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Re: Ozeanriesen in Gefahr
infoshark - 21.05.2007, 20:59Ozeanriesen in Gefahr
Ozeanriesen in Gefahr
Hamburg/Anchorage - Walzunge in Sojasoße, gedünsteter Waldarm mit Meerrettich oder rohes Walherz in Scheiben - in Tokios Szene-Stadtteil Sibuya hofft das Spezialitätenrestaurant "Kujiraya" mit einer solchen Speisekarte auf Gäste. Japan verteidigt die Waljagd als Tradition und gehört mit Norwegen und Island zu den hartnäckigsten Walfangnationen. Bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Anchorage (US-Staat Alaska) wird sich vom nächsten Montag (28.5.) an der Streit um das seit 1986 bestehende weltweite Walfangverbot weiter zuspitzen.
Die Walfänger schärfen die Harpunen: Trotz des IWC-Moratoriums hat sich die Zahl der gejagten großen Wale seit der Fangsaison 2000/2001 von 1015 auf 1921 (2005/2006) fast verdoppelt, wie der World Wide Fund for Nature (WWF) festgehalten hat, der über alle offiziell von den IWC-Mitgliedern gejagten Großwale Buch führt.
Jagd ist ein schlechtes Geschäft
Island und Norwegen fühlen sich wegen offiziell angemeldeter Vorbehalte nicht an das Moratorium gebunden. Japan nutzt ein Schlupfloch der Vereinbarung, die Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Teil der "wissenschaftlichen" japanischen Fangflotte ist allerdings ein Fabrikschiff, das nach Darstellung der Umweltorganisation Greenpeace noch an Bord handelsfertig konfektionierte Walfleischpackungen produziert.
Alle drei Länder halten aus Prinzip am Walfang fest, nicht etwa aus wirtschaftlichen Gründen. Tatsächlich ist die Jagd auf die Riesen der Meere meist ein schlechtes Geschäft. Norwegische Walfänger ließen im vergangenen Jahr die Fangquote von 1052 Zwergwalen zu mehr als einem Drittel ungenutzt, weil die große Entfernung zu den Fanggründen im Nordpolarmeer die Kosten in die Höhe trieb. Auf Island lagert nach Informationen des Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) das Fleisch von sieben harpunierten Finnwalen unverkauft in Kühlhäusern. Und Japan hat eigens eine Vermarktungsgesellschaft gegründet, die Walfleisch unter anderem Krankenhausküchen und Schulkantinen schmackhaft machen soll.
Japan will sogar noch mehr Wale fangen
Dennoch will Japan den Walfang weiter ausdehnen. Das Land argumentiert seit langem, dass die IWC eine Walfang- und keine Walschutzorganisation sei, die nach ihrer Gründungscharta die Aufgabe habe, eine nachhaltige Nutzung der Bestände zu regulieren.
Für Japans "wissenschaftlichen" Walfang sollen nun erstmals auch 50 Buckelwale sterben. Dafür braucht das Land keine Genehmigung der IWC, Forschungsquoten kann sich jedes Land selbst setzen. Auf anderem Feld kann Japan es aber in Alaska zum Eklat kommen lassen: Alle fünf Jahre werden die Sonderquoten für die Inuit und andere Polarvölker neu abgestimmt, für die Wale eine unverzichtbare Nahrungsquelle sind. Beobachter gehen davon aus, dass die überzeugte Walfangnation Japan und ihre Parteigänger diese so genannten Subsistenzquoten blockieren, wenn nicht auch japanischen Fischern eine ähnliche küstennahe Jagd auf Zwergwale erlaubt wird.
Diese Forderung Japans hat jedoch wenig Aussicht auf die erforderliche Dreiviertelmehrheit, weil die Walschutznationen darin eine Erlaubnis für kommerziellen Walfang sehen würden. Dennoch dürfte der Druck auf das Jagdverbot stärker werden, falls Japan auf der Tagung erneut eine Mehrheit der Walfangbefürworter mobilisieren kann.
Bestände hätten sich schon ausreichend erholt
Schon auf der vergangenen Jahrestagung im Karibikstaat St. Kitts und Nevis verabschiedete das Walfanglager mit knapper Mehrheit eine Deklaration, die eine "Normalisierung" der Walfangkommission fordert, die sich demnach wieder auf die Regulierung eines nachhaltigen Walfangs konzentrieren soll. Japan und andere Walfangbefürworter argumentieren, dass sich viele Bestände inzwischen ausreichend erholt haben, um die Jagd begrenzt wieder zuzulassen.
