Khâraa

Gefährten des Nordwindes
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  • Forum gestartet am: Dienstag 15.05.2007
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    Re: Khâraa

    Khâraa - 18.05.2007, 19:47

    Khâraa
    WUMM!
    Mit einem lauten Knall explodierte das Magische Geschoss unweit der ungehemmt fluchenden Draenei. Das war zu Knapp gewesen. Hastig rappelte sie sich auf, langte nach dem Griff ihres Hammers. Dann lies sie sich wieder zu Boden fallen, diesmal eleganter als das vorherige Mal. Ein scharfes Zischen verriet ihr das sie auch diesmal nur mit äußerster Not entkommen war.
    Wo war dieser verdammte Magier?
    WUMM!
    Wo auch immer er sich versteckte, er hatte offenbar eine Affinität zu Feuerbällen.
    Hastig sammelte sie ihre Gedanken. Sie musste sich konzentrieren, herausfinden wo dieser Hundesohn von einem Blutelfen sich verkrochen hatte. Zaghaft lies sie ihre noch ungeübten Sinne über die nahe Umgebung tasten. Da! Eine kraftvolle Aura, offenbar magischer Herkunft. Desorientiert schüttelte sie den Kopf als ihr Geist den Weg zurück in ihren Körper fand. Sie musste sich konzentrieren... was für Optionen hatte sie? Herausrennen? Nein, das Spitzohr könnte sie abschießen wie ein lahmes Elekk... Warten? Auch nicht die Optimalste Lösung. Früher oder später würde er sie mit einem zufälligen Feuerball treffen. Falls ihm nicht vorher die Kraft ausging - aber das war nichts worauf sie bauen wollte. Beim Licht, weshalb musste ausgerechnet sie immer auf die Hartnäckigen Gegner treffen? Und weshalb, bei den Naaru, war sie immer alleine wenn es dazu kam?
    Kurz erlaubte sie es sich zurückzudenken, an ihr vorheriges Leben. Ihre Aufnahme in die Hand von Argus. Die Bestürzung einiger "Freunde" als sie Velens Bitte folgte und den Weg des Schamanismus einschlug. Den Absturz der Exodar und die Tage in der Dunkelheit der Höhle in die ihre Kapsel gestürzt war.
    WUMM!
    Dieser Magier hatte eindeutig eine Vorliebe für Explosionen!
    "Anar'alah belore!"
    Der Ruf war nahe. Offenbar hatte er sich entschlossen sie suchen zu kommen. Hastig robbte sie vorran, in die Richtung in der sie die Präsenz des Elfen fühlte. Er war nun sehr nahe. Nahe genug? Sie musste es riskieren.
    Mit einem Satz sprang sie aus der Deckung, hob den Hammer und sprintete die wenigen Meter auf den überraschten Sin'Dorei zu.
    "Möge sich das Licht deiner Seele annehmen du stinkender Sohn einer Räudigen..."
    Weiter kam sie nicht. Wo eben noch der Magier gewesen war blitzte es lediglich kurz und ein höhnisches Lachen ertönte. Hinter ihr. Verflucht. Damit hätte sie rechnen müssen. Diese Spitzohren wendeten diesen Trick immer an. Und sie fiel jedes Mal darauf rein. Flammen bildeten sich um die Hände des Magiers, ein spöttisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Es erstarrte als die Hände der Draenei plötzlich grünlich leuchtende Energie in seine Richtung warfen, ihn aus der Fassung brachten. Nur wenige Augenblicke waren es die ihn daran hinderten zu Zaubern. Khâraa reichten sie. Wütend spuckte sie auf die am Boden liegende Gestalt des Elfen.
    "A.rschloch."



    Re: Khâraa

    Khâraa - 18.05.2007, 19:47


    Ein leises Zischen war zu hören, kam rasch näher. Mit einem Fluch warf sie sich nach vorne, auf den Boden. Zu langsam. Weshalb, beim Licht, hatte sie nicht in Erwägung gezogen dass es zwei Blutelfen sein könnten? Sie versuchte sich zur Seite zu werfen, vergeblich. Der Zauber traf sie und ihre Welt wurde schwarz.

