur breit grinste.
    „Ryoga mag zwar null Orientierungssinn besitzen, aber er kennt jeden Nervenpunkt des Körpers. Und das heißt, dass Wendy eine zeitlang schlafen und sich nicht mehr so halsstarrig wie ein Esel benehmen wird“, erklärte er leichthin und folgte seinem Freund bereits.

    Fast eine Stunde dauerte ihr Marsch noch, ehe sie endlich die Berge erreichten und sogar eine Höhle fanden, die offensichtlich erst vor wenigen Stunden verlassen worden war. Die heruntergebrannten Holzscheite waren noch warm. Aber momentan war ihnen allen das fürchterlich egal. Sie wollten sich nur noch ausruhen.
    „Oh Mann, tut das guuuut“, murmelte Tristan, als er die Beine ausstreckte und Ryoga dabei beobachtete, wie er einen Schlafsack ausrollte und die Bewusstlose in selbigen verfrachtete.
    „Sam wird uns die Ohren lang ziehen, wenn er Wendys Zustand gewahr wird“, murmelte der Junge mehr zu sich selbst und setzte sich nun ebenfalls.
    „Darüber können wir uns Gedanken machen, wenn es soweit ist, Ryoga“, bemerkte Ranma und gab einen kurzen Schmerzlaut von sich. „Ich sollte mehr trainieren. Bin wohl aus der Übung“, brummte er übellaunig, während Hibiki ihn schräg ansah und auf den Freund deutete. „Zieh’ dein Hemd aus.“
    „Was?“
    „Dein Hemd, Ranma“, wiederholte Ryoga geduldig. „Zieh’ es aus.“
    Widerstrebend kam Saotome der Aufforderung nach. Er ahnte, was sein Freund vorhatte, und diese Vorstellung behagte ihm nicht sonderlich. Wie vermutet, tastete Ryoga kurz darauf Ranmas Rücken ab, bis dieser zusammenzuckte.
    „Dachte ich mir. Du hast dir die Schulter fast ausgerenkt. Wäre dir früher nicht passiert. Okay, das wird gleich etwas wehtun. Bereit?“
    Ranma nickte zögerlich und biss sich Sekunden später auf den rechten Unterarm, um den Schmerzschrei zu dämpfen. „Bist du wahnsinnig?“ keuchte er dann mit hochrotem Kopf. „Du bist doch wohl von allen guten Geistern verlassen worden. Ich sollte dir ….“
    „Schmerzt es noch?“ erkundigte sich Ryoga gelangweilt.
    „Ähem …nein.“
    „Dann stell’ dich nicht wie ein Mädchen an.“
    „Ich bin kein Mädchen! Duuuuu …“
    „Spart eure Kraft für Zenera“, fauchte Seto und ging zwischen die beiden. „Ihr seid doch keine kleinen Kinder. Also hört auf damit.“

    Wendy machte daraufhin auf sich aufmerksam und erklärte, dass sich die zwei wegen jeder Kleinigkeit in die Wolle bekamen. Und dass sich dieses wohl auch nie ändern würde. Anschließend bedachte sie Hibiki mit einem vorwurfsvollen Blick und der Junge grinste schief.
    „Tut mir leid wegen der kleinen Attacke“, entschuldigte er sich bei ihr, während er einen frischen Verband und die Salbe hervorkramte. „Aber wenn man dich nicht mit Worten überzeugen kann, müssen dich Taten eben überzeugen. So einfach ist das.“
    Eingeschnappt blickte Wendy daraufhin zur Seite. Ryoga maßte sich doch tatsächlich an, sie zu tadeln! Was erlaubte er sich überhaupt? Als er sich dann auch noch harmlos schauend erkundigte, ob sie nun freiwillig weiterschliefe oder er nachhelfen müsste, zuckte ihre Hand automatisch an die Stelle, die Ryoga berührt hatte, um sie zu betäuben. Demonstrativ rollte sie sich ihn ihrem Schlafsack zusammen und war Sekunden später bereits in einen Erschöpfungsschlaf gefallen. Ihre Freunde folgten ihrem Beispiel und so dauerte es nicht lange, bis man nur noch das ruhige und gleichmäßige Atmen einer mehrköpfigen Gruppe vernahm. Nur einer blieb noch wach und hielt als erster Wache – Seto …