Artenschützer bestreiten das. So müssen etwa nach Ansicht der weltweit aktiven Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) einzelne regionale Populationen betrachtet werden, nicht pauschal ganze Arten. Als Beispiel nennt WDCS-Deutschland-Geschäftsführer Nicolas Entrup die Pottwale, deren weltweiter Bestand auf immerhin 360 000 Tiere geschätzt wird. In einer Population vor den Galápagos-Inseln, wo die Meeressäuger früher ebenfalls gejagt wurden, lebe jedoch nur noch ein einziges geschlechtsreifes Männchen. "Das heißt, wir haben dort einen absolut bedrohten Bestand, obwohl es weltweit noch hunderttausende Tiere gibt." (dpa)
Walfangkommission
Hamburg - Seit 1986 verbietet ein Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) die kommerzielle Jagd auf Wale. Bereits 1982 hatten sich die Mitgliedstaaten zum Schutz der Bestände darauf geeinigt, vier Jahre später trat das Verbot in Kraft. Ausnahmen gibt es für "wissenschaftlichen" Walfang und für einige Völker in der Nordpolarregion, für die Wale ein wichtiger Bestandteil der Nahrung sind. Für die Aufhebung des Moratoriums ist eine Dreiviertelmehrheit der IWC-Mitglieder notwendig.
Norwegen hatte den kommerziellen Walfang trotz des Verbots schon 1993 wieder aufgenommen. Das Land hatte von Anfang an gegen das Moratorium Einspruch erhoben und fühlt sich daher nicht daran gebunden. Island war 1989 aus Protest gegen das Walfangverbot aus der IWC ausgetreten. Beim Wiedereintritt im Jahr 2002 meldete die isländische Regierung ebenfalls Vorbehalte gegen das Moratorium an und nahm 2006 den kommerziellen Walfang wieder auf. Island und Japan haben die Waljagd ohnehin innerhalb "wissenschaftlicher" Fangprogramme aufrecht erhalten.
Die IWC wurde 1946 gegründet. Sie ist keine Organisation zum Schutz der Tiere. Ursprünglich sollte sie vielmehr Fangquoten festlegen, die den Bestand der Großwale nicht gefährden und den Walfang damit langfristig sichern. Heute stehen sich Gegner und Befürworter des Walfangs in der IWC unversöhnlich gegenüber. Japan fordert eine "Normalisierung" der Kommission, damit sie sich wieder auf ihre ursprüngliche Aufgabe konzentrieren solle und nicht so stark auf den Walschutz. Die IWC zählt derzeit 73 Mitgliedstaaten, darunter auch küstenlose Länder wie die Schweiz. (dpa)
Re: Ozeanriesen in Gefahr
infoshark - 21.05.2007, 21:02Arten und Bestände
Arten und Bestände
Der BLAUWAL (Balaenoptera musculus) ist das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Er wird bis zu 33 Meter lang und 150 Tonnen schwer. Das größte Tier auf Erden ernährt sich von Kleinlebewesen wie Krebsen, Schnecken und Plankton, die massenhaft im Meer auftreten und als Krill zusammengefasst werden. Der Blauwal, der früher weit verbreitet war, wurde fast bis zur Ausrottung gejagt. Er ist in allen Ozeanen und Klimazonen zu Hause, bewohnt heute aber nur noch die Hochsee. Der weltweite Bestand wird laut WDCS auf 5 200 Tiere geschätzt.
Der FINNWAL (Balaenoptera physalus) ist der zweitgrößte Wal. Er kann 27 Meter lang und 75 Tonnen schwer werden. Wie der Blauwal und alle anderen Bartenwale ernährt sich der Finnwal von Krill, den er mit seinen Barten aus dem Wasser filtert. Fische stehen ebenfalls auf seinem Speisezettel. Auch der scheue Finnwal, der die Küstenregionen meidet, ist weltweit verbreitet und wurde fast bis zur Ausrottung gejagt. Heute töten noch Island und Japan Finnwale, grönländische Inuit dürfen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts die Meeressäuger ebenfalls jagen (so genannter Subsistenzwalfang). Der weltweite Bestand wird auf 40 000 Tiere geschätzt.
Der POTTWAL (Physeter macrocephalus) ist der größte Zahnwal. Er kann mehr als 20 Meter lang und bis zu 57 Tonnen schwer werden. Im Gegensatz zu den Bartenwalen ernährt er sich vor allem von Tintenfischen, die er dank einer Ultraschallortung in finsteren Meerestiefen von bis zu 1200 Metern jagen kann. Pottwale leben in allen Weltozeanen, wobei die Weibchen mit ihren Jungtieren wärmere Gefilde bevorzugen, während es Männchen häufiger in die sehr kalten Gewässer zieht. Japan deklariert seine Jagd auf Pottwale als wissenschaftliche Forschung. Der weltweite Bestand wird auf 360 000 Tiere geschätzt.
