Mayday und Prekariat

Breakout Forum
Verfügbare Informationen zu "Mayday und Prekariat"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: macho iberico - breakout - torax
  • Forum: Breakout Forum
  • Forenbeschreibung: Alternativer Veranstaltungskalender für Wels, Oberösterreich etc.
  • aus dem Unterforum: Politik
  • Antworten: 6
  • Forum gestartet am: Donnerstag 17.08.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Mayday und Prekariat
  • Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 10 Monaten, 28 Tagen, 5 Stunden, 25 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Mayday und Prekariat"

    Re: Mayday und Prekariat

    macho iberico - 30.04.2007, 13:15

    Mayday und Prekariat
    Wollt hier mal eine Diskussion um die in den letzten Jahren in der Linken populär gewordenen Mayday-Aktionen und deren Begrifflichkeiten starten.
    Für mich ist der Ansatz, alle Ausgebeuteten von Hausfrauen über StudentInnen bis hin zu ImmigrantInnen organisieren zu wollen, an sich ja sehr gut und absolut nachvollziehbar; immerhin war das sowieso seit jeher ein Ziel der Linken.
    Dass das ganze sich dann aber auf einen Tag im Jahr beschränkt, und dazu noch auf symbolische Aktionen, zeigt dann halt wieder, dass dieser gute Wille eben nix mit der Realität zu tun hat...
    Zudem ist Prekarisierung ja eine Entwicklung, die alle ArbeiterInnen betrifft, weils eben eine allgemeine Umstrukturierung des Verhältnisses zwischen KapitalistInnen und ArbeiterInnen ist, wie immer zu Lasten der letzteren...also kann ich auch nicht viel mit dem Begriff "Prekariat" anfangen, hier entsteht ja keine neue Klasse, sondern die alte, das Proletariat, wird einfach verschärfter Ausbeutung ausgesetzt....

    Im Grossen und Ganzen scheint mir dieser ganze Mayday-Zirkus ein Versuch der Autonomen zu sein, wieder die "soziale Frage" stellen zu können, mit dem ihnen eigenen Spontaneismus und Organisationsfeindlichkeit (besonders wenn das syndikalistische Organisierung betrifft)...
    Dabei wär gerade in diesen atypischen Verhältnissen leichter etwas zu erreichen mit einer anarchosyndikalistischen Struktur als bei den Normalbeschäftigungsverhältnissen, die fest in der Hand des ÖGB sind...



    Re: Mayday und Prekariat

    breakout - 30.04.2007, 18:09


    unter dem klassischen proletariat versteh ich schon etwas anderes als den heutigen lohnsklaven, insofern find ich den begriff "prekariat" ziemlich gut, weil er nicht nur die "arbeiterInnen" umfasst, sondern alle ausgebeuteten. die grenzen zwischen kapitalisten und ausgebeuteten verschwimmen zumindest oberflächlich halt durch "ich-ag" und sonstige beschissene arbeitsverhältnisse wie freier dienstvertrag usw. wo mensch ja sein "eigener chef" is. trotzdem.... ab wann is einer dann ein kapitalist, wenn er vom staat gezwungen wird und eine "ich-ag" betreibt...?



    Re: Mayday und Prekariat

    macho iberico - 30.04.2007, 20:40


    Mit dem Begriff "klassisches Proletariat" sagst du ja eh schon aus, dass es sich um etwas vergangenes handelt....also natürlich mit dem heutigen Proletariat nicht mehr viel zu tun hat...auch wenn es natürlich noch immer viele Menschen mit Langzeitverträgen und gesichertem Arbeitsplatz bis zur Pension gibt (v.a. die zwischen 30-50jährigen)
    Und ein Kapitalist ist für mich v.a. jemand, der mit seinem Geld Arbeitskraft kauft um Mehrwert abzupressen (wenn wir jetzt mal von Finanzspekulation absehen), Ich-AG´s fallen da definitiv nicht drunter, das ist nix andres als Selbstausbeutung.
    Dass viele StudentInnen gezwungen sind, mindestens Teilzeitarbeit anzunehmen, ist eher ne neuere Entwicklung, und da lässt sich dann schon ein Verschwimmen der Grenzen zwischen ArbeiterInnen und StudentInnen feststellen (was ja nicht rein negativ ist), hängt aber auch wieder mit der Klassenzugehörigkeit zusammen, Kinder aus reichen Familien werden höchstens zur Arbeit gezwungen, um "Verantwortung" zu lernen (und dann vielleicht noch in der oberen Etage von Papis Betrieb)
    Genauso ists ja auch bei Hausfrauen, da hängts auch vom Klassenstatus des Mannes ab, inwieweit sie ausgebeutet wird...
    Insgesamt ist der Begriff "Prekariat" halt mehr als schwammig, und eher ein Modewort als eine Kategorie zur Klassenanalyse...