    Was sie auch war als sie wieder zu Bewusstsein kam. Nicht dass es etwas geändert hätte wenn sie sehen konnte was sie fühlte, aber sie war noch nie eine Große Freundin von Augenbinden gewesen. Genausowenig wie von Knebeln und enorm fest gebundenen Lederfesseln. Genaugenommen hätte sie eine Situation wie diese gerne vermieden. Das diese Spitzohren immer Probleme verursachten mussten!
    Sie hatte keine Zeit für diese Art Gedanken (Genaugenommen hatte sie das aufgrund ihrer momentanen Immobilität sehr wohl, aber ihr war es lieber diesen Gedanken zu verdrängen). Sie musste einen Weg finden zu entkommen. Wie hatten sie es damals auf der Exodar gepredigt? Wäge die Vor- und Nachteile deiner Situation immer genaustens gegeneinander ab bevor du entscheidest. Sie versuchte zu schnauben, aufgrund des Knebels wurde jedoch nur ein missglücktes Ächzen daraus.
    Schwachköpfe. Aber gut... was gab es für Nachteile? Sie konnte nichts sehen, wusste nicht wo sie war, hatte einen Knebel im Mund und diese verdammten Seile trennten ihr langsam aber sicher die Blutzufuhr ab. Vorteile... es gab KEINE verdammten Vorteile! Was sollte es in einer solchen Situation für Vorteile geben?! Schwachköpfe! Ein weiteres Ächzen verließ ihren durch den Knebel gepeinigten Mund.
    Urplötzlich verstummte sie. Schritte! Sie lies ihren Körper erschlaffen, verhielt sich still. Vielleicht würden sie sie für schlafend halten...
    Diesmal war das Ächzen lauter und bei weitem schmerzerfüllter, was vermutlich an dem offenbar gepanzertem Stiefel in ihrer Magengrube lag. Sie hätte es wissen müssen. Eine Stimme, vermutlich die des Besitzers jenes Stiefels, raunte einige Worte auf Thallasisch. Sie verstand zwar nicht genau was er sagte, vermutete aber dass es in etwa "Sie ist wach." bedeutete. Blitzmerker.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 18.05.2007, 19:48


    "Lass uns allein."
    Der Stiefel wurde aus ihrer Magengrube gezogen. Schritte waren zu hören als sein Besitzer der Aufforderung Folge leistete. Dann ergriffen zwei Hände ihren Körper, richteten sie auf. Sie wurde gegen etwas glattes, hartes gelehnt, wohl die Wand des Raumes oder zumindest eine Säule. Einen Moment lang musste sie sich darauf konzentrieren schlicht und einfach stehen zu bleiben, was mit gefesselten Armen und Hufen nicht gerade einfach war. Vorallem dann wenn eine verdammte Augenbinde einem die Sicht nahm! Ihr gegenüber hörte sich offenbar gerne reden, zumindest setzte er wieder an zu sprechen.
    "Weist du, eigentlich müsste ich dir Dankbar sein Blauhaut. Immerhin hast du mir Shinoras vom Leib geschafft..."
    Eine kurze Pause. Shinoras... wohl der Magier mit der Vorliebe für Feuerbälle. Als der Elf weitersprach klang seine Stimme um eine ganze Ecke härter.
    "Allerdings... Shinoras war ein Sin'Dorei. Ein leichtsinniger, minderbemittelter Sin'Dorei, aber ein Sin'Dorei. Und..." Die Stimme klang nun beinahe sanft. "...ich werde nicht tolerieren dass Blauhäutiger Abschaum wie du Mitglieder meines Volkes tötet!"
    Mit diesen worten rammte er ihr die gepanzerte Faust in die ohnehin schon lädierte Magengrube. Tränen schossen ihr in die Augen wärend sie sich zusammenkrümmte, lediglich die Hände des Blutelfen verhinderten dass sie stürzte. Brutal presste er sie wieder gegen die Wand, löste ihre Augenbinde. Geblendet sah sie zu Boden, sie musste sich erst wieder an die Helligkeit gewöhnen. Nun, zumindest konnte sie nun sehen wer sie zusammenschlug. Ein männlicher Blutelf von durchschnittlicher Größe, langes, tiefschwarzes Haar, Muskulös und in eine lederne Rüstung gehüllt. Momentan war er damit beschäftigt sie interessiert zu mustern. Langsam fuhr er mit seiner Hand die Linien ihres Wappenrocks entlang.
    "Was treibt ein Mitglied der Hand hierher hm?"
    Erwartete er darauf wirklich eine Antwort? Verflucht, sie war geknebelt! Selbst wenn sie gewollt hätte, was nicht der Fall war, hätte sie ihm nicht antworten können! Seine Hand hatte mittlerweile ihre rechte Brust erreicht, ein sadistisches Grinsen lag auf seinen Zügen.
    Dann drückte er zu. Ihr Versuch nicht vor Schmerz aufzuschreien endete in einem kläglichen stöhnen, durch den Knebel stark abgeschwächt. Trotz allem reichte es um das Grinsen auf dem Gesicht des Spitzohrigen Bastards breiter werden zu lassen.
    "Wir unterhalten uns noch eingehend darüber... später."
    Mit diesen Worten lies er sie los und entfernte sich leise pfeifend. Khâraa hingegen focht einige Momente einen aussichtslosen Kampf mit ihrem Gleichgewichtssinn bevor sie vornüberkippte. Und die Welt wurde wieder schwarz.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 18.05.2007, 19:48