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 23.01.2008, 00:21


    Chapter 13





    Keiner der Freunde sah am nächsten Morgen wirklich ausgeruht aus, eher traf das Gegenteil zu. Lustlos vertilgten sie einen Teil ihres Proviantes, schlürften heißen Tee und schwiegen einander an. Als Kaiba etwa eine halbe Stunde später dazu drängte, weiterzugehen, erntete er missmutige Blicke seiner Weggefährten. Am liebsten hätten sich alle wieder hingelegt – aber das kam momentan nun mal nicht in Frage. Während sie wieder losmarschierten, überlegte der ein oder andere, was er nach diesen Strapazen als erstes täte. Tagelang durchschlafen, ausgiebig duschen, frische Kleidung und vor allem ein weiches Bett stand auf ihrer Wunschliste ganz oben.

    Jeder von ihnen sah recht ramponiert aus. Conans Jacke hatten sie schon lange irgendwo liegengelassen, da sie eh’ nur noch aus Fetzen bestanden hatte. Sein ehemals weißes Hemd war verschmutzt, hing offen und zerknautscht über der Hose. Ryoga lief schon seit einem Tag ohne Hemd herum, Ranma trug seines offen, ebenso wie die anderen. Wendys T-Shirt war bestenfalls noch als Top zu bezeichnen, so zerrissen, wie es war. Niemand war auf die Idee gekommen, Kleidung zum Wechseln einzupacken, zu schnell war ihr Aufbruch gewesen. Obwohl es früh am Morgen war, zumindest von ihrem Zeitgefühl her, brannte die Sonne heiß und sengend auf sie herab. Wendy wurde nur ein fragender Blick zugeworfen, auf Sprechen verspürten die Freunde mittlerweile auch keine allzu große Lust mehr. Als das Mädchen wortlos in die entsprechende Richtung deutete, nickte Yami bestätigend und griff nach einer Flasche mit dem silbernen Wasser. Ein jeder von ihnen hatte bereits festgestellt, dass es eine belebende Wirkung auf sie hatte, sonst wären sie schon alle zwischendurch zusammengeklappt. Aber dennoch waren sie erschöpft, setzten nur noch automatisch ihre Schritte. Mittlerweile war es doch eher zweifelhaft, ob sie in diesem physischen wie psychischen Zustand überhaupt eine Chance gegen Zenera haben würden. Aber Kapitulation kam für niemanden in Frage. Sie hatten es bis hierhin geschafft, also würden sie den Rest auch noch hinkriegen. Missmutig kämpften sie sich zwischen den Felsen bis hindurch zur Spitze hoch, um dort erstaunt festzustellen, dass ein schlichter Weg abwärts bis zum Höhleneingang – Zeneras Hort – führte.
    „Findet ihr nicht auch, dass es beunruhigend still ist?“ flüsterte Bakura.
    „Die Ruhe vor dem sprichwörtlichen Sturm“, quetschte Seto aus zusammengekniffenen Lippen hervor, während er sich argwöhnisch umblickte.
    „Sie lauert wie eine Spinne in ihrem Netz“, fügte Mokuba ebenso leise hinzu und schüttelte sich.
    Vorsichtig und in ständiger Alarmbereitschaft gingen sie weiter – aber nichts geschah. Zenera machte keine neuen Anstalten, ihnen weitere Fallen oder Monster zu schicken. Vor der Höhle angekommen, schauten sich die Freunde einander an. Ein letztes tiefes Durchatmen und der Austausch entschlossener Blicke – danach betraten sie gemeinsam die Höhle.

