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Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:35Die Wege der Herrin
Die geschichte hat zwar nichts mit WoW zu tun, aber ich hoffe ich darf sie trotzdem hier nieder schreiben.
Ich arbeite schon ziemlich lange an hier, und langsam beginnt sie form anzunehmen.
Ich bitte euch das ihr sie durchlest und Kritik anbringt.
Grüße Drunks
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1. Kapitel : Schatten der Vergangenheit
„Victoire et Gloire! Chargez!“ Der Schlachtruf der Bretoni fegte über das Schlachtfeld und eine Welle aus Stahl und Ehre fegte gegen die wankenden Reihen der Grünlinge.
Pferde wieherten, Schreie erfüllten die Luft, als die Ritter des Königs in die Orks rasten und ihre Lanzen in ihre grünen Leiber bohrten.
Leon Mauriac, königlicher Chevalier, riss mit gewohnter Routine sein Schwert aus der Scheide und schlug mit einem sicheren und sauberen Hieb, dem ihm am nächsten stehenden Ork den Kopf ab und die Umstehenden Orks wichen zurück. Wild und kühn bahnte er sich mit dem Schwert einen Weg durch die Massen von grünen Leibern. Doch so schnell und verheerend der Ansturm der Ritter auch war, so schnell rauften sich die Grünlinge wieder zusammen, ein wüstes Handgemenge entstand und schon bald waren es die Kämpfer der Herrin, die sich der wütenden Hieben der Orks erwehren mussten.
Leon war in seinem Element, zusammen mit seinem langjährigen Waffenbruder Henri Amandour erschlug er Grünhaut um Grünhaut. Mit lauten Rufen waren sie es, die die Reihen der geharnischten Kämpfer der Herrin schlossen und bis ins Herz der grünen Horde kämpften.
Doch plötzlich mitten im Kampf verdunkelte sich der Himmel und Leon stand plötzlich allein in einem Haufen gepanzerter Leichen und war von grimmigen Orkkriegern umzingelt.
Rote, bösartige Augen starrten ihn von allen Seiten an, wütend schwangen die wilden Kreaturen ihre Schwerter und Äxte und es schien, als ob sie ihre Kampfeslust nur mit Mühe unterdrückten. Langsam kamen sie näher und immer kleiner wurde die Lichtung inmitten der grünen Flut.
„Halt! Keinen Schritt weiter! Ich will ihn lebend“ rief eine krächzende Stimme in der Sprache der Bretoni.
Die Orks bewegten sich nicht mehr, langsam bildeten sie an der einen Seite des Kreises eine Gasse und eine Gestalt in einem schwarzen Mantel stolperte in dessen Mitte.
„Wer seid ihr? Nennt mir euren Namen, damit ich euch im Namen der Herrin zur Hölle schicken kann!“ Donnerte Leon barsch.
Die dick verhüllte Gestalt schien nicht beeindruckt zu sein, denn obwohl der von Leon ausgehenden Gefahr und der drohenden Worte kam sie näher und lachte hustend.
„Mich willst du zur Hölle schicken Leon? Warum denn? Was habe ich dir getan? Ist es nicht eher an dir gerichtet zu werden?“
„Für was sollte man mich richten?“ Fragte Leon erstaunt, „Und außerdem woher kennt ihr meinen Namen? Nennt mir endlich euren, damit eure Leiche wenigstens einen Namen auf dem Grabstein trägt!“
„Oh du kennst meinen Namen und er steht schon auf einem Grabstein, keine Sorge deswegen.“
Eine gespenstische Stille trat ein, nur der Wind wehte stöhnend, schließlich hob die Gestalt den Kopf und es war als ob sie Leon anblickte, doch Leon konnte weder Gesicht noch Augen unter der dunklen Kapuze ausmachen.
„Erkennst du mich denn nicht Leon?“
„Nein! Woher sollte ich dich kennen“ Erwiderte Leon grimmig.
„Bist du dir da ganz sicher? Hast du es denn vergessen? Hast du vergessen was einst in dieser verfluchten Nacht auf dem Felde südlich der Grismerie geschah?“
Schmerzhafte Erinnerungen stiegen in Leon auf und langsam wich der Schmerz dem Zorn.
„Verflucht und eins! Hör auf in Rätseln zu sprechen, was willst du!“ Schrie er, „Sag mir endlich was du von mir willst!“
„Gerechtigkeit Leon, ich will das eine alte Schuld beglichen wird und zwar bald und damit du nicht mehr länger raten musst um meine Person werde ich mich dir enthüllen, aber sieh genau hin und sei erfüllt mit Stolz, denn es war dein Werk!“ Mit einem Ruck riss die Gestalt die Kapuze weg und offenbarte ein Leichenblasses, verwesendes Antlitz, in dem sich zahlreiche Maden durch das verfaulende Fleisch bohrten.
„Sieh mich an Leon und nun was siehst du?“ Leon wurde schlecht und mit blankem Entsetzen wandte er sich ab und hauchte: “Simon.“
„Ganz recht, sieh dir nur an was deine Torheit an mir geleistet hat.“
„Du bist tot, du bist tot seit vier verfluchten Jahren! Hör auf mich zu verfolgen! Lass mich in Frieden!“ Schrie Leon.
„Oh nein, jetzt wird abgerechnet. Zwar bin ich tot, doch sollst du mich niemals vergessen, mich und die Schuld die du auf dich geladen hast! Du bist der Schuldige und du wirst deine Tat sühnen müssen.“
„Nein!“ rief Leon schwach, „Nein! Ich hätte es nicht verhindern können.“
„Doch das hättest du!“ Schrie Simon schrill, „Du warst verantwortlich für mich, du warst der ältere von uns beiden und verflucht seiest du nun!“
Leon sank in sich zusammen und neigte seinen Kopf mit schmerzverzerrtem Gesicht.
Auf einmal brachen die Grünhäute, die bis jetzt wie Statuen, regungslos dem Ereignis beiwohnten, in schallendes Gelächter aus. Sie lachten und lachten, immer lauter immer hysterischer und während sie lachten begannen sie auf einmal zu verwesen und zu faulen, das Fleisch fiel ihnen von den Knochen und Augen fielen aus den Höhlen. Schließlich wurde es wieder still und von den Kriegern der Grünlinge war nichts mehr als ein Heer von aufrecht stehenden Leichen geblieben.
„Hallo du Sterblicher, sei mir gegrüßt du ewig dem Tode verfallener.“ Erschrocken über den bekannten Klang dieser so schrecklich vertrauten Stimme, fuhr Leon mit angsterfülltem Gesicht auf.
„Wir hatten noch das Vergnügen sich einander vorzustellen. Gestatten Rutger von Grottenfels.“
„Ihr seid tot, ihr seid genau so tot wie mein Bruder! Verschwinde, oh du grässlicher Alptraum“
Oh nein, so leicht mache ich euch das nicht“ erwiderte der Nosferatu mit einem kalten Lächeln, “Ihr habt meinen Leib zerstört, doch getötet habt ihr mich nicht, doch jetzt ist es an mir die Initiative zu ergreifen und mich für mein nicht gerade sanftes Ableben zu revanchieren.“
Die Orks um Leon und Rutger begannen im Boden zu versinken und alles um sie herum verschwamm, für einen Augenblick herrschte Dunkelheit, bis die ersten Konturen von solidem Mauerwerk sichtbar wurden, die zu einer großen Halle gehörten. Leon kannte die Halle sehr gut, hatte er doch hier die Weihe zum vollwertigen Ritter von Herzog Antir erhalten, doch Leon hatte diese ehrwürdigen Hallen anders in Erinnerung. Voller Leben und Wärme waren sie, als er sie verlassen hatte, nun waren sie eiskalt und abweisend, überall lag dicker Staub, die Wände waren mit Blut verschmiert, altes sowie auch frisches und überall lagen Leichen, Leichen soweit das Auge blicken konnte, bergeweise, von frisch bis skelettiert und vollständig verwest.
