Joannas Geschichte

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    Re: Joannas Geschichte

    alesja79 - 28.04.2007, 20:46

    Joannas Geschichte
    Joannas Geschichte

    Obwohl sie es so eilig hatte, dass es schon fast auf Sekunden ankam, nahm sich Joanna dennoch die Zeit, um Papiere auf ihrem Schreibtisch zu ordnen und drei Stapel daraus zu bilden. "Wir Armen, die wir unter dem Joch der eigenen Ordnungsliebe keuchen...", murmelte sie, während sie jeden der drei Stapel so lange auf der Schreibtischplatte zurecht klopfte, bis alle Papiere fein säuberlich aufeinander lagen.

    Als sie eilig ihr Büro verließ und in den kühlen Novemberabend hinaustrat, war sie schon einige Minuten verspätet. Schleunigst machte sie sich auf den Weg zu der französischen Konditorei am oberen Ende der Straße. Während sie dahin eilte, machte sie sich darüber Gedanken, was sie zu der Cocktailparty tragen würde, zu der sie heute Abend eingeladen war.

    In der Bäckerei roch es nach frisch gebackenem Kuchen und Rumtorte. Der Duft war so überwältigend, dass Joanna all ihre Energie zusammenreißen musste, um nicht sofort ein Stück der heiß geliebten Buttertorte mit Mandeln zu erstehen und es an Ort und Stelle zu verzehren. Statt dessen entschied sie sich äußerlich gelassen für ein halbes Pfund delikater Meringue-Kekse ( laut Kalorientabelle 27 pro Keks, erinnerte sie sich). Dann machte sie sich auf zu ihrem nächsten Ziel, einer Hähnchenbraterei. " Vier Hühnerbrüste und zwei Keulen", sagte sie zu der Verkäuferin. "Geht in Ordnung, meine Liebe! Wie immer besonders knusprig?" Joanna nickte bestätigend. Sie klemmte die rot-weiß gestreifte Tüte unter den Arm und machte sich auf den Heimweg. Bisher hatte sie ihren Zeitplan um knapp zehn Minuten überschritten. Es war inzwischen achtzehn Uhr fünfzehn. Um halb acht wollte sich sich mit Michael auf der Cocktailparty der Crawfords treffen. Aber vorher gab es noch eine Menge zu erledigen.

    Joanna warf einen prüfenden Blick ins Eisfach, um zu sehen, wie es um den Inhalt stand. Sie entkorkte die Flasche mit dem speziellen Chianti, versteckte sie gemeinsam mit einem kleinen Päckchen aus dem Blumenladen im Küchenschrank, öffnete sodann den Deckel eines kleinen geflochtenen Weidenkorbes, kleidete ihn mit einem rot und weiß gemusterten Tuch aus, versteckte das Ganze unter dem Spülbecken und placierte schließlich zwölf kleine Kerzen auf Untertassen am äußeren Rand der Treppenstufen, die zu ihrem Schlafzimmer hinauf führten. Schon am Morgen hatte sie ihr Bett frisch bezogen. sie entnahm einer Kommode zwei weitere geblümte Bettlaken und verstaute einen eckigen Gegenstand unter dem Kopfkissen. In diesem Augenblick klingelte das Telefon. "Hallo?... Ach, du bist´s, Frank... Ja, ich hab dich aus dem Büro angerufen, um dir noch einmal die Uhrzeit für unsere Verabredung zu bestätigen. Wahrscheinlich sind wir gegen acht Uhr dreißig zurück. Wenn du um viertel vor neun hier sein könntest, klappt alles bestimmt bestens. Du brauchst nur zu klingeln. Das Geld stecke ich dir heimlich in die Jackentasche. Bis später."

    Joanna nahm eilig eine Dusche, legte frische Handtücher bereit, machte rasch noch das Waschbecken sauber, besprühte sich selbst mit ein wenig Chanel Nr. 19 und vergaß auch nicht, die Badetücher damit zu parfümieren. Ihrem Make-up und ihrer Frisur widmete sie sich sodann mit besonderer Sorgfalt, und als sie damit fertig war, schlüpfte sie in ein burgunderrotes Seidenkleid und zog ein Paar hochhackige Schuhe mit Riemchen um die Fesseln an, die besonders sexy wirkten. Nicht übel, musste sie sich selbst eingestehen, als sie einen prüfenden Blick in den Spiegel warf. Sie war mit sich selbst zufrieden, weil sie den Versuchungen in der Konditorei so erfolgreich widerstanden hatte. Schon wollte sie den Mantel anziehen, als sie kurz zögerte und dann ins Schlafzimmer ging, wo sie ihre Strumpfhose auszog und statt dessen Strümpfe mit einer schmalen schwarzen Naht und ein zartes Gedicht von einem weißen Strumpfhalter aus Satin anlegte.