    Links und rechts hingen Fackeln in entsprechenden Halterungen und wiesen der Gruppe so den Weg. Am Ende eines schier endlosen Ganges versperrte ein dunkler Vorhang den Freunden den Weg, den Seto mit einem energischen Ruck beiseite zog. Ein riesiger runder Raum, getaucht in einem blutrot erwartete sie. Als sie eintraten, erklang eine spöttische Stimme in der diffusen Dunkelheit, die sie willkommen hieß – Zenera.
    „Das Treffen hättest du auch schon eher haben können, alte Hexe“, knurrte Joey, während er sich suchend umblickte.
    „Oooch, und mir damit den Spaß verderben? Nein, Joseph Wheeler, dafür spiele ich zu gern.“
    „Vorzugsweise mit anderer Leute Leben“, grollte Tristan und ballte die Hände zu Fäusten.
    „Sonst macht es doch auch keinen Spaß.“
    Noch immer spöttisch lachend, trat Zenera endlich ins Licht, sodass die Freunde sie erstmalig zu Gesicht bekamen. Ihre Gegnerin war um die 1,75 Meter groß und schlank. Ein enganliegendes Gewand in schwarz und rot umschmeichelte ihren Körper und betonte dabei ihre weiblichen Konturen, während ihr dunkles Haar kunstvoll hochgesteckt war. Nur die rotglühenden, von unbändigen Hass beseelten Augen passten nicht zum übrigen Erscheinungsbild. Sie ließ der Gruppe Zeit, sie zu bestaunen, ehe sie mit direkt anmutigen Schritten auf die Freunde zuging. Diese wiederum mussten sich beherrschen, um nicht instinktiv zurück zu weichen.
    „Kartenspieler, ein Möchtegern-Detektiv und Verfechter der japanischen Kampfkunst. Eine illustre Mischung. Und ihr glaubt wirklich, gegen mich bestehen zu können, hm?“ Als sie keinerlei Antwort erhielt, baute sie sich vor Wendy auf und betrachtete sich das Mädchen ausgiebig. „Deine Augen … sie erinnern mich irgendwie an den guten alten Sam.“ Mehr Worte bedurfte es gar nicht, um Wendy die Stirn runzeln zu lassen. Was wollte Zenera mit diesen Worten bewirken? Sie verwirren, nachdenklich stimmen?

    Mit einem wissendem Lächeln, das verriet, dass sie ihre Saat gut platziert hatte, wandte sich Zenera den beiden Jüngsten zu. Zungenschnalzend und kopfschüttelnd blickte sie auf die beiden und bemerkte in ihrer spöttischen Art, dass kleine Kinder doch bitte zu Hause bleiben sollten, wenn sich Erwachsene stritten. Conan konnte sich daraufhin kaum noch beherrschen und auch Mokuba grollte leise und ballte die Hände zu Fäusten.
    „So, so … ihr wollt mich also besiegen“, nahm sie ihren Faden wieder auf und stolzierte wie ein eitler Pfau vor ihnen auf und ab. „Andere haben es schon versucht und sind kläglich gescheitert. Aber – ich habe sie in meine dunkle Armee aufgenommen. Und wenn die Saat des Bösen erst mal in ihnen ausgewachsen ist, werden sie euren Untergang besiegeln. Ooooh – vielleicht sollte ich sie euch zeigen, damit ihr wisst, wer in Zukunft eure Feinde sein werden.“
    Gebieterisch klatschte sie in die Hände, worauf sich ein anderer dunkler Vorhang klirrend auseinander zog. Der dahinter befindliche Raum war erfüllt von grünlich schimmernden Säulen, in denen sich verschiedene Anime-Charaktere befanden und zu schlafen schienen. Wendys Augen wurden groß, als sie einige von ihnen auf Anhieb erkannte und sie beim Namen nannte. Auch Bakura erkannte einige, deren Namen er entsetzt aussprach.
    „Marik.“ Yamis Stimme klang tonlos.
    „Mein Gott – Shampoo und Cologne“, fügte Ranma ungläubig hinzu und schluckte hart.
    „Das wird dir noch weniger gefallen“, bemerkte Ryoga leise und deutete auf zwei Säulen ganz rechts.
    „Tendo und ….“ Ranma schluckte erneut, seine Hände ballten sich in ohnmächtiger Wut zu Fäusten.
    „Sieh genau hin, Ranma“, provozierte Zenera ihn mit süffisanter Stimme. „Ja, ja … der gute Genma ist auch hier.“
    Wendys Blick wurde immer ungläubiger, während ihre Augen über die anderen Säulen huschten und dabei noch zwei vertraute Gestalten entdeckten. Zwei, die Conan keinesfalls sehen durfte!