„Was ist hier geschehen?“ Hauchte Leon entsetzt.
Herzlich willkommen im Anwesen des neuen Herzogs von Gisoreux,“ Ertönte die Stimme des Vampirs hinter Ihm. Leon wandte sich um und blickte in das bleiche und nach wie vor lächelnde Gesicht Rutgers
„Ihr solltet diesen Ort doch kennen, oder irre ich mich?“ Und ohne eine Antwort abzuwarten fuhr er fort“ Nun ja, vieles wird sich ändern müssen bis meine Brüder sich hier häuslich niederlassen können, aber dem werden wir abhelfen und zwar schon bald.“
„Ich sehe hier also was kommen wird?“ Erwiderte Leon der sich nun wieder einigermaßen gefasst hatte.
„Hm, Ja vielleicht“ Erwiderte Rutger,“ Aber vielleicht wird es für eure begriffe noch „schrecklicher“ aussehen, aber lasst mich euch noch ein wenig mehr zeigen, nur ein kleiner Rundgang durch die Welt, ein Rundgang mit einem Vorgeschmack auf das, was aus dieser chaotischen Welt wird, wenn der Tod mal ein wenig Ordnung geschaffen hat.“
Und wieder zerfloss die Umgebung und Leon sah Bretonia, aber nicht mehr das Bretonia das er kannte und so liebte. Ruinen zahlreicher Burgen durchzogen das nun sterbende und vergiftete Land unter dem blutroten Himmel, überall wo man hinschaute war nichts als Tod und Elend, entsetzliche Gestalten wanderten unter den noch wenigen lebenden Menschen, Menschen die in Furcht und Schrecken lebten. Leon sah die letzten Ritter der Herrin unter den tödlichen Hieben unzähliger Nosferatu fallen, er sah wie Menschen wie Schlachtvieh, eingepfercht in Lagern, dahinvegetierten, er sah entsetzliche Blutorgien der neuen Landesherren. Junge Mädchen und Knaben, Kinder und ihre Eltern, in entsetzlichen Ritualen zerfleischt wurden und wie sich Dutzende von Nosferatufürsten mit ihren finsteren Gefolgsleuten an ihren Qualen weideten und anschließend ihr warmes Blut tranken und die entsetzlichen Schreie und Hilferufe ihrer Opfer gingen Leon durch Mark und Bein.
„Der Tod wird regieren!“ Hörte er auf einmal Rutgers düstere Stimme wie aus weiter Ferne und plötzlich änderte sich das Bild, die Zeremonie verschwand und machte einem Wald Platz, ein toter Wald und inmitten der Lichtungen lagen die zerfetzten und blassen Leichen von grüngekleideten Elfen, Ganze Sippen, ganze Familien mit Kindern und Alten lagen abgeschlachtet auf dem rotgefärbten Waldboden. Wieder ein Szenenwechsel, Berge von Leichen, grün war ihre Farbe und die Berge türmten sich bis weit in den Himmel, riesige Schwärme von Krähen und Fliegen bedeckten dieses grüne Gebirge des Todes. Wieder ein Szenenwechsel, dunkle Hallen inmitten gespenstischer Stille, staubbedeckt und bedeckt mit erschlagenen Körpern von Zwergen, wieder das selbe Bild, immer und immer wieder und bei jedem noch nicht ganz verwesten Leichnam sah er das grenzenlose Entsetzen, welches der Tote kurz vor seinem Ende erblickt haben muss. Wieder ein Szenenwechsel, Ein frostiger Wind und verkrüppelte Bäume unter rotem Himmel, riesige Mauern aus Stein, Mauern einer gewaltigen Stadt, doch auch hier wieder die Spur des Todes. Es folgten noch viele, noch unglaublich entsetzlichere Bilder, doch Leon nahm sie kaum noch wahr, wie gelähmt schien sein Geist und überwältigt von diesem Namenlosen Grauen, doch dann herrschte nur Dunkelheit und wie aus weiter Ferne sprach die Stimme Rutgers: “Der Tod wird einnehmen den Platz eines Imperators und wir die Kinder der Nacht werden seine Fürsten sein und auf ewig wird herrschen was mit dem Sturm der Finsternis begann und es ist eine Ironie des Schicksals, gerade ihr die krampfhaft versucht habt uns zu vernichten, werdet das Werkzeug des eigenen Untergangs liefern.“
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:36
„NEIN!!!“ Schrie Leon wie von Sinnen, “Niemals!“
„Oh doch, es wird kommen, du wirst es noch sehen.“ Erwiderte die lachende stimme des Nosferatu und schallendes Gelächter erfüllte nun die Finsternis.
Schweißgebadet und mit einem erstickten Schrei fuhr Leon aus seinem unsanftem Schlummer, sein Herz schlug wie wild und seine Gedanken kreisten wie noch nie zuvor.
Getrieben von panischer Angst sprang Leon aus seinem weichen Bett und stürzte vorbei an dem Kamin zum Fenster seines Gemachs und riss es auf, doch draußen schlief die Welt und alles war wie es sein sollte. Der kalte Herbstwind ließ Leon frösteln, doch er blieb weiter am Fenster stehen, zum einen beruhigte er sich wieder, doch der entsetzliche Traum hatte sich ihm tief ins Gedächtnis gebrannt und er bezweifelte, ob es wirklich nur ein Alptraum war.
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:36
Die Sonne ging auf an diesem strahlend, klaren Herbstmorgen, wie sie es immer tat und diejenigen die nicht von ihren sanften wärmenden Strahlen geweckt wurden, krähte der Hahn im Burghof etwas unsanfter aus dem nächtlichen Schlummer.
Leon erwachte, den Hahn mit zahlreichen Flüchen seiner bretonischen Muttersprache bedenkend, und kam nur mühsam aus seinem weichen Nachtlager.
Wie lange hatte er bloß noch wachgelegen? Den Schlaf und die folgenden Träume fürchtend, er wusste es nicht, spürte jedoch die Folgen am eigenen Leib.
Der Morgen begann wie jeder andere im Alltag eines bretonischen Ritters und zwar mit den täglichen Übungen, die die Kampfkraft eines Ritters erhalten sollen. Und so kam es auch so, dass Leon ,trotz des kalten Morgens, schon bis aufs Hemd durchgeschwitzt war, als er sich an den reich gedeckten Tisch setzte und sein reiches Morgenmahl zu sich nahm.
Den ganzen Morgen hindurch zogen sich die täglichen Exerzitien mit Lanze und Schwert in allen erdenklichen Variationen: Fechtübungen ohne Harnisch, Fechtübungen mit Harnisch, Fecht- und Kletterübungen in einem mit Bleigewichten zusätzlich beschwerten Harnisch und nicht zu vergessen der tägliche Ausritt, damit auch das Schlachtross keinen Speck ansetzt. Am Ende all dieser anstrengenden Tätigkeiten eines Ritters in friedlichen Zeiten, wurde Leon bewusst, dass egal wie sehr er sich auch anstrengte, der Traum der letzten Nacht wollte ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen, den ganzen Morgen hatte er sich verausgabt und war herumgehetzt, als ob ihm sämtliche Dämonen des Chaos auf den Fersen wären. Und so saß er dann beim Mittagsmahl schweigend an der Tafel und schaufelte das stärkende Mahl lustlos in sich hinein.
Er konnte es einfach nicht loswerden, war es nun Real oder nicht.
