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Re: 2012 Just4Peace
Dayu - 30.04.2007, 10:422012 Just4Peace
So hab ne weile Überlegt ob ich mein Roman den ich schreibe heir nich posten soll (bis auf die lost chapters ^^) naja ich werd euch mal die einleitung samt characteren posten ^^ könnt mri ja dann sagen ob ihr mehr lesen wollt oder nicht. betitelt ist die Geshcichte mti
2012
Just4Peace
Wir schreiben das Jahr 2012 vor zwei Jahren endeten die Kriege der Anarchie. In diesen zwei vergangen Jahren behauptete sich das Chaos in vielen Bereichen der Erde. Denn die Anarchie hatte, entgegen aller Erwartungen den Sieg davongetragen.
Die Religionen verloren stark an Einfluss und verschanzten sich nun mit eine starken militärischen Streitkraft in sogenannten Hochburgen. Das Christentum befestigte nach einem Sieg gegen die Anarchie im Vatikan diesen schwer und hob Unmengen an schweizer Gardisten aus dem verschwindenden Staat Schweiz aus. Die Moslems errichteten ihre Trutzburg in der Stadt Istanbul die nun wieder den Namen Byzanz trägt. Die buddhistischen Mönche versagten in vielen Klöstern. Einzig die Shaolin, welche sich zum Ausbruch des Krieges in der verbotenen Stadt befanden konnten sich behaupten. Die verbotene Stadt ist nun kein Palast mehr sondern eine Festung wie sie Asien noch nie gesehen hat. Die Mönche des Shaolinklosters haben mittlerweile nicht nur die traditionellen Waffen gemeistert sondern auch die Feuerwaffen des 21 Jahrhunderts. Japan befindet sich nun wie das legendäre Atlantis unter den fluten des Ozeans, doch einige Priester des Shintoistischen Glaubens überlebten und errichteten aus den Resten der japanischen Flotte eine schwimmende Festung. Neu Mexiko ist nun die Hochburg der Azteken die ihren alten Glauben neu aufleben lassen. Alexandria wurde neu geboren und beherbergt den Polytheismus des alten Ägyptens bewacht von unzähligen Kriegern. Grönland ist die Eisfestung der Inuid und deren Glaube geworden. Die vereinigten Staaten von Amerika spiegeln sich in der Struktur des neuen Glaubens der Techpriester wieder. Ihr Sitz ist das ehemalige Pentagon. Selbst die Satanisten haben eine Trutzburg errichtet. auf den Trümmern der Festungsmauern von Vlad Tepesch van Dracul regieren ihre Matriarchen mit Grauen und Schrecken.
Rassen erhoben sich die von allen als Legenden, Mythen und Sagen abgestempelt wurden. Unter ihnen die Kainieten, Lykaner und Dämonen. Auch einige der uralten Riesen erhoben sich, wodurch Hügel verschwanden. In den Gebirgsregionen der Welt tauchte ein kleines Volk welches als Zwerge bekannt ist auf.
In einer Zeit wie dieser ist es schier unmöglich in Frieden zu Leben. Doch einige kämpfen dafür dies tun zu können. Einige die den Frieden aus ihrer Kindheit kennen und nicht bereit sind ihm tatenlos nachzutrauern.
Characters:
Code: Abraxas
Rasse: Kainiet
Religion: Ohne Bekenntnis
Geschlecht: Männlich
Körperl. Alter: 20
Waffen: 2 Pistolen (Jackal), Katana aus der Schmiede von Meister Cheng (Harusame)
Musik: Death Metal, Black Metal, Heavy Metal
Besonderheiten: Er lebte als einer von wenigen Vampiren unter Menschen, ohne aufzufallen. Auch nach den Zeiten der Inquisition, in der sich viele von seinen Artgenossen einfach in ihre Grüfte zurückzogen. Abraxas ist ein eher ruhiger Typ der dennoch mit seinen Freunden, die spärlich bemessen sind, ziemlich etwas unternimmt und in den Augen der Religionen zu viel Lärm macht. Normalerweise ist es nicht leicht in zu reizen, bei Vollmond genügt jedoch ein falsches Wort um ihn Sauer zu machen.
Kräfte: Er nutzt seine natürliche Verbundenheit mit dem Schatten, um sich in ein Wesen zu verwandeln das anderen unter dem Wort Wolfsdämon bekannt ist.
Code: Heretic
Rasse: Lykaner
Religion: Buddhist
Geschlecht: Männlich
Körperl. Alter: 20
Waffen: 2 Sawed Off Shotguns (PGS-10), Pistole (Kaliber45), Machete (U.S.A Military)
Musik: Death Metal, Heavy Metal, Black Metal
Besonderheiten: Heretic lebte so wie alle anderen Werwölfe unter den Menschen als ob sie nie gejagt worden wären. Wie alle anderen seine Spezies vermag es auch er seien Verwandlung genau zu kontrollieren. Heretic ist ein genialer Hacker und trägt immer einen Laptop mit kabbellosem Internet bei sich.
Kräfte: Im Gegensatz zu seine Artgenossen setzt er nicht nur auf brutale Kraft sondern auch auf eine wahnwitzige Geschwindigkeit im Kampf.
Code: Cash
Rasse: Lykaner
Religion: Katholisch
Geschlecht: Männlich
Körperl. Alter: 18
Waffen: Pistole (Kaliber45), 2 Shotguns (Remington 11-87 Rifle Sight, Jackhammer), 2 Krummsäbel (neuartige Silber-Legierung)
Musik: Reggae, Hip-Hop, Rock
Besonderheiten: Wurde zu einem Kampfpiloten ausgebildet, aber nachdem er gebissen wurde, zog er sich ganz aus der Gesellschaft zurück und verschwand im Vergessen. Wie alle anderen seine Spezies vermag es auch er seien Verwandlung genau zu kontrollieren. Cash trägt ständig einen Rosenkranz aus Silber bei sich. Seinen Freunden erzählte er nur, dass er ihn als Erinnerung an eine Tragödie behielt.
Kräfte: Aufgrund der Tatsache das der Werwolf, der ihn gebissen hatte, von einer Schlange vergiftet worden war, ist seine Verwandlung nicht immer gleich. Es geschieht manchmal das er sich in ein reptilienähnliches Wesen verwandelt dessen Knochenstruktur der eines Raptors nahe kommt.
Code: Rock
Rasse: Kainiet
Religion: Ohne Bekenntnis
Geschlecht: Männlich
Körperl. Alter: 19
Waffen: Pistole (Dessert Eagle), Sturmgewehr (M4A1+Granatwerfer), Kampfhandschuhe (Mit Titaniumplatten)
Musik: Heavy Metal, Rock
Besonderheiten: Er lebte als einer von wenigen Vampiren unter Menschen, ohne aufzufallen. Auch nach den Zeiten der Inquisition, in der sich viele von seinen Artgenossen einfach in ihre Grüfte zurückzogen. Rock ist quasi Feuer und Flamme der Gruppe. Er sorgt dafür, dass die anderen auf Trab bleiben und nicht zu lange an einem Ort. Er ist der typische Partylöwe und schleppt auch seine Freunde des öfteren in eine Feier mit rein. Wenn er angetrunken ist, ist er meistens der Grund warum die Gruppe Ärger bekommt. Er ist ein Hitzkopf und sehr reizbar was seine Freunde betrifft.
Kräfte: Rock besitzt eine, selbst für Vampire, bemerkenswerte Regenerationsrate. Auch schwere Wunden verschwinden innerhalb von Tagen statt Wochen und Monaten.
Code: Sica
Rasse: Dämonin
Religion: Ohne Bekenntnis
Geschlecht: Weiblich
Körperl. Alter: 21
Waffen: 2 Revolver (Casull454), Long Range Sniper Rifle (M105 Kaliber .50), Dolch
Musik: Hard Rock, Heavy Metal
Besonderheiten: Sica ist eine noch relativ junge Dämonin und sehr leicht reizbar. Sie bringt das Kunststück fertig mit ihrem doch übermenschlich schönen Aussehen als normaler Mensch durchzugehen. Allerdings ist ihre Macht noch zu gering um andere Wesen als Menschen und Tiere zu manipulieren dies zu denken. In den meisten Fällen, nachdem sie mit ihrer Sniper getroffen hat, verliert sie die Worte: „Sed ege des“ was so viel bedeutet wie: „Du sollst Leiden!“
Kräfte: Sie kann zu jeder beliebigen Zeit in ihre dämonische Form wechseln. Allerdings fällt ihr dies zu bestimmten Mondtagen leichter.
Glossar:
Kainiet: andere bezeichnugn für Vampir
Lykaner: Fachbezeichnung für den Werwolf
Re: 2012 Just4Peace
Anonymous - 01.05.2007, 10:30
Na ich find die Geschichte schon spannend .. Was mir aber aufgefallen ist Abraxas und RTock isses am Anfang gleich :wink:
Aber wie gesagt ich finds gut :mrgreen:
Re: 2012 Just4Peace
Dayu - 01.05.2007, 13:31
joa is gleich erfährt man aber später in der geschichte selber warum ^^ naja ich hab mich gestern dann noch dazu gesetzt und wie meinen kumples versporchen kapitel 1.4 In the Middle of darknes Fertig gestellt aber egal hier erhaltet ihr fürs erste mal das kapitel 1.1
großkapitel 1 trägt den namen
Transilvania
1.1 To Abaddon
And guys... remember. Don’t fear the dark, fear what’s in it!
-Abraxas in the Death Night
Armed and insane
Wir befinden uns in der Bar Abaddon...
Der Raum in dem die Bar sich befand war nicht gerade groß, vielleicht knappe 50 Quadratmeter. Der kahlköpfige und breitschultrige Barkeeper lehnte sich an die Theke während er mit einem schmutzigen Lappen lustlos ein staubiges Glas putzte. Am Gesicht dieses Mannes konnte man erkennen, dass er sich über die ausnahmsweise mal gut besuchte Bar freute. Ein Gast in diesem Raum schien ihn jedoch zu stören, denn er hatte ihn mit seinem Blick fixiert. Dieser Gast trug einen makellosen weißen Mantel mit goldenen Rändern und hatte ein mit Juwelen besetztes Goldkreuz an einer Kett um seine Hand baumeln.
„Pha... schau dir den mal an Devi, das ist eines dieser Schweine von der Inquisition. Aber Mumm hat er, hier einfach so aufzukreuzen.“
Einer der beiden Männer an der Tür hatte sich an die schlanke Kellnerin gewandt und winkte mit einem Dolch auf den Mann.