    Fast schien es, als hätte Zenera Wendys Gedanken erraten, als sie sich an den Jungen wandte. „Ein schönes Familientreffen, nicht wahr, mein Kleiner? Auch deine Lieben sind hier, schau mal genau hin“, forderte sie ihn auf und deutete mit einer Hand in die entsprechende Richtung. Conan folgte diesem Fingerzeig und schrie Sekunden später gepeinigt auf.
    „Onkel Kogoro! Ran! Raaaaaaaan! Du Monster, was hast du mit ihr gemacht?“
    Als sich der Junge, ohne zu überlegen, auf Zenera stürzen wollte, hielt Ryoga ihn kurzerhand fest. Conan schrie und heulte in der Umklammerung und wollte losgelassen werden. Verzweifelt strampelte er mit den Beinen, Tränen rannen ihm über die Wangen. Seine Freundin in einer dieser Säulen zu sehen, brachte ihn schier um den Verstand und blockierte sein logisches Denken. Zeneras Lippen verzogen sich zu einem hinterhältigen Lächeln.
    „Nun, momentan ruhen sie noch, damit die Saat gedeihen kann. Aber wenn es soweit ist, werden sie nur mir gehorchen. Und ich werde nicht zögern, sie euch auf den Hals zu hetzen. Vorausgesetzt, ihr lebt dann noch.“
    Amüsiert kicherte sie, als sie das Entsetzen in den Gesichtern der Freunde erblickte. Sie war sich ihrer Sacher so verdammt sicher, dass es einen schon anekelte.
    „Genug geplänkelt, Zenera“, knurrte Kaiba und schob angriffslustig das Kinn vor. „Lass uns endlich beginnen. Wir haben keine Lust, dir noch länger zuzuhören.“
    Zeneras Augen begannen daraufhin, zu leuchten. „Jaaa, Seto Kaiba. Das wollte ich hören. Lasst uns das Spiel beginnen.“

    Und zum Auftakt schossen Flammen aus dem Boden, die die Freunde einhüllten wie ein Kokon!



    Re: [Story] The magical world of Anime - Teil 2: Wenn Zenera ...

    Tory - 23.01.2008, 00:24


    Chapter 14



    Heiß und sengend schossen die Flammen empor, sodass die Gefährten instinktiv die Arme hochrissen, um sich zu schützen, bis Ranmas Stimme erklang, die ihnen erklärte, dass es sich um einen Trick handelte. Demonstrativ schob er eine Hand ins Feuer und zog sie wieder zurück. Sie war unversehrt!
    „Nur eine Illusion. Das Feuer ist nicht real“, bekräftigte Saotome nochmals und ging einfach durch die Flammen. Verdutzt blickten sich die Übrigen an, ehe sie zögernd seinem Beispiel folgten. Keiner von ihnen hatte auch nur ein angesengtes Haar. Als Ranma kurz darauf fragend von seinen Freunden angesehen wurde, grinste dieser flüchtig und erklärte, dass er diesen Trick von Cologne kenne.
    „Du bist ein kluger Junge, Ranma“, erklang Zeneras Stimme in seinem Rücken. „Und Klugheit sollte belohnt werden. Hier, für dich. Fang!“
    In einem Reflex griff Ranma nach dem Etwas, das auf ihn zugeflogen kam, schrie auf und wollte die Katze von sich schleudern, die sich maunzend und fauchend an ihm festkrallte. Ryoga war mit wenigen Schritten bei ihm, riss die Katze von der Schulter seines Freundes und schleuderte sie weg. „Das ist nicht komisch“, fauchte er dabei.
    Zenera lachte ihn nur aus und zielte mit einem Eimer kalten Wassers auf den Jungen, der sie völlig perplex ansah. Niemand hatte mitbekommen, woher sie den Eimer auf einmal hatte. Geistesgegenwärtig riss Conan Ryoga zu Boden, bevor das kalte Nass Hibiki treffen konnte. Noch im Fall aktivierte der kleine Junge den Regler an seinem Schuh und schoss den Eimer wie einen Fußball zurück. Ihre Gegnerin gab einen dumpfen Laut von sich, als der Eimer gleich einem Geschoss zurückkam und sie unvorbereitet am Magen traf. Wütend knurrte sie in Conans Richtung und hob ihre Hände, aus deren Fingerspitzen plötzlich blaue Blitze knisterten, die sie mit einem Kampfschrei dem Jungen entgegenschleuderte. Hibiki war wie ein Schatten, als er Conan aus der Gefahrenzone brachte. Abermals schrie Zenera auf, als sich Seto von hinten auf sie stürzte. Aber er lief dennoch ins Leere – ihr Körper war auf einmal verschwunden, hatte sich wie ein Geist aufgelöst.