    Punkt halb acht war sie bei den Crawfords. Michael erwartete sie schon. "Hallo, Liebste!" sagte er und gab ihr einen Kuss. "Du siehst heute Abend wunderbar aus, besonders deine Beine." Dabei grinste er verschmitzt. "Meine Mutter sagte immer zu mir, dass Strümpfe enorm wichtig sind, wenn man sexy sein will. Mehr wollte sie nie sagen. Ich freue mich, dass du so genau hinschaust. Eigentlich hatte ich geglaubt, dass einem immer weniger auffällt, je länger man zusammen lebt." "Bei mir wird das nie so sein", gelobte Michael feierlich. "Aber komm, wir müssen uns jetzt um unsere Bekannten kümmern. Sonst glauben die noch, wir seien verliebt. Übrigens, sollten wir Norman und Alexandra nicht zu einem kleinen Imbiss einladen, sobald dies hier vorbei ist?" "Ich habe morgen einen harten Tag vor mir und würde lieber nach Hause gehen, wenn du nichts dagegen hast. Wir können ja vor dem Schlafengehen noch ein Brot essen und einen Schluck Wein trinken." "Von mir aus gerne." Gegen acht Uhr zwanzig verabschiedeten sich Joanna und Michael. Den kurzen Heimweg legten sie zu Fuß zurück.

    "Oh, Michael, wir haben keine Milch zum Frühstück. Ob du wohl noch welche besorgen könntest? Ich laufe derweil nach Hause, weil ich ganz dringend mal muss." "Na klar, ich komme in ein paar Minuten nach."

    Während Michael in entgegen gesetzter Richtung davon ging, stürzte Joanna im Laufschritt ins Haus, entzündete ein Streichholz und hielt es an jede einzelne Kerze auf der Treppe. Dann betrat sie das Schlafzimmer, zog sich ganz aus, bis auf den Strumpfhalter und die Strümpfe, und hüllte sich in einen seidenen Kimono. Als Michael zur Tür herein trat, empfing sie ihn so gekleidet oben auf der Treppe. "Was geht hier vor? Hast du eine Ladung Kerzen im Ausverkauf erstanden?" fragte er scheinbar verblüfft, musste aber wider Willen dabei lachen. "Warte nur, ich werde dir schon einheizen!" erwiderte Joanna und versuchte dabei möglichst brav und naiv auszusehen. "Warum ziehst du dir nicht selbst etwas Bequemeres an? Wir können dann noch zusammen ein Gläschen trinken."

    Während sich Michael oben im Schlafzimmer umzog, wurde unten an der Haustür geklingelt. Joanna öffnete und ließ Frank eintreten. "Hallo Frank!" sagte sie. "Michael ist oben, er zieht sich gerade um. Bleibst du noch ein Weilchen hier im Flur, wo er dich nicht sieht, wenn er gleich zu mir ins Wohnzimmer herunter kommt, gehst du geradewegs ins Schlafzimmer und bereitest alles vor." "Wer war das?" wollte Michael wissen, als er wenig später das Wohnzimmer betrat. "Ach, das war nur ein Junge, der sich in der Tür geirrt hatte. Komm setz dich zu mir. Ich mach uns gleich eine Kleinigkeit zum Essen." "Hör zu, Joanna, irgendwas geht hier doch vor..." "Wenn du dich noch ein paar Minuten geduldest, erfährst du alles." "Erfahre ich was?" "Auf welche Weise ich dich zu verführen gedenke!" "Dafür ist es aber auch höchste Zeit!"

    Nach ein paar Minuten nahm Joanna ihren Michael bei der Hand und führte ihn ins Schlafzimmer hinauf, wo Frank inzwischen einen mit geblümten Bettlaken bezogenen Tisch aufgebaut hatte.

    "Michael, ich möchte dir Frank Bosco vorstellen. Er wird dir gleich eine Massage verpassen", klärte Joanna den verblüfften Michael auf. Dann machte sie es sich als Zuschauerin auf dem Bett bequem.

    Später, als Frank schon gegangen war, sagte Michael zu Joanna: "Ich fühle mich, als wäre ich gestorben und direkt in den Himmel gekommen. Eine Massage bei uns daheim! Das ist eine der hübschesten Sachen, die sich jemals ein Mensch für mich ausgedacht hat!" "Warte nur, das ist noch nicht alles! Willst du es dir nicht im Bett gemütlich machen und abwarten, was als nächstes geschieht?"