„Da hast du Recht Barbossa... wenn die Patriarchen ihn bemerken ist er nicht mehr als totes Fleisch. Warum hast du ihn überhaupt Reingelassen?“
Mit einem herausfordernden frechen Blick sah diese in die Augen des Inquisitors. Nach einigen Augenblicken unterbrach sie der zweite bullige Typ an der Tür. Indem er sie ansprach zog er ihre Aufmerksamkeit auf sich.
„Ganz einfach Süße, der Typ hat nicht gerade wenig Kohle fürs reinkommen hingeblättert.“
Ein tiefes Seufzen drang daraufhin aus dem Mund von Devi bevor sie wieder das Wort ergriff.
„War ja klar das Geld im Spiel ist. Ihr zwei Vollidioten lasst jeden rein solange er gut genug zahlt.“
Die junge Frau drehte sich um und verschwand mit einer aufreizenden Gangart Richtung Theke wo sie sich gleich einen Drink in den Rachen kippte. Eine der beiden hinteren Ecken wurde von dem schwachen Leuchten eines Laptop-Monitors erhellt. Der Mann der dort saß schien zwanzig Jahre alt zu sein. Seine Kleidung war in diesem Teil der Erde nicht auffällig. Über einem schwarzen Oberteil trug er einen langen Mantel aus schwarzem Leder. Unter der weiten schwarzen Hose die er dazu trug verschwanden Stahlkappenstiefel, die in Material und Farbe dem Mantel glichen. Auch die langen schwarzen Haare unterschieden ihn nicht sonderlich von den anderen Gästen, obwohl die Spitzen in der Farbe des Blutes schimmerten. Nur seine Augen waren einzigartig, denn ihre Iris war so Rot wie Blut. Plötzlich fiel ein Schatten in die Bar.
... Man findet sie in Transsilvanien, dem Gebiet der Satansdiener...
Der Barkeeper hob kurz dem Kopf um den Neuankömmling zu betrachten.
„Hi Leute, “ rief dieser spontan in die Runde, dann wandte er sich an den Typen beim Laptop, “Hi Heretic.“
Der Angesprochen blickte knapp über den Bildschirm und hob kurz die Hand um den Gruß zu erwidern. Keinen Augenblick später war er auch schon wieder eifrig am tippen. Wallenden Mantels ging der Neue zur Theke und knallte dort mit der Faust auf den Tisch.
„Jack! Wodka!“
„Beruhig dich Rock. Bin ja schon dabei, “ erwiederte dieser und bückte sich.
Schwungvoll stellte der Barkeeper ein neu wirkendes Glas vor Rock und schenkte ihm das gewünschte Getränk ein. Rock war an sich wie Heretic gekleidet, nur sein Mantel war nicht schlicht sondern mit Schulteraufsätzen verbreitert. Die eisblauen Augen zeichneten in als Kainieten, als Vampir, aus. Seine Haare waren im Gegensatz zu denen von Heretic kurz und mit Gel zu einer stacheligen Frisur hochgestellt. Der Vampir griff nach dem Glas und stürzte den Inhalt hinunter. Geräuschvoll stellte er das Glas wieder auf die Theke und deutete dem Barkeeper nachzuschenken. Während Jack den Wunsch von Rock nachkam sah verklang das rhythmische Tippen Heretics und das Licht in der Bar wurde abermals gedämpft.
... Aber warum Ausgerechnet diese Bar? ...
Jener, welcher nun die Bar betrat war allen hier bekannt, sogar dem Inquisitor der immer noch Heretic und Rock musterte. Man nannte ihn Abraxas den ersten und das nicht ohne Grund. Nach dem ersten wüten der heiligen römischen Inquisition im Mittelalter war Abraxas der erste Vampir von dem man wusste dass er existiert. Auch wenn er selbst dies nicht jedem erzählte, sprach es sich doch ziemlich schnell rum.
Ihm folgten viele andere seiner Artgenossen, offensichtlich hatten sie geglaubt er würde sie Führen. Denn eine alte Legende der Vampire erzählt vom ersten Vampir vor Kain, sein Name war Abraxas. Er wurde vom Fürsten der Hölle persönlich aus einer Rippe von Lilith, der schwarzen Göttin, geformt. Abraxas aber setzte ihnen Vlad Tepesch van Dracul als Anführer und Matriarchen der Satanisten vor.
Er glich Heretic in vielen Punkten. Haar- und Augenfarbe unterschieden sich jedoch. Die Haare des ersten waren vollkommen schwarz, und seine Augen glichen denen eines Dämons. Denn weder Pupille noch Iris konnte man in diesen schwarzen Spiegeln erkennen.
Ruhig und gelassen schritt der Vampir an die Theke und sprach dabei mit Heretic und Rock.
„Jungs, ich muss euch jemanden vorstellen. Aber zuerst ... Jack, gib mir nen Blackberry.“
„Kommt sofort Abraxas.“
Es war erkenntlich das er sich bei Abraxas weniger anmaßte und schneller dessen Wünschen nachkam als bei Rock.
...Ganz einfach, hier konnte man nahezu ungestört reden...
Kaum hatte Abraxas das starke Mixgetränk in die Hand genommen betrat eine wunderschöne junge Frau die Abaddon. Mit einem kurzen schütteln ihres Kopfes flogen ihr die langen feurig orangen Haare aus dem Gesicht. Ihre jaspisgrünen Augen waren auf Devi gerichtet der sie kurz zuzwinkerte.
„Hi Süße, heute Abend schon was vor?“
In dem Gesicht der jungen Kellnerin spielte sich ein ganzes Szenario von Gefühlen ab. Wer war diese junge Frau mit den schwarzen Haarspitzen, den grünen Augen und diesem anmutig schlanken Körper. Vor allem aber was wollte diese FRAU von IHR. Bevor die Kellnerin jedoch antworten konnte ertönte eifrig das klimpern einer Tastatur und Rock riss das Wort an sich.
„Scheiße ist die Braut geil! Sag mal Kumpel wo haste die aufgetrieben?“
Alles was er von Abraxas zur Antwort erhielt war ein grinsen. Kurz nippte der erste an seinem Cocktail, dann wandte er sich zu der sichtlich zornigen Frau.
„Tu dir keinen Zwang an Sica ... Rock ist sowieso gut im wegstecken“
„Danke mein Freund“
Es verging kein Augenblick. Zwei Schüsse halten durch den Raum. Ein schrei erklang.
„Verdammte dämonische Hure!“
Ein weiterer Schuss fiel. Gefolgt von einem erstickten Schmerzensschrei. Die junge Frau hatte ein dämonisch boshaftes Grinsen auf den Lippen. In ihren Händen hielt sie zwei Revolver. Rock lag blutüberströmt am Boden. Keiner regte sich. Lediglich Heretic Tippte. Abraxas nippte genüsslich an seinem Cocktail und schien auf etwas zu warten.
„Gotcha!“
Heretic hatte ein breites fast besessenes Grinsen aufgesetzt und hatte den Blick für einige Sekunden auf Sica gerichtet. Ein kurzes Handheben signalisierte einen Gruß den die Frau mit einem Kopfnicken erwiederte.
„Set ege des, Rock.“
Die grünen Augen blitzten kurz auf, dann steckte sie ihre Waffen weg und wandte sich wieder an die Bedienung. Rock schien sie ganz vergessen zu haben.
„Ich warte noch auf eine Antwort Süße.“
Starr vor Schock stotterte Devi etwas Unverständliches vor sich hin. Sica schien es als „Ja“ zu deuten, denn sie ging ohne ein wenig Enttäuscht auf die Bar zu. Nachdem sie über Rock hinweg gestiegen war langte sie nach dessen Glas, kippte sich den Inhalt in den Rachen und donnerte es zornig auf die Theke. Ein weiters mal war außer dem, nun gemächlichem, Tippen von Heretic nichts zu hören.
„Autsch!“
Plötzlich kam leben in die Bar. Der Inquisitor stand vor dem Eingang. Das Kreuz in seiner linken hatte er gehoben. In der rechten hielt er eine mit heiligen Insignien verzierte Pistole. Die Quelle des Wortes war Rock. Benommen hatte sich dieser hochgerappelt und begutachtete den Schaden. Eine winzige weiße Narbe auf seiner Stirn verriet wo der dritte Schuss sein Ziel gefunden hatte. Zwei weitere Narben befanden sich nahe dem Hals. Gerade so, das seine Kleidung nicht beschädigt worden war. Rock ignorierte den Mann in weiß und fasste nach etwas, dass in der Luft zu sein schien. Sica wirbelte darauf hin herum und Rock schien das zu verlieren nach dem er gerade gegriffen hatte.
„Erstens war das mein Wodka! Zweitens hast du verdammtes Glück das du meine Jacke nicht versaut hast und drittens...“
„Nicht anfassen Junge!“
„Ich war noch nicht Fertig!“
„Mir scheiß egal!“
„Dämonische Hure!“
„Klappe du Langzahnaffe!“
Beinahe gingen sich die beiden Streithähne an die Gurgel. Heretic schien das nicht zu interessieren. Abraxas jedoch spielte mit dem Gedanken einzugreifen. Jemand anders nahm ihm dies ab.
„Bei den Worten des Allmächtigen Gottes! Hier in diesem Haus sind Wesen des Antichristen! Die heilige vatikanische Inquisition klagt alle hier Anwesenden der Häresie an!“
Sica und Rock drehten sich beide kurz zu dem Inquisitor, kamen zu dem Schluss, dass er nicht mit ihnen redete und forderten Augenblicklich einen doppelten Wodka. Der zweite Vampir jedoch trank seinen Cocktail aus, zog gemütlich eine lange Pistole aus seiner Jacke und richtete sie auf den Katholiken. Seitens des Laptops lugte dem Gottesmann eine doppelläufige Sawed-Off Shotgun entgegen.
„Häresie hast du gut erkannt Inquisitor, ich bin Code Heretic.“
„Mit dem Antichrist behältst du auch Recht wie du weist. Ich bin Code Abraxas. Wenn dir dein Leben lieb ist würde ich dir raten dich nicht um Transsilvanien anzunehmen und nach Hause zu gehen. Hier gelten andere Gesetze als bei euch im Vatikan.“
Angstschweiß trat auf die Stirn des Inquisitors als Jack ihm mit einer Uzi winkte. Die Todesangst stand ihm ins Gesicht geschrieben als er die Spitzen zweier Dolche in seinem Rücken spürte. Er konnte nicht mehr gehen, selbst wenn er es wollte. Ruckartig hob er seine Waffe. Im gleichen Moment ertönten Schüsse. Rauch stieg auf. Das dumpfe Geräusch aufschlagender Körper war zu hören. Ein pfeifender Ton durchschnitt die Luft. Fleisch und Sehnen rissen. Dann war es vorbei. Heretic lud seine Waffe nach. Abraxas lies seine abkühlen und anschließend in seinem Mantel verschwinden. Erneut stand Jemand in der Tür. Einen Blutigen Sack zu den Füßen. In der linken den Kopf des Inquisitors. In der rechten einen Krummsäbel. Auf dem Gesicht. Ein zufriedener Ausdruck.