    Von ihrem Platz aus konnte Wendy erkennen, dass Ranma noch immer wie paralysiert dastand und zitterte. Kurzerhand bahnte sich das Mädchen einen Weg zu ihm, schüttelte ihn durch und ohrfeigte ihn. Aus glasigen Augen blickte Ranma Wendy an, ehe er ein seltsames kehliges Knurren von sich gab. Ein Geräusch, das dem Mädchen Angst machte, sodass sie automatisch zurückwich.
    „Verdammte Katzenphobie“, fluchte Ryoga neben ihr. „Die alte Hexe konfrontiert uns mit unseren Ängsten. Und sie weiß genau, was sie bei wem machen muss. Verdammt. Ranma – wach auf!“
    Aber alles, was sein Freund von sich gab, war ein Maunzen und Miauen.
    „Können wir ihm denn irgendwie helfen?“ rief Yami über Zeneras schrilles Lachen hinweg, doch Hibiki schüttelte den Kopf.
    „So kann man eine Gruppe auch dezimieren“, knirschte Seto und schaute sich mit wutblitzenden Augen um. „Diese Hexe geht mir allmählich auf die Nerven. Wo ist dieses Ungeheuer? Zeig’ dich gefälligst!“ In Kaibas Augen glitzerte eine Wut, die Wendy noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Es schien fast so, als wollte er sich diesem Gefühl hingeben, sich davon überrollen lassen, bis Mokuba ihn berührte und ihn wortlos ansah. Sekundenlang schien Seto seinen Bruder nicht einmal zu erkennen, bis er sich entspannte, dem Jüngeren zunickte und dann wieder suchend umherschaute.
    „Dachtest du wirklich, mir würde die Kontrolle entgleiten, Zenera? Da muss ich dich leider enttäuschen. Du spielst mit unseren Ängsten, aber das lassen wir nicht länger zu. Hörst du, du Monster? Wir spielen deine Spielchen nicht mehr mit. Versuch’ dich doch mal in einem ehrlichen Kampf. Oder bist du zu feige?“ höhnte er nun in seiner gewohnten Art.
    „Jetzt spinnt er völlig“, murmelte Joey, blickte verwirrt in Kaibas Richtung und riss ungläubig die Augen auf, als rote Strahlen unheilverkündend aus der Dunkelheit auf die Brüder zischten. „Runter, Kaiba! Sofort runter!“ schrie Wheeler aus Leibeskräften und sprintete los, Tristan direkt neben sich spürend. Seto und Mokuba wurden von ihnen zu Boden gerissen, bekamen aber dafür die volle Ladung ab. Joey gab ein merkwürdiges Seufzen von sich, ehe er bewusstlos zu Boden krachte. Tristan hingegen schrie gepeinigt auf. Durch den Strahl war eine tiefe blutende Wunde über sein gesamtes linkes Bein gerissen worden. Mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht rutschte er zu seinem Freund hinüber und fühlte nach dessen Puls. Erleichtert stellte er fest, dass Wheeler nur bewusstlos war, was er seinen Freunden lautstark mitteilte. Erleichterung zeichnete sich in den Gesichtern der Gefährten ab, ehe sie sich grimmig zunickten. Langsam reichte es wirklich!
    „Warum versteckst du dich, Zenera? Du hast doch wohl nicht Angst vor uns? Oder bist du nur zu feige, dich in einem fairen Kampf zu bewähren?“ Bakura zeigte sich ungewöhnlich mutig. Aber es war eindeutig Ryou und nicht der Geist des Ringes, der gerade sprach.
    „Ich bin vieles, mein Kleiner. Aber bestimmt nicht feige“, flüsterte plötzlich eine Stimme neben ihm. Ehe auch nur einer das Geschehene überhaupt richtig begreifen konnte, schien eine kleine schwarze Sonne direkt an seinem Bauch zu explodieren. Maßlose Überraschung zeichnete sein Gesicht, ehe er gurgelnd auf alle viere fiel und ungläubig auf die Blutlache starrte, die sich vor ihm auszubreiten begann.
    „So, wieder einer weniger. Und nun zum Rest von euch“, zischte Zenera.