Vor allem Simons anklagende Stimme hallte immer wieder durch sein Bewusstsein: “Du bist der Schuldige und du wirst deine Tat sühnen müssen!“
Der Appetit ließ weiter auf sich warten und er beschloss dieses Sinnlose Mahl zu beenden und jemanden aufzusuchen der ihm womöglich helfen konnte.
Leise prasselte das warme Feuer im Kamin und verbreitete Angenehme Wärme in den kalten Mauern seiner schlichten Kammer. Sebastien der Gralsmönch saß entspannt an seinem Pult und war über seine Schriften gebeugt, welche er eifrig studierte. Langsam ging er Schriftstück für Schriftstück, Zeile für Zeile durch und schrieb hin und wieder einige Notizen auf ein Stück Pergament.
Plötzlich wurde die angenehme Ruhe seiner Studien durch ein leises Klopfen an der Tür unterbrochen. Langsam hob der alte Mann seinen Kopf und warf einen verwunderten Blick zur Tür.
Wer mochte das wohl sein, jetzt kurz nach der Mittagsstunde?
„Wer immer auch da ist, er möge eintreten im Namen der Herrin.“ Rief er mit seiner vom Alter gezeichneten, rauen Stimme.
Die Tür ging auf und zur Verwunderung und Freude trat der Burgherr persönlich hinein in seine bescheidene Kammer.
„Verzeiht mir meine schlechten Manieren Bruder, aber mir war sehr danach mit euch zu sprechen.“ Sagte Leon mit unsicherer Stimme und senkte ehrfürchtig den Kopf.
„Da gibt es nichts zu verzeihen Herr, meine Tür steht jedem offen und jeder kann zu mir kommen wann immer es ihm beliebt.“ Antwortete der weißhaarige Kleriker mit einem sanften Lächeln, „Nun tretet erst mal ein und macht es euch bequem,“ Leon trat ein, schloss die Tür langsam hinter sich und setzte sich gegenüber des Alten auf einen Holzstuhl. Doch noch bevor er auch nur ein Wort sagen konnte, übernahm auch schon der Geistliche den Anfang: “Über was wollt ihr denn mit mir sprechen?“
Leon überlegte und rang mit den Worten und wich den sanften, fast väterlich blickenden Augen des alten Mannes aus.
„Ähm, nun es ist so,“ Begann er unsicher, „Ich hatte einen Traum.“
„Einen Traum.“ Wiederholte Sebastien sanft lächelnd und meinte anschließend feststellend, „Nun Herr wir träumen alle im Schlaf.“
„Ja, das schon,“ Erwiderte Leon immer noch unsicher, „Aber selten Träume dieser Art.“
„Aha,“ Sebastiens Blick wurde um eine Nuance sorgenvoller, „Wollt ihr mir euren Traum nicht schildern, Ich könnte euch besser helfen, wenn ich wüsste von was ihr sprecht.“
Leon seufzte tief und schilderte dem Prediger der Herrin seine zutiefst verängstigenden Visionen der letzten Nacht. Sebastien wirkte ruhig und gefasst während des ganzen Berichts, er unterbrach ihn kein einziges mal und Nickte nur hie und da, aber Leon bemerkte wie sich tiefe Sorgenfalten sich in seine Stirn gruben und seine Augen ihn betroffen anblickten.
Als er geendet hatte, stand der alte Mönch auf und ging zum Feuer. Sein Blick war nun sehr besorgt und während er im Feuer stocherte und ein paar Scheite nachlegte, wandte sich wieder an Leon: „Eure Worte und deren Inhalt sprechen eine klare Sprache, doch bin Ich nicht wiederum nicht in der Lage sie klar zu deuten, doch was Ich bis jetzt daraus entnehmen kann macht mir fast ein wenig Angst.“
„Was könnt ihr mir sagen Bruder, so sprecht doch.“ Erwiderte Leon ungeduldig.
„Herr Ich kenne euch als einen tapferen und zutiefst aufrichtigen jungen Mann,“ Begann Sebastien.
„Aber?“ Fragte Leon.
„Wie Bitte?“ Meinte Sebastien fragend, als er aus seinen vorbereiteten Worten gerissen wurde.
„Es klang sehr nach einem aber.“ Meinte Leon feststellend.
„Oh Nein! Ihr habt mich nicht richtig verstanden Herr, es ist nicht so, dass ich an eurem Verstand zweifle, nur ist es sehr ungewöhnlich.“
„In der Tat ist es ungewöhnlich. Zuerst verfolgt mich mein verstorbener Bruder in meinen Träumen und gestern Nacht auch noch diese Bestie, die ihn auf dem Gewissen hat. Aber warum sind sie mir beide im gleichen Traum erschienen?“
Der alte Mann seufzte tief, während er zum Schrank ging und daraus zwei Zinnbecher und einen Weinkrug hervorholte und zu den beiden Holzstühlen am Kamin zurückkehrte.
„Ungewöhnlich ist es in der Tat, doch warum euch diese dunkle Gestalt in euren Träumen aufsucht, vermag ich nur zu raten.“
Behutsam setzte er den Krug und die Becher auf ein kleines hölzernes Tischchen und goss die rote Flüssigkeit in die Becher und während er Leon den einen Becher reichte, sagte er: „Werter Herr, euer Traum hört sich beunruhigend an, doch kann ich euch nicht helfen ihn deuten. Was ich aber sehr klar erkenne, ist das ihr euch die Schuld gebt am Tode eures Bruders.“
Leon senkte den Kopf und seufzte.
„Dem ist doch so, wenn ich mich nicht irre und wenn ihr mich fragt wieso ich zu diesem Schluss komme, dann kann ich euch nur sagen, dass Geschichten und besonders tragische Ereignisse ihre Spuren bei den Menschen hinterlassen und diese erzählen sie weiter und auf diesem Weg gelangen sie zu den Ohren vieler Leute, die bereit sind zuzuhören.“
„Was hat man euch erzählt Bruder?“
„Viele Dinge, aber ich glaube vieles davon waren nur Gerüchte und sehr bunt ausgeschmückte Heldengeschichten mit einem Fünkchen Wahrheit. Und doch möchte ich aus eurer Sicht von den Ereignissen von Barène hören.“
Leon wusste nicht warum, doch aus irgendeinem Grund sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus, innerhalb einer Stunde lösten sich zahlreiche verdrängte Gedanken und Erinnerungen und wurden eins mit dem Wortstrom. Jahrelang aufgestaute Trauer, Kummer und Selbstvorwürfe lösten sich und Leon war es, als ob ein Teil der gewaltigen Last von ihm fallen würde und je mehr er sprach desto erleichterter fühlte er sich.
Stille trat ein, nur das leise prasseln des Feuers war zu hören und das leise Stöhnen des Herbstwindes im kalten Gemäuer.
Schließlich war es Sebastien, der die Ruhe beendete:“ Ihr grämt euch zu sehr und wenn ihr so weitermacht, wird mit euch das passieren, was bei vielen die Folge ist, die ähnliche Dinge erlebten. Sie werden alle mit der Zeit vom Gram und der schwer auf ihnen lastenden Schuld zerfressen und ihre Gedanken werden erfüllt von Bitterkeit und Kälte. Manche werden auch rastlos, versuchen dem Schmerz zu entrinnen und zu verdrängen was war und konzentrieren sich nicht mehr auf das was ist und sein wird. Am Ende holt sie der Schmerz und die Erinnerungen ein und überantwortet deren Seelen dem Wahnsinn.