...Und weil man hier sicher war....
„Das war ja mal eine gute Jagd.“
Mit diesen Worten betrat der Fremde endgültig die bar, ignorierte die drei Leichen am Boden und marschierte, wie die anderen vor ihm, zur Theke.
„Bevor ich dir nen Drink gebe Fremder, will ich wissen was du gejagt hast.“
„Ganz easy Mann. Ich werde es dir zeigen.“
Eisblaue Augen blitzten auf als sich der Fremde bückte um den blutigen sack zu öffnen. Dunkelbraune Haare wehten als er den Kopf des Inquisitors auf die Theke legte.
„Einen Inquisitor.“
Sein schwarzes Hemd mit den kurzen Ärmeln flatterte als er schwungvoll in den Sack griff und drei weitere Köpfe rausholte.
„Drei Vampire.“
Einige erschrockene Blicke fielen auf den Fremden. Abraxas und Rock hoben lediglich einen Augenbraue. Rote Blutstropfen zeichneten sich auf der weißen Hose des Mannes ab als er erneut eine Ladung Schädel auf den Tresen setzte. Nun hatte er bereits zehn gezeigt.
„Sechs Werwölfe.“
Nun hob Heretic die Augenbraue. Unterdessen wühlte der Fremde wieder in seinem Sack und fluchte dabei leise. Dann holte er einen eindeutig Dämonischen Schädel raus und grinste diesen an.
„Na Murray wie geht’s dir?“
„Scheiße du Vollidiot. Möcht wissen wie es dir geht wenn dir jemand deinen Körper nimmt.“
„Keine Ahnung Mann. Beruhig dich ... Barkeeper gib dem Schädel nen Martini mit Halm.“
Jack nickte während auch Mary seinen Platz auf dem Tresen fand und gab ihm den bestellten Tropfen. Dieses Mal war es Sica welche die Augenbraue hob und den Typen musterte. Unbeirrt von den Reaktionen der anderen in der Abaddon langte diese wieder in den Sack um den Rest rauszuholen. Es dauerte weile aber am Ende hatte er neunzehn weitere Köpfe fein Säuberlich neben ihm auf den Boden gestapelt.
„Und 19 Menschen.“
Jetzt war es aus. Schlagartig leerte sich die Bar. Außer den vier Freunden und dem Fremden waren nur noch Jack und Devi hier. Während Devi sich hinter Jack versteckte langte dieser nach einer Flasche und setzte sie den Fremden vor.
„Dad... ich hab Angst.“
„Ich weis meine kleine ... ich auch. Aber der Herr hier hat hoffentlich seine Jagd abgeschlossen. Wenn nicht ... hätte auch rennen nicht viel gebracht.“
Devi schlang die Arme um ihren Vater und Jack fuhr ihr mit der Hand zärtlich durchs Haar. Heretic tippte still weiter. Abraxas Reaktion war nicht zu deuten. In Rocks Augen spiegelten sich Trauer und Erinnerungen. Sica lächelte sanft. Der Fremde grinste griff nach der Flasche Rum und schraubte sie auf.
„Nun das liegt ganz an der Qualität des Rums. Aber egal ... ich will mal nicht so sein. Sonst hätte ich hier keinen mehr zum quatschen. Weist du, du hattest Recht. Weglaufen bringt nichts. Denn wer kämpft, kann verlieren. Wer wegläuft, hat bereits verloren.“
Abraxas musste bei diesen Worten grinsen. Devi schien sich etwas beruhigt zu haben. Auf einen Wink hin machte sie Abraxas einen neuen Cocktail. Eine Stille und gespannte Atmosphäre herrschte dennoch. Der Fremde warf einen Blick in die Runde.
„Ich geb ne Runde Wodka aus!“
„Ich trinke keinen Wodka.“
Während Sica und Rock sich freuten war Abraxas über das hochprozentige Zeug gar nicht erfreut. Heretic schien das wie immer nicht zu interessieren er nahm sein Glas und leerte es in einem Zug.
„Ey Mann. Wenn ich ne Runde ausgebe wird der Shit auch getrunken. Verstanden!“
„Ich trinke keinen Wodka. Das wird sich auch nicht ändern.“
„Trink den Scheiß jetzt Mann.“
Abraxas warf ihm einen finsteren Blick zu, packte das Glas und leerte es ebenfalls in einem Zug. Kurz verzog er das Gesicht und schüttelte den Kopf. Rock und der Freigiebige begannen darauf hin breit zu grinsen.
„Ist dir wohl zu hochprozentig alter Freund. Sag mal ... bei wem muss ich mich eigentlich bedanken.“
„Code Cash. So werde ich genannt.“
Cash zwinkerte kurz und zeigte auf sich, dann fiel ihm auf das außer Devi noch eine Frau hier war. Er wandte sich an Sica und nahm eine lässige Position ein. Rock hob die Augenbrauen, sagte nichts und nippte an seinem Wodka. Abraxas war nun an der Reihe zu grinsen.
„Sica ... fühl dich Frei zu tun was du willst.“
„Danke Abraxas. Bei dem würde ich sowieso keine Ausnahme machen.“
Cash schaute die beiden fragen an, tat aber dennoch das was er vorhatte.
„Sag mal meine hübsche, bist du noch zu haben? Oder hat dich dieser Vampir hier schon erobert?“
„Erstens, ja bin ich. Zweitens, nein hat er nicht. Und drittens, nicht für dich Jungchen.“
Wie von selbst wanderte eine ihrer Pistolen in ihre Hand. Diese hielt sie ohne langes Zögern Cash an die Schläfe. Dessen einzige Reaktion war ein Stirnrunzeln. Dann griff er langsam nach der Waffe und drückte sie sacht nach unten.
„Sorry. War doch nur Spaß. Ich wusste nicht das du ne verdammte Lesbe bist.“
Bamm. Blut floss langsam zu Boden. Cash stützte sich schwerer auf den Tresen. Er biss die Zähen zusammen. Seine Augen waren weit geöffnet und wirkten leer. Rauch trat aus der Wunde an seinem Bein. Langsam tauchte die Kugel wieder auf und fiel klimpernd zu Boden.
„Der Lesbenhasser ist also ein Lykaner.“
„Hey ich bin kein Lesbenhasser klar. Ich respektiere dass ... ich war nur ... sagen wir leicht beleidigt. Du siehst nämlich echt verdammt scharf aus. Obwohl du eine Dämonin bist.“
„Du meinst trotz meiner tiefgrauen Haut und meines Schwanzes? Oder meines eher wölfischen als menschlichen Kopfes?“
„Hell Yeah!“
Ein leichtes lächeln zeichnete sich auf Sicas Lippen ab als sie die Waffe wegsteckte. Dann wandet sie sich wieder Cash zu.
„Ich habe auch nichts anderes erwartet... Cash ... so war doch dein Name oder?“
„Korrekt, Cash. So wie ... Geld bekommen.“
Abraxas nutzte die locker werdende Atmosphäre um sich einzumischen.
„Sag mal Cash. Wieso ist dein Code Cash?“
„It’s Easy. Weil ich Kohle hab bis zum abwinken.“
Cash grinste und wedelte mit einem Päckchen Geldscheine. Dabei konnte man deutlich einen Rosenkranz erkennen. Einen silbernen Rosenkranz. Ein leichtes glänzen ging von ihm aus und Rock war sichtlich verwundert, dass ein Lykaner einfach so Silber am Leib trug. Während Sica und Heretic das ebenfalls wenig berührte legte Abraxas den kopf leicht schief und schien zu überlegen. Cash bemerkte die Blicke der anderen und steckte die Geldscheine weg.
„Is was Jungs?“
„Ja ... sag mal Kumpel, tut das nicht weh?“
„Wie, was meinst du?“
„Er meint das Silber an deinem Leib.“
Abraxas war mit seinen Überlegungen am Ende angelangt und mischte sich ein. Das erregte nun doch die Aufmerksamkeit von Heretic. Es geschah nicht oft das Abraxas sich so offen in ein Gespräch einmischte. Bisher war er eigentlich immer der ruhigere Typ gewesen.
„Wa? Wie meinen?“
„Den Rosenkranz...“
„Achso der ... naja ..“
„Ist das deine Kraft? Oder ist es eher die Lebenseinstellung das einen Schmerz zeigt das man noch am Leben ist?“
Nun war auch Rock ziemlich verblüfft. Er hätte Abraxas ja ziemlich viel zugetraut, aber das nicht. Das er jemanden unterbricht. Entweder hatte sein alter Freund schon ziemlich viel getrunken, oder aber er war im begriff sich zu ändern.
„Die Lebenseinstellung... aber wie kommst du darauf?“
„Ganz einfach ... ich selbst habe die gleiche... das ist der Grund warum ich das Tageslicht nicht meide, obwohl es wie die Hölle brennt. Bei Rock ist das nicht anders. Wir beide sind zu Alt um dadurch gleich zu Staub zu zerfallen ... aber es schmerzt uns ... als würden wir langsam über offener Flamme gegart werden.“
„Klingt ganz so wie sich das nette Silber hier anfühlt.“
Dabei schüttelte Cash den Rosenkranz und grinste. Abraxas nickte kurz und widmete sich wieder seinem Drink, so wie die anderen auch.
Einige Stunden später herrschte heitere Stimmung in der Abaddon. Heretic hatte den Laptop zur Seite gestellt und saß nun mit den anderen an einem Tisch. Jeder von ihnen hatte ein Glas Whisky vor sich stehen und fünf Karten in der Hand. Schwer lallend meldete sich Cash.
„Sica... der olle Wolf da drüben blufft?“
Dabei wedelte er mit der Hand gefährlich über den Tisch hinweg zu Heretic. Nur schwer konnte die Angesprochene den Bewegungen Cashs folgen. Heretic hatte seine Karten auf dem Tisch liegen und baute gerade gemütlich an einem Joint herum. Sica holte Tief Luft und begann in Atemberaubender Geschwindigkeit zu reden.