    Blutelfen empfanden offenbar ein perverses Vergnügen darin wehrlose Frauen zu schlagen. Zumindest taten jene Beiden, die sie nachdem sie aus der Bewusstlosigkeit erwacht war besucht hatten, dies mit enormen Elan und großer Ausdauer. Schlag um Schlag hagelte auf ihren geschunden Körper, ihre Schreie hallten, trotz des Knebels, durch den Raum. Als sie schließlich von ihr abließen war sie wenig mehr als ein vor Schmerzen wimmerndes Bündel. Ein einzelner Gedanke manifestierte sich in ihrem Hirn bevor sie sich der wohltuhenden Schwärze der Ohnmacht hingab.
    "Zumindest... kann es nicht viel Schlimmer werden."
    Dies war ein Irrtum.


    Erneut zuckte Schmerz durch ihren Körper als sie von groben Händen gepackt und angehoben wurde. Ohne allzugroße Rücksicht schleiften ihre Häscher sie zwischen sich her, verloren kein Wort über ihr Ziel. Ihr Gesicht war von Schlägen verschont geblieben, so dass sie zumindest sehen konnte wohin sie gezogen wurde. Nicht dass es ihr viel genutzt hätte, in den komplexen Gängen des Gebäudes verlor sie nach kurzer Zeit den Überblick. Schließlich hatten sie offenbar ihr Ziel erreicht, ein karger Raum, leer bis auf einen Stuhl in der Mitte. Sie vernahm das Schaben von Metall, sah aus den Augenwinkeln wie einer ihrer Wärter den Dolch zog. Endete es hier? Hatten sie sie nur hierher gebracht um sie zu töten?
    Der Dolch stieß herab, ein reißendes Geräusch war zu hören. Er hatte ihre Fesseln gelöst. Sofort packten die Blutelfen ihre Arme fester, zerrten sie auf den Stuhl zu, fesselten ihre Gliedmaßen nun mit eisernen Ketten die mit dem Boden verbunden waren. Dann verließen sie den Raum, hielten es offenbar nicht für nötig sie zu bewachen. Wozu auch... ein entkommen war nicht möglich... Mutlos sackte sie in sich zusammen.

