Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

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    Re: Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

    Jörg - 03.05.2007, 13:46

    Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns
    Habe mich also breitschlagen lassen, mit einem Team der Universität, ‚Team unIQue’, beim Henningerturmrennen bei den Jedermännern mitzumachen, Streckenlänge läppige flache 74 Kilometer durch den Vordertaunus. Wie immer vor so Events schlafe ich grauenhaft und nur 5 Stunden…
    Startnummer war schon mal nett, nämlich zweimal hintereinander die Zahl ‚54’, also mein Geburtsjahr. Startaufstellung zunächst wie das Schlachvieh in 6 Gitterboxen, jeweils mit 150 Rennfahrern/Innen vollgestopft, fast 1000 Rennfahrer/Innen werden auf den Kurs geschickt. Da ich keine Vorleistung vorzuweisen hatte wurde ich in die zweite Box gesteckt, angenommener Schnitt 32 Stundenkilometer. Startaufstellung 1 Stunde (!!) vor dem scharfen Start. Dann rollten Box nach Box an die Startlinie, schnell vorher noch mal notpinkeln, von wegen Gewichtsbelastung…
    Der Transponder löste die Zeitnahme erst bei Überfahrt über die Startlinie aus, sodass ich nach dem Start nicht nur fast 200 Fahrer vor mir hatte, sondern auch gleich mal ungefähr 30 Sekunden nach den ersten über die Startlinie rollte (das ist später noch wichtig…). Höllentempo nach Westen bei Rückenwind, der Tacho schwankt ständig zwischen 45 und 50 Stundenkilometern. Ich schaffe mich trotzdem nach vorne, was ich nach 15 Kilometern kurz vor Eppstein auch geschafft habe. Zwischendurch immer wieder Schreie ‚Sturz’ und auf den Asphalt aufklatschende Körper und Räder, ich komme heil durch und schaffe es ganz nach vorne, immer nach der Devise ‚an der Spitze ist immer Platz’.
    Trotz Schlafdefizit, heute habe ich Ulle-beine, bin nur nicht gedopt….
    Nach 30 Kilometern gelingt es uns in der Spitzengruppe einen kleinen Abstand zum Hauptfeld herauszufahren, wir, dass sind etwa anderthalb Dutzend Fahrer, nur Fahrer aus dem ersten Block, Profi-Jedermänner, die sich ständig irgend welche geheimen Zeichen machen und halt meine Wenigkeit. Nach wie vor Höllentempo, aber ich habe keine Probleme mitzuhalten. Zwischendurch mal Chaos, da die Strecke nicht freigesperrt ist und plötzlich Autos auf der Strasse, die Führungsmotorräder sind einfach zu langsam.
    Bei der Einfahrt nach Frankfurt versuche ich an einer kleinen Kuppe zu attackieren, da ich vorher gemerkt habe, dass die Flachlandtiroler am Berg nix drauf haben. Ich komme auch 20 Meter weg, beseelt von der Hoffnung, dass sich mit mir ein paar Fahrer nochmals absetzen wollen, will aber keiner, Körner umsonst verschossen... Bekomme auch gleich einen Anschiss aus der Gruppe, dass ich es gewagt habe, die eingeschworenen Gemeinschaft der Top-Jedermänner zu provozieren, auch hier ist Vieles abgesprochen unter den ehemaligen (oder noch immer…) A-und B-Fahrern.
    Hinauf geht es am Hainerweg, grosse Kulisse, aber vor lauter Konzentration, dass kein Sturz passiert, bekomme ich kaum was mit. Wir rasen am Main entlang zurück zum Main-Taunus-Zentrum, mir wird langsam klar, dass ich heute ein ganz grosses Ding landen kann. Bevor ich es aber kapiere sind wir schon im Labyrinth des MTZ und an Überholen ist nicht mehr zu denken. Ich rolle so 2-3 Sekunden hinter dem ersten als 12ter über die Ziellinie, Durchschnittsgeschwindigkeit unglaubliche 41 Stundenkilometer, Ankunft etwa eine Minute vor der ersten Verfolgergruppe.
    Die Leute vom Team unIQue stürzen auf mich zu und gratulieren, denn mit der Bonuszeit auf Grund der Startaufstellung sollte ich auf dem Treppchen, vielleicht sogar ganz oben stehen. Meine Freude ist aber ob der Überraschung noch zunächst verhalten – zu Recht, wie sich bald herausstellt.
    Zur Siegerehrung werde ich nicht aufgerufen, und als ich meine Urkunde abhole, bekomme ich den 71. Platz bescheinigt, mehr als 2 Minuten hinter dem Sieger. Ich bin ein wenig enttäuscht ob dieser Fehlplatzierung, aber ändern kann man bei so einer Mammutveranstaltung an dem Ergebnis und nach der Siegerehrung wohl nichts mehr. Ich schicke zwar noch ein höfliches E-mail an die Veranstalter und Zeitmesser, zumal ja auch Bilder von der Zielankunft existieren und nachzuvollziehen sein sollte, dass ‚5454’ ganz vorne dabei war, aber bis jetzt noch keine Antwort.
    Egal, ich weiss, wo ich stehe und jede Menge Spass hat es trotzdem gemacht!