    Re: Mayday und Prekariat

    torax - 30.04.2007, 21:41


    Also bei dem Thema bin ich ausnahmsweise ganz bei Hrn. M. Iberico. "Prekariat" und "Mayday", wenn ich das schon höre. Ich versteh ja unter Proletariat sowieso alle arbeitenden Menschen und nicht nur die FabrikhacklerInnen. Ebenso bin ich der Ansicht das die Autonomen (oder wie sie sich gerade nennen) nicht ernsthaft an der sozialen Frage interessiert sind, geschweige denn an irgendeine Form längerfristiger Organisierung, wie mensch bei den diversen FAU-Gründungsversuchen in Ö gemerkt hat. 95 % Spinner und Sektierer, vom Sozialverhalten noch weit hinter nem Durchschnittsbürger zurückgeblieben. Hihi, macht Spaß mal so zu sudern.



    Re: Mayday und Prekariat

    breakout - 30.04.2007, 23:44


    und was is mit den arbeitsLOSEN? ich glaub grad das ist eine gruppe, die in zukunft immer grösser werden wird (nachdem unsere lieben volksvertreter ja lieber arbeitszeit verlängern als verkürzen trotz immer weniger "beschäftigungsmöglichkeiten").

    das ist auch eine gruppe, die von sämtlichen gewerkschaften völlig vernachlässig wird. also da könnten sich anarchosyndikalisten oder wie auch immer sich mal drum kümmern.



    Re: Mayday und Prekariat

    macho iberico - 01.05.2007, 15:54


    Hey torax, so unterschiedliche Ansichten hamma doch gar nicht, nur andere Prioritäten :D

    Arbeitslose sind natürlich Teil des Proletariats, oder wie old Marx sie bezeichnet hat, "industrielle Reservearmee"; die hats schon immer im Kapitalismus gegeben und sind auch notwendig, um Löhne niedriger zu halten, den Kapitalisten eine Auswahl über ihr Menschenmaterial zur Verfügung zu stellen, und nicht zuletzt als abschreckendes Beispiel für die Arbeitenden, damit sie kuschen...
    Aber stimmt schon, dadurch dass Arbeit weniger wird, wirds natürlich mehr Arbeitslose geben; das Problem ist, dass die sich schwer organisieren lassen, also kaum Organisationsmacht haben, und noch viel weniger Handlungsmacht (was sollen sie schon machen, das AMS bestreiken?), ausser eben Protest auf der Strasse, was eh auch schon gut wäre



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Breakout Forum

    Neues Franzobel-Stück "Zipf" im Hausruck - gepostet von T.H. am Sonntag 18.03.2007
    Initivative "Ehe ohne Grenzen" - gepostet von T.H. am Sonntag 20.08.2006
    Film/Diskussion Gewalt gegen Frauen - gepostet von torax am Donnerstag 04.10.2007
    konzertreihe "verboten, verfolgt" - gepostet von breakout am Freitag 04.05.2007
    Neuer Meister-Poster - gepostet von torax am Montag 23.07.2007
    genosse sucht bleibe fürs wochenende - gepostet von breakout am Dienstag 10.04.2007



    Ähnliche Beiträge wie "Mayday und Prekariat"

    Mayday Team X-Treme Compilation (2004) - chr1s (Sonntag 18.04.2004)
    Mayday 2005 unter dem Motto - Prototypes - Ey-Gend MX (Sonntag 20.02.2005)
    30.04.2005 >-MAYDAY-< @ Westfalenhallen [Dortmund] - Funatic (Donnerstag 10.02.2005)
    Mayday-Ticket abzugeben... - T.S.N. (Dienstag 26.04.2005)
    Members of Mayday - Prototypes (promo mix) - toto (Mittwoch 23.02.2005)
    Mayday Hungary 2005 - Dj KursK (Mittwoch 30.03.2005)
    Mayday-Ticket - T.S.N. (Dienstag 26.04.2005)
    Die Mayday 2008 - Hallenser (Sonntag 06.01.2008)
    Prekariat? - Eva (Freitag 28.07.2006)
    MAYDAY! - Freeze_Frame (Samstag 14.10.2006)