„Ist das war Heretic? Bluffst du wirklich? Rock? Du bescheißt uns doch gerade oder? Grins nicht so blöd Cash. Dein grinsen ist nicht besser Rock. Lass es sein. Also wer bescheißt hier? Los raus mit der Sprache oder ich knall euch allen die Köpfe weg und mach mir ne Sammlung, so wie Cash.“
Sie war kaum am Ende angelangt sprang sie wankend auf die Beine, so das Devi sie stützen musste. Der Dämonin schien das zu gefallen. Sie lächelte und wickelte ihren Schwanz um Devis Hüfte. Die Augen der Kellnerin weiteten sich. Schrecken standen auf ihr Gesicht geschrieben als Sica einen Revolver zog. Devis Augen zeigten Verwirrung und Angst als die Dämonin sich ihr zuwandte. Den Revolver hatte Sica auf ihre Freunde gerichtet. Lust blitzte in ihren Augen auf. Die Zunge flitzte über ihre Lippen. Kurz biss sie sich auf die Unterlippe. Devi schien vor Angst gelähmt zu sein. Die Gesichter der beiden Frauen kamen sich immer näher. Nur Sica bewegte sich dabei. Die Augen hatte sie verführerisch niedergeschlagen. Ihre freie Hand legte sie nun in den Nacken der Menschenfrau. Nur noch wenige Millimeter trennten ihre Lippen. Alles was die Dämonin fühlte, war kalter Stahl. Als sie ihre Augen öffnete, sah sie ein japanisches Schwert. Plötzlich schien sie wieder nüchtern zu sein. Finstere Blicke fanden ihren Weg zu Abraxas. Dieser grinste und nahm noch mal einen Schluck Whisky.
„Welch Ironie, dass gerade Harusame das beenden musste. Ein Schwert mit dem Namen Leidenschaft beendet eine solch leidenschaftliche Handlung.“
„Warum?“ zischte Sica.
„Weil sie einseitig war.“
„Woher willst du das Wissen Vampir? Und vor allem was verstehst du schon von Frauen?“
„Ich habe es in ihren Augen gesehen. Von Frauen ... nun vielleicht mehr als du denkst meine Liebe.“
„In den Augen. Man möchte meinen als Vampir seihst du Fähig direkt in die Seele zu blicken. Ach und noch was, Ich bin nicht deine Liebe.“
So zornig war Sica nicht einmal nach den Bemerkungen von Rock und Cash gewesen. Flink wechselte der Revolver in die rechte Hand. Sie richtet ihn auf Abraxas und drückte ab. Die Kugel fand niemals ihr Ziel. Was Sica nicht bemerkt hatte, war das Heretic hinter ihr stand. Einen Augenblick bevor sie abdrückte. Ließ dieser sich Fallen und vollführte einen Fegekick, der Sica von den Beinen Riss. Das Geschoss bohrte sich in die Decke der Abaddon. Jack fluchte Himmel und Hölle an einen Ort. Abraxas steckte sein Katana wieder weg und wandte sich an Devi.
„Alles in Ordnung kleines?“
Devi nickte nur. Jack protestierte nicht über die väterliche Art mit der Abraxas sich mit Devi unterhielt. Im Hintergrund hörte man Sica in einer, heute mehr als nur unbekannter, Sprache fluchen. Heretic brachte es fertig die aufbrausende Dämonin auf dem Boden zu halten. Rock holte kurz aus flüsterte ein leises „Sorry“ und schlug Sica KO. In der Zwischenzeit hatte Abraxas die Arme um Devi gelegt und tröstete sie. Heretic und Rock brachten Ihre Ohnmächtige Kollegin unter Jacks Anweisungen auf ein Zimmer und versorgten sie Dort.
„Meinst du ich hab zu fest zugeschlagen?“
„Keine Ahnung Mann. Wenn sie wach wird und dich zusammenschlägt wissen wir es. Aber es war jedenfalls gut das du deine Handschuhe nicht anhattest.“
„Stimmt. Sag mal, glaubst du ernsthaft, dass sie das macht?“
„Nach dem was ich bisher gesehen habe?“
Heretic legte eine kurze Pause ein um so zu tun als würde er angestrengt überlegen.
„Ja.“
„Ehrlich?“
„Rock, sie hat dich wegen einer Aussage angeschossen. Wegen einer Beleidigung hattest du eine Kugel in deiner Birne. Brauchst du noch mehr beweise zur Gewaltbereitschaft?“
„Nope. Also ich bin dafür das wir sie hier mal Fesseln.“
„Glaubt ihr zwei Wahnsinnigen den das das eine gute Idee wäre?“
„Willst du darauf wirklich eine Antwort Jack?“
Heretic hatte wieder seinen besessenen Grinser aufgesetzt und Rock hielt bereits ein starkes Drahtseil in der Hand. Jack zuckte nur mit der Schulter und machte sich mit den beiden anderen ans Werk. Nach einiger Zeit war es vollbracht und Sica war beinahe kunstvoll an Bett und Wand gefesselt worden. Rock grinste schelmisch.
„Könnte man jetzt gut ausnützen.“
„Mann, denk an deine Freundin!“
„Stimmt, hast Recht Heretic.“
Während Rock und sein Freund das Zimmer verlassen hatten, blieb Jack hier um auf Sica aufzupassen, allerdings nicht ohne sich vorher seine Uzi geholt zu haben. Sichtlich nervös saß er auf seinem Stuhl und wartete auf Sicas erwachen.
Währenddessen war Cash dabei äußerst Freigiebig mit der Kasse der Abaddon umzugehen. Abraxas bemerkte davon allerdings nichts da er mit dem Rücken zur Theke stand.
„Geht es wieder Devi?“
„Ja, danke Abraxas. Alles wieder gut.“
„Freut mich zu hören meine kleine.“
Devi kuschelte sich in die Arme von abraxas und dieser strich ihr zärtlich durch das Haar, so wie es ihr Vater zuvor getan hatte. Cash warf ihm kurz einen fragenden Blick zu, zuckte mit der Schulter und fuhr fort die Kasse auszuräumen. Die Kellnerin allerdings schien sich Pudelwohl zu fühlen. Das Lächeln auf ihren Lippen wirkte zufrieden. Ihre Arme hatte sie nun um Abraxas geschlungen. Sie schien kurz davor zu sein einzuschlafen. Das Getrampel auf der Treppe ließ sie allerdings hochschrecken. Die beiden, die gerade herunter gekommen waren, blieben wie angewurzelt stehen. Rock ging der Mund auf und er glotzte unverständlich auf Abraxas. Heretic fasste sich da schon um einiges schneller.
„Ähm... Abraxas. Was zur Hölle soll das werden?“
„Nichts Heretic. Rock müsste es verstehen... er ist ja schließlich schon bei mir seit ich hier her kam. „
Heretic sah kurz zu Rock blickte aber dann Abraxas unglaubwürdig an.
„Sieht nicht so aus.“
„Scheint so. Nun ja sein Gedächtnis ist auch manchmal mehr Sieb als alles andere. Es ist nur so, dass er und ich schon seit Devis Geburt hier leben. Während er von Zeit zu Zeit verreiste blieb ich an der Seite von Jack und seiner Familie. Dadurch wurde ich für Devi zu einem Bruder. Es ist also Geschwisterliebe, sonst nichts.“
„Das erklärt auch warum du sie vor Sica bewahrt hast. Vielen anderen hättest du nicht geholfen.“
„Das stimmt Heretic. So erpicht darauf zu helfen bin ich auch nicht.“
„Ich weis, so gut kenne ich dich mittlerweile doch schon.“
Abraxas nickte und alle im Raum lächelten. Rock hatte sich durch die Erklärung auch wieder fangen können und freute sich für Devi das sie noch einen Bruder hatte. Heretic lächelte weil er eine Seite an Abraxas entdeckt hatte die ihn menschlicher wirken ließ. Abraxas lächelte weil Devi glücklich zu sein schien. Devi lächelte, doch schlief sie und keiner konnte erahnen warum sie lächelte. Cash lächelte ebenfalls, die anderen vermuteten er würde auch wegen Devis Glück lächeln.
„Ouh... mein Kopf...“
Sica stöhnte vor Schmerz auf und wollte sich den Kopf halten. Schlagartig war sie bei vollem Bewusstsein. Erschrocken sah sie an sich hinab. Ihre Augen weiteten sich als sie ihren Verdacht bestätigt sah. Dann entdeckte sie aus den Augenwinkeln heraus Jack. Sofort fuhr sie ihn an.
„Warst du das du Penner? Verdammtes Arschloch mach mich sofort los! Oder ich zeig dir mal was eine Dämonin so alles auf dem Kasten hat.“
Jack sprang vor Schreck auf und zielte zitternd auf die gefesselte Dämonin. Einen Augenblick später wirkte er jedoch wieder gefasst. Sanft, fast belehrend erwiderte er der Dämonin: „Das ganze hier ging von Rock aus, er meinte es sei sicherer dich zu binden. Da er dich sozusagen Ausgeknockt hat, dachte er du würdest gleich alles anfallen was du siehst wenn du aufwachst.“
„Soso denkt er das?“
„Zumindest hatte es den Anschein ja.“
„Naja ... ihr hattet Recht. Sonst wäre die Bude hier wohl kaum noch so intakt. Kannst du mich dennoch losmachen.“
„Kann ich ja, aber versprich mir etwas.“
„Wenn du mir sagst was sag ich dir ob ich das machen werde oder nicht.“
„Es geht um meine Tochter, um Devi. Ich will das du mir versprichst sie weder zu Küssen noch ihr zu nahe zu kommen solange sie das nicht will.“
„Das verspreche ich dir gern Väterchen. Ich war wohl etwas zu locker wegen dem Alkohol. Aber du hast deiner Tochter ja nen netten Schutzengel geholt.“
„Du meinst Abraxas?“
Jack hatte sich ihr bereits genähert und damit begonnen das vielfach geknotete und verschlängelte Drahtseil wieder zu lösen. Unterdessen sprach er mit Sica um ihr das ganze warten ein bisschen angenehmer zu machen.
„Ja genau den mein ich Jack. ER ist genau der richtige für so eine Aufgabe wie mir scheint. Irgendetwas bindet ihn an Devi oder?“
„Ja, er ist in gewisser Art und Weise an Devi gebunden. Weist du als ich noch jung war und diese Bar hier, die Abaddon eröffnete. Da war meine Frau gerade Hochschwanger. Unsere ersten Gäste waren zwei Vampire sie stellten sich uns als Codes vor.“
„Rock und Abraxas richtig?“
„Ganz genau. Sie halfen mir so gut es ging das Geschäft hier ein wenig ins rollen zu bringen. Rock erledigte einige Aufträge um Geld zu verdienen. Abraxas hingegen war so freundlich sich um meine Frau und meine Tochter zu kümmern. Er hat ein Händchen für Kinder, auch wenn man es nicht vermutet. Devi hatte ihn sofort lieb gewonnen. Sie hing an ihm genau so wie sie an mir und meiner Frau hing.“
„Eine rührende Geschichte, aber wo ist deine Frau jetzt?“
Trauer trat in die Augen von Jack. Er seufzte tief und lies den Kopf hängen. Dann holte er noch einmal tief Luft und entschloss sich Sica doch die ganze Geschichte zu erzählen.