Der BUCKELWAL (Megaptera novaeangliae) ist berühmt für seine Walgesänge. Keine andere Walart singt so ausdauernd und vielfältig. Die Melodien sind erkennbar aufgebaut und werden exakt wiederholt, so dass sie durchaus mit menschlichen Liedern vergleichbar sind. Das biologische Wissen über die Walgesänge ist allerdings gering. Charakteristisch für den bis zu 19 Meter langen und 30 Tonnen schweren Buckelwal sind auch die langen Flossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen können. Deutliche regionale Unterschiede und der unterschiedliche Besatz mit Seepocken und Kieselalgen verleihen nahezu jedem Tier ein individuelles Aussehen. Buckelwale ernähren sich von Krill und Schwarmfischen und bewohnen alle Ozeane bis zur Packeisgrenze. Japan will nach WDCS-Angaben künftig auch Buckelwale im Rahmen seines als Wissenschaft deklarierten Walfangs töten. Der weltweite Bestand wird auf 37 970 Tiere geschätzt.
Der GRÖNLANDWAL (Balaena mysticetus) bewohnt ausschließlich die kalten Meeresregionen an der Packeisgrenze der Arktis. Er wird etwa 15 Meter lang und 60 bis 80 Tonnen schwer und hat mit mehr als vier Metern die längsten Barten aller Wale. Auch der Grönlandwal wurde mancherorts bis zur Ausrottung gejagt, noch heute werden in manchen Populationen nur noch 50 geschlechtsreife Tiere vermutet. Grönlandwale dienen den Inuits und anderen indigenen Völkern rund um die Arktis als Nahrungsquelle. Der gesamte Bestand wird auf 11 080 Tiere geschätzt.
Der GLATTWAL unterteilt sich in den nordatlantischen Nordkaper (Eubalaena glacialis), den Nordpazifischen Glattwal (Eubalaena japonica) und den auf der Südhalbkugel heimischen Südkaper (Eubalaena australis). Glattwale werden bis zu 17 Meter lang und 40 bis 80 Tonnen schwer. Sie ernähren sich von Krill. Früher lebten Glattwale in allen Ozeanen, heute gibt es auf der Nordhalbkugel nur noch eng begrenzte kleine Populationen mit wenigen hundert Tieren und einige tausend Südkaper auf der Südhalbkugel. Der Gesamtbestand wird auf 7 850 Tiere geschätzt.
Der SEIWAL (Balaenoptera borealis) gilt als der schnellste Schwimmer unter den Großwalen. Seiwale filtern ihre Nahrung mit den jeweils 300 bis 400 Barten pro Kieferhälfte aus dem Wasser und sind dabei nicht wählerisch - sie fressen kleinste Ruderfußkrebse ebenso wie Schwarmfische und Tintenfische. Seiwale sind weltweit verbreitet, meiden dabei aber extreme Temperaturbereiche. Die Bartenwale werden bis zu 16 Meter lang und 25 Tonnen schwer. Japan jagt heute noch =Seiwale, angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Der weltweite Bestand wird auf 80 000 Tiere geschätzt.
Der BRYDEWAL (Balaenoptera edeni) wird auf Grund der großen Ähnlichkeit oft mit dem Seiwal verwechselt. Die rund 14 Meter langen und bis zu 19 Tonnen schweren Tiere ernähren sich von Krill und Fischen. Sie leben als Einzelgänger oder Paare und bevorzugen Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius. Japan tötet Brydewale für sein angeblich wissenschaftliches Fangprogramm. Verlässliche Bestandschätzungen gibt es laut WDCS nicht, weil keine ausreichenden Informationen vorliegen.
Der GRAUWAL (Eschrichtius robustus) lebt im Nordpazifik und unterteilt sich in eine westliche und eine östliche Population. Unter den wenigen westlichen Grauwalen befinden sich vermutlich nicht mehr als 50 geschlechtsreife Tiere. Um die östliche Population steht es etwas besser. Sie wird von indigenen Völkern in Nordamerika als Nahrungsquelle genutzt. Grauwale leben in flacheren Küstengewässern und haben eine einzigartige Ernährungsweise unter den Walen: Sie durchwühlen den Meeresgrund nach Kleinkrebsen, Würmern und Weichtieren. Die nach ihrer charakteristischen Färbung benannten Meeressäuger werden bis zu 15 Meter lang und 14 bis 35 Tonnen schwer. Der Gesamtbestand wird auf 17 500 Tiere geschätzt.
Der ZWERGWAL (Balaenoptera acurostrata) ist trotz seines Namens ein Großwal. Mit 8 Metern Länge und einem Normalgewicht von 8 Tonnen ist er nach dem Zwergglattwal der zweitkleinste der Großwale. Zwergwale sind Einzelgänger. Sie leben vor allem in küstennahen Gewässern und unternehmen vermutlich keine ausgeprägten Wanderungen. Zu ihrer Nahrung gehört Krill, auf der Nordhalbkugel auch Schwarmfische wie Hering oder Kabeljau. Zwergwale (Minkwale) werden kommerziell von Island und Norwegen gejagt. Grönländischen Inuit dienen sie zudem als Nahrungsquelle. Japan tötet die Meeressäuger in seinem als Wissenschaft deklarierten Fangprogramm. Der weltweite Bestand wird laut WDCS auf 470 500 Tiere geschätzt. (dpa)
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