    Als die Hand ihre Schulter berührte schreckte sie hoch. Sie musste das Bewusstsein verloren haben, nur so konnte sie sich erklären weshalb sie das eintreten des Blutelfen nicht bemerkt hatte. Nach einem Blick in den Raum korrigierte sie sich. Es waren zwei Blutelfen. Jener mit dessen Faust sie bereits Bekanntschaft gemacht hatte und ein ihr unbekannter, in eine Schwarze Robe gehüllter, Elf. Letzterer war gerade damit beschäftigt ihren Knebel zu lösen, was ein qualvolles Stöhnen zur Folge hatte als verschorfte Wunden wieder aufrissen.
    "Nun denn... beginnen wir. Wir haben einiges zu bereden."
    Trotzig schüttelte sie den Kopf, presste ihre Kiefer aufeinander. Eine Geste die ein sadistisches Lachen auf die Gesichtszüge der Elfen zauberte. Beinahe zärtlich deutete der Sin'Dorei in der schwarzen Robe auf sie, dunkle Energie manifestierte sich in seiner Hand.
    "Ich will... dass du für mich schreist, Blauhaut. Schrei für mich..."
    Und sie schrie als der Zauber sie traf. Schrie voller Schmerz, schrie solange bis ihre Stimme nicht mehr fähig war zu schreien und nur noch ein Qualvolles Stöhnen ihre gepeinigten Lippen verlies.
    Schweiß perlte auf ihrer blauen Haut und vermischte sich mit Blut...



    Re: Khâraa

    Khâraa - 18.05.2007, 19:49


    Schmerz. Mehr fühlte sie nicht als sie schließlich erwachte. Der Schmerz war in den letzten Tagen (Waren es Tage? Sie wusste es nicht. Die Folter hatte sie jegliches Zeitgefühl verlieren lassen.) zu einem ständigen Begleiter geworden. Stöhnend streckte sie sich, soweit ihre Fesseln dies zuließen. Sie hatten sie wieder mit ledernen Riemen gebunden, ein Umstand der sie nicht überraschte. Festgezurrte Lederriemen verursachten schließlich mehr Schmerzen als eiserne Ketten... Sie wusste, sie würde dies nicht mehr lange durchalten. Es gab nur zwei Möglichkeiten - Flucht oder Tod. Letztere missviel ihr allerdings stark. Blieb nur die Flucht. Aber wie?
    Ihr Blick fiel auf eine leise vor sich hin brennende Fackel an der Wand und eine Idee begann in ihrem Kopf zu reifen.

    Konzentration... sie musste sich konzentrieren, ihren Geist öffnen. Schmerzerfüllt zuckte sie zusammen als die ledernen Fesseln auf ihrer Haut scheuerten. Fehlgeschlagen! Schon wieder! Tränen der Wut und der Entäuschung schossen in ihre Augen. Sie hatte versagt. Ihre Kenntnisse waren mangelhaft und dies rächte sich nun. Leise schluchzend dämmerte sie vor sich hin.
    Dann spürte sie die Präsenz. Etwas war hier.

    "Sprich Schamanin. Wir hören..."

    Sie vernahm die Worte in ihrem Geist, brauchte einen Moment um sie zuzuordnen. Durch ihre geschlossenen Augenlider nahm sie eine helle Gestalt war, spürte die Hitze die diese ausstrahlte. Der Geist der Flammen! Sie hatte es geschafft! Rasch konzentrierte sie sich, richtete ihre Gedanken an das zerstörerische Element. Bat um Hilfe, flehte darum sie zu bekommen. Stille. Unerträglich helle Augen starrten sie an, bohrten sich tief in ihren Geist, ihre Seele.

    "Wir haben deine Bitte vernommen Schamanin. Sie sei dir gewährt."

    Mit diesen Worten loderte die Fackel an der Wand hell auf. Flammen züngelten durch die Luft, griffen nach ihr, erreichten sie schließlich. Innerhalb eines Sekundenbruchteils war sie eingehüllt von einem Flammenmeer. Doch sie verbrannte nicht, lediglich eine angenehme Wärme war zu spüren. Dann erlosch das Feuer. Die lederbänder um ihre Gelenke zerfielen zu feiner Asche.
    Sie war frei.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 20.05.2007, 14:50