„Es war vor nicht ganz zwei Jahren, Devi war gerade 13 geworden. Eine Meute von Anarchisten stürmte die Bar. Einige von ihnen hatten sich schon lange in Devi verliebt, sie hat sie jedoch abgewiesen. Die Burschen waren ganz Toll vor Liebe und machten sich daran so ziemlich jeden im Raum das Gehirn aus dem Schädel zu pusten. Wahrscheinlich wollten sie nicht, dass sie jemand stört. Ich war gerade unten um Nachschub zu holen als ich den Todesschrei meiner Frau hörte. Danach konnte ich hören wie Devi laut um Hilfe Schrei. Die Schüsse hatten mir Angst gemacht. Meine Uzi lag oben unter dem Tresen und ich wusste, dass ich niemals bis dorthin kommen würde.“
„Klingt ja mehr als nur Scheiße.“
„War es aber Gott sei dank nicht. Abraxas war nur kurz Außer Haus. Gerade rechtzeitig konnte er dazwischen gehen. Devi war bereits bis auf die Unterwäsche entkleidet gewesen als er die Bar betreten hatte.“
„Solche Schweine. Also ich hätte ihnen die Schädel weggepustet, wenn nicht schlimmeres.“
„Du sagst es Sica. Nun sei es wie es sei Abraxas hat diejenigen die Devi am nächsten waren gleich mal erschossen. Einem anderen hat er das Genick gebrochen und dem letzten hatte er seine Zähne in den Nacken gerammt als dieser sich seelenruhig an meiner Tochter vergreifen wollte. Danach hatte die kleine eine lange Zeit Angst vor Abraxas. Ich glaube sie hat es bis heute nicht ganz überwunden. Aber sie wurde dadurch selbstbewusster und stärker. Sie hat sich auch trotz ihrer Angst von Abraxas in Kampfkünsten aus Asien trainieren lassen. Ich glaube es ist ihr auch bewusst geworden, dass er sie beschützen wird, wo auch immer er ist. Und sollte es in meiner Macht liegen werde ich das auch machen.“
„Klingt vernünftig Jack. Aber das sie Angst hatte ist durchaus verständlich, ich meine der vermeintliche Bruder entpuppt sich als Vampir. Das würde mich auch umhauen wenn ich ein Mensch wäre.“
„So, Fertig. Eine Bitte noch Sica.“
„Ja?“
„Kannst du den Bann von mir und Devi nehmen?“
„Warum?“
„Ich möchte wissen wie die Frau aussieht die sich für meine Tochter interessiert. Und vielleicht fällt es auch Devi dann leichter dich lieb zu gewinnen.“
Sica lächelte sanft und willigte mit einem angedeuteten Nicken ein. Jacks Augen weiteten sich als er Sicas reale Gestallt erkannte. Anschließend huschte auch ihm ein lächeln über die Lippen.
„Du bist wunderschön Dämonenkind.“
Re: 2012 Just4Peace
Dayu - 15.06.2007, 20:04
1.2 The Day Before
Battle for Secrets
Die Sonne war schon vor einiger Zeit aufgegangen und man hörte die Krähen und Raben kreischen während sie sich um die Stücke der toten an Draculas Burg zankten. In der kleinen Bar in der die Gruppe Unterschlupf gefunden hatte war alles ruhig. Die drei Leichen am Eingang waren ebenfalls gut von Aasvögeln besucht. Einige Leute saßen in der Bar und Jack polierte mal wieder ein Dreckiges Glas. Das Krähen wurde von dem leisen schnarchen der vier Gäste untermalt die die ganze Nacht lang an einem Tisch gepokert hatten. Sie wirkten wie Tod und den Flaschen nach hatten sie verdammt viel getrunken. Devi räumte weg und zählte dabei drei gute dutzend Flaschen Rum und Wodka. Ihr Vater sah sich um und erkannte auch einige neue Gesichter. Doch über die machte er sich weniger Gedanken, weit mehr beschäftigten ihn die vier Schläfer. Von der Gruppe war nur Abraxas nicht da, er hatte am Morgen gemeint, dass er wohin müsse und dass es dringend sei.
Die Abschiedsszene war das übliche gewesen, Devi hatte ihren Bruder gebeten auf sich aufzupassen und sich zu beeilen. Dieser hatte es versprochen ihr einen Kuss auf die Lippen gedrückt und dann Gas gegeben. Abraxas und seine nachtschwarze Maschine waren einige Augenblicke später in der Morgenröte verschwunden. Sein Weg führte ihn scheinbar in das ehemalige Ungarn.
Ohne dass es vorher abzusehen war, stand Sica kerzengerade beim Tisch und betrachtete ihre Umgebung. Offensichtlich wusste sie nicht mehr ganz genau wo sie war. Nach einigen Augenblicken schien sie es jedoch realisiert zu haben. Sie streckte sich und gähnte ausgiebig was viele neugierige Blicke auf sie zog. Einige böse Blicke aus den Augen dieser scharfen Frau brachten die Neugierigen jedoch schnell dazu sich wieder ihren eigenen Dingen zuzuwenden. Dies führte dazu das Sica befriedigt lächelte, sie sah sich noch einmal genauer um. Dieses Mal schien sie jedoch etwas zu suchen. Ihr Ziel befand sich jedoch außerhalb des Raums. Ein Blick zu Jack und ein nicken von diesem verrieten ihr das dass was sie begehrte sich in der Stadt befand. Bevor sie jedoch ging warf sie noch einmal einen kontrollierenden Blick auf Jack. Nichts in seinen Augen deutete darauf hin das er wusste wie sie wirklich aussah. Er betrachte sie wie eine Schönheit die er nicht zum ersten Mal sah. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gästen, die immer wieder verstohlen auf Sica glotzten. Kein Wort war aus Sicas Mund gekommen. Sie sagte auch nichts als sie das Lokal verließ um sich auf die suche zu machen.
Leise murmelnd und brummend erwachte nun auch der Rest der Truppe. Cash gähnte laut und herzhaft während er sich streckte. Heretic stimmte bei ihm mit ein, während Rock es peinlichst vermied seinen Mund zu öffnen. Stattdessen erhob er sich und machte sich daran die drei Leichen wegzuschaffen. Cash ortete hingegen wieder die Bar und hob wedelnd die Hand. Als Antwort auf diese Geste flog ihm eine Rumflasche entgegen. Nachdem er sie aufgefangen hatte schoss er einige Münzen zu Jack rüber die dieser ohne einen Blick in die Kasse fallen ließ. Heretic klappte seinen Laptop wieder auf und aktivierte einige Programme, bevor er heftig in die Tasten haute. Unterdessen stand Rock schon wieder an der Bar eine kleine Geste und er erhielt ein dunkelrotes Getränk in einem Cocktailglas.
„Hier hast du Rock, danach sollte es wieder gehen.“
„Sollte nicht Jack, es muss. Würde mich wundern wenn nicht, da wäre einiges mit meinem Körper verkehrt. Aber weist du, ein bisschen mehr hättest du schon nehmen können.“
„Beruhig dich mal Rock, du weist doch das du immer noch was haben kannst. Wenn du willst versteht sich.“
„Ich weis doch. Das machst du schon seit Jahren so.“
„Stimmt.“
„Sag mal...“
„Ja?“
„Willst du es mir heute wenigstens sagen?“
„Was?“
„Na du weist schon...“
„Nein.“
„Wie nein?“
Jack sah Rock fragend an, dieser erwiederte den Blick mit einem der töten könnte. Somit war klar, dass Rock es auch dieses mal nicht sagen würde, was auch immer es war. Einige Sekunden später schien alles vergessen, Rock starrte nun in die dunkelrote Flüssigkeit und hielt sich spürbar zurück. Sein Blick schien von der Flüssigkeit regelrecht gefangen zu werden. Es schien als wäre er besessen davon das Glas regelrecht zu verschlingen. Zitternd aber langsam und zurückhaltend hob er das Glas an die Lippen und nahm einen tiefen Schluck. Mit der plötzlichen Kraft einer Urgewalt wirbelte Rock herum und sprang auf den Tisch einer jungen Frau. Weiße Zähne blitzten. Die Augen des Vampirs waren mehr blass als blau. Seine Fingernägel färbten sich schwarz. Ein schriller Schrei erklang. Das Geräusch eines dumpfen Aufpralls folgte. Keiner regte sich. Cash bemerkte nichts. Heretic ignorierte es. Jack zuckte mit den Schultern. Der Schrei spitzte sich zu. Er wurde gequälter. Abrupt endete er. Rock erhob sich. Die Unterlippen und Kinn voller Blut. Ein Leben verblasste. Ihn schien es nicht zu kümmern. Ruhig und gelassen ging er zu dem Glas. Er hob es auf und stellte es auf den Tresen.
„Tut mir Leid für die Sauerei.“
„Lern dich mal zu kontrollieren.“
„Du hast leicht Reden Jack... du bist kein Vampir.“
„Nach Abraxas bist du der älteste den ich kenne. Eigentlich müsstest du dich unter Kontrolle halten können.“
„Kann sein alter Kumpel. Da ist nur ein klitzekleiner Unterschied zwischen mir und Abraxas den du nicht kennst.“
„Der da wäre?“
Rock setzte an etwas zu sagen als er das rhythmische Klacken der Sawed-Off von Heretic hörte. Er hatte es sich wohl in dem Moment anders überlegt den er ließ die Luft pfeifend zwischen seien Zähnen ausweichen.
„Nichts...“
Jack hob fragend die Augebrauen, blickte abwartend auf Heretic und seufzte dann tief.
„Wisst ihr Jungs, ihr seid schon richtige Schweine. Nie bekommt man von euch ne ordentliche Antwort auf persönliche Fragen. Weder von Heretic, noch von dir und von Abraxas schon gar nicht. Manchmal scheint er mir so fern wie ein Gott. Das andere Mal wirkt er wie eine Bestie. Zu wieder anderen Zeiten erinnert er mehr an einen edlen Hochgeboren aus längst vergangene Zeiten.“
„So ist Abraxas nun mal Jack, finde dich damit ab. Das tue ich beinahe Zeit meines Lebens.“
Jack sah Rock einfach nur schief an und schenkte im das Glas ein weiteres mal mit Blut voll. Den Kanister stellte er danach unter die Theke und verschloss ihn sorgfältig. Anschließend langte er nach einem Glas und schenkte sich selbst Scotch ein.
„Hm... vielleicht liegt es auch daran das du lange kein Blut hattest. Vor drei Tagen wolltest du das letzte Mal welches.“
„Das war bis auf vorhin auch das letzte.“
„Erklärt einiges.“
Die beiden Männer grinsten und stießen an. Unbemerkt erhob sich Heretic und wanderte zu der Frau. Langsam und vorsichtig, beinahe zärtlich hob er sie auf. Kurz darauf verschwand er in einem der Zimmer einen Stock höher.
