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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Conny Forum: Einfach-mal.de.vu Forenbeschreibung: Willkommen im "Einfach-mal" - Forum! aus dem Unterforum: Reiseberichte Antworten: 1 Forum gestartet am: Mittwoch 13.12.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Ecuador, 29/03/07 - 14/04/07 Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 10 Monaten, 27 Tagen, 21 Stunden, 25 Minuten
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Re: Ecuador, 29/03/07 - 14/04/07
Conny - 01.05.2007, 23:53Ecuador, 29/03/07 - 14/04/07
Ecuador, 29/03/07 - 14/04/07
Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verging. Schon sind wir im noerdlichsten Land unserer Suedamerika-Tour angelangt, das nochmal voellig andere Eindruecke hinterlassen sollte. Erste Station war Guayaquil, die groesste Stadt des Landes. Es herrschte eine unglaubliche Hitze, die einem bei jeder Bewegung Schweiss aus allen Poren triefen liess. Ausserdem bemerkten wir bei unserem ersten Stadtrundgang tatsaechlich eine gewisse Reisemuedigkeit. WIr hatten einfach keine Lust mehr uns schon wieder was Neues anzuguken, rauszufinden, was man gesehen und gemacht haben muss und den ganzen Tag mit Besichtigungstouren zu verbringen. Und da wir ja quasi im Urlaub sind und man da ja machen soll, wozu man Lust hat, nutzten wir den Luxus unseres Hotelzimmers mit Fernseher (was uebrigens spottbillig war) voll aus. WIr guckten im Bett liegend amerikanische Serien im Marathon (Gilmore Girls, OC California, Friends) und stopften uns mit Fast Food und Schoki voll. Zwischendurch rafften wir uns dennoch auf, um weinigstens die ziemlich moderne Strandpromenade und das wohl schoenste Stadtviertel Guayaquils auf dem Cerro Santa Ana gesehen zu haben. Letzteres bescherte uns das unglaubliche Vergnuegen bei gefuehlten 63,7 Grad 444 Treppenstufen durch kleine bunte suesse Gassen hochzujapsen, um danach oben bei einem sehr netten Ausblick ueber Stadt, Berge und Wasser jede noch so winzige Windboee herbeizusehnen. AUsserdem besichtigten wir noch den Friedhof (Die sind hier uebrigens ueberall ganz anders gestaltet als bei uns. Viele Graeber haben ganze Haeuser ueber sich gebaut, dei durch Inschriften, Fotos und oft vielen bunten Blumen die Erinnerung an die Verstorbenen aufrecht erhalten sollen. In manchen kann man durch die Scheiben die Saerge oder nach unten in die Erde fuehrende Treppen sehen, was schon ziemlich unheimlich, aber gleichzeitig beeindruckend sein kann.) und trafen an der Uni Studenten, mit denen wir uns im Rahmen unserer sprachlichen Moeglichkeiten ueber Politik und Gesellschaft austauschten.