    Bakura bekam davon fast nichts mit. Alles um ihn herum schien in roten Schleiern zu versinken. Die Geräusche klangen dumpf und weit entfernt.
    Laß mich übernehmen, flüsterte eine Stimme in ihm, doch Bakura schüttelte den Kopf, während er darum kämpfte, nicht das Bewusstsein zu verlieren.
    Du bist böse, antwortete er der Stimme in seinem Kopf.
    Ich will mich ja ändern. Aber das kann ich nur beweisen, wenn du mir vertraust. Du bist zu schwach durch deine Verletzung. Du verblutest. Meine Macht lindert den Schmerz.
    Und wer garantiert mir, dass du dich nicht auf ihre Seite stellst? Du willst doch nur deine Schuld bei Wendy abtragen, damit du sie danach töten oder ins Reich der Schatten verbannen kannst.
    Sei kein Narr, Bakura, zischte Bakus gedankliche Stimme ungehalten. Ich brauche deine Erlaubnis nicht, wie du weißt. Ich kann dich jederzeit übernehmen, wenn ich will.
    Warum fragst du dann? Bakuras Kräfte ließen immer mehr nach. Er hustete und fing an, Blut zu spucken.
    Weil ich helfen will. Ich will beweisen, dass ich mich ändern kann. Ihr habt schon drei aus eurem Team verloren. Einen weiteren Verlust könnt ihr euch nicht leisten. Gib mir die Kontrolle über deinen Körper, damit wir Zenera gemeinsam besiegen können, drängte Baku.

    Unter Aufbietung aller noch verfügbaren Kräfte hob Bakura den Kopf und blickte in Wendys Richtung. Nach wie vor schleuderte Zenera den Freunden ihre todbringenden Strahlen und Sonnen entgegen und es wurde für die übrig Gebliebenen immer schwerer, ihnen auszuweichen. Wendy stürzte zu Boden, rollte herum und bekam in diesem Moment Blickkontakt zu Ryou, der sie gepeinigt und verzweifelt anblickte. Sein Zwiespalt war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er wusste einfach nicht, wie er sich entscheiden sollte. Entsetzt starrte das Mädchen auf die Blutlache vor ihm, dann in seine Augen, in denen Angst irrlichterte. Was würde Baku tun, wenn er erst mal die Kontrolle über den Wirtskörper wieder inne hatte? Würde er den Kämpfenden helfen oder sich auf Zeneras Seite stellen? Darauf konnte nur einer Antwort geben – und das war der Geist des Ringes. Vielleicht war jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass sich Baku beweisen konnte. Also nickte Wendy dem Freund aufmunternd zu.
    Versprich’ mir, dass du gegen Zenera kämpfen wirst, ohne meinen Freunden zu schaden.
    Ich verspreche es. Schließlich ist Zenera ebenso meine Feindin.
    Na gut, dann übernimm.
    Sein positives Ego wurde weggespült, versank in einem tiefen Winkel seines Bewusstseins. Als Bakura das nächste Mal in Wendys Richtung blickte, erkannte sie harte Züge und ein kaltes Glitzern in den sonst so warmen Augen. Er grinste und zwinkerte ihr zuversichtlich zu. Mit einem brüllenden Laut kam er auf die Füße, schwankte kurz und ballte die Hände zu Fäusten, worauf die anderen verdutzt in seine Richtung schauten.
    „Wen haben wir denn da?“ Zeneras Stimme klang auf einmal regelrecht entzückt. „Der böse Junge gibt sich persönlich die Ehre.“
    „Glaub’ ja nicht, dass du uns besiegen kannst, du elendes Monster. Es wird Zeit, dass wir deinen Machenschaften einen Riegel vorschieben.“
    „Oha, der Geist des Ringes wird ja richtig mutig. Stehst du nicht auf der falschen Seite, mein Lieber?“
    „Ich stehe auf der richtigen Seite, Zenera. Auf Bakuras Seite und damit auf der selben, wie die anderen hier. Wir werden dich vernichten, ein für allemal.“
    „Hört, hört. Leidest du nicht ein wenig an Selbstüberschätzung?“