Einige Zeit später stand Devi bereits in einem Kaufhaus. Sie hatte bereits die Lebensmittel für ihren Vater besorgt und hatte nun vor sich selbst etwas zum anziehen zu kaufen. Cash hatte ihr auch ein ziemlich großzügiges Trinkgeld gegeben. Entschieden hatte sie sich für etwas zum anziehen. Sollte dann noch Geld übrig sein würde sie sich bewaffnen. So sah es jedenfalls in ihren Vorstellungen aus. Grübelnd wanderte Devi langsam an den Gängen voller Gewänder entlang. Zum größten Teil fand man hier in den Damen Abteilungen nur Lolita Kleider, keine anständigen Hosen und Oberteile die zum Kämpfen taugten. Da sie gerade wie eine Lolita gekleidet war wollte ihr die Verkäuferin auch gleich so ein Kleid andrehen. Höflich aber aussagekräftig lehnte sie ab und setzte ihre suche fort. Ihre Gedanken wanderten dabei weiträumig umher. Zuerst kamen ihr Heretic Rock und Abraxas in den Sinn. Sie spielte mit der Überlegung sich in die Herren Abteilung zu begeben und einen Ledermantel zu kaufen. Keinen Augenblick später war sie auch schon bei Sica angelangt. Die hautengen schwarzen Hosen und die kniehohen Stiefel der Dämonin hatten es ihr angetan. Der Ausdruck in ihren Augen wandelte sich in das genaue Gegenteil um, nun wusste sie was sie wollte.
„Verzeihung?“
„Ja? Was kann ich für sie tun?“
„Ich suche eine Enge schwarze Hose und kniehohe Lederstiefel.“
„Kein Problem gnädige Frau. Wissen sie auch schon was sie als Oberteil dazu tragen werden?“
Die Verkäuferin warf kurz einen abschätzenden Blick auf Devi und verschwand dann kurzer Hand in dem Labyrinth aus mit Kleidungsstücken gefüllten Glasschränken. Bevor deren Schritte überhaupt verhallen konnten fuhr Devi erschrocken herum.
„Hallo meine Liebe.“
„Ach Sica... du hast mich aber erschreckt.“
„Tut mir Leid Liebes, war reine Absicht.“
„Ich weis.“
Die beiden Frauen grinsten und schienen, im Gegensatz zum Vortag, richtig prächtig miteinander auszukommen. Sica nahm die Hand von Devis Schulter, wodurch sie sich bemerkbar gemacht hatte.
„Sag mal meine kleine, wa machst du hier eigentlich?“
„Na denk mal nach Sica.“
„Einkaufen.“
„Bingo.“
„Und schon was gefunden?“
„Noch nicht, aber die Verkäuferin hilft mir bereits.“
„Was dagegen wenn ich auch helfe?“
„Ganz und gar nicht, dein Outfit brachte mich ja auch auf die Idee was ich will.“
„Ehrlich meine Liebe?“
„Ja ehrlich.“
Bevor Sica noch etwas erwidern konnte war die Verkäuferin auch schon wieder aufgetaucht. In den Händen hielt sie genau das was Devi verlangt hatte. Die beiden betrachteten Hose und Stiefel eine Zeit. Sica nickte kurz und entschlossen, dann drehte sie sich zu Devi und betrachtete sie genau.
„Darf ich dir einen Vorschlag machen?“
„Gerne Sica.“
„Gut du probierst erstmal diese beiden Kleidungsstücke an. Ich werde dir noch Oberteil und Mantel suchen einverstanden?“
„Woher weist du das ich einen Mantel will?“
„Das bleibt mein Geheimnis, also... einverstanden?“
„Geht klar Sica.“
„Gut. Ich werd dir ein heißes Outfit zusammenstellen. So heiß das du selbst erregt werden wirst.“
„Sica! Lass das!“
Devi errötete und versteckte ihr Gesicht hinter Hose und Stiefel, welche sie gerade erst an sich genommen hatte. Dem grinsen Sicas zu urteilen hatte die Dämonin genau das beabsichtig. Während Devi schleunigst in eine Umkleidekabine flüchtete sah Sica sich um. Es dauerte nicht lange und sie hatte ein pechschwarzes Netzshirt und einen perfekt taillierten Ledermantel gefunden. Sie waren einfach perfekt. Genau das würde es sein was Devi tragen würde. Egal ob sie nun hier bliebe oder sich dem Weg ihres Bruders anschloss. Eines stand jedenfalls fest, Devi würde einfach nur heiß aussehen. Lüsterne Gedanken bildeten sich in Sicas tiefstem Bewusstsein. Kurz schüttelte die Dämonin den kopf um sich von diesen Fantasien zu befreien. Lächelnd Gesichtes eilte sie zur Umkleidekabine.
„Sag mal Liebes, stört es dich wenn ich reinkomme?“
„War die Frage ehrlich gemeint?“
„Ja ... würde ich sie sonst stellen?“
„Darauf willst du keine ehrliche Antwort.“
„Stimmt“, bestätigte die Dämonin und das grinsen minderte sich ein wenig, „aber du schuldest mir ohnehin noch eine Antwort.“
„Die werd ich dir wohl immer schuldig bleiben“, Devi streckte ihre Hand nach draußen um die Kleider entgegenzunehmen.
Die Dämonin betrachtete die Hand kurz. Ein freches Grinsen huschte über ihre Lippen. Gedanken kreisten in ihrem Kopf. Kurz zuvor hatte sie diese verdrängt, nun lies sie ihnen freien Lauf. Mit einem Wink scheuchte sie die Verkäuferin davon. Der Vorhang raschelte. Bevor Devi es merkte war sie nicht mehr allein. Sica stand hinter ihr. Ihre Augen glänzten lüstern. Geistesabwesend hängte sie Mantel und Shirt an einen Haken. Devi stand wie versteinert da. Sanft strichen die Hände der Dämonin über ihren halb nackten Körper. Langsam führ sie mit den Fingerspitzen über den Rücken. Devis Nackenhaare sträubten sich. Ein wohliger Schauer durchlief ihren Körper. Liebvoll hatte Sica die Arme um devis Taille gelegt. Sanft streichelte sie deren Bauch.
„Du bist wunderschön Devi.“
Die Stimme der Dämonin war kaum mehr als ein hauchen. Nur schwer war sie zu verstehen. Genau das war es was sie nun erotisch wirken lies. Ein weiterer wohliger Schauer durchlief Devi. Sie sog die Luft ein. Sicas Duft erinnerte mehr an einen Wolf als an einen Menschen. Betörend, schwer und leicht süßlich lag er in der Luft. Sie schien sich darin zu verlieren. Unterdessen fanden Sicas Hände einen weg zu den Brüsten der jungen Menschfrau. Leise, kaum hörbar, hatte sich Devis Atem verändert. Stoßweise drang er an Sicas Ohren. Zärtlich massierte sie die Brüste ihrer Liebsten. Im Spiegel sah sie die erregten Knospen des Mädchens. Endlich hatte sich Devi aus ihrer Starre gelöst. Langsam drehte sie sich zu Sica. Ihre Lippen näherten sich denen der anderen. Langsam kamen sie sich immer näher.
„Entschuldigung, wir schließen in wenigen Minuten.“
„Verdammt“, leise entfuhr Sica der Fluch. In Devis Augen stand dasselbe geschrieben.
„Diese verdammte Verkäuferin kann auch nur stören“, spielend leicht konnte man diese Gedanken aus Sicas Augen ablesen. Devi angelte nach den Kleidern die Sica gebracht hatte und schlüpfte hinein. Es stand ihr ausgezeichnet. Während Sica nach draußen trat und mit der Verkäuferin zur Kassa ging um zu bezahlen zog Devi ich wieder um. Lachend verließen die beiden Frauen wenig später das Geschäft und schlenderten zurück zur Abaddon.
In Budapest stand vor einer Villa eine nachtschwarze Maschine. Jemand, in schwarze Kleidung gehüllt, stand bei dem Tor und hatte das Gesicht zu den Überwachungskameras gedreht. Es war ohne Makel. Die bleiche haut, das sanfte Kinn und die ebenholzschwarzen Augen. Ein paar Strähnen hingen der Person ins Gesicht und nahmen seinem Blick ein wenig von der Schärfe. Das Licht der Abendsonne erleuchtet sein vom Regen benetztes Gesicht. Abraxas hatte keinen Helm. Lediglich eine verspiegelte Sonnenbrille hatte seine Augen vor dem Luftzug geschützt. Langsam und betont senkte er den Kopf. Bewusst vermied er es aufzusehen. Er schien Konzentriert zu sein. Mit der Linken bedeckte er das Amulett welches er trug. Es zeigte ein keltisches Symbol. Das Zeichen zweier Götter war darin vereint zu finden. Das Mondsymbol der keltischen Zaubergöttin Freya, so wie jenes das Odin darstellte. An seiner Linken blitzte kurze ein Ring auf. Der Ring war aus Silber und wurde von einem Kristall geziert. Ein leichter Luftzug spielte mit den Haaren des Vampirs. Ein Glockenschlag erklang. Acht mal hallte der tiefe Klang der alten Glocken durch die Stadt. Nach dem der letzte Schlag verklungen war ertönte ein leises Rauschen von einer der Kameras.
„Wer bittet um einlass?“
„Ein Code.“
„Nun es gibt einige Codes. Wie lautet der ihre?“
Abraxas musste schmunzeln. Es hatte sich nichts geändert. Die Wache blieb stets höflich, und sie erkannte ihn noch immer nicht. Entschlossen wartete er eine weile. Die Wache wiederholte ihre Frage nach dem Code. Gelassen setzte sich Abraxas seine Sonnenbrille auf und drehte sein Gesicht wieder der Kamera zu.
„Ich wiederhole meine Bitte nur ungern öfter als zwei mal, würden sie mir Bitte sagen welches ihr Code ist?“
„Beruhige dich. Ich werde es dir zeigen.“
Mit diesen Worten hob der erste seine Hand an und gab den Blick auf das Amulett frei. Es folgten einige Augeblicke der Stille. Dann war ein leises metallisches Klacken zu hören und das Tor öffnete sich.