    Einen Moment lang blieb sie einfach nur liegen, wartete drauf dass das Blut seinen Weg zurück in ihre Gliedmaßen fand. Immer noch fühlte sie wenig außer Schmerz. Nun, zumindest zeigte ihr dies dass sie noch am Leben war. Was nicht mehr lange der Fall sein würde wenn sie sich nicht aufraffen und beeilen würde. Leise stöhnend kämpfte sie sich auf die Beine, musste einen Moment verharren um ihr Gleichgewicht zu halten. Schnell jetzt. Sie hatte keine Zeit, musste weg von hier. Sie musste leise sein... ein beinahe lautloser Fluch kam über ihre Lippen. Draenei waren nicht dafür geschaffen leise zu sein! Wie sollte man mit diesen verdammten Hufen schleichen?! Nun, sie hatte keine Wahl. Sie musste es versuchen, oder sie würde sterben. Also schlich sie so gut sie konnte durch die verwinkelten Gänge ihres Gefängnisses. Zu ihrem Glück hatte es niemand für nötig befunden sie irgendwo einzuschließen - wozu auch? Wohin sollte eine gefesselte und halbtote Draenei schon fliehen? Sie würde es ihnen zeigen...

    Wo beim Licht war dieser Ausgang? Sie irrte nun schon seit einer geraumen Zeit durch dieses Labyrinth, ohne auch nur das geringste Anzeichen eines Ausgangs zu erkennen. Blutelfen hatte sie auch keine getroffen, ein Umstand der sie beunruhigte. Wo waren ihre Wärter? Hatten sie sie tatsächlich alleine zurückgelassen? Weshalb?

    Moment. Diesen Gang... kannte sie. Sie war bereits hier gewesen. Vorsichtig ging sie weiter, sah sich prüfend um. Niemand. Sie war alleine. Dann erkannte sie wo sie war. Ein karger Raum, leer bis auf einen Stuhl in der Mitte. Eiserne Ketten waren im Boden verankert. Ein leises Keuchen entfuhr ihren Lippen.

    "Wen haben wir denn hier..."

    Sie spürte einen stechenden Schmerz am Hinterkopf. Wie so oft in den letzten Tagen versank ihre Welt in der Dunkelheit.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 22.05.2007, 21:14


    Scharfkantiges Eisen schnitt sich tief in ihr Fleisch als sie schließlich erwachte. Mutlos erkannte sie wo sie sich befand. Ein karger Raum, mit nichts als einem Stuhl in der Mitte. Einem Stuhl auf dem sie saß. Eiserne Ketten fesselten ihre Gliedmaßen an den Boden, machten jede Flucht unmöglich. Aus den Schatten vor ihr manifestierte sich jener Blutelf den sie schon kannte. Doch diesmal wirkte er anders als damals, weniger kontrolliert. Wut verzerrte seine Züge als er langsam auf sie zukam.
    "Wie hast du dich befreien können Schlampe? Sag es mir!"
    Trotzig sah sie zu ihm auf, verzerrte das geschundene Gesicht zu einem, wie sie hoffte spöttischem, lächeln.
    "Vielleicht sollten deine Freunde das Knoten nocheinmal üben?"
    Sie hatte mit der Ohrfeige gerechnet, trotzdem wurde ihr Kopf durch die reine Wucht des Schlages zurückgeschleudert. Tränen des Schmerzes, der Wut und der Ohnmacht schossen ihr in die Augen.
    "Verfluchte kleine Schlampe... ich hätte dich gleich töten sollen!"
    Mit diesen Worten zog er seine Waffe. Ein länglicher, hell glänzender Dolch. Eine kleine Waffe und doch füllte sie Khâraas Welt für einen Augenblick aus. War dies das Ende? Nun, zumindest wären die Schmerzen dann vorbei... Sie würde ihm nicht die Genugtuung geben um ihr Leben zu betteln. Langsam schloss sie die Augen und wartete auf den finalen Schlag.
    Er kam nicht.
    Stattdessen hörte sie ein kurzes Sirren, ein aufstöhnen gefolgt von einem poltern. Ruckartig öffnete sie die Augen, erblickte den Körper ihres Peinigers vor sich auf dem Boden liegend. Ein Armbrustbolzen ragte aus seinem Rücken. Dann schob sich der Schütze in ihr Blickfeld und ihr Herz setzte einen Schlag aus. Eine breite Gestalt, Blaue Haut gehüllt in eine Grüne Rüstung auf der das Zeichen der Hand von Argus prangte. Wie durch einen Schleier registrierte sie wie er näher kam, ihre Fesseln löste. Weitere Gestalten betraten den Raum, allesamt Draenei. Und dann sah sie ihn.