Ihr geht bereits einen Teil dieses Weges, doch noch ist es nicht zu spät ihn zu verlassen.“
„Wie kann ich ihn verlassen? Wie kann ich endlich Frieden finden?“
„Gönnt euch etwas Ruhe und besinnt euch auf das was auch geblieben ist und vor allem verdrängt nicht mehr, macht ein Ende mit dem Vergessen und erinnert euch wieder, erinnert euch der schönen Dinge die ihr und euer Bruder gemeinsam hattet und betrachtet die Zeit, die ihr mit einander verbringen konntet als ein Geschenk der Herrin.“
Leon schwieg und blickte den Mönch mit gemischten Gefühlen an, zum einen wusste er, das er recht hatte, doch zum anderen wusste er aber auch, dass dies kaum vernarbte Wunden wieder aufreißen und mit großem Schmerz verbunden sein würde.
„Euch fehlt es an Ruhe und eure Verpflichtungen halten euch hier Herr,“ Sagte Sebastien mit ernstem Gesicht, „Doch es gibt eine Möglichkeit, die eurem Herzen und eurer Seele vielleicht den erhofften Frieden bringen könnten.“
„Wovon sprecht ihr Bruder?“ Sagte Leon.
„Ich spreche von einer Pilgerfahrt, die Reise würde euch gut tun und euch ein wenig auf andere Gedanken bringen.“
„Und wohin soll mich meine Pilgerfahrt führen, wohin soll ich pilgern Bruder.“
Der alte Mann beugte sich vor und sprach leise:
„An den heiligsten Ort in ganz Bretonia, dort wo man der Herrin so nahe ist wie nirgendwo sonst.“
„Der See von Chalon.“ Hauchte Mauriac
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:38
Auf Pilgerfahrt
Die Sonne stand noch nicht am dämmerigen Himmel an diesem schönen Herbstmorgen und die meisten Menschen schliefen noch friedlich in ihren warmen Betten, die Vorburg erwachte erst langsam und einzig und allein auf der Hauptburg herrschte reges Treiben. Landsknechte schnürten ihre Bündel und liefen geschäftig umher, ein Ochsengespann wurde beladen, Packpferde mit Ausrüstung bereit gemacht. Überall war ein Gewirr von Stimmen zu hören, welche nur von der des Hauptmanns übertönt wurden, der eifrig seine Befehle rief und die Müßigen zur Eile antrieb.
Leon Mauriac stand in einen dicken, mit Fellen gefütterten Reitermantel am Geländer der Holztreppe, welche zum Eingang des Donjon (Wohnturm, in Deutschland Bergfried genannt) führte. Sein warmer Atem kondensierte in der kalten Morgenluft wie Dampf, der aus einem Kessel kochenden Wassers strömte und fast so ähnlich fühlte er sich.
Endlich war es soweit, nachdem nun alles erledigt war damit die Burg und das umliegende Land nicht schutzlos zurückblieb während seiner Abwesenheit.
Langsam und fast bedächtig schritt Leon die hohe Holztreppe hinunter, trat in den Hof der Hauptburg und ging langsam auf den eifrigen Rufer in der Mitte des Hofes zu.
„Hauptmann! Etwas lauter Bitte, ich glaube die Grünlinge haben noch nicht erfahren, dass ich für längere Zeit verreise.“
Hauptmann Barbon drehte sich um als er der autoritären Stimme seines Herrn gewahr wurde. Er blickte im direkt in die Augen und grinste schief.
„Schon gut Herr, Ich wollte es eigentlich auch leiser erledigen, aber leider gibt es viele unter euren Knechten, die statt eines Hintern nur einen Bleiklumpen besitzen und Granitsäulen als Beine.“
Leon lachte, das war der gute alte Jacques. Immer zu Späßen aufgelegt und mit seinen Fähigkeiten und seinem kräftigen Stimmorgan eine großartige Bereicherung für sein Gefolge. Leon bereute abermals seinen Entschluss nicht ihn in seine Dienste genommen zu haben.
„Wie geht es voran Jacques? Verläuft alles so wie es geplant war?“ Fragte Leon.
„Macht euch keine Sorgen Herr, alles verläuft wie es sein soll. Alles wurde vorbereitet: Verpflegung für zwei Wochen mit Kochgeschirr, Zelte, etwas Gold für alle Fälle und alles was ihr sonst noch angeordnet habt. Nichts wurde vergessen.“
„Gut, dann lasst uns noch einmal die Mannschaftsstärke durchgehen: Auf der Burg werdet ihr mit insgesamt Einhundertundfünfzig Mann zurückbleiben, ihr habt den Oberbefehl und werdet auf die Burg, sowie die beiden Dörfer aufpassen, für alle Fälle habe Ich Sir Egramur gebeten, sowie es seine Pflichten erlauben, ab und zu vorbeizuschauen und nach dem Rechten zu sehen. Alle Dinge der Verwaltung und was die finanziellen Sachen angeht, bestimmt mein Burgschreiber und Kanzler.
Ist soweit alles klar oder habt ihr noch irgendwelche Einwände oder Vorschläge?“
„Oh nein Herr,“ sagte Burbon mit einer abwehrenden Handbewegung, „Dies ist mir nur recht, soll sich der alte Durmaz ruhig damit rumschlagen. Mir ist das Soldatenhandwerk sowieso viel lieber, als sich Tag für Tag den Hintern in der Schreibstube Flachzusitzen und zuschauen zu müssen wie der eh schon dicke Wanst immer wie feister wird. Ich sage es immer wieder, ein wenig Bewegung würde dem fetten, alten Sack gut tun.“
„Ach Jacques lasst ihn in Frieden,“ sagte Leon trocken, „ Er leistet gute Arbeit, doch sollte er in seine eigene Tasche wirtschaften, was ich kaum glaube, dann dürft ihr ihn meinetwegen zur Entfettung mit dem Speer über die Äcker treiben und ihm anschließend seinen Hintern versohlen, wenn es euch Spaß macht.“
Jacques brach in dröhnendes Gelächter aus und klopfte sich auf den Schenkel, „Ich kann mir das gut vorstellen und schon allein dabei könnte ich mich wegbrüllen vor Lachen und ich glaube, wenn ich es wirklich täte würde ich es nicht überleben, sondern an einem Lachkrampf ersticken.“
Leon lachte und klopfte seinem Hauptmann auf die Schulter, „ So genug der Scherze es wird Zeit aufzubrechen. Lasst die Männer antreten.“
„Wie ihr befehlt Herr,“ sagte Jacques und wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln seines breiten, wettergegerbten Bauerngesichtes.
Leon ging zu den Ställen um sein gesatteltes Schlachtross zu begutachten. Auf dem Weg dorthin lief ihm eine kleine Kindergestalt in den Weg und rannte ihn beinahe über den Haufen, wenn Leon nicht schnell genug reagiert hätte.
„Vorsicht Kleiner, pass ein wenig mehr auf wo du hin läufst.“ Sagte Leon ein wenig ärgerlich zu dem jungen Knaben.
„Herr vergebt mir, ich sah euch nicht kommen.“ Sagte der Junge aufgeregt, „ Ich wollte mich noch von euch verabschieden, wie ich es euch doch versprochen habe.“
Erst jetzt erkannte Leon den Jungen in der sanften Dämmerung des anbrechenden Tages.
„Gaston?“ Fragte Leon ein wenig ungläubig, aber ein wenig besänftigter.
„Ja Herr erinnert ihr euch nicht mehr?“ Sagte der Junge mit einem fragenden Blick.
Leon erinnerte sich wieder, „ Du bist der einzige Sohn der Witwe Rochat, ja jetzt weiß ich es wieder.“
Die Witwe Rochat, sie lebte schon seit wenigen Jahren mit ihrem einzigen Sohn im Gesindehaus der Hauptburg und verrichtete ihre Arbeit in der Gesindeküche, zusammen mit ihrem Sohn. Leon lächelte und blickte dem immer noch aufgeregten Jungen ins Gesicht.