„Sie sind uns immer Willkommen Abraxas.“
„Danke mein Freund, obwohl du mich schon wieder nicht erkannt hast.“
„Verzeiht mir, aber ihr seid nicht so oft zu Besuch hier.“
Abraxas nickte, ging zu seiner Maschine und stieg auf. Langsam fuhr er in Richtung des Eingangs. Er wollte den Regen, welcher gerade eingesetzt hatte, noch genießen bevor er ins trockene trat. Aus eben diesem Grund stand er auch noch lange vor der Tür bevor er sie öffnete und eintrat. Zu dutzenden saßen die Vampire beisammen, jeder hatte ein Glas vor sich stehen. Die Gläser waren mit Blut gefüllt. Er hielt sich nicht lange damit auf sie alle zu begrüßen. Eigentlich begrüßte er niemanden. Flink durchquerte er den Raum und eilte die halb gewundene Treppe nach oben. Betont langsam öffnete er die Tür und folgte dem langen Gang. Am anderen Ende erwarteten ihn neben einer Flügeltür zwei gerüstete Soldaten. Einer flüchtigen Bewegung folgte der Knall zweier Pistolen. Die Wachen gingen zu Boden. Als sie aufschlugen waren sie bereits tot. Der erste trat durch die Flügeltür und verschloss sie sorgfältig. Danach drehte er sich zu einem Vampir der gelassen auf einem erhöhten Thron saß.
„So früh hatte ich dich nicht erwartet Abraxas.“
„Lass das Marcus, reden wir offen.“
„Wie zielstrebig du heute wieder bist... Vater.“
Kurz zuckte Abraxas zusammen. Marcus sah es mit Genugtuung. Schwungvoll stand er auf, seine langen schwarzen Haare reichten bis zur Hüfte. Still umrundete er Abraxas wie ein Händler der sich seien Ware besah.
„Was willst du hier?“
„Das müsstest du am besten wissen Marcus.“
„Wie kommst du darauf?“
„Denk nach Marcus. Du hast etwas sehr wichtiges vergessen.“
„Du meinst den Codex?“
„Richtig.“
„Und nun spielst du den Richter?“
„Wenn du es so sehen willst.“
„Sag mir, welche Regel habe ich gebrochen die noch zu beachten wäre.“
Abraxas schwieg, er dachte an die vielen Frauen die er unten gesehen hatte. Bei seinem letzten Besuch waren es noch nicht so viele gewesen. Er senkte sein Gesicht, so als würde er sich vor Marcus verneigen. Dieser lächelte triumphierend.
„Weist du es nun selbst nicht mehr?“
„Doch, die Verbreitung.“
„Was meinst du damit?“
„Ein Großteil der weiblichen Vampire in deinem Haus wollten es nicht. Sie haben sich zwar damit abgefunden ein Vampir zu sein, wollen tun sie es jedoch nicht. Nenne mir die zwei ersten Sätze aus dem Codex.“
Marcus seufzte.
„Trinke kein Blut in einem Hause in das du nicht geladen wurdest. Enthalte dich der wahllosen und ungestatteten Verbreitung der Gabe.“
„Richtig. Jeder andere der dazu fähig ist hat sich an diesen Codex gehalten. Nur du nicht.“
„Und was willst du nun machen, mich erschießen?“
„Nein.“
„Sondern.“
„Du kennst den Weg.“
Ein Lächeln umspielte die Lippen des jüngeren Vampirs. Er wandte sich um und verschwand für kurze Zeit in einem angrenzenden Raum. Als er wiederkam trug er zwei längliche, in Tücher geschlagene, Gegenstände bei sich. Einen davon warf er zu Abraxas. Dieser fing ihn auf und nahm das Tuch ab. Ein Schwert aus versteinertem Holz kam zum Vorschein. Niemand außer den vier ältesten wusste um dieses Geheimnis. Die Wunden eines Vampirs würden immer heilen, selbst wenn dieser tot wäre. Es gab nur eine Ausnahme, Wunden die mit Holz geschlagen wurden. Grinsend hatte Marcus sein Schwert zum Fechtergruß erhoben, Abraxas tat es ihm gleich.
„Bist du dir sicher das du das willst Abraxas?“
„Wovor sollte ich Angst haben?“
„Ich bin ein besserer Fechter als du!“
„Was lässt dich so sicher sein?“
„Ich saß nicht untätig herum.“
Abraxas lächelte. Eigentlich war es Ritual seinen Gegner mit Worten zu reizen, damit dieser einen Fehler beging. Marcus hatte dieses Ritual bereits vor Jahrhunderten aufgegeben. Abraxas hatte er erklärt, dass es den Ausgang des Kampfes verfälschte und von Feigheit zeugte. Es war eine der wenigen Aussagen gewesen bei der Abraxas ihm zugestimmt hatte. Er konnte fühlen wie sich Marcus’ Herzschlag beschleunigte. Selbst er war ein wenig aufgeregt, schließlich war Marcus einer der vier mächtigsten Vampire. Die beiden gingen gegengleich in Pose. Während sie sich langsam umkreisten suchten sie nach Fehlern in der Deckung des anderen. Plötzlich schnellte Marcus vor. Abraxas blockte ab. Dabei wurde seinem Gegenüber die Klinge aus der Hand geprellt. Ein Aufschrei war zu hören. Ein dumpfer Schlag folgte. Wieder erklang ein Schrei. Eine Klinge sirrte durch die Luft. Lautes keuchen erklang. Blut floss, aus beiden Körpern.
„Wovor hätte ich nun Angst haben sollen?“
„Vor mir Vater“, keuchte Marcus.
„Dazu bestand kein Grund.“
Noch während er dies sagte strich Abraxas sich über seien Linke Gesichtshälfte, ein schmaler aber tiefer schnitt zog sich über Auge und Wange. Er würde bleiben, und vernarben. Abraxas gab sich damit zufrieden. Diese Narbe würde ihn an seinen Fehler erinnern. Auch, oder gerade weil sie ihm seine Makellosigkeit nahm. Der erste blickte auf, seinen Sohn hatte es schlimmer erwischt. Dicht über seinem Herzen hatte sich die Klinge in seinen Leib gebohrt. Diese Wunde würde er nicht überleben. Angst stand ihm in den Augen.
„Vater... was geschieht nun mit mir?“
„Ich weis es nicht mein Sohn, es liegt nicht mehr in meiner Hand.“
„Aber...“, Marcus spuckte Blut bevor er fortfuhr, „wenn du es nicht weist wer dann?“
„Luzifer.“
„Der ... Teufel.“
„Ja.“
„Vater... ich ... verzeih mir...“
Abraxas bekam von den letzten Worten seines Sohnes nichts mehr mit. Mit gezogenen Waffen hatte er den Raum verlassen, doch keiner stellte sich ihm entgegen. Eilenden Schrittes ging er zurück ins Foyer. Unter den Kriegern die nun bei den Frauen standen kam nur einer in Frage. Dennoch lies Abraxas sich Zeit. Demonstrativ langsam steckte er die Waffen weg und rief ihn zu sich. Andrej war ein gut gebauter, großer Mann. Seine dunklen verfilzten Haare trug er zu einem Zopf gebunden. Das schwarze Hemd das er unter der schwarzen Rüstung trug war kunstvoll bestickt. Der Adlige kniete vor Abraxas nieder.
„Mein Herr?“
„Steh auf Andrej.“
Stille herrschte, alle Augen richteten sich auf die beiden Vampire. Andrej hatte sich erhoben und blickte auf seinen Ahnen hinab.
„Von allen hier bist du derjenige der sich am strengsten an die Regeln der Vampire hältst. Obwohl du nicht der Erstgeborene von Marcus bist, hast du das größte Recht seiner Herrschaft zu folgen.“
„Ich verstehe nicht ganz, mein Herr.“
„Lass dass Herr weg, du bist mir nun Gleichgestellt. Von nun an führt Andrej das Haus von Marcus!“
Abraxas wartete ab, niemand schien etwas gegen seine Beschluss zu haben. Sanft klopfte er Andrej auf die Schultern bevor er die Villa verließ um wieder zu den anderen zu fahren. Viele Blicke aus der Villa folgten seiner Spur. Eine einzige, strahlend weiß gekleidete Person verließ die Villa nach Abraxas.
Heretic lehnte gemütlich am Tresen, vor ihm stand ein Kübel der bis zum Rand mit sauber abgenagten, menschlichen Knochen gefüllt war. Zwischen seinen Lippen hatte Heretic ebenfalls einen Knochen. Eigentlich schien das niemanden zu stören. Lediglich Cash hatte verwundernd die Augenbraue gehoben nachdem der Lykaner wieder zurückgekommen war. Er hatte darauf verzichtet ein Kommentar abzugeben. Stattdessen hatte er Heretic einfach nur eine Weile verwundert angesehen. Anstatt es wie üblich zu ignorieren hatte er Cash einen Joint angeboten und war dann zur Bar geschlendert. Dort stand er noch immer, einen Longdrink vor sich und den Knochen zwischen den Lippen. Nach einigen weiteren Augenblicken legte er den Knochen zu den anderen und drehte sich gemütlich, wie immer, einen Joint. Er verzichtete darauf das ganze mit Tabak zu vermischen und verwendete nur Weed. Wenige Minuten nach einem tiefen Zug zeigte das Gras Wirkung. Ein leichtes Grinsen tauchte in Heretics Gesicht auf, welches irgendwie so gar nicht zu ihm passen wollte. ER angelte nach seinem Longdrink und nahm einen tiefen Schluck. Rock löste sich von der Bar um nach draußen zu gehen. Als wäre es abgemacht nahm Cash seinen Platz ein. In der einen Hand hielt er immer noch die Rumflasche vom Morgen in der anderen den Joint, den ihm Heretic gegeben hatte. Jack zog sich selbst eine Zigarette aus seiner Packung und zündete sie an. Anschließend hielt er Cash die Flamme hin, dieser bediente sich dankend.
„Gestern hast du nicht so lange gewartet bis du dir deine Joints angezunden hast, Cash.“
„Naja, gestern hatte ich auch keinen Restalk und keine Flasche Rum in der Hand.“
„Das stimmt auch wieder.“
„Ist doch unwichtig, meint ihr nicht auch?“
Die beiden blickten Heretic überrascht an, selbst beim Pokern hatte er kein Wort gesprochen. Er war nur Stumm dagesessen und hatte gespielt. Und nun redete er aus heiterem Himmel mit ihnen. Selbst Jack überraschte es, da der alte Lykaner für gewöhnlich nur mit Abraxas sprach. So war es für beide das erste Mal das sie Heretic sprechen hörten.
„Ja das ist es, Heretic, besonders weil ich dich zum ersten mal verstehe.“
„Ist das so etwas ungewöhnliches“, wollte Cash wissen.