    Voller Furcht hatte er sich an den Soldaten seines Trupps vorbeigedrängt als er das Sirren des Armbrustbolzens vernommen hatte. War sie dort? Ging es ihr gut? Unterschiedliche Emotionen jagten durch seinen Geist, er verdrängte sie, betrat schließlich den Raum. Dann sah er sie.

    "Khâruun..."
    Sie hauchte das Wort lediglich, war sich jedoch sicher dass er sie verstanden hatte. Schwankend richtete sie sich auf, taumelte auf ihn zu und fiel ihm schließlich um den Hals.

    Zuerst überraschte ihn ihr Verhalten, sie war niemals derart anhänglich gewesen. Dann begriff er was sie hatte durchmachen müssen, verstand ihre reaktion. Fest presste er ihren schlanken Körper an seine gepanzerte Brust, spendete ihr die Wärme die sie so lange vermissen musste. Verstohlen betrachtete er sie, ihren Körper. Sie war in einem bemitleidenswerten Zustand, aber immer noch eine schöne Frau... er hatte niemals ganz verstanden weshalb sie den Hammer des Paladins niedergelegt und sich für den Weg des Schamanismus entschieden hatte. Aber er hatte offenbar immer noch Gefühle für sie... Ärgerlich verdrängte der Paladin den Gedanken. Dies war nicht der Zeitpunkt für soetwas. Und so hielt er sie lediglich in seinen mächtigen Armen, spendete ihr Trost. Mehr konnte er im Moment nicht für sie tun...

    #ooc: Kommentare sind gerne gesehen :)



    Re: Khâraa

    Maliz - 22.05.2007, 22:00


    Hey Khâraa,

    großartig geschrieben, wirklich! Was bin ich froh, dass Du den Blutelfen hast sterben lassen - hatte schon im Realmforum mitgefiebert!

    Ich finde die Geschichte sehr gelungen, der Spannungsbogen motiviert zum Weiterlesen und stilistisch ist es meiner Meinung nach auch astrein! Die Dialoge und Gedanken sind stimmig und lebendig - schlechte Kritik hab' ich keine!

    Liebe Grüße!



    Re: Khâraa

    Khâraa - 22.05.2007, 23:03


    Danke sehr :)
    Ich hoffe das ganze verdeutlicht weshalb Khâraa eine gewisse... nennen wir es "Abneigung" gegen Blutelfen hat *g*
    Ist aber noch nicht zuende.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 23.05.2007, 20:47


    Schließlich lies sie ihn los, wich einige Schritte zurück. Ein entschuldigendes Lächeln lag auf ihren Zügen, er nickte nur knapp. Er sah die unausgesprochene Frage in ihren Augen.

    "Wir haben die verfluchten Spitzohren zurückgedrängt, aber sie wehren sich noch immer. Ihre Truppen verschanzen sich im Ostflügel der Gebäudes."

    Sie nickte. Es war noch nicht vorbei. Auffordernd streckte sie ihre Hand aus.

    "Gebt mir eine Waffe."

    Instinktiv wollte er ihr wiedersprechen. Sie war gerade erst aus der Gefangenschaft befreit worden, jetzt zu kämpfen wäre vielleicht ihr Tod. Dann sah er den flammenden Hass in ihren Augen und resignierte. Seufzend nickte er einem seiner Untergebenen zu, der Khâraa daraufhin einen langen, metallenen Stab reichte. Es war noch nicht vorbei...