Ziemlich schnell aber hatten wir genug von der Stadt und begaben uns erneut in den Bus Richtung Baños, einer kleinen malerischen Stadt auf 1800m, in der wir uns schon mal langsam an die Hoehe gewoehnen konnten. Baños liegt direkt neben einem aktiven Vulkan, was man nicht nur an den vielen Tourangeboten fuer Touristen an jedem zweiten Haus merkt, sondern auch an der Rauchsaeule, die bei guten Wetterverhaeltnissen zu sehen ist, oder an der Bruecke, die sich mitbewegt, damit sie bei den durch den Vulkan verursachten Erdbewegungen nicht einbricht. Vor einigen Jahren wurden alle Bewohner wegen Ausbruchgefahr evakuiert und kange von zu Hause ferngehalten. Seitdem finden regelmaessige Notfalluebungen statt und die Menschen sind fuer den Ernstfall vorbereitet. Aber die hier wohnenden Leute lieben ihre Stadt, und das voellig zu Recht. Denn es ist ein sehr ruhiger, sicherer, gemuetlicher und wunderschoen in gruene Berge eingebetteter Ort mit vielen jungen Menschen und viel Lebensqualtitaet. Die Zeit kann man sich mit den verschiedensten Unternehmungsangeboten vertreiben, z. B. in den beruehmten, ziemlich naturbelassenen Thermen, denen die Stadt wohl ihren Namen zu verdanken hat. Einen Abend fuhren wir mit einer der vielen Touristen-Chivas (bunte ortstypische Tour-Busse, bei denen es besonders viel Spass macht auf dem Dach mitzufahren) hoch in die Berge, um den Vulkan bei Nacht aus der Naehe zu betrachten. Schon auf der Fahrt wurden wir spontan in eine Geburtstagsparty integriert und tranken uns mit landesueblichem, leckerem, handgemachtem Schnaps warm. Oben angelangt gab es warme, teeaehnliche Getraenke mit grossem hochprozentigem Schuss fuer die Erwachsenen. Lustig angetrunken genossen wir den Blick ueber die Lichter der Stadt und auf den aus dem Vulkan aufsteigenden Rauch und die Waerme unseres ersten Lagerfeuers des Jahres. Dazu gab es noch eine Feuershow von zwei Jugendlichen aus dem Ort. Die Party ging nach der Tour in den Bars des Zentrums weiter, wo wir unter anderem irgendwas ekliges brennendes namens Vulkan tranken, was fast zum Ausbruch unseres gesamten Mageninhaltes fuehrte und uns den Rest gab, den wir eigentlich schon nicht mehr gebraucht haetten. Ein sehr spassiger Abend, der allerdings dazu fuehrte, dass unsere fuer den naechsten Tag geplante Fahrradtour kurzfristig verschoben wurde. Diese fuehrte uns zum Glueck fast nur bergab durch die gruenen Berge zu mehreren nahe gelegenen Wasserfaellen und sorgte fuer willkommene, beeindruckende und mal wieder koerperlich fordernde Abwechslung.
Nach drei schoenen Tagen in der Idylle wagen wir uns wieder in die Grossstadt Quito, wo wir gluecklicherweise wieder ein Stueck Paradies (in Form einer gemuetlichen Dachterrasse unseres Hostels oberhalb des Zentrums) fanden. Dort verbrachten wir das Osterwochenende, wobei wir von dem Fest nichts mitkriegten, ausser dass die Strassen am Freitag wie leergefegt waren. Der Hoehepunkt unseres Hauptstadtaufenthaltes war definitiv der Ausflug zum Aequator, zum "Mitad del mundo". Wir sparten uns den Eintritt zum bekanntesten Denkmal des Ortes, da sich die Erbauer sowieso um gut 200m geirrt hatten, und besuchten zwei kleine Museen. In dem einen klaerte man uns ueber erstaunliche Zusammenhaenge des Sonnenverlaufs und der Architektur der Region auf und wir erfuhren viel ueber die Rolle der Wege der Sonne in Religion, Alltag und Symbolismus antiker Voelker Ecuadors. Das zweite bot neben vielen Informationen ueber das Leben und die Gewohnheiten der verschiedenen Eingeborenenstaemme (inklusive Originalhaeusern, -werkzeugen, -waffen, Tieren,....), die teilweise heute noch in den Waeldern Ecuadors zu finden sind, einige witzige und anschauliche Experimente, welche nur direkt auf dem Aequator funktionieren (Jetzt wissen wir z.B., dass sich der Strudel von Wasser, das