„Und nun möchtest du dich verabschieden?“ Fragte Leon.
Der Junge scharte nervös mit dem Fuß und blickte wie verlegen zu Boden.
„Herr, nun ich......“
„Ja mein Junge was hast du noch auf dem Herzen?“ Sagte Leon sanft.
„Nun es ist so..... ähm, würdet ihr....... Ich würde so gerne mit euch mitkommen.“
„Gaston so leid es mir tut, es geht nicht. Du bist noch zu jung für so eine beschwerliche Reise.“
„Bitte Herr, Bitte.“
„Nein mein Junge, jetzt noch nicht, aber bald.“
„Ihr könntet mich als euren Schildknappen mitnehmen, ich würde euch eure Rüstung polieren und für euer Schwert sorgen, nach eurem Schlachtross sehen....“
„Gaston, weißt du denn wie man das macht?“
Gaston wurde rot und schaute noch verlegener zu Boden und Leon war es als würden Tränen der Enttäuschung über sein junges Gesicht kullern.
„Nein Herr.“
„Dann wird es aber höchste Zeit das du es erlernst.“ Sagte Leon lächelnd.
Auf einen Schlag wurde Gastons Gesicht von Heiterkeit erfüllt und er strahlte über beide Backen wie es nur ein Zehnjähriger tun kann, der sich von ganzen Herzen freut.
„Wirklich?“ Rief er.
„Ja das war kein Scherz, doch du musst dir im klaren sein, dass das Knappenhandwerk hart und sehr anstrengend ist.“ Sagte Mauriac in gespielt väterlichem Ton.
„Das ist mir völlig gleichgültig Herr, ich würde alles auf mich nehmen, nur um eines Tages euch dienen und euch in den Kampf begleiten zu dürfen.“
„Nun denn, geh sofort zu Hauptmann Burbon, er wird für die erste Zeit dein Lehrer sein und dir viele nützliche Dinge zeigen.“
„Danke Herr, die Herrin mit euch!“ Rief Gaston glücklich, sprang auf den Ritter zu, umarmte ihn und verschwand vor Freude jauchzend und springend im regen Treiben des Burghofes.
Leon lächelte und schaute dem Jungen hintendrein und er erinnerte sich, wie er sich damals freute, als sein Vater ihn in als Knappe in seine Dienste nahm.
Die Tore wurden geöffnet und der Herr zog mit seinem Gefolge aus der Hauptburg. Mit ihm an der Spitze von gut Hundert Mannen zu Fuß, zog die stolze Schar durch den Hof der Vorburg.
Die wenigen Menschen, die sich zur diesen frühen Stunde im Hof der Vorburg eingefunden hatten wandten sich verwundert nach der Ursache des großen Trubels um, der gerade im Begriff war zu entstehen. Zahlreiches Volk st and an den Zinnen der Hauptburg und winkten ihrem Herrn zum Abschied, Landsknechte hissten die Fahnen auf den Türmen mit den Farben Mauriacs
Ein Fanfarenstoss erklang und mehrere Hörner wurden geblasen, als Leon und sein Gefolge zum Tor der Vorburg gelangten. Langsam wurde das schwere Fallgatter hochgezogen und ein Dutzend Landsknechte eilten herbei um die schweren Torflügel aus massivem Eichenholz zu öffnen.
Bevor Leon durch das große Tor und die vorgelagerte Barbakane ritt, hielt er an und drehte sich im Sattel um und blickte auf die Zinnen der Hauptburg. Dort standen in der nun etwas kräftigeren Dämmerung zahlreiche Menschen aus seiner Dienerschaft, doch sein Blick galt der dünnen Gestalt in der grauen Kutte, die sich auf einen Stock stützte. Leon winkte noch einmal zum Abschied und er sah wie der alte Gralsmönch ihm mit seiner dürren Hand zurückwinkte und das Zeichen des Segens gegen ihn schlug.
Leon lächelte und dennoch war ihm jetzt sehr schwer ums Herz, denn er wusste immer noch nicht, was ihn genau auf seinem Weg, noch was ihn an seinem Ziel erwarten würde. Trotzdem ging er beherzt voran und durchquerte Tor und Barbakane und ritt mit gemächlicher Geschwindigkeit durch sein Lehen, das nun von den ersten Sonnenstrahlen erhellt wurde.
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:38
Die Sonne neigte sich blutrot zum Horizont und das Land schimmerte in einem herbstlichen, rotgoldenen Ton. Leise zwischterten die Vögel und verabschiedeten den alten Tag und zu ihrem Gesang gesellte sich das tiefe Rauschen der Grismerie. Seit Tagen zog nun Leon samt Gefolge an den weiten Ausläufern des Waldes von Arden und erreichte auf diesem Weg das hügelige Flachland der Bastonne.
Den ganzen Tag waren sie über die Feldwege gewandert und wurden Zeugen der bäuerlichen Feldarbeit, die sich im Schatten der Burgen vollzog. Vielerorts wurden Feste gefeiert, denn man brachte die letzte Ernte ein und so manches mal war Leon eingeladen worden. Waren es nun Burgherren oder gar Barone oder auch nur einfache Bauern, Leon schlug jede Einladung höflich aus, sehr zum Unwillen seiner Männer, doch respektierten diese seinen Willen, denn sie wussten, dass er seine Burg nicht länger als nötig ohne seinen Schutz zurücklassen wollte.
Leon sah den Tag sich seinem Ende zuneigen und er hielt nach einem geeigneten Lagerplatz für die Nacht Ausschau, da wurde er auf einmal eines fernen glitzern gewahr, es war wie eine metallene Schlange in weiter Ferne, die sich im Licht der Abendsonne spiegelte.
Die Schlange kam näher und schon bald erkannte Leon, dass es sich um eine größere Ansammlung von Reisenden handeln mussten, doch waren sie keine Bretonen, denn dafür waren sie zu seltsam gekleidet.
Schon bald erkannte er im vergehenden Licht, dass Reiter an der Spitze ritten, gekleidet in Weiß und Silber und auf prächtigen Pferden reitend, danach folgten ihnen anscheinend weitere Reiter, in Weiß und Blau gekleidet und mit einem prunkvollen, weißen Banner, welches vor Gold, Silber und Edelsteinen nur so funkelte. Hinter den Reitern schritten in Reih und Glied, zahlreiche Krieger mit langen Speeren, silbernen Helmen und knöchellangen, glitzernden Rüstungen. Danach kamen weitere dieser Krieger zum Vorschein, die statt Speere und Schilde nun große Bogen trugen.
Leon bedeutete seiner Gefolgschaft mit der Hand anzuhalten, seine Männer waren nun sehr unruhig geworden. Wer war dies fremde Volk?
Leon wusste die Antwort auf diese Frage seiner Männer nicht, doch beschloss er die Fremden auf traditionelle Weise zu begrüßen. Er hieß seinen Herold sich mit dem Pferd und mit seinem Banner neben sich hinzustellen und bedeutete dem Trompeter die Fanfare zu blasen.
Ein heller Ton erklang und setzte sich über die weiten Ebenen fort. Die Fremden erwiderten sein Signal mit einem ähnlichen Ton, nur das dieser viel wohlklingender und um einiges heller war als der, der Fanfare der Bretonen.
Die Fremden näherten sich nun weiter und schon schmolz der Abstand der beiden Reisegesellschaften immer mehr zusammen. Zwei Pferdelängen vor Leon blieben sie schließlich stehen und Leon konnte die Anführer nun besser in Augenschein nehmen, doch bevor er auch nur damit begann wurde ihm einiges klar und er wusste nun sehr genau wem er da gegenüberstand. Elfen- Das Volk der Schönen und unsterblichen.