    Falkls ich noch 'Beweisbilder' bekomme, reiche ich sie nach....

    Jörg Stehle :lol:



    Re: Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

    Stefan - 03.05.2007, 14:56

    Respekt
    Hallo Jörg,

    das mit der Zeitnahme bei Jedermann Veranstaltungen kenne ich - das ist leider des öfteren ein Problem und Ungerechtigkeiten sind vorprogrammiert. Trotzdem super Leistung und chapeau!
    Stefan



    Re: Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

    Cosmas - 03.05.2007, 16:49

    Das kommt mir doch bekannt vor...
    Tja Jörg, erstmal Gratulation!

    Diese Nettozeitrechnungen sind wirklich eine Katastrophe, wenn man wettkampforientiert fahren will und nicht nach dem Motto "dabeisein ist alles". Mir ist es ja letztes Jahr in Gerolstein genauso gegangen, bin das komplette Rennen in einer "Zweiergruppe" vor dem Feld hergefahren, mit 3 Minuten Abstand als 2. ins Ziel, und dann nur als 9. gewertet.

    Diese Veranstaltungen werden halt in erster Linie für die gemacht, die sich ob eines 30er Schnittes im Pulk über den 300. oder 301. Platz freuen; wenn man aber das Rennen von vorne fährt, ist das Endergebnis purer Zufall. Jetzt bin ich trotzdem wieder in Gerolstein gemeldet... Nach Deinem Bericht vom Henninger bedaure ich es fast wieder...

    Mein Mitgefühl,

    Cosmas



    Re: Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

    Martin Böckelmann - 05.05.2007, 15:26


    ... da hatte ich ähnliche erfahrungen im henniger rennen über die lange und bergige strecke:
    zunächst musste ich mich aus der zweiten startgruppe nach vorne arbeiten; in weniger als acht minuten war ich dann auch im spitzenfeld.
    am ende des ersten anstieges fiel mir zum ersten mal die kette ab und ich auf entsprechend zurück. insgesamt ist mir die kette viermal auf dem tretlager gelandet und ich mußte immer an berg neu starten, ins feld einsteigen und in die pedale kommen. man kann sich denken wieviel zeit da jeweils verloren wurde!
    also mußte ich mich wieder nach vorne kämpfen und letztendelich haben wir mit einem guten kreisel das schlußtempo so hochgesetzt, daß die ganzen lutscher sogar rausgeflogen sind. 39er schnitt für bergige und 102 km - die profis hatten mit 90 km mehr etwa 40,4 km/h.
    in der urkunde stand die ernüchterung: drei minuten rückstand auf den sieger. das kann wirklich nicht sein, da ich laut aufnahmezeit des zielfotos max. zwei minuten hinter dem sieger war. und außerdem aus der zweiten gruppe startete.
    soviel zur exakten zeitmessung.

    aber passiert ist mir unfalltechnisch nichts obwohl in solchem rennen wirklich akrobatik gefordert wird ...



    Re: Henninger Turm – Erlebnisse eines kleinen Jedermanns

    Reni - 09.05.2007, 18:12


    Hallo!

    Das Schöne an diesen Massenrennen für Jedermann ist, dass es nachher spannende Berichte gibt, wo jeder mitfühlen kann, wer einmal die Übersicht in der Zeitnahme völlig verloren hatte. Es könnte aber doch theoretisch sein, dass die Sieger-Plätze vor Jörg auch mit Leuten aus dem 2. Block, eben kurz nach ihm gestarteten Rennradlern bestückt sind. Vielleicht spezialisieren die sich auf die Eigenheiten in der Zeitnahme, mit der Idee hab ich auch schon mal gespielt, aber denken und radfahren ist mir zuviel auf einmal.
    Die Übersicht bei Jedermannrennen geht verloren, und wenn ich Mädels sehe, die sich den Kühtai von ihrem Kerl hochschieben lassen und vor mir landen, weiss ich genau, was ich denen an den Hals wünsche.... Ein bißchen Neid ist wohl dabei, ich muss mir meine Windschatten selber suchen, die haben ihren immer dabei.

    Ansonsten: Wie wärs mit dem T-Shirt: "I survived Henninger Turm Jedermannrennen"?

    Velophile Grüße
    Reni



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