    Sie verhöhnte ihn, dass es schon direkt wehtat. Aber kurioserweise war sie dadurch auch abgelenkt. Momentan konzentrierte sie sich tatsächlich auf Baku. Praktisch im selben Augenblick gab Ranma einen merkwürdigen Laut von sich, ehe er panthergleich, mit zu Krallen geformten Fingern auf Zenera zuschoss und ihr das Gesicht zerkratzte. Mit einem heiseren Aufschrei schrak sie zurück, denn mit dieser Attacke hatte sie nicht gerechnet. Ihre Augen glitzerten vor Wut, als abermals eine schwarze Sonne aus ihrer Hand zuckte – das Ziel war klar. Nur Ranma bemerkte es nicht einmal, zu sehr war er momentan in der Katzennatur. Mokuba dachte nicht einmal über seine Aktion nach, als er auf Saotome zurannte und ihn im letzten Moment aus der Gefahrenzone zerrte. Wände und Boden erzitterten gleichermaßen, als Zenera vor Wut schrie. Ein Teil der Decke löste sich polternd und stürzte auf den Jungen, der diese nur ungläubig anstarrte und wie festgenagelt an seinem Platz verharrte. Setos entsetzter Schrei vermischte sich mit ihrem triumphierenden Gelächter und dem Poltern der herabstürzenden Decke, während Kaiba wie ein Wahnsinniger Deckenteile vom Körper seines verletzten Bruders zerrte. Behutsam hob er Mokuba hoch, seine Hand zitterte, als er über dessen Gesicht strich und die Augen des Jungen öffneten sich halb.
    „Ich … kann nicht mehr …. mitkämpfen, Seto“, flüsterte er mit schwächer werdender Stimme. „Mach’ sie fertig … für uns alle.“
    Nach diesen Worten sackte sein Kopf bewusstlos zur Seite. Kaiba stand da wie angewurzelt und nahm nicht einmal wahr, dass Wendy ihm den Jungen abnahm und schweigend zu Tristan brachte, der zwar noch bei Bewusstsein war, aber auch kurz vor dem Wegsacken stand.


    „Es reicht. Diesmal bist du zu weit gegangen. Meine Geduld ist nun wirklich am Ende.“
    Setos Stimme hatte selten dermaßen wütend geklungen. Müdigkeit, Wut, Entsetzen und Schmerz ließen seine Stimme zittern. Halb wandte er sich um, blickte auf Mokuba, den Tristan schützend in seine Arme gezogen hatte, dann auf Wendy, die ihn wortlos anblickte und auf die anderen, die ebenfalls schwiegen. Dennoch schien es so, als würden sie sich nur damit verständigen. Und es war endgültig ein Punkt erreicht, der das Fass zum Überlaufen brachte. Trotzdem bewegte sich erst keiner, als Kaiba ohne Vorwarnung auf Zenera zusprang, um ihr den Garaus zu machen. Sie ließen ihm alle den Vortritt. Nur Sekunden später sauste Ranma an seine Seite, fauchte, kratzte und schlug auf die Frau ein. Er schien sich durch nichts und niemanden aufhalten lassen zu wollen. Beide Jungen konnten Treffer verbuchen, wenngleich Seto dabei auch eine unfreiwillige Bekanntschaft mit der Steinwand machte. Als er sich wieder aufrappelte und sich gleich einem Raubtier knurrend wieder auf Zenera stürzte, war dieses Geräusch ansteckend. Im Grunde knallten jetzt bei allen die Hauptsicherungen durch. Zu vieles hatten sie ertragen müssen und nun waren sie an der Reihe auszuteilen. Ein Teil der Freunde bewusstlos und schwer verletzt, Ranma nicht ansprechbar und völlig in seiner Katzennatur vertieft … Grenzenlose Wut, vermischt mit Müdigkeit und erlittenen Schmerzen mobilisierte die letzten Kraftreserven. Aber auch Zenera gab nicht auf, wenngleich sie offenbar nicht mit einer solchen Abwehr gerechnet hatte. Erneut erklang ein ohrenbetäubendes Grollen unter den Füßen der Freunde. Der Boden erzitterte, trennte die Gruppe voneinander und ließ sie zu auf die Steinplatten krachen. Keuchend lagen sie da und rangen nach Atem, rappelten sich aber einer nach dem anderen wieder auf.
    „Warum … gebt ihr … nicht auf? Ihr könnt … mich nicht … besiegen.“
    Abgehackt spie sie den Freunden diese Worte entgegen und rang selbst nach Atem.
    „Wir … geben niemals … auf“, antwortete Wendy mit heiserer Stimme, während sie schwankend, wie ihre Gefährten, auf die Füße kam. Wie vorhin bei den Skeletten spürte Wendy erneut ein merkwürdiges Kribbeln an ihrer rechten Hand und blickte irritiert auf den Armreif. Der Stein pulsierte wieder, erinnerte das Mädchen immer mehr an einen Herzschlag. Ein Blick in die Runde zeigte ihr, dass sich auch die Steine auf den Armreifen ihrer Freunde zu aktivieren begannen. Langsam pulsierend, aufeinander abstimmend, bis sie alle im gleichen Rhythmus schlugen und ein leises dumpfes Pochen von sich gaben.
    „Yami?“
    „Bin bereit.“
    „Ryoga?“
    „Kann es kaum erwarten.“
    „Ranma?“
    Ein tiefes Maunzen erklang. Zumindest reagierte er auf seinen Namen.
    „Conan?“
    „Alles klar, Wendy.“
    „Baku?“ Diesmal klang ihre Stimme ein wenig unsicher.
    „Wird ein interessantes Spiel.“
    „Seto?“
    „Lasst sie uns vernichten.“
    Ungebrochener Stolz schwang in ihren Stimmen. Jeder war bereit, alles zu opfern, alles zu geben, um Zenera zu vernichten. Jeder von ihnen blickte auf den pulsierenden Stein, jeder einzelne spürte eine ungeheure Macht davon ausgehen. Sekunden später schienen sie alle auf etwas zu lauschen. Etwas, das in ihren Köpfen erklang, wie ein leiser Singsang. Ein amüsiertes Lächeln huschte über Yamis Züge, während sich sein linker Arm wie von selbst hob und in Zeneras Richtung deutete.