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:39
Die beiden Gruppen standen sich nun eine ganze Weile gegenüber und Leon spürte die prüfenden Blicke der Elfen auf sich ruhen, die ihn aus ihren grauen und durchdringenden Augen anblickten.
Fünf Elfen saßen ihm gegenüber auf ihren stolzen Rossen, der Mittlere schien ihr Anführer zu sein, ein Elf von sehr edlem Aussehen und der prächtigsten Kleidung von allen. Er saß auf einem schneeweißen Pferd mit verziertem Zaumzeug und weißgoldener Schabracke, seinen Kopf zierte ein Helm puren Silbers der mit zahlreichen Edelsteinen geschmückt war, deren Kette durch einen großen, dunkelgrünen, in Gold gefassten Stein in der Mitte des Helms unterbrochen wurde. Sein edles Antlitz, das so unendlich jugendlich strahlte, hatte einen starken Zug von Weisheit und Freundlichkeit, dass von seinem entwaffnenden Lächeln noch verstärkt wurde. Einzig seine tiefgrauen Augen verliehen ihm ein ehrwürdige, ja fast alte Erscheinung. Das blässliche Gesicht wurde von einigen langen Strähnen hellblonden Haares durchzogen, während das restliche wie eine Verlängerung des Helms, ja fast wie flüssiges Metall, über seine Schultern den Rücken hinabfloss. Der Fremde war bewaffnet mit einer Elfenklinge, deren goldener, üppig verzierter Griff aus seinem weiten, weißen Mantel hervorschaute, doch am klarsten verdeutlichte seine kriegerische Abstammung ein silbern glänzender und mit zahlreichen, goldenen elfischen Ornamenten.
Seine Begleiter waren ähnlich gekleidet wie er, doch waren ihre Helme mit weniger Edelsteinen verziert, während ihre Brustharnische dieselben Zeichen aufwiesen. Nur einer unterschied sich von seinen Begleitern, sein Gesicht wirkte etwas härter als die sonst schon misstrauischen Mienen seiner Begleiter, auch verriet sein Blick tiefes Misstrauen und eine leicht Spur von Arroganz, die er Leon entgegenbrachte, dieser Elf schien viel mehr ein Krieger zu sein als alle anderen, denn im Gegensatz zu seinen fast gleich bewaffneten Begleitern, trug er sein Schwert auf dem Rücken, dessen langer, silberner mit dem Abbild eines Leon unbekannten Vogels geschmückt war, hervorschaute. Sein Helm war denen der anderen ähnlich, nur das sein Gesicht von seinem Helm noch zusätzlich geschützt wurde.
Plötzlich kam noch eine sechste Person zu der Gruppe, ohne Harnisch, doch auch in einen langen wallenden Mantel gekleidet, nur das dieser eine Kapuze besaß. Sie gesellte sich zum Anführer und hob ihre Kapuze und Leon gewahrte etwas wofür Menschen morden und sterben würden, unter der weiten Kapuze kam ein schmales liebliches Gesicht zum Vorschein, gesäumt von weißen Haaren. Eine Elfin.
Leon errötete, denn er kam sich auf einmal wie ein schäbiger Strauchdieb vor, noch nie zuvor hatte er so etwas schönes gesehen, soviel Pracht und Glanz. Glanz, der älter war als das Volk der Menschen, wie ein Abbild längst vergangener Zeiten.
Es dauerte einen Moment bis sich Leon wieder gefasst hatte und wieder Herr seiner selbst war. Er beschloss das peinliche Schweigen zu beenden und richtete sich im Sattel auf und bemühte sich stolz und kräftig auszusehen.
„Seid gegrüßt im Namen der Herrin und König Louens.“
„Empfangt den Gruß dieser reisenden Kinder Assuryans und ihres Anführers hier in der alten Welt. Finrahir ist mein Name, Fürst und Gefolgsmann von Alendahar von Caledor und zu wem sprechen wir?“ Sagte der Anführer der Elfen mit wohlklingender, feierlicher Stimme,
„Leon Mauriac, Ritter des Königs aus dem edlen Herzogtum Gisoreux.“ Sagte Leon und fügte hinzu,
„Es ist mir wahrlich eine Ehre eure Bekanntschaft zu machen, denn man trifft hierzulande nicht oft Reisende aus Reiche an und klein ist die Zahl derer, die wir von eurem Volk zu sehen bekommen.“
„Wahr sprecht ihr Ritter, klein ist unsere Zahl geworden und nicht weniger unsere Sorgen, doch mag ich mich der Tage entsinnen, als hier noch viele Elfen umher zu reisen pflegten und die weiten Ebenen noch die Weidegründe unserer Herden waren. Doch verstummt sind die Elfenbarden und verfallen ist so manche schöne, von Elfenhand gebaute Halle und verwildert unsere Gärten.“
„Ich weiß edler Herr, Ich erinnere mich an die alten Erzählungen, dass hier einst viele Elfen gelebt haben sollen und ich habe schon zahlreiche Ruinen bestaunt, die schon erbaut wurden, bevor unser Volk in dieses schöne Land zog. Doch nun gestattet mir doch bitte die Frage ob ihr mir nicht eure Gefolgsleute vorstellen wollt.“
„Mit Freuden, denn vernehmt nun die Namen meiner Begleiter: Das hier zu meiner Rechten ist Melanir, Atteanors Sohn, kundiger Geschichtsschreiber und Chronist unserer Reise,“ Leon neigte kurz den Kopf als Zeichen der Ehrerbietung. „Nebenan seht ihr Oronwe, Maldors Sohn, unseren Kartographen und Völkerkundigen und neben ihm steht unser wichtigster Mann, wenn es um die Handhabung des kalten Stahls geht, Mein ältester Sohn Inarion,“ Finrahir deutete auf den grimmigen Elf, “ den man jenseits der alten Welt den Tapferen nennt. Zu meiner Linken seht Olrod, Enwors Sohn, unser Fährtenleser und Späher und neben ihm meine Tochter Eleanar, kundig in der Heilung und Magie.“
„Eine beachtliche Gesellschaft, die ihr da mit euch führt edler Finrahir. Leider ist meine recht bescheiden und ich denke nicht, dass ich euch mit den zahlreichen Namen meiner gemeinen Kämpfer langweilen sollte. Ich denke, dass euch da der Hof von Gisoreux und Couronne viel eher zusagen würden, wenn es um hochrangige Persönlichkeiten geht.“ Sagte Leon
Finrahir lacht leise und sagte freundlich:“ Wenn ihr meint, nun vielleicht würde er uns vom Komfort mehr zusagen, doch wir verspüren nicht das Verlangen nach allzu großer Gesellschaft von Menschen, denn schon seit zu langer Zeit haben sich unsere Völker entfremdet und es überrascht mich, dass ihr ein solches Interesse an uns zeigt.“
Der Grimmige raunte plötzlich seinem Nachbarn etwas zu, dieser lachte und sprach zu den übrigen in der zeitlosen Sprache der Elfen.
Alte Erinnerungen erwachten, als Leon die Worte hörte, Worte wie er sie einst gelernt hatte und Leon dachte für sich: Nun Meister Belerion, es scheint mir ganz so als würdet ihr doch noch recht behalten.
Und die Worte seines alten Lehrmeisters drangen in seinem Kopf wie aus weiter Ferne: Eines Tages wird es dir nützlich, junger Leon. Es genügt nicht immer nur einer Sprache mächtig zu sein.