durch einen Abfluss fliesst, auf der Suedhalbkugel in eine andere Richtung dreht als auf der Nordhaelfte, und nur direkt in der Mitte stur nach unten faellt.......erinnert sich jemand an die Simpsons-Folge?? ). Nach vier Tagen schlechten Wetters in Quito traten die ersten Erkaeltungserscheinungen auf und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Sueden. Die naechsten Tage verbrachten wir hauptsaechlich im Bus. Wir fuhren nach Latacunga, wo wir uns direkt in ein kleines mit Einheimischen in traditioneller Kleidung und allem moeglichen denkbaren Gepaeck vollgestopftes Gefaehrt quetschten und gut zwei Stunden durch kleine Doerfer bis zur Lagune Quilotoa fuhren. Kurz bewunderten wir den Blick auf das tuerkisene Wasser, das sich in einem riesigen Vulkankrater gesammelt hat und einige tausend Meter tief sein soll. Aufgrund des einsetzenden Regens und mangelnder Lust eine Nacht im an der Lagune gelegenen gleichnamigen Dorf mitten im Nichts zu verbringen schnallten wir die Rucksaecke wieder auf, fuhren zurueck nach Latacunga und stiegen direkt in den naechsten Bus nach Ambato, eine ziemlich uninteressante, haessliche Grossstadt, was wir schon bemerkt hatten, als wir auf dem Weg nach Baños durch sie durchfuhren. Also suchten wir uns nur schnell ne billige Unterkunft fuer die Nacht und direkt am naechsten Morgen ging es weiter nach Guaranda. Unsere einzigen Aktivitaeten dort bestanden darin etwas von dem Kaese zu kaufen, fuer den der Ort bekannt ist (welcher uebrigens erneut eine relative Enttaeuschung war. Haben sie hier einfach mal nicht drauf. Genauso wie Pizza und den Grossteil der Schokolade.), und ein Taxi zum Terminal zu finden, von wo aus wir gleich weiter nach Riobamba aufbrachen. Der SInn dieser ganzen Gurkerei bestand weniger darin, die einzelnen Orte kennenzulernen, sondern durch die ganze Fahrerei in moeglichst kurzer Zeit moeglichst viel von Ecuador zu sehen und zumindest von der Andenregion einen mehr oder weniger umfangreichen Eindruck zu bekommen. Natuerlich reichte das alles nicht aus, um das Land wirklich kennenzulernen, da wir weder die angeblich wunderschoenen Regionen an der Kueste, noch das mit SIcherheit beeindruckende und interessante Regenwaldgebiet besucht haben. Aber schon der Blick aus dem Busfenster auf all die gruenen, fruchtbar aussehenden und in kleine, an Patchwork erinnernde Felder aufgeteilten Berge, sowie die Unterhaltungen mit allen moeglichen Menschen ueber ihr Land hinterliessen das Gefuehl, dass Ecuador auf jeden Fall irgendwann nochmal eine Reise wert ist, um noch mehr zu erfahren und kennenzulernen.
Nach Riobamba verschlug es uns hauptsaechlich, weil wir dort einen bestimmten, wohl ziemlich aufregenden Zug nach Sibambe nehmen wollten, bei dem man ohen Probleme auf dem Dach mitfahren kann. Natuerlich kamen wir aber mal wieder zu spaet und kriegten keine Tickets mehr, was aber im Endeffekt ganz gut war, da wir uns sowieso auf den gutgemeinten Rat eines ortsansaessigen Arztes hin per Bus wieder auf den Weg zurueck nach Quito machten, um Conny´s Ohrenentzuendung nach drei Tagen nervtoetender Taubheit von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Alles halb so schlimm, war dort die vorherrschende Meinung, und so konnten wir mit einem bunten Medikamentencocktail versorgt in der Hoffnung auf Besserung sofort weiterreisen. Mit der fest ins Auge gefassten Absicht irgendwann mal wieder zurueckzukehren, um mehr als nur ein paar nahe an der Panamericana gelegenen Ansiedlungen und naturbelassenen Phaenomene zu sehen, verabschiedeten wir uns schweren Herzens von Ecuador und kamen nach weiteren zwei Naechten und 1,5 Tagen im Bus im peruanischen Huanchaco an, wo wir uns vor drei Wochen schon mal die Sonne auf den Bauch haben scheinen lassen.
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