    „Die Sonne soll dich blenden und das Böse vernichten. Bei Ra! Zeig’ uns dein Licht!“
    Abermals zischte ein roter Strahl aus seinem Armreif.
    „Der Wind schützt und gibt. Vertreibe die Dunkelheit und verschaffe der Sonne Platz!“
    Tosend wie ein Orkan strömte blaues Licht aus Wendys Schmuckstück.
    „Vergangenes soll ewig ruhen und die Zukunft gedeihen lassen.“
    Conans Stimme war nur noch ein Krächzen. Ein gelber Strahl löste sich aus seinem Armreif und schoß auf Zenera zu.
    „Das Totenreich verlangt schon lange nach dir. Kehre dorthin zurück und überlass das Leben den Lebenden“, knurrte Baku.
    Tiefgrün war der Strahl, der sich schlangengleich aus seinem Stein löste.
    „Freundschaft ist wie ein Licht, dass du nie kennen gelernt hast. Dein Hass jedoch ist unerwünscht“, fügte Ryoga hinzu.
    Ein leuchtendes orange sprang panthergleich aus seinem Armreif direkt auf Zenera zu, die sich vor Schmerzen zu krümmen begann.
    Ranma maunzte – er war des Sprechens nicht fähig und konnte seinen Armreif nicht aktivieren.
    „Gleißend das Licht der Erkenntnis, dass du keine Kontrolle mehr hast.“
    Mit einem regelrechten Schrei schoss ein weißer Strahl aus dem Reif, den Seto trug.
    Die Strahlen schienen sich zu bündeln, leuchteten hell und pulsierend. Für einen Augenblick sahen sich die Freunde im stummen Einverständnis an, ehe sich auch ihre Stimmen zu einer verbanden.
    „Du hast keine Macht mehr über uns!“


    Ohrenbetäubend war die Geräuschkulisse. Die Worte, die so plötzlich in ihren Gedanken aufgetaucht waren, der Singsang – all das spiegelte ihre Gefühle füreinander wider. Genau so wie das Band ihrer Freundschaft, das so stark war, dass Zenera es nicht zu durchtrennen vermochte hatte. Sie kauerte am Boden, schrie und fluchte. Die Strahlen schienen ihr Schmerzen zu bereiten. Dennoch gab sie nicht auf. Mit letzter Kraft bäumte sie sich nochmals auf, ihre Augen noch immer hasserfüllt.
    „Ihr habt nur die Schlacht gewonnen, nicht den Krieg. Es ist noch nicht zu Ende. Noch lange nicht.“
    Ein letztes Mal lachte sie auf und hob die Hände. Eine kleine schwarze Sonne löste sich aus ihren Fingern und ehe einer von den Freunden reagieren konnte, hatte diese ihr Ziel erreicht. Zenera sank zeitgleich zu Boden und rührte sich nicht mehr, konnte ihren finalen Triumph nicht mehr erleben. Conan hingegen gab einen gellenden Schmerzschrei von sich, ehe er mit einem überraschten Gesichtsausdruck nach hinten kippte und reglos liegen blieb.

    Ja, sie hatten die Schlacht gewonnen. Doch um welchen Preis – Conan war tot!






    Ende des zweiten Teiles ...



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