Meister Belerion, Leon seufzte leise, die Erinnerung an den wandernden Elfen stieg wieder empor und Bilder wurden lebendig. Er war es der ihm die Kunst des Lesens und Schreibens beibrachte, ihn die Sprache der Menschen östlich des Grauen Gebirges lehrte und ihn außerdem in Dichtkunst, Gesang unterwies und ihn außerdem in die Welt der Zahlen einführte.
Leon riss sich los von diesen Erinnerungen aus seinen Kindertagen, was hatte der gesagt? Leon glaubte irgendeine abfällige Bemerkung über sich im Gespräch herausgehört zu haben.
Leon strengte sich an und langsam kamen ihm die fremden Worte schleppend über die Lippen und obwohl er sich seines grässliche Akzents bewusst war, sprach er weiter.
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:39
„Verzeiht bitte, aber nannte mich eben gerade jemand von euch einen hirnlosen Schwertschwinger?“
Die Elfen verstummten und blickten ihn verdutzt an, das hatten sie noch nie erlebt, ein Mensch der ihre Sprache sprach, zwar ziemlich undeutlich und mit einem Akzent, der ihren feinen Ohren Schmerzen bereitete, aber immerhin fast fehlerfrei.
Es dauerte einige Augenblicke bis sie sich wieder gefangen hatten und über die Überraschung hinwegkamen und als erster fand Finrahir die Sprache wieder:
„Die Menschen überraschen einen immer wieder aufs Neue, doch sprecht, woher seid ihr dieser edlen Sprache mächtig?“
„Nun, es ist eine lange Geschichte, doch soviel sei gesagt, es sind sehr wenige des alten Volkes unterwegs und noch seltener sind sie anzutreffen, doch mein Lehrmeister war ein Wanderer aus eurem Reich, ein mächtiger Magier und ein sehr kluger Mann. Er lehrte mich viele Dinge, weit mehr und interessantere Dinge, als mich ein Lehrmeister aus Altdorf lehren könnte.“ Erwiderte Leon in seiner Muttersprache.
„Das ist wahrlich sehr interessant.“ Bemerkte Melanir und sah nachdenklich vor sich hin.
„Nun zurück zu meiner Frage, ich denke es ist mir jemand noch eine Antwort, sowie eine Entschuldigung schuldig, denn hierzulande ist es nicht üblich, dass man die Bewohner eines fremden Landes auf ihrem eigenen Boden beleidigt.“ Sagte Leon.
„Zu eurer Information, ich war es, der diese Worte sprach und zwar aus langjähriger Erfahrung, denn die Menschen haben uns nur zu oft enttäuscht und das in sie gesetzte Vertrauen schamlos missbraucht.
Und noch etwas, wenn wir gerade vom Boden sprechen, ihr bewegt euch auf dem Boden unserer Vorväter, mit deren Taten ihr euch überhaupt nicht messen könnt.“ Sagte Inarion scharf und ein zorniges Funkeln glitt über seine Augen.
„Dieser Boden ist die Heimat der Bretoni! Das war zwar nicht immer so, doch entspricht es jetzt den Tatsachen. Entweder ihr lebt damit oder versucht euer Recht darauf geltend zu machen.“ Erwiderte Leon nun langsam zornig.
„Ihr unverschämter, unterentwickelter....“
„Schluss jetzt Bruder! Es reicht!“ Alle anderen hatten bis jetzt nur still zugesehen, in Erwartung, dass sich die Sache schnell erledigen würde. Nur die Elfenmaid war immer unruhiger geworden und griff schließlich ein.
„Inarion, es ist genug, willst du hier jeden uns zum Feind machen und das immer wegen ein und der selben Sache? Hat die Auseinandersetzung in Tor Allesi nicht gereicht? Nun setzt du abermals alles aufs Spiel. Er hat recht und es gefällt mir genau so wenig wie dir, doch müssen wir akzeptieren, dass das was einst unser Zuhause war nun ihres ist.“
„Bitte meine Kinder, mäßigt euch. Eleanar, wenn jemand Inarions Zorn am meisten verstehen kann, dann ich. Er war hier geboren, genauso wie ich lange zuvor und es erfüllt auch mich mit Schmerz zu sehen, dass nun andere unsere alte Heimat bewohnen, doch trifft sie keine Schuld, denn sie wussten nichts von alldem.“ Finrahir wandte sich nun an Leon während die übrigen schwiegen.
„Verzeiht dieses Benehmen meines Sohnes, doch wenn es etwas gibt, dass der Unsterblichkeit einen Zug von Bitterkeit verleiht, dann ist es die Gewissheit bis in alle Ewigkeit mit allen Erinnerungen leben zu müssen, ob nun erfreulich oder auch schmerzlich.“
„Nun gut,“ Erwiderte Leon, der sich seines Ausbruchs schämte, „Ich erkenne, was ihr mir sagen wollt, auch wenn ich schlecht nachvollziehen kann und ich werde diesen Zwischenfall gern vergessen um des Friedens Willen.“
„Habt Dank, es gibt wahrlich wenige Menschen mit einem solchen Maß an Einsicht. Doch nun zu etwas anderem, es dunkelt bereits schon und wir waren eigentlich dabei einen Platz für die Nacht zu suchen, wenn es euer Wille ist könnt ihr euer Lager neben unserem Aufschlagen.“ Sagte Finrahir.
„Ich würde euch und euren Gefolgsleuten gern Gesellschaft leisten, wenn ihr wünscht, es wäre eine gute Gelegenheit ein wenig von der Welt da draußen zu hören und vielleicht weiß ich sogar einige Dinge, die für eure Ohren interessant wären.“ Sagte Leon höflich.
„Nun denn, lasst uns einen Lagerplatz suchen.“
Einige laute Befehle wurden in der Sprache der Elfen erteilt und das bewaffnete Gefolge der Elfen verließ die Strasse und marschierte auf den Waldrand zu.
Leon entging nicht, dass ihm Inarion einige finstere Blicke schenkte, doch hoffte Leon insgeheim, dass er sich beruhigen würde, denn trotz seines verletzten Stolzes spürte er in sich etwas seltsames, etwas das ihn davon abhielt diesem grimmigen und unhöflichen Elfen ein wenig gutes Benehmen einzuprügeln.
Was immer es auch war, Leon glaubte die Antwort vielleicht irgendwann zu erfahren.
Alles geschieht aus irgend einem Grund
Nach seinem Sergeanten rufend wandte er sich zu seinem Gefolge um und traf alle Vorbereitungen ein Nachtlager zu errichten.
Re: Die Wege der Herrin
Drunken - 21.05.2007, 13:39
Langsam schlich die Dunkelheit heran und hüllte das Lager in ihr finsteres Gewand, mit ihr kamen ihre ständigen Begleiter im frühen Winter, eisige Kälte und Frost.
Wärme war nun Mangelware und um so dichter scharten sich die Menschen um die Feuer und wärmten sich an einem eisernen Topf mit warmer Suppe und einem Streifen Räucherfleisch mit Brot.
Leon entledigte sich seines Harnisches, er war müde und sehr abgespannt nach diesem langen Reisetag. Nach einer kurzen Pause, wandte er sich dem morgigen Reiseabschnitt zu, zuerst wäre da die Überschreitung der Grismerie und dann auf vielen verwinkelten Trampelpfaden zum Gralskloster St. Gilles und von dort aus würde er allein zum heiligen See pilgern, mitten durch den Wald von Chalon, allein und unbewaffnet, nur bekleidet mit dem Gewand eines Büßers.
Jemand trat in das Zelt, Leon fuhr aus seinen Gedanken hoch.
„Was gibt es?“ Fragte er barsch den Knecht, der eingetreten war.