„Allerdings, normalerweise redet er nur mit Abraxas. Da versteht man allerdings kein Wort weil die beiden in einer unbekannten Sprache sprechen.“
„Welcher?“
„Frühägyptisch, und zwar in ihren Anfangsjahren. Sie war die Sprache meiner Geburt im Jahre 3300 vor Christus.“
„Hell Yeah! Sag mal wie alt bist du eigentlich Alter?“
„Rechne es dir aus mein Freund.“
„Fuck! Holy Shit! Das ist nicht dein Ernst oder?!“
Das ganze Lokal hatte den Blick nun auf Cash und Heretic gerichtet. Alle hatten Heretics Worte mitbekommen und waren nicht minder entsetzt als die beiden anderen an der Bar. Sie waren es gewohnt von alten Wesen wie Vampiren, Lykanern und Dämonen umgeben zu sein, aber einem so alten? Sie alle hatten Gedacht Vlad Tepesch wäre das älteste Wesen auf Erden, doch Heretics Aussage würde das ganze widerlegen. Jack fasste sich als erster, mit ehrfürchtiger Stimme begann er zu Sprechen.
„Dann bist du fünftausenddreihundertundzwölf Jahre alt?“
„So ist es Jack.“
„So alt ist doch nicht einmal Abraxas!“
„Shit! Mann seid ihr Idioten alt!“
Cash nahm einen tiefen, wirklich sehr tiefen, Zug von seinem Joint und blickte Heretic dann in die Augen um darin zu lesen. Das Rot breitete sich über alles aus und Verschlang die Pupillen. Ansatzweise konnte er einen Schakalkopf erkennen. Eine Erinnerung keimte in ihm auf die er schon lange vergessen glaubte. Er schüttelte den Kopf um sie loszuwerden und Heretic begann lauthals zu Lachen.
„Bei Leibe nicht Jack. Gegen Abraxas bin selbst ich ein Kleinkind. Ich bin ja nicht mal so alt wie Rock. Die beiden müssen die wohl ältesten Lebewesen sein die auf Erden wandeln. Nein, Rock kann mich nicht verstehen, im Gegensatz zu Abraxas verbrachte er nicht genug Zeit an einem Ort um die Sprache zu erlernen. Viel mehr suchte er sich mächtige Krieger um vor ihnen den talentierten Jüngling zu spielen. Er lernte eifrig alle Kampfkünste die er fand, aber die Sprachen lernte er nur äußerst selten. Und selbst die eher in den letzten paar Jahrhunderten.“
Kaum hatte Heretic den letzten Satz zu ende gesagt kam Rock wieder herein und stimmte in dessen Lachen ein. Rock krümmte sich und rollte auf dem Boden herum als hätte man ihm einen wirklich guten Witz erzählt, und solche gab es nur noch selten. Schlagartig beruhigte er sich jedoch wieder, stand auf, zog sich seine Handschuhe an und fixierte Heretic. Es waren schwarze fingerlose Lederhandschuhe welche man mit Titanplatten beschlagen und an den Knöcheln verstärkt hatte.
„Märchenstunde mit dem alten ägyptischen Gott wie?“
„Halts Maul, Rock“, zischte Heretic und begab sich in eine Angriffslustige Position.
„Du hast das verraten was Abraxas und ich steht geheim gehalten haben alter Kumpel! Es ist nur Gerecht wenn Ich ihnen einen Hinweis gebe wer du bist!“
„War es auch gerecht als du deinen Bruder getötet hast Rock? War es gerecht das du Ab...“
„Halt deine verfluchte Schnauze du dreckiger Schakal!“, Rock hatte seinen Freund unterbrochen bevor er das Wort beenden konnte. Es ging in seinem Geschrei unter und man hörte nur noch ein zorniges Knurren von Heretic.
„Willst du dich gegen mich aufspielen Bruder?!“
„Halt dein Maul!“
„Ich habe ihnen mein Alter verraten.“
„Ja das deiner Göttlichkeit du Hund!“
„Das Stimmt, ist beides richtig.“
„Jetzt reicht’s!“
Es scheint so als habe keiner die Bemerkung über die angebliche Göttlichkeit Heretics gehört, denn alles hechtete irgendwie in Deckung. Heretic hatte sich in eine pechschwarzen wunderschönen Werwolf mit roten Augen verwandelt. An seinen Beinen fanden sich Rote streifen welche man ebenfalls in seinem Nackenfell finden konnte. Rock grinste nur und spreizte seine Finger. Während er Fauchte begannen diese zu wachsen und sich schwarz zu färben. Seine Eckzähne wuchsen ebenfalls. Die beiden Freunde umkreisten sich langsam. Keiner lies den anderen aus den Augen. Im selben Augenblick begann es draußen zu Regnen. Die Tropfen prasselten nieder und kurze Zeit später erklang Donner. Schlagartig fiel der Strom aus. Ein Blitz zuckte vom Himmel. Weder Vampir noch Werwolf waren noch in der Bar. Cash stand mit Jack an der Tür und betrachtete das Schauspiel welches sich draußen abspielte. Die Blitze schulen in unbekanntem aber schnellen Rhythmus ein und begrenzten ein kreisrundes Feld. Die Kontrahenten hatten sich darin eingefunden und stießen nun abwechselnd vor um den anderen anzugreifen. Heretics Angriffe erfolgten innerhalb von Sekunden und nur Blutstropfen an seinen Krallen und Fängen zeugten von den Treffern. Der Regen wusch sie jedoch in sekundenschnelle ab. Rocks Attacken kamen mit ihren Finten und umgewandelten Schwüngen eher zu langsam als das der Werwolf ihn en nicht hätte ausweichen können. Wieder stand alles still. Rock und Heretic sprachen in einer kehligen uralten Sprache. Kein anderer wusste was sie sagten. Plötzlich gab es einen lauten knall. Ein Schemen flog über das Kampfgelände. Rock wurde in die Luft gewirbelt und umhergeschleudert. Blutspritzer begannen den Boden trotz des Regens Rot zu tränken. Die Blitze zuckten immer noch vom Himmel. Gefährlich nahe an dem Kainieten vorbei. Es schien als wollte Heretic ihn davor bewahren. Dann stand er wieder da. So als wäre nicht gewesen, bei näherer Betrachtung konnte man jedoch erkennen, dass er erschöpft war. Rock schlug in der Mitte des Rings auf, Blutüberströmt regte er sich eine Weile nicht. Nach einiger Zeit richtete er sich langsam auf.
Cash nahm einen weiteren tiefen Zug. Danach blinzelte er in Jacks Richtung. Es dauerte eine weile bis der denn Mann wirklich ausmachen konnte. Der Rum und das Weed im seinem Blut hatten ihm dabei nicht helfen können. Grinsend hob der Langfinger seine Hand und zeigte auf Jack.
„Hey! Willst du wetten wer gewinnt?“
„Wenn du meinst, auf wen setzt du?“, kaum hatte er die Frage gestellt angelte er sein Portmonee aus der Hose und zählte die Scheine darin.
„Fünf Riesen auf den Schakalschädel!“
„Da ziehe ich mit, ich setze auf Rock!“, Jacks Stimme war zu entnehmen das er Siegessicher war.
Es dauerte keine fünf Minuten und die Ganze Bar stand hinter den beiden und Brüllte ihnen die Wetteinsätze entgegen. Cash und Jack nahmen die Gebote nur zu gerne entgegen. Mittlerweile stand Rock auch schon wieder auf seiner Seite und ging in Position. Den Kreis, welchen die Blitze beschrieben hatten, konnte man anhand der Brandlöcher erkennen. Doch nun schlugen sie auch außerhalb dieses Kreises ein. Scheinbar wahllos, doch wenn man genauer hinsah konnte man erkennen das sich diese Blitze nur auf Norden ausrichteten. Eigentlich scherte sich auch keiner Darum wo die Blitze einschlugen, aller Augen waren auf die beiden Kontrahenten gerichtet. Leise hörte man im Hintergrund das Geräusch von Motoren. Jeder Ignorierte es. Auch ignorierten sie die Beiden Frauen welche eilig unter einem Regenschirm auf sie zueilten. Die Blitze versperrten ihnen den Weg zur Abaddon. Die Rothaarige krümmte sich kurz darauf wie unter Schmerzen. Aus ihrem Rücken sprossen riesige Flügel. Ihr Körper veränderte sich, wurde bestialischer und behielt dennoch die Eleganz einer Frau bei. Ihre Kleidung barst und sie stand vollkommen entblößt, jedoch ohne Scham vor den Männern. Mit ihren Flügeln Bot sie der Schwarzhaarigen Schutz vor dem Regen, und auch vor den Blitzen. Ihr selbst schienen sie nichts anhaben zu können. Sie stieß das Heulen eines Jagenden Wolfes aus. Dies lenkte einige Blicke auf sie. Wenig später sahen alle, außer den beiden Kontrahenten, die sich wieder bekämpften, gen Norden. Ein Feuerball brannte dort trotz des Regens vor sich hin. Davor stand der Schemen eines Mannes. Devi stieß einen spitzen Schrei aus und wollte zu dem Wrack laufen. Sica hielt sie mit ihren Flügeln zurück und versperrte ihr somit auch die Sicht. Die Gestallt des Mannes begann sich zu verändern. Kein Anzeichen von Schmerz war zu sehen. Der Schemen glich nun mehr dem eines Wolfes der die Größe eines Mannes besaß und mit riesigen Flügeln bestückt war.
„Bruder?“, Sicas Wort war wenig mehr als ein Gemurmel.
Dennoch schien die Gestallt verstanden zu haben den sie Heulte begehrlich auf. Wenig später hallte eine tiefe Stimme in den Köpfen der Anwesenden wieder.
„Hört auf damit meine Kinder.“
Während alle Menschen vor der Stimme zurückschreckten ermutigte sie Sica und Cash genauer hinzusehen. Das Wesen war ihnen näher gekommen, es hielt direkt auf den Kreis zu indem Rock und Heretic kämpften. Es hatte tatsächlich Ähnlichkeiten mit einem Wolf. Bis auf die Flügel und den Schwanz, welche eher einem Drachen glichen. Das Fell war von dunklem grau. Die pechschwarzen Augen glichen denen von Abraxas exakt. Lange ebenfalls schwarze Haare hingen ihm ins Gesicht und folgten seinem Rücken bis in die Schwanzspitze wo sie ausfransten. Es war nun bei dem Kreis angekommen und hatte alle Blicke auf sich gezogen.
„Ich sagte ihr sollte aufhören! Rock! Heretic! Hört auf euch wegen solcher Kleinigkeiten zu bekämpfen!“
Abermals ignorierten die Kämpfenden die Aufforderung der Bestie. Langsam schritt diese in den Kreis, irgendetwas an ihrer Art erinnerte die beiden Frauen an ihren Freund Abraxas. Auch Cash hatte realisiert das er diese Bestie kannte. Er nahm einen Zug von seinem neuen Joint und flüsterte einen Namen in den Rauch.
„Wolfsdämon“
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