    Eine tiefe Anspannung hatte von ihr Besitz ergriffen wärend sie den Soldaten der Hand nachhastete. Immer noch war sie in Gefahr. Nun, zumindest würde sie frei und mit einer Waffe in der Hand sterben, dachte sie spöttisch. Dann explodierte die Welt und sie war mit anderen Dingen beschäftigt.
    WUMM!
    Interessant dass beinahe alle ihre Begegnungen mit Blutelfen darauf hinausliefen von einem größenwahnsinnigen Magier mit Feuerbällen beworfen zu werden. Da war sie wieder, die alte Frage - WO war dieser verdammte Bastard? Diesmal fiel es ihr leichter ihren Körper hinter sich zu lassen, ihren Geist hinauszusenden. Dort. Eine magische Präsenz, unzweifelhaft der Blutelf. Hastig kehrte sie zurück, erklärte Khâruun mit lautlosen Gesten was sie erfahren hatte. Der Paladin nickte, antwortete ihr ebenso lautlos. Er und zwei Schützen würden sich um den Magier kümmern. Sie und der Rest waren das Ablenkungsmanöver.
    WUMM!
    Zu nah! Erschrocken bemerkte sie das zweite Geschoss dass dem ersten folgte direkt auf den Trupp zuhielt. Sie musste etwas unternehmen. Wieder lenkte sie ihren Geist, griff nach der Essenz des Feuerballs. Und das Wunder geschah, der Feuerball änderte die Richtung, zerplatzte Harmlos an der Wand. Flüchtig meinte sie eine lodernde Gestalt warzunehmen, blendend Helle Augen die in Ihre Seele starrten.

    "Fasse Mut Schamanin. Wir sind bei dir. Deine Bitten wurden erhöhrt. Wir helfen."

    Im selben Moment ging der Blutelfische Magier in Flammen auf.



    Re: Khâraa

    Khâraa - 24.05.2007, 22:54


    Du dachtest die Entscheidung zwischen dem Licht und den Elementen, dem Waffenrock des Paladins oder dem Kilt des Schamanen wäre die schwerste Entscheidung gewesen. Du hast dich geirrt Schülerin. Dies war lediglich der Anfang. Du hast gelernt mit den Elementen zu kommunizieren. Nun musst du die wahre Entscheidung treffen. Zwei Wege. Sei eins mit den Elementen, fühle ihre Kraft in dir, nutze sie zum Wohle aller. Weg eins.
    Wähle dein Element. Verzichte auf einen Teil der Gunst der anderen Elemente, empfange die Kraft dieses einen Elements. Weg zwei.
    Wähle Schülerin.

    Brutal rammte sie dem Blutelf ihren Stab in die Magengrube, setzte sofort nach, zertrümmerte ihm den Schädel. Einem weiteren streckte sie die linke Hand entgegen, Flammen brachen aus ihren Fingern, sprangen in sein Gesicht. Schreiend ging er zu Boden, sie beendete sein Leiden. Tief in sich fühlte sie den brodelnden Hass, ähnlich einer zerstörerischen Flamme. Es war an der Zeit diese Flamme unter jene zu bringen die sie verdienten!

    Der zweite Weg ist der schwerste, Schülerin. Diese Wahl wirst du nicht alleine treffen. Die Elemente werden entscheiden. Doch sei gewarnt, die Eigenschaften des dir eigenen Elementes werden dein Handeln bestimmen.

    Die Wahl war getroffen worden. Flammen umzüngelten das Holz ihrer Waffe, verbrannten sie jedoch nicht. Zu tief hatte sich der Hass in ihre Seele gebrannt, war zu einem Feuer geworden das heller Brannte als die magischen Geschosse der Elfen. Sie hatten sie gefoltert, geschlagen, ihr unvorstellbare schmerzen zugefügt. Aber sie hatten sie nicht gebrochen. Sie war hier. Sie würde es ihnen zeigen, sie vernichten! Und so stürzte sie wieder in die Schlacht, angetrieben von Wut und Hass.

    Besorgt musterte der Paladin Khâraa. So wütend hatte er sie noch nie erlebt... die Spitzohren mussten ihr schreckliches angetan haben. Er wusste er würde sie nicht zurückhalten können. Blieb nur eines.

    "Für Velen!"

    Mit diesem Schrei auf den Lippen packte er den Kriegshammer fester, schlug um sich, zertrümmerte Schädel, Brustkörbe, zerschmetterte Knochen, Körper, Gesichter. Eine Spur der Verwüstung hinterlassend näherte er sich Khâraa. Sie brauchte ihn nun.



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