    Joanna verschwand in der Küche und kam gleich darauf mit dem Weidenkörbchen in der einen und der Weinflasche in der anderen Hand zurück. An der Flasche hatte sie ein Sträußchen frischer Gänseblümchen befestigt. In dem Korb befanden sich ein knuspriges Brot, das besonders leckere kalte Huhn, geeiste Karotten- und Selleriescheiben, zwei riesige Servietten und zwei kristallene Gläser. "Es ist alles bereit für dein Lieblingsessen", verkündete Joanna, während sie eine Platte von Frank Sinatra auflegte, die sie beide besonders gern mochten. "Bei der Gelegenheit möchte ich dir auch sagen, dass ich dich sehr, sehr lieb habe!"

    Die nächste Stunde verbrachten die beiden mit viel Lachen, Necken, Küssen und natürlich auch mit essen. Joanna stand nur einmal auf, um den Nachtisch aus der Küche zu holen. Nachdem sie vier Portionen von dem köstlichen und zugleich kalorienarmen, hausgemachten Zitroneneis und zehn Meringue-Kekse verdrückt hatten, machte sich Joanna in aller Ruhe daran, die Reste des abendlichen Mahles abzuräumen. Die Stereoanlage schaltete sie aus und entzündete statt dessen eine einzige Kerze. Graziös ließ sie ihren Kimono zu Boden gleiten, ergriff Michael an der Hand und schlug gleichzeitig mit der anderen Hand das frisch bezogene Bett auf. Als Michael sich auf ihr Zeichen hin eng an sie gekuschelt hatte, griff sie unter das Kopfkissen und zog ein dickes Buch hervor, das an mehreren Stellen durch Lesezeichen markiert war. Sie schlug es auf und begann langsam mit sanfter Stimme zu lesen:

    "Wie du selbst weißt, meine Liebste, verwende ich beim Reden nie irgendwelche obszönen Ausdrücke. In Gegenwart anderer Menschen hast du mich nie ein ungehöriges Wort sagen hören, nicht wahr? Wenn andere Männer sich in meiner Gegenwart ihre schmierigen, lüsternen Geschichtchen erzählen, entlockt mir das kaum ein Lächeln. Du hingegen scheinst mich in ein wildes Tier zu verwandeln. Du selbst warst es, du ungezogenes, schamloses Mädchen, das mich auf diesen Weg brachte. Nicht ich war es, der dich damals in Ringsend zuerst berührte, sondern du stecktest eine Hand in meine Hose und..."

    "Wer ist die Frau?" wollte Michael wissen.

    "...und schobst mein Hemd sacht beiseite. Dann berührtest du mit deinen langen, kitzligen Fingern meinen Schwanz, zuerst ganz sacht und dann immer fordernder... Dabei vernahm ich erstmals, wie deinen Lippen ein obszönes Wort entfuhr. Ich erinnere mich genau an jene Nacht in Pola. Du hattest es satt, unter einem Mann zu liegen. Heftig rissest du dir das Nachthemd vom Leibe und setztest dich auf mich, um mich splitternackt zu reiten. Du stecktest meinen Schwanz in deine Möse und bewegtest dich auf und nieder wie beim Reiten..."

    "Die weiß, was sie will!" ließ sich Michael vernehmen.

    "Du sagst, du würdest mich nach meiner Rückkehr leer saugen", las Joanna weiter, ohne auf Michael einzugehen. "Du willst mich saugen und blasen, und ich soll deine Möse lecken, du verkommenes Luder! Dabei hoffe ich, dass du dich irgendwann, wenn ich in den Kleidern einschlafe, mit einem lüsternen Glänzen in deinen schläfrigen Augen über mich her machst, Ganz sacht Knopf für Knopf meiner Hose öffnest, um den dicken Schwengel deines Liebsten behutsam hervor zu holen, ihn zwischen deine feuchten Lippen zu schieben und daran zu saugen, bis er immer dicker und steifer wird und sich schließlich in deinem Mund ergießt."

    "Wer sind diese Leute? Was für tolle Sachen die da miteinander treiben! Joanna..." "Wenn du es genau wissen willst", sagte Joanna und schloss das Buch, "so handelt es sich um einen der berühmtesten Schriftsteller englischer Sprache, der so an eine Frau schreibt, in die er heftig verliebt ist. Er befand sich damals in Italien und sie in Irland. Man schrieb das Jahr 1909. Bei dem Buch handelt es sich um nichts Geringeres als um die Briefe von James Joyce. Aber", meinte Joanna, während sie Michael auf das Ohr küsste und nach oben langte, um die Leselampe auszuknipsen, "eine Berührung ist mehr wert als tausend Briefe. Das wusste jene Nora ganz genau." Das Zimmer wurde nur noch vom Schein einer einzigen Kerze erhellt, die tanzende Schatten auf die Decke zauberte.

    "Und jetzt", sagte Joanna zu Michael, "werde ich dir zeigen, wie ich dich liebe."

    Ende



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