„Verzeiht mir wenn ich euch gestört habe Herr, aber einer der Elfen wünscht euch eine Nachricht überbringen zu dürfen, er sagt sie wäre von Finrahir seinem Gebieter.“ Sagte der Knecht respektvoll.
„Gut ich werde ihn empfangen, schickt ihn herein.“ Sagte Leon, der sich wieder gefasst hatte.
„Wie ihr wünscht Herr.“ Sagte der Knecht und verschwand. Kurze Zeit später trat ein weisgekleideter Elf ohne Waffen und Harnisch ins Zelt, machte eine ehrbezeugende Verbeugung und sagte feierlich:
„Seid mir gegrüßt edler Krieger, mein Herr lässt euch folgende Nachricht überbringen, er lädt euch ein das Nachtmahl in seiner Gesellschaft und der seiner Gefährten einzunehmen und er würde sich sehr geehrt fühlen, wenn ihr diese Einladung annehmen würdet.“
„Sagt eurem Herrn, dass ich die Einladung dankend annehme und mich ebenfalls sehr geehrt fühle.“ Sagte Leon formell.
„Nun gut, dann erwartet er euch in einer Stunde.“ Sagte der Elf, verbeugte sich noch einmal und verließ das Zelt ohne auch nur ein Geräusch zu verursachen.
Leon verließ ebenfalls das Zelt ging zum Vorratskarren, dieser stand vor einem großen Feuer über dem ein großer Eisentopf hing und dort fand er auch den Mann den er brauchte, Rémy den Koch. Dieser stand vor dem Topf und schöpfte fleißig die dicke Fleischbrühe in die leeren Näpfe der um ihn versammelten Landsknechte und Dienstmänner.
Rémy, unterbrach sofort seine Arbeit als er sah, dass sich sein Herr nur näherte, hastig wischte er die Hände an der Schürze ab und eilte seinem Herrn entgegen.
„Herr, das Nachtmahl ist bereitet, kommt ihr um euch eure Portion zu holen?“
„Oh nein, leider nicht, jedenfalls nicht heute.“ Sagte Leon lächelnd.
„Waren die Mahlzeiten bis jetzt nicht in Ordnung? Seid ihr unzufrieden?“
„Nein überhaupt nicht, im Gegenteil ich muss eher aufpassen, dass ich bei euren reichhaltigen Mahlzeiten nicht unnötig Speck ansetze. Nun Ich komme wegen etwas anderem, Ich brauche das eine kleine Fässchen mit dem Wein, der für meinen Bedarf gedacht ist.“ Sagte Leon beschwichtigend.
Nun wenn es weiter nichts ist gerne, aber was mache ich jetzt mit der Lammeule in Kastaniensauce? Ich habe es extra für euch zubereitet und es wäre eine Schande es wegzuwerfen.“ Sagte Rémy ein wenig gekränkt.
„Verteilt meine Speise unter den Männern und um die Moral ein wenig anzuheben, gebt ihr noch ein paar Krüge Bier raus, denn das haben sie sich nach dieser langen Plackerei und dem langen Marsch von heute redlich verdient.“ Sagte Leon
„Nun gut wie ihr wünscht Herr.“ Sagte Rémy und verschwand im Wagen, kurze Zeit später kam er mit einem kleinen Fässchen wieder hervor und reichte es Leon.
„Hier ist der Wein, auf das er euch und euren Gastgebern mundet.“ Sagte Rémy und rief nach zwei Gehilfen. Leon gab das Fass an diese weiter und machte sich auf den Weg zum Lager der Elfen.
Das Lager der Elfen war etwa eine halbe Bogenschusslänge von dem der Bretoni entfernt und im Gegensatz dazu ausgiebig mit Zelten ausgestattet. Im flackernden Schein der Feuer erblickte Leon zahlreiche Gestalten, die drum herum hockten. Leise trug der Wind neben einigen angenehmen Gerüchen auch ein leises Gemurmel von wohlklingenden Stimmen an sein Ohr, die sich leise zu unterhalten schienen. Auf einmal war es Leon als würde er neben den Stimmen auch leise Musik und sanften Gesang hören. Leon hielt inne und lauschte der wundervollen Musik und der unglaublich schönen Stimme, die ein sehr trauriges Lied zu singen schien. Der Wald in der nähe verstärkte mit seinem leisen Rauschen im Wind den Zauber der Musik und Leon kam sich vor als würde er eine Welt der Märchen betreten, sosehr war er von diesem wunderschönen Gesang ergriffen.
Leon wandte sich wieder zum weitergehen, er ermunterte seine beiden Diener ihm zu folgen, doch ihre Augen verrieten ihm, dass es ihnen genauso ging wie ihm, als ob sie geweihten Boden entweihen würden.
Kurz darauf erreichten sie das äußerste Wachfeuer, einer der bewaffneten Wachposten erhob sich und trat vor sie und sprach im gewohnt langsamen Singsang des elfischen Stakkatos:
„ Seid gegrüßt Mensch, ihr werdet bereits erwartet, bitte folgt mir.“
Leon und seine beiden Gefährten gehorchten und folgten dem geharnischten Elfen.
Der Wächter ging voraus und obwohl er sich nicht schneller bewegte, war er doch schon bald ein schönes Stück vor den Menschen. Leon war erstaunt wie leise er sich bewegte, er glaubte zu sehen das seine Füße kaum den Boden berührten und vor allem das er das Gras nicht niederzudrücken schien und wie geschmeidig und erhaben seine Bewegungen wirkten.
Nach kurzer Zeit erreichten sie ein größeres Zelt, das nach allen vier Seiten offen war und in der Mitte einen kreisrunden Rauchabzug für das wärmende Feuer besaß.
Einige Elfenbedienstete liefen umher, beladen mit silbernen Karaffen und Krügen und großen Platten mit seltsamen Speisen. Doch obwohl sie sehr schnell umherliefen wirkten sie kein bisschen hektisch, nein sie schienen die Ruhe selbst auszustrahlen.
Sie traten ins Innere des Zeltes und waren verwundert über diesen seltenen Luxus, den dieses von außen schlicht wirkende Zelt ausstrahlte und doch schien alles auch ebenso zweckmäßig zu sein.
Der Boden war mit einfachen Teppichen ausgelegt, in der Mitte um das Feuer lagen einige sehr bequem aussehende Sitzkissen auf denen einige Elfen hockten, welche sich sofort erhoben, als die Menschen eintraten. Leon erkannte in der Mitte Finrahir und seine Tochter und auch einige der anderen Gesichter schienen ihm ein paar Stunden zuvor begegnet zu sein, Leon versuchte sie den Namen zuzuordnen, welche er gehört hatte, doch gab er es kurze Zeit später auf, Elfen sehen sich einfach zu ähnlich und gleichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen.
Eine kurze Zeit herrschte eine mystische Ruhe, nur die Musik und der Gesang, nun etwas lauter, waren noch zu hören. Schließlich brach Finrahir das Schweigen.
„Seid mir gegrüßt Leon Mauriac und seid willkommen zu unserem abendlichen Mahl.“
„Habt dank für eure höfliche Einladung, es ist mir eine Ehre mit euch speisen zu dürfen und möge dieser Abend in guter gegenseitiger Erinnerung bleiben.“ Sagte Leon in einem sehr höflichen Tonfall.
„Dann möge dieser Abend beginnen.“ Sagte Finrahir feierlich und auf ein Handzeichen von ihm begannen einige Elfen mit Leier und Flöte eine sanfte Musik zu spielen. Leon setzte sich auf eines der Sitzkissen während seine Pagen zwei Schritt hinter ihm stehen blieben und sich misstrauisch umblickten.
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